Samstag, 28. März 2026

28. März 2026 - Ein Gewinnspiel





Die Abzocke 

Anderen ist die ja schon immer bekannt, aber ich bin neu hier, mich abzocken zu lassen,

jedoch ohne sogleich in ein Abhängigkeitsverhältnis zu einem bösen Spiel zu geraten.

Dabei hätte ich die 5.000 Euro monatlich und insgesamt 180.000 Euro wirklich gut brauchen können, die Vox

mittels einer Telefon-Nr. und der Nennung des Lösungswortes "Dinner" versprochen hat.

Doch: ich komme nicht einmal in die Auslosung,

und das ist genau der Trick, mit dem man auch bei insgesamt geringer Zuschauer-Beteiligung die Profi-Spieler anlockt, die selbst nach dem 20. Mal immer wieder nur hören, dass sie nicht in die Auslosung gelangen - und sich immer weiter in den Ruin telefonieren.

Selbst mir ist natürlich nicht entgangen, wer hier das kürzere Ende der Kerze in Händen hält.


Meine Ideen, was ich mit all dem Geld machen könnte, haben sich schneller in Luft aufgelöst, als die Atmosphäre sie wieder zurückbläst. Immerhin hatte ich Ideen dazu ...

Dann stehe ich vor der Kasse, hinter der mir eine augenscheinliche Multimillionärin, die hier nur aus reinem Versehen einem normalen Job nachgeht,

erklärt, dass ich eine Birkin-Bag nicht einfach bezahlen und mitnehmen kann, sondern mich in aller

Demut anstellen - und Referenzen einreichen muss, die jedem Gerichtsvollzieher 

helfen würden, versteckte Vermögenswerte aufzudecken.

Ich erwache aus meinem Traum, dass ich den Jackpot gewonnen habe, fühle mich wie einmal eiskalt geduscht - 

und möchte nur noch dem wirklichen Gewinner der 180.000 Euro gratulieren - finde ihn aber nirgendwo. Nicht einmal, um ihn anzupumpen. Vermutlich weiß ich nur nicht, wo ich ihn suchen sollte.

Die Verkäuferin indes zieht ihr dominant hervorspringendes Schnütchen verächtlich in die Höhe und verweigert mir den Champagner, der eigentlich Usus in solchen Läden ist,

während ich sowieso nur versehentlich eine Einlasskarte für den Tempel der Begehrlichkeiten bekommen habe, die

jenen vorbehalten ist, denen man schon rein äußerlich ansieht, dass sie

ihre teuren Chirurgen bar bezahlen können, während ich Sorge vor der nächsten Tierarzt-Rechnung habe. 

Aber wir springen ja über Hürden, wenn wir müssen.

Und was soll es: auch eine Birkin-Bag erkennt nicht jeder, dem ich vor seiner Nase damit herumspiele, als ein Must-Have,  damit er endlich weiß, was ich mir leisten kann ...

was ja nun leider nicht der Fall ist, denn ich könnte ... unter Umständen ... und ganz vielleicht ...

selbst mit 180.000 Euro nicht glücklicher werden als ich es bin ... aber vermutlich habe ich ohnehin nichts verloren, höchstens eine

teure Handtasche. Für eine Birkin-Bag kann man auch schon mal mehr als 180.000 Euro hinlegen.



Guten Tag, Gruß Silvia



27. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Spezial: Deko-Profis - Freitag in Köln bei Eric




"Ein KOMPLIMENT:är für Euch!"

Vorspeise: „ROT/GRÜN“ Von langen Stangen und sinnlichen Früchtchen! Grüner Spargel / Erdbeeren / Minze / Wasabi / Burrata
Hauptgang: „VIOLETT/GELB“ Süß-herzhaft durchgenudelt! Birne / Gorgonzola / Butter / Salbei / Nüsse
Nachtisch: „BLAU/ORANGE“ Am Ende sind sie alle blau! Emmi‘s Cheesecake / aufgespritzte Früchtchen


Form und Farbe müssen sich der Idee unterwerfen.
- Arnold Böcklin (1827 - 1901)

Viel mehr als ums Kochen ging es in dieser Woche um Farben, Formen und Ideen. Fünf Leute machten einen Ausflug aus ihrem Format

"Deko-Profi" hin zum "perfekten Dinner".

