Donnerstag, 14. Mai 2026

13. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Kiel bei Moritz




"Klassik neu gedacht"
Vorspeise: Rindertatar / frittiertes Eigelb / Petersilienöl / Brotchip
Hauptgang: Ochsenbäckchen in Rotweinsauce, Sellerie-Kartoffel-Püree, glasierte Möhren mit Sanddorn und Orange
Nachtisch: Karamellisierter Kaiserschmarrn / Apfel-Zimt-Kompott / Vanillesauce


Kein Temperament ist auch eins

Es ist schwer vorstellbar, dass Moritz aus der Haut fährt, auf den Tisch haut, laut wird, aggressiv reagiert oder einfach nur einen bösen Kommentar auf Social Media schreibt. Er scheint die Ruhe und Ausgeglichenheit in Person zu sein, die völlig in sich selber in friedlicher Stille verweilt. Immerhin bietet er den Zuschauern lächelnd und mutig an, ihre Kritiken zu seinem Dinner-Tag

in die "Kommentare zu schreiben".

Der 34jährige Moritz hat ein eigenes Unternehmen als Immobilienentwickler, ist mit Julia verheiratet und sie haben den Boxer-Mischling Donna und den noch sehr kleinen Sohn Peter.

In genau dieser Reihenfolge beschreibt er seine Familie - und es wird vermutlich einigen Zuschauern aufstoßen, dass er seinen Hund vor seinem Kind erwähnt ... den Hund gibt es allerdings länger als das Kind, und ich denke, Moritz will hier nur korrekt sein und die Reihenfolge einhalten.

Daraus sollte man ihm jetzt keinen "medialen Strick" drehen. Oder baumelt er bereits daran?

In der Küche hilft ihm seine Mitarbeiterin Laura, während seine Mutter Ute mit der Alibi-Fleischlieferung in der Hand neugierig im Weg herumsteht und kaum die Kurve bekommt, das Haus wieder zu verlassen. Ute ist nicht nur seine Mutter, sondern die Mitinhaberin der Firma, und locker sitzt ihr das Smart-Phone in der Hand ...

aber ohne Pardon wird sie darauf hingewiesen, dass sie nicht fürs "Internet" filmen darf. Vermutlich sollen vor den Ausstrahlungen keine Videos und Fotos von den Dreharbeiten die Runde machen.

Nun endlich darf sie sicher posten, was sie damals gefilmt hat.

Die Gäste sind unterdessen damit beschäftigt, das heutige Motto umzusetzen: Kopfbedeckungen. Da wäre vieles möglich gewesen, wenn man nur an Royal Ascot denkt oder die eigene Phantasie bemüht: Heraus kommen vier sehr langweilig behütete Gäste,

die nicht einmal die Chance nutzen, einige Zuschauer zu ärgern - indem sie ihre Kopfbedeckungen bis zum Nachtisch tragen ...


Das Menü

Bereits die Vorspeise mit dem Tatar und dem frittiertem Eigelb sucht vergeblich Fans: Zu wenig Würze, ist das knappe Urteil.

Ochsenbäckchen, Stampf oder doch Püree, Möhren ... über jeden Bestandteil fallen kritische Worte.

Sehr einhellig ist schließlich die Meinung zum Dessert: der Kaiserschmarrn schmeckt wie Rührei ... denn dummerweise hat Moritz vergessen, Mehl hinzuzufügen.

Man denkt sogleich an die Mängel in der Corona-Zeit: kein oder kaum Klopapier - und Mehl war auch heißbegehrt, weil es einfach gefehlt hat und man stattdessen in leeren Supermarkt-Regalen Staub wischen wollte.


Fazit

Moritz hat sein eigentliches Ziel erreicht, denn er ist aus seiner Komfort-Zone herausgekommen - und hat sich in eine Art von Abenteuer gestürzt.

Die Punkte: je 8 von Patrick, Stefanie und Jessica, 7 von Kristina.

Mit 31 Zählern kann er nicht auf den Gewinn hoffen, aber richtig "baden" geht er auch nicht.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 13. Mai 2026

12. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Kiel bei Patrick



"Kraut trifft Frucht"

Vorspeise: Dill trifft Orange, dazu Fenchel
Hauptgang: Thymian trifft Zitrone, dazu Lachs und Risotto
Nachtisch: Rosmarin trifft Apfel, dazu Krümel



Das Ereignis ist nichts, das Spektakel ist alles.
© Manfred Hinrich (1926 - 2015)

Der 31jährige Projektleiter Patrick spult sein Dinner ab, als gelte es, die Gäste und nicht zuletzt auch die Zuschauer auf eine völlig neue kulinarische Spur zu bringen. Selber

betitelt er seinen Show-Anteil als "Spektakel der Kochkunst". Große Worte, die viel erwarten lassen, und denen nur magere Taten folgen. Um es vorwegzunehmen. Um es deutlich auszudrücken.

