Freitag, 15. Januar 2016

15. Januar 2016 - Vox - Das Wunschmenü - Freitag in Graben-Neudorf bei Christian

Wie alle Fotos ist auch dies ein eigenes


Vorspeise: Ricotta-Zitronen-Ravioli in Thymianbutter
Hauptspeise: Kalbsfilet mit Kräuterkruste, Schupfnudeln, Gemüse der Saison und Soße
Nachspeise: Eton Mess


Christian muss Claras Wunschmenü kochen


Aschenputtel bekommt den Prinzen

Eine wahre Tragödie spielt sich in den Köpfen von Christians Konkurrenz in Sachen Kochen ab - den Nachtisch hat er so versemmelt, dass er es ehrlich zugibt ...

Auch andere defizitäre Sachen in Richtung eigener Kochleistung gibt er unumwunden zu. Obwohl einige ebensolche Fertigpulver verwendet haben, kreidet man ihm diese an.

Ich denke, er hat es gerne zugegeben, um die nicht so Klugen den Zuschauern vorzuführen. Hinter dem Neckischen, das er veräußert - verbirgt sich ein intelligenter Kopf.

Doch die humorlose Geselligkeit kennt weder Gnade noch einen Sinn für das pralle, lustvolle Leben, und sie straft ihn mit neunzehn Pünktchen ab. Bernd trägt lediglich vier zur Gesamtsumme hinzu, die anderen lassen sich zu je fünf Zählern hinreißen.

Hinreißend sieht Clara aus. Wenn sie doch neben der Super-Intelligenz und dem Liebsein auch noch wirklich lieb wäre und Spaß verstehen würde. Vielleicht liegt hier ihr Manko, vielleicht ist dies ihre Art, doch noch kindlich zu sein. Sie versteht nicht die Motivation anderer Leute, die zwar das gleiche wollen wie sie - in der Sendung präsent sein - aber ein anderes Ergebnis erzielen möchten.

Es gab schon einige Dinner-Kandidaten, die es nicht ernst meinten mit ihrer Teilnahme. Darin wurden sicher alle und auch Christian von Vox absolut unterstützt - aber noch nie war ein Teilnehmer

so charmant unernst und doch voller Ernsthaftigkeit um ein gutes Dinner bemüht.

Bruder Alex und Rock'n Roll-Kumpel "Mr. Coma" helfen, was das Zeug hält. Natürlich hält das Zeug nicht, aber zumindest in der Vorspeise und im Hauptgang geht alles relativ glatt. Das reicht der kritischen Jury nicht:

Es werden Köpfe und Zungen verdreht. Bis kein Steinchen mehr auf dem anderen ist, und Christian wird bewertet wie einer, der den nächsten Koch-Olymp hinauf steigen möchte, es aber versemmelt.

Dass er kein Koch-Gott sein will und ist, wussten alle seit letztem Montag.

Und so geschieht es letztendlich wie es nur in Märchen passiert:

Aschenputtel bekommt den Prinzen.

Übersetzt bedeutet das: Der am wenigsten gut Kochende bekommt die Herzen der Zuschauer. Und ich bin sicher, dass ich darin keine Einzeltäterin bin.

Ich sehe ihn gerade aktuell wie er mit wirklichen Freunden das Finale der Sendung feiert. Bei 70er und 80er Jahre-Musik wie Tragedy von den Bee Gees oder The Winner Takes it All von ABBA.

Alles richtig gemacht!

Die humorlose Truppe darf weiterhin an eigenen wirklich guten Kochergebnissen arbeiten - gezeigt hat keiner eine nahezu perfekte Leistung.

Jeder geht zurück in sein Leben. Clara wird sie eines Tages alle als Bundeskanzlerin regieren, während Bernd weiterhin Tranquilizer verteilt oder Infusionen anlegt, Melanie betet, dass alles so bieder bleibt wie es immer war und Fabian hofft, dass er immer genug zu essen hat.