Der eine von ihnen macht gern aus Altem Neues, die andere mag es lieber neu, aber puristisch - und auch der größte Farbliebhaber wird von einem übertroffen, der aus Farben kunterbunte Erlebniswelten zaubert - und dem einen ein Funkeln in die Augen treibt, während andere vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Die Sendereihe "Deko-Profis" kenne ich noch immer nicht, und ich habe auch nicht vor, mein TV-Repertoire diesbezüglich zu erweitern,

aber diese Woche hat mir weitgehend - nicht an jedem Tag - Freude bereitet.

Heute kocht der 34jährige Eric, der Innenarchitektur studiert hat. Und als Knall-Farb-Punkt in seinem Haus fällt sofort

der Esstisch ins Auge: hübsch frühlingshaft dekoriert mit winzigen überraschenden Details: in einer Vase steckt z. B. ein Pinsel, als hätte er die Blüten eigenborstig angemalt und wäre eines der Heinzelmännchen, die über Nacht alles verschönern.

Rein kochtechnisch ... ist es eher nicht so bunt, wenn man Können mit Bunt mischt und die farbigen Elemente des Dinners mehr dem Sinn fürs Schöne und dem

"leider muss ich ja auch kochen" zuordnet.

Unterdessen zeigt sich Rolf in dem Vorab-Interview wie jemand, dessen künftiger Beruf dringend neben all den studierten Leuten inzwischen händeringend gesucht wird:

als Auszubildender, der gleich mit seinem Meister den nächstbesten Hausflur neu anstreicht - sich aber gewerkschaftsmäßig dagegen wehrt, irgendwelche Farbkleckser abzubekommen.

Ach nein, Rolf hat farbpalettenmäßig längst ausgelernt und sieht in seinem Dress nur wie ein Suchender aus.


Das Menü

Grüner Spargelsalat trifft auf ein Erdbeer-Highlight. Wenn man so will. Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm.

Doch mit Hilfe seines Schnibbel-Assistenten Michael stellt er Ravioli selbst her. Und die sind wunderbar dünn, wie man sie selten sieht - und natürlich gefüllt.

Käsekuchen auf Maurer-Kellen ... passt zu einem Deko-König, der gerne andere Könige neben sich akzeptiert. Und der Kuchen sieht gelungen aus.


Fazit

Hinter jedem Menschen steht eine Geschichte. Seine reißt Eric selber an und erzählt, dass er mit 17 Jahren zu Hause ausgezogen ist, dann sein Kellerloch (wörtlich von ihm so genannt) gekündigt hat

und den Jakobsweg gelaufen ist.

Wie viel mehr an Erlebnissen hinter seiner Erzählung steht ... weiß man nicht. Doch sein buntes Dachboden-Paradies mit all den jecken Karnevals-Fummeln

spricht auch eine Sprache. Zumindest vielleicht. In der Küchenpsychologie würde man sagen: je eintöniger die Kindheit und Jugend war, um so bunter wird es manchmal später ...

Auf jeden Fall steht hinter jeder Erfolgsgeschichte auch noch eine völlig andere Story.

Mit Roncalli (inzwischen zum Glück tierfreier Zirkus) war Eric auf Tour, nachdem er auf der Straße entdeckt worden war.

Hochzeitsplaner war er auch noch. Und nun

gewinnt trotzdem Apameh diese Ausgabe des Dinners mit sagenhaften 40 Punkten,

während er je 10 von Rolf und Christin und je 9 von Apameh und Thomas bekommt.

Wer der Nutznießer von Apamehs Spende, die vom Sender vorgegeben ist, weiß ich nicht, aber

ich wünsche ihr, dass sie

noch einmal teilnehmen darf - und gegen Kandidaten und Kandidatinnen kochen muss, die ebenfalls

die 40er geknackt haben und zu den Besten der Besten gehören. Es könnte (nicht nur) sein, dass sie dann baden geht. Vermutlich aber würde sie kneifen ... Miss Germany 2024 kann ja gar nicht kochen.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute bei maximal 10 Grad viel Nieselregen.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 27. März 2026

27. März 2026 - Der Blinddarm ...



Blinddarm - Wurmfortsatz - Appendix vermiformis


Herz, Nieren, Leber und sogar die Milz haben eine Funktion in unseren Körpern, die bei Versagen - mit Ausnahme der Milz - nur durch

Transplantationen ersetzt werden können, damit der Mensch weiterleben kann.

