Dienstag, 28. April 2026

27. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Potsdam bei Saskia


"Ost-Klassiker neu interpretiert - Ein Abend mit Geschmack und Geschichte"
Vorspeise: Kleines Ragout mit Ost-Charme - Ente / Brühe / Käse / Brot
Hauptgang: Knusprige Panko-Eier auf Trüffel-Senfsoße, dazu Cremiges von der Kartoffel
Nachtisch: Süße Ostalgie - Quarkkeulchen trifft cremiges Zitrönchen



Die einen wissen, wie es in der DDR war, und die anderen haben in ihr gelebt.
© Klaus D. Koch (*1948), Dr. med.

Und die, die wissen wollen, wie es in der DDR gewesen ist, werden heute direkt, überhaupt nicht dezent, laut und vorlaut von Saskia einfach mitgenommen, um in ihrem Redeschwall unterzugehen - oder die ganze Chose mit einem Klick auf die Fernbedienung zu beenden.

Die 30jährige Saskia hat eine bestehende DDR nicht mehr erlebt, aber offenbar liegt dieser Staat einfach in ihren Genen. Ich stelle mir gerade vor,

wie eine Sendung "das perfekte Dinner" in 1980 und in der DDR gedreht, hätte aussehen können:

und genau das bekomme ich heute zu Gesicht. Ich befinde mich wie in einer Zeitmaschine, die mich unaufgefordert überrollt, ohne dass ich

wirklich wissen will, wie es in der DDR war.


Das Essen

spricht die Sprache "man nehme, was man billig organisieren kann" - und lasse jeden Charme beiseite, obwohl der in der Menükarte versprochen wird.

Als Aperitif erhitzt sie gekauften Glühwein, der nur auf Weihnachtsmärkten künstlich teuer wird.

Würzfleisch in Anlehnung ans Ragout Fin soll ein DDR-Klassiker sein - in Gemüsebrühe kocht sie 2 Entenbrüste - und am Ende und nachdem ich dieses Gericht gegoogelt habe,

denke ich, hier könnte sogar ein Fertig-Dosen-Produkt nicht schlechter sein.

Aber es geht noch heftiger abwärts, denn der Hauptgang besteht aus je einem panierten Ei und einer was-weiß-ich-Soße plus Kartoffel-Pampe samt Trüffelbutter. Nix mit echten Trüffeln.


Fazit

Beim Eierpellen gerät Saskia an ihre Grenzen ... wobei Fluchen ihr Fluchtversuch ist: doch sie kennt ein Schlupfloch:

die Gäste haben schließlich nichts Besseres zu tun und dürfen nun die Eier pellen.

In der letzten Woche hat sich jemand seinen Nachtisch mitgebracht - in dieser müssen die Gäste selber Hand anlegen, damit sie was auf die Teller bekommen.

Aus Saskias Fluch-Lexikon eine kleine Auswahl:

Eh Alter. Oh Scheiße. Hab' kein' Bock, die Scheiß-Eier zu pellen.

Eine Rauch-Pause muss allerdings sein, damit die Zuschauer nicht vergessen, in welch falschem Film sie gelandet sind.

Die Punkte für Saskia: je 7 von Anna und Bea, je 8 von Pauline und Konrad.

Es kommen unglaubliche 30 Umdrehungen für ein Essen zusammen, das weder viel gekostet noch irgendwelche Mühe gemacht hat.

Nur Saskia hatte Spaß - ist das nicht die Hauptsache? Sie verabschiedet sich vom Team, um zu duschen und - O-Ton - "meine Kauleiste zu putzen".

Ich schalte schnell zum Barnaby-Krimi "Der Tod und die Lady", in dem zwar gemordet wird, aber auf eine unterhaltsame Art und ohne Vulgärsprache. Es ist eben eine Lady in diese Todesfälle verwickelt, und sie bleibt selbst dann eine Lady, als sie einer anderen Frau heftig ins Gesicht schlägt.

