Freitag, 5. Juni 2026

5. Juni 2026 - Jan Josef Liefers und die Ketamin-Therapie




Jan Josef Liefers und die Ketamin-Therapie


Beinahe gewinnt man den Eindruck, dass der Schauspieler und seine prominente Rolle des Professor Boerne sich ebenso wenig voneinander

unterscheiden wie die der Königin aus Schneewittchen und ihr weissagender Spiegel, der stets darauf bedacht bleibt, sie zu umschmeicheln und ihr nach dem Sinn zu

reden - bis die Frage nach der Schönsten im Land heikel geworden ist.

Ein Mann mit narzisstischen Charaktereigenschaften  sei Jan Josef - laut seiner Ehefrau und Freunden.

Überwältigt von seinem Erfolg als Boerne fährt er vermutlich auf völlig eigenen Gleisen durch einen selbstgefälligen Kosmos, in dem alle Welt stillsteht und huldigend die Häupter senkt, denn bevor man Ähnliches je wiedersehen wird, können Dezennien vergehen ...

Was macht großer Erfolg aus manchen Menschen, während andere sich nur freuen, anstatt in höheren Sphären Platz zu nehmen?

Was macht es mit einem Narzissten, den die engsten Menschen auf seinen Charakter hinweisen?

Normalerweise? Nichts!

Und hier wird es genau so heikel wie bei der mörderischen Märchenkönigin.

Ist sein großer Erfolg eine Folge des überbordendes Egos? 

Ich rühre in meinen Erfahrungen herum wie andere in der Küchenpsychologie und komme zu keinem Ergebnis. Profis sind gefragt - 

aber genau so einen hat Jan Josef Liefers an sein Innerstes herangelassen, obwohl dieser wohl auch nicht nur mit Worten erklären, aufklären und ein wenig heilen konnte,

sondern zu Ketamin gegriffen hat.

Mit Ketamin kann man todkranke Pferde einschläfern ... aber kann das Zeug aus einem seiner Paraderolle ähnlichen Prof. Boerne einen besseren Jan Josef Liefers machen?

Natürlich ist die Welt voller Sonderlinge, und wenn man sie schon nicht auf den Straßen erwartet, dann gewiss im Fernseher. Dort tollen manche so schön vor sich hin, als wären sie der Nabel der Welt ...

und wie sie in Wirklichkeit ticken, kann man nicht einmal erahnen. Selbst von den liebreizenden Figuren einer Rosamunde-Verfilmung, die keine tieferen Abgründe zeigen als die,

dass sie so gutmütig sind, dass es wehtut - weiß man natürlich gar nicht, wie sie privat ticken.


Ketamin-Therapie

... hört sich eigentlich an, als würde man Pferde unheimlich gern mögen, möchte aber niemals ein Pferd sein.

Und der Narzisst will erst recht kein Pferd sein, über das andere entscheiden ... er will lieber andere in seinen Bann ziehen, um sich dann über sie erhaben zu fühlen.

Ist Jan Josef nun ein Narzisst - oder findet er diese Bezeichnung einfach nur schick und absolut zeitgemäß?

Kann man durch eine finanziell tragende Narzissten-Rolle selber zu einem werden - oder war man schon immer einer und wurde deshalb rein instinktiv für diesen Part ausgewählt?

Ich habe wenig Ahnung - weder von Narzissten noch von Schauspielern.

Aber, wenn er sich selber potenziell in dieser Rolle sieht und das öffentlich macht, wird schon was dran sein.

Ich wünsche ihm gute Besserung - aber Halt, er hat ja nicht nur einen Schnupfen, sondern möglicherweise ein sehr grundsätzliches Charakter-Problem.


Guten Tag, Gruß Silvia



4. Juni 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Kassel bei Alex




"Der Senf dazu"

Vorspeise: Agnolotti / Pilz-Ricotta / Nussbutter / Tomate / Haselnuss
Hauptgang: Kalb / Brokkolini / Sellerie / Zwiebel / Jus
Nachtisch: Birne / Zitrone / Mandel / Granatapfel / weiße Schokolade hoch zwei


Es muss nicht immer extra scharf sein, wenn du deinen Senf dazu gibst.
- Michael Marie Jung (1940 - 2025)

Es darf auch süß und sauer oder auch leicht eingefärbt sein, und der im Menütitel gemeinte Senf spricht sogar die Sprache der Liebe:

bei der Vorbereitung auf diese Sendung hat Alex jeden einzelnen Bestandteil seiner Frau Toni zur Abschlusskontrolle vorgelegt - und sie hat kräftig mitgesenft, inspiriert und verbessert.

