Vorspeise: Dill trifft Orange, dazu Fenchel
Hauptgang: Thymian trifft Zitrone, dazu Lachs und Risotto
Nachtisch: Rosmarin trifft Apfel, dazu Krümel
Das Ereignis ist nichts, das Spektakel ist alles.
© Manfred Hinrich (1926 - 2015)
© Manfred Hinrich (1926 - 2015)
Der 31jährige Projektleiter Patrick spult sein Dinner ab, als gelte es, die Gäste und nicht zuletzt auch die Zuschauer auf eine völlig neue kulinarische Spur zu bringen. Selber
betitelt er seinen Show-Anteil als "Spektakel der Kochkunst". Große Worte, die viel erwarten lassen, und denen nur magere Taten folgen. Um es vorwegzunehmen. Um es deutlich auszudrücken.
Neben jeder Menge Ehrgeiz plagt ihn kein bisschen die hohe Selbsteinschätzung, über die jedoch schon so mancher gestolpert ist. Hochstapeln, obwohl ein wenig Bescheidenheit gefragt wäre, ist keine gute Idee.
Als Schnibbelhilfe betritt sein Freund Tim die Bühne des Hauses und erinnert sich voller lobender Worte an das Probeessen ... Selbst wenn es Tim nicht besonders geschmeckt hätte, was hätte er öffentlich über die Kochkünste seines
Sportfreundes anders verlauten lassen sollen? Auf jeden Fall ist es für einen Freund und vor Kameras schwierig, nicht parteiisch zu bleiben. Aber selbstverständlich könnte es ihm auch wirklich geschmeckt haben,
denn der Anlass des Probeessens war einer unter Freunden - und nicht unter Konkurrenten in einer Kochshow.
Ihre kleine Showeinlage präsentieren Patrick und Tim dann noch mit einer Hydrax-Übung ... Hydrax soll eine Trendsportart sein. - Ich kenne die nicht. Bis gerade eben nicht einmal dem Namen nach.
Das Menü
Die Vorspeise besticht durch ihren hübschen Auftritt, aber damit hat es sich dann auch: Über Orangenscheiben
tummelt sich mit eher kleiner Beteiligung der Fenchel. Auch ich mag eigentlich kein Obst in einem herzhaften Essen - aber Fenchel plus Orangen schmeckt ziemlich gut.
Hier jedoch stimmen die Proportionen nicht: zu viele Orangen, zu wenig Fenchel. Dafür dann ein paar Mandelsplitter drüber - weil Nüsse hier und da optisch was hergeben. Die Optik ist ihm wichtig.
Die Patricks Meinung nach confierten Tomaten als roter Punkt in der Vorspeise lösen in einer Pfanne mit Deckel beinahe einen Brand aus ... eigentlich werden sie langsam bei schwacher Hitze in Öl gegart, um ihr Aroma zu verstärken - und als confiert durchzugehen.
Der Hauptgang mit Lachs soll lt. Gästen kalt sein. Doch selbst wenn er heiß wäre, entspräche er keiner großen Kochkunst, die er sich ohnehin nur selber zuschreibt ...
Der Nachtisch soll ein dekonstruierter Apfelkuchen samt Rosmarin-Beteiligung sein: Apfelmus, Apfelstücke und Kuchenstreusel und wieder ein paar Nüsse obendrüber ... insgesamt kann ein Nachtisch kaum blasser aussehen.
Aber: der hat es in sich! Und das bewirkt neben frischem auch das Rosmarin-Öl.
Das gefällt und schmeckt nicht jedem Gast. Auch Moritz ist es zu viel Rosmarin im Dekonstruiertem, doch er ist der Meinung,
dass er nicht nach seinem eigenen Geschmack bewerten soll ... Das ist genau die Vorgabe für die Punkte, denn beurteilt werden soll die Zubereitungsweise.
Aber eben die kann man locker und berechtigt kritisieren, wenn sich zu viel Rosmarin im Dessert tummelt.
Fazit
Durchgefallen! Weil er das eigene Versprechen überhaupt nicht einhalten konnte!
Die Gäste sehen es anders, aber sie sind ja auch in einer schwierigeren Position: je 9 Punkte geben Stefanie und Kristina, je 8 Moritz und Jessica.
Das ergibt die Summe von 34 Zählern, so dass er Stefanie übertrifft - die zumindest und im Gegensatz zu Patrick viel Geld für ihr Menü ausgegeben hat.
Guten Morgen, Gruß Silvia



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