Freitag, 4. September 2026

4. September 2026 - Love Story - SWR am 29. August 2026






Love Story

Der Film ist 56 Jahre alt, aber so jung wie die Liebe: sie kommt, sie geht, sie bleibt, sie tröstet, sie macht Mut, sie zerstört jede Hoffnung.

Auch auf seine kess-witzige und unsentimental sentimentale Art ist das Movie zeitlos. Gut, am Ende stirbt Jennifer den schönsten Filmtod, den man sich denken kann - jeder würde sich für sein eigenes Ende einen ähnlich verklärten Tod wünschen: irgendwann, später - und selbstverständlich nicht mit 24 Jahren wie Jenni. Friedlich und im Reinen mit sich selbst diese Welt verlassen ist ein

Synonym für die heile Hollywood-Welt. Die letzte scharfe Pointe Jennis kommt kurz vorm Tod über ihre Lippen - und erhaben geht die selbsternannte "Radcliffe-Zicke" von dieser Welt, auf der sie ohnehin nur gewesen ist, um sich über alles lustig zu machen,  w e n n  es nicht gerade ernst ist:

Ernst ist der Zoff Olivers mit seinem Vater. "Sir" nennt er ihn - was deutlich macht, wie weit er für ihn von einer Vaterfigur entfernt ist.

Da ist Elon Musk Jahrzehnte später seinem Ziel, dem Mars, näher als dieser Sohn seinem Vater.


Eine große Liebe und ein früher Tod

... festgehalten in stimmungsvollen Hollywood-Bildern: im Schnee, beim Schlittschuhlaufen, am Wasser im Sommer, und dazu ein junger Mann und eine junge Frau, die das Leben feiern und sich freuen, weil sie scheinbar alle Zeit der Welt haben.

Doch wesentlich näher als eine rosige Zukunft ist das Schicksal, das jeden jederzeit treffen kann. Doch in der Erinnerung

wird Olivers Liebe zu Jennifer niemals sterben.

Natürlich erlaubt dieser Film kein wirkliches Happy End, denn mit einem solchen beginnt die Geschichte bereits. Auch eine Tränenstory kann ein

Happy End sein, denn ohne Jennifers frühen Film-Tod hätte ihrer Story ein wichtiger Teil gefehlt, nämlich der, der ihn zum Kinoerfolg gemacht hat.



Wie wäre es ohne Jennifers Tod weitergegangen?

Darüber kann man nur spekulieren oder ein paar Statistiken zu Hilfe nehmen: diese sprechen davon, wie viele Ehen scheitern. Aber auch Ehen, die Bestand haben, sprechen keine wirklich deutliche Sprache über ihre Qualitäten.

Vielleicht hätten Oliver und Jennifer sich ein langes, langes Leben lang geliebt, vielleicht hätte sich der tägliche Trott sich ihnen in den Weg gestellt.

Womöglich hätte Oliver der Zynismus von Jennifer irgendwann nicht mehr gefallen, sondern sogar abgeschreckt. Vielleicht hätte Jennifer sich später innerlich von Oliver getrennt - und dann auch rein äußerlich. Manchmal soll eine permanent nicht geschlossen Zahnpasta-Tube reichen, um die Liebe auszuhöhlen. 

Oder sie wären für immer zusammengeblieben.

Jede Möglichkeit ist eine von vielen.

Doch nach einem so frühen Tod einer großen Liebe ist das Loslassen schwer. Man wagt nicht den Blick in die Zukunft, weil man zu sehr mit dem in die Vergangenheit beschäftigt ist.

Es gab einen Nachfolge-Film: "Olivers Story" - ist, soweit ich mich erinnere, nur ein müder Hollywood-Abklatsch der "Love Story".

Manchmal ist ein Zug einfach abgefahren ... und man sollte ihm wehmütig hinterherblicken, aber nicht hinterherlaufen.


