Freitag, 24. Juli 2026

24. Juli 2026 - Der Angeber ... Neuveröffentlichung aus März 2019





Der Angeber

Bevor er in die Jahre kam, war er ein sehr schöner Kerl, aber selbstbewusst bis in den Himmel. Doch neben der Tatsache, sich seiner Selbst mehr als bewusst zu sein, war er zudem noch regelrecht größenwahnsinnig. Ohne Scheu stutzte er Vorbeigehende einfach mal auf ein Häufchen Elend zusammen - und ging voller Erfolgsfreude weiter seiner Wege. An der nächsten Ecke machte er dann einer Frau ordentlich Komplimente. In Bus und Bahn suchte er sich stets - wenn möglich - junge Frauen aus, mit denen er Kontakt aufnehmen konnte. Obwohl er sich derart vor- und in ihr Leben drängte, war niemand ihm am Ende wirklich böse. Niemand schrie nach der MeToo-Bewegung, obwohl seine öffentlichen Avancen schon ziemlich eindeutig aufs Streicheln hinaus liefen.

Als er ein bisschen älter wurde, durften es auch schon mal ein wenig ältere Frauen sein, denen er seine volle Aufmerksamkeit schenkte. Bus- und Bahnfahren findet er einfach langweilig - da muss ein bisschen Unterhaltung her. Zumindest hat er ein gutes Gedächtnis - er erkennt alle Frauen wieder, die ihm mal die Zeit vertrieben haben.

Draußen geniert er sich nicht, ein Wildpinkler zu sein - zumindest spuckt er nicht permanent auf die Straße. Man muss sich auch über unterlassene Kleinigkeiten freuen können. Und kommt ein alter Bekannter ihm entgegen, so wird dieser freundlich begrüßt. Kalt und heiß kann einem werden, wenn man sieht, wie er sich den Leuten anbiedert, die er von wer weiß woher kennt. Er kennt viele Leute, und er vergisst niemals einen einzigen davon.

In der freien Wildbahn wird er zum großartigen Helden, und auf seiner Lieblings-Couch ist er im Anschluss an die Heldentaten ziemlich müde.

Er erfreut sich täglich seines Lebens und fragt nicht, was die Welt kostet - sie gehört ihm einfach. Nach und nach hat er sie sich erobert und fühlt sich in ihr als gleichberechtigter Passant unter vielen, wenn er auch meistens

mehr von sich selber als von anderen hält. Das liegt in seiner Natur, und niemand konnte und wollte es dem Kerl austreiben. Die Leute auf den Straßen sehen ihm hinterher, wenn er an ihnen vorbei geht. Manche sogar wehmütig. So viel Mut macht jedem Mut!

Und er geht stetig weiter und voran, denn an der nächsten Ecke, im nächsten Stündchen wartet das nächste Abenteuer. Er lässt keine Abenteuer aus, denn die sind sein ganzer Lebensinhalt.

Zwischendurch hockt er sich zu einer Mahlzeit hin und meckert niemals an dem herum, was man ihm vorsetzt. Er ist nicht verfressen in dem Sinn von Hinunterschlingen, aber verfressen aufs Leben an und für sich.

Nur wenn er träumt, und das ist offensichtlich, dass er viel träumt ... dann sehe ich ihm dabei zu und frage mich, wovon

mag er nur träumen? Von seinen Abenteuern? Den Gelegenheiten, die sich ihm boten und jenen, die er verpasst hat?

Von dem Rivalen, der um einiges größer und stärker als er selber ist - und den er im Schlaf so richtig vermöbelt?

Von der scheuen Freundin, die diesen betörenden Duft verströmt?

Ich rufe ihn, und sofort springt er auf, und wir machen uns auf den nächsten Weg durch die Weltgeschichte,

mein
Robin Hund und ich.

Robin: 13. Januar 2004 bis 6. September 2019
Immer in meinem Herzen
Guten Tag, Gruß Silvia



23. Juli 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Passau bei Philipp




"Rauch, Schmor, Sünde"

Vorspeise: Fisch / Salat - Räucherlachs mit Pflücksalat und Baguette
Hauptgang: Schwein / Brezen / Wurzelgemüse - Schweinebäckchen mit Brezen-Quark-Knödel und glasierten Möhren
Nachtisch: Cremig / fruchtig / kalt - San Sebastian Cheesecake mit warmer Himbeer-Erdbeer-Soße, Joghurteis und Früchten


Im Idealfall ist die Familie Trampolin und Sprungtuch in einem.
© Stefan Wittlin (*1961)

Der 35jährige Philipp bezeichnet seine Teilnahme an dieser Sendereihe als "Familienprojekt" und sich selber natürlich als einen Familienmenschen.

Noch bin ich dem Begriff "Familienmensch" nicht ganz auf die Spur gekommen, denn die meisten Menschen lieben ihre Kinder und Partner und Eltern. Das ist keine besondere Auszeichnung, sondern der Normalzustand. - Wie es sich mit dem Rest der Familie verhält, ist dann sicherlich unterschiedlich. Hier im Ruhrgebiet nennt man diese dann und wann und wenn es gerade passend erscheint "bucklige Verwandtschaft".

In seinem Beruf hat der Bauleiter, der gelernter Zimmermann ist, viel Stress, und an dieser Stelle fungiert seine Familie als eine Art "Sprungtuch", denn sowohl seiner Ehefrau Isabella als auch den Töchtern Emilie und Johanna ist seine hohe Arbeitsbelastung bekannt. Wird sicherlich oft ein Thema sein ...

Heute jedoch ist Kochen sein Thema. Er kocht gern, um dem Stress zu entfliehen, und da lag eine Bewerbung fürs "perfekte Dinner" irgendwann nahe. Diese hat nach ihrer Aussage Isabella abgeschickt, ohne sein Wissen.

Es gibt Leute, denen würde ein TV-Auftritt Stress oder zumindest Unbehagen bereiten - aber die würden sich auch nicht vor Kameras stellen, egal, wer sie zu was "angemeldet" hat.


Das Menü

Mit seinen Töchtern Emilie und Johanna bildet er ein gutes Team in der Küche, und Emilie schnibbelt das Gemüse zu wirklich ansehnlich appetitlichen kleinen Stückchen.

Jedoch habe ich in dieser Woche erstmals ein paar Probleme, den Gastgeber akustisch zu verstehen. Philipp plappert schnell und offenbar ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass nicht jeder seinen Dialekt vollumfassend versteht.

Kurz: er gibt sich in diesem Punkt keine Mühe!

Ich entscheide, dass es auch wichtiger ist, dass er sich auf sein Menü konzentriert - und ich nichts verpasse, wenn ich seinen Dialekt nicht verstehe.

Lachs zur Vorspeise, zumindest selbst geräuchert.

Schweinebäckchen zum Hauptgang und die Frage: Warum sind Möhren als Beilage so ausgesprochen beliebt, dass kaum einem Kandidaten noch etwas anderes einfällt?

Ein Kuchen ist für mich kein Nachtisch, selbst, wenn es ein Käsekuchen ohne Boden ist.


Fazit

Philipp bezeichnet sich als sehr heimatbezogen, der sein Bayern liebt. Das gefällt mir, und das nehme ich ihm ebenso komplett ab wie die Liebe zu seiner Familie. Oder den beruflichen Stress ...

Und an der Stelle, an der ich ihn akustisch nur schwer verstehe, leiden meine Augen beim Anblick von Lena:

Ihre Arme sind beinahe vollständig tätowiert - das ist ihre Sache und stört mich nicht. Aber sie sollte ihre

Kleidung diesem farbenfrohen Hautschmuck anpassen und keine kunterbunte wählen. Das wirkt unruhig, durcheinander und lenkt von ihrer Gesamterscheinung ab. Es ist als wenn zehn Leute gleichzeitig reden, damit sie selber nicht mitbekommen, worum es eigentlich geht.

Philipps Abschlussworte sind gut zu verstehen, denn er würde sich "8 Punkte, nicht mehr", geben.

Die Punkte: je 9 geben Kerstin, Lena und Gudrun, 8 gibt Michael.

Mit 35 Zählern liegt er dennoch nur auf dem bislang 3. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 23. Juli 2026

22. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Passau bei Kerstin



"Zwischen Meer, Wiese und Schokolade"

Vorspeise: Jakobsmuscheln und Garnele auf Erbsenpüree, begleitet von Minzpesto und einem Hauch Zitrone
Hauptgang: Geschmorte Bäckchen, dazu Schichtkartoffeln und eine Variation aus frischem Gemüse
Nachtisch: Warmes Schokoküchlein mit klassischem Vanilleeis auf Himbeerspiegel und Pistaziencrunch



"Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht"
- deutsches Sprichwort

Der Spruch gehört in etwa zu den Formulierungen, die ich zwar hier und da schon mal benutzt habe, aber eigentlich nicht schreiben würde. Vielleicht passt er in die Kategorie lockeres, leicht ironisches Schimpfwort.

Im übrigen wird das Sprichwort hier und da auch benutzt, wenn überhaupt kein Bauer gemeint ist, aber vor allem

übernehme ich es von der heutigen Kandidatin Kerstin, die damit nicht etwa irgendeinen Konkurrenten meint, sondern

die eigenen Eltern.

Kerstin ist auf einem Bauernhof in Kärnten aufgewachsen, und die Liebe zu ihrem jetzigen Verlobten Stefan hat sie nach Bayern verschlagen.

Die Eltern werden der 34jährigen Krankenschwester den Spruch nachsehen.


Das Menü

- oben beschrieben - wird generell gern genommen für eine Teilnahme beim "Dinner", denn die Zusammenstellung schmeckt den meisten, eckt nicht an und erfordert keinen

abenteuerlustigen Ausflug in andere Geschmackswelten.

Jakobsmuscheln und Garnelen auf Erbsenpüree mit Minzpesto leiten den Abend ein,

während die Kalbsbäckchen bereits seit Stunden in viel dünner Flüssigkeit vor sich hinschmoren. Ich bin wohl unaufmerksam, denn genau diese

Suppen-Soße kommt anschließend als total eingedickte auf die Teller.

Den Abschluss bildet ein durch gezuckerte Kondensmilch getrimmtes Eis. Seit Jahren zieht sich dieser Bestandteil durchs Dinner ... ein Trick, damit das Eis nicht kristallisiert.

Die Schokoküchlein sollen einen flüssigen Kern haben.


Fazit

Spannende Momente, Minuten oder gar Stunden verbringen Kerstin und ihr Verlobter vorm Aquarium und beobachten die Fische. Das ist sicher interessanter als so manche Dinner-Ausgabe ... aber ist der Lebensraum der Fische nicht ein wenig klein? Doch ich kenne mich mit Aquarien gar nicht aus,

sehe aber, dass es sehr sauber ist.

Besser kenne ich mich mit Erinnerungsstücken aus, die man ein Leben lang mit sich herumträgt oder sie zumindest aufbewahrt:

Kerstin präsentiert die alten Biergläser ihrer Oma, aus der ihre Gäste heute trinken "dürfen". Ja, sie sagt dürfen.

Gudrun bewahrt und benutzt ein Salzkästchen aus den Beständen ihrer Oma.

Und Michael kann sich nicht von dem Wäschekorb trennen, in dem er einst von der Klinik nach Hause gebracht worden ist.

Ich hänge an einem Badetuch, das einst knallrosa gewesen ist: meine Oma hat es mir zum Einzug ins Internat geschenkt - und eigenhändig ein Schildchen mit meinem Namen eingenäht (im Internat musste alles gekennzeichnet sein). Das Tuch bezeichne ich als "Glückstuch". Und

eigentlich weiß ich gar nicht, warum es ausgerechnet dieses Erinnerungsstück bis in die heutige Zeit, nun sehr blassrosa geworden, geschafft hat.

Final zu den Punkten für Kerstin, von denen mich die 10er doch ein wenig überraschen: je 10 geben Lena und Gudrun, 9 Philipp, 8 Michael.

Mit insgesamt 37 Zählern übernimmt sie am 3. Tag den bislang 1. Platz,

obwohl es in ihrem Menü nichts gegeben hat, was "der Bauer" nicht essen würde.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 22. Juli 2026

21. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Passau bei Michael




"Soulfoood moments of my life - A brief history of how I fell in love with cooking"
Vorspeise: Tom Kha Gai - Bangkok-San-Diego-Style - Kokos / Hähnchen / Orange
Hauptgang: Petto d‘anatra all‘arancia - Rome-Style - Ente / Polenta / Orange
Nachtisch: Good mood food - Kuhn-Mam-Style - Marille / Vanille / Sauerrahm


Wenn Wörter leiden könnten, würden fast alle Redner verklagt
© Billy (1932 - 2019)

Mit vielem Reden bringt Michael seine beeindruckende berufliche Biografie ins Spiel - denn in 7 weltweit verstreuten Orten, Städten oder gar Metropolen hat er bereits als Hotelkaufmann gearbeitet. Nun ist er in der Heimat

Hoteldirektor. Für gute Positionen sind gute Redner immer gefragt. Manche vermeiden mit dem eigenen Redefluss das überflüssige Wortergreifen anderer, denn was hätte ein Dauer-Redner nicht bereits gesagt, was ein anderer hinzufügen könnte.

Für diese Sendereihe ist er genau die richtige Person, denn natürlich geht es in ihr nicht nur ums Kochen, sondern um ganz viel Drumherum. Es wurden bereits Tattoos gestochen, Haare geschnitten, alle Familienmitglieder vorgestellt und vieles mehr. Daher ist es stets lustig, wenn in den Kommentaren auf der Vox-Seite

dringlich von manchen Zuschauern darauf hingewiesen wird, dass es hier ums Kochen geht - und nicht um die Wohnung, die Kleidung, die Frisur oder sonstwas.

Gekocht wird auch. Natürlich. Einen Haken hat eben alles im Leben.

"Ich koche, um zu sehen, ob mein Können fürs Fernsehen ausreicht", erklärt Michael seine Teilnahme. Das nenne ich mal ein neues Motiv, denn die meisten Kandidaten wollen gern "andere Leute kennenlernen".

Neben Reden unter Volldampf liebt Michael seine Frau Andrea, die er vor 6 Jahren im Internet kennengelernt hat. Langsam sterben die Leute aus, die sich einfach in einem Club, im Supermarkt, im Kino oder sonstwo im Offline erstmals getroffen haben.

Und er liebt den 19jährigen Kater Oscar, den Andrea in die Beziehung mitgebracht hat - und den er als die "Graue Eminenz" bezeichnet. Ich sehe keinen Kratzbaum - obwohl die Wohnung des Paares aus nur einem Raum besteht und man eine gute Übersicht hat. Vermutlich gibt es noch ein separates Schlafzimmer und natürlich ein Bad. Irgendwo wird Oscar schon seine Krallen wetzen dürfen, zur Not auch an der Tapete.


Das Menü

Mit seinem dekonstruiertem Tom Ka Ghai, in dem er Suppe und Hähnchenfleisch trennt, beginnt dieser Abend. Auf meinem obigen Foto ist eine Tom Ka Yum-Suppe.

Die Gäste sind hellauf begeistert.

Nach (seinen beruflichen Stationen) San Diego und Bangkok bringt er schnell noch den schicken Rom-Style ins Spiel, aber dieser Gang findet keinen besonderen Anklang. Er entspricht nicht Lenas Geschmack und für die anderen ist die Haut der Ente nicht knusprig genug.

Die sollen doch bitte beim Chinesen ihre Ente genießen, die gefroren in die Fritteuse geworfen wird!

Der Nachtisch aber rundet sein Dinner ab, indem er alle "abholt", die bislang noch nicht wussten, wohin sie nach der Abholung eigentlich wollen.


Fazit

Und natürlich reicht sein Können fürs Fernsehen aus, denn es wird zwar stets viel erhofft, aber wenig erwartet. Verklagen wird ihn auch niemand: es ist ja kein Verbrechen, viel zu reden - nur manchmal nervig.

Die Erwartungen seiner Gäste erfüllt Michael: je 9 Punkte geben Lena, Kerstin, Philipp und Gudrun.

Mit 36 Zählern liegt er am 2. Tag auf dem bisherigen 1. Platz. Den könnte er durchaus bis zum Ende der Woche erfolgreich verteidigen.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Dienstag, 21. Juli 2026

20. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Passau bei Lena





"Hofrundgang"
Vorspeise: Auf‘m Weiher - Ente / Knoblauch / Meerrettich
Hauptgang: Auf da Woad - Rund und Wirsing / Kartoffel / Wurzelgemüse
Nachtisch: Im Woid - Quitte / weiße Schokolade / Nussmix


Ein Teil von Alfred ...

Lena lässt die schottischen Hochlandrinder auf ihrem Weg zur Weide an sich vorbeiziehen und bekommt von einem dieser wunderschönen Tiere einen dicken Kuss auf die Wange. Das sieht so zärtlich aus, wie die beiden Kälbchen dieser Gattung auf meinem obigen Foto untereinander sind, "geschossen" in Schottland.

Alfred ist nicht mehr unter ihnen.
Ein Teil von Alfred ist heute ein Bestandteil auf den Hauptgangtellern.

Die 29jährige Lena lebt mit ihren Eltern und ihrem Kind auf einem Selbstversorgerhof. Die gelernte Tierarzthelferin ist beruflich halbtags als landwirtschaftliche Helferin auf einem Milchhof tätig.

Ich kann mich nicht in das Gemüt einer Bäuerin, wenn es sich bei ihrem auch nur um einen Selbstversorgerhof handelt, einfinden. Sie liebt die Tiere, bezeichnet sie als Familienmitglieder,

aber schreckt auch nicht davor zurück, die Tiere selber mit Hilfe ihres Vaters zu schlachten.

Natürlich ist ein Schlachten Vorort stressfreier als ein Transport in einen Schlachthof und das dortige Töten.

Aber wie ist es, wenn man das "Familienmitglied" Rind zur Schlachtbank führt, in seine riesigen Augen sieht, um es dann zu betäuben und zu töten?

Das übersteigt eindeutig meine Vorstellungskraft. Aber vorstellen kann ich mir, dass der Weide-Kumpel den anderen Tieren fehlt ...

Nach welchen Kriterien ein Tier für die Schlachtung ausgesucht wird, erzählt sie nicht. Spielt deren Alter eine Rolle oder nach welchem System sonst geht sie vor?

Die vier Gäste dürfen die Kühe vor ihrem Essen streicheln, mit Äpfeln füttern und ihr freundliches Wesen erleben.

Ich fühle mich an dieser Stelle leicht überfordert ... aber das ist meine persönliche Befindlichkeit, mit der ich nie an solch einem Abend teilnehmen könnte.


Das Essen

Neben Alfred, der nun zu Hackfleisch in Wirsing wird

hat sie auch eine Ente für die Vorspeise geschlachtet. Deren Name wird nicht verraten, und vielleicht hatte sie auch keinen.

Sie macht sich viel Mühe bei der Essenszubereitung mit einem ansehnlichen Ergebnis, aber ich sitze hier und möchte, dass diese Stunde schnell vorbeigeht.


Fazit

Man redet sich natürlich alles schön und unterstellt den Tieren, dass sie ein gutes Leben gehabt haben. Ich weiß allerdings zu wenig über z. B. Rinder und deren natürlichen Bedürfnissen und dem, was die Tiere selber als tolles Leben bezeichnen würden, wenn sie es denn könnten.

Die Punkte für Lena: je 8 geben Michael, Kerstin, Philipp und Gudrun.

Das sind insgesamt 32 Zähler.

Ich schalte schnell zu "Barnaby - Ganz in Rot" um, auch, um diese Dinner-Ausgabe schnell zu vergessen, bevor ich morgens beim Schreiben wieder daran erinnert werde.

Doch Pustekuchen: die Köchin eines Herrenhauses sitzt im Garten, auf ihrem Schoß ein Kaninchen. Sie streichelt das Tier sehr liebevoll - und dann knackt es laut, denn

sie bricht ihm plötzlich das Genick. "Das ist das Abendessen", erklärt sie Barnaby, der diese Szene beobachtet.

Sofort ist die Erinnerung an die Dinner-Sendung wieder präsent ... und während Barnaby immerhin ein Krimi ist, ist dies eine Unterhaltungs-Sendung.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 18. Juli 2026

18. Juli 2026 - Reisefieber


Video vom heutigen Samstagmorgen: A 3, Höhe Kaiserberg


Reisefieber

In NRW war gestern der letzte Schultag vor den Sommerferien. Schon sind die Autobahnen verstopft, die Flughäfen kollabieren,
aber jeder möchte nur eines: So schnell wie möglich weg!

Halt! Eines muss im Vorfeld noch erledigt werden:

Der Hund muss ausgesetzt werden! Der stört im Urlaub!

Er musste zwar gechipt werden, aber vorausschauend hat man ihn nicht registrieren lassen. Oder man war vorsichtshalber mit ihm nie bei einem Tierarzt, so dass er überhaupt nicht gekennzeichnet ist.

Für den Fall eines schlechten Gewissens sind ein paar Beruhigungspillen in der Reiseapotheke. Aber die benötigt niemand.

An einer Raststätte setzt man ihn aus und hofft insgeheim, dass er zur Autobahn rennt und einen schnellen Tod unter quietschenden Autoreifen findet. Dass dabei auch Menschen gefährdet werden könnten, dringt nicht bis in ihr schlichtes Gemüt.


Aber dann erst mal durch den nächsten Stau, und schon ist der Ärger darüber größer als jeder Gedanke an den armen Hund.

Wie konnten auch alle Leute gleichzeitig auf die Idee kommen, sofort die Düse zu machen? Ziemlich dumm, diese Leute! Bis sie merken, dass sie selber zu den Dummen gehören.

Egal, in den Städten finden die Leute endlich wieder mühelos freie Parkplätze!


Nach stressigen Stunden mit quengelnden Kindern im Auto ist endlich der Zielort erreicht, und wer bis vor zwei Tagen noch keinen Urlaub benötigt hat,

der hat ihn jetzt aber bitter nötig.

Einen Tag später bereits werden erste Durchfall- oder Verstopfungskrankheiten registriert. Aber sie haben ja alles griffbereit in ihrer Reiseapotheke.

An Flughäfen verlieren Reisewillige in den Schlangen die Nerven. Dennoch ist das nichts gegen die Ankunft am Ziel-Hafen, denn dort gehen Koffer verloren.

Jetzt brauchen sie Valium und neue Unterwäsche.

Die Strände sind überfüllt, und manch einer bedauert, auf die Sommerferien angewiesen zu sein. Eltern wollen sich in der neu gegründeten Gruppe

Freedom for Holidays

zusammen tun und erwirken, ihre Kinder vorzeitig aus den Schulen nehmen zu dürfen, um so dem allgemeinen Rummel entgehen zu können.

Manche haben es sogar - ohne Erlaubnis - getan - ihnen droht nun ein Bußgeld. Schöner Mist, wenn man nach Hause kommt - und der Briefkasten enthält böse Nachrichten.

Kaum nach Hause zurück gekehrt, sehnen sich manche - nicht nach ihrem alten Hund, den kannten sie ja bereits, der langweilte sie - nach einem neuen Hund aus dem Tierheim.

Da bellt ihnen der ausgesetzte und in Lebensgefahr gebrachte Hund aus seinem Zwinger hoffnungsfroh entgegen, denn er wurde entgegen der Absicht ihrer Halter gerettet - und denkt nun:

Es war alles nur ein Versehen! Da sind sie ja wieder!

Die Halter wenden sich ab und einem Welpen zu.

Bis zu ihrem nächsten Urlaub soll er es gut bei ihnen haben ...


Guten Tag, Gruß Silvia



17. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Pforzheim bei Yvonne



Foto: Marianne Mossel


"Dem Schwarzwald auf der Spur"
Vorspeise: Maronensuppe mit Birnen-Pastinaken-Haselnuss-Topping
Hauptgang: Hirschrücken an Rotweinsauce, dazu gebratener Radicchio auf Bohnencreme, mit Fächerkartoffel und Radicchio-Orangen-Salat
Nachtisch: Espresso-Eis auf Krokant, dazu Zwetschgenröster mit Schuss




Ein hochsensibles Tiefenerlebnis: Warten.
© Billy (1932 - 2019)

Manch einer wartet auf den Freitag, ein anderer auf den Urlaub und einige auch darauf, dass es wieder 19.00 Uhr an einem Werktag wird, um die

Sendung "Das perfekte Dinner" zu sehen. Und dort sitzt heute

die Zeit-Polizei unter der Leitung von "Kommissar" Joshua an einem Tisch -

und wartet und wartet mit dem stetigen Blick auf die Uhr, dass der letzte Abend dieser Woche zügig vergeht. Dabei sollten sie gerade an diesem

Freitag (oder auch an dem Samstag, an dem normalerweise die letzte Folge einer Wochenausgabe gedreht wird),

jede Menge Lust auf so viel Zeit wie möglich miteinander haben.

Die 53jährige Yvonne hat das Vergnügen oder auch die Pflicht, diesen Abend zu einem abschließend schönen Erlebnis zu machen. Als Krankenschwester weiß sie, dass schnelle Reaktionen manchmal Leben retten können. Aber hier kocht sie in ihrer Freizeit, und egal, wie lange es dauert: verhungern wird niemand. Eher vergeht dem einen oder der anderen durchs lange Warten der Appetit.


Das Menü

Yvonne lebt in einem alten Bauernhaus mit neu angebauter Scheune, die ziemlich weit von der Küche entfernt ist. Daher hilft ihre Tochter Lena nicht nur beim Schnibbeln, sondern auch beim Servieren.

Die Vorspeisen-Maronen-Suppe kennt keine Kritiker, sondern nur Fans.

Danach beginnt die Uhr unbarmherzig zu ticken, als hätte sie es wirklich ziemlich eilig - und schnell gerät Yvonne in den Modus, dass sie die Zeit lieber anhalten würde ... und trotzdem weiter an ihrem Menü arbeiten könnte.

Es ist ein Synonym dafür, wie schnell Zeit vergehen kann ... aber auch, wie langsam, wenn man wartet.

Als Hauptgang bekommt Nick alternativ einen Nussbraten. Und der sollte endlich seinen Anspruch auf Raffinesse erfüllen ... und ja, es ist ihr gelungen, ihn zufriedenzustellen. Er fühlt sich sogar dankbar. Am Ende spricht er gar von einem "perfekten Dinner".

Hirschrücken gibt es für die anderen.

Und sie verzettelt sich. - Während ich die Lust verliere, mich diesem Verzetteln näher zu widmen. Sie hätte eben weniger Bestandteile für ihr Dinner auswählen sollen.

Zwischen Vorspeise und Hauptgang liegen beinahe 2!!! Stunden.

Das dauert länger als ein Flug von Düsseldorf nach Palma de Mallorca.

Den Nachtisch gibt es um 23.41 Uhr: das Eis ist nun ein flüssiges. Die Zwetschgenröster kommen gut an.


Fazit

Zwischendurch habe ich mit ihr gebangt. Nur ein bisschen. Denn das alles ist schließlich ein Spiel und nichts anderes.

Und nun: ein T u s c h !

Denn die Punkte für Yvonne sind grandios, aber auch grandios übertrieben, denn hier sollten die langen Wartezeiten mit in die Bewertung fließen: je 10 von Joshua, Nick und Sarah und 9 von Alex.

D o p p e l t u s c h!

Mit 39 Zählern liegt sie gleichauf mit Joshua, so dass es 2 Gewinner gibt, die sich die Summe von 3.000 Euro teilen dürfen/müssen.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten hier bis zu 23 Grad bei 2 Sonnenstunden. Ein Auf- und Durchatmen nach den ultra-heißen Tagen.



Guten Morgen, Gruß Silvia