Samstag, 13. Juni 2026

13. Juni 2026 - Das perfekte Dinner - gefunden bei der Porsche-Hochzeit




Das perfekte Dinner - gefunden bei der Porsche-Hochzeit


Wenn es je ein perfektes Dinner gegeben hat,

dann vielleicht bei der Hochzeit von Wolfgang Porsche und seiner Frau Gabriele. Geld spielt nämlich keine Rolle und

Alter ist relativ: der

Bräutigam ist betagte 83 Jahre jung, während seine Frau hingegen mit 20 weniger Jahren im Ausweis glänzen kann.

Zumindest ist es eine dieser Promi-Hochzeiten, die für RTL und Konsorten ungreifbar sind - im Sinne von 

"hier gibt es eine Hochzeits-Doku mit Vorberichten und Beweisen der großen Liebe", denn diese hier

findet mindestens eine

Etage über allem statt,

was RTL ansonsten an Flitter-Glitzer-Reality-Cremceschnittchen

zu bieten hat.

Wie soll man auch einem 83jährigen Milliardär klarmachen, dass er um ein paar hunderttausend Euro reicher werden könnte,

wenn er seine intimsten Gedanken zu Ehe und Zusammenleben verkauft?

Dabei wäre es doch erfrischend unsensibel von RTL gewesen, dem Paar im Vorfeld die Frage nach der Familienplanung zu stellen.

Wolfgang Porsche hätte vielleicht sogar schlitzohrig geantwortet, dass es bald ein Super-Modell von Porsche geben wird, das allen anderen die Show stehlen  und Geschwindigkeitsrekorde brechen wird.

Zumindest fand die Hochzeit dort statt, wo sich auch Hans und Kreti tummeln: in Palma de Mallorca.

Aber während Hans und Kreti (nicht zu verwechseln mit Hans und Franz von Heidi Klum, die im übrigen nicht eingeladen war)

am Ballermann die Hosen runterlassen,

feiert die wichtige Gesellschaft den Lebens-Bund des Brautpaares

- für die Senkung des Durchschnittsalters waren Christian Lindner und seine Frau eingeladen - 

unter anderem im Edel-Restaurant "Botanic".

Vorfahren dürfen die Gäste in Mercedes' und BMWs: Man gönnt sich ja sonst keine Seitensprünge - und ist immer zu einem kleinen Scherz bereit. Vielleicht litten die Porsche-Boliden auch gerade unter einer Design-Depression.

Der neue Chefkoch im "Botanic", Jhonatan Maldonado, sorgte dafür, dass die Hochzeiter und ihre illustren Gäste

keinen Mangel an kulinarischen Höhenflügen erleben mussten:

Es gab auf dieser "Reise durch Mallorca"

- Häppchen vom eichelgefütterten, iberischen Schinken,

- Oktopusspieße

- Ziegenkäse von Son Jover

- Sobrasada vom mallorquinischen Schwein, glasiert mit lokalem Vici-Honig

- Tomatentartar mit Thunfischrücken

Dazu reichte man feinsten Ruinart Rosé-Champagner, Weine aus der Provence (Chateau d’Aix), Mallorca (Rossneau Sinium Negre, Syrah) und Italien (Jermann).


Gut Aiderbichel

freut sich über die Spenden der Gäste für ihre Tierschutz-Organisation.

Doch irgendwo weint ein Thunfisch,

weil er nie, nie Asyl auf dem Tierschutz-Gut finden wird.

Und der Oktopus ist angepisst, weil er nicht einmal mehr als Fußball-WM-Orakel tauglich ist.


Dem frischverheirateten Paar ein langes und glückliches Leben miteinander.


Guten Tag, Gruß Silvia



Freitag, 12. Juni 2026

12. Juni 2026 - Entschuldigung ...



Entschuldigung ...

Es gibt etwas, das manche Menschen mehr hassen als der Teufel den Ostersegen des Papstes:

bevor sich hinter ihren Stirnen das Wort "Entschuldigung" bilden kann, übernimmt allenfalls die "Rechtfertigung" das Wort.

Entschuldigung ... liegt hinter ihren Hirn-Barrieren wie die festgemauerte Glocke, die sie bereits in Schulzeiten nicht auswendig aufsagen wollten,

dafür aber jede Menge Rechtfertigungen parat gehabt haben.