Lediglich einen Wurm ziehen viele von uns ihr Leben lang mit durch: als ein Anhängsel wie eine lang vergessene Sünde, die man niemandem erzählen will oder ein überflüssiger Lebensbegleiter, den man hin und wieder spürt, ohne dass er großartig stört,

bis er dann wirklich stört: Temperatur-Unterschiede zwischen axillar und rektal gemessen, der Mc Burney, so sagt der Arzt, ist positiv -  und das heißt im

negativen Sinn: sofort auf den Op-Tisch.

Ganz genau, als würde man in der "Sachsenklinik", die sich über "In aller Freundschaft" definiert,  die aktuelle Hauptrolle spielen.

Doch ab geht es in einen richtigen Operationssaal in einer richtigen Klinik, und die lebt nicht von einem süßen Zuckerguss über jeder bitteren Geschichte,

sondern von der Realität, in der eine

Blinddarm-Operation manchmal nur eine Versuchsreihe der leichteren Art ist.

Es blitzen die Messer wie bei einer Herz-Transplantation, doch sie zittern in den Händen eines

chirurgischen Neulings, der das alles schon hundertmal simuliert, aber noch nie

an einem wirklich vereiterten Blinddarm probiert hat.

Aber alles geht gut, und der alte unnütze Schmarotzer wird rausgeschnitten, als hätte der Bösewicht nur darauf gewartet,

denn natürlich passiert diese Entzündung zur Unzeit:

die Schwiegermutter wollte zu Besuch kommen. Aber da sie schon mal da ist, kann

sie ihrem Sohn endlich einmal wieder seine Lieblingsgerichte kochen.

Um ein paar Gramm erleichtert, kommt man aus dem Krankenhaus zurück - und weiß genau: jetzt fehlt mir etwas,

aber dafür ist die Schwiegermutter anwesend. 

Ein Wurmfortsatz wurde entfernt, während ein anderer sich gemütlich im Wohnzimmer breit macht.

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Dies jedoch ist nicht meine Geschichte, nur eine von mir ausgedachte:

ich habe meinen Blinddarm noch - während meine Schwiegermutter bereits verstorben ist.



Guten Tag, Gruß Silvia



26. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner: - Spezial: - Die Deko-Profis - Donnerstag in Düsseldorf bei Rolf



„Takk for maten den var go‘. Om en time eller to ligger den I do.“ - „Danke für das Essen, es war gut. In ein bis zwei Stunden liegt es im Klo.“
Vorspeise: „Vorspiel: Der auf den Tisch geknallte Lachs“ - Lachs / Meeresspargel / Gurke / Wasabi
Hauptgang: „Geiles norwegisches Fischsüppchen“
Nachtisch: „Orgie zum Kaffee im Altersheim“ - Slush / Champagner-Trüffel


Wollen Sie großes Theater erleben? Schauen Sie doch mal hinter die Kulissen.
© Harald Kriegler (*1945)

Viel Spiel rund um die Leichtigkeit des Lebens, ein bisschen Ernsthaftigkeit, etwas Klamauk, viel Liebe zum Anderssein und noch mehr Liebe zu seinem Raphael

(die beiden haben nach den Dreharbeiten geheiratet, wenn denn beim 2. Anlauf alle Papiere vorhanden waren),

der mit Rolf gemeinsam mindestens eine Million von großen, kleinen, alten, neuen, wuchtigen, meist so überflüssigen Gegenständen, dass sie schon wieder gebraucht werden, in harmonischer Eintracht orchestriert.

In etwa gibt es in beider Wohnung so viel Deko, wie sie sämtliche Kandidaten des "perfekten Dinners" nur gemeinsam in 20 Sendejahren zusammengebracht haben. Oder: hätte Rolf von jedem bisherigen Kandidaten nur ein einziges Stück bekommen - ich glaube, es wären ihm nicht genug gewesen.

Die Zuschauer-Augen sind weit geöffnet kurz vom Kollabieren und erleben ein Theater sondergleichen samt Blick hinter die Kulissen.

Wer hier professionell putzen möchte, falls sich überhaupt jemand dafür findet, wird sich nicht mit dem Mindestlohn zufriedengeben. Das Putzen in diesen Räumen ist harte Arbeit für jemand Ausgebufften, der niemals den Überblick verliert, aber seine gute Laune behält.

