Vorspeise: Green wave - Tatar vom gebeizten Lachs mit Apfel und Zitrus-Vinaigrette, dazu grünes Kräuter-Öl
Hauptgang: Forest mood - Flanksteak mit Trüffel-Pilz-Risotto, dazu Rinderjus, Meerrettich-Espuma und fruchtiger Waldsalat
Nachtisch: Chocolate-Fusion - Schoko-Brownie mit gerösteten Nüssen, dazu Birnenkompott mit lauwarmem Vanilleschaum
Wo viele Gäste sind, ist viel Pack.
- Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), Philosoph
- Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), Philosoph
Zugegeben, dieser Spruch ist nicht freundlich, aber wenn er Schopenhauer einst ins Konzept gepasst hat, muss der philosophisch wertvoll sein -
und passt heute wie die berühmte "Faust aufs Auge". Und auch das ist nicht nett,
und zwar genau so wenig wie Albert. Eigentlich wollte ich zu dem angeblichen Londoner (die Metropole ist hip und liest sich gut in einem Lebenslauf) mit polnischen Wurzeln nichts mehr schreiben -
doch seine neueste Nummer kann ich nicht weglassen, ohne diesen Abend zu beschreiben.
Nach seiner eigenen misslungenen Essenszubereitung am vergangenen Montag sitzt er nun bei dem 4. Gastgeber am Tisch, grinst süffisant und meint - sozusagen als Nachtisch so einiger seiner schroff-schrägen Bemerkungen an den anderen Tagen - dass
er mit den Desserts in dieser Woche "keinen guten Lauf gehabt habe" - darum hat er sich "sicherheitshalber" einen Obstsalat mitgebracht ... in einer Plastikschale, die man genau so hier und dort kaufen kann. Also nicht einmal einen selbst geschnippelten Obstsalat.
Was treibt den Mann in diese Sendung? Weder kann er kochen noch ist er ein dankbarer Gast. Und obwohl er polarisiert, hat er überhaupt keinen Unterhaltungswert - außer man braucht einen Querulanten, der alles mies macht und andere auf die "innere" Palme treiben soll.
Für jedes weitere TV-Format - etwas, das er vielleicht ins Auge gefasst hat - wäre Albert das reinste "Gift".
Daniel
ist 40 Jahre alt und lebt mit seiner Freundin Vanessa zusammen, die in ihrem Lob für seine Kochkünste bescheidener und leiser ist als Marks Freundin.
Er arbeitet im Vertriebsmarketing für Staubsauger und Küchenmaschinen.
Das Menü
Zum Aperitif serviert Daniel neben dem kleinen Mischgetränk als Gag auch Pommes, weil Albert sich diese gewünscht hat.
Ich hätte für ihn ein komplettes Essen beim nächstbesten Fast-Food-Anbieter geordert, einfach, weil meine Nerven es mir wert wären ...
Doch der stets unzufriedene Typ muss sich mehr oder weniger durch die drei Gänge quälen, und da der 1. Gang recht gut aussieht, schmeckt der ihm auch - ein Glück, das mir an Daniels Stelle auch schon egal wäre -
denn Albert beäugt die Vorspeise kritisch und seziert sie in kleine Dosen und überführt sie in seinen spitzen Mund.
Es ist eine Qual oder auch Strafe, ihm beim Essen zuzusehen ...
Muss das Flanksteak-Fleisch aus den USA als Beweis seiner Qualität Flugkilometer nachweisen können? - Ich traue mich kaum, kritisch zu sein, denn
meine kleine Kritiken sind, als würde ich einen Baum fällen lassen, während Albert ganze Wälder niedermetzeln lässt.
Selbst seine freundlichen Wörter für diesen Abend purzeln wie auswendig gelernt, abgekupfert von anderen und unehrlich begleitet von einem wiederum süffisanten Lächeln.
Fazit
Am Ende der Veranstaltungen angekommen, muss ich lachen, denn Mark meint, dass jeder in dieser Woche sein Herzblut ins Kochen gelegt hat.
Wenn das so ist, ist Alberts Herz erkrankt: er hat bewiesen, dass er überhaupt keine Ahnung vom Kochen hat. Dafür beherrscht er die Kriegs-Strategie, sinnlos grinsend andere zu attackieren.
Er hätte glücklich sein können, viermal gut essen zu dürfen - und darf jetzt wieder in Flugzeug-Kombüsen Fertigmenüs aufwärmen. Und:
falls ein Passagier dort oben in den Lüften ihn erkennt, könnte es sein, dass derjenige ihn darum bittet, von jemand anderem versorgt zu werden. Immerhin kann auch beim Aufwärmen etwas schiefgehen, wenn man Albert heißt ...
Die Punkte: 7 gibt Albert, je 8 Mark und Jutta, 9 Kayo.
32 Zähler befördern Daniel nur der Zahl nach auf die gleiche Höhe wie Albert, der gezeigt hat, wie unappetitlich ein Dinner sein kann.
Es gewinnt Mark, der eine Essenseinladung bei sich zu Hause in Aussicht stellt.
Doch: Falls sich auch nur einer seiner Mitstreiter je wieder mit Albert trifft - fresse ich keinen Besen, sondern koche sein
Essen nach und würge es demütig runter.
Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen, albertlos, aber sonnig. Wir erwarten heute 11 Sonnenstunden und maximal 17 Grad.
Guten Morgen, Gruß Silvia