Warum auch soll ein Schüler sich für Friedrich Schiller krummlegen, wenn ihn eher ein prolliger Comedian umtreibt?

Da ist der kleine hysterische Junge, der seiner Mutter einen von allerfeinsten Vorlagen abgekupferten Tritt in den Hintern verpasst,

wofür er dann ein dreistöckiges Eis mit extra viel Sahne von ihr kassiert, damit er wieder "lieb" ist.  Später wird er ihr vorhalten, sie hätte ihn fettgefüttert.

Da ist der Radfahrer, der auf dem schmalen Gehweg Passanten in die Brennnesseln schickt - als bessere Alternative zum Angefahrenwerden. Entschuldigung?

Fehlanzeige! Warum laufen Fußgänger auch auf Fußwegen?

Ihr "Wörter-Guard" bewahrt diese Leute, die sich niemals entschuldigen, vor jeglicher Art wirklicher Reue.

Wenn sie fremdgeht, weiß sie genau, dass es an ihrem Partner gelegen hat: ein Blumenstrauß zu wenig, ein Konflikt zu viel, und die Schwiegermutter war zu oft zu Besuch - und mit liebevollen Worten wirft er auch nicht gerade um sich.

Ihr fehlt: ehrliches Bedauern! Sich zu entschuldigen hat sie nie gelernt!


In einer Position, in der sie längst nicht mehr kriechen muss, sondern schon treten "darf", tritt sie gern "denen da unten" auf die Füße - mit einer dumm-pauschalen-rundum Beleidigung. Nun wäre

dringend eine Entschuldigung vonnöten, aber die wird es nicht geben: während der nächste Tritt sicher nicht lange auf sich warten lässt.

Entschuldigung - ist wohl ein zu anspruchsvolles Wort, als dass es jeder erlernen könnte. Nur die Allerbesten beherrschen es. Und meinen es dann auch genau so wie es gedacht ist.



Guten Tag, Gruß Silvia


Dienstag, 9. Juni 2026

8. bis 12. Juni 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Wiederholungen aus dem Salzburger Land

Foto: Marianne Mossel




Anlässlich der bald beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft sendet Vox mindestens 4 Wochen lang  Wiederholungen,  die 1. Woche "spielt" im Salzburger Land.

Am 29. April 2024 wurde Ritas Sendung ausgestrahlt:

Ihr Menü:

Vorspeise: Thunfisch auf Avocado
Hauptgang: Rind im Wald
Nachtisch: Evas Sünde


Ihrer Show habe ich den Titel

Eine überdrehte Schnellsprecherin mit starkem Dialekt ...

gegeben.

Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:






Am 30. April 2024 wurde Marios Dinner ausgestrahlt.


Sein Menü:

"Salzburger Schmankerlabend"
Vorspeise: Hausgemachte Rindssuppe mit Kaspressknödel auf frischem Gemüse
Hauptgang: Geschmorte Rinderbackerl an einer Rotweinsauce mit Kartoffel-Kürbis-Püree und Bohnen im Speckmantel
Nachtisch: Salzburger Nockerln mit selbstgemachtem Eis


Mein Titel für seinen Dinner-Tag:


Andere tanzen in den Mai ...


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:




Wie ich in meinem Blog-Beitrag für den Mittwoch bei Christa nachlesen konnte, möchte ich eine

Trigger-Warnung für Tierfreunde ... für die nächste Wiederholung aussprechen.

Mich hatte der Mantel des Vergessens umhüllt, der mir beim Lesen von den Schultern gerissen wurde ...





Am 1. Mai 2024 wurden Christas Kochbemühungen ausgestrahlt.


Das Menü:

"Frühlingserwachen"
Vorspeise: Gefüllte Paprika auf Tomatenragout
Hauptgang: Bachforelle in Polenta-Hülle mit Zucchini-Risotto und karamellisierten Jungzwiebeln
Nachtisch: Zweierlei Kuchen mit Himbeer-Parfait


Ich habe ihr den Titel

Rau, derb, robust ...

verpasst.

Und füge vor dem Lesen eine Triggerwarnung für tierliebe Menschen hinzu. Der Hund "lebt wie ein Hund" - und man darf dies wörtlich nehmen, nämlich im rein negativen Sinn.

Für Katzenfreunde kommt es am Ende noch ganz dicke.


