Samstag, 24. Oktober 2026

23. Oktober 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Ostfriesland bei Maja



"Mittelmeer statt Wattenmeer - eine mediterrane Reise"

Vorspeise: Saludo del sur - Spanische Rosquillas mit Ziegenkäse, selbstgemachter Balsamico-Creme, Honig und gerösteten Walnüssen
Hauptgang: Sogno toscano - Ravioli gefüllt mit Ricotta-Parmesan-Creme, an Weißwein-Butter-Sauce
Nachtisch: Le grand final - Schokoladen-Soufflé mit flüssigem Kern und Crème anglaise


Drei Walnüsse für Maja

stehen stellvertretend für die Haselnüsse, die bereits Aschenputtel ihrem Ziel näher gebracht haben. Was genau Maja sich wünscht, weiß ich natürlich nicht: aber

vielleicht ist es Geschlechtsverkehr. Natürlich einer der anderen Art, einer, der die Kehle runterläuft und alkohollastig ist - und nein, das Schlüpfrige greife ich nur auf,

denn Maja nennt ihren Aperitif Geschlechtsverkehr am Mittelmeer.

Ehrlich gesagt möchte ich nicht wissen, was sie auf Social Media postet oder kommentiert, denn die Tastatur ist verheißungsvoll und hat jeden Buchstaben parat, mit dem man deutlich ausdrücken kann, was man meint. Oder was einem gerade schräg durch den Kopf läuft.

Um sie zu schützen, hat Vox alle Kommentarfunktionen der Woche abgestellt. Sonst hätten die bösen Kommentatoren sicherlich gepfefferte Antworten bekommen ... nur eine (naheliegende?) Vermutung.

Ein Blatt vor den Mund hat die 25jährige in dieser Woche nicht genommen - mir ist es trotzdem nicht schwergefallen, sie weitgehend zu ignorieren. Heute muss ich, so sagt es mir mein Blog, ein paar Worte für sie finden, und ich bemühe mich. Um Neutralität bin ich ohnehin stets bemüht - klappt meistens, aber nicht immer.

Maja hat ein Stuhlproblem - und das ist nicht eines in der Form einer fehlenden Toilette, denn sie hat einfach einen Stuhl zu wenig, um jedem Gast einen Sitzplatz anbieten zu können. Offenbar kennt sie z. B. keinen Nachbarn, der ihr hier aushelfen könnte.

Sie lebt gemeinsam mit Kai, einem Seemann.

Kai und seine Landbraut, über die er sagt:

"Ich kann mir vorstellen, dass sie den anderen zeigt, wie man es richtig macht. Kann mir vorstellen, dass es heute das Highlight wird."

Gut erzogen, der Kai! Und so lieb und ahnungslos.


Das Menü

Der "Geschlechtsverkehr" inspiriert mich nicht, ich bin da einfach nicht auf einer Wellenlänge mit Maja.

Besser gefällt es mir, dass Mike einen Stuhl mitbringt - und somit ihr großes Problem aus der Welt schafft. Was eigentlich hätte sie gemacht, wenn sich kein 5. Stuhl gefunden hätte? Selber im Stehen gegessen?

Die Vorspeise der frittierten Donuts kommt nicht wirklich gut an.

Selbstgemachte Ravioli mit Rosmarin und Kirschtomaten ... Na und? Doch Andreas urteilt am Tisch "Geiler Scheiß!" Ein Ausruf, der aus zwei Wörtern besteht ... man könnte sich eins von beiden aussuchen.

Es gibt auch einen Nachtisch.



Fazit

Offenbar ist das Essen am letzten Tag nicht das Wichtigste, sondern Nebensächlichste, weil die

Stimmung stimmt - und der Alkohol durch die Köpfe rinnt und die Kandidaten direkt daran erinnert, dass sie sich einmal um ihr Geschlechtsleben kümmern sollten. Falls nötig natürlich nur.

Mit dem Namen des Aperitifs hat Maja wirklich "einen rausgehauen". Ansonsten: mau! Nicht der großen Rede wert!