Der 53jährige Rolf Buck hat mütterlicherseits norwegische Wurzeln und als Kind schwankende Balken unter seinen Füßen gehabt: sein Vater war Kapitän eines Schiffes, auf dem auch die Familie lebte. Später hat Rolf eine Matrosenausbildung gemacht oder auch nur angefangen: wofür sein Hang zur Seekrankheit natürlich kontraproduktiv gewesen ist. - Falls diese Aussage stimmt und nicht nur dem Anderssein des an seiner Legende arbeitenden Rolf geschuldet ist.

Im Endeffekt hat er Recycling-Design studiert.

Für Interessierte: er betreibt den Laden "Vaseline" in der Düsseldorfer Altstadt, Wallstraße.

Beruflich ist er nicht nur für die "Deko-Profis" am Werk, sondern übernimmt Ausstattungen für Fotos, Filme und Räumlichkeiten.

Am Horizont plus in einer Glaskugel sehe ich einen Oscar für die "beste Ausstattung" eines US-Filmes ... Hollywood kann er irgendwie ...


Das Menü

Lachstatar mit Queller, Schärfe und Pommes bilden die Vorspeise, und die sieht ganz gut aus.

Auch die Hauptspeise sieht nicht nur gut aus, sondern könnte ebenso schmecken.

Der Nachtischkuchen ist optisch ein Knaller: ein aus Teig bestehender Turm, der letzten Schliff durch den Puderzuckerguss erhält und von einem Kaffee-Sahne-Slush begleitet wird.


Fazit

Heute essen die Augen nicht nur mit, sie sind auch mindestens bis Ostern absolut gesättigt.

Und irgendwo zwischen all dem Kram, der Kunst, dem Krempel thront als Figur

ET - und sagt: ich muss nicht mehr nach Hause telefonieren, ich bin zu Hause.

Die Punkte für Rolf: je 10 von Christin, Thomas und Eric, 9 von Apameh.

Rolf wird es schwer haben, diese 39 Zähler noch in seiner Deko unterzubringen - aber irgendwo, vielleicht, denn die Hoffnung ist vorhanden, findet er ein winziges, freies Plätzchen dafür.

Ich hatte Freude beim Hinter-die-Kulissen-schauen. Rolf ist ein cooler Typ.

Kochtechnisch hat es mir - trotz viel bildlicher Ablenkung - auch gefallen - viel mehr als Apamehs Essen samt ihrer eher nicht vorhandenen Kochkünste und Auberginen im Überfluss. Mit 40 Punkten liegt sie immer noch vorn.




Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 26. März 2026

25. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Spezial: Deko-Profis - Mittwoch in Karlsruhe bei Christin

 

Foto: Marianne Mossel


"Eine Reise in die Welt meiner Großeltern und meiner Kindheit"

Vorspeise: Gebackenes Rote-Bete-Carpaccio mit Meerrettich-Joghurt, Dill-Öl und gerösteten Walnüssen
Hauptgang: Königsberger Klopse nach Art meiner Oma und Mama
Nachtisch: Schokotarte und Kirscheis mit Schokostückchen


K e i n Temperament ist auch eins ...

Wir sehen eine Geschichte der Langsamkeit, zum Glück gekürzt auf 75 Fernseh-Minuten, und manch ein Zuschauer wird sich fühlen, als stünde er auf einem Bahnsteig und warte darauf, dass der Zug endlich einläuft - Spoiler: er kommt nicht!

Stattdessen kommt Liebe, viel Liebe rüber: in den Vorab-Interviews die Liebe ihrer Deko-Kollegen zu Christin, Christins

Liebe zu ihrer Handtaschensammlung - und schließlich Christins Liebe zu ihren verstorbenen Großeltern. Wer wird Letzteres nicht verstehen.

"Meine Großeltern sind im Krieg von Ostpreußen nach Deutschland geflüchtet", erzählt Christin, denn ihr 3-Gang-Essen ist eine Erinnerung an ihre Oma und ihren Opa.

Im übrigen befanden sich ihre Vorfahren bereits in Deutschland, denn Ostpreußen gehörte damals dazu. Sie sind also in ein anderes deutsches Gebiet geflüchtet. Aber wen

interessieren schon ein paar Tatsachen, wenn es die Erzählerin selber nicht interessiert?

Meine Mutter ist als Kind (mit ihrer Mama) übrigens aus Allenstein in Ostpreußen nach Dänemark geflüchtet - und nach dem Krieg zu Verwandten nach Bochum gekommen (ohne ihre Mutter, die in Dänemark an Typhus verstorben ist). Die Flucht über die Ostsee war für Ostpreußen damals der beste Weg.