Danke, Gruß Biene

3 Kommentare:

  1. Den "Orden wider den tierischen Ernst" sollte man 2016 eindeutig Christian verleihen, nebst seinen Knappen Alex und Mr.Coma.

    Zu und zu schön - wie diese Barden das aufgesetzte (pseudo) perfektionistische Regelwerk des Dinners so munter mit Füssen traten, dass man sich wunderte, warum man sich bislang eigentlich über so etwas aufgeregt hat...

    Tja - eben weil es nicht Christian war, dessen wurschtig-sonnige Persönlichkeit das "Perfekte Dinner" als vrbissenen Wettbewerb erscheinen liess.

    Chris brachte das sogar dermassen überzeugend rüber, dass sogar Dinners-Stimme angesichts Dessert-traumatisierter Gäste belustigt formulierte:
    "Hey Leute, ist doch nichts Schlimmes, ist nur Fertigpudding!"

    Waa war das gestern für eine Sause:

    Erst der GG, ganz im gepflegten Luden-Freizeitlook, im blitzeblanken PORNO-Interieur (DA sagte Clärchen mal was Wahres) des schwarz-weissen Heimes, ganzbödig ausgelegt mit feinst geflammten 70er Retro-Fliesen:
    Man muss es mögen!

    Und tut es auch, weil es Christians Home-sweet-Home ist, ganz einfach.

    So wie ich auch bewunderte, wie der Kerl sich durch ein tückisch schwieriges (ja Clara!) Menü ackerte, ohne einen Schimmer von irgendwas.

    (Mehl für Nudeln, darf keinen Kuchenaufdruck haben, aber wo steht das Mehl, wo hat die Nudelbildchen drauf???)
    Ich hab mich weggeschmissen...

    Und kein Verkäufer weit und breit, weil alle sich flach an den Boden hinter das nächste Regal geworfen hatten, damit der wiehernde Tross an ihnen vorüberzieht...

    Bloss die arme Fleischthekenmaid, angewurzelt hinter Glas und Bergen von totem Tier, sie musste sich den Chaoten stellen.

    Dann fand schönstes Aneinandervorbeireden statt:
    Einer, der keine Ahnung hatte, verlangte eine Kräuterkruste und eine, die ihre Ruhe haben wollte versprach ihm Solche.
    Da aber auch sie keine Ahnung hatte, zog Chris schlussendlich von dannen mit wunderbarem Kalbsfilet mit ausgeprägter Pfefferakne.

    Er Pfiff sich eins und schritt unbeirrt mit Bruder und Bassist im engen Arbeitstrakt der Küche an`s Werk.

    Mit mehr Glück als Verstand und jeder Menge Gegacker knetete Mützenman einen anständigen Ravioliteig, fabrizierte wohlschmeckende Ricotta-Zitronenfüllung, rollte alles per Nudelholz aus und schaffte es sogar die von Bruder Alex Gabelverzierten Dingerchen separat auszulegen.
    (Mit verklebten Ravioli haben beim PD schon geübtere Köche ihr Dinner versaut)

    Auch die Thymianbutter bekam Hansimglück super hin: Es sah sogar alles appetitlich aus!

    Zwar waren Clara und Melanie kurz von den Socken, dass tatsächlich alles selbstgemacht war:
    Die Bewunderung hielt indes nicht länger als 20 Sekunden, dann ging das Genörgel los: Zu wenig Füllung, die Zitrone nicht geschmeckt, ein jeder Gast fand ein weiteres Haar im Raviolo.

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  2. Teil 2

    Dank fertiger "Kräuterkruste" ging Chris ganz entspannt an seine Hauptspeise.

    Gemüse zu Wasser lassen, immer mal wieder reinbeissen, wenn man keine Garzeiten kennt, ist das halt auch `ne Möglickeit:

    Und Chris` Saisongemüse sah knackig und appetitlich aus, als er es in reichlich Butter schwenkte.

    Auch die handmade Schupfnudeln waren der Wünscherin entsprechend goldbraungebraten, eine schöne dunkle Sosse (halb Chris, halb Industrie) und ein richtig feines rosa Filet.