Die Punkte für Maja: 9 von Hans (der Neu-Papa eines Kälbchen ist noch beseelt), 8 von Mike (der den entscheidenden Stuhl zum Dinner geliefert hat ), 8 von Andreas (der mir seit seinem Auftakt-Dinner täglich besser gefallen hat) und 7 von Hannelore (überwiegend realitätsbezogen, sie kennt eben das Leben).

Mit 32 Zählern kann die "Seemannsbraut" nicht gewinnen, weil Mike ihr nicht nur mehr Punkte voraus hat, sondern auch eine gehörige Portion Charme. Er gewinnt.


Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute wettermäßig nichts Gutes: Sturmwarnung, Regen, maximal 12 Grad.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 23. Oktober 2026

23. Oktober 2026 - In der Kneipe "Umme Ecke"




In der Kneipe "Umme Ecke"

Es gibt sie kaum noch, diese typischen Kneipen aus meiner Kindheit, in denen immer ein Glas Soleier auf den Tresen gestanden hat - und die Männer in Dreiergruppen einen Skat gekloppt haben.  A b e r  hier und da und etwas versteckt, finden noch

immer vorwiegend Männer ihre Lieblingskneipe, um bei so einigen Herrengedecken (ein Bier, ein Schnaps) die politische Weltlage durchzuhecheln ... und natürlich zu lösen, als wäre es ein leichtes Strategiespiel, das nur Politiker so kompliziert machen - was der Grund sein könnte, dass sie allesamt daran scheitern.

Diese von mir glatt erfundene Kneipe heißt auch noch "Umme Ecke" - was jedoch keinem Aufruf zu Mord- und Totschlag gleichkommt. Hier gibt es lediglich die

üblichen Totschlagsargumente und Lösungsphantasien. Aus allen Sichtweisen, die hier von den unterschiedlichen Charakteren verbreitet werden - die es jedoch eint, dass sie sich nur verbal an die Köppe kriegen und nach einem nicht gerade unüblichen Filmriss allen Streit wieder vergessen.

Im "Umme Ecke" gibt es auch den berühmt-berüchtigten Stammtisch, der alles an geballter meist Altherren-Männlichkeit auffährt, was der kleine Stadtteil einer großen Stadt aufzuweisen hat. Es gibt die ewigen Sozi, die aus reinem Prinzip die Agonie ihrer Lieblings-Partei nicht wahrnehmen wollen. Ja, sie k ö n n t e n, aber dann würden sie den Glauben an sich selbst verlieren, mit dem sie der SPD ewige Treue geschworen haben. Die SPD kennt diese Männer  gar nicht, und ihr als Partei sind sie auch völlig ralle.

Abtrünnige sind bereits die zwei Kerle, die der CDU den Rücken freihalten, obwohl sie niemand darum gebeten hat - und die Partei selber auf sie so was von pfeift, das könnten sie sich nach 10 Bieren nicht vorstellen. - Die Kneipe steht schließlich in einer SPD-Hochburg - wobei die Genossen vergessen, den Plusquamperfekt zu nutzen - denn Hochburg und SPD in einen fast familiären Zusammenhang zu bringen, gehört nun wirklich der Vorvergangenheit an.

Und dann gibt es noch die zwei Gestalten - so nennen ihre Stammtischbrüder sie - die für eine recht neue, aber immens aufstrebende Politik werben. 

Was es nicht gibt, sind Brandmauern: wer einmal am Stammtisch sitzt, darf dort so lange bleiben, wie seine Leber es mitmacht - denn die muss bei den vielen zu wälzenden Problemen Hochleistungs-Trinken verarbeiten. Ohne Sprit geht gar nichts! Und spätesten beim letzten

Herrengedeck, bevor jeder heimtorkelt, sind sie allesamt wieder Brüder.

Nur einer macht ihnen Sorge und wirft Fragen auf, und das ist der alte Mann, den man eigentlich Herr nennen könnte und der wie aus dem Ei gepellt aussieht, und ganz allein am immer selben Tisch sitzt: seine Fingernägel sind ebenso sauber wie seine Kleidung, und die Stammtisch-Brüder unterstellen ihm insgeheim, etwas Besseres sein zu wollen - oder gar zu sein. Nicht Bier und Schnaps trinkt er, sondern Wein. Er ist also keiner von ihnen, denn sie waren allesamt Malocher, und manch einer ist ziemlich kaputtmalocht.

