Dienstag, 19. Mai 2026

18. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Bamberg bei Luisa




"Wald & Erde"
Vorspeise: Rote-Bete-Carpaccio mit Ziegenfrischkäsemousse und Walnuss-Crunch
Hauptgang: Gebratener Lions-Mane-Pilz mit Pastinakenpüree, Romanesco und eingelegtem Blumenkohl
Nachtisch: Weiße-Schokolade-Mandel-Matcha-Mousse mit Yuzu-Gel


Fernsehen: Erlebnisprothesen.
© Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger (*1939)

"Ich wollte einmal im Leben ins Fernsehen", erzählt Luisa, "und danach nicht mehr."

Jetzt hat es geklappt, doch es bleibt am Ende ihrer Sendung die Frage, ob sie sich für das richtige Format beworben hat. Und ob sie nicht vielleicht doch

Blut geleckt hat - und durch weitere Formate tingeln möchte. Wer einmal einen Fuß in der Tür von Vox hat, muss nur noch den zweiten hinterherziehen ... nur diese "Hochzeitssendung" käme vermutlich wirklich nicht für sie infrage,

denn ihr Freund Mirko will partout vor keine TV-Kamera. Verständlich. Nachvollziehbar. - Die Lösung in diesem Fall wäre: sie muss einen anderen Mann zum Heiraten finden.

Doch so oberflächlich wird sie nicht sein, während ich gerade versuche, einen Brückenschlag vom Reality-TV zu ihrem Beruf zu finden, der wirklich nicht einfach ist:

Sie arbeitet in einer Fachberatungsstelle, in der es um sexualisierte Gewalt geht. Ein sehr schwieriges Thema, wenn man Betroffenen helfen möchte, durch tiefes Leid hindurchzukommen.


Das Menü

Hier geht es jedoch ums Kochen. Geht es ums Kochen?

Mal wieder recht, recht wenig. Vor den Kameras übernimmt ihre Freundin Ilka alle Schnibbelarbeiten und hat damit schon mal mehr zu tun als Luisa.

Im Prinzip ist beinahe alles bereits vorbereitet und fertig - von der Salatsoße über den eingelegten Blumenkohl (den man auch in rosa kaufen kann, ohne ihn vorher einzulegen) bis hin zum gebackenen Brot und vielem mehr. Selbst die Mousse für den Nachtisch erfährt keine öffentlich sichtbare Zuwendung, denn sie musste schließlich "durchziehen".

Der Verdacht, dass bei all den Vorbereitungen Ilka ihre Hände im Spiel gehabt hat ... ist naheliegend.

Luisas Show dreht sich mehr oder weniger um die Löwenmähne-Pilze (Lions-Mane-Pilz), die sie bei dem Züchter persönlich abholt, der meint, er wirke präventiv gegen Demenz. Nun kann also der Run auf diese Pilze losgehen,

aber wie oft und wie viele soll man essen, damit diese Prophezeiung auch wirklich eintritt?

Mir war dieser Pilz zuvor nicht bekannt, und damit werde ich nicht allein dastehen.

Am Ende und auf den Tellern sind die Löwenmähnenpilze auch gar nicht mehr ihrem ursprünglichen Aussehen ähnlich. Den Geschmack kann ich natürlich nicht beurteilen,

aber es ist eben viel Marinade dran ...


Fazit

Wer wie Luisa in Bamberg lebt, wird in etwa wissen, wo Luisa und Mirko genau wohnen: von ihrem Schlafzimmerfenster aus haben sie einen guten Blick auf den

Bamberger Dom,

so dass der "liebe Gott" immer ein Auge ... auf ihren Schlaf hat.

Mir fallen manchmal auch völlig ohne Dom im Blick die Augen zu, ich gucke schließlich "das perfekte Dinner", zu dem man heute sagen darf:

Thema verfehlt! - Wirkliches Kochen ist nicht zu sehen.

Aber es ist schon erstaunlich, dass Luisa die vielen Plastik-Döschen mit den komplett vorbereiteten Inhalten im Kühlschrank nicht durcheinanderbringt ...

Die Punkte. je 9 geben Ragil und Schorsch, 8 Angela und 7 Mathias.

Das ergibt die Summe von 33 Zählern. Sachen gibt es ...


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 16. Mai 2026

16. Mai 2026 - Ich bin eine Einzelgängerin ...







Ich bin eine Einzelgängerin

... nicht wie sie im "Buche steht" oder sie als solche umfangreich beschrieben worden ist und stets aufs Neue interpretiert wird,

sondern einfach eine Frau, die sich als Einzelgängerin bezeichnet, ohne den Begriff bis ins Unendliche zu hinterfragen oder zurechtzubiegen.

Allein zu sein ist für mich überhaupt kein Problem, obwohl ich mich inmitten von mehreren anderen Menschen ebenso wohl fühlen  k a n n, wenn es die für mich richtigen sind.

Menschenmassen meide ich grundsätzlich, und  als ehemalige Personalrätin konnte ich nicht an

Demos teilnehmen, die unseren Rechten als Angestellte im öffentlichen Dienst Nachdruck verliehen haben.

Zum Glück gibt es die Unerschrockenen, die uns Einzelgänger am Ende nicht vermissen lassen, sondern die auch für uns in der Menge stehen.

Wenn man es so will, kann ich sagen, ich langweile mich nie mit mir selber - aber oft mit anderen, obwohl ich

ihnen genau zuhöre, ihnen einen eingeforderten Rat gebe, den ich niemals jemandem aufdränge. Ich werde oft um einen solchen gefragt, obwohl ich nicht weiß, warum das so ist.

Genau so wenig mag ich es, wenn mir etwas aufgezwungen wird, und ich beherrsche die Kunst,

Nein zu sagen, wenn ich Nein meine - und nicht stattdessen Ja antworte, weil es einfach einfacher ist und 

beliebter machen könnte.

Ich rede niemandem nach dem Mund - nie, ohne Ausnahme.

Gerne bin ich mit mir und meinen Gedanken allein und habe dabei nur einen Blick auf meine Hündin, die in diesen

Momenten mit mir allein ist - und zufrieden aussieht.

Sie ist auch nicht eben die Betriebs-Nudel, die jedem Rüden oder anderen Hündinnen nachrennt, weil sie von ihnen

etwas lernen könnte, was sie nicht ohnehin bereits weiß.

Wie sie bin ich gern in der Natur und lasse die Seele baumeln.

