Samstag, 12. September 2026

11. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Zürich bei Elena



"Honig & Zimt - Eine kulinarische Reise durch die Seele Griechenlands"
Vorspeise: Fein verborgen - Feta Saganaki mit Honig, dazu geröstete Feigen, Pitabrot und Skordalia
Hauptgang: Fruchtig-würzig eingebettet - Smirneika-Souzoukakia-Röllchen mit Petersilienreis und Zitronenjoghurt
Nachtisch: Süß aufgespießt - Loukoumades-Bällchen mit Honig und Zimt, Griechischer-Joghurt-Eis


Sechs Menschen an einem Tisch

Neben vier Gästen und der Gastgeberin Elena sitzt unsichtbar, aber mental anwesend, Elenas griechische Mama Maritsa am schweizerischen Esstisch. Sie steht gefühlt auch hinter ihrer Tochter in der Küche und guckt ihr beim Kochen über die Schulter. Denn von ihr hat Elena alles übers Kochen gelernt.

Maritsa

stammt aus Smyrna, das schon lange Izmir heißt. Bis 1922 war Smyrna hauptsächlich von Griechen bewohnt, die überwiegend christlich oder armenisch waren. Daher nannten die Türken diese Stadt "Gavur Izmir" (ungläubiges Smyrna).

Elenas Mama und ihr Vater waren Griechen. Ihr Vater bleibt ansonsten unerwähnt, und auch Elenas

Tochter Melina schwärmt nur von ihrer Oma

"Oma ist immer dabei: im Herzen, im Kopf und in der Atmosphäre."

Und Elena ergänzt an anderer Stelle: "Ohne Ouzo ging gar nichts bei meiner Mutter." Daher steht der Schnaps auch als Aperitif zur Wahl - neben Champagner.

Auf dem schön eingedeckten Tisch steht - natürlich - ein Foto von Maritsa, denn Elenas Menü ist ihr allein gewidmet.

Vox - immer auf der Spur des Zuschauer-Kurzzeitgedächtnisses: ich zumindest habe es, denn noch bevor das Wochenende vorbei ist, habe ich die Schweizer Runde auch schon wieder vergessen.

Und am Ende dieser Woche soll ja vor allem

das Kochergebnis überzeugen und nicht eine liebevolle, etwas überstrapazierte Erinnerung.


Das Menü

siehe oben zur Vorspeise: Skordalia ist ein Knoblauch-Dip.

Generell, sagt Elena, zeichnet sich die griechische Küche mit dem Verwenden von Zimt aus. Den fügt sie hier zu, den fügt sie dort zu. Ich verliere die Lust an

diesem Menü.

Denn der Hauptgang besteht aus Hackfleisch in Tomatensoße mit Petersilien-Reis. Das kann sicherlich gut schmecken, ist aber eben nur Hackfleisch in Tomatensoße. Alltagsküche ... ob griechisch oder türkisch, Alltagsküche. - Zimtlastig, bemängelt Patrizia - und ich denke, das stimmt.

Ein Hauch von Zimt ist gut (selber schon an Hackfleisch getestet), eine Überdosis passt nicht. Wie es mit allen Arten von Überdosen ist.


Fazit

Und ... endlich ... ist das Ende der Sendung gekommen: Elena streckt ihre Arme weit über sich in Richtung Himmel

und grüßt ihre Mutter: "Danke, Mama".

Das alles ist verständlich, und vielleicht auch der tiefe Sinn dieser Sendung, der darauf ausgerichtet ist, dass Menschen sich öffnen. Jeder hat eine Mama, und die meisten werden geliebt, aber nicht jeder trägt

die Beziehung ins TV. Und viele Teilnehmer haben ihre Mütter bereits verloren, wenn sie vor TV-Publikum kochen.

Die Punkte für Mama Maritsa sind so freundlich wie eben Bewertungen für geliebte Mamas sind:

je 9 geben Riccardo und Michelle, 8 gibt Kilian, 7 Patrizia = 33 Zähler.


Es gewinnt Michelle.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten hier wechselhaftes Wetter, drei Sonnenstunden und maximal 21 Grad.


Guten Morgen, Gruß Silvia





Freitag, 11. September 2026

11. September 2026 - Nine Eleven



Trauer ist der Phantomschmerz des Herzens
- Helga Schäferling (*1957)


Der 11. Tag im September 2001

Es war ein angenehmer sonniger Tag, und ich war auf Zeeland in Holland. Es war ein Dienstag, und während ich mich dort den faulen Zeiten widmen konnte, war mein Mann am Sonntag zuvor abgereist, weil er arbeiten musste. Er kam erst am darauffolgenden Freitagabend zurück. Zum Glück hatten wir schon lange Zeit unsere Handys, so dass man nicht erst umständlich von irgendwo telefonieren und sich nicht noch an Telefonzellen anstellen musste, um sich über das, was an diesem Tag passierte, austauschen zu müssen.

Denn ab der Mitte des Tages war ein Austausch dringend nötig.

Ich war am Strand spazieren gegangen, und im Anschluss daran schaltete ich in meinem Urlaubs-Domizil den Fernseher an, um Nachrichten zu gucken. Ich weiß noch genau, was ich dachte, denn mir war ein wenig langweilig: hoffentlich ist irgendetwas Interessantes passiert, das ich dann am Abend in vielleicht einer Sondersendung verfolgen könnte.

Wohlgemerkt dachte ich an etwas harmlos Amüsantes, das dennoch interessant genug war, darüber mehr zu erfahren. Es war auch nur ein kleiner Gedanke, den ich nicht weiter wichtig nahm.

Ich hatte ein paar Kontakte zu anderen Urlaubern, und manchmal traf man sich auf einen Drink im nächsten Pub.


Doch plötzlich stand

die Welt still.


In den Nachrichten wurde ein Flugzeug gezeigt, das in einen der Twin-Towers flog. Auf meinem Bildschirm sah es aus wie eine kleine Hobby-Flieger-Maschine - und wie ein Unfall. Die Nachrichten endeten, und irgendeine nachfolgende Sendung fing an ...

ich wollte gerade den Fernseher ausschalten, als die laufende Sendung zugunsten weiterer Nachrichten unterbrochen wurde.

Und dann rissen die Nachrichten überhaupt nicht mehr ab, denn es waren zwei Passagiermaschinen, die inmitten der Twin-Towers zum Absturz gebracht wurden. Schnell war klar: es handelte sich um einen terroristischen Anschlag. Dann wurde noch eines deutlich:

vier gleichzeitig entführte Maschinen mit Selbstmord-Attentätern an Bord drangen in das Herz der freien westlichen Welt ein:

American-Airlines-Flug 11: Terror auf den Nordturm des World-Trade-Centers, 8.46 Uhr (Ortszeit NY).

United Airline Flug 175 zerstörte in Terror-Absicht den Südturm der Twin-Towers, 9.03 Uhr.

American-Airlines-Flug 77: Terrorflug ins Pentagon, Washington D.C., 9.37 Uhr.

United-Airline-Flug 93: Verfehlte nach Kämpfen der Passagiere gegen die entführenden Terroristen als einziges Flugzeug sein anvisiertes Ziel, Absturz in Shanksville, Pennsylvania, 10.03 Uhr.

Der terroristische Massenmord forderte 2.996 Menschenleben aus 92 Ländern. Unter den Opfern waren elf deutsche Bundesbürger und zwei Schweizer.


Der Tag, an dem auch die Unschuld starb

Meine damaligen Gefühle sind nur schwer in Worte zu fassen, vielleicht überwog der Schock, dass ein solcher terroristischer Anschlag und Albtraum überhaupt möglich war. Ich habe mich kaum noch vom Fernseher wegbewegt, und fühlte mich zwischendurch furchtbar elend, dass ich dort auf Zeeland in Sicherheit war. Aber was ist Sicherheit? Sie für diesen 11. September bewerten kann ich auch nur im Nachhinein ... 

In den USA an verschiedenen Orten, die dann vom Terror heimgesucht worden, gingen die Menschen morgens zur Arbeit. Manche schleppten sich vielleicht dorthin, obwohl sie krank waren ... dann sah man,

was kranke und verblendete Gehirne verursachen können:

Menschen stürzten aus den brennenden Twin-Towers. Sie wollten lieber sofort sterben als elendig im Gebäude zu verbrennen oder von den Trümmern erschlagen zu werden.

Irgendwann fielen die beiden Gebäude in sich zusammen.

Ich hatte das Gefühl, die Staubwolke wehte bis an den Ort hinüber, an dem ich mich befand ... ich konnte sie spüren ... sie roch unangenehm ...

Schnell war klar, wer verantwortlich für diesen Terror ganz neuen Ausmaßes war: Al Qaida. Ein Name prägte sich ab diesem Tag besonders ein: Osama bin Laden.

Unmittelbar nach den Anschlägen rief Präsident Bush den "War on Terror" aus.

Am 7. Oktober 2001 begann mit "Enduring Freedom" der Krieg gegen Afghanistan. Das Ziel war, die dort seit 1996 herrschende Taliban-Regierung zu stürzen und Al Qaida zu bekämpfen.

Eine US-Spezial-Einheit liquidierte am 2. Mai 2011 Osama bin Laden (Operation Neptune Spear).


Die Welt bleibt unsicher

für uns alle.

Heute denke ich besonders an die vielen sinnlosen Todesopfer des 11. Septembers 2001.

Und zudem an die unzähligen Opfer, die bis heute unter posttraumatischen Belastungs-Störungen leiden. Aber es gibt auch Opfer, die später an Krebs-Erkrankungen durch die Auswirkungen der herabfallenden Trümmer und dem Staub starben.


Krieg, historischer Rückwärtsgang!
- Manfred Hinrich (1926 - 2015)

Der Krieg ernährt den Krieg.
- Friedrich von Schiller (1759 - 1805)


Guten Tag, Gruß Silvia




10. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Zürich bei Kilian



"Chrüsi Müsi - von der EU nach Amerika zurück in die Schweiz"

Vorspeise: Französische Rohkost - dekadent mit Toast
Hauptgang: Deutsche Schweineküche - kombiniert mit Reis und Gemüse
Nachtisch: Über Amerika zurück in die Schweiz - Blueberry Cheesecake / Schoki-Mousse


Herzlich willkommen
wäre übertrieben - Spruch auf Kilians Fußmatte

Eingeladen hat Kilian das TV-Team dieser Sendereihe, die er schon seit Anbeginn guckt - in Kauf nehmen muss er zusätzlich vier Mitstreiter. Und wie es bestimmt auch hier so ist, ist einem nicht jeder gleichermaßen sympathisch. Das ist völlig normal, aber eintreten dürfen alle, denn für Kilian erfüllt sich der Traum, beim "perfekten Dinner" mitzuwirken. Das ist Euphorie genug ...

wenn er die auch nur sehr verhalten rüber bringen kann. Er hat die Ruhe verinnerlicht, und vermutlich gibt er sie für nichts auf der Welt ab. Auch die sprichwörtliche Langsamkeit der Schweizer kommt zum Vorschein, und das

auf eine sehr positive Art. Die heutige Sendung ist nicht langweilig, obwohl die Kochergebnisse eher bescheiden sind - und auch sonst nicht viel passiert. Kilian steht vor den Kameras und bleibt augenscheinlich er selbst, weil es eigentlich auch sonst kaum jemand nötig hat, irgendeine Rolle zu spielen.

Der 31jährige Kilian lebt seit 4 Jahren mit seinem Freund Kai zusammen. Als Pflegefachmann arbeitet er in einem Hospital in der Kinderpsychiatrie. Dazu braucht man kein aufgedrehtes Wesen, sondern muss Ruhe und Sicherheit vermitteln.

Einen Ausgleich findet er im von ihm geliebten Trash-TV: da soll es oft heftig zur Sache gehen, und hier und da lässt sich sicher auch die eine oder andere Persönlichkeitsstörung vorm TV diagnostizieren.

Wie gut, dass "das perfekte Dinner" n i c h t dem Trash-TV zugeordnet werden kann.


Das Menü

Hätte Kilian am Montag gekocht, wäre er vermutlich zuversichtlicher gewesen, was seine Kochkünste anbelangt. Nun ist ihm klar,

dass die Vorlagen der anderen seine in den Schatten stellen werden.

Positiv ist sein selbstgebackenes Toastbrot hervorzuheben: das sieht wirklich gelungen aus.

Auch der Blaubeer-Käsekuchen und die Toblerone-Schoko-Mousse machen einen guten Eindruck - und begeistern seine Gäste.

Vielleicht sind sie froh um jeden Bestandteil, der das Voting-Level nach oben treibt. Niemand möchte diesen sympathischen Mann verletzen ...


Essen im Schichtbetrieb

... ist eine völlig neue Szene beim Dinner. Und das heißt, dass zuerst zwei Gäste ihren Hauptgang bekommen - und während die

anderen beiden ihnen beim Kauen auf den Mund gucken, müssen sie noch warten.

Eine eher unangenehme Situation, doch sogar die laute Patrizia zeigt Verständnis.

In einer vollgestellten Küche ist es eben schwierig, fünf Teller möglichst zeitgleich zu füllen, ohne dass sie von der Arbeitsplatte purzeln.


Fazit

Kilian erkennt es selber: "Ich bin froh, dass es trotz Planlosigkeit gut lief."

Dabei hatte er ursprünglich sogar den einen oder anderen Plan, der vor allem auf die Erfahrung seines Papas basierte ... geholfen hat eher sein sympathisches Naturell.

Die Punkte: 7 gibt Riccardo, je 8 Michelle und Elena, 9 Patrizia.

Die meisten der 32 Zähler klingen irgendwie nach Gastgeschenk ...


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 10. September 2026

9. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Zürich bei Riccardo



"Italienische Tradition"
Vorspeise: Ravioli di Mugello - Kartoffel / Pecorino / Blumenkohl
Hauptgang: Geschmorte Ochsenbäckchen mit Polenta & Gemüse
Nachtisch: Schokoladentraum mit hausgemachtem Gelato fiordilatte & Beeren



Au Backe!

Da gastiert das voxsche "Theater on Tour" in Zürich, und es ist nicht weit hergeholt, wenn Zuschauer nun ein paar typische Gerichte sehen möchte, die in der Schweiz beliebt sind - und die gern den kurzen Sprung über die Grenze machen würden. Und die oft so niedliche Namen haben wie z. B.

Älplermagronen, Riz Casimir, Schlangenbrot oder Käse-Zwiebel-Wähe. Nicht zu vergessen das Zürcher Geschnetzelte.

Aber es kommt anders, weil es schließlich immer anders kommt als man denkt. Am

dritten Tag gibt es zum dritten Mal Bäckchen im Hauptgericht. Das ist langweiliger als ein schmerzlos überstandener Zahnarztbesuch, nach dem einem ein erleichtertes

Au Backe

rausrutscht.

Die Kandidaten tragen an der Drillings-Ausgabe natürlich keine Schuld: sie bewerben sich bei Vox, reichen - ich glaube - drei verschiedene Menüvorschläge ein - und der Sender entscheidet, welches Menü genommen werden soll. Natürlich kann der Sender obendrein trotzdem noch mit seinen Kandidaten über die Menüs verhandeln.

Vielleicht haben sich die Programmverantwortlichen an die typische Schweizer Zurückhaltung erinnert, der sie unbedingt ein bisschen Zuschauer-Aufregung entgegensetzen wollten. Sie wussten schließlich im Vorfeld nicht, dass eine Kandidatin für genug Aufmerksamkeit sorgen würde ...


Riccardo

ist 32 Jahre alt, Projektleiter im Bereich Maschinenbau und mit Angelina verheiratet, die die Tischdekoration und ein paar Schnibbelarbeiten übernimmt.

Seine gastrosexuellen Neigungen hat er im Keller untergebracht, denn all die Geräte, all das für einen Hobbykoch nötige bis exzentrische Equipment würden das Küchenbild unnötig stören und unruhig machen. Und Ordnung lieben die Schweizer ... zumindest lt. der offiziellen Mentalitätsbeschreibung.

Riccardo ist bereits ein Kochshow-Profi, denn "das perfekte Dinner" ist seine 4. Teilnahme an einer Sendung dieser Art.

Für den einen oder die anderen Mitstreiter liegt er somit bereits im TV-Profibereich - und sie erwarten sehr viel von ihm. Vielleicht hätte er das bis zum letzten Abend einfach verschweigen sollen ...


Das Menü

Auch Ravioli gibt es zum bereits 3. Mal und am 3. Tag in dieser Woche. Ihm geht die Arbeit dafür leicht von der Hand, und der reinen Ansicht nach sind sie die bisher besten.

Es gefällt Riccardo selber nicht, dass er in die Bäckchen-Challenge einsteigen muss - aber sie sehen gelungen aus.

Tief senkt Elena ihren Kopf zum Teller hinunter und stößt mit der Nase beinahe in die Soße. Es erinnert stark an das manchmal aufdringliche Schnuppern von Hunden ...

Schokokuchen, und das Eis dazu passt.


Fazit

Zur Pausen-Erheiterung gibt es

statt einer Pisa eine Toskana-Studie: Riccardos Vater stammt aus der Toskana, und weil auch sein Menü toskanisch ist, hat er 10 Fragen vorbereitet, die vielleicht jeder über diesen italienischen Landstrich beantworten könnte.

Zwar schiebt Patrizia Da Vinci den biblischen "David" in die Schuhe - aber wer kennt schon eine der berühmtesten Statuen der Welt und weiß obendrein, dass sein Schöpfer Michelangelo gewesen ist.