An einem anderen Tisch sitzt manchmal eine recht unscheinbare Frau, die ziemlich schüchtern ist und ihre Blicke senkt, sobald sie jemand anspricht - und sei es nur, um ihre Bestellung aufzunehmen. Sie ist genau so scheu wie es einst Lady Di gewesen ist, bevor sie ihren großen Durchbruch gehabt hat.

Hier im "Umme Ecke" ist jeder herzlich willkommen, um den Stammtisch-Brüdern zu lauschen, ihnen zuzustimmen, ihre Argumente abzulehnen oder sie völlig gaga zu finden ... ganz wie im Social-Media-Leben, nur sehr viel mutiger und persönlicher.

Am Stammtisch wird weiter gelacht, gestritten, geschrien und alles das, was zwischen Streiten, Weinen und Lachen möglich ist, wenn nach Lösungen gesucht wird, die schon andere nicht gefunden haben. Wären die Stammtische nicht weitgehend ausgestorben - gäbe es irgendwann diese eine, diese Patentlösung!


Guten Tag, Gruß Silvia



22. Oktober 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Ostfriesland bei Hans




Vorspeise: Brezelschnecken mit Charakter - Sautierte Radieschen / Obazda / hausgemachte Galloway-Salami / hausgemachte Leberwurst
Hauptgang: Wia bei der Oma zu Weihnachten - Hausgemachte Galloway-Rouladen / Serviettenknödel / Blaukraut / Preiselbeer-Soße
Nachtisch: Zuckersiass und zimtig guad - Mini-Dampfnudeln mit Zucker-Zimt-Boden / Vanillesoße / Preiselbeer-Eis


Leben und Sterben

Es ist nicht einfach, über dieses Thema zu schreiben, und heute kommt es zu einem sehr skurrilen Auftritt vom Leben und Sterben ...

"Ich bin Papa geworden", jubelt Hans, denn während seiner Dinner-Vorbereitungen bekommt er die Foto-Nachricht, dass eine seiner Galloway-Kühe gerade geworfen hat. Geburtshelfer war - vielleicht neben einem Tierarzt - sein Mitbesitzer dieser 8, nun 9 Galloways. Hans hatte der Geburt entgegengefiebert - und konnte nun leider nicht dabei sein.

Der "Papa" wechselt schnell zurück in den Kandidaten-Modus und füllt Fleischlappen, die er zu Rouladen formt. Ein

Galloway-Kälbchen wurde geboren, während er ein bereits geschlachtetes fröhlich verwurstet, das sicher auch einmal sein "Kind" gewesen ist.

Ich bin ein Großstadt-Kind, und das muss als Entschuldigung reichen, dass ich manches nicht wirklich nachvollziehen kann.

Der 52jährige Hans ist gebürtiger Bayer und lebt seit 9 Jahren auf einem großen Anwesen in Ostfriesland. Viele größere und kleinere Gebäude hocken nebeneinander, und das TV-Team lädt er zu einem Ausflug ins

Schlachthaus

ein, in dem er die von einem Schlachter - hoffentlich einem professionellem - getöteten Tiere abhängen lässt und dann weiter verarbeitet.

Ich knipse schnell mein Kopfkino aus ... und erkläre mir selber, dass die Rinder nicht eingepfercht in einem Stall, sondern auf einer Weide fröhlich leben können ... wie die auf meinem obigen Foto aus Schottland.

Denke ich an Schottland, gibt es auch die einzige Übereinstimmung zwischen Hans und mir: er hat eine Katze, die "Chivas" heißt, ich hatte einen Kater, der diesen Namen getragen hat.


Das Menü

Welchen "Charakter" die Brezelschnitten haben sollen - weiß ich nicht. Eher haben die Gäste daran etwas auszusetzen, sind aber über die hausgemachte Galloway-Salami und die Leberwurst

von einem Schwein namens "Gyros" erfreut. Gyros war Hans' Schwein - und der Name fürs Tier volles Programm! Ein anderes seiner Schweine hieß "Schnitzel". Manch einer würde die weissagenden Namensgebungen vielleicht unter Humor verbuchen ... 