Guten Tag, Gruß Silvia



3. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag im Ruhrgebiet bei Tim



"Der Nusskönig"
Vorspeise: Ziege trifft Salat - Ziegenkäse mit karamellisierten Nüssen an einem Bett aus Grün
Hauptgang: In „US-Wein“ eingelegtes Vieh - Rinder-Cola-Braten mit karamellisierten Nüssen an Kartoffel und Rosenkohl
Nachtisch: Mallorca trifft Teneriffa - Mallorquinischer Mandelkuchen an Eis nebst Barraquito


"Ich koche im oberen Bereich" - Tim

Und so erklärt der 38jährige selbstständige Unternehmer im Immobilienbereich sogleich, worauf sich die Zuschauer freuen können. Wie selbstverständlich und ohne Anmeldung von auch nur leisen Zweifeln purzeln diese Eigenlob-Worte aus seinem Mund.

Er lebt mit seinem Freund Patrick in einem sehr gepflegt aussehenden Haus mit Garten und einem Zwergschnauzer namens "Felix". Der Glückliche also!? Beide kommen nicht ins Bild. Muss ja auch nicht sein.


Das Menü

Die 57jährige Heike kennt Tim bereits seit seinem 10. Lebensjahr - und sie ist eine Art Ersatzmama. Heute schnibbelt sie für den angestrebten Sieg Tims. Vermutlich weiß sie um seinen Ehrgeiz - wenn schon seine Mitstreiter davon zu berichten wissen - und besonders Franzi und Tim als sehr ehrgeizig bezeichnen.

Aus Heikes Mund höre ich dann einen Begriff, der ähnlich klingt wie ein lange nicht mehr gehörter: Hümchen. - Zumindest in Dortmund heißt oder hieß ein kleines Schneidemesser Hümmelchen.

Das klingt vertraut.

Die Vorspeise sieht sehr hübsch aus, gelungen wie eine kleine Komposition, nur nicht aus Musik, sondern aus Salaten, angebratenem Ziegenkäse und Nüssen. Dazu gibt es Tims selbstgebackenes Nussbrot.

Der Nusskönig ist schließlich Programm.

Der Hauptgang ist ein Schmorgericht der aufwändigen Art: der US-Wein ist natürlich Coca Cola, und den Ketchup bereitet er selber zu. Als Topping obendrauf gibt es ... selbstverständlich Nüsse.

Und da er wohl niemals genug von Nüssen bekommt, serviert Tim zum Nachtisch einen mallorquinischen Mandelkuchen. Neben Eis gibt es dazu für jeden einen Barraquito, ein süßes, alkoholhaltiges Getränk. Ich glaube, an dieser Stelle würde es mich schütteln ... aber hübsch sehen die gefüllten Gläser aus.


Fazit

Bekanntlich gibt es ja nichts, was es nicht gibt ... und Katrin erzählt von ihrer Phobie gegenüber gleichmäßig nebeneinander existierenden Löchern wie zum Beispiel Bienenwaben. Und auch, wenn sie eine kleine in einer großen Paprika findet - bereitet ihr das Probleme.

Ängste kann man eben nicht immer rational erklären ... man muss sie ernstnehmen.

Und ich sehe zwar keine Angst, aber eine wirklich große Traurigkeit in einem Außer-Haus-Bewohner von Tim: den einsamen Erpel, dessen Verschlag Tim öffnet, damit wir als Zuschauer einen Blick auf das Tierchen werfen können. Das Mini-Ställchen sieht nicht eben sauber aus. Aber die Ente hat noch einen eingezäunten Außenbereich,

der jedoch der Größe nach nicht ihrem Bedürfnis entsprechen wird.

Enten benötigen eine große Freilauffläche und natürlich unbedingt den Zugang zu einem zumindest kleinen Teich., der selbst im Winter eisfrei sein sollte. Vor allem sind sie

gesellige Tiere, die n i e m a l s einzeln gehalten werden sollen. Diese Einzelhaft verursacht Stress und begünstigt Krankheiten. Somit ist eine Gruppenhaltung zwingend notwendig.