Als Belohnung der eigenen Akribie und der präzisen Herangehensweise ist Alex nach dem 3. Gang als dieswöchig höchstbewerteter Kandidat bereit zu einem Sprung aufs Treppchen.

Und falls er doch noch von Madeleine überholt werden sollte, so kann er trotzdem einen Gewinn aus dieser Sendung mitnehmen:

Denn wenn die inflationäre Nutzung des Worte "quasi" nicht ausschließlich seiner Aufgeregtheit geschuldet ist, kann er daran arbeiten, es völlig und ersatzlos aus seinem Sprachschatz zu streichen. Jeder einzelne Satz, in dem er das Wort meist sogar mehrfach nutzt, kommt besser ohne es aus und machte Sinn.

Im Gegenzug wird die Zuschauer-Konzentration auf einen Nebenschauplatz verlegt, der die Freude schmälert, denn die Häufigkeit des Begriffs ist wie ein Tsunami, der alles andere überrollt und wie die Hauptzutat eines Abends in Erinnerung bleibt.

Wie schön klingt hingegen das Bellen seines kleinen Pudels "Kurt", der die Crew laut begrüßt, als wolle er sie zunächst gern vertreiben, um sich dann doch Zeit mit ihr zu gönnen.

Der 29jährige Alex hat Sportwissenschaften studiert, "pumpt" gerne im Fitness-Studio, wie er erzählt, und wird bald Vater eines Jungen.

Und ... er ist leidenschaftlicher Foodcontent-Junkie, der "sich jede freie Minute im Internet Kochsendungen, Kochblogs etc." ansieht. Was Toni oder Kurt dazu sagt oder bellt ... ist nicht bekannt.


Das Menü

Agnolotti sind von ihm kunstvoll gefaltete und mit Pilzen und Rucola gefüllte Teigtäschchen. Ein paar nach genauem Plan geschmorte Cocktailtomaten plus Nüssen als Topping vervollständigen den 1. Gang, der die Gäste verzaubert.

Das Kalbfleisch im Hauptgang kritisiert er einerseits, andererseits vertraut er seinem Metzger. Eine Floskel zur Beruhigung des Gewissens!

Das Highlight ist sicherlich der Nachtisch: er schält Birnen, "poliert" sie mit einem natürlich neuen, zuvor unbenutztem Spülschwamm - und füllt sie am Ende mit weißer Schokolade, Lemoncurd und Granatapfel-Kernen. Eine akkurat geformte Schokomousse gesellt sich hinzu.

Ein wenig pingelig ist er schon ...


Fazit

Gar nicht pingelig ist er, wenn es darum geht, Schuhregal und Garderobe in den Hausflur auszulagern. Natürlich ist seine blitzsaubere Wohnung sehr klein, aber das ist kein Grund, die Wohnfläche nach außen zu erweitern. Das sieht einfach unschön aus.

Nicht jedem der Gäste gefällt offenbar die Pausen-Aufgabe, kleine Leinwände mit Pinseleien versehen zu sollen - aber sie fügen sich. Was auch sonst? Hätte etwa der Gesprächsstoff gefehlt, obwohl sie sich doch alle so gut verstehen?

Gegen die Bewertungs-Tafeln hat dann niemand einen Einwand - und einhellig, wenn auch nicht völlig übereinstimmend, werden viele, viele Punkte vergeben:

je 10 geben Elina und Madeleine, je 9 Kei und Tim.

Das ergibt die Summe von 38 Zählern - und beschert ihm den bislang 1. Platz, den ihm nur noch Madeleine streitig machen kann.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 4. Juni 2026

3. Juni 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Kassel bei Kei




Ich war noch nie in Indien, habe keinen einzigen Bollywood-Film gesehen - und das Kochbuch habe ich gekauft, weil es auch sehr schön bebildert ist ...



