Samstag, 18. April 2026

17. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Aschaffenburg bei Antonia




"Omakase-Menü „Ich überlasse es dir.“ Der Koch wählt die Speisen, der Gast genießt die Reise"
Vorspeise: Fenchel / Orange / Muschel / Umeboshi / Shokupan / Algen
Hauptgang: Soba / Soja / Ei / Schnittlauch / Nori
Nachtisch: Miso und Sahne / Banane / Süßkartoffel / Hojich


Im Land des Lächelns

Antonia möchte ihren Gästen, den Zuschauern, den Interessierten, Uninteressierten, Gleichgültigen und allen, die auch nur am Rande etwas von dieser Sendung mitbekommen,

die japanische Küche näherbringen. Sie hat einmal? in Japan Urlaub gemacht und ist seitdem ein Fan der Kultur, zu der natürlich auch die Küche gehört.

Wer möchte, kann sich in Düsseldorf nach den japanischen Küchen samt ihrer Meister umsehen, denn dort ist die größte japanische Gemeinde Deutschlands beheimatet. Ob es in den diversen Restaurants wie in Japan schmeckt oder ob die Küche dem deutschen Geschmack angepasst ist, weiß ich nicht: ich war noch nie in Japan.

Der letzte Abend dieser Aschaffenburger Runde wird von der 29jährigen Küchenplanerin Antonia bestritten. Und bevor es Missverständnisse gibt: sie plant die Hardware, also die Küchenmöbel - aber heute

liefert sie ein wenig Software in Form eines drei-Gänge-Menüs als Gimmick obendrauf.


Das Menü

Das Fenchel-Orangen-Gemüse soll sehr salzig sein, aber alles in allem gut schmecken. Ich esse sehr gern Fenchel plus Orangen, nehme aber nur Pfeffer und ein bisschen Chili, kein Salz.

Soba sind Nudeln - sie packt die selbst hergestellte Teigmasse in eine Plastikhülle. legt diese auf den Boden und stampft mit den Füßen die Luft raus ... Show! Kann man machen, man kann aber auch

ein Nudelholz oder eine Flasche nehmen, um alles plattzukloppen.

Sicherlich könnte sie problemlos auch Trauben mit den Füßen keltern ... falls einem Winzer einmal die Maschinen ausfallen.

Überdies kann ich mir nicht alle Zutaten für die nächsten 2 Gänge merken - die hier voller Inbrunst angepriesen werden. Nur so viel:

Bananen ... wer sie braucht? Bitteschön!

Ich erwähne die nur wegen meines obigen Fotos.

Alle drei Gänge sehen gut und ambitioniert aus. Weiteres kann ich nicht bewerten, denn hier kommt es schon mehr auf den Geschmack an als auf die Sicht.


Fazit

In sehr direkter Nähe zur Kochinsel und zum Esstisch fallen Bärte, und zwar die von Ben und Johannes - ich sehe quasi die kleinen Härchen durch die Luft in die Gläser fliegen ... zum Glück ist das Essen Geschichte. Aber morgen wird Antonia vermutlich wieder kochen ...

Und dieses Dauer-Thema "Bärte" nervt mehr als vieles andere je in dieser Sendereihe genervt hat. Ich mag Bärte auch nicht besonders gern,

würde aber niemanden drängen, diese abzurasieren.

Solche Übergriffigkeiten sind nur im TV möglich, vielleicht vom Team der Sendung forciert ... aber man muss nicht allen Vorgaben folgen. Jeder

darf überall auch er selber sein und bleiben.

Es ist wie es ist, und die Bärte-Story ist mehr als öde und findet hoffentlich keine Nachahmer.

Die Punkte: je 10 von Luna und Johannes, 9 von Ben und 8 von Lucia.