Die Seele, die ich mir als Kind immer wie einen Fußball-Pokal vorgestellt habe, und die heute

einfach nur noch zufrieden ist, wenn sie nicht mehr das tun muss, was andere von ihr erwarten, sondern nur das, was ihr Gemüt - oder ihre Seele, um es pathetischer auszudrücken - gerade am dringendsten benötigt.

Alles andere habe ich hinter mir gelassen: Partys, Clubs bis in die frühen Morgenstunden, Feiern wie die Feste eben fallen und vieles mehr,

das mir schon damals nicht so viel bedeutet hat - und nur seine eigene gute Zeit gehabt hat. Man lebt schließlich trotz allem in keiner Blase.

Generell bin ich überhaupt nicht gegen menschliche Gesellschaft, nur setze ich heute dafür andere Maßstäbe als die, zu denen ich mich früher getraut hätte, zu stehen.

Soziopsychische Ursachen? - Erkenne ich in meinem Verhalten nicht. Ich habe sogar mir sehr liebgewonnene Freunde. Nicht im

verschwenderischen Sinn, sondern in dem, dass ich mich noch für sie interessieren kann - und nicht mit einer  "Masse" einfach überfordert für

ihre Bedürfnisse, Zwischentöne, Nöte, Sorgen oder auch Freuden bin.

Ich bin einfach nur eine Einzelgängerin, weil ich keine Stimmungsmacherin auf Befehlsbasis bin, überall mitmischen möchte, sondern

mich ohne viele andere Menschen

nicht selber verloren habe.


Guten Tag, Gruß Silvia 




15. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Kiel bei Jessica



Vorspeise: Lachsabend - Creme von Graved Lachs und Apfel auf Reiberdatschi, dazu Obazda-Praline im Brezelmantel und Honig-Senf-Dill-Sauce
Hauptgang: Mamas Roulade - Geschmorte Rinderroulade an eigener Jus mit Semmelknödel und Spitzkohl
Nachtisch: Der Kaiser und die Ote Ütze - Fluffig-goldbrauner Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster, roter Grütze und Milchreis


Wir fordern: Pizza-Test statt Pisa-Test!
- Graffito an einem Schulgebäude

Gibt es ein paar adäquate Forderungen, die man für dieses Sendeformat aufstellen könnte, um es locker umzuformulieren?

Es an dem ewig "perfekten" dranzuhängen, ist inzwischen langweilig geworden und eher eine Farce statt eine selbsterfüllende Prophezeiung. Denn an die glauben vermutlich viele Kandidaten und Kandidatinnen, und manche bewerben sich, obwohl sie zugeben, nicht wirklich gut kochen zu können. Die meisten verschleiern das natürlich ... hinter hohlen Phrasen und dem, was Freunde und Verwandte lobend über sie zu erwähnen haben. Weil die wiederum emotional befangen sind - und weder fürchten sie die Unehrlichkeit noch die Übertreibung, Hauptsache geschmeichelt.


Jessica

Als Immobilien-Maklerin sitzt die 29jährige Jessica an der direkten Quelle zu Traum-Objekten - und sie und ihr Freund Finn haben es sich in einer schicken Penthouse-Wohnung präsentabel eingerichtet. Der Blick geht weit über Kiel, und die gebürtige Bayerin liebt diese Weite,

die ja in Bayern oft von Bergen gestoppt wird.

Ein würdiger Ort für ein finales Dinner ... was eine Pizza damit zu tun hat, obwohl sie im Menü überhaupt keine Rolle spielt,

erzähle ich etwas später. Obwohl man sich hin und wieder wünschen würde, jemand nähme endlich einmal ein Pizza-Taxi in Anspruch als in ihm fremdartig vorkommenden Töpfen etwas zusammenzurühren, das jeglicher Kochkunst widerspricht. - Das gilt natürlich nicht für heute ... denn

Jessica schätzt ihre Kochfähigkeiten als "lecker" ein. Na, dann!


Das Menü

In der Küche hat Jessica Hilfe von ihrer Mutter Karin (ohne voxsche Altersangabe).

Der Lachs wird gebeizt, damit er sanft und ohne Kochen oder Braten gart. Haltbar gemacht - wie Jessica erzählt, wird er damit nebenbei.

Die Gäste bemängeln den Geschmack, denn offenbar hat sie die Beize - trotz ihres perfektionistischen Ansatzes - nicht gut abgewaschen.

Die Creme aus Frischkäse und gebeiztem Lachs findet Jessica schon mal "geil".

Rinderrouladen sind ein Klassiker, den sie mit Sojasoße ein wenig verfremdet ... oder auch verfeinert, ich weiß es nicht.

Kristina ist nicht "fein" (oder fine?) mit dem Spitzkohl. - Der Begriff "fein" oder meinetwegen auch "fine" ist

eindeutig aus dem Sprachgebrauch, den Hunde besonders gut und gern verstehen. Ich weiß, wovon ich schreibe.

Moritz' neu aufgetauchter Humor, der vorher im Verborgenen steckengeblieben ist, steckt auch Patrick an und er meint zum Nachtisch:

"Wir hatten einmal Kaiserschmarrn ohne Mehl", er blickt auf seinen Interview-Nachbarn Moritz, dem dies passiert ist, und aus dem Off an die heutige Gastgeberin Jessica:

"... und einmal ohne Zucker."



Fazit

Nachdem Moritz von Montag bis Mittwoch den wortkargen und eher sehr, sehr müden Norddeutschen verkörpert hat, hat sich Dornmoritz am Donnerstag als humoriger und endlich ausgeschlafener Typ entpuppt - und ist wie ein Eiswürfel unter Scheinwerferbeteiligung geschmolzen.

Als Gastgeschenk der besonderen Art hat er einen Pizzakarton mitgebracht: darin befindet sich nicht etwa eine Pizza, sondern die

heiße Aussicht auf einen neapolitanischen Pizza-Kurs für alle ... initiiert von Patrick und Moritz.

Die Punkte für Jessica: 9 gibt Stefanie, je 8 Kristina und Moritz, 7 Patrick.

Mit 32 Zählern kann sie nicht gewinnen, denn Kristina hat mehr ... vermutlich auch mehr Kochkurs-Bedarf, den sie nun von ihrem 3.000 Euro-Gewinn realisieren kann.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute maximal 14 Grad und als Topping 11 Sonnenstunden.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 15. Mai 2026

15. Mai 2026 - Peinlichkeiten




Peinlichkeiten

sind heute nur so selten geworden, weil kaum jemandem noch irgendetwas peinlich ist. Öffentliche Schlammschlachten scheinen sportlichen Hochleistungs-Ereignissen gleichzukommen, von denen unbedingt jeder erfahren sollte - ob es sie interessiert oder nicht, spielt keine Rolle. Hauptsache öffentlich!