Neben jeder Menge Ehrgeiz plagt ihn kein bisschen die hohe Selbsteinschätzung, über die jedoch schon so mancher gestolpert ist. Hochstapeln, obwohl ein wenig Bescheidenheit gefragt wäre, ist keine gute Idee.

Als Schnibbelhilfe betritt sein Freund Tim die Bühne des Hauses und erinnert sich voller lobender Worte an das Probeessen ... Selbst wenn es Tim nicht besonders geschmeckt hätte, was hätte er öffentlich über die Kochkünste seines

Sportfreundes anders verlauten lassen sollen? Auf jeden Fall ist es für einen Freund und vor Kameras schwierig, nicht parteiisch zu bleiben. Aber selbstverständlich könnte es ihm auch wirklich geschmeckt haben,

denn der Anlass des Probeessens war einer unter Freunden - und nicht unter Konkurrenten in einer Kochshow.

Ihre kleine Showeinlage präsentieren Patrick und Tim dann noch mit einer Hydrax-Übung ... Hydrax soll eine Trendsportart sein. - Ich kenne die nicht. Bis gerade eben nicht einmal dem Namen nach.


Das Menü

Die Vorspeise besticht durch ihren hübschen Auftritt, aber damit hat es sich dann auch: Über Orangenscheiben

tummelt sich mit eher kleiner Beteiligung der Fenchel. Auch ich mag eigentlich kein Obst in einem herzhaften Essen - aber Fenchel plus Orangen schmeckt ziemlich gut.

Hier jedoch stimmen die Proportionen nicht: zu viele Orangen, zu wenig Fenchel. Dafür dann ein paar Mandelsplitter drüber - weil Nüsse hier und da optisch was hergeben. Die Optik ist ihm wichtig.

Die Patricks Meinung nach confierten Tomaten als roter Punkt in der Vorspeise lösen in einer Pfanne mit Deckel beinahe einen Brand aus ... eigentlich werden sie langsam bei schwacher Hitze in Öl gegart, um ihr Aroma zu verstärken - und als confiert durchzugehen.

Der Hauptgang mit Lachs soll lt. Gästen kalt sein. Doch selbst wenn er heiß wäre, entspräche er keiner großen Kochkunst, die er sich ohnehin nur selber zuschreibt ...

Der Nachtisch soll ein dekonstruierter Apfelkuchen samt Rosmarin-Beteiligung sein: Apfelmus, Apfelstücke und Kuchenstreusel und wieder ein paar Nüsse obendrüber ... insgesamt kann ein Nachtisch kaum blasser aussehen.

Aber: der hat es in sich! Und das bewirkt neben frischem auch das Rosmarin-Öl.

Das gefällt und schmeckt nicht jedem Gast. Auch Moritz ist es zu viel Rosmarin im Dekonstruiertem, doch er ist der Meinung,

dass er nicht nach seinem eigenen Geschmack bewerten soll ... Das ist genau die Vorgabe für die Punkte, denn beurteilt werden soll die Zubereitungsweise.

Aber eben die kann man locker und berechtigt kritisieren, wenn sich zu viel Rosmarin im Dessert tummelt.


Fazit

Durchgefallen! Weil er das eigene Versprechen überhaupt nicht einhalten konnte!

Die Gäste sehen es anders, aber sie sind ja auch in einer schwierigeren Position: je 9 Punkte geben Stefanie und Kristina, je 8 Moritz und Jessica.

Das ergibt die Summe von 34 Zählern, so dass er Stefanie übertrifft - die zumindest und im Gegensatz zu Patrick viel Geld für ihr Menü ausgegeben hat.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 12. Mai 2026

11. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Kiel bei Stefanie



"Hommage an die Heimat"

Vorspeise: Granat oder Knat oder Porren. Söök Di dat ut.
Hauptgang: Een Viech ut de Narverschop. Mit wat Gröned, wat Geeled, wat Roted, wat Bruned un wer mach uk wat Schwated.
Nachtisch: Bist Du een Söötschnut oder nich? Dütt oder datt, för alle wat.