    Allen schmeckte alles, ein feiner Hauptgang.

    Leider hatte keiner Chris Größe, der diese Tatsache immer als erstes honoriert hatte. Kleinkrämerisch und inquisitorisch wurde jeder Krümel hinterfragt.

    Und das, obwohl man wusste, was der GG immer freimütig zugab, dass er kein Sternekoch ist.

    Ich verwette einen hinteren Körperteil:
    Selbst wenn Chris das Dessert premiummäßig hinbekommen hätte, mehr als 6 Punkte hätt er trotzdem nicht erhalten von den werten Mitstreitern.

    Dieses bekloppte Eton Mess, wenn Clara wenigstens das abgehoben anglophile aus Zutaten und Titel rausgelassen hätte, dann wären die Scheuklappen beim Christian nicht so ausgeprägt gewesen.

    Schneegestöber, Beerentraum, es gibt viele Namen für diesen immergleichen Nachtisch, ich mische Schlagsahne und Schmand, Clotted Creme ist mir viel zu schwer und fettig, Mascarpone ebenso.

    Dieses Dessert war in HH vor mehr als 10 Jahren der Renner, wenn man etwas für ein Partybuffet beisteuern sollte.
    Jetzt ist es lecker, aber ein alter Hut - und nur weil eine englische Akademiker-Schmiede im Titel vorkommt, stellt dieses Dessert nicht gleich den Gipfel raffinierten Genusses dar.

    Wenn man`s genau nimmt war Chris sogar authentisch- regional: Graben-Mess, meine liebe Clara - wie klingt das für zwei schicke Fertigwackeldinger...
    (Und lecker sind die auch, kann mir keiner erzählen, dass man sowas nicht runterkriegt)

    Ausser natürlich Bernd. Ja, der. Wusste zwar bis dato nicht, was Eton Mess ist, war aber "Eine Skulptur von Enttäuschung, sitzend auf Stuhl"

    In Giessharz auf der nächsten Documenta, schlägt der Rodins "Denker" als Jahrhundertkunstwerk, wetten?

    Selbstredend musste sich Bernd weit vom Tisch wegsetzen - mit verzerrter Bittermiene, die Arme fest verschränkt, "Nein, das kann ich nicht essen".

    Und Clärchen: Ich hatte mich so gefreut, gut bei so einem jungen Menschen kann man das noch verstehen, bei Clara allemal freut man sich sogar über eine kindische Regung,
    aber auch für sie finde ich 5 Punkte eine erbärmlich kleinliche Wertung.

    Die anderen schon richtig Erwachsenen sowieso - alle haben profitiert von Christians Grosszügigkeit, seiner Vitalität und Frische.
    Ohne ihn wäre das eine Beerdigungsrunde gewesen, keiner von denen kochte perfekt, manche sogar weit entfernt davon, komischerweise konnten die das mit dem (ver) Urteilen am besten.

    Hurra, hier schneit`s, nicht wirklich froh grüßt Susi

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  3. Silvia, Susi, ihr habt es beide auf den Punkt gebracht.

    Genau so habe ich den Abend bei Chris gesehen und genossen.
    Ich bin nur froh, dass er es locker nahm.

    Die Freundlichkeit und Großzügigkeit bei der Punktevergabe
    die er an den vorangegangenen Abenden zeigte, wurde mit
    Kleingeistigkeit und Mobbing belohnt.

    Chris lächelte und machte die witzige Bemerkung, dass
    zumindest sein Menü gewonnen hat.

    Ich glaube , er wollte gar nicht siegen, aber er wollte
    bestimmt nicht diese Demütigung.

    Schämt euch ihr Spießbürger, schämt euch weil ihr hinter
    der lustigen Fassade nicht den ernsthaften Menschen erkannt habt.
    Das vergeigte Dessert, phhh er hätte euch etwas in einen
    Abschiedsdrink mischen sollen, etwas was euch locker macht.

    Aus dem kalten Berlin wünscht euch Anna ein schönes Wochenende.

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