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:







Am 2. Mai 2024 wurde die Dominik-Sendung erstausgestrahlt.


Sein Menü:

"Gmiadlich & Gschmackig - Ein gemütlicher Abend mit gutem Essen"
Vorspeise: Fisch-Tatar von der kaltgeräucherten Lachsforelle mit cremiger Avocado, dazu selbstgemachtes Buttermilch-Baguette
Hauptgang: Türkisches Iskender, Würzige Fleisch-Gemüse-Komposition an Kartoffel-Pastinaken-Stampf
Nachtisch: Italienischer Cheesecake mit warmem Beerenragout, dazu fruchtiges Buttermilch-Eis


Dem Abend habe ich den Titel

Die Katzen haben es leichter.
Ihr Miauen tönt auf der ganzen Welt gleich.
© Walter Ludin (*1945)

gegeben.


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:




Foto: Marianne Mossel


Zum Abschluss der Woche hat Angelika gekocht.


Ihr Menü:

Vorspeise: Österreich trifft Italien
Hauptgang: Kalb im Maisfeld
Nachtisch: Rot-Weiß-Rot


Entnervt von dieser gesamten Wochen-Ausgabe habe ich ihr den Titel

Alles wird gut, und - wenn es nicht gut wird -
ist es trotzdem das Ende ...
- von mir abgewandeltes geflügeltes Wort

gegeben.


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:




Mir bleibt, allen Lesern ein wunderbares Wochenende zu wünschen. Den Fußball-Fans viel Spaß beim Zuschauen der Spiele.



Guten Morgen, Gruß Silvia



Samstag, 6. Juni 2026

6. Juni 2026 - Mein "First Date" ... mitten in der Nacht




Mein "First Date" ... mitten in der Nacht

Es muss sehr spät am Abend oder vielleicht sogar mitten in der Nacht sein, als ich dieses vom Fernsehen bekannte Restaurant betrete, in dem

neben Salaten, Fleischgerichten und Pastaglück

Verkupplungen auf der Speisekarte stehen.

Ich taste mich vorsichtig vor, um bei Bedarf ganz schnell den Ausgang wiederzufinden, als ich auch schon von einem

Mann, den ich aus dem TV als Koch kenne, begrüßt werde. Er sieht mich abschätzend von oben bis unten und wieder aufsteigend an, und ich frage mich, ob ich

richtig angezogen bin für dieses Event-Lokal?

Da wirft er mir auch schon einen Mantel über, den er rasch von einem Haken genommen hat - egal, wem der gehört, er passt mir - und verdeckt den Ort, von dem ich komme ...

und das sind mein Bett und die Träume, die es mir allnächtlich beschert. - Heute reklamiere ich:

diesen Traum will ich nicht!

Viel lieber wäre ich, wenn sich ein Traum denn schon unbedingt um eine TV-Sendung drehen muss

in "Midsomer"

und würde mit Chief Inspector Barnaby Mordfälle lösen.

Oder in "Death in Paradise" - wo das azurblaue Meer über tragische Morde hinwegtröstet.

Aber ich sitze nur in Köln in einem Fernseh-Restaurant und lerne einen Mann kennen,

der in einem meiner Träume gar nichts verloren hat.

Das Essen befriedigt nicht, der Wein beschwingt nicht - denn Essen und Trinken verlieren in nächtlichen zu Bildern mutierten Träumen ihren Sinn und ihre Wirkung. 

Schnell möchte ich aufwachen, kneife mich und keife den Mann an - der am Ende auch noch die Rechnung bezahlen will.

Mit dem letzten Quantum  von Selbstbewusstsein will ich meine  Rechnung selber zahlen -

aber in

meinen Traum-Taschen ist überhaupt kein Geld.

Restlos verloren fühle ich mich  ...

so wie viele, die sich traumtänzerisch ins TV wagen ...

Ich aber habe Glück - bevor er die Rechnung übernimmt, wache ich auf ...

und  bin nicht nur in Sicherheit,

sondern dämmere einem besseren Traum entgegen. Hoffe ich zumindest! Denn

im RTL-Dschungel weiterzuspinnen wäre keine Lösung.