Zwar sagt Tim, dass es wieder eine weitere Ente für den Erpel geben wird ... aber dass der Kleine

namenlos

ist, zeugt im Grunde von wenig Interesse seinerseits.

Die Gäste holen nach, was er versäumt hat und nennen den Erpel "Kalle".

Tim sollte Kalle schnellstmöglich in kompetente Hände abgeben!


Die Punkte für den heutigen Gastgeber: 10 geben Katrin und Maike, je 8 Franzi und sogar Gabriel.

Mit 36 Zählern liegt er am 4. Tag auf dem bislang 1. Platz.

Ich wünsche mir eher einen hervorragenden Platz im Entenleben für "Kalle".


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 3. September 2026

2. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch im Ruhrgebiet bei Katrin



"Fusion aus amerikanischer und deutscher Hausmannskost"
Vorspeise: Diner Sampler vs. Brotzeit - Buffalo Chicken, Ranch und Cracker / Mac‘n‘Cheese / Landbrot, Schinken und Bergkäse
Hauptgang: Rolling Beef Burger / Laugen-Brioche-Buns / Potato Skin / Red Coleslaw
Nachtisch: Pumpkin-Strudel



"Dass Amerika entdeckt wurde, war erstaunlich. Noch erstaunlicher wäre gewesen, wenn Amerika nicht entdeckt worden wäre."
- Mark Twain (1835 - 1910)

Selbst die Bundeswehr hat Amerika für sich entdeckt. Das Bundeswehrkommando "German Armed Forces Command, United States and Canada" ist in Virginia beheimatet.

Und heute bringt die 37jährige Katrin einen Teil ihres us-amerikanischen Speiseplans in Holzwickede auf den Tisch, verknüpft es mit etwas deutscher Beteiligung, aber erinnert vor allem an ihre vielen Kindheitsjahre in den USA. Es waren nicht nur viele Jahre, sondern auch viele verschiedene Orte: als Bundeswehrsoldat musste ihr Vater flexibel sein und seine Familie natürlich notgedrungen ebenfalls.

Der unschätzbare Vorteil für Katrin bestand darin, zweisprachig aufzuwachsen. Am Ende hätte sie ihre Muttersprache beinahe verlernt ... meint sie. Glaube ich nicht. Das spricht zwar einerseits für Integration, andererseits lebten sie auch in den USA manchmal sicher in einer deutschen Blase. Aber

locker hätte sie diverse heute ausgestoßene Flüche ebenso in englischer Sprache über den Sender bringen können.

Die Gäste tragen Katrins amerikanischen Erinnerungen Rechnung und erscheinen mit Cowboy-Hüten zum Abendessen in Holzwickede. Wer hat denn so schnell solch einen Hut zur Hand? Ich tippe mal darauf, dass Vox das inszeniert und jedem eine Kopfbedeckung verpasst hat - weil es einfach dem

Klischee entspricht. Aber in all ihren Wohnorten der USA kam z. B. das Texas der Cowboys gar nicht vor ...


Das Menü

ist umfangreich und viel zu unübersichtlich, um es näher zu beschreiben. Selbst Katrin kommt mental an ihre Grenzen. Und sie hat sich das ausufernde Paket selber vorgenommen. Ein wenig hilft ihr

Cousin Daniel beim Schnibbeln. Daniel hat vor 12 Jahren gemeinsam mit einem anderen Kandidaten das "perfekte Dinner" mit 32 Punkten gewonnen.

Die großen Holzbretter der Vorspeise mit den vielen Zutaten erinnern an "in Amerika ist alles groß". Ich wäre danach bereits satt ... aber ich war nicht eingeladen.

Burger zum Hauptgang mit einer Anleihe an in Deutschland bekannte Rouladen als Fleischbelag. Burger eignen sich nicht für ein Dinner, das von TV-Kameras begleitet wird. Da ist die Kunst des eleganten Essens gefragt ... Burger und elegant, eine Mischung, die kaum je gelingt.