Sapperlot! Antonia hat mit 38 Zählern nur einen Punkt weniger als die Gewinnerin

Luna.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute 7 Sonnenstunden, Regen und maximal 18 Grad.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 17. April 2026

16. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Aschaffenburg bei Ben



"Wald trifft Wasser - ein herbstlicher Genuss"

Vorspeise: Frischer Auftakt mit Farbe, Finesse und Meer - Lachs auf Rote-Bete-Tatar mit Avocado-Creme
Hauptgang: Wild, aromatisch, perfekt abgestimmt - Rehrücken mit „Kartoffel-Blätterteig“ und Selleriepüree
Nachtisch: Ein süß-säuerlicher Abschluss - Dinkel-Brioche-Pudding an Pflaumenkompott und Zitronensorbet



Der sensible Besserwisser

So bezeichnet Ben sich selber, und es bleibt die Frage, ob sich diese beiden Eigenschaften manchmal im Weg stehen. Wird ein Besserwisser eines Besseren belehrt - reagiert er dann sensibel? Vielleicht sogar weinerlich? Oder reagiert er nur sensibel auf andere Kollegen "Besserwisser"? Denn wenn zwei aufeinandertreffen und dann auch noch unterschiedliche Meinungen zu diversen Themen haben - kann es leicht brenzlig werden.

In dieser Runde jedoch hat Ben keinerlei Konkurrenz zu fürchten, denn Luna und Antonia sind ihm und dem anderen barttragenden Kandidaten gegenüber ausgesprochen wohlwollend gesonnen und kaum geneigt, alles besser zu wissen - während Lucia ihr eigenes Ding durchzieht und sich kritikmäßig weder von Bärten noch von sonstigen Dingen beeinflussen lässt.

Ben und Johannes werden intern "die Zwillinge" genannt, obwohl ihr einziges Merkmal dafür die angezüchteten Bärte sind. Ansonsten hat natürlich jeder zwei Augen, eine Nase und einen Mund - was am Ende jede Zwillingsschaft komplett ausschließt.

Es soll auch nur ein Joke sein - und am Ende der Woche möchten die Frauen, dass die Bärte der Männer fallen - vielleicht auch, weil sie das einzige sind, dass Männer Frauen voraus haben können? Wenn die beiden doch so stolz auf ihre Bärtchen sind, kann man sie ihnen auch lassen - und vor allem nicht zwischen den Gängen abrasieren.

Ich sehe hier die Gefahr, dass winzige Härchen hängenbleiben - und im Essen landen.

Der 33jährige Ben ist Produktplaner in einer Eisfabrik - und rasiert sich heute schon den Teil der Männlichkeit ab, die er Johannes voraus hat: seinen haarigen Unterlippenbewuchs.


Das Menü

Geht es hier überhaupt noch ums Essen? Ja, darum dreht sich vieles bei Ben, denn Kochen und Grillen sind sein größtes Hobby. Allein 6 Grillgeräte nennt er sein eigen, und sie stehen wie 6 Wächter in seinem Garten, so dass manch ein Nachbar sich bereits vor dem Rauch fürchten könnte. Für uns Zuschauer stehen sie dort wie ein

Versprechen, dass es heute das wirklich "perfekte Dinner" geben wird.

So sieht es zumindest Ben.

Rot gebeizter Lachs in Miniportionen trifft auf Rote Bete-Tatar.

Der Clou seines Hauptganges misslingt: die Schichtkartoffeln zerfallen beim Nachbraten zu einer Masse einzelner Scheibchen, die kaum genug Platz in der Pfanne haben. Sein

Missgeschick behält er für sich, und es gibt keine Nachfragen, wo denn jetzt der Kartoffel-Blätterteig abgeblieben ist.

"Perfekt abgestimmt" - ist in Bens Menükarte zu diesem Gang zu lesen. Eine sehr mutige Beschreibung!

Dinkel-Brioche-Pudding ... hierzu habe ich keine Meinung, überhaupt keine.