Christin

ist eine hübsche 43jährige Frau, die in ihrem Leben schon viele Jobs gehabt hat; gemerkt habe ich mir, dass sie gekellnert und auch Handyverträge verkauft hat. Aber es waren weitaus mehr Jobs. - Nun dekoriert sie fürs Fernsehen ... und heute will sie vor Kameras sogar kochen.

Und während sie durch ihre Wohnung schleicht und leise Wörter spricht, beschleicht auch mich etwas: die Sorge, dass sie

jeden Moment einschlafen könnte. Diese Sorge bleibt bis zum Ende der Sendung bestehen: dann kann sie endlich ins Bett gehen. Sie darf ihrem

Temperament endlich den geeigneten Rahmen verpassen.


3 Gänge

Während ihre Deko-Kollegen die Anrichteweise der Rote-Bete-Vorspeise in höchsten Tönen loben, sind meine Ansprüche an ein hübsches Aussehen

wohl größer.

Zur Hauptspeise könnte sie heute ein Alleinstellungsmerkmal präsentieren, denn es hat vermutlich noch kein Dinner-Kandidat die berühmten

Königsberger Klopse auf den Tisch gebracht.

Trotzdem könnten die Klopse, von ihr zubereitet, eher zu einem Klops werden. Aber ich weiß es nicht, denn die finale Zubereitung sehe ich nicht - und den Geschmack kann ich nicht beurteilen,

während ich mich auf Lobeshymnen ihrer Gäste nicht verlassen kann.

Es klingt befremdlich, dass ihre Oma für die Klops-Soße u. a. Dosenmilch verwendet hat.

So meditativ wie sie anrichtet, m u s s der Gang kalt sein - aber das findet keine Erwähnung zwischen all den verherrlichenden Wörtern.

Der Nachtischkuchen sieht ganz gut aus.

Vom "Blitzeis" ist sie erstaunt, dass es gelingt ... Klar, ein paar gefrorene Beeren usw. in den Mixer, der seine Arbeit verrichtet - fertig. Da kann man schon mal überrascht sein, dass Eis rauskommt. - Vielleicht aber gehört der Thermomix eigentlich itv - und steht in ihrer Küche nur zu Werbezwecken? Da darf man sich schon mal wundern, was der alles kann ...


Fazit

Diese Ausgabe des "Dinners" ist im besten Fall eine Win-Win-Situation für gleich 2 Formate,

denn die Dinner-Zuschauer sollen von den "Deko-Profis" angelockt werden, während diese 5 Protagonisten wiederum dafür sorgen (sollen), dass

die Fans der Deko-Sendungen nun "das perfekte Dinner" sehen wollen. Wenn es gut läuft, auch in Zukunft.

Zumindest kann ich etwaigen Neu-Interessenten fürs "perfekte Dinner" sagen, dass es nicht immer so harmonisch zugeht wie in dieser Ausgabe, aber dafür gibt es hin und wieder

Kandidaten, die richtig gut kochen können. Und vor allem gibt es

Kandidaten, die nicht nur die Ziffern 9 und 10 kennen. Und Taktierer gibt es, und Nörgler und Besserwisser ... undundund

Eigentlich ist es überflüssig, die Punkteausbeute aufzulisten, aber ... der Vollständigkeit ... halber ... bitteschön:

je 10 geben Apameh, Rolf und Eric, 9 gibt Thomas.

Diese 39 Zähler sind nun auch müde ...


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 25. März 2026

24. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner trifft "Die Deko-Profis" - Dienstag in Berlin bei Apameh




"Tausendundeine Köstlichkeit - Ein Abend voller Aromen und Traditionen"

Vorspeise: Mirza Ghasemi - Gegrillte Auberginen mit Tomaten, Knoblauch und Ei
Hauptgang: Zereshk Polo - Geschmortes Safran-Hähnchen, dazu Safran-Reis mit karamellisierten Berberitzen und Pistazien
Nachtisch: Sholeh Zard - Safran-Reispudding mit Mandeln und Rosenwasser



Gaumen, der: Die empfindsame Seele des Feinschmeckers.
© Karsten Mekelburg (*1962)

Vertraue niemals blind den Gaumen anderer Leute, muss ich heute feststellen, denn eine bessere Bewertung als jene, die dem Essenfassen folgt, ist nicht möglich: bei einer 10 endet die Skala, selbst dann, wenn die Gefühle für den gesamten Abend und in Summe im 7. Himmel schweben. Selten sind die Lobreden fürs Essen einhelliger als heute.

Thomas stellt bereits nach der Vorspeise fest, dass es in vielen anderen Ländern geileres Essen als in Deutschland gibt. Es ist sein gutes Recht, dies zu glauben und auch zu äußern, aber ein wirklich

tolles Essen sehe ich heute nicht: eher ist es iranische Hausmannskost, sehr reishaltig, sehr einfach und vielleicht weitgehend schmackhaft,

aber weit entfernt von einem "perfekten Dinner".

Das Geheimnis dieses Erfolges ist sicherlich die Gastgeberin:

Die 40jährige Apameh ist in Teheran geboren und wohnt seit ihrem 6. Lebensjahr in Deutschland. Nach einem Architekturstudium arbeitet sie als

Innenarchitektin - und in dieser Funktion für die Vox-Sendung "Die Deko-Profis".


Miss Germany

Im Jahr 2024 hat Apameh diesen Titel errungen - was nicht völlig kritiklos blieb:

lt. Wikipedia gab es den Vorwurf, ihre Wahl basiere auf Schummelei, weil sie im gleichen Coworking-Space arbeite wie der Veranstalter der Misswahl. Angeblich habe sie auch eine Auftragsarbeit für die Ausstattung der Wahl-Location durchgeführt.

Apameh erzählt, dass sie nach ihrer Wahl einem Shitstorm ausgesetzt gewesen ist ... worauf der basierte, weiß ich nicht, aber es ist generell nicht schwer, einen zu ernten - egal, um was es geht.


Tanzen, Lachen, ernste Gespräche

und alles irgendwie gleichzeitig. Die Show läuft in Apamehs Zuhause wie am Schnürchen. Alle Kandidaten sind einander zugewandt und verlieren endgültig ihr Herz an Apameh.

Sie selber engagiert sich im Netzwerk "Shirzan" (Löwenfrau), das sich für benachteiligte und unterdrückte Frauen einsetzt. Sie bewundert die Frauen, die im Iran ohne Kopftücher auf die Straßen gehen und gegen das Regime demonstrieren ...

(die TV-Aufnahmen fürs "Dinner" fanden vor dem Krieg statt).


Das Menü

Auberginen-Mus mit Ei und Tomaten gemischt ist der Hauptbestandteil der Vorspeise. Auberginen sind nicht nur ein Mus, sondern ein Muss in der orientalischen Küche. Aber muss es wirklich mit Eiern vermengt werden? Und was bewirken Wachtel-Spiegeleier, die obendrüber mehr geklatscht als dekomäßig wie gemalt liegen?

Ein spezieller Reis mit Berberitzen wird zum Safran-Hähnchen gereicht.

Und der Nachtisch ist ein Reispudding mit Mandeln und Rosenwasser. Thomas, nach den ersten Bissen noch skeptisch, zeigt sich dann jedoch hochauf begeistert, als hätte er sein Leben lang auf diesen Genuss gewartet.

Serviere mal als Alternative einen simplen Milchreis zum Dessert - die freudige Erregung wird sicherlich ausbleiben ... außer, es handelt sich um eine Gruppe wie diese.


Fazit

Die fünf Kandidaten kennen sich, mögen sich offenbar und schätzen sich: das trübt nicht nur den Blick für die Realität, sondern vergrößert auch die

Hemmungen, etwas fair zu bewerten. Also lieber eine Schaufel Lob obendrauf legen als sich am Ende als quengelig oder pingelig bezeichnen zu lassen.

Darum kann man diese Woche nicht mit anderen vergleichen.

Es wird in den nächsten Tagen noch mehr Lobeshymnen regnen, und trotzdem wird niemand nass gemacht werden. Davon bin ich überzeugt.

Die Punkte: je 10 von Thomas, Christin, Rolf und Eric.

Summe = 40 Zähler.

Wenn die Gäste dies wirklich als ein perfektes Menü bezeichnen, dann möchte ich nicht wissen, was sie sonst so essen ...

Die Sendung war für mich unterhaltsam, und mehr erwarte ich gar nicht.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 24. März 2026

23. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Spezial: Deko-Profis - Montag in Berlin bei Thomas

Mauer-Deko



"HANDMADE WITH LOVE"

Vorspeise: „Shabby Chic Soup“ Auf Schatzsuche im Kräutergarten - Suppe / Zupfbrot
Hauptgang: „Aus Alt mach Neu“ Aus der Erde gehoben, neu gedacht und heiß gemacht - Süßkartoffel / Feta / Chili / Kartoffel / Salbei / Parmesan
Nachtisch: „Dreierlei DIY“ Mit Farbe, Form und Stiel - Käsekuchenvariationen


Den Gleichen nähert sich stets der Gleiche.
- Altgriechisches Sprichwort

Während fünf Kollegen aus der gleichen Branche Spaß haben - und falls sich dieser nicht zwangsläufig auf alle Zuschauer transportieren lässt, wird empfohlen,

ruhig zu bleiben, still weiterzuatmen, Fünfe grade sein zu lassen ... oder auch laut zu lachen, um nicht zu weinen - und weil man im Notfall jederzeit den Sender wechseln, ganz ausschalten und einfach ein Buch in die Hand nehmen kann, das man ohnehin schon lange einmal zu Ende lesen wollte ... kochtechnisch gesehen könnte es eine maue, mausgraue Show werden.

Vielleicht hilft hier der Gedanke an die christliche Fastenzeit, die andauert - und in der es um Verzicht geht.

Vox macht wieder einmal einen Ausflug, in dem sich ein anderes Format mit dem "perfekten Dinner" paart, einiges vermischt und durcheinanderrüttelt - und besonders den Fans der Sendung

"Die Deko-Profis"

wird es vermutlich gefallen.

Selber wusste ich bis heute gar nicht, dass es diese Sendereihe überhaupt gibt, denn nicht einmal dem Titel nach kannte ich die ...


Thomas

ist der erste kochende Kandidat in dieser Woche und nicht nur im TV als Upcycling-Spezialist tätig, sondern auch in seinem Geschäft in Berlin-Charlottenburg, das natürlich von uns Zuschauern besichtigt werden darf. Schöne Sachen. Schräge Sachen. Alle tummeln sich auf engem Raum, um eine neue Heimat zu finden.

Seine Küche im eigenen Zuhause bezeichnet der 45jährige Thomas als "momentan" wieder up-to-date, obwohl sie eigentlich aus der Mode gekommen ist.

Zum Glück ist der Rest seiner Wohnung vermutlich eher noch im modischen Bereich ... da kann man richtig durchatmen und sich für ihn freuen.

Hier ist der Zeitpunkt, an dem sich ein paar Zuschauer erst einmal ihre Küchenaktualität genauer ansehen, bevor sie im Überschwang der Gefühle, dass man gar nicht mal so gut kochen können muss, ihre Bewerbung an den Sender schicken ...

Klar gibt es auch im Möbel-Bereich Moden, aber weder gehen die Küchenmöbel noch die Schränke spazieren und entlocken somit anderen Passanten mitleidige Blicke ...


Essen

kommt auch heute auf den Tisch des gelernten Musical-Darstellers - und ehrlich gesagt, würde ich ausnahmsweise lieber jemanden singen hören als kochen sehen, denn

Thomas hat eine angenehme Stimme.

Der Käsekuchen des Nachtisches sieht dann aber aus wie ein richtiger Käsekuchen. Diese Cake-Pops, die er dazu reicht, wirken auf mich immer wie für eine Kinder-Party erfunden - und überflüssig fürs Abendprogramm.


Fazit

Für einen in die Höhe schnellenden Blutdruck aller Hut-Gegner an Tischen ist heute - und wohl auch in den nächsten Tagen - Rolf zuständig: sozusagen als JR aus dem Vorabendprogramm

trägt er Cowboy-Hut als Wiedererkennungsmerkmal.

Am Ende purzeln Punkte von all den Berufsfröhlichen, die man jedoch nicht mit dem 3-Gänge-Essen wirklich übereinbringen muss: sie fußen einerseits auf Sympathie, andererseits besonders auf Kollegialität: und am Ende darauf, dass sich niemand vor den Zuschauern die Blöße geben möchte, geizig zu sein ... Vielleicht jedoch

finden sie das Essen so weltklasse wie sie es bepunkten. Mehr dazu im 2., 3. 4. und 5. Akt.


Je 9 Zähler geben Apameh und Christin, je 10 Rolf und Eric.

Das ergibt die Summe von 38 Umdrehungen - manche macht diese schwindelig. Andere haben längst den Sender verlassen ...



Guten Morgen, Gruß Silvia