Peinlichkeit ist natürlich sehr subjektiv. Was für den einen peinlich ist, wäre für einen anderen nicht schlimmer als auf der Straße auf einer Bananenschale auszurutschen und sich mit halsbrecherischer Sicherheit an die nächste Laterne als Rettungsanker zu klammern.

Der Begriff "privat" gilt lange nicht mehr für jeden, seit sich Privat und Öffentlich zu einem Einheitsbrei vermischen und sogar mit Likes und erhöhter Reichweite honorieren lassen.

Vor vielen Jahren ist mir etwas sehr Peinliches passiert, ohne dass ich es steuern konnte - oder gar verhindern. Lange habe ich mich wirklich tiefgehend dafür geschämt, und erst viel später konnte ich

darüber leise, sehr leise lächeln, denn vor allem wie das Umfeld mit meinem Ausrutscher umgegangen ist, war einfach wunderbar. Und dabei waren es hauptsächlich mir völlig fremde Menschen.

Die Sache selber bleibt mir für immer als peinlich im Gedächtnis hängen ...


Es passierte an einem Sonntagmittag ...

und auf dem Weg zu einem Termin in Düsseldorf wollten wir im "Füchschen" in der Altstadt etwas essen.

Das Lokal war so gut gefüllt wie wir es kannten, wann immer wir eingekehrt sind. Aber an einem längeren Tisch, an dem bereits zwei Personen gesessen haben,

fanden wir zu Zweit noch Platz.

Wir bestellten, ich weiß nicht mehr, was - aber es lag ganz sicher nicht am Essen, was dann passierte, denn die Übelkeit hatte ich importiert und simpel ignoriert -  doch nach ein paar Bissen

wurde mir speiübel. Ich musste würgen und wollte meine Beine schnell in Richtung Toilette bewegen, die natürlich, es ist ja immer so, wenn man irgendetwas dringend braucht,

so weit weg von unserem Tisch lag, dass ich das Gefühl hatte, Astronauten kommen schneller vom Mond auf die Erde zurück ... als ich auf eine rettende Toilette.

Doch ich versuchte es wirklich. Meine Beine jedoch gaben nach, als bestünden sie aus Pudding - und ich schaffte keinen Meter zum ersehnten Ziel:

In einem unkontrollierbaren Schwall musste ich mich übergeben, und die gesamte Chose landete zum Teil auf meinem Teller, zum größeren jedoch auf dem Tisch ...

Unfähig, mich zu bewegen, wollte ich augenblicklich im Erdboden versinken ... er sollte mich bitte einfach schnellstens verschlucken ... Natürlich passierte nichts dergleichen ... aber ich blieb absolut handlungsunfähig. 


Hilfe nahte

Sofort eilten zwei Kellner an unseren Tisch und einer reichte mir eine Rolle Zewa (wisch & weg), als könne ich damit meine

Scham eliminieren. Nicht einmal fürs Wegwischen dieses Peinlich-Dramas reichte es. Ich war eingefroren zu einem Stein, der allen, allen nur im Weg herumstand - und am liebsten weggerollt wäre.

So dachte ich. Mein Hautfarbe muss tiefrot gewesen sein, denn mir wurde heiß, sehr heiß. Die Nebenwirkung von Scham als körperliches Symptom.

Dann nahm mein Begleiter das Papier und wischte die Spuren meiner Blamage weg, während ein Kellner alles in einem Eimer fortgetragen hat.

Mein Begleiter bekam sehr viel Zuspruch und Lob. Niemand am Tisch oder in der Nähe hat mich schief angesehen. 

Und ... die beiden Personen an unserem Tisch haben nach Beseitigung des Dilemmas einfach und wie selbstverständlich weitergegessen.

Inzwischen ist diese Peinlichkeit mehrfach verjährt ...  Es war und bleibt jedoch mein unangenehmstes Erlebnis in aller Öffentlichkeit.


Guten Tag, Gruß Silvia



14. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Kiel bei Kristina



"Modern Classics"

Vorspeise: Mit Gorgonzola und Walnüssen überbackene Birne, beträufelt mit Honig, dazu Kartoffel-Salbei-Chips
Hauptgang: Lauwarmes Lachs-Carpaccio mit Honig-Senf-Marinade, Radicchio, Schnittlauchöl, Kartoffel und Birne, sowie einer Sahne-Schnittlauch-Sauce
Nachtisch: Honig-Thymian-Lavendel-Cheesecake mit gedörrten Birnenchips, dazu Amaretto



Schein und Wirklichkeit – schließen sich in der Fotografie nicht aus.
© Klaus Ender (1939 - 2021)

Wie oft übertrifft der Schein die Wirklichkeit, die manchmal schwer manipuliert über Social Media rüberkommt? Oft! Viele Leute zeigen Gesichter, die ihren eigenen nur noch entfernt, sehr entfernt, ähnlich sehen. Und nicht anders

verhält es sich hin und wieder oder auch oft mit Fotos von Essbarem. Da wird mit künstlichen Hilfsmitteln nachgebessert, so dass man das so Fotografierte nur noch in die Tonne kloppen kann, weil es nicht mehr genießbar ist. Und seit einiger Zeit gibt es einen großen Helfer im Hintergrund: die KI verschafft sich nach und nach mehr Raum. und vermeintlichen Ruhm.

Was das alles mit Kristina zu tun hat? Heute gar nichts, denn ihr 3-Gänge-Menü kommt ungeschminkt und ungetrickst auf die Teller - aber

sie studiert Multimedia-Production - und will sich in Zukunft auf Foodstyling und Food-Fotos spezialisieren, inklusive Videografie.

Da macht sich vielleicht ein kleiner Einblick in die Produktion einer "Koch"-Show gar nicht schlecht in der Vita.

Kristina ist 26 Jahre alt und lebt in einer kleinen Wohnung gemeinsam mit ihrem Freund Lars und dem Malteser-Hund Leo. Die Wohnung scheint so klein zu sein, dass sie den davorliegenden Treppenhaus-Flur für eine ganze Batterie von Schuhen und Kleidungsstücken nutzen muss.


Das Menü

In der Küche bekommt sie Hilfe von ihrer besten Freundin Pauline - der sie umständlich erklärt, wie z. B. die Kartoffelwürfel zurechtgeschnitten werden sollen: etwas kleiner als mundgerecht. Dass das Ergebnis nicht ganz wunschgemäß aussieht, stellt Kristina erst später fest. So was aber auch! Ein Messer hätte an dieser Stelle gute Dienste verrichten können!