Kürbis-Apfel-Strudel ist der letzte Gang. Hierzu würde mir der "amerikanische Gaumen" fehlen. Mir erschließt sich nicht, warum Katrin nicht einfach den Kürbis weglässt. Na ja, weil es amerikanisch sein soll. Klar. Dünner

Strudelteig hält mühsam Kürbis- und Apfelstücke zusammen. Das Ganze wirkt wie ein Obst-Gemüse-Salat mit etwas Teig drumherum.


Fazit

In dieser Runde hat Gabriel die Rolle des rundum zufriedenen Gastes übernommen. Schon gestern bei Franzi hat er alles gelobt - und heute findet er wieder nur freundliche Worte fürs Menü. Einzig Kürbis entspricht nicht seinem Geschmack ...

Franzi kritisiert lieber als dass sie lobt. So ist der Fisch, der ihr als Pescetarierin alternativ gereicht wird, nicht durchgebraten. Vielleicht mag sie es eher richtig tot. Doch dass sie Rouladen-Soße auf ihrem Teller findet,

hätte wirklich nicht passieren dürfen. Katrin ist allerdings an ihre Grenzen angelangt. Selbst die zuvor sehr schön aufgeräumte Küche sieht nun wie ein Trümmerfeld aus.

Eines lobt Franzi dann doch noch, und zwar ausgerechnet den Nachtisch. Ich erkenne: jeder tickt anders, und das meinetwegen gern.

Kurz vor dem Ende der Veranstaltung erfahren wir, dass Katrin in einer Musicalgruppe Mitglied ist. In einer für die Zuschauer kurzen Sequenz singt ihr Kollege Tim (so heißt er, glaube ich) ein

Lied aus dem Musical

"9 to 5 - Warum bringen wir unseren Chef nicht um?"

Das ist ein Musical von Dolly Parton, die zu dem Zeitpunkt der Dreharbeiten noch gelebt hat. Vor kurzem ist sie mit 80 Jahren verstorben.

Die Punkte für Katrin: 8 geben Gabriel und Tim, 7 Maike und 6 Franzi.

Das ergibt die Summe von 29 Zählern und den vorläufigen 3. Platz am 3. Tag.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Mittwoch, 2. September 2026

1. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag im Ruhrgebiet bei Franzi



"Pretty in Pink"

Vorspeise: Pinker Lachs mit Kartoffel auf einem Salatbett
Hauptgang: Pinke Tortellini - Garnele / Gemüse
Nachtisch: Alles Quark mit Pink - Schokolade / Erdbeere und Honig



Mit Kondomen ist es wie mit Polizisten,
mit ist sicherer, ohne schöner!

- Marco Gruettner (*1985)

Es wäre in der Tat eine paradiesische Welt, wenn man einfach keine Polizisten brauchen würde. Aber Eva hat uns das mit einem einzigen Apfel versaut: nachhaltig, für alle Zeiten.

Aber heute geht es nicht um die wichtigen Positionen von Polizisten, sondern um die 25jährige Franzi, die in diesem Beruf arbeitet. Gemeinsam lebt sie in Dortmund-Hörde mit ihrem Kollegen und Freund Jonas. Sie wohnen in der Nähe des Phoenix-Sees, eines künstlichen Gewässers, auf dem früher das Stahlwerk Phoenix gestanden hat. Die Arbeiter nannten es damals liebevoll "Frau Phoenix".

Doch kaum etwas bleibt wie es ist: bis auf zum Beispiel die Hörder-Ecke, in der Franzi und Jonas wohnen. Ich bin früher oft dort vorbeigekommen, meistens durchgefahren - trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass ich diese Stelle,

an der sich heute die Gäste versammeln, wiedererkenne. Aber genau das ist passiert.

Und damit ich mich auch gleich selber wiedererkenne, höre ich Franzi sagen, dass die Dortmunder schroff im Umgang sind. Was natürlich nur der Ehrlichkeit geschuldet und auch keinesfalls böse gemeint ist. Dann wird

Franzi sicherlich kein Problem damit haben, dass ihr Dinner-Tag hier und da etwas schroff kommentiert wird. Nicht nur in Dortmund, sondern vielleicht auch in Leipzig oder Hannover oder Niederzissen.


Das Menü

"Pretty in Pink" nennt sie ihr Menü, und "Pink" ist hier ebenso großzügig interpretiert wie der Begriff "Pretty".

Den Lachs unterzieht sie mit Hilfe von Jonas einer Hauruck-Blitz-Beize.

Die Reibekuchen backt Jonas allein - und Franzi überfrachtet lapidar die Feststellung des Teams, er erledige zu viele Arbeiten für einen Schnibbel-Helfer mit einem:

"Das ist schon in Ordnung."

Die Reibeplätzchen wärmt sie später im Backofen auf, während vorab etwa 2 ärmlich aussehende Salatblättchen zu 3 Mini-Scheibchen Lachs schon mal auf die zu großen Tellern für dieses kleine Ereignis gelegt werden. Trotz versuchter Färbung mit Roter-Bete: die Scheiben bleiben lachs-orange.

Auch die selbst hergestellten und mit Garnelen-Farce und mehr gefüllten Tortellini geben ein völlig anderes als ein pinkes Bild ab: sie sind braun mit einem sehr kleinen Rotstich.

Dem Quarksouffle fehlt es ebenso an der Wunschfarbe.

Und offenbar ist der farbliche Effekt nicht der einzige, der auf der Strecke bleibt.


Fazit

Nur einen minimalen Abzug würde Franzi sich selber geben: sie bemängelt die Tortellini. Ansonsten bescheinigt sie sich ein "perfektes Dinner".

Jetzt korrigiere ich mal ganz schroff, aber natürlich gar nicht böse gemeint, dass ich hier eine völlig andere Wahrnehmung habe und

auch die folgenden Punkte nicht wirklich verstehe:

je 9 geben Gabriel und Maike, je 8 Katrin und Tim.

Das ergibt die Summe von 34 Zählern für ein Dinner, das nicht einmal den Augen ein "Mitessen" gönnt.

Ein Kükenbonus ist nicht nur hier, sondern generell nicht angebracht: wer sich bewirbt, muss kochen und sich auch durch etwaige Kritik quälen.

Die 25jährige Polizistin im Streifendienst hat während ihrer Arbeit auch nicht den Bonus einer Jüngeren, sondern muss voll einsatzfähig sein.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 1. September 2026

31. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag im Ruhrgebiet bei Gabriel



"Pott küsst Frankreich"

Vorspeise: Pistazie / Brioche / Tomate
Hauptgang: Angus / Pomme de Terre / Pilz
Nachtisch: Vanille / Himbeere / Schokolade und Pistazie


Ver-Kumpelt?

Ursprünglich nannten sich Bergmänner "Kumpel", denn unter Tage musste man sich sehr aufeinander verlassen können - und das Wort "Kollegen" hätte dies nicht wirklich ausdrücken können. Gefahrensituationen waren nicht eben selten - bis hin zu großen Unglücken.

Sie hatten sogar ihr eigenes Lied "Glück auf, der Steiger kommt" - Gabriel stimmt es an, weil in dieser Sendereihe grundsätzlich gern Klischees bedient werden.

Maike kann damit gar nichts anfangen, denn von Fußball hält sie nichts ... Und nein, die Kumpel haben untertage keinen Fußball gespielt. Im übrigen stammt das Lied aus dem Erzgebirge und ist bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Da müsste auch eine Frau, die aus Sachsen? stammt, irgendwann einmal eine kurze Berührung mit dem Allgemeinwissen gehabt haben ...

Gabriel erzählt, dass in seiner Schule dieses Lied täglich angestimmt worden ist ... d a s habe ich (in Dortmund geboren) selber nie erlebt, und ich kenne auch niemanden, der mir davon erzählt hat.