Fazit

Luna und Antonia jubeln über dieses und jenes, das auf ihren Tellern landet, als würden sie dafür bezahlt. Lucia behält das große Ganze im Kopf,

während Ben selbstbewusst wie Rumpelstilzchen aus dem Märchen glaubt, dass niemand seinen Namen erraten kann: "9 Punkte sollten es schon sein ..."

Dem folgt nur Johannes, denn Luna, Lucia und Antonia geben ihm je 8 Punkte.

Das ergibt die Summe von 33 Zählern. - Besserwisser sind eben selten Bessermacher!


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 16. April 2026

15. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Aschaffenburg bei Johannes




Vorspeise
: Rote-Bete-Carpaccio mit Cashew-Ricotta, Rucola und Orangenreduktion

Hauptgang: Kürbis-Gnocchi mit Salbei-Kürbiskern-Butter und Ofengemüse
Nachtisch: Schoko-Dattel-Tarte


The Best of Simple?

Nein, es fehlen die Mindestvoraussetzungen für das, was man das Beste nennen könnte, obwohl es trotzdem einfach ist.

Dafür trägt der 40jährige Museumsleiter Johannes sein Markenzeichen wie ein Schild vor sich her, auf dem stehen könnte Guckt mal, wie fröhlich ich bin. Von so manchem Gemälde könnte die Farbe abbröckeln, sobald er anfängt zu lachen ... laut, durchdringend, immer wieder, denn das Leben ist schließlich ernst genug. Da lacht man sich

auch ohne Kochkünste durch eine Sendung, in der der Begriff "perfekt" in direktem Zusammenhang mit dem Wort "Dinner" steht - und sieht das Motto eher als Empfehlung, denn als Muss. Aber Johannes

pfeift selbst auf die Empfehlung und liefert stattdessen lautes Lachen über alle Backen.

Seine gleichaltrige beste Freundin Angelika leistet ihm nicht nur Gesellschaft, sondern schnibbelt alles an Gemüse, was danach schreit, am Ende zusammengeführt zu werden. Und sie hat vor allem eine Geschichte zu erzählen, denn als sie sich vor 20 Jahren kennengelernt haben,

war sie unsterblich verliebt in Johannes.

Offenbar hat Johannes es damals mit der Ehrlichkeit nicht so genau genommen, denn dass er schwul ist, hat Angelika als Letzte erfahren. Ich höre zwischen ihren Zeilen, dass er eine "Scheinfreundin" gehabt haben soll ... traurig, wenn Menschen sich ihre eigenen Legenden zusammenbasteln. War das vor 20 Jahren wirklich noch nötig? Eher nicht!

Obwohl es natürlich leider immer noch Leute gibt, die andere Leute wegen ihrer Homo-Sexualität verurteilen.


Das Essen

Johannes hat sich entschlossen, vegan zu kochen - und macht es sich einfach einfach, nicht etwa einfach kompliziert, sondern nur einfach.

Zum 3. Mal am 3. Tag gibt es Rote Bete. Die Wiederholungs-Leier liegt natürlich nicht an den Kandidaten, denn die reichen ihre Menü-Vorschläge beim Sender ein - und der Sender entscheidet. Vielleicht mag einer der Entscheider einfach gern dieses Gemüse - aber vielleicht möchte man auch das Publikum ärgern, das sich gern über vieles aufregt und dafür stetig neues - oder sich wiederholendes -Futter benötigt.

Die Rote Bete kommt als Carpaccio auf die Teller - und Luna kann sich vor Begeisterung kaum noch halten, denn besonders die Orangenreduktion begeistert sie.

Überhaupt schmecken und sie Antonia aus der Bete so viel heraus, dass sie drauf und dran sind, ein Gedicht drüber zu fabulieren.

Nur Ben spricht Klartext: "Das ist ein Gericht für einen gemütlichen Samstagabend, an dem ich keine Lust aufs Kochen habe."

Und auch Lucia sieht nicht gerade begeistert aus ...

Ich überspringe den Hauptgang mit dem totgegartem Ofengemüse und irgendwelchen schwarzen Knubbeln, die ich nicht identifizieren kann ...

und gelange zum veganen Schokokuchen, der seine Süße aus Datteln zieht.

Auf Datteln fährt Luna besonders ab, die isst sie "ständig".


Fazit

Beinahe könnte man denken, Luna ist die nächste Frau, die sich unsterblich in Johannes verliebt. Er hat eben Glück bei den Frauen, obwohl er nicht einmal Klavier spielt,

denn auch Antonia ist hin und weg und isst wohl etwas völlig anderes als das, was ich sehe ... oder die beiden jungen Frauen "sehen mit dem Herzen, was für die Augen unsichtbar ist" ...

Die Punkte: je 9 geben Luna und Antonia, 8 gibt Ben, und Lucia mag es eher realistisch und zieht die 6.

Das ergibt die Summe von 32 Zählern.

Und ich höre immer noch Johannes' lautes Lachen, dem ich noch zwei weitere Sendungen lang lauschen darf ... muss ... um die Stille danach umso mehr zu genießen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 15. April 2026

14. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Aschaffenburg bei Luna




Vorspeise
: Tomatentatar mit Senfglacé auf einem Parmesanboot, dazu Brotchips

Hauptgang: Panierter Sellerie, dazu Kartoffelcreme, Rote Bete, Grünkohlchips, Vanillekarotten, Jus und Gorgonzolaschaum
Nachtisch: Pistazien-Cheesecake an Vanilleeis mit heißen Himbeeren, dazu eine Pistazienpraline und Krokant


Wir leben nicht, um zu essen; wir essen, um zu leben.
- Sokrates (470 - 399 v. Chr.), griechischer Philosoph

Das gilt nicht unbedingt für Kochsendungen, denn eine große TV-Industrie lebt genau davon: um kochen und essen zu lassen. Die Wirklichkeit sieht angesichts der vielen verkauften Fertigprodukte und Fast-Food-Ketten, die aus dem Boden gestampft werden und sich um Kunden bemühen, eher nach dem 2. Teil der Überschrift aus.

In meiner Nähe gibt es auf ca. 200 Metern gleich 6 Läden, die die gleiche "Delikatesse" anbieten, als gelte es, die Geschmäcker damit zu einer einfachen Grundregel runterzubrechen: es besteht ein Überangebot, weil es einfach gut ist und jedem schmeckt.

Sehe ich selber nicht so, denn ich esse die ungenannte "Delikatesse" nicht. Und es kann sogar gut sein, dass ich eines oder zwei dieser Geschäfte übersehen habe - und es eher 7 oder 8 sind auf immer noch ca. 200 Metern.

Im weiteren Umfeld gibt es jedoch keinen einzigen Laden, der vegetarische Gerichte verkauft, die obendrein noch so köstlich aussehen wie die, die Luna heute auf den Tisch und ins Fernsehen bringt. Selbst in den meisten rein vegetarischen Wochen des "Dinners" kann ich mich nicht an ein wirklich gutes wie das heutige erinnern.


Warum kocht Luna nicht in ihrem eigenen Zuhause?

Die 22jährige Krankenschwester Luna lebt gemeinsam mit ihrer Freundin Luisa in einer Wohngemeinschaft, die wir als Zuschauer kurz "besichtigen" dürfen, aber sie zieht es vor, in der elterlichen, größeren Wohnung zu kochen.

An der WG-Wohnung ist nichts auszusetzen, itv hat schon in kleineren Küchen im Weg herumgestanden und trotzdem einen ordentlichen Film auf die Reihe bekommen.

In dem elterlichen Zuhause jedoch wartet ihre Mutter Sabine auf ihren Auftritt, und sie ist einigen wenigen Zuschauern vielleicht noch bekannt, weil sie im Jahr 2019 in diesem Format gewonnen hat.

"Wer das perfekte Dinner immer guckt, kennt ja diese tolle Wohnung", meint dazu ein Mitstreiter Lunas.

Nein, ich erinnere mich nicht an diese Wohnung (und auch nicht an Sabine), weil ich seitdem so viele Wohnungen gesehen habe, dass es unmöglich ist, sich an einzelne zu erinnern. Eher erinnere ich mich an einige, aber dennoch nur wenige Kandidaten.

Doch die tolle Wohnung der Eltern mag der Schlüssel sein, warum Luna dort kocht.


Das Menü

Ich beginne mit ein paar Kritikpunkten zu Lunas Dinner. Angeblich soll es rein vegetarisch sein, aber sie verwendet Parmesankäse, der diese Voraussetzung nicht erfüllt: bei der Herstellung wird Lab von Kälbern verwendet.

Des Weiteren ist das Brot zur Vorspeise ebenso im Laden gekauft wie ein Pesto. - Das Eis ist unsichtbar für Kameras bereits vorbereitet.

Die Vorspeisenteller sehen traumhaft angerichtet aus, und ein Senfeis hat es wohl nie zuvor in dieser Sendung gegeben (denke ich, weiß ich natürlich nicht genau).

Der Nachtisch-Käsekuchen mit viel Pistazien ist ziemlich klein, so dass er als Nachtisch durchgehen kann - und nicht an einen Nachmittags-Kuchen erinnert. Die Pistazienpralinen sehen köstlich aus für alle, die Pistazien gern mögen.

Der Hauptgang fällt rein optisch etwas aus dem schicken Rahmen.


Fazit

Die Gäste in der schönen Wohnung sind schier "aus dem Häuschen" und ziehen die Konsequenz:

je 10 Punkte geben Johannes und Antonia, je 9 Lucia und Ben.

Mit 38 Zählern insgesamt sucht der Sender schon Lunas Kontonummer raus, um ihr bald die 3.000 Euro Siegprämie zu überweisen,

denn eine 38 ist schwer zu toppen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 14. April 2026

13. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Aschaffenburg bei Lucia



"Biss zum letzten Bissen"

Vorspeise: Rote-Bete-Carpaccio mit Ziegenkäse-Creme, Honig, Walnüssen und warmen Kürbisbrötchen
Hauptgang: Zanderfilet auf Safran-Risotto mit Zitronenschaumsauce und Lime-Kaviar
Nachtisch: Dracula-Muffins mit rotem Blutkern



Graf Dracula ist Ehrengast

Bram Stokers "Dracula" und all seine Interpretationen davon sind mir immer fremdgeblieben, denn für genau solche Geschichten fehlt mir die Freude darauf, das Interesse daran und anfangen kann ich rein gar nichts damit.

Das sieht natürlich bei der 63jährigen Lucia anders aus, denn immerhin stammt sie nicht nur aus Rumänien, sondern aus dem dortigen Gebiet

Transsilvanien. Dem Ländernamen nach muss es dort viele Wälder geben - und tief verbunden ist er mit einem Vampir, der bereits viele weitere Schriftsteller und Drehbuchautoren nach Stoker inspiriert hat, die Geschichte neu aufzugreifen oder weiterzuspinnen.

"Tot, aber glücklich" heißt einer von vielen Filmen, und trotzdem ist Graf Dracula nicht "totzukriegen", denn er ist wohl bereits tot.

Auch in der heutigen Sendung mit der Wellness-Beraterin Lucia, die eine weitere, sehr kleine Geschichte um den Vampir zu einem Dinner zusammenfügt, steht er wieder einmal auf ... und sorgt für ziemlich viele Punkte, die sich mitten in der dunklen, späten Nacht zu einem großzügigen Urteil zusammenfügen, genau so, als wäre mehr Blut für Dracula geflossen, als er benötigt hätte.


Das Menü

In der Küche hat Lucia Hilfe von ihrem Mann - und trällert ein paar Lieder, die gar nicht düster klingen, denn sie singt aus voller Inbrunst, aber nicht mit viel Hingabe an Tonlagen. Egal. Sie ist fröhlich, lacht gerne - und wirkliches Blut gibt es natürlich auch nicht. Wie das in Filmen eben ist ...

Das Rote Bete-Carpaccio samt Beilagen sieht nett aus, aber für Ben hat sich der Aufwand für die Kürbisbrötchen nicht gelohnt.

Das Risotto im Hauptgang könnte den Namen "Seltsam" tragen, denn schlotzig sieht anders aus, und nur schlotzig beschreibt ein gelungenes Risotto. Der Fisch hingegen ist verunglückt übergart.

Auch der eine oder andere Gast spricht davon, dass er trocken ist. Kein Wunder, denn nach dem Garen in der Pfanne wurde er noch im Ofen nachgegart - und aus übriggebliebenen Einzelteilen wieder zusammengesetzt.

Und wenn die Gäste schon in den ersten zwei Gängen nicht direkt auf Dracula gestoßen werden, so richtet es der Nachtisch:

Die Muffins bekommen Gesichter, Reißzähne und angedeutetes Blut, als wären sie das Highlight auf einem Kindergeburtstag - doch die Hauptsache ist natürlich, dass sie an den bösen Grafen erinnern, dessen Geschichten wiederum eher nichts für Kinder sind.


Fazit

Und: es geht schon wieder los! Was? Na, das,

denn Antonia hat unverzüglich nach ihrem Eintreffen bei Lucia das Gefühl, als wäre sie "nach Hause gekommen". Klar, denn wenn man nach Hause kommt, trifft man dort öfter auf Fremde ...

Auch Lucia ist bereits vor dem 1. Gang klar, dass es ihr vorkommt, als würde man sich schon lange kennen.

Trotzdem wird ihr nach einem sehr langen Abend natürlich niemand helfen, die Küche wieder auf Vordermann zu bringen. Ich bewundere Lucia,

die bei all dem Chaos nicht den Überblick verliert.

Die Punkte: 9 gibt Johannes, je 8 Luna, Ben und Antonia.

Und obwohl dem einen oder der anderen der wirklich rote Faden zum heißen Grafen gefehlt hat, ergeben sich spätabends blutjunge 33 Zähler.

Biss-chen viel!


Guten Morgen, Gruß Silvia


Montag, 13. April 2026

12. April 2026 - ARD - Tatort Köln - "Showtime"



Schauspieler und ihre Rollen

Klaus J. Behrendt als Max Ballauf
Dietmar Bär als Freddy Schenk
Joe Bausch als Dr. Roth
Roland Riebeling als Norbert Jütte
Tinka Fürst als Natalie Förster
Max Giermann als Frank Anders




Tatort Köln - "Showtime"

Beruflich kurz hinterm Himmel und privat noch weit vor dem Teufel als Zeichen von Bosheit - wohnt Frank Anders in seinem eigenen Kopf, der ständig bereit ist, Wände zu durchbrechen - diese vielen Schläge machen ihn nur noch böser, unberechenbarer, verrückter, teuflischer - und welcher

Schauspieler könnte diesen Kerl besser darstellen als Max Giermann? - Zum Glück bleibt seine bekannte Klaus Kinski-Parodie weitgehend außen vor,

denn sein Frank Anders ist mindestens ebenso in aller negativer Hinsicht durchgeknallt wie damals nur Kinski als solcher Angst und Schrecken um sich herum verbreitet hat. Selbst als Zuschauer und von ganz weit außen betrachtet, blieb es einem nicht verborgen. Aber Frank Anders ist anders als Kinski, wenn er auch nur auf eine andere Art böse ist.

Frank Anders ist das Zugpferd und der Mitproduzent einer seit vielen Jahren beliebten Fernseh-Serie für Kinder. Vor der Kamera blödelt er für die Kids und

spielt den Erklärbär, eben diesen lustigen Typen, den alle mögen: nur einer mag ihn noch mehr als alle Kinder zusammen - und das ist Frank Anders. Er hält sich für den donnernden Gott der TV-Welt, dem sich jeder unterordnen muss, der seinen Brot-Job erhalten will.

Seine Eskalationen sind bestens geeignet, Magengeschwüre wachsen zu lassen - und sowohl Mord- als auch Suizid-Gedanken durchaus in Erwägung zu ziehen.

Ermordet wird erst einmal der Kamera-Mann dieses bejubelten Kinderprogrammes - und Frank Anders ordnet an,

dass dieser immer einen Platz in aller Herzen haben wird. Sagt sein Mörder - und vergießt dabei

trockene Tränen, die daran zweifeln lassen, dass er jemals für andere als für Kinder spielen könnte.


Dann wird Frank Anders ermordet

Doch damit sind zum Glück die erfrischend-erschreckenden Auftritte des Max Giermann noch lange nicht vorbei,

denn in Rückblenden hat er weiterhin seine bitterbösen Anfälle, die nicht einmal vor Kindern Halt machen, die sich für diese Serie beworben haben.

Er macht einfach keine Unterschiede in seinen Hass-Attacken, an denen jeder Psychiater seine Freude hätte. Oder auch nicht ...

Aber wer würde sich trauen, den Teufel in Menschengestalt endlich dorthin zu schicken, wo er beheimatet ist? In die Hölle!


Als kleines Mädchen

war Marianne sein größter Fan: im Kinderheim gemobbt, fühlte sie sich tief in die Welt dieser Kinderserie hinein - und Frank Anders galt als ihr Nonplusultra von

Menschlichkeit.

Als erwachsene Frau wird sie als Praktikantin Maria für die Serie eingestellt und muss erfahren, dass sie all ihre Liebe einem Ungeheuer gewidmet hat.

Sie möchte, dass er sich ändert, dass er endlich der wird, den er vor den Kameras spielt ... doch er greift sie in der Absicht an,

sie zum Schweigen zu bringen. Es wäre schließlich nicht sein erster, sondern sein zweiter Mord - und man bekommt Übung ...

Sie vernebelt seine Augen mit Pfefferspray ... und er fällt hintenüber vom Balkon.

Folglich hat Frank Anders seinen Heimweg in die Hölle ganz allein gefunden ...


Fazit

Eine interessante Sichtweise aufs Fernsehen: nicht ganz neu, nicht wirklich überraschend, aber so viel ehrliche Retrospektive, wenn sicherlich auch überzeichnet, ist einen positiven Punkt für die ARD wert.

Max Giermanns Part ist 5 von 5 möglichen Sternen wert,

während mir der Gesamt-Plot 3,5 Sterne abluchst.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 11. April 2026

10. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Bremen bei Annett



"La Dolce Vita"

Vorspeise: Nudeln machen glücklich - Pilzravioli an Champignonmousse
Hauptgang: Edelfisch mit Leichtigkeit - Wolfsbarschfilet und karamellisierte Karotten auf einer Karotten-Majoran-Sauce mit einem aufgespritzten Kartoffelpüree
Nachtisch: Tipi di dolce - Geeister Cappuccino und Tiramisu, dazu beschwipster Cantuccino


"Etwas Besseres als den Tod findest du überall"
- Jacob u. Wilhelm Grimm (Die Bremer Stadtmusikanten)

Damals ging es um Freiheit, eingeschränkt durch eine menschenunwürdige Mauer, als viele über die Deutsche Botschaft in Prag aus der damaligen DDR geflüchtet sind. Es war der 30. September 1989, als dort der deutsche Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher verkündete, dass die Ausreise von tausenden DDR-Bürgern genehmigt worden war - und dies

das Bröckeln der Mauer schließlich in Gang gesetzt hat, bis sie kurz darauf gefallen ist.

Die 62jährige Annett aus Magdeburg kam 1989 auf diesem Wege mit ihrer damals 5jährigen Tochter nach West-Deutschland. Sie sei kein Wirtschaftsflüchtling gewesen, betont sie, denn sie hatte einen guten Job dort -

erzählt aber gleichzeitig: "Ich wollte nicht so wie die Funktionäre wollten - und da haben die mich abgesägt."

C u t!

Dass sie gerne über Grenzen geht und sich deshalb fürs "Dinner" beworben hat, passt zu ihrem damaligen wirklichen Grenzübertritt - von dem ihre Mutter nichts gewusst hat und Annett Sorge hatte, wann sie sie und andere Verwandte je wiedersieht. Es hätte alles auch anders ausgehen können ... und sie hätte sie wirklich nie wiedergesehen.

Heute erleben wir den letzten Abend dieser eher unerfreulichen Ausgabe der Sendereihe, und Annett kann zeigen, ob ihr annähernd das gelingt, was die Zuschauer von einem "perfekten Dinner" erwarten.

Immerhin legt sie das beste Dinner dieser Woche hin.

Unterdes spricht Hülya von einer anfangs schwierigen Anastasia, die sich jedoch langsam an die Gruppe angepasst habe.

Lustig oder auch nicht ist es, dass niemand von Annetts Mitstreiterinnen etwas mit dem Begriff "La Dolce Vita" anfangen kann - obwohl der bereits zum deutschen Sprachgebrauch gehört wie "Mamma Mia" - und natürlich "das süße Leben" bedeutet.

Wird Anastasia ohnehin sofort wieder vergessen ... diese kühle Frau aus dem kalten Sibirien. An Läuterung glaube ich nicht, eher an ein "Ich gebe auf, ich will mich schließlich als Ernährungs-Coach etablieren - und keine Freundinnen finden."

Im eigenen Interesse kriegt sie die Kurve ... wie sie schon selber sinngemäß erwähnt hat: Anastasia first!


Das Menü

Ravioli mit Steinpilzfüllung werden von einer Champignon-Mousse begleitet, die zwar aussieht wie ein Pflasterstein in einem Vorgarten des Grauens ... aber durchaus schmecken kann. Besonders Mette-Lina lobt den 1. Gang, während

Hülya die Bissfestigkeit der Ravioli bemängelt - und Anastasia dies nickend (und freudig?) bestätigt.

Wolfsbarsch mit Soße und Kartoffelpüree. Kein Hexenwerk, aber nett.

Das Tiramisu ... ein beliebter Nachtisch, wobei die nicht so beliebte Anastasia das einfach nicht mag. Da machste nix, das ist schon seit

Dienstag nicht anders.


Fazit

Wer in dieser Woche große Kochkunst gesucht hat, wird vielleicht in der nächsten Woche oder der übernächsten oder erst in 10 Wochen fündig ... oder muss selber den Herd anwerfen.

Die Punkte für Annett: je 8 von Mette-Lina und Hülya, 7 von Anastasia.

Mit 23 von 30 möglichen Zählern kann sie leider nicht gewinnen.

Mette-Lina gewinnt, und von den 3.000 Euro Siegprämie kann sie so einige Konzert-Eintrittskarten kaufen - Konzerte, auf die sie meistens allein geht, wie sie erzählt hat.

Für sie war es mutig, sich dieser Herausforderung zu stellen. Für manch einen Zuschauer auch. Doch selbstverständlich macht das jeder einzelne freiwillig, ohne Zwang und immer mit der Fernbedienung in der nächsten Nähe als Ausgangstür.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute bis zu 19 Grad bei 6 Sonnenstunden.



Guten Morgen, Gruß Silvia