Vorspeise
: Indien auf die Hand - Knusprige Papadams mit Mangochutney und Gurken-Raita, dazu drei Pani-Puri-Variationen

Hauptgang: Indische Klassiker - Butter Chicken und Lamm Madras mit Basmatireis, Spitzkohl und Cashews, dazu frisches Naan
Nachtisch: Europa trifft Indien - Kokos-Safran-Panna-Cotta mit Passionsfrucht, dazu frittierte Quark-Kardamom-Bällchen mit Feigenmarmelade



Dinner . Indien . BollyVox

Tim und Elina können ihre Sorgenfältchen wieder glätten: sie müssen sich keine Gedanken mehr darüber machen, wie sie künftig mit einer voxschen Siegerkrone durchs Land reisen:

Kei zieht mit seinem indischen Menü locker an ihnen vorbei - und kann durchaus hoffen, dass ihn niemand mehr von links oder rechts überholt. Natürlich weiß er zum Drehzeitpunkt nicht, wie hoch sein Menü eingestuft worden ist - und muss sich bis zum Ende der Woche gedulden.

Einem Ende, das von den Kandidaten an diesem Mittwoch bereits bedauert wird: so sehr seien sie zusammengewachsen. Was als gegenseitige Sympathie begann, fühle sich nun beinahe schon wie Familie an -

und der 49jährige Pädagoge Kei macht ihnen heute große Freude.

Zwar war Kei noch nie in Indien, aber immerhin hat er einen indischen Kochkurs besucht. Der Rest ist einfach erklärt: Wer lesen kann, der kann auch kochen.

Nur zum Tischdecken braucht Kei ein Tischdeko-Trio: für die Ausstattung verantwortlich zeigen sich seine Freundin Alex, ihre Mutter und Keis Mutter, die als ehemalige Floristin den Blumenschmuck zu einem harmonischen Bild zusammengefügt hat.

Obwohl ich eher für bescheidene Blumentupfer auf Tischen bin, passt das üppige protzende Gesteck natürlich besser zu BollyVox.

Bei alledem verliert Kei kein einziges Wort über indische Schmalzfilme, denn das interpretiere ich freihändig hinein, weil mir einfach danach ist ... und ich mich erwischt fühle, dass ich das Buch auf dem obigen Bild schon sehr lange besitze, aber noch nichts daraus gekocht habe.


Das Menü

bedeutet vor allem viel Arbeit für Kei, obwohl er dieses und jenes bereits vorbereitet hat - und die Panna- Cotta ihm besonderen Ärger bereitet. Zweimal startet er einen neuen Versuch, bis auch sie am Ende gelingt. Hier ist vor allem

seine Schnibbelhilfe Tobi von großem Nutzen: er kann schnell losflitzen, um neue Milch zu kaufen. Vorausschauend bringt er gleich zwei Flaschen mit ... denn offenbar ist die Panna-Cotta inzwischen zu Keis Angstgegner geworden.

Eigentlich hätte er das Lamm für den Hauptgang gern von seinem Vater bezogen, der Schafe züchtet: aber offenbar reichte die Zeit (von der Annahme seiner Bewerbung bis zu den Dreharbeiten) nicht aus, um noch schnell Lämmer in diese Welt zu setzen ... Geboren, um zu sterben, fällt mir hier besonders auf.

Das Menü lebt natürlich von den verwendeten Gewürzen - und daher kann man es als Zuschauerin nicht wirklich beurteilen.


Fazit

Nebenbei erfahre ich durch Elina, dass in Bulgarien abends gern Sonnenblumenkerne gegessen werden ... 

Und ich überlege, was eigentlich in Deutschland an Abenden gern gegessen wird. Mir fällt dazu nur nichts ein. Ich kenne zu wenige Deutsche im Verhältnis zur Größe des Gesamtvolkes. Und die, die ich kenne, habe ich noch nicht nach ihren abendlichen kulinarischen Vorlieben gefragt ...

Nach einem wirklich anstrengenden Tag bekommt Kei endlich seinen Lohn: je 9 Punkte geben Elina, Tim, Alex und Madeleine,

so dass er mit 36 Zählern nicht leicht aufholbar ist.



Guten Morgen, Gruß Silvia



Mittwoch, 3. Juni 2026

2. Juni 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Kassel bei Elina



"Eine Reise durch Bulgarien - Vom Norden über das Schwarze Meer bis zum Südgebirge"
Vorspeise: Raki mit Bulgur / Shopska-Salat mit Pita / Katak mit Paprika
Hauptgang: Im Tontopf gebackenes Lamm mit Kartoffel-Sesam-Püree, dazu Brechbohnen
Nachtisch: Garash-Torte mit Orangen-Eis


Full House

oder auch Raum ist in der kleinsten Hütte, denn wir sind hier nicht in irgendeinem Kartenspiel, in dem eine besondere Kombination den Weg zum Sieg eröffnet,

sondern in einer Koch-Show, in der die Show einfach an erster Stelle, aber das Kochen auch nicht im Hintergrund steht.

Heute fehlt sowohl die Show als auch gutes Kochen. Übrig bleibt eine holprige Ausgabe der Sendereihe, und das liegt ganz sicher nicht daran,

dass Elina in einer kleinen Wohnung lebt. Damit kommt die Crew schon klar, denn mit Problemen an Arbeitsplätzen ist immer zu rechnen - und nur in Villen und riesigen Häusern zu drehen, ist schließlich auch keine wirkliche Herausforderung.

Richtig eng mit all den vielen Personen um sich herum wird es jedoch für Elina in der winzigen Küche sein, und das könnte ihr Nervenkostüm strapazieren. Vielleicht

wäre es mal eine nette Idee, ein Making of des "perfekten Dinners" zu drehen ... mich würde das sehr interessieren,


Elina

Die 43jährige Rumänin Elina ist Teamleiterin in einer Bäckerei.

Da fällt mir mein morgendlicher Gang zur persönlichen Lieblingsbäckerei ein: der Blick in die dortige Küche zeigt, dass sie noch winziger ist als die von Elina,

aber dort werden auch nur Brötchen geschmiert.

Erwartungsfroh sind die Gäste, denn sie freuen sich auf einen Einblick in die bulgarische Küche ... so viel Vorfreude ist leicht zu enttäuschen ...

Ich erwarte nichts, denn besonders interessiert bin ich nicht an der "bulgarischen Küche", und ob die heute authentisch ist oder nicht: keine Ahnung.

Bulgarien hatte ich nie als Urlaubsziel auf meinem Plan. Nicht mal im Entferntesten. Nicht mal als Ersatz für einen Ersatz.



Das Menü

Es macht Sinn, dass Elinas Schnibbelhilfe Diana sich nicht vor Kälte fürchtet und in voller Wintermontur auf den Balkon ausweicht,

um dort in einer Art heißem Topf Paprika zu backen ... jeweils drei passen in den Topf. In den Backofen hätten alle auf einmal reingepasst ...

Raki - ist in diesem Fall kein Schnaps, sondern es sind einfach Paprika: zusammengewürfelt ergibt es mit anderen Zutaten einen Salat, während die Paprikaschoten gefüllt werden. Kleckse von Joghurt und Brot vollenden den

1. Gang.

Das Fleisch ist in einem Tontopf gebacken und einladend sieht anders aus, aber vielleicht muss es genau so aussehen um in Bulgarien einen Blumentopf zu gewinnen. Dass ein Kartoffel-Püree

von Butter "lebt", fällt hier flach: sie packt Margarine rein. Das ist etwa so, als würde ein Juwelier einen Diamanten in eine Blechfassung schummeln ...

Die Nachtisch-Torte ist mächtig und soll einer Sacher-Torte ähnlich sein ... kann ich der reinen Ansicht nach leider nicht bestätigen. Zumindest ist viel Schokolade drin - und ich meine, Blockschoko zu sehen,

obwohl ... es gibt auch hochwertigeres dunkles Glück.



Fazit

Elina gibt sich Mühe, doch die allein reicht eben nicht.

Die Punkte: 8 gibt Kei, 7 Alex und je 6 geben Tim und Madeleine.

Es sammeln sich 27 Zähler, die nicht viel Platz brauchen, aber dem Menü mehr als gerecht werden.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 2. Juni 2026

1. Juni 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Kassel bei Tim



Vorspeise
: Maronensuppe mit rustikalem Baguette

Hauptspeise: Sikahirsch-Rücken mit Kürbispüree, Kräuterseitlingen und dunkler Jus
Nachspeise: Topfensoufflé mit Pflaumen-Rotwein-Kompott



Flashback!

Es gibt Familien-Geschichten, die bei jeder Feier und sonstiger Zusammenkunft immer wieder auf den Tisch kommen,

und zwar so lange, bis auch das "Opfer" darüber lachen kann.

Als 5jahrigen hat seine heute 63 Jahre alte Mutter Kornelia ihren heute 45jährigen Sohn zu Hause "vergessen", als sie sich auf den Weg zu einer Konfirmation gemacht hat.

Auch vor der voxschen Kamera wird dies erzählt, und inzwischen kann Tim drüber lachen - aber wie sah das wohl damals für den Fünfjährigen aus? Und ist seiner zu der Zeit noch sehr jungen Mutter nirgendwo auf dem Weg zur Feier oder spätestens während der Feier nicht aufgefallen, dass ihr Kind fehlte?

Vielleicht wurde Tim erst danach zu dem Jungen, den seine Mutter als ängstlich und schüchtern beschreibt?

Ein ganz anderer Flashback hat vermutlich den Regisseur erwischt, der das Geschlechtsteil des "Herkules" von Kassel verpixelt hat. Vielleicht hatte der Sender schon mal Ärger mit Nacktaufnahmen? Allerdings machen Statuen keinen Ärger, und schon gar nicht, wenn sie in aller Öffentlichkeit stehen. Vielleicht wollte er auch nur, dass jeder auf den Herkules nicht nur guckt, sondern sich auch an ihn erinnert ... Pixel können Bilder interessanter machen ...


Tim

ist Vertriebsleiter beim TÜV Hessen und lebt in einer rotierenden Elternschaft mit seinem 14jährigen Sohn Luke zusammen. Lukes Mama lebt ganz in der Nähe, so dass er sein schulisches und persönliches Umfeld nie vermissen muss.

Eine gute Lösung nach einer Scheidung, in die Luke sicher auch selber eingebunden war. Er macht einen sehr selbstbewussten Eindruck.

Tim hingegen sehe ich als nervös und ziemlich unter Strom stehend an. Es ist eben nicht einfach, vor Kameras zu kochen und sich obendrein einem Wettbewerb zu stellen.



Das Menü

Die Maronensuppe sieht gelungen und nicht - wie oft bei anderen Kandidaten - wie Brei aus. Das selbstgebackene Baguette erhöht hier ein wenig den Schwierigkeitsgrad des 1. Ganges.

Der Jäger selber bringt den Sika-Hirschrücken ins Haus - und erklärt, dass diese Hirschart vor über 100 Jahren eingewandert sei. Hoffentlich wird die Spezies nicht versehentlich irgendwann ausgerottet.

Das Kürbis-Kartoffel-Püree hätte lt. Elina mehr Kürbis beinhalten dürfen - während ihr die Soße zu süß ist.

Den anderen gefällt der Hauptgang.

Ich gehe mit Alex konform, der nicht gern Geschirr auf Geschirr stehen sieht: das wackelt hin und her und macht unschöne Geräusche,

allerdings sehen die Quark-Soufflés gelungen aus.



Fazit

Alex verleiht der Poesie Flügel: "... Vehikel für Geschmacksprofile ..." oder "Dessert geht niemals durch den Magen, sondern durchs Herz."

Ich kann einpacken mit meiner Sachlichkeit.

Die Punkte für Tim: je 8 geben Elina, Alex und Madeleine, 9 gibt Kei

(ja, sein Name schreibt sich genau so: er stammt aus Japan und kann unterschiedliche Bedeutungen haben: der Glückliche, der Geliebte, der Ehrliche oder auch der Reine - und ist sowohl männlich als auch weiblich). - Natürlich musste ich "Kei" googeln, denn ich war vorher davon ausgegangen, dass seine Eltern einfach nur die falsche Schreibweise gewählt haben.

Mit insgesamt 33 Punkten darf Tim sich nun - wie gewünscht - für den Rest der Woche zurücklehnen und alles auf sich zukommen lassen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 30. Mai 2026

30. Mai 2026 - Es war so schön ...


Es war so schön,

dass es manchmal schmerzt, daran zurückzudenken: nach einem langen Spaziergang mit Robin in einem Cafe zu sitzen, die Sonne auf sich strahlen zu lassen, als hätte sie heute nichts Besseres vor.
Es war so schön, ein Kind zu sein und sorglos penetrant reagieren zu dürfen, ohne zurechtgewiesen zu werden.
Es war so schön, im großen Garten meiner Familie Gänseblümchen zu pflücken, um zu lernen, wie man aus
ihnen eine Haar-Krone zaubert. Plötzlich war ich die Prinzessin von Dortmund-Schüren.
Es war so schön, mit meinem Onkel Franz, dem Bruder meines Vaters, in Dortmund-Aplerbeck über den Markt zu schlendern
und mit Kirschen geschmückt zu werden, die dann um meine Ohrmuscheln baumelten als seien sie kostbarer als Diamanten.
Es war so schön, mit den Füßen aufzustapfen, um damit lediglich zu beweisen, dass ich es konnte - und alle
Erwachsenen stramm standen. Vielleicht nur, um ihre Ruhe zu haben.
Es war allerdings am Schönsten, als ich erfahren habe, dass die Welt sich nicht nur um mich dreht,
auch, wenn man mich lange in diesem Glauben gelassen hat.
Aber die Kirschen und die Gänseblümchen-Krone vermisse ich trotzdem ... und Robin. Ihn vor allem.



Guten Tag, Gruß Silvia


30. Mai 2026 - Ich bin ein Tierschutz-Hund

Beispiel-Foto: mein Yorki Robin mit einem fremden Hund an dessen Gartentor




Ich bin ein Tierschutz-Hund

dem man hier im Heim der Gestrandeten den Namen "Bonbon" gegeben hat. Bonbon hört sich süß an, entspricht aber so gar nicht meinem Schicksal, sondern ist ziemlich kontrovers dazu.

Man hätte mich Wanderpokal nennen können, ohne dass ich das beanstandet hätte - und kluge Leute mit dem richtigen Handling und viel Herz dürften mich durchaus genau so rufen,

und ich würde ihnen nach einer Eingewöhnungszeit stolz folgen, als hieße ich King Charles. Da könnt ihr sicher sein!

In meinem früheren Leben war ich jedoch vor gar nichts sicher, denn den Begriff "Wanderpokal" dürft ihr ruhig wörtlich nehmen:

kaum ein Jahr alt bin ich bereits durch fünf Hände gegangen. Hände, in denen ich gelesen habe,

dass ich ihnen nicht genügt habe. Ich war zu laut,

unverstanden, zu verhaltens-auffällig, zu wenig kinderlieb, zu Wenig eben von Allem, was man sich vorstellen wollte. Schnell lästig geworden in jedem der 5  Fälle auf jeden Fall.

Mein letzter Besitzer hat mich glatt verhökern wollen

(dieser Aussage liegt eine wahre Geschichte zugrunde und ist nur ein wenig ausgeschmückt und geändert),

als wäre ich der Joker in dem Spiel, der am Ende feststellen muss, dass

er die ärmste Wurst auf der ganzen weiten Welt ist.

Eine Pokerrunde hat sich wöchentlich getroffen und um viel Geld gezockt, denn Geld

tröstet mehr als eine liebevoll anstupsende Hundenase oder die eigene Nase in das Fell eines Hundes zu halten.

Der 5. Kandidat mit einem Anspruch, mich zu besitzen, setzte anstelle einer Geldsumme mich als Gewinn ein:

Ergebnis? 

Alle wollten verlieren! Aber so funktionierte das nicht in diesem

Rat-Pack!

Und so wurde ich dem Besoffensten von allen einstimmig zugesprochen - in Schlangenlinien führte er mich in ein Zuhause, in das ich nicht wollte. Was

hatte ich verbrochen, um zum 6. Mal einen derartigen Tritt in den Hintern zu bekommen und psychisch am Boden rumzukriechen?

Langsam wurde ich wirklich nach und nach und verlässlich bissig ... jeder schräge Blick und jedes Wort triggerte mich.

Ich setzte mich zur Wehr und der Besoffene verlor die Leine aus der Hand, so dass ich flüchten konnte.

Tagelang irrte ich durch die Gegend, immer hungrig: getrunken habe ich aus Pfützen, was mich am Leben erhalten hat.

Denn trotz allem hing ich an meinem Leben. Seltsam? Nein, denn auch der Ärmste hängt an seinem kleinen Leben. Das ist ein Gesetz des Lebens!


Das Tierheim

ist sozusagen die 7. Hand und die 1., die mich hält, Hund sein lässt und mit mir gemeinsam an meinen Defiziten arbeitet, die ich

den Menschen verdanke.

Wenn die 8. Hand nicht die endlich richtige und liebevollste ist, dann weiß ich nicht weiter ...

Aber die Tierheim-Freunde und -Freundinnen werden klug darauf achten, dass 

ich endlich das Leben führen darf, das mir zusteht:

aber ich empfinde nicht mehr, dass die Hoffnung zuletzt stirbt,

sondern dass sie bereits gestorben ist.

Euer Bonbon oder treffender Euer Wanderpokal


Guten Tag, Gruß Silvia