Die romanartige Menükarte ist ganz oben in meinem Beitrag zu lesen, so dass ich einzelne Teile nicht noch einmal aufführe:

Die mit "Stinkekäse" gefüllten und im Ofen überbackenen Birnenhälften ... sind rein optisch kein großes Highlight. Den Gästen scheint es dennoch weitgehend zu schmecken.

Den Lachs in der Hauptspeise muss man als Zuschauerin suchen: er verschwindet unter Birnen- und Kartoffelstücken in Radicchio-Blättern ... und hat die Wirkung einer Vorspeise.

Der Boden des Käsekuchens "ohne Backen" ist viel zu dick gegenüber der Käsekuchenmasse.

In allen Gängen spielt Honig eine Rolle - und natürlich Birnen. Birnen mag jeder, meint Kristina - und findet, sie sind ein guter "Roter Faden", dabei sehen sie eher fad aus.


Fazit

Heute überrascht mich viel weniger die Gastgeberin, sondern Moritz: der bisher als ruhig und eher langweilig rüberkommende Mann geht richtig aus sich heraus, fast temperamentvoll. Er entwickelt sich sogar zu einer fürsorglichen Spaßkanone.

Fürsorglich deshalb, weil Stefanie das angebotene dunkle Fassbier nicht mag - und er schnell die vielen Stufen hinunterläuft, um ihr im Lokal gegenüber Pils zu besorgen.

Fürsorglich auch, weil er Kristina ein ganz klein wenig mit Worten unterstützt, damit die Chips nicht salzlos auf den Vorspeisentellern landen.

Vermutlich ist die Last des Noch-Kochen-Müssens und des eigenen Koch-Tages von ihm abgefallen, und er kann endlich mehr er selber sein.

Eher realistisch würde Kristina sich für ihr Menü 7 Punkte geben.

Die Gäste sind spendabler: 10 gibt Stefanie, 9 Patrick, je 8 Moritz und Jessica.

Die Gäste sind sogar so großzügig, dass Kristina am 4. Tag auf dem bislang 1. Platz liegt.

Es ist wie es ist.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 14. Mai 2026

13. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Kiel bei Moritz




"Klassik neu gedacht"
Vorspeise: Rindertatar / frittiertes Eigelb / Petersilienöl / Brotchip
Hauptgang: Ochsenbäckchen in Rotweinsauce, Sellerie-Kartoffel-Püree, glasierte Möhren mit Sanddorn und Orange
Nachtisch: Karamellisierter Kaiserschmarrn / Apfel-Zimt-Kompott / Vanillesauce


Kein Temperament ist auch eins

Es ist schwer vorstellbar, dass Moritz aus der Haut fährt, auf den Tisch haut, laut wird, aggressiv reagiert oder einfach nur einen bösen Kommentar auf Social Media schreibt. Er scheint die Ruhe und Ausgeglichenheit in Person zu sein, die völlig in sich selber in friedlicher Stille verweilt. Immerhin bietet er den Zuschauern lächelnd und mutig an, ihre Kritiken zu seinem Dinner-Tag

in die "Kommentare zu schreiben".

Der 34jährige Moritz hat ein eigenes Unternehmen als Immobilienentwickler, ist mit Julia verheiratet und sie haben den Boxer-Mischling Donna und den noch sehr kleinen Sohn Peter.

In genau dieser Reihenfolge beschreibt er seine Familie - und es wird vermutlich einigen Zuschauern aufstoßen, dass er seinen Hund vor seinem Kind erwähnt ... den Hund gibt es allerdings länger als das Kind, und ich denke, Moritz will hier nur korrekt sein und die Reihenfolge einhalten.

Daraus sollte man ihm jetzt keinen "medialen Strick" drehen. Oder baumelt er bereits daran?

In der Küche hilft ihm seine Mitarbeiterin Laura, während seine Mutter Ute mit der Alibi-Fleischlieferung in der Hand neugierig im Weg herumsteht und kaum die Kurve bekommt, das Haus wieder zu verlassen. Ute ist nicht nur seine Mutter, sondern die Mitinhaberin der Firma, und locker sitzt ihr das Smart-Phone in der Hand ...

aber ohne Pardon wird sie darauf hingewiesen, dass sie nicht fürs "Internet" filmen darf. Vermutlich sollen vor den Ausstrahlungen keine Videos und Fotos von den Dreharbeiten die Runde machen.

Nun endlich darf sie sicher posten, was sie damals gefilmt hat.

Die Gäste sind unterdessen damit beschäftigt, das heutige Motto umzusetzen: Kopfbedeckungen. Da wäre vieles möglich gewesen, wenn man nur an Royal Ascot denkt oder die eigene Phantasie bemüht: Heraus kommen vier sehr langweilig behütete Gäste,

die nicht einmal die Chance nutzen, einige Zuschauer zu ärgern - indem sie ihre Kopfbedeckungen bis zum Nachtisch tragen ...


Das Menü

Bereits die Vorspeise mit dem Tatar und dem frittiertem Eigelb sucht vergeblich Fans: Zu wenig Würze, ist das knappe Urteil.

Ochsenbäckchen, Stampf oder doch Püree, Möhren ... über jeden Bestandteil fallen kritische Worte.

Sehr einhellig ist schließlich die Meinung zum Dessert: der Kaiserschmarrn schmeckt wie Rührei ... denn dummerweise hat Moritz vergessen, Mehl hinzuzufügen.

Man denkt sogleich an die Mängel in der Corona-Zeit: kein oder kaum Klopapier - und Mehl war auch heißbegehrt, weil es einfach gefehlt hat und man stattdessen in leeren Supermarkt-Regalen Staub wischen wollte.


Fazit

Moritz hat sein eigentliches Ziel erreicht, denn er ist aus seiner Komfort-Zone herausgekommen - und hat sich in eine Art von Abenteuer gestürzt.

Die Punkte: je 8 von Patrick, Stefanie und Jessica, 7 von Kristina.

Mit 31 Zählern kann er nicht auf den Gewinn hoffen, aber richtig "baden" geht er auch nicht.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 13. Mai 2026

12. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Kiel bei Patrick



"Kraut trifft Frucht"

Vorspeise: Dill trifft Orange, dazu Fenchel
Hauptgang: Thymian trifft Zitrone, dazu Lachs und Risotto
Nachtisch: Rosmarin trifft Apfel, dazu Krümel



Das Ereignis ist nichts, das Spektakel ist alles.
© Manfred Hinrich (1926 - 2015)

Der 31jährige Projektleiter Patrick spult sein Dinner ab, als gelte es, die Gäste und nicht zuletzt auch die Zuschauer auf eine völlig neue kulinarische Spur zu bringen. Selber

betitelt er seinen Show-Anteil als "Spektakel der Kochkunst". Große Worte, die viel erwarten lassen, und denen nur magere Taten folgen. Um es vorwegzunehmen. Um es deutlich auszudrücken.