Das Leben ist wie eine Wundertüte: Je tiefer man darin herumgrabbelt, um so mehr kommt zum Vorschein.
- Br. Paulus Terwitte (*1959), Kapuziner

Keine Tütensuppen, sondern richtige Wundertüten verspricht die Sendereihe "das perfekte Dinner", und an Montagen sprechen auch einige Kandidaten von den bevorstehenden Tagen als "Wundertüten". Eine Wundertüte erinnert ein bisschen an frühere kindliche Freuden,

doch meist waren die Wunder kleiner als man erhofft hat.

Die 42jährige Stefanie eröffnet die norddeutsche Kiel-Woche und gibt zumindest eine völlig neue Sichtweise aufs "Dinner":

seit 20 Jahren ist sie bereits Zuschauerin - aber nicht nur das: über diese Sendung hat sie das Kochen erlernt.

Heute zeigt die Physiotherapeutin und Osteopathin, was sie in ihrem langjährigen

Kochkurs, der auch im Buchhandel seine Auftritte hatte,

mitbekommen hat.


Zumindest ist Stefanie großzügig mit der Aufwandsentschädigung, denn sie verwendet eher

keine Sonderangebote für z. B. 2,99 Euro,

sondern will ihre Gäste mit guten Zutaten verwöhnen.




Das Menü

Eine Großpackung Krabben verarbeitet sie zu einer Suppe und reicht dazu Extra-Krabben mit Salz, Pfeffer undichhabedenRestvergessen zu einem puren Vergnügen. So ist

zumindest der Plan.

Die Galloway-Steaks sehen roh wunderbar aus, aber dann passiert etwas, das ich

Kochen nennen möchte - und Steaks wollen nun mal nicht gekocht, sondern scharf angebraten werden. Diese sehen groß und blass aus, und von Röstaromen dürfen sie nicht profitieren.

Ich gewinne den Eindruck, dass ihr das überhaupt nicht auffällt ...

Dekonstruierte Bratäpfel zeigen Teller-Bilder des Jammers. Und die Krümel, gern Crumble genannt, weil das einfach besser klingt, vervollständigen fast das farblose Bild,

gäbe es nicht noch ein Fliedersüppchen in Extratassen. Hier kennt man das unter Holunder.

Und: den Pharisäer will ich nicht unter den Tisch fallen lassen, denn Kaffee samt Schuss ist ein schöner Abschluss. Die von ihr erzählte Geschichte dazu ist bekannt - und klingt in ihrer Ausführlichkeit nach Besserwisserei.



Fazit

Bislang ist diese Runde für mich noch eine Wundertüte, während Stefanie in ihrer gern 8 bis 9 Punkte vorfinden möchte.

Die Überraschung dürfte am Ende für die Kosten, die sie investiert hat, zu klein ausfallen:

je 7 geben Patrick, Moritz und Kristina, 8 gibt Jessica.

Das ergibt die Summe von 29 Zählern, denn teure Zutaten ergeben noch kein gelungenes Menü.

Aber sicherlich ist jeder einzelne Punkt lieb gemeint.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 9. Mai 2026

9. Mai 2026 - Das Ruhrgebiet ist keine sprachliche Resterampe



Das Ruhrgebiet ist keine sprachliche Resterampe 

und ein Pott für was auch immer, ist es erst recht nicht - oder zumindest nicht mehr. Denn es wird zwar noch Stahl gekocht, aber vorbei ist es mit den romantisierten Bergmannsgeschichten, die in Wirklichkeit so wenig romantisch waren wie das Date eines

80jährigen Millionärs mit einer 24jährigen Aufstreberin.

Und ja, auch im Ruhrgebiet gibt es Millionäre, und manche sind im übrigen viel jünger. 


Den berühmt oder eher berühmt-berüchtigten Regiolekt hört man eigentlich nur noch, wenn sich irgendwelche selbsternannten

Humor-Ruhrgebietler aus dem Comedy-Bereich

über ihre Region lustig machen - und den gewollten Lach-Salven preisgeben, als wäre es der ultimative Kick oder eher Knick, hier geboren zu sein, hier zu leben - und hier bleiben zu wollen.


Da fallen Worte wie Donnerhall als wären alle Menschen hier gleichgeschaltet und würden sich gern der Lächerlichkeit preisgeben, während manch ein Comedian von eigenen Gnaden seine sogenannten Witze mit Wörtern krönt,

die hier kaum noch verwendet werden - und die aus der reinen Erinnerung heraus eher schlecht als richtig wiedergegeben werden.