Doch der 56jährige gelernte Einzelhandelskaufmann Gabriel darf nicht nur das bekannte Lied anstimmen, sondern den ersten Tag in dieser Ruhrgebiet-Runde bestreiten. Er wohnt in Dortmund-Kirchhörde und ist

gerade auf dem Weg, sich mit einer Weinbar selbstständig zu machen. Die soll zu einer Begegnungsstätte werden. Und wenn sich dort dann

alle Gäste sogleich ver-kumpeln

wie es heute wieder einmal der Fall unter den Kandidaten ist, dann kann das nur zu einem Erfolg führen.

Gabriel erwartet eine Super-Woche - das flüstert ihm seine Menschenkenntnis.

Und auch Tim und Maike legen sich fest, zumindest, was Franzi betrifft: dass sie beim Anstoßen kleckert, macht sie schließlich so was von sympathisch ... und dass sie künftig nur noch einmal täglich anstoßen möchte, auch.

Kleckern passiert: aber weder ist das sympathisch noch unsympathisch. Es ist nur Kleckern.


Das Menü

Zur Vorspeise reicht er neben einer Pistazien-Suppe Brioche.

Beef Bourguignon vom Angus-Rind soll die Gäste zum Hauptgang erfreuen. Das Kartoffel-Gratin packt er in jeweils kleine Förmchen - und der Ansicht nach enthalten sie mehr Käse als Kartoffeln.

Der erste Abend endet mit Creme brulee, Himbeersorbet und je einem Schokotaler.


Fazit

Im Scherz meint Gabriel, für sein Menü seien 12 von 10 Punkten angemessen. In der Realität erwartet er 8 (plus) Punkte. Ich lehne mich aus keinem Fenster und habe keine Meinung dazu.

Die Punkte: je 8 geben Franzi und Maike, je 7 Katrin und Tim.

Das ergibt die runde Summe von 30 Zählern.

Immerhin hat Gabriel sich gut "verkauft", war unterhaltsam und hat mir obendrein wieder einmal gezeigt,

dass ich an meiner Menschenkenntnis noch ordentlich arbeiten muss. Ich bin darin einfach nicht schnell genug.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 29. August 2026

29. August 2026 - Regiolekt im Ruhrgebiet - Gibt es den noch?






Regiolekt im Ruhrgebiet - Gibt es den noch?

Über Dialekte macht man sich gern lustig oder erfreut sich an ihren Ursprüngen, die jedem Fremden beweisen, wo man herkommt und wo man sich zu Hause fühlt. Und das "sich zu Hause fühlen" ist ein dichtes Nebeneinander mit dem "Zuhause zu sein".

Dialekte sind wie eine klammernde Umarmung,

die an der jeweiligen Heimat andockt.

Jeder Schlag liegt dicht an der Seele und gibt dem Herzen die Berechtigung, stets weitermalochen zu wollen in dem Rhythmus des

Gewohnten, Gekannten und des Vertrauten, das sich wie die reinste Zärtlichkeit anfühlt.

Ich gehe durch das Ruhrgebiet, und im Gepäck habe ich diesen

Regiolekt,

der so gern oder ungern Vokale unnötig in die Länge zieht ... oder

datt und watt 

einfach ins Spiel bringt, weil ein jeweiliges "s" anstelle des doppelten "t" doch nur der einwandfrei beherrscht, der nicht hier geboren worden ist.

Das und was also anstatt datt und watt.

Eine kleine Entgleisung, der auch fehlende Endbuchstaben hinzugerechnet werden können - oder anstatt "Guten Tag" einfach "Guten Tach" hinpfeffert,

 weshalb es u. a. auch nur ein Regiolekt und kein Dialekt ist. Mir entfährt das eine und das andere, wenn ich mich besonders wohl und sicher fühle,

während es noch lange nicht bedeutet,

das ich je "Komm bei mich bei" höre oder

"tu die Omma ma winken" - und ähnliche Unterstellungen, die man uns sprachlich anlastet.