Je 5 Punkte holen bei diesem Quiz Patrizia und Kilian und dürfen sich die Belohnung teilen.

Die Punkte für Riccardo: 9 gibt Michelle, je 8 Patrizia, Kilian und Elena.

Mit 33 Punkten ist er am 3. Tag auf dem bislang 2. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Mittwoch, 9. September 2026

8. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Zürich bei Michelle



"From sea to land"
Vorspeise: Hummer - Bisque - Ravioli
Hauptgang: Iberico - Erbse - Rüebli - Polenta - Beeren
Nachtisch: Tarte Tatin - Sauerampfer - Crumble



"Ich sehe, nichts ist ohne Rücksicht gut."
- William Shakespeare (1564 - 1616)

Weil der Sender Rücksicht auf die Nerven seiner Zuschauer nimmt, fällt heute der Programmpunkt "Patrizia" weitgehend flach. Das verbessert die

Sicht auf die Kandidatin Michelle, die sich in die Herzen ihrer Konkurrenten kocht.

Die 30jährige Marketingleiterin Michelle kocht, während ihr Verlobter Flavio schnibbelt und beide den Beweis antreten, dass man bei "Tinder" den Partner fürs Leben finden kann. Schon 6 Jahre sind sie zusammen, und im nächsten Jahr möchten sie in Italien heiraten.

Als Hochzeitscrasherin könnten sie natürlich Patrizia einladen, aber dazu benötigt es sicherlich einen außergewöhnlich masochistischen Humor - oder man möchte sich einen Alleinunterhalter sparen, der alle Gäste frühzeitig ermüdet.

Patrizia entschuldigt sich öffentlich bei allen Leuten, die sie schon mal "totgelabert" hat. Und dass sie sich dabei nicht auch noch auf die Schenkel klopft, fehlt. Mit der

Zigarette im lauten Mundwerk erzählt sie von ihrem Dinner-Tag, und das meiste davon spult Vox im schnellen Vorlauf ab, aber es bleibt:

"... nachdem ich alle rausgekegelt habe ..."

Menschen sind allerdings keine Figuren, die man auf einem Spielfeld rauskegelt. Es kommt mir in den Sinn, dass vielleicht nicht die

Schweizer in einem völlig anderen Kulturkreis leben, wie Patrizia gestern behauptet hat - sondern dass sie selber ihren ganz eigenen Kulturkreis bildet, der sich dann von dem vieler anderer Menschen unterscheidet.

Zaghaft formuliert der eine männliche Kandidat, während der zweite ihm nickend sein Einverständnis gibt:

"Patricia redet gerne. Sie nimmt schon viel Raum ein."

Man möchte also gar nicht wissen, wie viel ungezeigtes Wort-Material es von Patrizia gibt ... also weiter mit dem heutigen Abend.


Das Menü

Lobster, Hummer und Kaviar vom Stör: die Überzeugungstäter, die wie Magneten für Feinschmecker wirken können.

Mit Lobster sind die Ravioli gefüllt, obendrauf ein paar Hummerstücke samt dem echten Kaviar, untendrunter die Hummersoße.

Bäckchen, hier vom Iberico-Schwein, gehören auf die Beliebtheitsskala der Dinner-Teilnehmer. Und Möhren? Möhren sowieso!

Der "umgedrehte" Apfelkuchen - Tarte Tatin - ist in meinen Augen hier kein Highlight. Und die seit ewig beliebten Streusel bleiben eben nur Krümel, auch, wenn sie Crumble genannt werden.


Fazit

Wenn man den Wasserhahn abdreht, kann eine Überschwemmung verhindert werden. Im übertragenen Sinn hat Vox nicht nur vermutlich viele, viele Patrizia-Szenen rausgeschnitten.

Michelle ist als Kandidatin angenehm anzusehen und anzuhören. Hier die

Punkte für sie: je 9 geben Patrizia, Riccardo und Kilian, und sogar 10 kommen von Elena.

Mit insgesamt 37 Zählern ist sie am 2. Tag auf dem bislang 1. Platz ... den ihr so leicht niemand streitig machen kann, obwohl noch 3 weitere Menüs folgen werden.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 8. September 2026

7. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Zürich bei Patrizia



"Miss B‘s Frühlingsgruß"

Vorspeise: Frühlingsraviolo - Ricotta / geröstete weiße Mandel / Zitronen-Thymian / Erbsentupfer / Wermut-Beurre-Blanc
Hauptgang: Geschmorte Bäckchen, französisches Kartoffelpüree / Spargelspitzen, Rotwein-Madeira-Jus
Nachtisch: Whisky Parfait - flambierte Orange / karamellisierte Pekannüsse, kubanischer Kakao


"Jeder setzt die Grenze zwischen
Selbstbewusstsein und Arroganz selber!"

- Fuemido (*1979)

Huch, wer kommt denn da reingeschneit? - Aber ich habe Glück, denn Patrizia steht nicht vor meiner Tür, ich nicht vor ihrer,

sondern ich sehe sie nur via Bildschirm. Jetzt werden allerdings trotzdem aus einer entspannten Stunde 75 lange Minuten, die zum Glück durch einige Werbesequenzen unterbrochen sind.

Die 54jährige Direktionsassistentin (wäre sicher gern selber Direktorin) stammt aus Fulda und ist vor vielen, vielen Jahren der Liebe wegen in die Schweiz gekommen. Die Liebe ist zerbrochen, Patrizia ist geblieben und will dort auch nie wieder weg. Und das, obwohl sie

sagt: "Schweiz - ein ganz anderer Kulturkreis als Deutschland."

Echt? Ganz anders? Meine einzige Züricher Bekannte habe ich vor vielen, vielen Jahren (nicht online) kennengelernt und uns haben keine Kulturschluchten getrennt. Wir sprechen dieselbe Sprache und müssen auch sonst keine Hürden überwinden, um einander zu verstehen.

Doch sicher kann Patrizia das besser einordnen als ich. Und wer würde sich schon gern mit ihr in

irgendeiner Frage streiten? Ärger mit Patrizia? Besser nicht!

Doch die Vox-Crew scheut sich trotzdem nicht, auch von ihr verbotene Ecken zu filmen ... die, je näher der Abend sich dem Ende neigt, je chaotischer aussehen.


Das Menü

Über den grünen Klee lobt sie die eigenen Kochkünste. Die haben ihr wohl auch zugeflüstert: "Du musst unbedingt einen Supper-Club ins Leben rufen."

Vielleicht sieht Patrizia dies als eine Art Generalprobe - und da man in z. B. Theaterkreisen durchaus von vergeigten Generalproben spricht, die bei der Premiere in einem Erfolg münden ...

Ich war noch nie in einem Supper-Club, also nehme auch ich das als Probesehen dafür: und ich sehe eine mehr und mehr im Chaos versinkende Küche, eine Gastgeberin, die sich oft die Finger abschleckt, und ich sehe, wie die Zeit verrinnt ... und Mitstreiter bereits gähnen.

Für ihre Gäste bedeutet das vor allem, dass sie manchmal auf ihre Gastgeberin verzichten müssen: zur Vorspeise vergisst sie

die Erbsentupfer - und eilt in ihre unübersichtlich gewordene Küche, um die Kleckse irgendwann nachzuliefern.

Ungemütlich!

Bei den Rinderbäckchen fällt mir das nahe Halloweenfest ein: die Bäckchen bilden die Handballen, je vier grüne Spargel die Finger, die obendrein verbrannt aussehen. Einer fehlt also schon ... vermutlich abgehackt. - Ich glaube nicht, dass diese schräge Ansicht von Patrizia gewollt ist.

Der Nachtisch verursacht ebenso wenig Jubelrufe wie der Hauptgang. Aber sicher ist es wichtig, dass der Kakao aus Cuba stammt.


Fazit

Am Ende sehe ich diese Ausgabe der Sendereihe als Spaß, denn, wenn ich mich ärgere, bringt es mich nicht weiter. Jeder Jeck ist eben anders, ob er aus Köln, Fulda oder Zürich stammt.

Die Punkte für Patrizia sind sicherlich liebgemeint:

je 8 geben Michelle, Riccardo, Kilian und Elena.

Summiert = 32 Zähler.

Plus ein paar Stunden Arbeit, um ihre Küche wieder auf Vordermann zu bringen.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Sonntag, 6. September 2026

6. September 2026 - Für Robin


Robin: 13. Januar 2004 in Unna - 6. September 2019 in der Kaiserbergklinik Duisburg

























"Trauer ist wie ein großer Felsbrocken. Wegrollen kann man ihn nicht. Zuerst versucht man, nicht darunter zu ersticken, dann hackt man ihn Stück für Stück kleiner.

Und den letzten Brocken steckt man sich in die Hosentasche und trägt ihn ein Leben lang mit sich herum." - Verfasser unbekannt