Es gibt etwas, das manche Menschen mehr hassen als der Teufel den Ostersegen des Papstes:
bevor sich hinter ihren Stirnen das Wort "Entschuldigung" bilden kann, übernimmt allenfalls die "Rechtfertigung" das Wort.
Entschuldigung ... liegt hinter ihren Hirn-Barrieren wie die festgemauerte Glocke, die sie bereits in Schulzeiten nicht auswendig aufsagen wollten,
dafür aber jede Menge Rechtfertigungen parat gehabt haben.
Warum auch soll ein Schüler sich für Friedrich Schiller krummlegen, wenn ihn eher ein prolliger Comedian umtreibt?
Da ist der kleine hysterische Junge, der seiner Mutter einen von allerfeinsten Vorlagen abgekupferten Tritt in den Hintern verpasst,
wofür er dann ein dreistöckiges Eis mit extra viel Sahne von ihr kassiert, damit er wieder "lieb" ist. Später wird er ihr vorhalten, sie hätte ihn fettgefüttert.
Da ist der Radfahrer, der auf dem schmalen Gehweg Passanten in die Brennnesseln schickt - als bessere Alternative zum Angefahrenwerden. Entschuldigung?
Fehlanzeige! Warum laufen Fußgänger auch auf Fußwegen?
Ihr "Wörter-Guard" bewahrt diese Leute, die sich niemals entschuldigen, vor jeglicher Art wirklicher Reue.
Wenn sie fremdgeht, weiß sie genau, dass es an ihrem Partner gelegen hat: ein Blumenstrauß zu wenig, ein Konflikt zu viel, und die Schwiegermutter war zu oft zu Besuch - und mit liebevollen Worten wirft er auch nicht gerade um sich.
Ihr fehlt: ehrliches Bedauern! Sich zu entschuldigen hat sie nie gelernt!
In einer Position, in der sie längst nicht mehr kriechen muss, sondern schon treten "darf", tritt sie gern "denen da unten" auf die Füße - mit einer dumm-pauschalen-rundum Beleidigung. Nun wäre
dringend eine Entschuldigung vonnöten, aber die wird es nicht geben: während der nächste Tritt sicher nicht lange auf sich warten lässt.
Entschuldigung - ist wohl ein zu anspruchsvolles Wort, als dass es jeder erlernen könnte. Nur die Allerbesten beherrschen es. Und meinen es dann auch genau so wie es gedacht ist.
Guten Tag, Gruß Silvia



.jpg)