Guten Tag, Gruß Silvia 



5. Juni 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Kassel bei Madeleine




"Frisch und pur"
Vorspeise: Bruschetta - Ricotta / Fenchel und Orange / Bresaola
Hauptgang: Sesam-Lachs - Süßkartoffel / Avocado / Granatapfel
Nachtisch: Mango-Minz-Sorbet / Pistazie / Schokolade / Pralinen



Einem Trend sieht man sofort an, wie schlecht er geschlafen hat.
- Billy (1932 - 2019)

Ach nee, man muss ja nicht schlecht schlafen, um einem Trend zu folgen - man muss nur z. B. auf Instagram unterwegs sein und sich von den neuesten berieseln lassen. Ich bin zu selten dort, um von A bis Z über alle möglichen In-Themen informiert zu sein,

und daher habe ich auch nie Fotos während der Hunde- "Geschäftszeiten" aufgenommen.

Diesem Trend ist die Hunde-Mama Madeleine allerdings gerne gefolgt, und nun hängen auf ihrem Gästeklo diverse Fotos ihrer Hunde Snow (15) und Rose (4) in eindeutigen Situationen, mit denen man kein "Süß" und "Putzig" ernten würde, wenn die Darsteller Menschen wären.

Andere schöne Erinnerungen hängen im Flur und zeigen Fotos und weitere Andenken an ihre Hochzeit mit Harald. Natürlich kann man die Hochzeit nicht wiederholen, während Hunde jeden Tag ihre Geschäfte verrichten müssen. Für mich als Hunde-Mama sind die wichtig, und ich werfe auf jedes Häuflein einen prüfenden Blick, bevor es in der Tüte verschwindet.

Beruflich ist die 32jährige Madeleine Vertriebsangestellte für Auto-Gebrauchtteile.

Als Beitrag zu ihrer Vergangenheit erzählt sie, dass sie als Kind einige Jahre in Mexico gelebt hat - weil ihr Vater dort gearbeitet hat. Als es zur Scheidung ihrer Eltern kam, gingen sie und ihr Bruder mit ihrer Mutter zurück nach Deutschland, während der Vater dort geblieben ist.

Und sie war seit langem nicht mehr in Mexico ... denn Flugreisen mit Hunden sind nicht das Wahre.

Das kann ich gut nachvollziehen, denn irgendwann habe ich mich auch gefragt, ob ich einen Hund haben oder lieber ein paar Flugreisen pro Jahr unternehmen möchte (eben so viele wie die Urlaubstage hergeben). Wer mich kennt, weiß, wofür ich mich entschieden habe.


Das Menü

Fenchel und Orangen gehören zusammen wie Bonny & Clyde, die sich schließlich als kriminelles Pärchen ebenso geliebt haben wie Romeo und Julia. Fenchel in dieser Kombination sollte auch Fenchel-Gegnern schmecken.

Das Baguette dazu ist ihr Endgegner: selbst der 3. Back-Versuch gelingt eher nur mittelmäßig.

Das kostet Nerven, sie klagt auch über Stress - aber ich sehe eine erstaunlich ruhige und gelassene Frau.

Lachs gart sie sous-vide und entfernt zuvor die Haut - ist natürlich ihre Entscheidung. Ein paar Minuten in der Pfanne für die kleinen Streifen genügt, geht schneller und bewahrt die Umwelt vor ihrem Plastik-Gegner.

Die trendigen Granatapfelkerne sind eher etwas fürs Auge - und für mich überflüssig. Aber: besonders zu einem möglichst perfekten Dinner isst das Auge noch mehr mit als an einem Mittwochabend am heimischen Tisch.

Selbstgemachte Pralinen sind ein Bestandteil des Desserts. Mango-Minz-Sorbet - und seit geraumer Zeit geht nix mehr ohne Pistazien. Meinetwegen.


Fazit

Madeleine hinterlässt pures Chaos in der Küche - was natürlich jedem passieren kann. Und zwar nicht

nur quasi, sondern tatsächlich.

Unterdessen schwärmt Alex völlig ohne "quasi" von der Seele seines Pudels "Kurt", in die er hineinsehen kann.

Die Punkte für Madeleine: je 8 geben Alex, Kei und Elina, 7 Tim.

Mit 31 Zählern unterliegt sie zwangsläufig Alex, der diese Woche die Krone samt 3.000 Steinchen nach Hause tragen darf.

Vom Sympathiegrad meinerseits ausgehend, hätte ich Madeleine den Gewinn gegönnt, aber Alex hat deutlich besser gekocht.

Ganz sicher mag ich Madeleine nicht, weil sie 2 Hunde hat ... sondern weil ich sie sympathisch finde. Ich kenne - vom Sehen und vor allem Wegsehen - diverse

Hundehalter, die ich lieber von hinten als von vorne sehe.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir dürfen uns auf 5 Sonnenstunden bei maximal 20 Grad freuen.


Guten Morgen, Gruß Silvia




Freitag, 5. Juni 2026

5. Juni 2026 - Jan Josef Liefers und die Ketamin-Therapie




Jan Josef Liefers und die Ketamin-Therapie


Beinahe gewinnt man den Eindruck, dass der Schauspieler und seine prominente Rolle des Professor Boerne sich ebenso wenig voneinander

unterscheiden wie die der Königin aus Schneewittchen und ihr weissagender Spiegel, der stets darauf bedacht bleibt, sie zu umschmeicheln und ihr nach dem Sinn zu

reden - bis die Frage nach der Schönsten im Land heikel geworden ist.

Ein Mann mit narzisstischen Charaktereigenschaften  sei Jan Josef - laut seiner Ehefrau und Freunden.

Überwältigt von seinem Erfolg als Boerne fährt er vermutlich auf völlig eigenen Gleisen durch einen selbstgefälligen Kosmos, in dem alle Welt stillsteht und huldigend die Häupter senkt, denn bevor man Ähnliches je wiedersehen wird, können Dezennien vergehen ...

Was macht großer Erfolg aus manchen Menschen, während andere sich nur freuen, anstatt in höheren Sphären Platz zu nehmen?

Was macht es mit einem Narzissten, den die engsten Menschen auf seinen Charakter hinweisen?

Normalerweise? Nichts!

Und hier wird es genau so heikel wie bei der mörderischen Märchenkönigin.

Ist sein großer Erfolg eine Folge des überbordendes Egos? 

Ich rühre in meinen Erfahrungen herum wie andere in der Küchenpsychologie und komme zu keinem Ergebnis. Profis sind gefragt - 

aber genau so einen hat Jan Josef Liefers an sein Innerstes herangelassen, obwohl dieser wohl auch nicht nur mit Worten erklären, aufklären und ein wenig heilen konnte,

sondern zu Ketamin gegriffen hat.

Mit Ketamin kann man todkranke Pferde einschläfern ... aber kann das Zeug aus einem seiner Paraderolle ähnlichen Prof. Boerne einen besseren Jan Josef Liefers machen?

Natürlich ist die Welt voller Sonderlinge, und wenn man sie schon nicht auf den Straßen erwartet, dann gewiss im Fernseher. Dort tollen manche so schön vor sich hin, als wären sie der Nabel der Welt ...

und wie sie in Wirklichkeit ticken, kann man nicht einmal erahnen. Selbst von den liebreizenden Figuren einer Rosamunde-Verfilmung, die keine tieferen Abgründe zeigen als die,

dass sie so gutmütig sind, dass es wehtut - weiß man natürlich gar nicht, wie sie privat ticken.


Ketamin-Therapie

... hört sich eigentlich an, als würde man Pferde unheimlich gern mögen, möchte aber niemals ein Pferd sein.

Und der Narzisst will erst recht kein Pferd sein, über das andere entscheiden ... er will lieber andere in seinen Bann ziehen, um sich dann über sie erhaben zu fühlen.

Ist Jan Josef nun ein Narzisst - oder findet er diese Bezeichnung einfach nur schick und absolut zeitgemäß?

Kann man durch eine finanziell tragende Narzissten-Rolle selber zu einem werden - oder war man schon immer einer und wurde deshalb rein instinktiv für diesen Part ausgewählt?

Ich habe wenig Ahnung - weder von Narzissten noch von Schauspielern.

Aber, wenn er sich selber potenziell in dieser Rolle sieht und das öffentlich macht, wird schon was dran sein.

Ich wünsche ihm gute Besserung - aber Halt, er hat ja nicht nur einen Schnupfen, sondern möglicherweise ein sehr grundsätzliches Charakter-Problem.


Guten Tag, Gruß Silvia



4. Juni 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Kassel bei Alex




"Der Senf dazu"

Vorspeise: Agnolotti / Pilz-Ricotta / Nussbutter / Tomate / Haselnuss
Hauptgang: Kalb / Brokkolini / Sellerie / Zwiebel / Jus
Nachtisch: Birne / Zitrone / Mandel / Granatapfel / weiße Schokolade hoch zwei


Es muss nicht immer extra scharf sein, wenn du deinen Senf dazu gibst.
- Michael Marie Jung (1940 - 2025)

Es darf auch süß und sauer oder auch leicht eingefärbt sein, und der im Menütitel gemeinte Senf spricht sogar die Sprache der Liebe:

bei der Vorbereitung auf diese Sendung hat Alex jeden einzelnen Bestandteil seiner Frau Toni zur Abschlusskontrolle vorgelegt - und sie hat kräftig mitgesenft, inspiriert und verbessert.

Als Belohnung der eigenen Akribie und der präzisen Herangehensweise ist Alex nach dem 3. Gang als dieswöchig höchstbewerteter Kandidat bereit zu einem Sprung aufs Treppchen.

Und falls er doch noch von Madeleine überholt werden sollte, so kann er trotzdem einen Gewinn aus dieser Sendung mitnehmen:

Denn wenn die inflationäre Nutzung des Worte "quasi" nicht ausschließlich seiner Aufgeregtheit geschuldet ist, kann er daran arbeiten, es völlig und ersatzlos aus seinem Sprachschatz zu streichen. Jeder einzelne Satz, in dem er das Wort meist sogar mehrfach nutzt, kommt besser ohne es aus und machte Sinn.

Im Gegenzug wird die Zuschauer-Konzentration auf einen Nebenschauplatz verlegt, der die Freude schmälert, denn die Häufigkeit des Begriffs ist wie ein Tsunami, der alles andere überrollt und wie die Hauptzutat eines Abends in Erinnerung bleibt.

Wie schön klingt hingegen das Bellen seines kleinen Pudels "Kurt", der die Crew laut begrüßt, als wolle er sie zunächst gern vertreiben, um sich dann doch Zeit mit ihr zu gönnen.

Der 29jährige Alex hat Sportwissenschaften studiert, "pumpt" gerne im Fitness-Studio, wie er erzählt, und wird bald Vater eines Jungen.

Und ... er ist leidenschaftlicher Foodcontent-Junkie, der "sich jede freie Minute im Internet Kochsendungen, Kochblogs etc." ansieht. Was Toni oder Kurt dazu sagt oder bellt ... ist nicht bekannt.


Das Menü

Agnolotti sind von ihm kunstvoll gefaltete und mit Pilzen und Rucola gefüllte Teigtäschchen. Ein paar nach genauem Plan geschmorte Cocktailtomaten plus Nüssen als Topping vervollständigen den 1. Gang, der die Gäste verzaubert.

Das Kalbfleisch im Hauptgang kritisiert er einerseits, andererseits vertraut er seinem Metzger. Eine Floskel zur Beruhigung des Gewissens!

Das Highlight ist sicherlich der Nachtisch: er schält Birnen, "poliert" sie mit einem natürlich neuen, zuvor unbenutztem Spülschwamm - und füllt sie am Ende mit weißer Schokolade, Lemoncurd und Granatapfel-Kernen. Eine akkurat geformte Schokomousse gesellt sich hinzu.

Ein wenig pingelig ist er schon ...


Fazit

Gar nicht pingelig ist er, wenn es darum geht, Schuhregal und Garderobe in den Hausflur auszulagern. Natürlich ist seine blitzsaubere Wohnung sehr klein, aber das ist kein Grund, die Wohnfläche nach außen zu erweitern. Das sieht einfach unschön aus.

Nicht jedem der Gäste gefällt offenbar die Pausen-Aufgabe, kleine Leinwände mit Pinseleien versehen zu sollen - aber sie fügen sich. Was auch sonst? Hätte etwa der Gesprächsstoff gefehlt, obwohl sie sich doch alle so gut verstehen?

Gegen die Bewertungs-Tafeln hat dann niemand einen Einwand - und einhellig, wenn auch nicht völlig übereinstimmend, werden viele, viele Punkte vergeben:

je 10 geben Elina und Madeleine, je 9 Kei und Tim.

Das ergibt die Summe von 38 Zählern - und beschert ihm den bislang 1. Platz, den ihm nur noch Madeleine streitig machen kann.


Guten Morgen, Gruß Silvia