Der Saskia-Abend ist in vieler Hinsicht nicht besser als ein Schlag ins Gesicht - so deftig uncharmant.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Montag, 27. April 2026

27. April 2026 - Zum 100. Geburtstag der Queen am 21. April 2026



Zum 100. Geburtstag der Queen am 21. April 2026

70 Jahre auf einem Thron, den sie nicht einmal direkt geerbt hat - und der ihr nur durch die Liebe ihres Onkels zu einer verheirateten amerikanischen Frau zugefallen ist.
Noch an ihrem letzten Lebenstag hat sie pflichterfüllt die kurzzeitige neue Premierministerin empfangen,
und all das kann ihr nie ein anderer Arbeitnehmer gleichtun.

Sie sah gebrechlich aus, natürlich, aber willens, ihrem Arbeitgeber, dem britischen Volk, zu dienen. Bis zuletzt.

Gefühle äußern konnte sie öffentlich nur gegenüber Vierbeinern: ihren Pferden und ihren Hunden. Auf Galopprennbahnen war sie in ihrem Element - sah glücklich aus, und hier und da konnte sie dort sogar eskalieren.

Nach ihrem Tod im Jahr 2022 und besonders im Nachtreten zu ihrem 100. Geburtstag wird geschrieben,

dass sie als Mutter versagt hat.

Siehe besonders ihren Sohn Andrew.

Aber auch ihren Umgang mit der "heiligen" Diana.

Meiner Meinung nach hat sie damals, als Diana tödlich verunglückt ist, erstmals überhaupt Gefühle gegenüber einem Menschen gezeigt: sie mochte Diana nicht, und das war zu spüren.

Auch eine pflichtbesessene Königin ist ein Mensch. Und diese Erkenntnis spricht nicht g e g e n die Queen, sondern eher gegen Diana, die der "Firma" viele Probleme verursacht hat. Diana und die "Firma" passten einfach nicht zusammen.

Andrew ist ein härteres Kapitel: jeder kennt seine Schuld.

Und hier kommt die Schuld einer Mutter ins Spiel, die neben ihrer Tätigkeit fürs Imperium eben
keine wirklich Mutter sein konnte.

Erzogen wurden die Kinder von anderen - und wenn sie einmal mit der Queen zusammengetroffen sind, dann

hat sie das bekannt tiefschwarze Schaf der Familie vielleicht verhätschelt, aber die

Entscheidungen, so zu sein wie er war oder noch ist, hat Andrew selber getroffen.

Am Ende steckt niemand in den Köpfen seiner Kinder.

Auch König Charles hat oft darüber gesprochen, wie kalt sein Elternhaus war - und wie sehr er seine Nanny gemocht hat.

Die Queen hat ihre Kinder "gedeckelt", weil ihr nichts anderes übrig geblieben ist. Eine
Mutter im Sinne einer wirklichen Mutter konnte sie nie sein.

Während Diana Andrew Morton bei seinem Buch tatkräftig assistiert hat, war sie damit beschäftigt,
das Commonwealth zu vertreten.

Während Andrew zügellos gelebt hat, hatte sie Termine.

Während Charles mit Camilla über Tampons telefoniert hat, hat sie ihm sicher nicht den Telefonhörer gehalten - sondern war im Dienste des Landes unterwegs.

Und wer kann schon erklären, warum nicht Anne, sondern Andrew ihr Lieblingskind gewesen sein soll.
Vielleicht, weil sie bei ihm ihre größten Versäumnisse als Mutter erkannt hat.

Sie soll Tagebücher geschrieben haben, deren Veröffentlichung noch viele, viele Jahre andauern können.

Erst danach kann man über die Queen als Mutter und die Schuld einer Mutter schreiben. Vielleicht.

Bis zu ihrem Tod war sie die Mutter des Commonwealth - und nur ganz am Rande als eher Außenstehende die ihrer vier Kinder.

Die Kinder hatten eben keine vier Beine und hießen weder Pferd noch Hund ...

und ihr Leben insgesamt hatte sie sich eher als Landfrau vorgestellt ohne
diese komplexe Verantwortung, ihre Gefühle stets im Zaum halten zu müssen.


Guten Morgen, Gruß Silvia
Pr


Samstag, 25. April 2026

25. April 2026 - Sommersprossen ...





"Ein Gesicht ohne Sommersprossen ist wie ein Himmel ohne Sterne"

Als kleines Mädchen habe ich meine Sommersprossen hingenommen wie es kleine Mädchen tun, die noch nicht in Spiegel sehen, um an sich selber Spuren von Unvollkommenheit zu entdecken.

Sie waren da, sie gehörten zu mir, und sie wurden genau so gewaschen wie alles übrige.

Sie wucherten auch nur in meinem Gesicht und auf meinen Armen - alles andere war so wie bei allen anderen. Doch dann fing es an, es begann, 

als ich vom Kind zum Mädchen geworden war:

diese hell-hellbraunen Flecken störten. Vor allem mich selber.

Mit gesenktem Kopf schlich ich durch die Gegend, damit niemand meinen Makel sehen könnte.

Geerbt hatte ich diese Flecken von meiner Mutter, die als Mädchen mit allen möglichen und unmöglichen Dingen wie z. B. Zitronensaft

versucht hat, die Merkmale zu vertreiben.

Und das, obwohl ihre Mutter ihr zum Trost den Spruch mitgegeben hat

Ein Gesicht ohne Sommersprossen ist wie ein Himmel ohne Sterne.

Das hört sich so schön an, als würden sich alle anderen Mädchen nach Sommersprossen sehnen und manche sie sich sogar aufmalen.

Es blieb trotzdem für eine lange, lange Zeit ein Makel, der mich

derart behindert hat, als hätte ich etliche Gehirnzellen weniger als andere, aber als Ausgleich dafür eben

diese furchtbaren Sommersprossen.

Gemobbt - so sehe ich das im Nachhinein - wurde ich nie deswegen, aber jede Ablehnung für meine damals noch kleine Person habe ich letztendlich auf diese Sprossen bezogen,

die andere eben nicht wie eine große Prüfung durch ihr Leben tragen mussten.


Heute

sind sie weitgehend verblasst, was ein Prozess von vielen Jahren gewesen ist.

Und ich stehe vor einem Spiegel und sehne mich nach ihnen - sie haben mich ausgemacht, waren ein Teil von mir, der

nun fast verschwunden ist.

Nur ein paar kleine haben den Lauf der Zeit überdauert, und ich creme sie ein, als wären sie nicht nur eine Erinnerung, sondern auch eine Hoffnung, dass sie wieder sprießen.

Werden sie nicht!

Vielleicht sind sie auch nur eine Hoffnung, dass alles noch einmal so wie damals wird - und ich die Chance bekomme,

anders damit umzugehen. Und die Welt ohne gesenkten Kopf ansehen kann, obwohl ich einen vermeintlichen Makel mit mir herumtrage. 


Guten Tag, Gruß Silvia 



24. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Düsseldorf bei Daniel




"From sea to soil to soul"

Vorspeise: Green wave - Tatar vom gebeizten Lachs mit Apfel und Zitrus-Vinaigrette, dazu grünes Kräuter-Öl
Hauptgang: Forest mood - Flanksteak mit Trüffel-Pilz-Risotto, dazu Rinderjus, Meerrettich-Espuma und fruchtiger Waldsalat
Nachtisch: Chocolate-Fusion - Schoko-Brownie mit gerösteten Nüssen, dazu Birnenkompott mit lauwarmem Vanilleschaum


Wo viele Gäste sind, ist viel Pack.
- Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), Philosoph

Zugegeben, dieser Spruch ist nicht freundlich, aber wenn er Schopenhauer einst ins Konzept gepasst hat, muss der philosophisch wertvoll sein -

und passt heute wie die berühmte "Faust aufs Auge". Und auch das ist nicht nett,

und zwar genau so wenig wie Albert. Eigentlich wollte ich zu dem angeblichen Londoner (die Metropole ist hip und liest sich gut in einem Lebenslauf) mit polnischen Wurzeln nichts mehr schreiben -

doch seine neueste Nummer kann ich nicht weglassen, ohne diesen Abend zu beschreiben.

Nach seiner eigenen misslungenen Essenszubereitung am vergangenen Montag sitzt er nun bei dem 4. Gastgeber am Tisch, grinst süffisant und meint - sozusagen als Nachtisch so einiger seiner schroff-schrägen Bemerkungen an den anderen Tagen - dass

er mit den Desserts in dieser Woche "keinen guten Lauf gehabt habe" - darum hat er sich "sicherheitshalber" einen Obstsalat mitgebracht ... in einer Plastikschale, die man genau so hier und dort kaufen kann. Also nicht einmal einen selbst geschnippelten Obstsalat.

Was treibt den Mann in diese Sendung? Weder kann er kochen noch ist er ein dankbarer Gast. Und obwohl er polarisiert, hat er überhaupt keinen Unterhaltungswert - außer man braucht einen Querulanten, der alles mies macht und andere auf die "innere" Palme treiben soll.

Für jedes weitere TV-Format - etwas, das er vielleicht ins Auge gefasst hat - wäre Albert das reinste "Gift".



Daniel

ist 40 Jahre alt und lebt mit seiner Freundin Vanessa zusammen, die in ihrem Lob für seine Kochkünste bescheidener und leiser ist als Marks Freundin.

Er arbeitet im Vertriebsmarketing für Staubsauger und Küchenmaschinen.


Das Menü

Zum Aperitif serviert Daniel neben dem kleinen Mischgetränk als Gag auch Pommes, weil Albert sich diese gewünscht hat.

Ich hätte für ihn ein komplettes Essen beim nächstbesten Fast-Food-Anbieter geordert, einfach, weil meine Nerven es mir wert wären ...

Doch der stets unzufriedene Typ muss sich mehr oder weniger durch die drei Gänge quälen, und da der 1. Gang recht gut aussieht, schmeckt der ihm auch - ein Glück, das mir an Daniels Stelle auch schon egal wäre -

denn Albert beäugt die Vorspeise kritisch und seziert sie in kleine Dosen und überführt sie in seinen spitzen Mund.

Es ist eine Qual oder auch Strafe, ihm beim Essen zuzusehen ...

Muss das Flanksteak-Fleisch aus den USA als Beweis seiner Qualität Flugkilometer nachweisen können? - Ich traue mich kaum, kritisch zu sein, denn

meine kleine Kritiken sind, als würde ich einen Baum fällen lassen, während Albert ganze Wälder niedermetzeln lässt.

Selbst seine freundlichen Wörter für diesen Abend purzeln wie auswendig gelernt, abgekupfert von anderen und unehrlich begleitet von einem wiederum süffisanten Lächeln.


Fazit

Am Ende der Veranstaltungen angekommen, muss ich lachen, denn Mark meint, dass jeder in dieser Woche sein Herzblut ins Kochen gelegt hat.

Wenn das so ist, ist Alberts Herz erkrankt: er hat bewiesen, dass er überhaupt keine Ahnung vom Kochen hat. Dafür beherrscht er die Kriegs-Strategie, sinnlos grinsend andere zu attackieren.

Er hätte glücklich sein können, viermal gut essen zu dürfen - und darf jetzt wieder in Flugzeug-Kombüsen Fertigmenüs aufwärmen. Und:

falls ein Passagier dort oben in den Lüften ihn erkennt, könnte es sein, dass derjenige ihn darum bittet, von jemand anderem versorgt zu werden. Immerhin kann auch beim Aufwärmen etwas schiefgehen, wenn man Albert heißt ...

Die Punkte: 7 gibt Albert, je 8 Mark und Jutta, 9 Kayo.

32 Zähler befördern Daniel nur der Zahl nach auf die gleiche Höhe wie Albert, der gezeigt hat, wie unappetitlich ein Dinner sein kann.

Es gewinnt Mark, der eine Essenseinladung bei sich zu Hause in Aussicht stellt.

Doch: Falls sich auch nur einer seiner Mitstreiter je wieder mit Albert trifft - fresse ich keinen Besen, sondern koche sein

Essen nach und würge es demütig runter.



Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen, albertlos, aber sonnig. Wir erwarten heute 11 Sonnenstunden und maximal 17 Grad.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 24. April 2026

24. April 2026 - "Meine" Rabenkrähe


"Meine" Rabenkrähen

Sie kamen unzertrennlich immer zu Zweit zu mir, manchmal mit ihren Küken, etwas später mit den inzwischen heranwachsenden Jungtieren.

Vor vielen Jahren habe ich den 1. Murphy ein wenig gezähmt, weil ich gemerkt habe, dass er mich wiedererkennt, diese unglaublich intelligente Rabenkrähe.

Ihn habe ich vor etwa 10 Jahren tot aufgefunden.

Doch das Krähenleben ging weiter wie zuvor. Und dieses Zutrauen wird mir von allen - meistens insgesamt 6 bis 7 Vögeln einer Familie - entgegengebracht als läge es inzwischen in ihren Genen.

Gibt es eine neue Brut, wird die alte fortgeschickt.

Eindringlinge derselben Art werden gnadenlos vertrieben. Hier ist Murphys-Revier.

Vor Fremden fliegen sie nach wie vor weg, ebenso vor vermeintlichen Gefahren - z. B. vor dem Klicken meiner Kamera, wenn ich sie filmen will.

Das hat mich gefreut, denn ich habe nicht gewollt, dass sie fortan allen Menschen vertrauen. Meiner Kamera hätten sie ruhig vertrauen dürfen ... aber sie bleiben i m m e r vorsichtig.

Vor knapp 2 Wochen hat eine Nachbarin einen der Vögel, denen ich den "Familiennamen" Murphy gegeben habe, krank aufgefunden - und in eine Tierklinik gebracht.

Auf ihre telefonische Nachfrage hat sie von einer Rezeptionistin nur eine pampige Antwort bekommen: es gehe sie nichts an, der Vogel sei ein Fundtier ... und "gehöre" der Stadt.

Unabhängigere und keinem Menschen und schon gar nicht einer Stadt wirklich zughörigere Vögel gibt es kaum. Sie sind einfach wunderbar. Und sämtliche trüben Geschichten über schwarze Raben sind nur gaga.

Nach dem Motto "man kennt jemanden, der jemanden kennt usw." habe ich

herausfinden können, was mit "meiner" Rabenkrähe passiert ist:

Die Dame von der Rezeption ist ungehobelt frech (aus eigener Erfahrung kann ich das bestätigen) - aber es gibt es eine vogelkundige Tierärztin in dieser Klinik, die Murphy helfen wollte.

Sie hat ihn mit nach Hause genommen, damit er sich von seinem vermutlichen Schädel-Hirn- und weiteren Traumata erholen konnte.

Das sah anfangs auch gut aus.

Dann ist "Murphy" trotz ihrer Mühen gestorben.

Sie hat ihn als wunderschönes Tier beschrieben.

Nun fliegt der partnerlose Vogel wieder hinter mir her, geht auch gern mal mit Momo und mir ein stückweit spazieren, denn er hat die neue Brut zu versorgen.

Rabenkrähen bleiben ein Leben lang zusammen. Und nun ist sie - ich denke, dass e r gestorben ist - ganz allein mit all der Verantwortung.

Der verstorbene Murphy fehlt mir, ich habe ihn sehr gern gehabt.

Keck ist er oft gegen meinen Hinterkopf geflogen, wenn ich ihn nicht sofort bemerkt habe - beim ersten Mal dachte ich sogar an einen menschlichen Überfall ... und dann wurden die Anflüge immer sanfter, fast liebevoll, intelligent geübter eben,

so dass ich selbst dieses tierisch-übergriffige sehr vermissen werde.

Er war der Mutigste dieser Rabenfamilie, groß, schwarz und einfach wunderschön. Lustig, frech, lieb, erziehungsberechtigt hingebungsvoll zu seiner Raben-Familie.

Ruhe in Frieden. Ich werde ein Auge auf deine Familie haben.



Guten Tag, Gruß Silvia



23. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Düsseldorf bei Kayo



"Taste of east"

Vorspeise: Trilogie aus Japan - Thunfisch / Aubergine / Hähnchen
Hauptgang: Tokyo - Nigiri diversity - Fisch / Veggie / Fleisch
Nachtisch: Kyoto - Zen-Garten - Matcha / Maronen / Azuki




Freude ist die große Wäsche des Herzens.
- Aus Japan

Vor allem den Zuschauern bereitet Kayo heute eine große Freude, und vielleicht hat schon der eine oder andere Konsument dieser Sendereihe "Angst" vor den nächsten Ochsenbäckchen samt den beinahe immer gegenwärtigen Karotten -

denn sie geht einen anderen Weg. Einen japanischen.

Als Japanerin beherrscht die 56jährige die "Höflichkeitssprache", die für die Öffentlichkeit gedacht ist, und in der auf Respekt und Zurückhaltung geachtet wird. Nur im rein privaten Rahmen wird der sprachliche Rahmen offener.

Seit 2006 ist die im Finanzbereich tätige Kayo in Deutschland, und in 2019 hat sie ihren Freund Alejandro, einen Spanier, kennengelernt - mit dem sie zusammenlebt. Nur kurz ist er als Bote benötigter Lebensmittel zu sehen - und entschuldigt sich für sein schlechtes Deutsch. Es wird untertitelt, dass Kayo neben zwei, drei anderen Sprachen nun auch noch Spanisch lernt.

Nebenbei hat sie gerade in Düsseldorf viele Möglichkeiten, ihre Muttersprache zu sprechen, denn dort lebt eine große japanische Gemeinschaft. Kayo kauft in japanischen Geschäften, kennt sogar eine japanische Reinigung, geht zu einem japanischen Friseur - und japanische Restaurants gibt es viele.


Das Menü

ist ziemlich fischhaltig, also eiweißreich. Und ohne eine erneute Litanei über den

bedrohten Thunfisch kann ich berichten, dass er in der Vorspeise ebenso verwendet wird wie Aubergine und Hähnchen. Jeweils drei Häppchen, aufgepimpt, finden den Weg auf die Teller.

Diverse Fischsorten neben dem beliebten Thunfisch, Gemüse und Rindfleisch bilden das schmückende Beiwerk für den Klebereis, und auf jedem Hauptgang-Teller gibt es 10 Varianten von Sushi.

Was all die verwendeten Gewürze und Sonstiges angeht, bin ich natürlich an dieser Stelle überfordert - die Rezepte findet man auf "Chefkoch.de. Das perfekte Dinner".

Auch der Nachtisch ist sehr, sehr üppig und keiner aus der Rubrik "weniger ist mehr". Als Mittelpunkt thront ein Matcha-Kuchen,

der zu Juttas Freude nicht zu sehr nach Matcha schmeckt, sondern eher dessen grüne Farbe angenommen hat.

Im Vorfeld fürchtet sich Albert: "Matcha sollte Matsche heißen, denn so schmeckt das ..."


Fazit

Kayo scheut nicht die viele Arbeit, die das Gericht ihr bereitet - der Herd wird dabei jedoch weitestgehend geschont und kommt nur zwischendurch für kurze Momente zum Einsatz.

Gibt es in Japan die Sendung "Das perfekte Dinner"? Und könnte dort ein deutscher Teilnehmer mit vielen dekorativen und köstlichen Brot-Schnittchen punkten, die auch sehr aufwändig sein können?

Ich weiß beides nicht.

Heute punktet Kayo mit ihrem Menü: 10 Zähler gibt Daniel, je 9 Mark und Jutta, 8 Albert.

Das ist mit hervorragenden 36 Umdrehungen knapp an der Siegmöglichkeit vorbei, denn Mark liegt mit genau einem Punkt Vorsprung auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 23. April 2026

22. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Düsseldorf bei Mark




"Les quatre saisons"

Vorspeise: Feige / Roquefort / Zwiebel / Crumble
Hauptgang: Kalb / Kartoffel / Trüffel / Ratatouille
Nachtisch: Hefe / Rum / Sahne / Frucht


Beten hilft nischt, Fluchen schad't nischt.
- Deutsches Sprichwort

Beten und Fluchen ist allerdings gut zu kombinieren, etwa in Herrgottnochmal und weiteren himmelschreienden Anklagen. Vox legt hier und da ein "Piep" drüber, wenn Mark hochgeht wie eine Mini-Rakete und dabei Schimpfwörter wie Fontänen ausspuckt.

Seine Freunde nennen den 42jährigen Finanzberater Mark "Flipper" - und in wehmütiger Nostalgie lässt der Regisseur die Melodie für den namensgebenden Delfin erklingen, dessen Trainer sich später von seinen eigenen Methoden distanziert hat. Mir sind Delfine in der freien Natur auch lieber als dressierte ...

Aber etwas Dressiertes meine ich auch zwischen Mark und seiner Lebensgefährtin Alia zu entdecken: sie redet viel, als wäre sie die Moderatorin der Sendung - und sie lobt ihn noch mehr, als wäre dies ihre Hauptaufgabe.

Doch was ich sehe, als Alias 12jährige Tochter Melea die Küchen-Bühne betritt ... ist eine wohl perfekte Patchworkfamilie, zu der auch Meleas Vater Sascha gehört. Er ist Marks Freund, und zu Viert verbringen sie gern gemeinsame Urlaube. Vermutlich war Sascha auch zum Probeessen eingeladen.

Die Patchworkfamilie - vermutlich ohne Sascha - lebt in einem schönen Haus, dem sich ein ebensolcher Garten anschließt. Nur die hohen dunkelgrauen und blickdichten Zäune erinnern mich spontan an diverse Krimis - so sehen dort Knastausläufe für Hofgänge aus. Nur ohne Gras natürlich.


Das Menü

Mark selber erinnert mich an Rumpelstilzchen, der ums Feuer tanzt - wenn die Märchenfigur kochen würde, sähe sie ihm wohl ziemlich ähnlich. Mark flippert herum und wirbelt mitsamt "Hummeln im Hintern".

Zur Vorspeise manscht er Roquefort-Käse in die Feigen und überbackt sie. Dazu reicht er Schalotten-Feigen-Konfit und Salat.

Ein vorsichtiger Blick auf Albert zeigt, dass er heute handzahm, aber nicht zwangsläufig sympathischer ist. Vielleicht hat er gerade nur die beste Laune seines Lebens oder es wurden ein paar seiner Textbausteine aus der Sendung geschnitten ...

Kalbsbäckchen allerorten - warum nicht heute auch noch?

Baba au Rhum sind kleine in Rum-Sirup getränkte Küchlein, die bei den Gästen große Begeisterung hervorrufen. Die sehen aber auch niedlich und schmackhaft aus.


Fazit

Selber würde Mark sich für sein Dinner 10 Punkte geben - und die sind noch bescheiden gegenüber den Worten und der Bewertung, die Alia für sein Kochkönnen ausgespuckt hat: 11 von 10 ... hat sie u. a. gesagt.

Die Gäste sehen es ähnlich euphorisch: 10 gibt Kaya (ihre Lieblingsziffer?), je 9 geben Jutta, Albert und Daniel.

Mit 37 Umdrehungen führt er am 3. Tag die Runde punktemäßig an.

Vielleicht liegt der wahre Wettbewerb einfach darin, wer die meisten Punkte spendiert?


Guten Morgen, Gruß Silvia