Samstag, 16. Mai 2026

16. Mai 2026 - Ich bin eine Einzelgängerin ...







Ich bin eine Einzelgängerin

... nicht wie sie im "Buche steht" oder sie als solche umfangreich beschrieben worden ist und stets aufs Neue interpretiert wird,

sondern einfach eine Frau, die sich als Einzelgängerin bezeichnet, ohne den Begriff bis ins Unendliche zu hinterfragen oder zurechtzubiegen.

Allein zu sein ist für mich überhaupt kein Problem, obwohl ich mich inmitten von mehreren anderen Menschen ebenso wohl fühlen  k a n n, wenn es die für mich richtigen sind.

Menschenmassen meide ich grundsätzlich, und  als ehemalige Personalrätin konnte ich nicht an

Demos teilnehmen, die unseren Rechten als Angestellte im öffentlichen Dienst Nachdruck verliehen haben.

Zum Glück gibt es die Unerschrockenen, die uns Einzelgänger am Ende nicht vermissen lassen, sondern die auch für uns in der Menge stehen.

Wenn man es so will, kann ich sagen, ich langweile mich nie mit mir selber - aber oft mit anderen, obwohl ich

ihnen genau zuhöre, ihnen einen eingeforderten Rat gebe, den ich niemals jemandem aufdränge. Ich werde oft um einen solchen gefragt, obwohl ich nicht weiß, warum das so ist.

Genau so wenig mag ich es, wenn mir etwas aufgezwungen wird, und ich beherrsche die Kunst,

Nein zu sagen, wenn ich Nein meine - und nicht stattdessen Ja antworte, weil es einfach einfacher ist und 

beliebter machen könnte.

Ich rede niemandem nach dem Mund - nie, ohne Ausnahme.

Gerne bin ich mit mir und meinen Gedanken allein und habe dabei nur einen Blick auf meine Hündin, die in diesen

Momenten mit mir allein ist - und zufrieden aussieht.

Sie ist auch nicht eben die Betriebs-Nudel, die jedem Rüden oder anderen Hündinnen nachrennt, weil sie von ihnen

etwas lernen könnte, was sie nicht ohnehin bereits weiß.

Wie sie bin ich gern in der Natur und lasse die Seele baumeln.

Die Seele, die ich mir als Kind immer wie einen Fußball-Pokal vorgestellt habe, und die heute

einfach nur noch zufrieden ist, wenn sie nicht mehr das tun muss, was andere von ihr erwarten, sondern nur das, was ihr Gemüt - oder ihre Seele, um es pathetischer auszudrücken - gerade am dringendsten benötigt.

Alles andere habe ich hinter mir gelassen: Partys, Clubs bis in die frühen Morgenstunden, Feiern wie die Feste eben fallen und vieles mehr,

das mir schon damals nicht so viel bedeutet hat - und nur seine eigene gute Zeit gehabt hat. Man lebt schließlich trotz allem in keiner Blase.

Generell bin ich überhaupt nicht gegen menschliche Gesellschaft, nur setze ich heute dafür andere Maßstäbe als die, zu denen ich mich früher getraut hätte, zu stehen.

Soziopsychische Ursachen? - Erkenne ich in meinem Verhalten nicht. Ich habe sogar mir sehr liebgewonnene Freunde. Nicht im

verschwenderischen Sinn, sondern in dem, dass ich mich noch für sie interessieren kann - und nicht mit einer  "Masse" einfach überfordert für

ihre Bedürfnisse, Zwischentöne, Nöte, Sorgen oder auch Freuden bin.

Ich bin einfach nur eine Einzelgängerin, weil ich keine Stimmungsmacherin auf Befehlsbasis bin, überall mitmischen möchte, sondern

mich ohne viele andere Menschen

nicht selber verloren habe.


Guten Tag, Gruß Silvia 




15. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Kiel bei Jessica



Vorspeise: Lachsabend - Creme von Graved Lachs und Apfel auf Reiberdatschi, dazu Obazda-Praline im Brezelmantel und Honig-Senf-Dill-Sauce
Hauptgang: Mamas Roulade - Geschmorte Rinderroulade an eigener Jus mit Semmelknödel und Spitzkohl
Nachtisch: Der Kaiser und die Ote Ütze - Fluffig-goldbrauner Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster, roter Grütze und Milchreis


Wir fordern: Pizza-Test statt Pisa-Test!
- Graffito an einem Schulgebäude

Gibt es ein paar adäquate Forderungen, die man für dieses Sendeformat aufstellen könnte, um es locker umzuformulieren?

Es an dem ewig "perfekten" dranzuhängen, ist inzwischen langweilig geworden und eher eine Farce statt eine selbsterfüllende Prophezeiung. Denn an die glauben vermutlich viele Kandidaten und Kandidatinnen, und manche bewerben sich, obwohl sie zugeben, nicht wirklich gut kochen zu können. Die meisten verschleiern das natürlich ... hinter hohlen Phrasen und dem, was Freunde und Verwandte lobend über sie zu erwähnen haben. Weil die wiederum emotional befangen sind - und weder fürchten sie die Unehrlichkeit noch die Übertreibung, Hauptsache geschmeichelt.


Jessica

Als Immobilien-Maklerin sitzt die 29jährige Jessica an der direkten Quelle zu Traum-Objekten - und sie und ihr Freund Finn haben es sich in einer schicken Penthouse-Wohnung präsentabel eingerichtet. Der Blick geht weit über Kiel, und die gebürtige Bayerin liebt diese Weite,

die ja in Bayern oft von Bergen gestoppt wird.

Ein würdiger Ort für ein finales Dinner ... was eine Pizza damit zu tun hat, obwohl sie im Menü überhaupt keine Rolle spielt,

erzähle ich etwas später. Obwohl man sich hin und wieder wünschen würde, jemand nähme endlich einmal ein Pizza-Taxi in Anspruch als in ihm fremdartig vorkommenden Töpfen etwas zusammenzurühren, das jeglicher Kochkunst widerspricht. - Das gilt natürlich nicht für heute ... denn

Jessica schätzt ihre Kochfähigkeiten als "lecker" ein. Na, dann!


Das Menü

In der Küche hat Jessica Hilfe von ihrer Mutter Karin (ohne voxsche Altersangabe).

Der Lachs wird gebeizt, damit er sanft und ohne Kochen oder Braten gart. Haltbar gemacht - wie Jessica erzählt, wird er damit nebenbei.

Die Gäste bemängeln den Geschmack, denn offenbar hat sie die Beize - trotz ihres perfektionistischen Ansatzes - nicht gut abgewaschen.

Die Creme aus Frischkäse und gebeiztem Lachs findet Jessica schon mal "geil".

Rinderrouladen sind ein Klassiker, den sie mit Sojasoße ein wenig verfremdet ... oder auch verfeinert, ich weiß es nicht.

Kristina ist nicht "fein" (oder fine?) mit dem Spitzkohl. - Der Begriff "fein" oder meinetwegen auch "fine" ist

eindeutig aus dem Sprachgebrauch, den Hunde besonders gut und gern verstehen. Ich weiß, wovon ich schreibe.

Moritz' neu aufgetauchter Humor, der vorher im Verborgenen steckengeblieben ist, steckt auch Patrick an und er meint zum Nachtisch:

"Wir hatten einmal Kaiserschmarrn ohne Mehl", er blickt auf seinen Interview-Nachbarn Moritz, dem dies passiert ist, und aus dem Off an die heutige Gastgeberin Jessica:

"... und einmal ohne Zucker."



Fazit

Nachdem Moritz von Montag bis Mittwoch den wortkargen und eher sehr, sehr müden Norddeutschen verkörpert hat, hat sich Dornmoritz am Donnerstag als humoriger und endlich ausgeschlafener Typ entpuppt - und ist wie ein Eiswürfel unter Scheinwerferbeteiligung geschmolzen.

Als Gastgeschenk der besonderen Art hat er einen Pizzakarton mitgebracht: darin befindet sich nicht etwa eine Pizza, sondern die

heiße Aussicht auf einen neapolitanischen Pizza-Kurs für alle ... initiiert von Patrick und Moritz.

Die Punkte für Jessica: 9 gibt Stefanie, je 8 Kristina und Moritz, 7 Patrick.

Mit 32 Zählern kann sie nicht gewinnen, denn Kristina hat mehr ... vermutlich auch mehr Kochkurs-Bedarf, den sie nun von ihrem 3.000 Euro-Gewinn realisieren kann.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute maximal 14 Grad und als Topping 11 Sonnenstunden.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 15. Mai 2026

15. Mai 2026 - Peinlichkeiten




Peinlichkeiten

sind heute nur so selten geworden, weil kaum jemandem noch irgendetwas peinlich ist. Öffentliche Schlammschlachten scheinen sportlichen Hochleistungs-Ereignissen gleichzukommen, von denen unbedingt jeder erfahren sollte - ob es sie interessiert oder nicht, spielt keine Rolle. Hauptsache öffentlich!

Peinlichkeit ist natürlich sehr subjektiv. Was für den einen peinlich ist, wäre für einen anderen nicht schlimmer als auf der Straße auf einer Bananenschale auszurutschen und sich mit halsbrecherischer Sicherheit an die nächste Laterne als Rettungsanker zu klammern.

Der Begriff "privat" gilt lange nicht mehr für jeden, seit sich Privat und Öffentlich zu einem Einheitsbrei vermischen und sogar mit Likes und erhöhter Reichweite honorieren lassen.

Vor vielen Jahren ist mir etwas sehr Peinliches passiert, ohne dass ich es steuern konnte - oder gar verhindern. Lange habe ich mich wirklich tiefgehend dafür geschämt, und erst viel später konnte ich

darüber leise, sehr leise lächeln, denn vor allem wie das Umfeld mit meinem Ausrutscher umgegangen ist, war einfach wunderbar. Und dabei waren es hauptsächlich mir völlig fremde Menschen.

Die Sache selber bleibt mir für immer als peinlich im Gedächtnis hängen ...


Es passierte an einem Sonntagmittag ...

und auf dem Weg zu einem Termin in Düsseldorf wollten wir im "Füchschen" in der Altstadt etwas essen.

Das Lokal war so gut gefüllt wie wir es kannten, wann immer wir eingekehrt sind. Aber an einem längeren Tisch, an dem bereits zwei Personen gesessen haben,

fanden wir zu Zweit noch Platz.

Wir bestellten, ich weiß nicht mehr, was - aber es lag ganz sicher nicht am Essen, was dann passierte, denn die Übelkeit hatte ich importiert und simpel ignoriert -  doch nach ein paar Bissen

wurde mir speiübel. Ich musste würgen und wollte meine Beine schnell in Richtung Toilette bewegen, die natürlich, es ist ja immer so, wenn man irgendetwas dringend braucht,

so weit weg von unserem Tisch lag, dass ich das Gefühl hatte, Astronauten kommen schneller vom Mond auf die Erde zurück ... als ich auf eine rettende Toilette.

Doch ich versuchte es wirklich. Meine Beine jedoch gaben nach, als bestünden sie aus Pudding - und ich schaffte keinen Meter zum ersehnten Ziel:

In einem unkontrollierbaren Schwall musste ich mich übergeben, und die gesamte Chose landete zum Teil auf meinem Teller, zum größeren jedoch auf dem Tisch ...

Unfähig, mich zu bewegen, wollte ich augenblicklich im Erdboden versinken ... er sollte mich bitte einfach schnellstens verschlucken ... Natürlich passierte nichts dergleichen ... aber ich blieb absolut handlungsunfähig. 


Hilfe nahte

Sofort eilten zwei Kellner an unseren Tisch und einer reichte mir eine Rolle Zewa (wisch & weg), als könne ich damit meine

Scham eliminieren. Nicht einmal fürs Wegwischen dieses Peinlich-Dramas reichte es. Ich war eingefroren zu einem Stein, der allen, allen nur im Weg herumstand - und am liebsten weggerollt wäre.

So dachte ich. Mein Hautfarbe muss tiefrot gewesen sein, denn mir wurde heiß, sehr heiß. Die Nebenwirkung von Scham als körperliches Symptom.

Dann nahm mein Begleiter das Papier und wischte die Spuren meiner Blamage weg, während ein Kellner alles in einem Eimer fortgetragen hat.

Mein Begleiter bekam sehr viel Zuspruch und Lob. Niemand am Tisch oder in der Nähe hat mich schief angesehen. 

Und ... die beiden Personen an unserem Tisch haben nach Beseitigung des Dilemmas einfach und wie selbstverständlich weitergegessen.

Inzwischen ist diese Peinlichkeit mehrfach verjährt ...  Es war und bleibt jedoch mein unangenehmstes Erlebnis in aller Öffentlichkeit.


Guten Tag, Gruß Silvia



14. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Kiel bei Kristina



"Modern Classics"

Vorspeise: Mit Gorgonzola und Walnüssen überbackene Birne, beträufelt mit Honig, dazu Kartoffel-Salbei-Chips
Hauptgang: Lauwarmes Lachs-Carpaccio mit Honig-Senf-Marinade, Radicchio, Schnittlauchöl, Kartoffel und Birne, sowie einer Sahne-Schnittlauch-Sauce
Nachtisch: Honig-Thymian-Lavendel-Cheesecake mit gedörrten Birnenchips, dazu Amaretto



Schein und Wirklichkeit – schließen sich in der Fotografie nicht aus.
© Klaus Ender (1939 - 2021)

Wie oft übertrifft der Schein die Wirklichkeit, die manchmal schwer manipuliert über Social Media rüberkommt? Oft! Viele Leute zeigen Gesichter, die ihren eigenen nur noch entfernt, sehr entfernt, ähnlich sehen. Und nicht anders

verhält es sich hin und wieder oder auch oft mit Fotos von Essbarem. Da wird mit künstlichen Hilfsmitteln nachgebessert, so dass man das so Fotografierte nur noch in die Tonne kloppen kann, weil es nicht mehr genießbar ist. Und seit einiger Zeit gibt es einen großen Helfer im Hintergrund: die KI verschafft sich nach und nach mehr Raum. und vermeintlichen Ruhm.

Was das alles mit Kristina zu tun hat? Heute gar nichts, denn ihr 3-Gänge-Menü kommt ungeschminkt und ungetrickst auf die Teller - aber

sie studiert Multimedia-Production - und will sich in Zukunft auf Foodstyling und Food-Fotos spezialisieren, inklusive Videografie.

Da macht sich vielleicht ein kleiner Einblick in die Produktion einer "Koch"-Show gar nicht schlecht in der Vita.

Kristina ist 26 Jahre alt und lebt in einer kleinen Wohnung gemeinsam mit ihrem Freund Lars und dem Malteser-Hund Leo. Die Wohnung scheint so klein zu sein, dass sie den davorliegenden Treppenhaus-Flur für eine ganze Batterie von Schuhen und Kleidungsstücken nutzen muss.


Das Menü

In der Küche bekommt sie Hilfe von ihrer besten Freundin Pauline - der sie umständlich erklärt, wie z. B. die Kartoffelwürfel zurechtgeschnitten werden sollen: etwas kleiner als mundgerecht. Dass das Ergebnis nicht ganz wunschgemäß aussieht, stellt Kristina erst später fest. So was aber auch! Ein Messer hätte an dieser Stelle gute Dienste verrichten können!

Die romanartige Menükarte ist ganz oben in meinem Beitrag zu lesen, so dass ich einzelne Teile nicht noch einmal aufführe:

Die mit "Stinkekäse" gefüllten und im Ofen überbackenen Birnenhälften ... sind rein optisch kein großes Highlight. Den Gästen scheint es dennoch weitgehend zu schmecken.

Den Lachs in der Hauptspeise muss man als Zuschauerin suchen: er verschwindet unter Birnen- und Kartoffelstücken in Radicchio-Blättern ... und hat die Wirkung einer Vorspeise.

Der Boden des Käsekuchens "ohne Backen" ist viel zu dick gegenüber der Käsekuchenmasse.

In allen Gängen spielt Honig eine Rolle - und natürlich Birnen. Birnen mag jeder, meint Kristina - und findet, sie sind ein guter "Roter Faden", dabei sehen sie eher fad aus.


Fazit

Heute überrascht mich viel weniger die Gastgeberin, sondern Moritz: der bisher als ruhig und eher langweilig rüberkommende Mann geht richtig aus sich heraus, fast temperamentvoll. Er entwickelt sich sogar zu einer fürsorglichen Spaßkanone.

Fürsorglich deshalb, weil Stefanie das angebotene dunkle Fassbier nicht mag - und er schnell die vielen Stufen hinunterläuft, um ihr im Lokal gegenüber Pils zu besorgen.

Fürsorglich auch, weil er Kristina ein ganz klein wenig mit Worten unterstützt, damit die Chips nicht salzlos auf den Vorspeisentellern landen.

Vermutlich ist die Last des Noch-Kochen-Müssens und des eigenen Koch-Tages von ihm abgefallen, und er kann endlich mehr er selber sein.

Eher realistisch würde Kristina sich für ihr Menü 7 Punkte geben.

Die Gäste sind spendabler: 10 gibt Stefanie, 9 Patrick, je 8 Moritz und Jessica.

Die Gäste sind sogar so großzügig, dass Kristina am 4. Tag auf dem bislang 1. Platz liegt.

Es ist wie es ist.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 14. Mai 2026

13. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Kiel bei Moritz




"Klassik neu gedacht"
Vorspeise: Rindertatar / frittiertes Eigelb / Petersilienöl / Brotchip
Hauptgang: Ochsenbäckchen in Rotweinsauce, Sellerie-Kartoffel-Püree, glasierte Möhren mit Sanddorn und Orange
Nachtisch: Karamellisierter Kaiserschmarrn / Apfel-Zimt-Kompott / Vanillesauce


Kein Temperament ist auch eins

Es ist schwer vorstellbar, dass Moritz aus der Haut fährt, auf den Tisch haut, laut wird, aggressiv reagiert oder einfach nur einen bösen Kommentar auf Social Media schreibt. Er scheint die Ruhe und Ausgeglichenheit in Person zu sein, die völlig in sich selber in friedlicher Stille verweilt. Immerhin bietet er den Zuschauern lächelnd und mutig an, ihre Kritiken zu seinem Dinner-Tag

in die "Kommentare zu schreiben".

Der 34jährige Moritz hat ein eigenes Unternehmen als Immobilienentwickler, ist mit Julia verheiratet und sie haben den Boxer-Mischling Donna und den noch sehr kleinen Sohn Peter.

In genau dieser Reihenfolge beschreibt er seine Familie - und es wird vermutlich einigen Zuschauern aufstoßen, dass er seinen Hund vor seinem Kind erwähnt ... den Hund gibt es allerdings länger als das Kind, und ich denke, Moritz will hier nur korrekt sein und die Reihenfolge einhalten.

Daraus sollte man ihm jetzt keinen "medialen Strick" drehen. Oder baumelt er bereits daran?

In der Küche hilft ihm seine Mitarbeiterin Laura, während seine Mutter Ute mit der Alibi-Fleischlieferung in der Hand neugierig im Weg herumsteht und kaum die Kurve bekommt, das Haus wieder zu verlassen. Ute ist nicht nur seine Mutter, sondern die Mitinhaberin der Firma, und locker sitzt ihr das Smart-Phone in der Hand ...

aber ohne Pardon wird sie darauf hingewiesen, dass sie nicht fürs "Internet" filmen darf. Vermutlich sollen vor den Ausstrahlungen keine Videos und Fotos von den Dreharbeiten die Runde machen.

Nun endlich darf sie sicher posten, was sie damals gefilmt hat.

Die Gäste sind unterdessen damit beschäftigt, das heutige Motto umzusetzen: Kopfbedeckungen. Da wäre vieles möglich gewesen, wenn man nur an Royal Ascot denkt oder die eigene Phantasie bemüht: Heraus kommen vier sehr langweilig behütete Gäste,

die nicht einmal die Chance nutzen, einige Zuschauer zu ärgern - indem sie ihre Kopfbedeckungen bis zum Nachtisch tragen ...


Das Menü

Bereits die Vorspeise mit dem Tatar und dem frittiertem Eigelb sucht vergeblich Fans: Zu wenig Würze, ist das knappe Urteil.

Ochsenbäckchen, Stampf oder doch Püree, Möhren ... über jeden Bestandteil fallen kritische Worte.

Sehr einhellig ist schließlich die Meinung zum Dessert: der Kaiserschmarrn schmeckt wie Rührei ... denn dummerweise hat Moritz vergessen, Mehl hinzuzufügen.

Man denkt sogleich an die Mängel in der Corona-Zeit: kein oder kaum Klopapier - und Mehl war auch heißbegehrt, weil es einfach gefehlt hat und man stattdessen in leeren Supermarkt-Regalen Staub wischen wollte.


Fazit

Moritz hat sein eigentliches Ziel erreicht, denn er ist aus seiner Komfort-Zone herausgekommen - und hat sich in eine Art von Abenteuer gestürzt.

Die Punkte: je 8 von Patrick, Stefanie und Jessica, 7 von Kristina.

Mit 31 Zählern kann er nicht auf den Gewinn hoffen, aber richtig "baden" geht er auch nicht.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 13. Mai 2026

12. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Kiel bei Patrick



"Kraut trifft Frucht"

Vorspeise: Dill trifft Orange, dazu Fenchel
Hauptgang: Thymian trifft Zitrone, dazu Lachs und Risotto
Nachtisch: Rosmarin trifft Apfel, dazu Krümel



Das Ereignis ist nichts, das Spektakel ist alles.
© Manfred Hinrich (1926 - 2015)

Der 31jährige Projektleiter Patrick spult sein Dinner ab, als gelte es, die Gäste und nicht zuletzt auch die Zuschauer auf eine völlig neue kulinarische Spur zu bringen. Selber

betitelt er seinen Show-Anteil als "Spektakel der Kochkunst". Große Worte, die viel erwarten lassen, und denen nur magere Taten folgen. Um es vorwegzunehmen. Um es deutlich auszudrücken.

Neben jeder Menge Ehrgeiz plagt ihn kein bisschen die hohe Selbsteinschätzung, über die jedoch schon so mancher gestolpert ist. Hochstapeln, obwohl ein wenig Bescheidenheit gefragt wäre, ist keine gute Idee.

Als Schnibbelhilfe betritt sein Freund Tim die Bühne des Hauses und erinnert sich voller lobender Worte an das Probeessen ... Selbst wenn es Tim nicht besonders geschmeckt hätte, was hätte er öffentlich über die Kochkünste seines

Sportfreundes anders verlauten lassen sollen? Auf jeden Fall ist es für einen Freund und vor Kameras schwierig, nicht parteiisch zu bleiben. Aber selbstverständlich könnte es ihm auch wirklich geschmeckt haben,

denn der Anlass des Probeessens war einer unter Freunden - und nicht unter Konkurrenten in einer Kochshow.

Ihre kleine Showeinlage präsentieren Patrick und Tim dann noch mit einer Hydrax-Übung ... Hydrax soll eine Trendsportart sein. - Ich kenne die nicht. Bis gerade eben nicht einmal dem Namen nach.


Das Menü

Die Vorspeise besticht durch ihren hübschen Auftritt, aber damit hat es sich dann auch: Über Orangenscheiben

tummelt sich mit eher kleiner Beteiligung der Fenchel. Auch ich mag eigentlich kein Obst in einem herzhaften Essen - aber Fenchel plus Orangen schmeckt ziemlich gut.

Hier jedoch stimmen die Proportionen nicht: zu viele Orangen, zu wenig Fenchel. Dafür dann ein paar Mandelsplitter drüber - weil Nüsse hier und da optisch was hergeben. Die Optik ist ihm wichtig.

Die Patricks Meinung nach confierten Tomaten als roter Punkt in der Vorspeise lösen in einer Pfanne mit Deckel beinahe einen Brand aus ... eigentlich werden sie langsam bei schwacher Hitze in Öl gegart, um ihr Aroma zu verstärken - und als confiert durchzugehen.

Der Hauptgang mit Lachs soll lt. Gästen kalt sein. Doch selbst wenn er heiß wäre, entspräche er keiner großen Kochkunst, die er sich ohnehin nur selber zuschreibt ...

Der Nachtisch soll ein dekonstruierter Apfelkuchen samt Rosmarin-Beteiligung sein: Apfelmus, Apfelstücke und Kuchenstreusel und wieder ein paar Nüsse obendrüber ... insgesamt kann ein Nachtisch kaum blasser aussehen.

Aber: der hat es in sich! Und das bewirkt neben frischem auch das Rosmarin-Öl.

Das gefällt und schmeckt nicht jedem Gast. Auch Moritz ist es zu viel Rosmarin im Dekonstruiertem, doch er ist der Meinung,

dass er nicht nach seinem eigenen Geschmack bewerten soll ... Das ist genau die Vorgabe für die Punkte, denn beurteilt werden soll die Zubereitungsweise.

Aber eben die kann man locker und berechtigt kritisieren, wenn sich zu viel Rosmarin im Dessert tummelt.


Fazit

Durchgefallen! Weil er das eigene Versprechen überhaupt nicht einhalten konnte!

Die Gäste sehen es anders, aber sie sind ja auch in einer schwierigeren Position: je 9 Punkte geben Stefanie und Kristina, je 8 Moritz und Jessica.

Das ergibt die Summe von 34 Zählern, so dass er Stefanie übertrifft - die zumindest und im Gegensatz zu Patrick viel Geld für ihr Menü ausgegeben hat.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 12. Mai 2026

11. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Kiel bei Stefanie



"Hommage an die Heimat"

Vorspeise: Granat oder Knat oder Porren. Söök Di dat ut.
Hauptgang: Een Viech ut de Narverschop. Mit wat Gröned, wat Geeled, wat Roted, wat Bruned un wer mach uk wat Schwated.
Nachtisch: Bist Du een Söötschnut oder nich? Dütt oder datt, för alle wat.



Das Leben ist wie eine Wundertüte: Je tiefer man darin herumgrabbelt, um so mehr kommt zum Vorschein.
- Br. Paulus Terwitte (*1959), Kapuziner

Keine Tütensuppen, sondern richtige Wundertüten verspricht die Sendereihe "das perfekte Dinner", und an Montagen sprechen auch einige Kandidaten von den bevorstehenden Tagen als "Wundertüten". Eine Wundertüte erinnert ein bisschen an frühere kindliche Freuden,

doch meist waren die Wunder kleiner als man erhofft hat.

Die 42jährige Stefanie eröffnet die norddeutsche Kiel-Woche und gibt zumindest eine völlig neue Sichtweise aufs "Dinner":

seit 20 Jahren ist sie bereits Zuschauerin - aber nicht nur das: über diese Sendung hat sie das Kochen erlernt.

Heute zeigt die Physiotherapeutin und Osteopathin, was sie in ihrem langjährigen

Kochkurs, der auch im Buchhandel seine Auftritte hatte,

mitbekommen hat.


Zumindest ist Stefanie großzügig mit der Aufwandsentschädigung, denn sie verwendet eher

keine Sonderangebote für z. B. 2,99 Euro,

sondern will ihre Gäste mit guten Zutaten verwöhnen.




Das Menü

Eine Großpackung Krabben verarbeitet sie zu einer Suppe und reicht dazu Extra-Krabben mit Salz, Pfeffer undichhabedenRestvergessen zu einem puren Vergnügen. So ist

zumindest der Plan.

Die Galloway-Steaks sehen roh wunderbar aus, aber dann passiert etwas, das ich

Kochen nennen möchte - und Steaks wollen nun mal nicht gekocht, sondern scharf angebraten werden. Diese sehen groß und blass aus, und von Röstaromen dürfen sie nicht profitieren.

Ich gewinne den Eindruck, dass ihr das überhaupt nicht auffällt ...

Dekonstruierte Bratäpfel zeigen Teller-Bilder des Jammers. Und die Krümel, gern Crumble genannt, weil das einfach besser klingt, vervollständigen fast das farblose Bild,

gäbe es nicht noch ein Fliedersüppchen in Extratassen. Hier kennt man das unter Holunder.

Und: den Pharisäer will ich nicht unter den Tisch fallen lassen, denn Kaffee samt Schuss ist ein schöner Abschluss. Die von ihr erzählte Geschichte dazu ist bekannt - und klingt in ihrer Ausführlichkeit nach Besserwisserei.



Fazit

Bislang ist diese Runde für mich noch eine Wundertüte, während Stefanie in ihrer gern 8 bis 9 Punkte vorfinden möchte.

Die Überraschung dürfte am Ende für die Kosten, die sie investiert hat, zu klein ausfallen:

je 7 geben Patrick, Moritz und Kristina, 8 gibt Jessica.

Das ergibt die Summe von 29 Zählern, denn teure Zutaten ergeben noch kein gelungenes Menü.

Aber sicherlich ist jeder einzelne Punkt lieb gemeint.


Guten Morgen, Gruß Silvia