Ich sehe Hans nicht in der besonders humorvollen Ecke.

Der Hauptgang ist kalt, dem stimmt er sogar selber zu. Die angeschnittenen Rouladen auf den Tellern sehen trocken aus, aber natürlich kann die reine Ansicht meinerseits täuschen.

Auch über den Nachtisch gibt es wenig Jubel.

Es reicht ja auch, wenn der Neu-"Papa" über die Kälbchen-Geburt jubelt ...


Fazit

Eigentlich hätte Hans neben seinen vielen Hobbys gar keine Zeit, um für Geld zu arbeiten - erzählt er selber. Das macht er trotzdem als Angestellter in einer Wasserbehörde.

Nebenher hat er 2 Boote, von denen er eines verkaufen will: Majas Freund ist daran interessiert. Und Hans hat mehrere

Schrauber-Werkstätten mit allem Drum und Dran und sehr alten Motorrädern. Und offenbar ist noch so viel Zeit übrig, denn

sonst hätte er sich nicht für diese Sendung bewerben können.

Die Punkte: je 8 geben Hannelore und Maja, je 7 Mike und Andreas.

Maja muss sich für die Verkaufsgespräche schon mal gut mit Hans stellen ... denn sonst ist die 7 schließlich ihre Kompetenz-Zahl.

Mit insgesamt 30 Punkten liegt Hans am 4. Tag auf dem bislang 4. Platz.

Ein frischgebackener "Papa", ein neugeborenes "Kind" - und ein Raum, der schon für den Tag X bereit steht.

Und ich? Ich finde keinen Zusammenhang zwischen Papa, Kind und Schlachten.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 22. Oktober 2026

21. Oktober 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Ostfriesland bei Mike



"Mein Soulfood"
Vorspeise: Tuna /​ Avocado /​ Mango /​ Wakame
Hauptgang: Pulpo /​ Kartoffel /​ Trüffel /​ Baby-Brokkoli /​ Tomate
Nachtisch: Süß und salzig – Frischkäse /​ Karamell /​ Erdnuss


Beschimpfen die Schweine einander wohl als "Menschen"?
- Walter Ludin (*1945)

Immerhin könnten die vier Schweine sich - erhaben über Hühnern, Ziegen, Meerschweinchen und anderem Vieh als Stars des Ferienhofes fühlen und täglich grunzend ihre Runden übers Gelände drehen, um Huldigungen entgegennehmen.

Schweine. ich muss es zugeben, sind intelligenter als Hunde und haben enorme kognitive und soziale Fähigkeiten.

Auf dem Hof von Mike dürfen sie bis an ihr natürliches Ende leben und buddeln, Menschen wiedererkennen und in über 20 verschiedenen Lauten ihre Emotionen in die hübsche ostfriesische Landschaft hinausgrunzen.

Der 46jährige Mike ist gebürtig aus Potsdam und hatte 10 Jahre lang in Düsseldorf ein Bistro. Sehr, sehr kurz, als würde es sich um eine irrtümlich veröffentliche Falschmeldung handeln, wird eingeblendet, dass er Bankangestellter gewesen ist. Ich bekomme das nur rein zufällig mit, und für Maja zum Beispiel spielt es sowieso eher eine Rolle,

dass er sich in der Gastronomie auskennt. Aber sie ist bereit, "sich um den Finger wickeln zu lassen". Genau das passiert heute, denn sie gibt den Staffelstab, auf dem Nörgeln steht,

an Hans weiter. Doch natürlich ist nicht jede Kritik eine unberechtigte Nörgelei, denn weder erlebe ich einen Besuch im Schweinestall noch kann ich das Menü von Mike probieren.


Das Menü

Mike ist seit Jahren Pescetarier - isst in dieser Woche jedoch bei den anderen Kandidaten ausnahmsweise auch Fleisch. Aber heute gibt es natürlich nur Fisch:

Thunfischtatar toppt er u. a. mit Algen. Dass Wakame Algen sind, weiß Maja,

aber der Pulpo im Hauptgang lässt Hans und sie beim Lesen der Menü-Karte rätseln.

