Vorspeise: Meer und Mehrweh - Plazki / Thunfisch und Lachs / Dips
Hauptgang: Wald und Wanderliebe - Reh / Kartoffel / Möhre
Nachtisch: Gletscher und Gipfelglück - Stanitzel / Zitrone / Beeren
Meditation: Parkverbot für Alltags-Stress.
© KarlHeinz Karius (*1935)
© KarlHeinz Karius (*1935)
Man muss nicht unbedingt meditieren, um einigermaßen stressfrei zu leben. Im Gegensatz zu Sarah, die mehr als nur gestresst gewesen ist, prallt dieses Gefühl an Susu völlig ab. Ob das etwas mit ihrem Beruf als Laborantin in der Forschung zu tun hat? Darin geht es u. a. um Analysen von Stresshormonen.
Warum sich jedoch Leute, die stressanfällig sind und obendrein nicht wirklich gut kochen können - wie gestern bei Sarah erlebt - für diese Sendereihe bewerben ... bleibt ein Rätsel und das Geheimnis dieser Leute. Wer bereits bei kleineren Aufregungen auf dem Zahnfleisch geht, sollte sich nicht in einem TV-Format sehen wollen. Die Aufzeichnungen sind sicherlich aufregend genug - aber noch aufregender könnten die Ausstrahlungen sein ... da sieht sich ein jeder Teilnehmer mit sich selber konfrontiert, wenn er in die Zuschauermeinungen guckt, die oft genug gar nicht zimperlich sind.
Susu strahlt Ruhe aus. Obwohl ihr die auch manchmal abhanden kommt: sie begleitet ihren Mann Martin nicht mehr zur Jagd, denn 2 Stunden stillzusitzen ist nicht ihr Ding ... ich hätte eher darauf getippt, dass es hart ist, dem Töten eines Tieres zusehen zu müssen. Aber lange stillsitzen ist natürlich viel dramatischer.
Im übrigen leiden auch Wildtiere unter Stress, vor allem in privaten Revieren, in denen ganzjährig - außer natürlich und hoffentlich nicht in den Schonzeiten - geschossen wird. Das registrieren die Tiere durchaus.
Der ehemalige Förster Martin hat das Jagen beibehalten - und zum Aperitif gibt er ein paar Klänge aus seinem Jagdhorn zum Besten.
Das Menü
Zur Vorspeise serviert Susu Lachs- und Thunfischtatar auf je einem Reibekuchen. Sie nennt die Plazki, weil das polnisch ist - und ihr Mann Martin einen polnischen Vater hat. Ob es Unterschiede in der Zubereitungsart gibt, sehe ich nicht.
Sarah mag keinen Fisch und merkt als etwa 1.283ste Dinnerteilnehmerin, dass der Fisch gar nicht nach Fisch schmeckt. Das ist gut für Sarah und die anderen 1.282 Kandidaten, aber schlecht für den Fisch.
Das Reh für den Hauptgang hat Martin geschossen. Ihm ist es nicht zu langweilig, zwei Stunden auf einen Abschuss zu warten.
Die Möhren stammen offenbar aus der Schwemme, mit der Deutschland seit langem überflutet wird. Man nennt sie bereits Tsunami-Möhren.
Hauptgang und Vorspeise sehen sehr gut aus und erfreuen die Gäste,
während die mit Sahne gefüllten Waffeln zum Dessert als der schwächste Gang bezeichnet werden.
Fazit
Nach dem Koch-Stress kommt offenbar die schlechte Laune, denn Sarah scheint heute irgendeine Laus über die Leber zu laufen. Apropos Leber: das Rehfleisch schmeckt für sie wie diese Innerei. Ich kann dem natürlich weder zustimmen noch es leugnen, ich weiß es einfach nicht.
Zur Einheit findet dann auch Sarah zurück, denn sie möchte nach dem eigenen Stress am Herd sicherlich keinen Stress durch die Zuschauer erfahren. In Zuschauerkreisen werden die Punkte (oft) erst ab einer 8 einigermaßen akzeptiert. Aber manchmal reicht auch die 8 nicht ... und das, obwohl nicht ein einziger Zuschauer überhaupt etwas probieren kann.
Die Punkte für Susu: je 9 geben Sarah, Patrick, Linda und Dorit.
Mit insgesamt 36 Zählern liegt sie somit - verdient, denke ich - am 4. Tag auf dem bislang 1. Platz.
Guten Morgen, Gruß Silvia

.jpg)