Hört man es doch - kann es sein, dass sich jemand vermutlich mittels solcher Ausdrucksweise selber aufs Korn nimmt.


Eher war es bei mir immer ein langgezogener Vokal, wenn man mich gefragt, wo ich

geboren bin: Dooortmund!

Diese seltsame Buchstaben-Vermehrung kam mir jedoch bei anderen vokalhaltigen Wörtern nie über die Lippen.

Im Laufe der Jahre ist auch das "Dooortmund" zugunsten von Dortmund verlorengegangen. Als hätte ich die Lust an etwas Einzigartigem ausgetilgt.. In Wahrheit war ich nur nicht willens, dem

Erwarteten zu entsprechen, weil ich es einfach anders gelernt hatte. Hochdeutsch eben!

Heute ist alles anders. Die langgezogenen Vokale und vielleicht sogar ein paar spezielle Ausdrücke, die es hier und nur hier gibt,

haben sich längst versteckt. Sozusagen sind sie geflüchtet. Und im Hochdeutschen angekommen.

Stattdessen höre ich auf meinen vielen Wegen durchs Ruhrgebiet mindestens

100

verschiedene Sprachen.

Und ich glaube, hinter all den fremden Sprachen steckt nicht e i n Gedanke, ein kleines bisschen z. B.

Ruhrgebiet

oder Bayern oder Schleswig Holstein oder Rheinland-Pfalz werden zu wollen,

sondern immer in Syrien, Afghanistan und anderen Ländern zu Hause zu bleiben - nur eben anderswo.

Ach ja, wir Menschen aus dem Ruhrgebiet sprechen vor allem gern Tacheles: schnörkellos, ungeschönt, manchmal sogar unvorsichtig voreilig ... 



Guten Tag, Gruß Silvia




28. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in der Pfalz bei Tobias


"Drei Gänge, eine Reise"
Vorspeise: Zwischen Wasser & Erde - Zander / Linsen / Chorizo / Apfel / Dill
Hauptgang: Essenz des Abends - Kalbsfilet / Kartoffelsoufflé / Erbse / Jus
Nachtisch: Finale der Sinne - Weiße Schokolade / Rhabarber / Pistazie



In einer idealen Welt hätte jeder Hund ein Heim und jedes Heim einen Hund.
- Aus Griechenland

Der letzte Tag in dieser Woche beginnt mit einer guten Nachricht für Hundefreunde: Tobias' Hund Bonito ist wieder zuhause. Und das, was Tobias

"einen Grashalm" nennt, war sicherlich eine Granne, die sein Hund verschluckt hat. Das sind sehr tückische Gefahren, an denen Hunde jedes Jahr wochenlang vorbeigehen müssen. Meine

Momo kennt das Wort "Grannen" und stuft es ein wie "Pfui". So weiß sie Bescheid, dass sie dort nicht schnuppern darf. Ich hoffe, Tobias kennt die Gefahren auch - obwohl man es nie zu 100 Prozent verhindern kann, dass ein Hund eine verschluckt oder sich eine tief in seine Haut hineinbohrt. Die Biester können nämlich auch durch die Luft fliegen und schlimme Qualen verursachen.

Bonito hatte Glück, denn er musste nicht operiert werden.

So kann Tobias seinen Dinner-Tag locker angehen und hier und da seine umfangreichen Kenntnisse der Gastronomie an seine neuen Freunde weitergeben. 15 Jahre hat er in seinem Beruf als Hotelfachmann gearbeitet,

auch lange Zeit in der Sternegastronomie.

Vor 6 Jahren ist er von Berlin in ein kleines pfälzisches Dorf gezogen und lebt mit seinem Partner Thomas in einem schönen Haus mit Garten, Pool, vielen Außen- und Innen-Treppen ... und ganz viel Stille. Als einziges Event in diesem Dorf

ist nach der Weihnachtszeit ein Weihnachtsbaum-Weitwerfen angesagt. Auf dem Niveau einer Weltmeisterschaft?

Somit kennt er die besten Baum-Weitwerfer des Dorfes (oder sogar der Welt) ... oder ist vielleicht selber einer von ihnen. Oder sein Freund Thomas ist der beste Baum-Weitwerfer ... alles ist möglich in dieser seltsamen Disziplin.

Am letzten Montag stand in einer "Bauchbinde" unter Tobias, dass er ledig sei. Das stand ebenfalls bei Allie. In meinem Beitrag zu diesem Tag habe ich das aufgegriffen. - Zwar kann ich kaum glauben, dass ich mich derart verlesen haben könnte. Aber wer weiß.


Das Menü

Die schicke neue Küche hat Tobias seinem Schwager "abgeschwatzt". Viel Überredungskunst anstelle vieler Euros?

Der Hauptdarsteller der Vorspeise ist Zander auf einem Linsenragout. Linsen jeglicher Art abseits von Suppen ... sind wohl modern. Mir schmecken Linsen nur zur Herbst-Winter-Zeit in Suppen. Aber das ist natürlich kein Kriterium, das hier ins Gewicht fällt.

Sehr interessant ist das Apfel-Dill-Tatar zur Vorspeise.

"Kalb ist Kopfsache", meint Allie - und Lorene nickt dazu. Ohnehin denke ich, das sich hier Zwei zwar nicht gesucht, aber gefunden haben ...

Man sehe sich mein Foto der zwei Kälbchen an, die sehr zärtlich zueinander sind. Sie haben bereits vor einer Ewigkeit den Weg zum Metzger finden müssen ... zumindest lebten sie vorher auf einer Weide.

Kartoffel-Souffle begleitet das Kalbsfilet und wird in dieser Sendereihe nicht oft gesehen. Es sieht sehr gelungen aus. Ob ich mich auch mal trauen sollte? Es wäre genau nach meinem Geschmack.



Fazit

Lorene macht zum Hauptgang eine Ansage Die sie vielleicht lieber zurückhalten will? Ich weiß es nicht, ich kenne sie schließlich nicht. Sie kritisiert, ob gern, ungern - oder ob "wie gerufen":

Hundehaare im Essen.

Sie hätte es Tobias zuflüstern können ...

Meine Momo hat kein Fell, sondern Haare - und haart darum nicht. Hört sich paradox an, ist aber so.

Doch ich hatte über viele, viele Jahre Katzen (mein Kater Lucky ist über 20 Jahre alt geworden) - und habe nie ein Katzenhaar in meinem Essen gefunden. Obwohl sie manchmal wie wild herumgesprungen sind ... und täglich neue Haare weggesaugt werden mussten.

Aber vielleicht war sein Hund durch den Klinik-Aufenthalt nachhaltig gestresst - und hat mehr Haare verloren ... wir Zuschauer haben allerdings keinen Hund gesehen. Und

i r g e n d w i e kann ich das kaum glauben. Tobias arbeitet sehr sauber. - Es gab schon viele Kandidaten, die Hunde haben: offenbar ist bei ihren das Fell auf dem Hund geblieben - und nicht auf den Tellern gelandet.

Die Punkte für Tobias: 7 gibt Stefan, je 8 geben Lorene, Maxin und Allie.

Die nur 31 Punkte für das schön aussehende Dinner - (viel mehr kann ich selber natürlich nicht beurteilen) überraschen mich ...

Es gewinnt Lorene den Jackpot - und lässt sich feiern.

Ich feiere nicht mit, sondern gucke jetzt in der Mediathek eine Krimi-Episode aus der Reihe "Mord mit Aussicht", und zwar

"Ein krummer Hund".

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten hier maximal 23 Grad, 6 Sonnenstunden und insgesamt wechselhaftes Wetter.


Guten Morgen, Gruß Silvia