Samstag, 14. März 2026

14. März 2026 - Wenn Männer einkaufen gehen ...


Wir brauchen neue Grenzwerte der geistigen Umweltverschmutzung.
© Helmut Glaßl (*1950)


Wenn Männer einkaufen gehen ... hat man sie zumindest für eine Weile aus dem Haus.

Es geschah vor ein paar Tagen bei Edeka:

Der Mann ist das Oberhaupt der Familie war gestern, denn mancher ist das Oberhaupt der allgemeinen Bestimmung über

Plastiktüten. Und die, gelinde gesagt, gilt es um jeden Preis zu verhindern.

Plastiktüten verringern das Selbstwertgefühl, das man voll und ganz der ewigen Nachhaltigkeit widmet.

Es gibt Tage, da feiern Möhren und Äpfel und Birnen ein Fest - und auch Möhren, Birnen und Äpfel möchten Individuen bleiben

und sich nicht in Tütchen aneinander quetschen.

So ein Kerl stand vor mir an der Kasse - während ich lediglich ein einziges Teil aufs Band gelegt habe, das er vor mir vollgestopft hatte mit

Salaten, Gemüsen und allem gesunden Kram - angeordnet wie Soldaten im persönlichen Kopf-Heer, bereit zum Angriff auf alle Widerständler  -, den man sich kaum vorstellen kann, um am Ende 

knapp 130 Euro zu löhnen.

Das ist ein Anhaltspunkt dafür, wie lange ich warten musste - mit meinem bescheidenen einzigen Teil, das ich am Vortag vergessen hatte einzukaufen.

A b e r : das ist nicht die Krux!

Die Gesinnung auslöffeln, die dieser Kerl hat, musste die Kassiererin:

etwa 1 Kilo oder mehr Möhren - jene ohne Grünzeug und nicht in einem Bund - legte er aufgereiht neben ebenfalls viele einzelne Äpfel und Birnen korrekt aufs Band, während sich anderes Gemüse bis zum Ausreizen des Bandes stapelten. So sieht übrigens gesundes Leben aus,

präsentiert von einem Typen, der in seinen Nächten sicherlich Albträume von Plastikverpackungen hat. Gut, dass wir gerade keine Kirschenzeit haben ...

Es hat ihn nicht daran gehindert, ein Päckchen Zigaretten zu verlangen, das sich von Plastik umwickelt langsam den Todsünden nähert, denen er in seiner selbst geschaffenen Hölle eigentlich entkommen will.  Er würde wohl die Zigaretten lieber einzeln kaufen.

Die Kassiererin: "Also wirklich - es geht ja gar nicht, alles einzeln aufs Band zu legen .. Es gibt Netze ..."

"Es gibt auch andere Geschäfte ...", orakelte der Verbissene, der wohl auch dort genau so über seine Gesinnung stolpern würde oder bereits gestolpert ist.


Möge ihn der Frust zuhause mit Voodoo-Puppen samt passender Nadeln und  ewiger Nachhaltigkeit treffen, denn alleine lebt wohl keiner, der für

130 Euro

Obst, Gemüse und Salate in Mengen einkauft, das bisschen Käse (für die kleine Sünde zwischendurch) nicht zu verschweigen.

Am Ende hat er zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Öko-Terrorismus gegen "Unbelehrbare", der zu verhindern gewesen wäre, indem er die wiederverwendbaren Netze gekauft hätte, die es im Laden gibt - 

und jeglichen Frust hat er obendrein abgelassen, als gäbe es dafür keinen besseren Ort als die Kasse eines Supermarktes.

Anstatt ein Foto von der Misere zu machen, habe ich an Popcorn gedacht. Popcorn wäre das Richtige für dieses Schauspiel gewesen.

Ich hätte es mir glatt vom Band gemopst, aber so etwas hatte er natürlich nicht draufgelegt.

Auch keine Schokolade, denn die macht ja glücklich.

Aber von A wie Auberginen bis Z = Zitronen war alles vorhanden, was jeden Gemüse-, Salate- und Früchtejunkie in den

7. Himmel treibt. Und alle anderen in den Wahnsinn, die

jedoch sofort wieder zufrieden sind, wenn sie solch einen nicht zu Hause haben und zum Einkaufen schicken müssen.

Im übrigen schätze ich Nachhaltigkeit sehr, aber es gibt Alternativen, die es verhindern, dass jemand an der Supermarktkasse zum

nervigsten Kunden des Tages wird.

Jedenfalls war die Kassiererin frohen Mutes, dass sie den Stinkstiefel für diesen Tag hinter sich gelassen hat - und ihr fortan nur noch gutgelaunte Kunden gegenüberstehen würden.

Offenbar hat sie hierin Erfahrungen ...


Guten Tag, Gruß Silvia



13. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag am Bodensee bei Andreas



„Drei Länder, null Kalorien (haha, fast)“ - Regional / bodenständig / authentisch
Vorspeise: „So ein Nüssli-Käse - und alle lieben es“ - Käsewähe / Salat / Walnuss / Feige
Hauptgang: „So zart kann nur der Herbst schmecken“ - Rind / Spätzle / herbstliches Gemüse
Nachtisch: „Des Kaisers Früchtchen“ - Schmarrn / Apfel / Zwetschge


Alles und nichts ergötzt den Narren.
- Karl Gottlob Schelle (1777 - um 1825), deutscher Philosoph

Nachdem Andreas sich gestern als geläuterter, ehemaliger Adrenalin-Junkie zu erkennen gegeben hat,

setzt er sich heute die "Hänsele"-Narrenkappe auf und überrascht, überrumpelt und bringt seine Mitstreiter zum Lachen. Hänsele ... ist ein Narrenverein, und es ist kein Wunder, dass ich von diesem noch nie etwas gehört habe, denn Fasching, Karneval und das Leben der Narren ist mir

als Dortmunderin fremd. Sein Kostüm sieht pompös aus und sehr, sehr farbenfroh.

Das Narrentum verbindet er heute zur Feier der finalen Veranstaltung des "Dinners" am Bodensee mit einem kräftigen, nicht so gefährlichen Adrenalinausstoß, wie er ihn früher gebraucht hatte:

er ist Teilnehmer beim "perfekten Dinner" und als dieser im Fernsehen, was durchaus für den Anstieg von Adrenalin sorgen kann. Adrenalin steigert die Herzfrequenz, lässt den Blutdruck in die Höhe gehen und erweitert die Atemwege.

Manchmal soll es auch Zuschauer vor den Bildschirmen geben, die einen erhöhten Adrenalinausstoß erfahren ... ich gehöre nicht dazu, sondern nehme es wie es mir präsentiert wird.


Das Menü

Der 43jährige Andreas ist Vertriebsleiter in einem Hotel-Konzern und weltweit unterwegs. Da er Österreicher ist, der in Deutschland lebt und in der Schweiz arbeitet,

ist sein Menü dreigeteilt - und seine Freundin und "bessere Hälfte" Jessica hilft ihm mit Schnibbelarbeiten - und der Rettung eines Teiges.

Die Käsewähe der Vorspeise ist ein herzhafter Kuchen, der mit vielen Käsesorten gefüllt ist. Die Gäste bekommen sogleich Appetit auf die weiteren Gänge.

Rinderbraten ist ein Rinderbraten. Viel misslingen kann nicht. - "Wir achten auf die Regionalität - und ein bisschen auch aufs Tierwohl", erzählt Andreas. Was ist denn ein bisschen?

Der Kaiserschmarrn misslingt - oder doch nicht? Offenbar und nach den Aussagen der Gäste misslingt er eher.

Ich habe einmal probiert, ihn zuzubereiten - und das ist total "in die Hose gegangen". Seitdem traue ich mich nicht mehr daran - aber es gibt ja Alternativen. Oder doch nicht? Ist der Kaiserschmarrn so einzigartig? Ich weiß es nicht.



Fazit

Auch heute gibt es zwischen dem Hobby-Koch und seiner Schnibbelhilfe die üblichen Küsse, die vor den Kameras beinahe schon zum Konzept aller Kandidaten gehören.

Ob es diese regelmäßigen Küsse für ein paar Handgriffe des Helfens auch ohne Kameras gibt? Ich kann die eigene gestellte Frage natürlich nicht beantworten.

Aber ich merke, dass ich gegenüber Andreas voreingenommen bin, und das auf die sehr positive Art: Seine Statur- und überhaupt erinnert er mich 

an meinen einzigen Onkel, den Bruder meines Vaters. Nur hatte mein Onkel braune und nicht blonde Haare. Aber vielleicht ist Andreas Blondschopf die Schöpfung eines Friseurs?

Es gibt ja kaum noch blonde Menschen! - Und das erinnert mich an etwas anderes, denn meine ursprünglich blonden Haare sind nach vielleicht drei oder vier Jahren langsam nachgedunkelt. Aber mein Vater hatte bis zu seinem Lebensende eine meiner blonden Locke (lockig sind sie auch nicht geblieben) in seiner Geldbörse aufgehoben.

Die Punkte für Andreas: 8 gibt Carina, je 7 Luke, Jörg und Chiarina.

Mit 29 Zählern ist er der Letzte in dieser Runde: aber wie heißt es so schön: die Letzten werden die Ersten sein? - Natürlich nicht mehr in diesem Theater.

Es gewinnt Jörg mit 38 Umdrehungen.

Piep, piep, piep - sie haben sich alle lieb - können sie sich nicht verkneifen! Ein Spruch, der vielleicht ursprünglich dafür gedacht gewesen ist, Kindern das Essen schmackhaft zu machen?

Ich weiß es nicht. - Nur Andreas weiß lt. eigenem Bekunden alles besser.

Mir fällt ein, dass es einen Unterschied zwischen Leuten gibt, die wirklich vieles besser wissen und Leuten, die man Besserwisser nennt. - Zu welcher Art Andreas gehört: keine Ahnung. Immerhin gibt es kaum Leute, die wirklich alles besser wissen ...

Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende. Wir erwarten heute bei leichtem Dauerregen maximal bewölkte 4 Grad plus.

Dabei müsste heute die Sonne scheinen, denn mein Blog hat Geburtstag: 12 Jahre gibt es ihn bereits.



Guten Morgen, Gruß Silvia



Freitag, 13. März 2026

12. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag am Bodensee bei Luke



"Wilder Herbst"

Vorspeise: Wildes Carpaccio, beeriges Mousse, Chips, Rübli-Baguette
Hauptgang: Rosa Rücken, herbstliche Klöße, speckige Bohnen
Nachtisch: Wilde Grütze, gekochte Sahne


Liebe auf den ersten Blick
bleibt als Sehstärke-Test umstritten.

- KarlHeinz Karius (*1935)

Im Hinblick auf die Liebe zwischen Luke und Bianca hat dieser Sehstärke-Test natürlich funktioniert, und als erstes ist ihm via Internet aufgefallen, wie hübsch Bianca aussieht - was er ihr auch sogleich geschrieben hat. Genau auf diese Anmache sollte man

im Netz besser nicht reinfallen. Nicht immer stecken gute Absichten hinter netten Worten.

Doch in diesem Fall ging alles ratzfatz - dem ersten persönlichen Treffen folgten zwei weitere Tage fürs Kennenlernen, so dass sie bereits am dritten Tag ihre Haushalte zusammengewürfelt haben und seitdem zusammenwohnen. Inzwischen sind sie miteinander verheiratet, haben einen zweijährigen Sohn und einen

hübschen Labradoodle plus Ahnentafel, den sie "Spike" genannt haben.

Auf Schönheit komm raus gemixt, sind diese Tiere die reinsten Überraschungspakete. Der "Erfinder" dieser Mischlinge, die sich Designerhunde nennen, distanziert sich wohl inzwischen von seinem Eingriff in die Natur, der nicht wirklich geglückt ist. Man sollte das Gottspielen grundsätzlich unterlassen.

Weniger heikel ist das Motorrad-Hobby des 28jährigen Luke, der als Verwaltungs-Angestellter in einer Gebäudereinigungsfirma arbeitet. Gefährlich bleibt es auf jeden Fall.


Das Menü

entspricht seinen Wünschen, den Jagdschein machen zu wollen. Ob es ein Wunsch bleibt, steht in den Sternen - und vielleicht sogar seinem familiären Glück entgegen. Sein 2jähriger Sohn vermisst ihn bereits in dieser Woche, wie Luke erzählt, denn er ist glatte fünf Tage in Richtung TV unterwegs. Die meisten dieser Stunden wird der Kleine allerdings schlafend verbringen ...

Das Motorrad will auch bewegt werden - und für einen Jagdschein muss er viel lernen.

Das Fleisch für sein Dinner hat ein Jäger aus der Region geschossen.

Als Vorspeise reicht er Carpaccio von der Rehkeule. Andreas muss den Geschmack suchen - und findet ihn nicht. Aber die Teller sehen hübsch aus, das bleibt wichtig für Luke. Denke ich.

Weiter geht es mit einem Rehrücken, Bohnen im Speckmantel plus Kartoffel-Kürbis-Klößen.

Hier soll Knoblauch den Fleischgeschmack zerstört haben. Viel zu wenig Soße zu den Klößen vervollständigen die Kritik.

Die Rote Grütze im Nachtisch ist keine Grütze, sondern eine Suppe mit Obst.


Fazit

Ich erfreue mich an dem schönen Blick auf den Bodensee, denn dort werden die Vorabinterviews geführt. So finde ich in beinahe jeder der "Dinner-Ausgaben" etwas, das mir gefällt ...

Die Punkte für Luke: je 8 geben Carina, Jörg, Chiarina und Andreas, und am Ende summiert sich das auf 32 Zähler.

Weiterhin liegt Jörg auf dem bislang 1. Platz.

Dabei hatte Luke bereits schöne familiäre Pläne für die Gewinn-Summe von 3.000 Euro ... eine Reise mit dem kleinen Wohnmobil. Aber die Reise muss ja nicht flachfallen, er muss sie nun nur selber zahlen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 12. März 2026

11. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner? Leider nicht für mich. - Wir entschärfen Bomben des letzten Krieges anstatt die des nächsten. © Horst A. Bruder (*1949)




Wir entschärfen Bomben des letzten Krieges anstatt die des nächsten.
© Horst A. Bruder (*1949)

Genau an dieser Stelle sollte jetzt mein Beitrag über das gestrige "perfekte Dinner" stehen: eine Sendung, die vielen Freude macht und keinem wehtut- und mir Spaß bereitet, darüber zu schreiben.

Stattdessen muss ich berichten, dass ich die gestrige Sendung weder gesehen habe - noch sehen "durfte", denn das

Leben mit all seiner Willkür kam dazwischen: ich musste meine Wohnung verlassen und wurde mit etwa 6.600 anderen Menschen zu einer Flüchtenden im eigenen Bezirk, die in einen anderen ausweichen musste.

Am Dienstag wurde bei Bauarbeiten in unserem Hauptbahnhof eine Weltkriegsbombe gefunden, die entschärft werden musste. Unsere

Wohnadresse lag außerhalb der Evakuierungs-Zone. Das war zumindest ein kleines Glück.

Überhaupt hatte ich noch nie in meinem Leben eine Evakuierung erlebt - was gerne genau so hätte bleiben dürfen.

Am Mittwoch kam eine Nachricht, die absolut gegen meinem frommen Wunsch arbeitete:

Es wurde erneut eine Weltkriegsbombe gefunden, aber diesmal war die Bombe schwerer, sollte kontrolliert

gesprengt werden - und mittendrin in der eingerichteten Evakuierungs-Zone liegt unsere Wohnung.


Warum auch sollte es meinem Mann und mir besser gehen als vielen anderen?


Um etwa 18.00 Uhr klingelte ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes

und hat uns persönlich von der bevorstehenden Evakuierung unterrichtet. Wem aber kommt solch eine Nachricht schon recht?

Unser Nachbar war gerade in einem Online-Meeting. Unsere anderen Nachbarn stecken in Indien fest, da ihr Rückflug über Dubai geht. Dagegen ist die

kontrollierte Sprengung einer Bombe sicherlich nur ein Anlass, mal über Bomben im allgemeinen nachzudenken - und was sie anrichten. Und das noch jahrzehntelang nach ihrem Abwurf.


Wir haben das Beste draus gemacht

und gegen 19.30 Uhr erst einmal einen langen Spaziergang mit unserer Hündin Momo unternommen, um danach eine urige Kneipe anzusteuern,

in der wir die nächsten Stunden verbracht haben.

Nach dem ersten Bier entspannte sich mein Gemüt - und mit anderen Gästen, die ebenfalls als Flüchtende oder auch nur zum Spaß unterwegs waren, entstanden lustige Gespräche.

D i e jedoch waren nur möglich, weil wir alle ganz fest an die

Fähigkeiten der super Mitarbeiter

des Kampfmittelräumdienstes

glauben.


Die Sprengung, die um 21.00 Uhr stattfinden sollte, hatte sich verschoben, weil sich immer wieder Leute im Gefahrenbereich aufgehalten haben. Denen winkt nun

ein Ordnungsgeld.

Wir waren erst spät wieder zu Hause.


Nur aller guten Dinge sind drei

... möchte ich heute sagen, denn zwei Bombenfunde an zwei aufeinanderfolgenden Tagen sind mehr als genug. Bitte!



Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 11. März 2026

10. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag am Bodensee bei Jörg




Vorspeise: Kürbis-Crème-Brûlée an Herbstsalat
Hauptgang: Zweierlei vom Reh trifft Selleriepüree
Nachtisch: Honigbirne und Schokolade



"Ich sehe Menschen gern – das ist mein Hobby!"
© Phil Bosmans (1922 - 2012)

Und wo im TV außer in dieser Sendereihe sieht man so viele unterschiedliche Menschen mit geistreichen und auch weniger guten Ideen, mit dem Hang zur Selbstdarstellung oder dem Mut, sich überhaupt im Fernsehen zu präsentieren oder irgendetwas dazwischen, mit Schwächen und Stärken, Gleichmut und Übermut - und eben allem, was Menschen von sich zeigen können - oder wollen.

Der Clou des "perfekten Dinners" ist, dass es ins private Leben eines jeden Kandidaten hineinleuchtet. Denn was ist intimer als die Zuhause von anderen, in die man einen Blick werfen kann?

Und jede Woche öffnen sich fünf neue Kandidaten-"Wundertüten", und es gibt die mit viel heißer Luft und die, die ihre Versprechen halten, wobei manch einer der Kandidaten überhaupt nicht einmal verspricht, dass er besonders gut kochen kann ...

Darin ist der 49jährige Bauingenieur Jörg anders: er hält sich selber für einen sehr guten Koch - und seine Kocherfahrung fußt unter anderem darauf, dass er seit 20 Jahren Mitglied in einem Männer-Kochclub ist. Spezialisiert auf das eher Außergewöhnliche?

Jörg ist ein Kandidat, der Mut für seine Bewerbung zusammennehmen musste - und spätestens bei der Zusage keinen Rückzieher gemacht hat.

Sich selber beschreibt er als lebenslustig und beliebt.

Man stelle sich einmal vor, man würde von jedem Gegenüber nicht nur die Wörter hören, die aus seinem Mund kommen - sondern auch die stillen Gedanken laut vernehmen. Manch einer würde sich sehr wundern ...


Das Menü

Eine Kürbis-Crème-Brûlée ist einmal etwas anderes als die gewöhnliche Suppe, die gern gekocht wird, aber meistens als Brei endet.

Die Creme scheint perfekt, der Salat saugt ein Dressing aus u. a. Zwetschgen, Chili, Ahornsirup, Limette und Butter auf. Aus meiner reinen Ansicht-Perspektive

ertrinken die Salatblätter darin ... die Gäste sind allerdings zufrieden.

Zweierlei vom Reh - von einem ihm bekannten Jäger aus der Nähe erworben - übertreffen natürlich jedes Einerlei:

Rehragout. Rehrücken.

Luke lobt: "Die Rehe hatten ein wirklich tolles Leben in Freiheit."

Das sieht unser Förster allerdings anders, denn besonders in privaten Revieren, in denen ständig - außer in Schonzeiten - geschossen wird, leiden lt. seiner Aussage die Tiere unter permanentem Stress.

Das Schokoladen-Eis sieht vorzüglich aus - und offenbar hat er hochwertige Schoko verarbeitet, denn auf die Qualität des Inhalts kommt es an.

Für Luke "schmeckt die Birne so toll nach Birne". Hat er nicht erwartet, dass Birnen wie Birnen schmecken?


Fazit

"Optik spielt bei mir eine große Rolle", erzählt Jörg auf Nachfrage, wobei ich mich an den Anfang der heutigen Sendung erinnere, an dem er

erzählt hat, dass Anrichten "nicht so seins" sei.

Ich stimme seiner ersten Eigeneinschätzung zu: Tellerattraktivität muss er noch üben, falls er Wert drauf legt.

Unterdessen unterhalten sich die Gäste über ihren Fleischkonsum - und neben dem üblichen Geplänkel über das eigene unfehlbare Verhalten - erinnert jemand daran, dass es früher auch nicht jeden Tag Fleisch gegeben hat.

Dazu hat Carina etwas für mich völlig Neues zu erzählen:

"Früher hatte jeder eine Kuh oder ein Schwein im Stall."

Wann soll dieses Früher gewesen sein? Meine Oma hatte schon keine Kuh und kein Schwein. Vielleicht, weil sie einfach nur keinen Stall gehabt hat?

Die Punkte für Jörg: 10 geben Luke und Carina, je 9 geben Chiarina und Andreas.

Mit 38 sagenhaften Umdrehungen liegt er am 2. Tag auf dem bislang 1. Platz, den die vielen Punkte hart verteidigen werden.


Ganz knapp bin ich daran vorbeigekommen, diese Sendung überhaupt nicht anschauen zu können, denn in der Nähe wurde eine

Weltkriegsbombe gefunden, deren Entschärfung um etwa 19.00 Uhr begonnen hat. Die Straße, in der ich wohne, liegt nur ein paar Meter außerhalb der gestrigen Evakuierungs-Zone.

Alles ist gutgegangen dank des Kampfmittelräumdienstes.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 10. März 2026

9. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag am Bodensee bei Chiarina



"Von Tomate bis Pistazie"
Vorspeise: Cremige Burrata auf gerösteten Tomaten mit Minz-Basilikum-Pistazien-Pesto. Dazu selbstgemachtes Sauerteigbrot.
Hauptgang: Zart geschmortes Ossobuco, begleitet von samtigem Risotto alla Milanese mit Safran und Parmesan. Dazu saisonales Röstgemüse.
Nachtisch: Warmer Pistazien-Lava-Cake mit flüssigem Kern. Serviert mit Schokoladen-Chili-Eis



Tag Eins im Einundzwanzigsten Jahr

Nachdem in der letzten Woche rund um den 20. Format-Geburtstag mit einer Sonderausgabe die Zuschauer erfreut wurden, nicht erfreut, belustigt, genervt oder alles gleichzeitig - und der Sender vielleicht anstatt einige vergrault zu haben, neue hinzugewonnen hat,

geht es ab diesem Tag wieder in den üblichen Bahnen weiter - es ist der erste Tag, der das "Dinner" ins 21. Jahr führt.

Mir hat die letzte Woche gefallen, aber auch für die Zuschauer, denen es nur aufs Kochen ankommt, waren am Ende der Woche gleich

zwei Kandidaten an ihrem Herden sehr erfolgreich. - Das ist mehr, als man von manch einer anderen Runde im Nachhinein behaupten kann.


Chiarina

ist 33 Jahre alt, Halb-Italienerin und Halb-Slowakin, beruflich selbstständig auf einem Gebiet, das ich akustisch nicht verstehe, als sie es erzählt. Ich höre jedoch,

dass sie mit ihrem Mann Daniele "den schönsten Mann der Welt" hat - und ihre Mitstreiter heute so oft wie nie hören, dass sie

"meine Lieben" sind.

Vielleicht sollte mal jemand einen kleinen Leitfaden mit neuen Begriffen schreiben, der die alten, längst ausgeleierten auf ein neues Level bringt. Es muss ja nicht gleich "Na, ihr Nasen" oder "Na, ihr Raketen" oder "Was geht, ihr Süßis?" sein ...

Obwohl selbstverständlich auch in dieser Gruppe nach ein paar belanglosen Miteinander-Minuten bereits von einer sehr guten und passenden gesprochen wird.

Man könnte meinen, die größten Menschenkenner findet man in dieser Sendung ...


Das Menü

Das Sauerteigbrot zur Vorspeise sieht sehr gelungen aus - insgesamt findet der 1. Gang Anklang bei den Gästen. Was soll ich also noch dazwischengrätschen?

Der Hauptgang ist ein Schmorgericht - und das Risotto könnte schlotziger sein, wie ich von dem einen oder anderen höre ... und auch selber sehe.

Der "flüssige" - und eigentlich überflüssige - Kern im Nachtischküchlein misslingt. Das angedacht Flüssige sieht eher aus wie eine klebrige, unappetitliche Masse, die aus Versehen dort hineingekommen ist.


Fazit

In der vergangenen Woche konnten sich die Zuschauer, die nicht so zufrieden - wie ich - mit den Kandidaten waren,

zumindest über sie ereifern. Oder sich sogar fremdschämen.

Dieser Tag Eins im 21. Jahr plätschert vor sich hin ... ohne große Aufreger, aber auch ohne außergewöhnliche Kochkünste.

Die Punkte für Chiarina: je 8 geben Jörg, Carina, Luke und Andreas.

Das ergibt die Summe von 32 Zählern.

Ich war heute beim Friseur, dort war es auch nicht spannender ...


10. März, 6 Uhr morgens in unserer Großstadt: um eine Straßenecke herum kamen mir sehr viele Polizeibeamte entgegen - und die waren ganz sicher nicht auf dem Weg zu ihrem Betriebsausflug -

sie haben sich alle vor einem Lotto-Geschäft versammelt. - Ich bin mit Momo zügig weitergegangen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Sonntag, 8. März 2026

8. März 2026 - In Erinnerung an Charlie



Er war nicht wie andere: im Tierheim hat mein Charlie nur geweint.
Sein vorheriges Leben war geprägt von Verboten - und da jede Zuwiderhandlung vermutlich bestraft worden ist, hat er die auch bei mir eingehalten:
Kein Sprung auf die Couch oder ins Bett, sein antrainiertes Klo war der Balkon, was er auch sofort in seinem Für-Immer-Zuhause bei mir gezeigt hat.
Sicher hatte auch das ihn inkontinent werden lassen.
Hinzu kam seine böse Herzerkrankung, die mir bekannt war - aber sie war auch seinen 2. Vor"besitzern" bekannt, wurde aber nicht behandelt.
Das und mehr habe ich über Facebook erfahren - ich habe nicht nach den Vorbesitzern gesucht, aber ich wurde von einer jungen Frau angeschrieben, die mit diesen bekannt war.
Die 2. Vorbesitzerin sei mit ihm regelmäßig in den zum Miethaus gehörenden Garten gegangen ...
Nach dem Tod der Frau musste ihr dementer Ehemann lange, lange überredet werden, Charlie endlich im Tierheim abzugeben, damit er eine neue Chance bekommt.
Bei mir durfte Charlie in leider nur 17 ihm verbliebenen Monaten kennenlernen, dass es
draußen noch eine viel größere Welt gibt.
Täglich waren wir auf "Achse" - und als sein Herz nicht mehr so wollte wie er, habe ich ihn in einem Hundebuggy geschoben, damit er sie von oben herab sehr genau betrachten konnte. Und er hat es geliebt.
Die 17 Monate mit Charlie gehören zu den wertvollsten in meinem Leben. Er war der Buddhist mit mir als einer Agnostikerin an seiner Seite -
und ich habe unendlich viel von ihm gelernt, u. a. eine große Bescheidenheit.
Geweint hat er in seinem neuen Zuhause bei mir nur noch eine Stunde lang, dann hat er damit bis zu seinem Lebensende aufgehört.
In seiner letzten halben Stunde
in der Tierklinik habe ich ihn selbstverständlich begleitet.
Er fehlt. Weil er einzigartig war. Eben Charlie.
Unvergessen unsere 1. Begegnung im Tierheim (im Video zu sehen), der eine von mehreren Spaziergängen folgte.
Am 18. Juli 2021 habe ich ihn mit zu mir nach Hause genommen - und ab dem 1. Tag hat er überall ohne Leine laufen können, an belebten und ruhigeren Straßen und in Wäldern sowieso.
Aber nur mit mir ... darin war er dann doch eigensinnig.


Gruß, Silvia