Mittwoch, 29. Juli 2026

28. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Koblenz bei Michelle



"Von knusprig bis cremig - ein Abend voller Lieblingsaromen"

Vorspeise: Bruschetta Tricolore - Tomate und Trüffel / Pilz und Avocado / Zucchini und Parmesan
Hauptgang: Beef Wellington mit Kartoffel-Kürbis-Stampf, karamellisierten Möhren und Salbeibutter
Nachtisch: Hefezopf gefüllt mit Vanillepudding und Schokolade, dazu eine leichte Creme und Früchte der Saison


Ein Tollpatsch lädt zum Dinner ein ...

und dieser Begriff ist die liebevolle Umschreibung, die Michelle für sich selber findet. Ich sehe sie eher als unorganisiert.

Seit 17 Monaten ist die 29jährige Mama von einem kleinen Jungen, den sie nun wegen der Dreharbeiten nicht mehr 24 Stunden am Tag umtüddeln kann - und er fehlt ihr. Obwohl sie ihren Ehemann Yannick als "Herzenspapa" beschreibt und ihn in seiner Gegenwart geborgen und sicher weiß.

Da ist es beinahe heroisch, dass sie sich für diese Sendereihe beworben hat: denn die Abende sind manchmal lang und länger, während ihre Sehnsucht nach dem Kleinen sicherlich stetig steigt.

Ist sie also einfach nur gedankenverloren, als sie in kurzer Zeit ihre Küche in einen unüberschaubaren Haufen von Gegenständen, Lebensmitteln und mehr verwandelt?

Im Moment ist sie in Elternzeit. Was macht sie nur, wenn diese endet? Aber das ist natürlich nicht mein Problem.


Das Menü

Zur Vorspeise sage ich mal flapsig, dass es je drei verschieden belegte Brot-Scheiben für die Gäste gibt. Näheres über die Beläge steht in der obigen Speisekarte.

"Keine große Schwierigkeit", nennt Jenny den 1. Gang.

Aber Hallo! Das sehe ich völlig anders: immerhin kämpft sie bei der Zubereitung gegen ein Chaos an, vor dem manch ein anderer sofort flüchten würde. Oder die Tür hinter sich schließen, um einen Lieferdienst anzurufen.

Die meiste Aufmerksamkeit legt sie natürlich ins Beef-Wellington: das kostet Zeit. Getrieben fühlt sie sich nicht, denn sie kennt sich ja ... ich kenne sie natürlich nicht

und fühle mich, als sollte ich ein Wimmelbild in seine Einzelheiten zerlegen, um diese zu identifizieren. Gelingt mir nicht. Ist auch egal.

Das Kochwasser fürs Kartoffel-Kürbis-Pü gießt sie nach einem Tipp vom Team im Badezimmer ab, direkt ins Waschbecken neben der Kloschüssel. Es geht eben nicht anders, denn auch die Spüle in der Küche ist heillos überfüllt.

Möhrchen gibt es noch - kein Running-Gag oder doch? - ... ich habe das Gerücht gehört, dass diese in Deutschland bald zur Mangelware erklärt werden.

Zum Nachtisch gibt es einen mit Dr. Oetker-Hilfe-Pudding und Schokoladenstreuseln gefüllten Hefezopf.

Das Auge, das mitisst, mag diesen Hefezopf überhaupt nicht. Auch nicht die Augen vieler, die nur vorm TV zusehen.

Mir fällt dazu nur Ostern ein ... ein wunderbarer Hefezopf ohne jede Füllung als Mittelpunkt auf dem Frühstückstisch ...


Fazit

Wer möchte am Ende eines Abends eine solch vergewaltigte Küche aufräumen? Besser ist es, immer alles sofort wegzuräumen, was nicht mehr gebraucht wird, also System ins Geschehen zu bringen.

Die Punkte sind recht unterschiedlich, obwohl die Gäste sich während längerer Wartezeiten miteinander gelangweilt haben. Das sah zumindest so aus.

10 gibt Kevin, 9 Julia, 8 Jockel und 6 spendiert Jenny.

Sind die 33 Zähler allein dem Beef-Wellington geschuldet? Ich habe dazu keinen Plan, keine Idee - und daher auch keinerlei

Ansichts-Punkte zu vergeben. Denn probieren konnte ich schließlich gar nichts, obwohl meine "Augen" auch gar keine Freude am Testen gehabt hätten.

Am Ende hilft ein Lachen: aber kein Anlachen, sondern ein Auslachen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 28. Juli 2026

27. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Koblenz bei Jockel



"Willkommen beim Riehkopp"

Vorspeise: Maronen-Whisky-Süppchen mit „Pilz-Nuss-Gremolata“ und frischem Dattelbrot
Hauptgang: Reh aus heimischem Wald, Breznserviettenknödel und speckige Beilagen
Nachtisch: Mousse au Chocolat und Panna cotta mit Himbeersauce


" ... Tiere und Bäume
sind sinnvoll verschwistert,
teilen des Waldes Geheimnis."

- Francisca Stoecklin (1894 - 1931)

Jockel heißt eigentlich Joachim, aber offenbar nennen ihn die anderen nur dann bei seinem richtigen Vornamen, wenn sie etwas an ihm auszusetzen haben - daher bleibe auch ich bei Jockel, obwohl ich, wenn möglich und mir bekannt, stets die wirklichen Namen der Kandidaten benutze und keine Spitznamen.

Eine Art "Titel" trägt er gemeinsam mit allen Bürgern seines Wohnortes Niederbreitbach im Westerwald, den Riehkoppern.

Riehkopp ist ein altdeutscher Familienname, den man besonders im Norden der Republik findet. Zum anderen wird Riehkopp

auch als Schimpfwort verwendet. Mir ist das noch nie als Familienname begegnet, geschweige denn als Schimpfwort.

Vielleicht gibt es in Niederbreitbach besonders viele Jäger?

Die liebste Riehkopperin an Jockels Seite heißt Ute - und beide sind ein Paar, seitdem Ute 14 und er 15 oder 16 Jahre alt waren. Sie wirken sehr

harmonisch, eingespielt und liebevoll miteinander.



Das Menü

"Ich schieß dir das Reh", hatte der befreundete Jäger zu Jockel gesagt. Denn, so ergänzt der heutige Dinner-Gastgeber, es sei gerade Schonzeit ...

Diesen Inhalt verstehe ich nicht, er widerspricht sich. Hört sich an, als dürfte dieser Jäger auch in Schonzeiten schießen ... Manche tun es wirklich, aber dann ist das natürlich illegal und strafrechtlich relevant.

Zack, zack, streift Jockel weiter durch seine Vorbereitungen, und jeder Handgriff sitzt, die gekonnten ebenso wie die zu den Fertigzutaten wie Industriebrühe und sogar Soßenbinder. Das hätte er gar nicht nötig.

Die Vorspeisensuppe enthält neben Gemüse natürlich Maronen und 2 Esslöffel rauchigen Whisky: Kevin mag weder Maronen noch trinkt er Alkohol. Dennoch schmeckt ihm die Suppe,

während eine der Damen bemängelt, dass es nur eine Suppe ist ... einer anderen ist sie zu dickflüssig.

Überhaupt wird heute ziemlich gequengelt.

Denn der Rehrücken soll kalt oder nicht mehr warm genug sein.,

während die Schoko-Mousse nicht fluffig genug ist - oder sogar nach Schokolade schmeckt.

Wer kann denn ahnen, dass - ich glaube, es ist Jenny - keine Schokolade mag. Sie soll auch nicht bewerten, ob sie etwas mag oder nicht - sondern, ob es gut zubereitet und präsentiert ist.

Da träumen manche jahrelang von einer Teilnahme an dieser Sendereihe - und wissen nicht einmal, an welcher Stelle sie die Glocke läuten sollen ...


Fazit

Jockel freut sich derweil seines Lebens und hofft auf viele Punkte, denn für sich selber gesehen hat er das perfekte Dinner abgeliefert - und kokettiert sogar mit der Höchstbewertungszahl.

Und dieses Statement zur eigenen Leistung klingt trotz hoher Erwartungen überhaupt nicht arrogant, sondern nach Augenzwinkern - und einer leisen Hoffnung..

Ich befürchte, es wird keine einfache Woche, sondern eher eine, in der ich Aversionen gegen den einen oder die andere noch weiter ausbauen werde ... obwohl ich lieber völlig neutral bleibe.

Die Punkte: je 7 geben Michell, Kevin und Jenny, 9 gibt Julia.

Das ergibt die Summe von 30 Zählern.

Ich bin enttäuscht - obwohl Reh nie auf meiner Speisekarte steht - aber Jockel das Dinner freundlich, gekonnt, ansprechend und auch in einem guten Zeitrahmen

auf den Tisch gebracht hat.


Guten Morgen, Gruß Silvia




Samstag, 25. Juli 2026

25. Juli 2026 - Wilsberg könnte endlich eine Geldquelle auftun - oder die Geldquelle ihn ...



Foto: S. B.


Wilsberg könnte endlich eine Geldquelle auftun - oder die Geldquelle ihn ...

Der ewig und nicht nur am Ende eines Monats, sondern permanent klamme Wilsberg, dessen Konto-Stand selbst seinem Bankangestellten Tränen in die Augen treibt, könnte sich und den Banker bald etwas froher werden lassen.

Wilsberg hat kein eigenes Auto und besitzt kein Handy. Nebenberuflich ist er als Detektiv tätig, der für seine Klienten meist pro bono tätig wird,

denn so kennt er es noch aus seiner Tätigkeit als Jurist. Diese Zeiten sind vorbei, denn seine Zulassung hat er längst verloren.

Ohne die Gutmütigkeit seiner Freunde und seinem Naturell, gemütlich-skrupellos diese bis zum Anschlag auszunutzen, würde er mitsamt

seiner antiquarischen Bücher längst unter einer Brücke auf Kunden warten, die nie kommen werden.

Mit Computern kennt Wilsberg sich natürlich auch nicht aus, so dass er sich nicht im Online-Handel herumtreibt. Dem jedoch kann Ekki schnell Abhilfe leisten, damit der Geldregen rauschen kann. 

Denn dann könnte etwas Unvorhergesehenes auf ihn zukommen, weil es neue solvente Interessenten für

alte Schinken gibt.


Immer in den Nächten

werden derzeit große Kontingente an antiquarischen Büchern gekauft. Manche Antiquariate sind bereits leergekauft, so dass

Wilsberg durchaus eine Chance hat, an dem auf den ersten Blick ungewöhnlichen Hype zu partizipieren:

KI-Hersteller kaufen massenweise Bücher, um ihre "Geschöpfe" mit deren Inhalten zu

trainieren.

Alle frei verfügbaren Texte im Netz gelten als ausgeschöpft, was diese Bestellungen in Antiquariaten erklärt.

Gefragt sind längst vergriffene, alte Sachbücher - aber auch alte Kochbücher oder Biografien, die jahrelang in den Regalen nur Staub und Zeit angesetzt haben - und nie digitalisiert worden sind.


Unverzüglich nach den Bestellungen erfolgen die Zahlungen, die Bücher müssen verschickt werden.


Wenn dieses kleine Wunder auch Wilsberg treffen sollte, hat er endlich keine Zeit mehr, Kommissarin Anna Springer ins Handwerk zu pfuschen,

denn er wird damit mehr als damit beschäftigt sein, die Bücher postfertig zu machen.

Allerdings wäre es möglich, dass Wilsberg sich bei einer Massenbestellung seiner alten Bücher durchaus fragen könnte, was wirklich mit seinen Büchern geschieht -

und sich in seinen bislang größten Kriminalfall hineinstürzen.

Wer weiß? 


Der Bücher-Ankauf ist real - die Sache mit Wilsberg zu verknüpfen, entspringt meiner Phantasie 


Guten Tag, Gruß Silvia



24. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Passau bei Gudrun



"Wachsende Begeisterung"
Vorspeise: Erbsen-Kokos-Suppe mit Rote-Bete-Espuma und Wurzelbrot
Hauptgang: Vegane Hähnchenbrust in Pilzsauce mit Kartoffelpüree, dazu ein bunter Salat
Nachtisch: Orangen-Rosmarin-Kuchen, dazu vegane Schokomousse, Walnusscrunch und Walnusslikör



Selber kochen und selber denken, statt TV-Fastfood vom Gedankenautomaten.
© Alfred Selacher (*1945)

Zumindest wird in dieser TV-Reihe nicht vorgegeben, wie der Einzelne zu denken hat - obwohl natürlich manch ein Zuschauer-Gedankensprung durchaus geschickt genau dorthin geleitet worden ist, wo er dann landet. Dabei geht es im Fall des "perfekten Dinners" allerdings nur

um Quoten - und nicht um die grundsätzliche Meinungsbildung zu heiklen Themen oder gar eine Gesinnungsprägung. Es ist also selbst für leichtgläubige Menschen ungefährlich, sich diese Sendungen anzusehen.

Wie komme ich auf diese Einleitung?

Einfach darum, weil über die heutige Gastgeberin Gudrun etwas geäußert wird, das mir noch gar nicht aufgefallen war:

"Gudrun ist eine Rampensau!"

Aber die Kandidaten sehen selbstverständlich mehr als ich als Zuschauerin, während ich nur das vorgesetzt bekomme, was der Regisseur durch den Schnitt für erhaltens- oder sendewürdig erachtet. Und natürlich will der Regisseur ein bisschen bis ein bisschen viel Spannung oder sogar Reibung erzeugen.

So wusste ich bis heute nur, dass Gudrun Resilienz-Trainerin ist. Gut, das allein ist ein Thema für sich und absolut nicht meins: aber auf dieser Schiene fahren viele.

Doch sie spielt auch in einem Mundart-Theater und widmet sich den Poetry Slams.

Um Rampensau, Mundart-Theater und Poetry Slam in einem Foto zu verdeutlichen, widme ich ihr das obige -

und lasse die nach ihren Worten "penetrante positive Lebenseinstellung" nicht unerwähnt, die besonders in ihrem Satz über ihre einige Jahre zurückliegende Krebserkrankung gipfelt:

Es sei eine "interessante Erfahrung gewesen".

Krebs? Eine interessante Erfahrung? Das ist ziemlich kurzgefasst für ihre sonstige Wortgewalt, die diesen Abend beherrscht.


Das Menü

Obwohl sie nicht einmal Vegetarierin ist, kocht sie heute vegetarisch mit veganen Elementen. Um so die Vorurteile anderer abzubauen. Als würden alle Leute immer und an jedem Tag Fleisch essen.

Sie ist eben anders. Sicher ist sie gern anders. Nicht unsympathisch, sondern sehr offen und nach außen gerichtet.

Die Erbsen-Kokus-Rote Bete-Suppe findet keinen Anklang. Und dann versagt sie als Gastgeberin: Teller kaum leer - werden sie schnell weggetragen - Hektik beim Finale von einer

Frau, die eigentlich die "Ruhe weg haben sollte", nach allem, was sie selber von sich erzählt.

Michael lobt das Fake-Hänchen aus Pilzen, relativiert sein Lob jedoch hinter den Kulissen. Philipp meint: "War gar nicht so schlecht, aber ...".

Das Kartoffel-Pü vollendet sie mit einem Mini-Salzstreuer, der mit diesen paar Krümeln rein gar nichts bewirkt.

Leider hat sie keine Vorurteile gegen vegetarisches oder veganes Essen abgebaut - eher im Gegenteil.

Im Internet sollen jedoch tolle vegane und vegetarische Rezepte kursieren, die Freude machen können. Eine Freude, die heute nicht

stattfindet. 



Fazit

Gudrun redet viel, aber alles geht komplett an mir vorbei, weil es in keiner Weise meine Interessengebiete auch nur im Entferntesten streift.

Vom Preis her ist ihr Menü eher billig bis nicht ins Gewicht der 800 Euro Aufwandsentschädigung gefallen.

Die Punkte: je 7 geben Philipp, Kerstin und Lena, 8 gibt Michael.

Leute scheuen selten vor eine Lüge zurück, sondern fürchten eher die Wahrheit, mit der sie am Ende geizig oder dumm dastehen könnten.

Mit 29 Zählern ist Gudrun bestens bedient, verliert nicht ihr Gesicht - aber: kochen kann sie nicht. Und ich glaube auch nicht, dass sie es besser gewuppt hätte, wenn sie bayrische Originalgerichte präsentiert hätte - wie Michael meint.

Es gewinnt Kerstin den Jackpot mit 3.000 Euro Inhalt.

Kann man drüber streiten, ist am Ende aber sinnlos.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute maximal 28 Grad bei leuchtenden 11 Sonnenstunden.



Guten Morgen, Gruß Silvia



Freitag, 24. Juli 2026

24. Juli 2026 - Der Angeber ... Neuveröffentlichung aus März 2019





Der Angeber

Bevor er in die Jahre kam, war er ein sehr schöner Kerl, aber selbstbewusst bis in den Himmel. Doch neben der Tatsache, sich seiner Selbst mehr als bewusst zu sein, war er zudem noch regelrecht größenwahnsinnig. Ohne Scheu stutzte er Vorbeigehende einfach mal auf ein Häufchen Elend zusammen - und ging voller Erfolgsfreude weiter seiner Wege. An der nächsten Ecke machte er dann einer Frau ordentlich Komplimente. In Bus und Bahn suchte er sich stets - wenn möglich - junge Frauen aus, mit denen er Kontakt aufnehmen konnte. Obwohl er sich derart vor- und in ihr Leben drängte, war niemand ihm am Ende wirklich böse. Niemand schrie nach der MeToo-Bewegung, obwohl seine öffentlichen Avancen schon ziemlich eindeutig aufs Streicheln hinaus liefen.

Als er ein bisschen älter wurde, durften es auch schon mal ein wenig ältere Frauen sein, denen er seine volle Aufmerksamkeit schenkte. Bus- und Bahnfahren findet er einfach langweilig - da muss ein bisschen Unterhaltung her. Zumindest hat er ein gutes Gedächtnis - er erkennt alle Frauen wieder, die ihm mal die Zeit vertrieben haben.

Draußen geniert er sich nicht, ein Wildpinkler zu sein - zumindest spuckt er nicht permanent auf die Straße. Man muss sich auch über unterlassene Kleinigkeiten freuen können. Und kommt ein alter Bekannter ihm entgegen, so wird dieser freundlich begrüßt. Kalt und heiß kann einem werden, wenn man sieht, wie er sich den Leuten anbiedert, die er von wer weiß woher kennt. Er kennt viele Leute, und er vergisst niemals einen einzigen davon.

In der freien Wildbahn wird er zum großartigen Helden, und auf seiner Lieblings-Couch ist er im Anschluss an die Heldentaten ziemlich müde.

Er erfreut sich täglich seines Lebens und fragt nicht, was die Welt kostet - sie gehört ihm einfach. Nach und nach hat er sie sich erobert und fühlt sich in ihr als gleichberechtigter Passant unter vielen, wenn er auch meistens

mehr von sich selber als von anderen hält. Das liegt in seiner Natur, und niemand konnte und wollte es dem Kerl austreiben. Die Leute auf den Straßen sehen ihm hinterher, wenn er an ihnen vorbei geht. Manche sogar wehmütig. So viel Mut macht jedem Mut!

Und er geht stetig weiter und voran, denn an der nächsten Ecke, im nächsten Stündchen wartet das nächste Abenteuer. Er lässt keine Abenteuer aus, denn die sind sein ganzer Lebensinhalt.

Zwischendurch hockt er sich zu einer Mahlzeit hin und meckert niemals an dem herum, was man ihm vorsetzt. Er ist nicht verfressen in dem Sinn von Hinunterschlingen, aber verfressen aufs Leben an und für sich.

Nur wenn er träumt, und das ist offensichtlich, dass er viel träumt ... dann sehe ich ihm dabei zu und frage mich, wovon

mag er nur träumen? Von seinen Abenteuern? Den Gelegenheiten, die sich ihm boten und jenen, die er verpasst hat?

Von dem Rivalen, der um einiges größer und stärker als er selber ist - und den er im Schlaf so richtig vermöbelt?

Von der scheuen Freundin, die diesen betörenden Duft verströmt?

Ich rufe ihn, und sofort springt er auf, und wir machen uns auf den nächsten Weg durch die Weltgeschichte,

mein
Robin Hund und ich.

Robin: 13. Januar 2004 bis 6. September 2019
Immer in meinem Herzen
Guten Tag, Gruß Silvia



23. Juli 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Passau bei Philipp




"Rauch, Schmor, Sünde"

Vorspeise: Fisch / Salat - Räucherlachs mit Pflücksalat und Baguette
Hauptgang: Schwein / Brezen / Wurzelgemüse - Schweinebäckchen mit Brezen-Quark-Knödel und glasierten Möhren
Nachtisch: Cremig / fruchtig / kalt - San Sebastian Cheesecake mit warmer Himbeer-Erdbeer-Soße, Joghurteis und Früchten


Im Idealfall ist die Familie Trampolin und Sprungtuch in einem.
© Stefan Wittlin (*1961)

Der 35jährige Philipp bezeichnet seine Teilnahme an dieser Sendereihe als "Familienprojekt" und sich selber natürlich als einen Familienmenschen.

Noch bin ich dem Begriff "Familienmensch" nicht ganz auf die Spur gekommen, denn die meisten Menschen lieben ihre Kinder und Partner und Eltern. Das ist keine besondere Auszeichnung, sondern der Normalzustand. - Wie es sich mit dem Rest der Familie verhält, ist dann sicherlich unterschiedlich. Hier im Ruhrgebiet nennt man diese dann und wann und wenn es gerade passend erscheint "bucklige Verwandtschaft".

In seinem Beruf hat der Bauleiter, der gelernter Zimmermann ist, viel Stress, und an dieser Stelle fungiert seine Familie als eine Art "Sprungtuch", denn sowohl seiner Ehefrau Isabella als auch den Töchtern Emilie und Johanna ist seine hohe Arbeitsbelastung bekannt. Wird sicherlich oft ein Thema sein ...

Heute jedoch ist Kochen sein Thema. Er kocht gern, um dem Stress zu entfliehen, und da lag eine Bewerbung fürs "perfekte Dinner" irgendwann nahe. Diese hat nach ihrer Aussage Isabella abgeschickt, ohne sein Wissen.

Es gibt Leute, denen würde ein TV-Auftritt Stress oder zumindest Unbehagen bereiten - aber die würden sich auch nicht vor Kameras stellen, egal, wer sie zu was "angemeldet" hat.


Das Menü

Mit seinen Töchtern Emilie und Johanna bildet er ein gutes Team in der Küche, und Emilie schnibbelt das Gemüse zu wirklich ansehnlich appetitlichen kleinen Stückchen.

Jedoch habe ich in dieser Woche erstmals ein paar Probleme, den Gastgeber akustisch zu verstehen. Philipp plappert schnell und offenbar ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass nicht jeder seinen Dialekt vollumfassend versteht.

Kurz: er gibt sich in diesem Punkt keine Mühe!

Ich entscheide, dass es auch wichtiger ist, dass er sich auf sein Menü konzentriert - und ich nichts verpasse, wenn ich seinen Dialekt nicht verstehe.

Lachs zur Vorspeise, zumindest selbst geräuchert.

Schweinebäckchen zum Hauptgang und die Frage: Warum sind Möhren als Beilage so ausgesprochen beliebt, dass kaum einem Kandidaten noch etwas anderes einfällt?

Ein Kuchen ist für mich kein Nachtisch, selbst, wenn es ein Käsekuchen ohne Boden ist.


Fazit

Philipp bezeichnet sich als sehr heimatbezogen, der sein Bayern liebt. Das gefällt mir, und das nehme ich ihm ebenso komplett ab wie die Liebe zu seiner Familie. Oder den beruflichen Stress ...

Und an der Stelle, an der ich ihn akustisch nur schwer verstehe, leiden meine Augen beim Anblick von Lena:

Ihre Arme sind beinahe vollständig tätowiert - das ist ihre Sache und stört mich nicht. Aber sie sollte ihre

Kleidung diesem farbenfrohen Hautschmuck anpassen und keine kunterbunte wählen. Das wirkt unruhig, durcheinander und lenkt von ihrer Gesamterscheinung ab. Es ist als wenn zehn Leute gleichzeitig reden, damit sie selber nicht mitbekommen, worum es eigentlich geht.

Philipps Abschlussworte sind gut zu verstehen, denn er würde sich "8 Punkte, nicht mehr", geben.

Die Punkte: je 9 geben Kerstin, Lena und Gudrun, 8 gibt Michael.

Mit 35 Zählern liegt er dennoch nur auf dem bislang 3. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 23. Juli 2026

22. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Passau bei Kerstin



"Zwischen Meer, Wiese und Schokolade"

Vorspeise: Jakobsmuscheln und Garnele auf Erbsenpüree, begleitet von Minzpesto und einem Hauch Zitrone
Hauptgang: Geschmorte Bäckchen, dazu Schichtkartoffeln und eine Variation aus frischem Gemüse
Nachtisch: Warmes Schokoküchlein mit klassischem Vanilleeis auf Himbeerspiegel und Pistaziencrunch



"Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht"
- deutsches Sprichwort

Der Spruch gehört in etwa zu den Formulierungen, die ich zwar hier und da schon mal benutzt habe, aber eigentlich nicht schreiben würde. Vielleicht passt er in die Kategorie lockeres, leicht ironisches Schimpfwort.

Im übrigen wird das Sprichwort hier und da auch benutzt, wenn überhaupt kein Bauer gemeint ist, aber vor allem

übernehme ich es von der heutigen Kandidatin Kerstin, die damit nicht etwa irgendeinen Konkurrenten meint, sondern

die eigenen Eltern.

Kerstin ist auf einem Bauernhof in Kärnten aufgewachsen, und die Liebe zu ihrem jetzigen Verlobten Stefan hat sie nach Bayern verschlagen.

Die Eltern werden der 34jährigen Krankenschwester den Spruch nachsehen.


Das Menü

- oben beschrieben - wird generell gern genommen für eine Teilnahme beim "Dinner", denn die Zusammenstellung schmeckt den meisten, eckt nicht an und erfordert keinen

abenteuerlustigen Ausflug in andere Geschmackswelten.

Jakobsmuscheln und Garnelen auf Erbsenpüree mit Minzpesto leiten den Abend ein,

während die Kalbsbäckchen bereits seit Stunden in viel dünner Flüssigkeit vor sich hinschmoren. Ich bin wohl unaufmerksam, denn genau diese

Suppen-Soße kommt anschließend als total eingedickte auf die Teller.

Den Abschluss bildet ein durch gezuckerte Kondensmilch getrimmtes Eis. Seit Jahren zieht sich dieser Bestandteil durchs Dinner ... ein Trick, damit das Eis nicht kristallisiert.

Die Schokoküchlein sollen einen flüssigen Kern haben.


Fazit

Spannende Momente, Minuten oder gar Stunden verbringen Kerstin und ihr Verlobter vorm Aquarium und beobachten die Fische. Das ist sicher interessanter als so manche Dinner-Ausgabe ... aber ist der Lebensraum der Fische nicht ein wenig klein? Doch ich kenne mich mit Aquarien gar nicht aus,

sehe aber, dass es sehr sauber ist.

Besser kenne ich mich mit Erinnerungsstücken aus, die man ein Leben lang mit sich herumträgt oder sie zumindest aufbewahrt:

Kerstin präsentiert die alten Biergläser ihrer Oma, aus der ihre Gäste heute trinken "dürfen". Ja, sie sagt dürfen.

Gudrun bewahrt und benutzt ein Salzkästchen aus den Beständen ihrer Oma.

Und Michael kann sich nicht von dem Wäschekorb trennen, in dem er einst von der Klinik nach Hause gebracht worden ist.

Ich hänge an einem Badetuch, das einst knallrosa gewesen ist: meine Oma hat es mir zum Einzug ins Internat geschenkt - und eigenhändig ein Schildchen mit meinem Namen eingenäht (im Internat musste alles gekennzeichnet sein). Das Tuch bezeichne ich als "Glückstuch". Und

eigentlich weiß ich gar nicht, warum es ausgerechnet dieses Erinnerungsstück bis in die heutige Zeit, nun sehr blassrosa geworden, geschafft hat.

Final zu den Punkten für Kerstin, von denen mich die 10er doch ein wenig überraschen: je 10 geben Lena und Gudrun, 9 Philipp, 8 Michael.

Mit insgesamt 37 Zählern übernimmt sie am 3. Tag den bislang 1. Platz,

obwohl es in ihrem Menü nichts gegeben hat, was "der Bauer" nicht essen würde.


Guten Morgen, Gruß Silvia