Dienstag, 26. Januar 2016

25. Januar 2016 - Vox - Das perfekte Dinner - Wer ist der Profi - Montag in Köln bei Joe


Gurken-Gin
Bretonischer Hummer mit einer gebackenen Trüffelkartoffel
Gesalzenes Rumpsteak, im Ganzen gegrillt auf Holzkohle mit Chimichurri, papas arrugadas und Gemüse
Granatapfel-Tiramisu


Der junge Metzger und die alte Kuh

Vermutlich sind Metzger wie Joe die ersten, die solcher fleischlichen Schätze kundig werden - und so stammen seine dicken, fetten Roastbeef-Stücke von einer mindestens 16 Jahre alten Weidekuh. Der Gedanke, der dahinter steht, ist ein löblicher - und steht in direktem Angriffspakt auf die Massentierhaltung.

Auch, wenn Joachim so ein altes Tier niemals auf die Teller bringen würde ... Und Sven hat heraus schmecken wollen, dass er ein Oma-Rind auf dem seinigen hatte. Selbstverständlich erst, nachdem Joe es erzählt hat ...

Wenn jedoch der nächste Sternekoch im nächsten Quartal, den er auf einer seiner Städtereisen beehrt, ebenfalls solch ein Rind auf der Karte hat, wird er einen mächtigen Batzen Geld dafür hinlegen

und hoffentlich nicht den mäkeligen, ständig fotografierenden Gast geben.

Joe erzählt, dass das Kilo von diesem Rind nur 14 Euro gekostet hat - was sich schon ungewöhnlich anhört. Ein bisschen mehr Show um die Oma-Kühe und schon steigen Wert und Wertschätzung gleichermaßen.

In Sachen Trüffel sind Joachim und Sven die Experten und befinden sich sogleich in einem ausgesprochen männlichen Experten-Talk. Das kann noch heiter werden ...

Jaqueline ist seit zwei Jahren Veganerin - doch für diese Dinner-Runde will sie ins Fleisch beißen. Man sieht und hört also gleich am ersten Tag, wozu ein bisschen Fernseh-Ruhm manche Leute verleiten kann ...

Vermutlich hat sie sich für eine "normale" Runde angemeldet, denn da hätte sie die vegane Herausforderung für die Konkurrenz geben können ... aber hier? Es soll ein Profi mit am Start sein!

Joachim schwitzt schon vorsorglich seiner Dinner-Veranstaltung entgegen.

Und Sandra, die einst Metzgerei-Fachverkäuferin gelernt hat, ist zu einer Cross-Over-Veranstaltung eingelaufen. Oder sie hat sich gedacht: "Zu Köln passt so ein Outfit schon, im Notfall deklariere ich es als Karnevals-Kostüm."

Sie denkt aber ganz richtig, wenn sie annimmt, es sei eine Mode-Sport-Essen-Fassen-Show und hat sich in ein Oma-Glitzershirt und eine blaue Sportjacke geschwungen.

Joe bekommt für seinen finalen Auftritt im Fernsehen achtundzwanzig Punkte. Nur sechs davon sind von Jaqueline. Vermutlich fühlte sie sich neben Sandra ein bisschen overdressed.

Ob der Halb-Italiener Joe auch ein beruflich kochender Mensch ist, steht noch aus. Seine Mitstreiter glauben es eher nicht. Sie haben sicher noch nie beim italienischen Pizzabäcker um die Ecke gegessen - und überhaupt erwarten sie Höchstleistungen - und die hat Joe nicht geliefert.

Ich erwarte von dieser Woche, dass ich mich noch so einige Male ärgern oder wundern darf. Und mit Freude erwarte ich, ob Sandra sich rein outfit-mäßig noch steigern kann.

Guten Morgen, Gruß Biene

3 Kommentare:

  1. Profiwochen, genug Stoff zum diskutieren, raten und lästern.
    Joe nehme ich den Metzger bei der Metro? auf Anhieb ab.

    Nun kann ein Profikoch ja auch eine Schnellküche leiten
    oder er übt seinen Beruf in einer Kantine aus, dann würde
    diese Bezeichnung auch auf Joe zutreffen.

    Meine Montagseinschätzung zu Joe, er ist ein netter Gastgeber, er kocht nicht ungeübt, wer gehobene Kochkunst
    erwartete, der wurde enttäuscht.


    Die Vorspeise fand ich enttäuschend, das sah so hingematscht aus.
    Der Fleischpreis erstaunte mich etwas , als Mitarbeiter
    bei der Metro kann er aber durchaus von günstigen Angeboten
    profitieren.

    Vielleicht bekommen Angestellte den Nettopreis.
    Gäste die nach dem Preis der Zutaten fragen, hatten wir das
    schon mal?
    Das Dessert wieder in diesen unsäglichen Gläsern.
    Mit 28 Punkten war Joe fair beurteilt, mehr war nicht zu
    erwarten.

    Abschließend, die junge Veganerin die ihr Steak am liebsten
    blutig isst, natürlich nur wenn sie gerade Pause vom Grünfutter macht,die kann ich mir als Profi eines Veggi-Restaurants vorstellen.

    Übrigens Vegan ist gesund, sagt sie.
    Jetzt ist sie schwanger und isst halb rohes Fleisch.

    Das ist schlecht für das Baby, sagt eine Zweifachmama.

    Grüße aus dem Frühling von euer Anna

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  2. Ich bin wieder da und es hat sich nichts geändert!

    - Profis, die keine sind
    - Amateure, die gerne Profi wären und so tun, als wären sie es schon
    - Fleischer, die sich in der Küche versuchen
    - Veganer, die keine sind und sich auch mit der Materie nicht auskennen

    usw.

    Ein Fleischermeister ?, der eine ein matschige (sog. Trüffelkartoffel) Vorspeise, eine vollkommen unspektakuläre Hauptspeise und ein Schichtdessert im unvermeidlichen Glas abliefert, ist bestimmt nicht der Profi.
    Und damit ging Joe an seine Leistungsgrenze. Damit kann man dieses Dinner abhaken.

    Zum Alter der Kuh kann ich nur schreiben, dass es Leute gibt, welche behaupten, dass Kühe mit 13 bis 18 Jahren das beste Fleisch besitzen. Probiert habe ich es allerdings noch nicht.

    Am meisten habe ich mich über die Teilzeitveganerin amüsiert. Wenn Madame Veganerin ist, dann bin ich es auch. Zumindest manchmal und kurz. Für diese Sendung Anschauungen (wenn auch nur eine Woche) über Bord zu werfen, zeigt mir die Inkonsequenz der Teilnehmerin.

    Zu meiner Vorschreiberin: Meine beste Ehefrau von allen ist auch gelernte Fleischereifachverkäuferin und Personalköchin in einem großen Hotel. Auch sie ist damit Profi. Bei ihr gibt es in der Kantine bestes, erstklassiges Essen für das Personal. Sie würde sich aber nicht mit ihren Profikollegen vergleichen, obwohl sie den Vergleich nicht scheuen müsste.

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    1. Hallo Manne, ich freue mich sehr, dass du wieder da bist. Stimmt, beim Dinner hat sich nichts geändert. Liebe Grüße, Silvia

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