Dabei sind wir hier als Menschen kaum anders als zum Beispiel die Münchner - gut, nicht ganz so abgehoben, aber genauso selbstbewusst  - und schon trifft es den Kern unserer Region -

aber sprachlich haben wir den Münchnern ohne Frage viel voraus, nämlich ein einwandfreies Hochdeutsch.


Mit einem ironischen Humor bin ich selber gesegnet oder bestraft, denn es ist nicht selbstverständlich, dass in meiner

Region des angeblich abhandengekommenen Humor-Gens jeder mich sogleich versteht, und zwar richtig und ohne Fragezeichen in den Augen.

Hier und da finde ich die spärlich gesäten Gleichgesinnten, die mich lächeln lassen. Denn ich meine, dass Lächeln mehr ist als laut über derbe Witze zu grölen.

Überhaupt sind Witze ziemlich langweilig ... bis zum Gähnen öde.

Was jedoch meine Sprachzugehörigkeit und den Regiolekt betrifft: bei mir sehr vertrauten Menschen lasse ich schon mal

Hochdeutsch Hochdeutsch sein, 

und es entfleucht mir ein "Dat" und "Wat" - ich weiß, das ist nicht viel, aber ein Erinnerungs-Zugeständnis an meine Herkunft.

Und überhaupt sind wir hier keine Prolls, denn wir haben

den größten und schicksten Verkehrsknoten,

den man sich vorstellen kann.

Ansonsten: sind die Menschen hier genau so wie überall - unterschiedlich.

Regiolekt wird zwar von vielen als Dialekt betitelt, aber zu einem wirklichen Dialekt haben wir es im Ruhrgebiet nie gebracht. Und auch mit einem Super-Verkehrsknoten-Netz gehören wir nicht wirklich zu den reichsten Menschen des Landes.

Es reicht daher auch nur für ein paar sprachliche Eigenheiten inmitten einer größeren Region, dem Ruhrgebiet: deshalb hört sich Metrolekt stimmig an.

Trotzdem werde ich leicht entlarvt, wenn mich irgendwo in diesem Land jemand nach meinem Geburtsort fragt und ich

"Dooortmund"

preisgebe - gut,

inzwischen und schon lange hat mein Dortmund ein "O" weniger und manchmal überhaupt nur noch eines. Wie es sich gehört.

Das Ruhrgebiet ist eben keine sprachliche Resterampe.


Guten Tag, Gruß Silvia



8. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag im Saarland bei Manuel



Vorspeise
: Kürbis / Kokos / Süßkartoffel

Hauptgang: Kohl / Champignons / Kartoffel / Kürbis
Nachtisch: Schokolade / Himbeere


Kein Hammer zerschlägt so schnell so viel Porzellan wie ein einziges falsches Wort.
© KarlHeinz Karius (*1935)

Und ich schwöre, ich bin nicht hier, um durch Worte Porzellan zu zerschlagen. Es beginnt auch so schön mit der

7jährigen Hündin Paula, die das TV-Team begrüßt, als wären sie alle liebe Bekannte, die vielleicht sogar ein Leckerchen in der Tasche haben - was den Beliebtheitsgrad in Paulas Augen nur steigern könnte.

Durch Manuels Beruf zum Porzellan ist es nur ein kleiner Brückenschlag, denn er arbeitet für einen Porzellanhersteller. Seine eigentliche Berufsbezeichnung ist auf englisch, ich bekomme sie auf die Schnelle nicht mit und kann sowieso damit nichts anfangen ... es ist, als wolle man einen normalen Angestellten auf diese Weise zusätzlich entlohnen. - Aber vielleicht irre ich mich, denn es gibt inzwischen Berufsbezeichnungen, die mir einfach nicht mehr geläufig sind. Oder die nach mehr Schein aussehen als sie Inhalte haben. Keine Ahnung!

Und ein bisschen ist er auch der Kunststück-Trainer für Paula - oder besser Trick-Trainer for Dogs, um im Neudeutschen zu bleiben: während der Hundepapa Manuel dem Publikum stolz zeigt, was Paula drauf hat ... brennt im Backofen leider etwas an.


Das Menü

entspricht ganz einem Hunde-Papa. Originalton "Da kommt der Chappi raus." Zumindest ist es das, was ich mehrmals verstehe - aber falls er doch nur nuschelt, nehme ich es zurück, denn ich will hier ja kein Porzellan zerschlagen und auch kein Dose Chappi öffnen.

Die Vorspeise ist eine Kürbis-Süßkartoffel-Cremesuppe ... und ich bin enttäuscht, denn eigentlich hatte er für Sandra eine Alternative geplant, denn sie mag keine Creme-Suppen. Doch ihm fehlt die Zeit, die sicher auch Sandra davongerannt ist, als sie für ihn

im Alternativprogramm unterwegs gewesen ist.

Es hätte die Nacht zuvor gegeben, um die Zeit am heutigen Tag nicht endlos zu strapazieren ... zum Beispiel, denn es gibt schließlich die Nacht, die man zum Tage machen kann.

Die Kohlrouladen sind mit Champignons gefüllt, als gäbe es auf der Welt nur diese Pilze, obwohl die schmackhafteren nur darauf warten, auch mal ins Rampenlicht zu kommen.

Diana meint, die Rouladen seien sehr gut gewürzt ... klar, damit man vielleicht die faden Pilze nicht rausschmeckt.

Manuels eigentliche Disziplin in der Küchenarbeit liegt lt. eigener Aussage in der Zubereitung des Desserts:

Schokotörtchen mit einer Füllung aus Schoko-Mousse. In der Tat gefällt auch mir der Nachtisch am besten.



Fazit

Eigentlich hatte er als Veganer in dieser Woche zum vorübergehenden Alles-Esser mutieren wollen ... aber die vegetarischen Alternativen, die ohnehin für Greta zubereitet worden sind, waren dann doch zu verführerisch. Verständlich. Weniger verständlich ist das, was ich unter der Überschrift "Menü" geschrieben habe: selber hat er keine mögliche Alternative zubereitet.

Greta, die Vegetarierin, ebenfalls aus der Not der Nutztiere heraus - mag überhaupt keine Katzen, Hunde sind ihr schon lieber. Aber wohl nicht so wirklich. Vielleicht beginnt bei ihr die Tierliebe wirklich in den traurigen Ställen und beim Supermarkt-Fleisch ... das ist dann auch sehr löblich.

Gut vorstellen kann ich mir, dass sich diese Gruppe in der einen oder anderen Konstellation wiedersieht. Und falls nicht, haben sie zumindest in dieser Woche gut zueinandergepasst.

Die Punkte: je 8 geben Diana, Sandra und Greta, während Timo die 7 lieber ist.

Mit 31 Zählern liegt er gleichauf mit Timo, aber es gewinnt

Diana.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute maximal 19 Grad und 12 Sonnenstunden.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 8. Mai 2026

8. Mai 2026 - "Ich bin wunderschön"





"Ich bin wunderschön"

... würde das Maiglöckchen sagen, und während ihre süßen, filigranen Glocken im leichten Wind hin und her wehen, sucht es Zustimmung und Applaus bei den nicht so feingliedrigen Blumen, die vor allem nicht den Duft tiefer Verführung versprühen: selbst Dior ist diesem verfallen. Diorissimo!

Noch mehr Zustimmung sucht es bei den Menschen, die ganz verzückt von diesen Glöckchen sind - und da im Monat Mai viele Leute heiratswillig sind, möchten vielleicht so einige Bräute die schönen Blumen zum Altar oder vor den Trautisch ins Standesamt tragen. - Klar, Letzteres hört sich so gar nicht nach Romantik an, ist aber für die Eheschließung unabdingbar - und nicht einmal halb so unromantisch wie Maiglöckchen im in der Hand gehaltenen Blumenstrauß ... sein können.

So manch eine oder einer hat die Unterschrift unter ein amtliches Dokument später bereut, aber, wer sich 

für Maiglöckchen als Brautstrauß entscheidet, könnte dies bereits  f r ü h e r  bereuen.

Wenn die Braut Glück hat, fällt nur die Hochzeitsnacht wegen Übelkeit und Erbrechen flach, aber es kann auch schlimmer kommen ...

Denn diese Blumen haben es faustdick hinter ihren süßen und harmlos aussehenden Glöckchen.

Zwar gehören sie zu den Spargel-Gewächsen, aber essbar sind sie keinesfalls - und es ist wie es schon immer gewesen ist:

zu viel Schönheit kann Herzen brechen.

A l l e   Pflanzenteile sind hochgiftig:

Bei der oralen Aufnahme - dazu gehört auch Anfassen und dann aus Versehen den Mund berühren - treten Übelkeit, Herzrhythmus-Störungen, Schwindel und ein Gefühl der Beklemmung auf.

Hoher Blutdruck und rascher Puls sind die ersten Symptome, später kann der Blutdruck sich verringern und eine sehr langsame und tiefe Atmung sind schlimmstenfalls Vorboten eines

Herzstillstandes.

Das Pflücken der Blumen sollte man am besten behandschuht vornehmen - und das spätere Blumenwasser

mit Sorgfalt behandeln und später sicher entsorgen.

Oder man lässt sie einfach und unberührt in der Natur stehen und erfreut sich an ihrem schönen, harmlosen Anblick, der bei Berührung oder mehr

schnell gar nicht mehr so harmlos, sondern ziemlich böse ist.


Guten Tag, Gruß Silvia


7. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag im Saarland bei Diana




"La vie est belle"
Vorspeise: Coquille Saint-Jacques / Flute / Sellerie
Hauptgang: Coq au vin / Tagliatelle / Gemüseturm
Nachtisch: Lavendel infused Crème brûlée / Himbeere


Die Theologie wirft Fragen auf.
Der Glaube gibt Antworten.

© Stefan Fleischer (*1938)

Die 32jährige Diana studiert Lehramt für Latein und Theologie. Während Latein als "tote Sprache" gilt, die niemandes Muttersprache ist, ist sie in der Wissenschaft und Medizin und auch in der katholischen Kirche noch üblich. Latein ist die offizielle Sprache im Vatikan - und falls sie einmal den Vatikan betritt, hat sie keine Verständigungsprobleme. Haben andere aber auch nicht, denn die etwas über 800 Einwohner des kleinsten Staates der Welt sprechen zumindest auch Italienisch. Und eben ihre Muttersprachen. Und vielleicht die eine oder andere lebendigere Fremdsprache.

Mit ihrem Mann David hat sie zwei kleine Söhne. Somit ist sie aktuell eine "Studentin in Elternzeit". Diese Bezeichnung hat ihren Sinn - trotzdem frage ich mich gerade mit etwas Unsinn im Kopf, ob es

auch Studenten in Altersteilzeit gibt.

Für Timo stellt sich diese Frage nicht, denn er hat sein Studium längst beendet, arbeitet im Landtag und feiert heute seinen 36. Geburtstag. Aus diesem Anlass spendiert die TV-Crew ihm ein kleines Küchlein samt einem "Happy Birthday"-Krönchen. Aber niemand kann ihn dazu bewegen, sich mit der Krone eventuell seine perfekt sitzende Frisur zu ruinieren. Es passt kein Blatt zwischen Timo und seine Eitelkeit, nicht einmal ein hübsches Krönchen.

Aber den Regen interessiert das überhaupt nicht ... er macht die Gäste nass, die vor Dianas Haus warten, und ich habe Sorge, dass Timo einen leichten Nervenzusammenbruch erleiden könnte - doch wie von Zauberhand behütet ihn plötzlich ein Schirm.


Das Menü

Manuel hofft, dass es in der Vorspeise keine Muscheln gibt ... obwohl das auch jeder, der kein Französisch spricht, aber gerne isst, aus der Karte lesen kann ... Veganer sollten diese "Fallen", in die sie tappen könnten, besonders gut kennen.

Obwohl er sich als solcher mutig allen Speisen stellen wollte, bringt ihn so manches bereits beim Lesen der Menükarten an seine Grenzen. Er schließt sich Greta an - und bleibt auf der vegetarischen Seite.

Die Sellerie-Suppe können jedoch alle essen. Ein bisschen dick ist sie geraten, aber das ist das ewige Problem mit Creme-Süppchen ... obwohl es leicht zu umschiffen wäre.

Maishähnchen wartet auf die drei Personen, die mehr oder weniger gern Fleisch essen, während Diana für die anderen eine Alternative aus Jackfruit zubereitet, die den Hähnchenstücken im Aussehen ziemlich nahe kommen.

Der Lavendel in der Crème brûlée soll an die Provence erinnern, denn das gesamte Menü geht als französisches an den Start.


Fazit

Diana gibt bereitwillig zu, dass sie Aufmerksamkeit ebenso mag wie im Mittelpunkt zu stehen. Aber sie macht das sehr charmant und kein bisschen aufdringlich, so dass sie mit ihrer Ehrlichkeit nicht aneckt, sondern vielleicht sogar neue Freunde gewinnt.

Die Punkte: je 10 geben Greta und Manuel, 9 Sandra und 8 Timo.

Mit 37 Zählern liegt Diana am 4. Tag auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia