Vorspeise: Nudeln machen glücklich - Pilzravioli an Champignonmousse
Hauptgang: Edelfisch mit Leichtigkeit - Wolfsbarschfilet und karamellisierte Karotten auf einer Karotten-Majoran-Sauce mit einem aufgespritzten Kartoffelpüree
Nachtisch: Tipi di dolce - Geeister Cappuccino und Tiramisu, dazu beschwipster Cantuccino
"Etwas Besseres als den Tod findest du überall"
- Jacob u. Wilhelm Grimm (Die Bremer Stadtmusikanten)
Damals ging es um Freiheit, eingeschränkt durch eine menschenunwürdige Mauer, als viele über die Deutsche Botschaft in Prag aus der damaligen DDR geflüchtet sind. Es war der 30. September 1989, als dort der deutsche Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher verkündete, dass die Ausreise von tausenden DDR-Bürgern genehmigt worden war - und dies
das Bröckeln der Mauer schließlich in Gang gesetzt hat, bis sie kurz darauf gefallen ist.
Die 62jährige Annett aus Magdeburg kam 1989 auf diesem Wege mit ihrer damals 5jährigen Tochter nach West-Deutschland. Sie sei kein Wirtschaftsflüchtling gewesen, betont sie, denn sie hatte einen guten Job dort -
erzählt aber gleichzeitig: "Ich wollte nicht so wie die Funktionäre wollten - und da haben die mich abgesägt."
C u t!
Dass sie gerne über Grenzen geht und sich deshalb fürs "Dinner" beworben hat, passt zu ihrem damaligen wirklichen Grenzübertritt - von dem ihre Mutter nichts gewusst hat und Annett Sorge hatte, wann sie sie und andere Verwandte je wiedersieht. Es hätte alles auch anders ausgehen können ... und sie hätte sie wirklich nie wiedergesehen.
Heute erleben wir den letzten Abend dieser eher unerfreulichen Ausgabe der Sendereihe, und Annett kann zeigen, ob ihr annähernd das gelingt, was die Zuschauer von einem "perfekten Dinner" erwarten.
Immerhin legt sie das beste Dinner dieser Woche hin.
Unterdes spricht Hülya von einer anfangs schwierigen Anastasia, die sich jedoch langsam an die Gruppe angepasst habe.
Lustig oder auch nicht ist es, dass niemand von Annetts Mitstreiterinnen etwas mit dem Begriff "La Dolce Vita" anfangen kann - obwohl der bereits zum deutschen Sprachgebrauch gehört wie "Mamma Mia" - und natürlich "das süße Leben" bedeutet.
Wird Anastasia ohnehin sofort wieder vergessen ... diese kühle Frau aus dem kalten Sibirien. An Läuterung glaube ich nicht, eher an ein "Ich gebe auf, ich will mich schließlich als Ernährungs-Coach etablieren - und keine Freundinnen finden."
Im eigenen Interesse kriegt sie die Kurve ... wie sie schon selber sinngemäß erwähnt hat: Anastasia first!
Das Menü
Ravioli mit Steinpilzfüllung werden von einer Champignon-Mousse begleitet, die zwar aussieht wie ein Pflasterstein in einem Vorgarten des Grauens ... aber durchaus schmecken kann. Besonders Mette-Lina lobt den 1. Gang, während
Hülya die Bissfestigkeit der Ravioli bemängelt - und Anastasia dies nickend (und freudig?) bestätigt.
Wolfsbarsch mit Soße und Kartoffelpüree. Kein Hexenwerk, aber nett.
Das Tiramisu ... ein beliebter Nachtisch, wobei die nicht so beliebte Anastasia das einfach nicht mag. Da machste nix, das ist schon seit
Dienstag nicht anders.
Fazit
Wer in dieser Woche große Kochkunst gesucht hat, wird vielleicht in der nächsten Woche oder der übernächsten oder erst in 10 Wochen fündig ... oder muss selber den Herd anwerfen.
Die Punkte für Annett: je 8 von Mette-Lina und Hülya, 7 von Anastasia.
Mit 23 von 30 möglichen Zählern kann sie leider nicht gewinnen.
Mette-Lina gewinnt, und von den 3.000 Euro Siegprämie kann sie so einige Konzert-Eintrittskarten kaufen - Konzerte, auf die sie meistens allein geht, wie sie erzählt hat.
Für sie war es mutig, sich dieser Herausforderung zu stellen. Für manch einen Zuschauer auch. Doch selbstverständlich macht das jeder einzelne freiwillig, ohne Zwang und immer mit der Fernbedienung in der nächsten Nähe als Ausgangstür.
Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute bis zu 19 Grad bei 6 Sonnenstunden.
Guten Morgen, Gruß Silvia




