Hauptgang: Feines Waldfilet auf Bohnenpüree an gebutterten Wirsingstreifen und Mandel-Wein-Komposition
Nachtisch: Karibische Maronen-Mousse auf einem Waldfrucht-Spiegel
"Normalmensch ist, wer Tiere zu schlachten furchtbar findet und sie zu essen köstlich."
- Paul Mommertz (1930 - 2024)
- Paul Mommertz (1930 - 2024)
Das gilt nicht für die Eltern der in Kasachstan geborenen Lilia, denn die müssen für ihre Tochter die Schlachtungen übernehmen. Lilia lebt inmitten einer Land-Idylle - und beherbergt aktuell 15 Hühner inklusive einem Hahn. Allerdings schwankt die Anzahl der Tiere, denn wie sie erzählt - werden sie häufig Opfer von Füchsen oder Mardern. Offenbar kennt sie keine Möglichkeit, diese Raubzüge zu verhindern, sondern lässt hin und wieder sogar
ihre Eltern zum Schlachtmesser greifen. Gut, ein Fuchs besitzt kein Messer, aber scharfe Zähne und die Erfahrung seiner Vorfahren.
Und Lilia denkt zum Beispiel an ihre Großmutter damals in Kasachstan, die viele unterschiedliche Tiere für die Nutzung gehalten hat.
Unter gewissen Bedingungen, die auch das schmerzfreie Töten beinhalten, ist Hausschlachtung in Deutschland erlaubt, jedoch die Anzahl der Tiere begrenzt - und das geschlachtete Tier muss von einem Tierarzt untersucht werden, um sicherzustellen, dass es für den Verzehr geeignet ist.
Ich muss mich an dieser Stelle schnell von dem Thema verabschieden, sonst kommen mir noch Gedanken in den Kopf, die ich hier nicht schriftlich niederlegen will ... so süße und schöne Hühner könnte ich nie schlachten, andere allerdings auch nicht. Bin ich ein Weichei? In dieser Hinsicht ganz gewiss!
Immerhin bestreitet die Schaufenster-Dekorateurin Lilia heute mutig den finalen Abend einer Lüneburg-Runde - und tritt gegen die 39 von Robert erreichten Punkte an. Das weiß sie natürlich nicht, denn die Punkte bleiben bis zu den letzten Minuten geheim.
Das Menü
Dem Parmesansüppchen bietet sie nicht nur Trüffelöl an, sie verhunzt es damit auch. Die paar echten Trüffelspalten retten es sicher auch nicht. Die Gäste schmecken hauptsächlich den Käse aus der Suppe.
Wildschwein - ver-mini-trüffelt ... oder doch mit einigen Fetzen vom echten Pilz, den Schweine und Hunde andernorts suchen? Ich bin gerade abgelenkt.
Robert schmecken die Trüffel-Zutaten - vielleicht wie ein Lachgas, das ohnehin niemanden zum Lachen bringt?
Der Nachtisch fragt sich vermutlich selber, warum er "karibisch" genannt wird. Lilia erklärt es mit der Zutat von Rum-Tröpfchen. Ich fühle
Death in Paradise (eine meiner Lieblingsserien) ohne Tod (gut) und ohne Paradies (nicht gut).
Fazit
Würde ich Heidi heißen und Fotos verteilen, Lilia bekäme heute keines von mir.
Wie kann man sich vernünftig und seriös und tierschutzgerecht um 15 Hühner kümmern? Die Frage wird nicht beantwortet, obwohl sie lauten würde: wie sieht es mit tierärztlicher Betreuung aus?
Die Punkte für Lilia: 9 gibt Robert, je 8 Eugenio und Alina, 7 Radost.
Mit 32 Punkten kommt sie weit über ihre Eigeneinschätzung von je 7 Zählern.
Das Ergebnis sind 32 Umdrehungen.
Robert gewinnt nicht nur den Jackpot, sondern ebenfalls ein von ihm mitgestaltetes, gemaltes Bild. Und mit den 3.000 Euro sollte er sich einmal den wirklichen Geschmack von echten Trüffeln gönnen, obwohl er als Zahnarzt ohnehin nicht zu den Ärmsten gehört.
Ein dickes Herz von meiner Seite an Alina: sie kann sich zwar ernähren, nicht wirklich gut kochen - ist aber eine ganz liebe Person.
Guten Morgen, Gruß Silvia




