Samstag, 11. Juli 2026

11. Juli 2026 - Inge, Christine und ich ...

links: Christine, Mitte: ich, rechts: Inge


Über den Wolken ... kann die Freiheit wohl grenzenlos sein
- Reinhard Mey

Das Leben schlägt Kapriolen und bringt Menschen zusammen, die sich nie kennengelernt hätten, wenn sie nur im selben Bus gefahren wären oder in einem Geschäft die gleiche Tapete ausgesucht hätten. Alles ist immer rein zufällig - oder zumindest spielt der Zufall eine große Rolle, die er dann ausweitet. Wenn er gerade nichts anderes vorhat.

Zuerst kannte ich Inge - meine verrückte Freundin, die nichts so ernst nahm wie den dummen Ernst des Lebens, den sie zutiefst verabscheut hat. Sie war das verzogene Gör von Eltern, die bei ihrer Geburt bereits zu alt und zu vernarrt in sie waren, um ihr Grenzen setzen zu können. Inge wollte nur leben, jeden Tag und jede Minute, und vermutlich war es ihr auch egal, wie lange es dauerte, dieses Leben.

Durch gewisse und umfangreiche ineinander übergreifende Zufälligkeiten haben wir uns kennengelernt. Hätte ich mich an einer Wegbiegung in meinem Leben nur für einen klitzekleinen anderen Weg (und damit meine ich keinen dramatischen, sondern einen winzigen Weg) entschieden, wären wir uns niemals begegnet. - Oder eben nur in einem Bus. Vielleicht.

Wir wurden beste Freundinnen. Das ging nicht von heute auf morgen oder übermorgen, sondern dauerte seine Zeit. Denn Inge war so speziell,

wie ich niemals gewesen bin. Und als wir Freundinnen gewesen sind, ärgerte ich mich manchmal über sie, denn mit meiner ausgeprägten

Vernunft konnte ich niemals mit ihr Schritt halten. Ich wollte das auch gar nicht. Andererseits hat sie mich fasziniert. Zumindest manchmal.

Durch Inge lernte ich Christine kennen. Christine war Französin - und sie war die erste Ehefrau von

Reinhard Mey, dem Lieder-Interpreten.

Im Gegensatz zu Inge war Christine eine seelisch gesunde Frau, die trotzdem von Inge ebenso gefesselt war wie ich selber.

Aber hin und wieder vollkommen verrückt war nicht nur Inge, sondern auch Christine und ich.

Viele bekloppte Nächte haben wir in unserer Stadt verbracht: Drei auf einem Level. Drei mit enormer Lebenslust.

In den Zeiten dazwischen sind Inge und Christine mehrmals nach Israel gereist, es war beider Lieblingsziel, geprägt von tiefer Freundschaft zu diesem Land.


Es gibt Menschen, die mich nie losgelassen haben, obwohl diese beiden nicht mehr leben - wir hatten Spaß miteinander, ziemlich besoffen, aber auch stocknüchtern.

Inge war in etwa der bekloppteste Mensch, den ich je getroffen habe, während Christine eine der der freundlichsten und liebevollsten gewesen ist.

Inge verzeihe ich nicht, dass sie in ihrer Verrücktheit eines Tages den Suizid gewählt hat. Das hätte sie ihrer damals noch lebenden, aber bereits sehr betagten Mutter nie antun dürfen. Es war auch keine Kurzschlusshandlung, denn sie hatte sich akribisch darauf vorbereitet, damit sie nicht gefunden wird, solange sie noch lebt.

Christines Krebserkrankung kann ich auch nicht verzeihen. Sie war noch viel zu jung und hat sich um ihre an MS erkrankte Schwester gekümmert. Jäh wurde ihre wichtige Aufgabe von der Krankheit gestoppt.

Ruhet in Frieden, Inge und Christine. Über den Wolken ist die Freiheit vielleicht grenzenlos. Wer weiß.





Guten Tag, Gruß Silvia


10. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Stuttgart bei Stefan



"Herbst trifft Winter"
Vorspeise: Dreierlei vom Hokkaido - Nockerl / Suppe / Filet
Hauptgang: Heimatliebe - Zartes vom Schwein / Knödel / Gemüse / Polenta
Nachtisch: Fruchtige Versuchung - Frischkäse / Cranberrys /


Filousophie: teleologisches Finale der Systemphilosophie
© Andreas Egert (*1968)

Dass besonders Niclas bedauert, dass diese Woche für die Stuttgarter Kandidaten heute zu Ende geht, ist etwas befremdlich: denn nichts in dieser Woche war ihm wirklich genehm und hat seinem veganen Geschmack entsprochen.

Doch vielleicht wird heute alles besser, und er passt endlich einmal die vielen abwertenden Wörter seiner Punktevergabe an - oder besser noch: umgekehrt. Die nicht nur der Polizei, sondern auch mir, bislang seltsam vorgekommen sind, weil beides nicht zusammengepasst hat. Vermutlich hat er sich gedacht: egal, was ich sage und wie ich es sage, wenn ich am Ende großzügig bewerte - werden mich alle Zuschauer lieben.

Aber Zuschauer ticken nicht so wie Niclas sich das vielleicht zurechtgelegt hat, sondern in einem ganz eigenen Rhythmus. Es gibt vielleicht sogar eine eigene

Teleologie, wer weiß.

Heute werden Fingerabdrücke, DNA-Spuren und persönliche Fußabdrücke bei dem 38jährigen Stefan hinterlassen ... denn er ist Polizeibeamter mit einem Faible fürs Kochen.

Gemeinsam lebt er mit seiner Frau Patricia und drei Kindern in einem wirklichen Mehrgenerationen-Haus

(im Gegensatz zu Sabrina, die in einem Viel-Parteien-Haus lebt, in dem sicherlich viele Generationen zu Hause sind),

denn auch seine Schwiegereltern und Schwiegergroßeltern leben im selben Haus. So kann man die Kinder mal schnell bei den Schwiegereltern parken, hebt er seinen Sinn fürs Praktische hervor.



Das Menü

Zur vorwiegend veganen Vorspeise reicht Stefan dem Hauptdarsteller dieser Woche, Niclas, ein paar Alternativen, während die anderen Gäste zum Beispiel echten Käse auf die Kürbis-Nocken bekommen.

Warum soll ich über den Hauptgang für vier Kandidaten reden, wenn es doch nur um Niklas geht? Der Rote-Linsen-Bratling holt ihn nicht ab ... Wie sollte er auch, wenn ihn alles, alles in dieser Woche auf die eine oder andere Weise getriggert hat?

Der Nachtisch ist eine Hommage an die bequeme Art, die ich gut verstehen kann: denn es ist einfacher, den Käsekuchen vegan zuzubereiten, als schon wieder für Niclas eine Alternative, die er ohnehin meistens gar nicht zu schätzen weiß. Als sein

teilweiser Interview-Partner der vergangenen Tage kennt Stefan ja durchaus das überkritische Talent seines Mitkandidaten.

Mich stört die Margarine im Kuchen enorm. Die anderen Ersatz-Zutaten aber auch.

Gekrönt ist der Kuchenteller mit dem Schokoladenschriftzug "Finale" - jetzt passt auch meine Überschrift dazu.


Fazit

Das überdimensionale Motto dieser Woche heißt und hieß: alles für den Einen, diesen süffisanten Typen, der Niclas heißt.

Anbiederungen an eine schwierige Aufgabe, um einen problematischen Kandidaten zufriedenzustellen.

Erstmals bin ich der Meinung, dass ich als Kandidatin einen veganen Lieferdienst für Niclas organisiert hätte ... und auf eine hohe Punktzahl von ihm gepfiffen hätte.

Stefan hat einen schwierigen Beruf, der alles von ihm fordert - und niemand ahnt, was er ihm im Laufe der Zeit nehmen kann, auch an mentaler oder physischer Gesundheit. An seiner Stelle würde ich mich im Privatleben nicht mit solch einem Menschen umgeben - da wären mir mein guter Ruf und 3.000 Euro aber so was von egal.

Doch sicher gibt es für alle Kandidaten Verträge - die einiges einschränken und sogar verbieten.

Ich bin froh, dass Niclas beruflich als Operations-Assistent es nur mit tief schlafenden Menschen zu tun hat. Und sie danach auch nicht wiedersieht. Es erspart ihnen so vieles.

Ich bewundere Menschen, die dem Tierleid Rechnung tragen - aber so jemand wie Niclas törnt mich trotzdem ab. Vegetarier sind in der Regel nicht solche

Mimosen und Moralapostel und Egoisten.

Ich bin fertig mit Niclas.

Die Punkte für Stefan: je 9 geben Niclas, Jonas und Franzi, 8 gibt Sabrina.

Stefan verpasst nur um einen einzigen Zähler den Jackpot von 3.000 Euro, den Jonas mit nach Hause nehmen kann.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute 15!!! Sonnenstunden bei maximal 31 Grad. Also von allem etwas zu viel.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 10. Juli 2026

10. Juli 2026 - Bienchens Tod: draußen war es kalter Winter - und in meinem Herzen wurde es noch kälter ...




Bienchens Tod: draußen war es kalter Winter - und in meinem Herzen wurde es noch kälter ...



Nach Robins Tod war Bienchen mein größter Trost in einer nun stiller gewordenen Welt, in der kein Robin mehr über die Stränge schlug - und mich auf Trab gehalten hat.  Diesen Trost hatte ich

Robin selber zu verdanken, denn ohne ihn hätte es Bienchen in meinem Leben nicht gegeben.

Bienchen habe ich 2010 von meiner Mutter geerbt. Sie war genau 3 Monate älter als Robin, so dass die beiden altersmäßig nicht viel voneinander trennte und sie ähnliche Interessen hatten. Doch

Robin musste die Entscheidung treffen, ob wir Bienchen behalten - oder ob ich sie in gute Hände weitervermittle. Ein Tierheim sollte ihr auf jeden Fall erspart bleiben ...

nicht, weil Tierheime schlechte Orte sind, sondern weil die Kleine nicht noch mehr Umstellungen in ihrer Trauer erfahren sollte. Bislang war ihr Leben behütet verlaufen, und so sollte es auch bleiben.

Welch ein Glück hatte ich, dass Robin das kleine Bienchen sofort akzeptierte, während sie hin und weg von ihm gewesen ist. Und es war bis zu Robins Tod genau so wie ich es schreibe:

er hat sie sehr akzeptiert - sie hat ihn geliebt.

Die Lücke, die dazwischen klafft, konnte in Kauf genommen werden.

In etwas haben sich die beiden ziemlich unterschieden: Robin mochte fast alle Menschen, Bienchen war mit einem einzigen mehr als zufrieden. Und der wurde ganz schnell ... ich. Fortan waren wir stets zu Dritt unterwegs - und unterwegs bekam Bienchen die meiste Aufmerksamkeit, daran änderte auch Robins Schönheit nichts, denn fremde Menschen waren sehr schnell besonders von ihr angetan. "Die Süße hat meinen Tag gerettet", habe ich so und in anderer Form beinahe täglich gehört.

Es muss der Eisbär-Knut-Effekt gewesen sein ... nur Bienchen selber interessierte sich herzlich wenig für den augenscheinlichen Erfolg ihrer Niedlichkeit.



Später war es, als hätte mir Robin für den traurigsten aller möglichen Fälle, seinem Tod am 6. September 2019, selber den

wichtigsten Trost hinterlassen.

Dankbar nahm ich diesen an.

Und Bienchen? Die inzwischen alte Lady, die stets ihrem großen Vorbild und ihrer Liebe Robin nachgeeifert hatte?

Befürchtet hatte ich, dass sie trauern würde ... also spürbar. Aber das Gegenteil war der Fall, denn sie

blühte noch einmal richtig auf. Vielleicht nach dem Motto:

"Der König ist tot, es lebe die Königin!"

Und übernahm fortan und nach seinem Tod ein paar Eigenarten - wie die, mich im Aufzug zu umrunden -, die Robin eingeführt hatte.

Ihre größte "Macke" aber blieb bestehen: sobald ich außer Sichtweite war, ging sie mit niemandem mit. Dann stampfte sie ihre Beinchen in den Boden und blieb stehen, als gelte es, genau diesen Flecken Erde in meiner Nähe auf immer zu verteidigen.


Uns blieben noch gemeinsame 17 Monate, so dass sie 20 Monate älter als Robin wurde. Am 

25. Januar 2021

musste ich sie in der Tierklinik Kaiserberg über den Regenbogen gehen lassen.

Sie wurde 17 Jahre, 3 Monate und 12 Tage alt.

Obwohl damals gerade Corona uns alle im Griff hatte, durfte ich sie natürlich bis an die Schwelle der Regenbogenbrücke begleiten ...

... allein hätte ich sie ohnehin niemals diesen Weg gehen lassen, sondern eine Möglichkeit gefunden. Vermutlich hätte ich stur auf meine Begleitung bestanden, denn diese Sturheit hatte ich mir von ihr abgeguckt, weil sie einfach erfolgreich war.  - Das war zum Glück nicht nötig. Mit Maske

und großer Traurigkeit habe ich mich von ihr verabschiedet. Nach der Spritze hat es noch etwa 15 Minuten gedauert, bis sie für immer eingeschlafen ist.

Währenddessen lag sie auf meinem Schoß und ich habe sie gestreichelt, bewusst, dass es unsere letzten gemeinsamen Minuten waren.

Dann wurde es bitterkalt in meinem Herzen.

Nun ist sie wieder mit meiner Mutter und Robin vereint und lässt sich sicherlich nach Strich und Faden verwöhnen, meine kleine Zicke und große Dreck-Queen. Hoffentlich gibt es dort immer genügend Pferdeäpfel, in denen sie sich wälzen kann, denn die hatte sie besonders gern.


Guten Tag, Gruß Silvia



9. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Stuttgart bei Sabrina



"Neigschmeckt 2.0"

Vorspeise: Herrgottsbscheisserle - Maultaschen / Gemüse / Safran
Hauptgang: Zwiebelrostbraten - Rostbraten / Zwiebel / Spätzle
Nachtisch: Ofenschlupfer - Vanille / Apfel


Es gibt geladene Gäste und schwer geladene.
- Wilhelm Schlichting (19./20. Jhdt., publizierte um 1930)

Ganz so schlimm ist es nicht, aber ein bisschen unelegant tanzt besonders ein Gast aus der Reihe, der am Montag erklärt hatte, er würde als Veganer "nicht viel erwarten", obwohl er seine Ansprüche täglich höher schraubt. Zumindest spricht seine Bewertung eine andere Sprache und hat keinen solch starken Akzent wie sein

infantiles Maulen an diesem, jenem und eigentlich allem, was extra für ihn zubereitet wird. Er klingt recht undankbar, aber vermutlich hätte er auch in jedem veganen Restaurant satte Kritikpunkte - und Kellner, Koch und Wirsing würden die Hände über den Köpfen zusammenschlagen, sobald er wieder einmal im Anmarsch ist.

Heute darf die 41jährige Sabrina probieren, Niclas zufriedenzustellen. Sie ist Ingenieurin und hat einen Doktor-Titel über "Mikrosystemtechnik". Das hilft ihr allerdings in diesem Fall rein gar nichts, aber da sitzt sie im selben Boot mit den anderen drei Kandidaten. Nicht allein zu sein, ist manchmal auch ein kleiner Trost.

Nicht ganz allein steht sie auch in ihrer Küche - die Vox-Crew unterschlage ich hier geflissentlich - denn ihre Arbeitskollegin Martina geht ihr zur Hand.

Offenbar hat es den beiden gefallen, ein bisschen schleichende Werbung für ihr geliebtes Weinlokal einzuschleusen. Dort findet einmal im Monat ein Kollegen-Treffen statt. Brav liefert Martina als Gastgeschenk eine Flasche Sekt an Sabrina, auf der dick und fett der Name des Lokals steht. Ich erwähne ihn hier nicht ... aber mir fällt auf, wie

Sabrina ihre Schnibbelhilfe, die ja eigentlich kein Gast ist, vorstellt: "Martina ist in meinem Team."

Das klingt distanziert und nicht gleichberechtigt. Fürs TV hätte es gereicht, sie hätte sie mit einem "wir arbeiten im selben Team" vorgestellt.

Ansonsten erfahre ich nicht viel über Sabrina. Ich weiß nicht einmal, ob sie verheiratet ist, Kinder hat oder ob sie

gern den Mount Everest besteigen - oder lieber mit einer Gondel auf die Zugspitze fahren würde.

Ich schätze das Geplänkel vom Team zu den Kandidaten - aber mehr, als dass in ihrem Haus mit vielen Parteien eine gute Atmosphäre herrscht und man zum Beispiel an Neujahr gemeinsam bruncht - ist heute nicht drin.


Das Menü

Wer kennt nicht die Legende der Herrgottsbescheisserle? Gott wird sicher nie böse sein, wenn man in der Fastenzeit Fleisch oder Fisch in den Maultaschen vor ihm versteckt ...

aber Niclas klingt wie ein persönlich und absichtlich beleidigtes Kind: seine vegan gefüllten Teigtaschen haben nämlich mal so gar keinen Geschmack ... urteilt er.

Die anderen Gäste sind zufrieden mit ihren Fischfüllungen.

Den Rinderbraten gart sie sous-vide und serviert ihn mit Rotweinzwiebeln und selbstgemachten Spätzle. Das Fleisch sieht rosa aus,

aber Niclas Weltsicht ist dann doch lieber grau in grau:

er bekommt angebratenen Spitzkohl mit Pastinaken-Püree. Und was vermisst er? Natürlich die Spätzle. Aber Sabrina gibt zu,

sich nicht getraut zu haben, den Teig vegan ohne Ei herzustellen.

Die Ofenschlupferln kommen dekonstruiert auf die Teller. Schade für den schönen Hefezopf, den sie zu Würfeln schneidet.

Noch enttäuschter ist Niclas, denn er bekommt kein Vanille-Eis zum Nachtisch. Das Eis ist nämlich mit gezuckerter Kondensmilch zubereitet, die natürlich nicht auf seiner "Darf-ich-Liste" steht. Und ohne Eismaschine hat sie sich erneut etwas nicht getraut: Eis ohne diese Geling-Zutat zuzubereiten.


Fazit

Immerhin sorgt Niclas für ein wenig Aufregung - und man kann durchaus drauf wetten, dass schnell die nächste Zutat von ihm herabgewürdigt wird.

Er ist nicht nur Veganer, er ist ein schwieriger Fall.

Und vermutlich sucht Vox (oder itv) bereits nach würdigen Niclas-Nachfolgern. Denn das Salz in der Suppe könnte für den Sender etwas völlig anderes sein als für die Zuschauer.

Nur in der Punktevergabe reiht er sich unauffällig und freundlich in die Gemeinschaft ein: je 8 geben Niclas, Jonas, Franzi und Steffen.

Mit 32 Zählern liegt Sabrina am 4. Tag auf dem bislang 2. Platz.

Ich zittere jetzt bereits stellvertretend für Stefan ... aber warum soll es ihm auch besser ergehen als den anderen drei Kandidaten. Aber ich habe keine Bedenken, dass Niclas seine Nörgeleien weiterhin gerecht verteilen wird.

Am Ende sitzen vier in einem Boot - und einer steht noch an Land und fragt sich, warum man ihn nicht mitgenommen hat.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 9. Juli 2026

8. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Stuttgart bei Niclas



„Rätsel, Rollen, Schleck - komplett vegan“

Vorspeise: Das rote Rätsel - Reis, Rote Bete, Kichererbsen
Hauptgang: Das eingerollte Geheimnis - Walnuss, Kürbis, Maronen, Pilze, Tofu, Cranberry
Nachtisch: Die süße Enthüllung - Kirsche, Schokolade, Sahne



... Dein Metzgermeister wird dir raten
zu Leberwurst und Schweinebraten.
Gesunde Nahrung sei vegan:
dafür kämpfen Huhn und Hahn
...
- KarlHeinz Karius (1935)

Im Gegensatz zu vielen anderen Zuschauern bin ich nicht der Meinung, dass ein vegan lebender Kandidat für seine Mitstreiter Fleisch zubereiten sollte - weil die anderen auf ihn schließlich auch Rücksicht nehmen und seinem Lebensstil Rechnung tragen. Natürlich ist es für Nicht-Veganer schwierig, Alternativen zuzubereiten ...

aber andererseits ist es vermutlich für niemanden ein Problem, einen fleischlosen Tag einzulegen.

Ich wundere mich am heutigen Tag nur darüber, dass Niclas für Franzi keine Alternative zum Erbsenpüree parat hält - denn offenbar hat sie eine Aversion gegen Pürees. Dass er davon gewusst hat, wäre mir gar nicht auffallen, wenn er es nicht selber erwähnen würde ...

Er macht es sich also leicht. Zumindest hat er meinen gestrigen Wunsch, er möge einfach mal still sein, heute in die Tat umgesetzt. Das ist allerdings kein wirklich großes Wunder, denn heute kocht er selber und möchte anderen Menschen die vegane Lebensweise nahe bringen. Ein Mann mit einer

Mission.

Der 34jährige Niclas ist beruflich operationstechnischer Assistent - und mit Hendrik verheiratet.

Es gelingt Niclas der Brückenschlag zu Eik, der im "Dinner-Universum" weltberühmt ist - und dessen Autogrammkarte einen Platz in seiner Küche gefunden hat.

Der "Kochgott" Eik soll ihn vor Missgeschicken beim heutigen Menü bewahren ... Diese leicht komödiantische Einlage befreit Niclas jedoch keinesfalls von der Wucht seines eigenen Mundwerks: auch bei kritischen Anmerkungen macht der "Ton die Musik". Sicherlich kann er gut tanzen (als jahrelanger Formations-Tänzer) - aber sachlich kritisieren kann er nicht.


Das Menü

Das vegane Tatar besteht aus Roter Bete, Kichererbsen und noch diesem und jenem: wer es nachbasteln möchte, kann das Rezept bei "Chefkoch" finden.

In der Karte nennt er die Vorspeise "Das rote Rätsel" - denn er möchte nicht, dass seine Gäste bei dem Wort "Tatar" denken, es schmecke wie Rinder-Tatar.

Davon kennt er selber eine Liedstrophe: als er veganen Lachsersatz serviert bekommen hat, war seine Kritik dazu, dass es gar nicht fischig schmeckt ...

Mit gefüllten Wirsingrouladen geht das Dinner in den 2. Gang, der vielleicht der beste ist. Aber genau weiß ich natürlich gar nichts.

Nur, dass ich noch nie solch bescheidene Schwarzwäldertörtchen gesehen habe, ist mir klar.


Fazit

Sein Vertrauen in die "Kraft der Eikschen Autogrammkarte" hat sich insofern gelohnt, denn schiefgegangen ist nichts. Allerdings ist

dieses Dinner auch keine vegane Offenbarung. Besonders im Nachtischkuchen stören die vielen Ersatzzutaten, die aus

einem Kuchen-Klassiker einen Abklatsch machen.

Die Punkte für Niclas: je 7 geben Jonas, Sabrina und Stefan, 8 gibt Franzi.

Das sind 29 sehr liebe Zähler für den Vortänzer in unsachlicher Kritik.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 8. Juli 2026

7. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Stuttgart bei Jonas



"Wild. Würzig. Wunderbar."

Vorspeise: Rösti mit gebeiztem Lachs, Roter Bete und Apfel
Hauptgang: Rehrücken mit Kartoffel-Lauch-Gratin, Sellerie, Wirsing, Jus
Nachtisch: Italienischer Cheesecake mit Nuss-Nougat-Creme und geeistem Espresso


Idylle am "Arsch der Welt"

Inmitten von viel, viel Landschaft und weitab vom nächsten Ort, der nur als Punkt in der Ferne erkennbar ist, steht der

Aussiedlerhof von Jonas und seinem Vater. Es ist natürlich das "Programm" eines Aussiedlerhofes, dass dieser allein inmitten der Natur und weitab eines Ortes steht. Trotzdem hätte ich beinahe Einsiedlerhof geschrieben ...

denn der nächste Nachbar wohnt nicht um die Ecke, sondern zig Autominuten entfernt. Ob es hier eine Bushaltestelle gibt für die, die kein Auto besitzen, aber trotzdem gern frisches Gemüse in dem kleinen Selbstbedienungsladen kaufen würden? Keine Ahnung.

Der 32jährige Jonas ist Gärtnermeister mit der Hauptausrichtung Gemüseanbau, während sein Vater auf Heil- und Gewürzpflanzen spezialisiert ist. Die werden für die Pharma- und Kosmetikindustrie herangezogen.

Anstelle der vielen Gerätschaften würde ich lieber ein paar Felder sehen, aber den großen Schuppen mit allem, was mich nicht interessiert, findet die TV-Crew vermutlich interessanter.

Sein Leben teilt Jonas mit der 28jährigen Marlene.

Und man könnte meinen, diese Sendung drehe sich hauptsächlich um den Veganer Niclas, der als polarisierender Faktor ziemlich im Mittelpunkt steht. Sicher liebt Vox Kandidaten, die ihren Mitstreitern ein paar Probleme bereiten - und die vor allem den Zuschauern schnell "auf den Zeiger" gehen.

Unter vielem anderen ist er kein Gratin-Fan, denn "wenn das nicht gut gemacht ist, schmeckt es wie eine Suppe".

Sein Ernst? Oder quatscht er nur gern dummes Zeug?


Das Menü

Der gebeizte Lachs sieht gelungen aus, die Röstis knusprig - aber der Ersatz-Lachs für Niclas ist ebenso wenig sein Fall wie er auch an den Röstis etwas auszusetzen hat. Der Lachs schmeckt ihm zu wenig nach Fisch. Ja, warum wohl?

Ich beginne langsam, wegzuhören, wenn er redet ... Immerhin gefällt ihm der Rote Bete-Apfel-Salat - aber vielleicht auch nur deshalb, weil es auch bei ihm Rote Bete geben wird ...

Das Reh für den Hauptgang wollte Jonas eigentlich von einem Freund schießen lassen ... aber er hat ihm nicht zugetraut, das Reh auch zu treffen ... Warum? Das wird nicht erzählt. Aber: wenn der Freund jagen darf, aber nicht schießen kann,

sollte vielleicht mal sein Jagdschein überprüft werden.

Die Gäste sind mit dem Hauptgang zufrieden. Nur Niclas gefällt seine Pilz-Alternative nicht: zu wenig gewürzt? Falsch angebraten? Es gibt ja viele Möglichkeiten.

Für den Nachtisch backt Jonas gleich zwei verschiedene Käsekuchen: natürlich ist der vegane extra für Niclas.


Fazit

Niclas = Diva! - Ich wollte, er würde schweigen ... oder seine Kritik sachlich verpacken

und sich nur auf die Punktebewertung konzentrieren.

Seltsamerweise ist er hier recht großzügig - vielleicht glaubt er auch, dass die Zuschauer es besonders wohlwollend zur Kenntnis nehmen, wenn jemand viele Punkte verteilt.

Die Punkte: je 9 geben Franzi Niclas, Sabrina und Stefan.

Das ergibt die Summe von 36 Zählern - mit der die Einsamkeit auf dem Hof gehörig aufgemotzt wird.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Dienstag, 7. Juli 2026

6. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Stuttgart bei Franzi



"Vom Zitronenmeer zur Umamiküste"
Vorspeise: „Raw Balance“ - Thunfisch / Yuzu / Kräuter
Hauptgang: „Golden Silk“ - Pasta / Miso / Ei / Guanciale
Nachtisch: „Zen Cloud“ - Lemongras / Vanille / Kürbis


Rituale sind oft beständiger als Inhalte.
© Leon R. Tsvasman (*1968)

Nach 4 Wochen, 20 Tagen und mehr als 25 Wiederholungsstunden, ist ein liebgewordenes Ritual endlich mit neuen Folgen zurück: Das perfekte Dinner.

Besonders ein Privatsender muss natürlich wirtschaftlich denken und setzt der Fußball-Weltmeisterschaft keine Sendungen entgegen, die in einer fußballbegeisterten Nation einfach keine Chance gegen weltbeste Kicker haben. Allerdings gibt es derzeit auf allen Sendern ständige Wiederholungen, obwohl der ÖRR sich nicht selbst finanziert, sondern alle Haushalte in Deutschland das gemeinsam in die Hand nehmen: selbst dann, wenn in manch einem Haus überhaupt kein Gerät vorhanden ist.

Während der ÖRR noch immer Wiederholungen rausballert, denn die WM ist erst am 19. Juli zu Ende, geht diese voxsche Sendereihe seit heute mit neuen Folgen ins Rennen.

Und sogleich fällt ein Ritual auf, das man aus dem "Dinner" kennt:

Noch vor dem Aperitif ist die 25jährige Krankenschwester Franzi, die in der Psychiatrie arbeitet, zu höchstem Lob bereit:

"... sind alle total nett. Das wird eine schöne Woche werden."

Eine Schnell-Diagnose! Wie üblich! Man kennt es nicht anders! - Gilt in der Psychiatrie als unprofessionell.


Das Menü

In der Küche hilft Mario, Franzis gleichaltriger Freund seit 10 Jahren.

"Er hat mal eine Kochausbildung angefangen ...", erzählt Franzi. Vielleicht darum kann sie ihm ein paar Tätigkeiten zutrauen, die für sie selber kräftezehrend sind - wie das Durchkneten des Nudelteiges zum Beispiel.

Zur Vorspeise presst sie mit einem Gerät die Thunfisch-Scheiben auf einen fast durchsichtigen Zustand zurecht. Es ist vorstellbar, dass hier Geschmack verloren geht.

Tagliatelle Carbonara ... kein großer Aufwand, aber eines ihrer Lieblingsgerichte. Die Sendung titelt allerdings mit "perfekt" und nicht mit "esse ich gerne".

Käsekuchen ist generell sehr beliebt in dieser Sendung, obwohl ... ach, ich schreibe es schon wieder, denn Kuchen ist kein Nachtisch. Da passt das Vanilleeis schon besser zu einem abschließenden Gang.


Fazit

Diese Folge tröpfelt vor sich hin wie ein stillgelegter Wasserfall. Hoffentlich kommt in den nächsten Tagen noch ein bisschen Schwung ins Geschehen.

Immerhin sorgt Niclas für ein paar besondere Umstände, denn er lebt vegan und trinkt offenbar auch keinen Alkohol: seine Laster müssen dann wohl anderswo liegen ...

Er erwartet nicht viel ... ist seine Aussage, die mich dann doch irritiert: Wie kann er wenig erwarten ,und wie kann er Weniges überhaupt bewerten? Andere erwarten immerhin und zumindest bei anderen "das perfekte Dinner".

Aber er kennt die Sendung: jeder wird sich bemühen, ihn zufriedenzustellen, als wäre er der Fix-Stern, um den herum sich alles dreht.

Die Punkte: 8 gibt Niclas, je 7 Jonas, Sabrina und Stefan.

Mit 29 Zählern geht Franzi ins Rennen - aber immerhin findet sie alle Kandidaten "total nett". Das ist schließlich das

Wichtigste.


Guten Morgen, Gruß Silvia