Zum Tintenfisch gibt es ... nein, keine Möhrchen ... aber Kartoffel-Püree, den er überflüssigerweise mit einer Trüffelpaste anreichert.

Käsekuchen mit Salzkaramell soll den Magen schließen. Ein gesalzenes Karamell-Eis komplettiert den letzten Gang.

Alle drei Gänge sehen hervorragend aus.


Fazit

Der Pulpo ist in Majas Augen zu kross angebraten ... während Hans das Eis zu salzig ist und der Kuchen nicht fluffig genug.

Für mich als Zuschauerin ist diese Dinner-Ausgabe etwas für die Augen, die manchmal ziemlich unterbeschäftigt sind und z. B. auf weiße Wände starren müssen ... oder auf langweilige Kochhandgriffe.

Mike ist charmant und ein interessanter Mann.

Die Schweine Pepper, Matilda, Bonny & Clyde ... sind mein Highlight. Und es bleibt die Frage, die ich als Titel in den Raum geworfen habe ...

Die Punkte: 10 gibt Hannelore, je 9 Andreas und Maja, 8 zückt Hans.

Mit 36 Zählern liegt Mike am 3. Tag auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia






Mittwoch, 21. Oktober 2026

20. Oktober 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Ostfriesland bei Hannelore



Vorspeise
: Weißer Spargel getoppt mit Kalbsfilet, dazu Ricotta und Pesto

Hauptgang: Knoblauch-Hähnchenbrust in Parmesan-Kräuterkruste mit Kartoffeln, Chorizo und einem Parmesan-Cracker
Nachtisch: Creme-Schnitte und Mascarpone-Creme


"Tanzen im Regen"
- Hannelore

Die letzte Lebensetappe ihres Mannes Willi sollte eine schöne werden und bleibende Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben schaffen. Im Jahr 2011 hat das Ehepaar Willis Demenz-Diagnose bekommen, und die schlug eine heftige Kerbe in alle Zukunftsplanungen. Ich weiß nicht, wie alt Hannelores Mann damals gewesen ist - aber diese Reise ins Vergessen ist nicht aufzuhalten und geht ab irgendwann immer tiefer hinein in eine uns unbekannte Welt. Doch treffen kann Demenz jeden, am Anfang noch wissend um die beginnende Umnachtung, während später auch die starken Beeinträchtigungen nicht mehr wahrgenommen werden.

Vor ein paar Jahren ist Willi an Corona gestorben. Die heute 61jährige Hannelore bewahrt ihre "im Regen getanzten" Erinnerungen - und denkt an u. a. viele schöne gemeinsame Urlaube während seiner Erkrankung. In seinen letzten Lebensjahren hat sie ihn gepflegt. Und man weiß nicht, wie allein sich betroffene Menschen in ihrer eigenen Welt fühlen und wie viele Ängste sie haben - trotz aller Fürsorge.

Nun möchte Hannelore ihr Leben wieder genießen können - und das kann man durchaus und unter anderem auch als Kandidatin für eine Koch-Sendung. Zusätzlich ein bisschen leichten "Dampf" der schweren Zeiten in die Welt hinausstoßen, kann überdies befreiend sein ...

bei ihrem neuen Tanzstil, jetzt wieder im Sonnenschein.

Sie beschreibt sich selbst als eine "schlimme Quasselstrippe, die humorvoll und oft sehr direkt ist". Schön, dass sie es bei "Quasselstrippe" belässt - und dem heute kein "schlimm" hinzufügt. Man kann ihr gut zuhören, ohne genervt zu sein. Die richtige Dosis findet sie.

Als Schnibbelhilfe kommt Lea ins Haus. Zwar habe ich keinerlei Erinnerung an sie, aber vor ein paar Jahren war sie selber Kandidatin dieser Sendereihe. Brav bindet sie ihre Haare zurück, bevor sie sich ans Werk macht - und einen der wenigen Tipps, die sie

Hannelore gibt ... vergisst diese, anzuwenden. Sie schenkt den Wein erst ein, als ...


Das Menü

... die warme Vorspeise bereits vor ihren Gästen steht. Der gebratene Spargel samt diversen, vielen Gewürzen und Parmesankäse kommt gut an,

während die rohen Scheiben Kalbsfilet komplett durchfallen: ungewürzt ist der allgemeine Tenor. Überflüssig ein anderer.

Viel Lob gibt es für Hähnchenfilets, die sehr saftig sein sollen. Nein, es ist mehr als Lob: die Gäste sind "glatt aus dem Häuschen", dass die Filets nicht trocken sind.

Nicht so positive Worte fallen über die Rosmarin-Kartoffeln (angereichert mit Tomaten und Chorizo): sie seien zu hart.

Mascarponecreme ist ein Teil des Nachtisches. Der zweite besteht aus Kuchenteig, den sie zwischen je zwei Deckeln mit einer Mischung aus Butter und "Milchmädchen" füllt - und es Buttercreme nennt. Das ist beim Herstellen eine ziemlich unappetitliche Angelegenheit ...

Aber es gibt noch einen 3. Nachtisch-Teil: Espresso Martini.

Meine Aversion gilt dem "Milchmädchen"-Produkt, Martini mag ich auch nicht - aber ich muss hier keine Wertung abgeben - und kann verstehen, dass andere das völlig anders sehen.


Fazit

Selber würde Hannelore sich 7 bis 8 Punkte geben. Vielleicht ist diese Selbsteinschätzung ein Orientierungspunkt?

9 gibt Hans, je 8 Andreas und Mike, 7 Maja.

Mit 32 Zählern liegt sie am 2. Tag auf dem bislang 2. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 20. Oktober 2026

19. Oktober 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Ostfriesland bei Andreas





"Hier gibt es Essen, Tee und ein bisschen Chaos – also ganz normal."
Vorspeise: Moormerländer Krabbensuppe
Hauptgang: Gegrillter Lachs mit wilder Beilage – Süßkartoffel /​ Brokkoli
Nachtisch: Ein cremiges Grünwunder, das aussieht, als hätte ein Einhorn versucht, einen Pudding zu zaubern, und dabei überraschend Talent bewiesen. Keks /​ Pistazie /​ Mascarpone


Moin!

Nur ein kurzer Titel heute, denn ich will ja nicht geschwätzig werden ... um dann trotzdem gleich einen Einhornschwanz an Worten dranzuhängen ... ich möchte schließlich nicht glaubhafter sein als ein "Einhorn, das Talent beweist".

"Ich kann gut kochen, da bin ich ganz egoistisch", erklärt der 50jährige Elektroingenieur Andreas vorab, was die Mitstreiter und Gäste von ihm zu erwarten haben. Zwar meint er eher selbstbewusst als egoistisch, aber auf ein falsches Wort kommt es genauso wenig an wie auf einen falschen Gar-Grad, wenn die Eitelkeit der Stichwortgeber ist.

Und: heute ist viel eitles Selbstbewusstsein am Werk.

Eigentlich könnte ich hier meinen Beitrag abschließen und Andreas' Kochkünste mit der höchsten Bewertungs-Ziffer dekorieren - doch so ganz ist mir genau danach eben nicht.


Ich nehme an, der Esstisch ist hübsch dekoriert - aber ich sehe nur die weißen Wände, auf die mein Blick fällt. Und vor allem das Fahrrad, das als Hingucker dort steht. Andreas erzählt, er sei eine Etappe der Tour de France "mitgefahren". Ehrlich? Inmitten all der Profifahrer darf ein Amateur außer Konkurrenz mitfahren?

Andreas ist schon ein toller Hecht mit der Kraft von hundert Einhörnern.



Das Menü

Zur Vorspeise reicht er eine Krabbensuppe samt selbstgebackenem Brot und Basilikum-Pesto.

Eine "geile Kombi" nennt Andreas den Hauptgang: Lachs, Süßkartoffel-Püree und wilden Brokkoli.

Der Lachs sieht übergart aus, weshalb der Begriff "geil" rausfallen sollte und nur "Kombi" übrigbleibt.

Aber im Nachtisch geht es lt. Andreas "geil" weiter und sogar "einfach wie im Märchen".

Doch Andreas kann sich selber noch steigern: "Als wenn ein Engel dir auf die Zunge pinkelt."



Fazit

Vergeblich sucht Hannelore das Einhorn oder auch nur den Bezug dazu, während Maja hier und da andere Kritik übt. Hannelore muss nun stark sein, denn es

gibt gar keine Einhörner! Und für den Bezug zu diesen Fabeltieren muss man einfach nur seine Phantasie bemühen. Das hat Andreas auf umständliche Art getan,

und die Belohnung sind: je 9 Punkte von Hannelore und Mike, 8 von Hans und 7 von Maja.

Mit 33 Zählern startet er die "Tour de Ostfriesland".


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 17. Oktober 2026

16. Oktober 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Dresden bei Dorit



"Für Momente, die bleiben"

Vorspeise: Ein Auftakt, der den Gaumen weckt - Grillsalat / Goat Cheese / Blaubeere
Hauptgang: Tiefer Geschmack trifft cremige Eleganz - Rind / Risotto / Spargel
Nachtisch: Sächsische Tradition im Dreiklang - Quark / Apfel / Ei


"Mein Regenbogenfreund"

nennt Dorit ihren Schnibbelhelfer Jens - und ich bin sicher, dieser schöne Titel für ihren Freund hätte unserem Klaus gut gefallen -. Jens erzählt, dass Dorit seine Tanzpartnerin auf seiner Hochzeit mit Falk gewesen ist. Das war vor 11 Jahren. Sie hingegen

kennt Falk, seitdem sie im Jahr 2000 bei der "Barmer" angefangen hat (dort bin ich krankenversichert).

Heute führt Jens' knuffeliger Golden Retriever "Pablo" einen kleinen Tanz des Ungehorsams auf: er will Beachtung, drängt sich in den Vordergrund und wird mehr oder weniger erfolglos auf seine imaginäre Decke geschickt.

Linda vermutet aufgrund von Erfahrungswerten, dass auch das dieswöchige Abschluss-Dinner entweder etwas ganz Besonderes ist oder in einem exklusivem Wohnumfeld stattfindet (oder sogar beides). In der Tat wohnt Dorit mit ihrem 7jährigen Sohn Vito und ihrem 59jährigen Lebensgefährten Marko in einem

Loft eines alten Gaswerkes. Kind und Marko traben nach einem kurzen Küchenbesuch rasch von dannen in den familieneigenen Schrebergarten.



Das Menü

Martini mag ich weder geschüttelt noch gerührt noch mit James Bond-Begleitung. Aber niemand wählt die Alternative "Gin". Und ich bin weit weg und muss nicht wählen.

Die Vorspeise sieht auf den Tellern hübsch aus. Und niemand meckert über den Ziegenkäse.

Doch das ändert sich, denn über das Hauptgang-Risotto hat eine immer noch nicht so gut gelaunte Sarah nur zu sagen, dass es sie an einen Babybrei erinnert.

Machen sie die Rinderbäckchen glücklich? Anstelle der vielgeliebten Möhrchen, die sich hier nur im Soßenfond verstecken, gibt es grünen Spargel als Beilage.


Fazit

Der einzige Mann in dieser Runde trägt Fliege - Linda ebenfalls. Der Chirurgin würde ich jederzeit meinen Bauchraum anvertrauen, falls er operative Hilfe benötigt. Sie ist der Sonnenschein in dieser Woche - und vor allem eine empathische Frau. Auch, wenn sie sich reichlich maskulin gibt.

Sie kommt aus Schwaben, hat aber so einige Wörter aus dem Sächsischen bereits verinnerlicht. Andere Kandidaten, die Sachsen sind, haben offenbar

inzwischen versucht, das Sächsische abzulegen. Ganz gelungen ist es nicht. Muss ja auch nicht.

Auch, wenn es mir bei sächsischen Wörtern unangenehm in den Ohren klingelt ... niemand hat sich seine Herkunft samt seines Dialektes selber ausgesucht.

Die Punkte für Dorit: je 10 geben Linda und Patrick, je 9 Susu und Sarah.

Mit 38 Zählern gewinnt Dorit den Jackpot.


Widmung: Danke an Doris. Du weißt, warum ich dir Danke sage.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen (obwohl ein wichtiger für immer fehlen wird). Wir erwarten heute bei maximal 14 Grad 5 Sonnenstunden.


Guten Morgen, Gruß Silvia