Samstag, 1. August 2026

1. August 2026 - Der Lebensweg





Der  Lebensweg

... eines jeden Menschen kennt Wege, die gerade  und solche, die Umwege oder Sackgassen sind, und vielleicht ist für viele

der Weg durch ein Sackgasse gar nicht mal der verkehrte. Man geht auf und ab und kennt jeden Zentimeter des Weges. Manche lieben dieses ewig Vertraute - so dass sie sich nicht erlauben, abseits der Wege nachzuforschen, was es sonst noch alles gibt.

Aber auch die Wege aller anderen können erst einmal völlig unspektakulär sein - und trotzdem dem Leben eine völlig andere, neue Richtung geben. So, wie sich am Ende einer Sackgasse auch etwas Ungeplantes auftun kann.

An irgendeinem Tag, an dessen Datum ich mich nicht erinnere, habe ich einen wirklich nicht bemerkenswerten Abstecher ins Karstadt Kaufhaus gemacht -

und doch hat dieser Abstecher alles verändert. Nicht sofort, aber im Laufe der darauf folgenden Jahre.


Ohne diesen Abstecher würde ich vielleicht heute noch in Dortmund leben ... oder in Iserlohn oder sonstwo auf der Welt. Dies bleibt ewig im Dunkeln,

denn ohne diesen kleinen Umweg über ein Kaufhaus, mit dem mich persönlich nicht mehr verbindet,

als dass ich es bereits in Kindertagen gekannt habe,

wäre alles, alles anders verlaufen.

Auf allen Wegen wäre ich natürlich immer die Person geblieben, die ich bin. Aber dieser hat mein Leben trotzdem in eine ungeplante Bahn gelenkt. Doch vielleicht führen die meisten Wege sowieso ins Ungeplante.

Zum Beispiel wollte ich nie heiraten oder Kinder bekommen. Das Zweitere habe ich steuern können. Ich habe keine Kinder.

Das Erstere hat sich eher so ergeben, jedenfalls aus meiner Sicht. Und seinen Anfang hat es bei Karstadt in Dortmund genommen.

Aber wer jetzt denkt, dass ich meinen Mann an jenem Tag dort kennengelernt habe - der denkt vorschnell. Ihn habe ich erst einige Jahre später kennengelernt,

und trotzdem hängt es mit eben jenem Abstecher in ein Kaufhaus direkt zusammen.

Manche Weggabelungen, für die wir uns entscheiden, obwohl andere Wege möglich wären,  können Veränderungen bewirken. Und es muss vordergründig gar kein besonderer Weg sein, der für die Zukunft alles ändert.

Es muss nicht einmal ein wirklicher, sondern kann auch ein symbolischer Weg sein!


Manchmal frage ich mich, ob ich heute vielleicht doch in Iserlohn wäre, wenn ich einen anderen Weg gewählt hätte. Und unverheiratet,

wie geplant. 

Sicherlich bin ich nicht die beste aller Ehefrauen, denn ich bin für mein Leben gern allein. Und das so oft wie möglich. Ich empfinde keine Langeweile, wenn ich mit mir allein bin.

Doch meine damaligen Schritte hatten wohl anderes mit mir vor. Schicksal will ich das nicht nennen, denn ich hätte

unverheiratet geblieben sein können. Und: nach diesem einen einschneidenden Weg hat es natürlich noch viele, viele

mögliche Abbiegungen gegeben.



Wir Menschen sind eben die typischen Zufalls-Kandidaten.

Der Zufall beginnt bereits mit unserer Zeugung, wenn entschieden wird, welche Eizelle gerade reif ist und welches von etwa 200 bis 500 Millionen Spermien die Eizelle befruchten darf.


Guten Tag, Gruß Silvia


31. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Koblenz bei Jenny


"Spanien trifft Westerwald"
Vorspeise: Auftakt auf Spanisch - Tortilla / Champignons / Tomate
Hauptgang: Geschmort mit spanischem Feuer - Carne / Rotwein / Patatas
Nachtisch: Süßer Süden - Zitrus / Apfel und Pflaume / Butter



Auf dem Holzweg treffen sich die Besserwisser.
© Erhard Horst Bellermann (*1937)

Und der Holzweg besteht aus schwankenden Planken, auf denen sich der Besserwisser am Ende nur schwer halten kann - bevor er endgültig und über seine eigenen Worte stolpert.

Niemand mag sie, diese Leute, die alles besser wissen wollen, alles besser gemacht hätten und die von sich ohnehin annehmen, dass sie die Allerbesten sind. Nicht einmal die Besserwisser untereinander mögen sich - daher haben sie auch noch nie einen Verein gegründet.

Man ändert die Menschen nicht, denn nur sie selber können sich ändern. Falls sie das wollen.

Vielleicht lernt Jenny sich via TV-Sendung selber noch einmal ganz neu kennen - und hinterfragt sich?
Aber am Ende und der Einfachheit halber liegt es für von Zuschauern kritisierte Kandidaten immer am Schnitt, der ihnen nicht gehuldigt hat, sondern sie völlig falsch darstellt.

Die 42jährige Vorstandsreferentin Jenny hat sich in den vergangenen vier Tagen nur dadurch hervorgetan, dass sie ein nicht sehr freundliches Mundwerk hat, aus dem stetig Kritik aufploppt, als gäbe es über den Wasserhahn nur kaltes und überhaupt kein warmes Wasser.

Danach gefragt, warum sie in dieser Woche ziemlich wenige Punkte vergeben hat (7, 6, 4 und immerhin 8 am Donnerstag), antwortet sie, dass ihr

ganz oft die Optik gefehlt hat. - Also: Optik war vorhanden, ganz sicher, definitiv! Aber vielleicht drückt sie sich auch nur genau so unglücklich aus - wie es ihre Bewertungen gewesen sind.

Und ... sie engagiert sich in der evangelischen Kirchengemeinde. Sie sollte mal über den Sinn des Christlichen nachdenken, so ein bisschen zumindest.


Das Menü

Zur Vorspeise reicht sie Tapas, die sehr nett in drei Schälchen angerichtet sind. Zur Deko sieht man auf den Holzbrettchen je 2 Gänseblümchen -

gut, immerhin mehr, als Kevin auf seinem schicken Holzbrett gehabt hat. Ob ihre eigene Deko überhaupt ihrem Sinn für die Optik entspricht?

Die Gästemeinung zur Vorspeise: mäßig, sie hatten mehr erwartet.

Rinderbraten im Dutch Oven gegart: Fertigfond vom Metzger - die Punkte für die Soße bitte an den Metzger. Er hätte vermutlich nicht die Wurststücke in der Soße belassen, sondern sie durchgesiebt.

Für Jenny gilt: der eigene Anspruch stirbt an der Realität.

Möhren aus dem allgemeinen Möhrenüberfluss oder: schon wieder Möhren. Dazu Paprika. Gestern hat sie erwartet, dass Julia nicht zwei Gemüsesorten verarbeitet, sondern sich für eine hätte entscheiden sollen.

Was aber interessiert Jenny schon ihre Meinung von gestern? Immerhin war es gestern vermutlich ihre einzige Rechtfertigung für 8 Punkte - denn selbst ihr fehlten trotz Einfallsreichtum die kritischen Worte.

Gäste-Fazit: Der Braten soll trocken sein. Chorizo hat Jockel definitiv den Spaß an der Soße verdorben. Kann man sich gut vorstellen.



Fazit

Ein Krimi beginnt mit einem Mord, hier endet ein Dinner-Krimi-Abend mit einem

symbolischen "Königinnen-Mord".

Jenny, die Königin und laut eigener Aussage eine begnadete Köchin, liebt immerhin das Risiko, das vor allem auf ihrem Mundwerk basiert: die Quittung folgt auf dem Fuß, und ich glaube sogar, dass

die wenigen Zähler n i c h t nur ihrem Wesen, sondern auch ihrem Menü gelten:

8 gibt Julia, 6 gibt Jockel, 5 gibt Michelle, 4 Kevin.

Das ergibt die Summe von 23 Umdrehungen. Somit ist sie gleichauf mit Kevin auf dem letzten Platz. Den kann sie sich nicht schönreden. - Mit einem Augenzwinkern

vermute ich, dass jemand von der Crew sein Schweigen gebrochen hat - und Kevin von der Bewertung erzählt hat, die Julia für seinen Abend gegeben hat. Es waren 4!

Ein schicker und - wie ich finde - erfreulicher Abschied von dieser Runde.

Ihr Mann Steffen liebt sie sicherlich. Das muss reichen. Ein bisschen mehr Demut würde Jenny allerdings nicht schlecht zu Gesicht stehen.

Es gewinnt Julia. Verdient.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten hier bei 15 Sonnenstunden maximal 25 Grad. - So geht Sommer auch, Petrus!


Guten Morgen, Gruß Silvia