Neben jeder Menge Ehrgeiz plagt ihn kein bisschen die hohe Selbsteinschätzung, über die jedoch schon so mancher gestolpert ist. Hochstapeln, obwohl ein wenig Bescheidenheit gefragt wäre, ist keine gute Idee.

Als Schnibbelhilfe betritt sein Freund Tim die Bühne des Hauses und erinnert sich voller lobender Worte an das Probeessen ... Selbst wenn es Tim nicht besonders geschmeckt hätte, was hätte er öffentlich über die Kochkünste seines

Sportfreundes anders verlauten lassen sollen? Auf jeden Fall ist es für einen Freund und vor Kameras schwierig, nicht parteiisch zu bleiben. Aber selbstverständlich könnte es ihm auch wirklich geschmeckt haben,

denn der Anlass des Probeessens war einer unter Freunden - und nicht unter Konkurrenten in einer Kochshow.

Ihre kleine Showeinlage präsentieren Patrick und Tim dann noch mit einer Hydrax-Übung ... Hydrax soll eine Trendsportart sein. - Ich kenne die nicht. Bis gerade eben nicht einmal dem Namen nach.


Das Menü

Die Vorspeise besticht durch ihren hübschen Auftritt, aber damit hat es sich dann auch: Über Orangenscheiben

tummelt sich mit eher kleiner Beteiligung der Fenchel. Auch ich mag eigentlich kein Obst in einem herzhaften Essen - aber Fenchel plus Orangen schmeckt ziemlich gut.

Hier jedoch stimmen die Proportionen nicht: zu viele Orangen, zu wenig Fenchel. Dafür dann ein paar Mandelsplitter drüber - weil Nüsse hier und da optisch was hergeben. Die Optik ist ihm wichtig.

Die Patricks Meinung nach confierten Tomaten als roter Punkt in der Vorspeise lösen in einer Pfanne mit Deckel beinahe einen Brand aus ... eigentlich werden sie langsam bei schwacher Hitze in Öl gegart, um ihr Aroma zu verstärken - und als confiert durchzugehen.

Der Hauptgang mit Lachs soll lt. Gästen kalt sein. Doch selbst wenn er heiß wäre, entspräche er keiner großen Kochkunst, die er sich ohnehin nur selber zuschreibt ...

Der Nachtisch soll ein dekonstruierter Apfelkuchen samt Rosmarin-Beteiligung sein: Apfelmus, Apfelstücke und Kuchenstreusel und wieder ein paar Nüsse obendrüber ... insgesamt kann ein Nachtisch kaum blasser aussehen.

Aber: der hat es in sich! Und das bewirkt neben frischem auch das Rosmarin-Öl.

Das gefällt und schmeckt nicht jedem Gast. Auch Moritz ist es zu viel Rosmarin im Dekonstruiertem, doch er ist der Meinung,

dass er nicht nach seinem eigenen Geschmack bewerten soll ... Das ist genau die Vorgabe für die Punkte, denn beurteilt werden soll die Zubereitungsweise.

Aber eben die kann man locker und berechtigt kritisieren, wenn sich zu viel Rosmarin im Dessert tummelt.


Fazit

Durchgefallen! Weil er das eigene Versprechen überhaupt nicht einhalten konnte!

Die Gäste sehen es anders, aber sie sind ja auch in einer schwierigeren Position: je 9 Punkte geben Stefanie und Kristina, je 8 Moritz und Jessica.

Das ergibt die Summe von 34 Zählern, so dass er Stefanie übertrifft - die zumindest und im Gegensatz zu Patrick viel Geld für ihr Menü ausgegeben hat.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 12. Mai 2026

11. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Kiel bei Stefanie



"Hommage an die Heimat"

Vorspeise: Granat oder Knat oder Porren. Söök Di dat ut.
Hauptgang: Een Viech ut de Narverschop. Mit wat Gröned, wat Geeled, wat Roted, wat Bruned un wer mach uk wat Schwated.
Nachtisch: Bist Du een Söötschnut oder nich? Dütt oder datt, för alle wat.



Das Leben ist wie eine Wundertüte: Je tiefer man darin herumgrabbelt, um so mehr kommt zum Vorschein.
- Br. Paulus Terwitte (*1959), Kapuziner

Keine Tütensuppen, sondern richtige Wundertüten verspricht die Sendereihe "das perfekte Dinner", und an Montagen sprechen auch einige Kandidaten von den bevorstehenden Tagen als "Wundertüten". Eine Wundertüte erinnert ein bisschen an frühere kindliche Freuden,

doch meist waren die Wunder kleiner als man erhofft hat.

Die 42jährige Stefanie eröffnet die norddeutsche Kiel-Woche und gibt zumindest eine völlig neue Sichtweise aufs "Dinner":

seit 20 Jahren ist sie bereits Zuschauerin - aber nicht nur das: über diese Sendung hat sie das Kochen erlernt.

Heute zeigt die Physiotherapeutin und Osteopathin, was sie in ihrem langjährigen

Kochkurs, der auch im Buchhandel seine Auftritte hatte,

mitbekommen hat.


Zumindest ist Stefanie großzügig mit der Aufwandsentschädigung, denn sie verwendet eher

keine Sonderangebote für z. B. 2,99 Euro,

sondern will ihre Gäste mit guten Zutaten verwöhnen.




Das Menü

Eine Großpackung Krabben verarbeitet sie zu einer Suppe und reicht dazu Extra-Krabben mit Salz, Pfeffer undichhabedenRestvergessen zu einem puren Vergnügen. So ist

zumindest der Plan.

Die Galloway-Steaks sehen roh wunderbar aus, aber dann passiert etwas, das ich

Kochen nennen möchte - und Steaks wollen nun mal nicht gekocht, sondern scharf angebraten werden. Diese sehen groß und blass aus, und von Röstaromen dürfen sie nicht profitieren.

Ich gewinne den Eindruck, dass ihr das überhaupt nicht auffällt ...

Dekonstruierte Bratäpfel zeigen Teller-Bilder des Jammers. Und die Krümel, gern Crumble genannt, weil das einfach besser klingt, vervollständigen fast das farblose Bild,

gäbe es nicht noch ein Fliedersüppchen in Extratassen. Hier kennt man das unter Holunder.

Und: den Pharisäer will ich nicht unter den Tisch fallen lassen, denn Kaffee samt Schuss ist ein schöner Abschluss. Die von ihr erzählte Geschichte dazu ist bekannt - und klingt in ihrer Ausführlichkeit nach Besserwisserei.



Fazit

Bislang ist diese Runde für mich noch eine Wundertüte, während Stefanie in ihrer gern 8 bis 9 Punkte vorfinden möchte.

Die Überraschung dürfte am Ende für die Kosten, die sie investiert hat, zu klein ausfallen:

je 7 geben Patrick, Moritz und Kristina, 8 gibt Jessica.

Das ergibt die Summe von 29 Zählern, denn teure Zutaten ergeben noch kein gelungenes Menü.

Aber sicherlich ist jeder einzelne Punkt lieb gemeint.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 9. Mai 2026

9. Mai 2026 - Das Ruhrgebiet ist keine sprachliche Resterampe



Das Ruhrgebiet ist keine sprachliche Resterampe 

und ein Pott für was auch immer, ist es erst recht nicht - oder zumindest nicht mehr. Denn es wird zwar noch Stahl gekocht, aber vorbei ist es mit den romantisierten Bergmannsgeschichten, die in Wirklichkeit so wenig romantisch waren wie das Date eines

80jährigen Millionärs mit einer 24jährigen Aufstreberin.

Und ja, auch im Ruhrgebiet gibt es Millionäre, und manche sind im übrigen viel jünger. 


Den berühmt oder eher berühmt-berüchtigten Regiolekt hört man eigentlich nur noch, wenn sich irgendwelche selbsternannten

Humor-Ruhrgebietler aus dem Comedy-Bereich

über ihre Region lustig machen - und den gewollten Lach-Salven preisgeben, als wäre es der ultimative Kick oder eher Knick, hier geboren zu sein, hier zu leben - und hier bleiben zu wollen.


Da fallen Worte wie Donnerhall als wären alle Menschen hier gleichgeschaltet und würden sich gern der Lächerlichkeit preisgeben, während manch ein Comedian von eigenen Gnaden seine sogenannten Witze mit Wörtern krönt,

die hier kaum noch verwendet werden - und die aus der reinen Erinnerung heraus eher schlecht als richtig wiedergegeben werden.

Dabei sind wir hier als Menschen kaum anders als zum Beispiel die Münchner - gut, nicht ganz so abgehoben, aber genauso selbstbewusst  - und schon trifft es den Kern unserer Region -

aber sprachlich haben wir den Münchnern ohne Frage viel voraus, nämlich ein einwandfreies Hochdeutsch.


Mit einem ironischen Humor bin ich selber gesegnet oder bestraft, denn es ist nicht selbstverständlich, dass in meiner

Region des angeblich abhandengekommenen Humor-Gens jeder mich sogleich versteht, und zwar richtig und ohne Fragezeichen in den Augen.

Hier und da finde ich die spärlich gesäten Gleichgesinnten, die mich lächeln lassen. Denn ich meine, dass Lächeln mehr ist als laut über derbe Witze zu grölen.

Überhaupt sind Witze ziemlich langweilig ... bis zum Gähnen öde.

Was jedoch meine Sprachzugehörigkeit und den Regiolekt betrifft: bei mir sehr vertrauten Menschen lasse ich schon mal

Hochdeutsch Hochdeutsch sein, 

und es entfleucht mir ein "Dat" und "Wat" - ich weiß, das ist nicht viel, aber ein Erinnerungs-Zugeständnis an meine Herkunft.

Und überhaupt sind wir hier keine Prolls, denn wir haben

den größten und schicksten Verkehrsknoten,

den man sich vorstellen kann.

Ansonsten: sind die Menschen hier genau so wie überall - unterschiedlich.

Regiolekt wird zwar von vielen als Dialekt betitelt, aber zu einem wirklichen Dialekt haben wir es im Ruhrgebiet nie gebracht. Und auch mit einem Super-Verkehrsknoten-Netz gehören wir nicht wirklich zu den reichsten Menschen des Landes.

Es reicht daher auch nur für ein paar sprachliche Eigenheiten inmitten einer größeren Region, dem Ruhrgebiet: deshalb hört sich Metrolekt stimmig an.

Trotzdem werde ich leicht entlarvt, wenn mich irgendwo in diesem Land jemand nach meinem Geburtsort fragt und ich

"Dooortmund"

preisgebe - gut,

inzwischen und schon lange hat mein Dortmund ein "O" weniger und manchmal überhaupt nur noch eines. Wie es sich gehört.

Das Ruhrgebiet ist eben keine sprachliche Resterampe.


Guten Tag, Gruß Silvia



8. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag im Saarland bei Manuel



Vorspeise
: Kürbis / Kokos / Süßkartoffel

Hauptgang: Kohl / Champignons / Kartoffel / Kürbis
Nachtisch: Schokolade / Himbeere


Kein Hammer zerschlägt so schnell so viel Porzellan wie ein einziges falsches Wort.
© KarlHeinz Karius (*1935)

Und ich schwöre, ich bin nicht hier, um durch Worte Porzellan zu zerschlagen. Es beginnt auch so schön mit der

7jährigen Hündin Paula, die das TV-Team begrüßt, als wären sie alle liebe Bekannte, die vielleicht sogar ein Leckerchen in der Tasche haben - was den Beliebtheitsgrad in Paulas Augen nur steigern könnte.

Durch Manuels Beruf zum Porzellan ist es nur ein kleiner Brückenschlag, denn er arbeitet für einen Porzellanhersteller. Seine eigentliche Berufsbezeichnung ist auf englisch, ich bekomme sie auf die Schnelle nicht mit und kann sowieso damit nichts anfangen ... es ist, als wolle man einen normalen Angestellten auf diese Weise zusätzlich entlohnen. - Aber vielleicht irre ich mich, denn es gibt inzwischen Berufsbezeichnungen, die mir einfach nicht mehr geläufig sind. Oder die nach mehr Schein aussehen als sie Inhalte haben. Keine Ahnung!

Und ein bisschen ist er auch der Kunststück-Trainer für Paula - oder besser Trick-Trainer for Dogs, um im Neudeutschen zu bleiben: während der Hundepapa Manuel dem Publikum stolz zeigt, was Paula drauf hat ... brennt im Backofen leider etwas an.


Das Menü

entspricht ganz einem Hunde-Papa. Originalton "Da kommt der Chappi raus." Zumindest ist es das, was ich mehrmals verstehe - aber falls er doch nur nuschelt, nehme ich es zurück, denn ich will hier ja kein Porzellan zerschlagen und auch kein Dose Chappi öffnen.

Die Vorspeise ist eine Kürbis-Süßkartoffel-Cremesuppe ... und ich bin enttäuscht, denn eigentlich hatte er für Sandra eine Alternative geplant, denn sie mag keine Creme-Suppen. Doch ihm fehlt die Zeit, die sicher auch Sandra davongerannt ist, als sie für ihn

im Alternativprogramm unterwegs gewesen ist.

Es hätte die Nacht zuvor gegeben, um die Zeit am heutigen Tag nicht endlos zu strapazieren ... zum Beispiel, denn es gibt schließlich die Nacht, die man zum Tage machen kann.

Die Kohlrouladen sind mit Champignons gefüllt, als gäbe es auf der Welt nur diese Pilze, obwohl die schmackhafteren nur darauf warten, auch mal ins Rampenlicht zu kommen.

Diana meint, die Rouladen seien sehr gut gewürzt ... klar, damit man vielleicht die faden Pilze nicht rausschmeckt.

Manuels eigentliche Disziplin in der Küchenarbeit liegt lt. eigener Aussage in der Zubereitung des Desserts:

Schokotörtchen mit einer Füllung aus Schoko-Mousse. In der Tat gefällt auch mir der Nachtisch am besten.



Fazit

Eigentlich hatte er als Veganer in dieser Woche zum vorübergehenden Alles-Esser mutieren wollen ... aber die vegetarischen Alternativen, die ohnehin für Greta zubereitet worden sind, waren dann doch zu verführerisch. Verständlich. Weniger verständlich ist das, was ich unter der Überschrift "Menü" geschrieben habe: selber hat er keine mögliche Alternative zubereitet.

Greta, die Vegetarierin, ebenfalls aus der Not der Nutztiere heraus - mag überhaupt keine Katzen, Hunde sind ihr schon lieber. Aber wohl nicht so wirklich. Vielleicht beginnt bei ihr die Tierliebe wirklich in den traurigen Ställen und beim Supermarkt-Fleisch ... das ist dann auch sehr löblich.

Gut vorstellen kann ich mir, dass sich diese Gruppe in der einen oder anderen Konstellation wiedersieht. Und falls nicht, haben sie zumindest in dieser Woche gut zueinandergepasst.

Die Punkte: je 8 geben Diana, Sandra und Greta, während Timo die 7 lieber ist.

Mit 31 Zählern liegt er gleichauf mit Timo, aber es gewinnt

Diana.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute maximal 19 Grad und 12 Sonnenstunden.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 8. Mai 2026

8. Mai 2026 - "Ich bin wunderschön"





"Ich bin wunderschön"

... würde das Maiglöckchen sagen, und während ihre süßen, filigranen Glocken im leichten Wind hin und her wehen, sucht es Zustimmung und Applaus bei den nicht so feingliedrigen Blumen, die vor allem nicht den Duft tiefer Verführung versprühen: selbst Dior ist diesem verfallen. Diorissimo!

Noch mehr Zustimmung sucht es bei den Menschen, die ganz verzückt von diesen Glöckchen sind - und da im Monat Mai viele Leute heiratswillig sind, möchten vielleicht so einige Bräute die schönen Blumen zum Altar oder vor den Trautisch ins Standesamt tragen. - Klar, Letzteres hört sich so gar nicht nach Romantik an, ist aber für die Eheschließung unabdingbar - und nicht einmal halb so unromantisch wie Maiglöckchen im in der Hand gehaltenen Blumenstrauß ... sein können.

So manch eine oder einer hat die Unterschrift unter ein amtliches Dokument später bereut, aber, wer sich 

für Maiglöckchen als Brautstrauß entscheidet, könnte dies bereits  f r ü h e r  bereuen.

Wenn die Braut Glück hat, fällt nur die Hochzeitsnacht wegen Übelkeit und Erbrechen flach, aber es kann auch schlimmer kommen ...

Denn diese Blumen haben es faustdick hinter ihren süßen und harmlos aussehenden Glöckchen.

Zwar gehören sie zu den Spargel-Gewächsen, aber essbar sind sie keinesfalls - und es ist wie es schon immer gewesen ist:

zu viel Schönheit kann Herzen brechen.

A l l e   Pflanzenteile sind hochgiftig:

Bei der oralen Aufnahme - dazu gehört auch Anfassen und dann aus Versehen den Mund berühren - treten Übelkeit, Herzrhythmus-Störungen, Schwindel und ein Gefühl der Beklemmung auf.

Hoher Blutdruck und rascher Puls sind die ersten Symptome, später kann der Blutdruck sich verringern und eine sehr langsame und tiefe Atmung sind schlimmstenfalls Vorboten eines

Herzstillstandes.

Das Pflücken der Blumen sollte man am besten behandschuht vornehmen - und das spätere Blumenwasser

mit Sorgfalt behandeln und später sicher entsorgen.

Oder man lässt sie einfach und unberührt in der Natur stehen und erfreut sich an ihrem schönen, harmlosen Anblick, der bei Berührung oder mehr

schnell gar nicht mehr so harmlos, sondern ziemlich böse ist.


Guten Tag, Gruß Silvia


7. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag im Saarland bei Diana




"La vie est belle"
Vorspeise: Coquille Saint-Jacques / Flute / Sellerie
Hauptgang: Coq au vin / Tagliatelle / Gemüseturm
Nachtisch: Lavendel infused Crème brûlée / Himbeere


Die Theologie wirft Fragen auf.
Der Glaube gibt Antworten.

© Stefan Fleischer (*1938)

Die 32jährige Diana studiert Lehramt für Latein und Theologie. Während Latein als "tote Sprache" gilt, die niemandes Muttersprache ist, ist sie in der Wissenschaft und Medizin und auch in der katholischen Kirche noch üblich. Latein ist die offizielle Sprache im Vatikan - und falls sie einmal den Vatikan betritt, hat sie keine Verständigungsprobleme. Haben andere aber auch nicht, denn die etwas über 800 Einwohner des kleinsten Staates der Welt sprechen zumindest auch Italienisch. Und eben ihre Muttersprachen. Und vielleicht die eine oder andere lebendigere Fremdsprache.

Mit ihrem Mann David hat sie zwei kleine Söhne. Somit ist sie aktuell eine "Studentin in Elternzeit". Diese Bezeichnung hat ihren Sinn - trotzdem frage ich mich gerade mit etwas Unsinn im Kopf, ob es

auch Studenten in Altersteilzeit gibt.

Für Timo stellt sich diese Frage nicht, denn er hat sein Studium längst beendet, arbeitet im Landtag und feiert heute seinen 36. Geburtstag. Aus diesem Anlass spendiert die TV-Crew ihm ein kleines Küchlein samt einem "Happy Birthday"-Krönchen. Aber niemand kann ihn dazu bewegen, sich mit der Krone eventuell seine perfekt sitzende Frisur zu ruinieren. Es passt kein Blatt zwischen Timo und seine Eitelkeit, nicht einmal ein hübsches Krönchen.

Aber den Regen interessiert das überhaupt nicht ... er macht die Gäste nass, die vor Dianas Haus warten, und ich habe Sorge, dass Timo einen leichten Nervenzusammenbruch erleiden könnte - doch wie von Zauberhand behütet ihn plötzlich ein Schirm.


Das Menü

Manuel hofft, dass es in der Vorspeise keine Muscheln gibt ... obwohl das auch jeder, der kein Französisch spricht, aber gerne isst, aus der Karte lesen kann ... Veganer sollten diese "Fallen", in die sie tappen könnten, besonders gut kennen.

Obwohl er sich als solcher mutig allen Speisen stellen wollte, bringt ihn so manches bereits beim Lesen der Menükarten an seine Grenzen. Er schließt sich Greta an - und bleibt auf der vegetarischen Seite.

Die Sellerie-Suppe können jedoch alle essen. Ein bisschen dick ist sie geraten, aber das ist das ewige Problem mit Creme-Süppchen ... obwohl es leicht zu umschiffen wäre.

Maishähnchen wartet auf die drei Personen, die mehr oder weniger gern Fleisch essen, während Diana für die anderen eine Alternative aus Jackfruit zubereitet, die den Hähnchenstücken im Aussehen ziemlich nahe kommen.

Der Lavendel in der Crème brûlée soll an die Provence erinnern, denn das gesamte Menü geht als französisches an den Start.


Fazit

Diana gibt bereitwillig zu, dass sie Aufmerksamkeit ebenso mag wie im Mittelpunkt zu stehen. Aber sie macht das sehr charmant und kein bisschen aufdringlich, so dass sie mit ihrer Ehrlichkeit nicht aneckt, sondern vielleicht sogar neue Freunde gewinnt.

Die Punkte: je 10 geben Greta und Manuel, 9 Sandra und 8 Timo.

Mit 37 Zählern liegt Diana am 4. Tag auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 7. Mai 2026

6. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch im Saarland bei Greta



Vorspeise: Auberginen-Ziegenkäse-Törtchen mit karamellisierten Zwiebeln, begleitet von einem frischen Salat
Hauptgang: Hausgemachte Ravioli mit Kürbis-Maronen-Füllung, geschwenkt in Pilz-Salbei-Butter
Nachtisch: Kokostörtchen mit Mango-Maracuja-Eis



Musik ist die höhere Potenz der Poesie.
- Robert Schumann (1810 - 1856)

Musik ist allgegenwärtig, unverzichtbar und immer um uns herum. Musik kann trösten oder erst recht traurig machen, sie kann aber auch einfach nur heiter und beschwingt über Tonleitern die Menschen erreichen. Ein Leben ohne Musik ist nicht denkbar ...

für die 22jährige Greta auch nicht, und so studiert sie Kunst- und Musikwissenschaften und spielt Geige und Klavier.

Heute jedoch ist sie die "Hobby-Köchin" des Tages.

Als solche wird sie nicht nur von den liebevollen bis spitzen Kommentaren Daniel Werners begleitet, sondern auch von den passenden Musikeinspielern. Oft sind diese sogar ein Highlight der Sendung ... wenn schon andere Glanzpunkte entfallen.

Greta lebt in einer kleinen, verwinkelten Wohnung, und über eine steile, geländerlose Treppe geht es zu ihrem Schlafzimmer, das direkt unter dem Dach liegt.

Sehr große Menschen würden sich hier und dort die Köpfe anstoßen und sich gebückt fortbewegen müssen. Eine

Party mit Zwei-Meter-Menschen wird dort eher nicht stattfinden.


Das Menü

ist vegetarisch, denn Greta hatte sich vor etwa 8 Jahren dazu entschieden, Tierleid nicht zu unterstützen. Ein

guter Ansatz. Und als Zuschauerin erwarte ich von ihr auch nicht, dass sie Fleisch zubereitet. Trotzdem habe ich insgesamt

etwas mehr Raffinesse im Menü erhofft. Nicht für mich, ich esse schließlich nicht mit - sondern für ihre Gäste.

Angesichts des Vorspeisensalates mit einem Türmchen aus Auberginen und Ziegenkäse ... lobt sie die Salatsoße als hätte sie diese nach langen Überlegungen selber erfunden. Honig und Senf ... hätten neulich viele Kinder, die sie auf einem Erlebnisbauernhof betreut und bekocht, begeistert. Die Kids

konnten gar nicht genug von der Soße bekommen ... Hätte sie doch nur auf die Kinder gehört!

Einhellig ist das Urteil, dass dem Salat Dressing fehlt.

Auch die gefüllten Ravioli empfinden manche Gäste als zu trocken und zu süß. Die Pilzsoße dazu besteht hauptsächlich aus Champignons - da hätte sie ruhig etwas großzügiger sein dürfen und von den 800 Euro der Aufwandsentschädigung mehr angreifen sollen.

Die Kokostörtchen bestehen wirklich - wie die Gäste kritisieren und ich selber sehen kann - aus viel Teig, viel zu viel Teig. Die Törtchen könnten glatt von einem geizigen Bäcker stammen ... Greta hat sie natürlich selber hergestellt.


Fazit

Werbung in eigener Sache wird ihr in den Mund gelegt - und so sagt sie rasch ja, als sie gefragt wird, ob sie bei "Shopping-Queen" mitwirken würde ... inzwischen ist das vielleicht schon in trockenen Tüchern, und die Zuschauer können sie bald andernorts wiedersehen.

Auch einen anderen Ort suchen Greta und ihre Schnibbelhilfe Marleen nach den Kochvorbereitungen und vor dem Empfang der Gäste auf:

einmal über den Marktplatz in Saarbrücken-Mitte laufen, und schon sind sie in der Kneipe von Miri.

Perfekt reingeschummelte Werbung, die jedoch nur abgesprochen funktioniert - Drehgenehmigung usw.

Nicht wirklich oder auch nur annähernd perfekt ist hingegen Gretas Dinner:

je 7 Punkte geben Sandra, Diana und Manuel, 6 zieht Timo.

Mit 27 Umdrehungen liegt sie am 3. Tag auf dem bislang 3. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia