Samstag, 30. Mai 2026

30. Mai 2026 - Ich bin ein Tierschutz-Hund

Beispiel-Foto: mein Yorki Robin mit einem fremden Hund an dessen Gartentor




Ich bin ein Tierschutz-Hund

dem man hier im Heim der Gestrandeten den Namen "Bonbon" gegeben hat. Bonbon hört sich süß an, entspricht aber so gar nicht meinem Schicksal, sondern ist ziemlich kontrovers dazu.

Man hätte mich Wanderpokal nennen können, ohne dass ich das beanstandet hätte - und kluge Leute mit dem richtigen Handling und viel Herz dürften mich durchaus genau so rufen,

und ich würde ihnen nach einer Eingewöhnungszeit stolz folgen, als hieße ich King Charles. Da könnt ihr sicher sein!

In meinem früheren Leben war ich jedoch vor gar nichts sicher, denn den Begriff "Wanderpokal" dürft ihr ruhig wörtlich nehmen:

kaum ein Jahr alt bin ich bereits durch fünf Hände gegangen. Hände, in denen ich gelesen habe,

dass ich ihnen nicht genügt habe. Ich war zu laut,

unverstanden, zu verhaltens-auffällig, zu wenig kinderlieb, zu Wenig eben von Allem, was man sich vorstellen wollte. Schnell lästig geworden in jedem der 5  Fälle auf jeden Fall.

Mein letzter Besitzer hat mich glatt verhökern wollen

(dieser Aussage liegt eine wahre Geschichte zugrunde und ist nur ein wenig ausgeschmückt und geändert),

als wäre ich der Joker in dem Spiel, der am Ende feststellen muss, dass

er die ärmste Wurst auf der ganzen weiten Welt ist.

Eine Pokerrunde hat sich wöchentlich getroffen und um viel Geld gezockt, denn Geld

tröstet mehr als eine liebevoll anstupsende Hundenase oder die eigene Nase in das Fell eines Hundes zu halten.

Der 5. Kandidat mit einem Anspruch, mich zu besitzen, setzte anstelle einer Geldsumme mich als Gewinn ein:

Ergebnis? 

Alle wollten verlieren! Aber so funktionierte das nicht in diesem

Rat-Pack!

Und so wurde ich dem Besoffensten von allen einstimmig zugesprochen - in Schlangenlinien führte er mich in ein Zuhause, in das ich nicht wollte. Was

hatte ich verbrochen, um zum 6. Mal einen derartigen Tritt in den Hintern zu bekommen und psychisch am Boden rumzukriechen?

Langsam wurde ich wirklich nach und nach und verlässlich bissig ... jeder schräge Blick und jedes Wort triggerte mich.

Ich setzte mich zur Wehr und der Besoffene verlor die Leine aus der Hand, so dass ich flüchten konnte.

Tagelang irrte ich durch die Gegend, immer hungrig: getrunken habe ich aus Pfützen, was mich am Leben erhalten hat.

Denn trotz allem hing ich an meinem Leben. Seltsam? Nein, denn auch der Ärmste hängt an seinem kleinen Leben. Das ist ein Gesetz des Lebens!


Das Tierheim

ist sozusagen die 7. Hand und die 1., die mich hält, Hund sein lässt und mit mir gemeinsam an meinen Defiziten arbeitet, die ich

den Menschen verdanke.

Wenn die 8. Hand nicht die endlich richtige und liebevollste ist, dann weiß ich nicht weiter ...

Aber die Tierheim-Freunde und -Freundinnen werden klug darauf achten, dass 

ich endlich das Leben führen darf, das mir zusteht:

aber ich empfinde nicht mehr, dass die Hoffnung zuletzt stirbt,

sondern dass sie bereits gestorben ist.

Euer Bonbon oder treffender Euer Wanderpokal


Guten Tag, Gruß Silvia



29. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Karlsruhe bei Katja




„Schön, dass ihr da seid!“

Vorspeise: Lachstatar auf Pumpernickeltaler mit Zitronencreme und Gorgonzola-Birne auf einem Salatbett
Hauptgang: Camembert-Braten mit Champignons platziert an der Seite eines Kartoffelstampfs, nebst kandierten Möhrchen
Nachtisch: Cantuccini-Schichterei mit Erdbeeren, begleitet von einem Gâteau au chocolat auf einem Himbeerspiegel


Die Ungeschickten schimpfen immer aufs Werkzeug
- Aus Russland

Zumindest für Katjas drei Gäste ist diese Ungeschicklichkeit ab heute Geschichte, denn als Gastgebergeschenk finden sie noch vor dem Dinner

je ein perfektes Tagebuch an ihren Plätzen vor. "Für den eigenen inneren Werkzeugkoffer", erklärt die 58jährige Katja, die aus Duisburg stammt

und Heilpraktikerin für Psychotherapie ist.

Subjektiv gesehen ist Katjas Altbauwohnung für viele mit den meist alten Möbeln sicherlich wunderschön - meine Seele würde dort jedoch laut nach einem inneren Werkzeugkoffer rufen ... oder gleich in große Traurigkeit verfallen.

Aber Katja könnte schließlich meine Seele helfend unterstützen ... doch falls ich je einen Psychiater benötigen würde, so kommt für mich nur ein richtiger Mediziner oder eine richtige Medizinerin infrage. Es gibt Dinge, da macht man weder Kompromisse noch startet man Versuche, sondern verlässt sich lieber auf wirkliche Experten.

Da hat jedoch sicher jeder seine eigene Meinung, die ich niemandem nehmen möchte oder ihnen gar meine überstülpen will. Es gibt vielleicht sogar Menschen, die in Katjas Wohnung aufleben würden - ich allerdings nicht. Und ich beziehe mich

selten so ausführlich auf reine Äußerlichkeiten, aber diese wirkt ziemlich bedrückend und trostlos auf mich.

Mir fehlen die Leichtigkeit und meinetwegen sogar die Oberflächlichkeit, die hinter einer Schranke aus Katjas Wichtigkeit völlig verschwindet.

Anfangs geht es Katja gesundheitlich nicht sehr gut und sie umschreibt ihre Umstände mit: "Der Kreislauf muss noch ein bisschen nachrutschen."

Eine Antwort wie aus dem Lehrbuch für Heilpraktiker ...


Das Menü

Aktuell tobt über uns ein Gewitter - ein Desaster für meine Satelliten-Schüssel, die zeitweise streikt, als würde sie den letzten Abend dieser Woche gern ignorieren:

Lachs mit Birne - eine schräge Idee, die zu keiner Harmonie führt. Ein Psychiater würde sowohl zum Lachs als auch zur Birne sagen: Werdet getrennt glücklich.

Schweinenacken-Braten mit jeder Menge Champignons sollen den Gästen schmecken. An die Pilze rührt sie

die bekannte Thomy-Hollandaise.

Ich finde sogar, dass die im Gegensatz zu anderen Fertigprodukten gleicher Art schmeckt - aber hier geht es um ein möglichst perfektes Dinner. Da ist sie so fehl am Platze als würde man sich für die

Nachtruhe dick Lippenstift auftragen.

Ins Erdbeer-Schichtdessert kippt sie Zitrone aus der Flasche - obwohl es nicht mehr Mühe macht, frische Zitrone zu nehmen.



Fazit

Inzwischen habe ich auf der Vox-Seite viele Kommentare zu Katja gelesen - und ich hoffe, ich töne nicht versehentlich ins gleiche Horn,

weil mir ihre Wohnung so überhaupt nicht gefällt - und mir ihr Beruf als ein überflüssiger erscheint, den nur Profis beherrschen, die lange dafür studieren müssen. Die Psyche des Menschen ist nämlich eine hohe Herausforderung.

Es ist allerdings schwierig, jedem gerecht zu werden, denn man kennt niemanden der Kandidaten wirklich.

Liebevoll hat Freddy eine Kurz- und Knapp-Beschreibung für Katja: "Ein verrückter Vogel."

Die Punkte für Katja: 9 von Freddy, je 7 von Anna und Aron.

Mit 23 Zählern geht sie aus dieser Woche hinaus und wieder in ihre Welt.

Es teilen sich Anna und Freddy den Gewinn von 3.000 Euro.

Und wenn es Anna noch gut geht, lächelt sie heute wieder und morgen und übermorgen und an jedem Tag, an dem sie nicht gerade weint,

denn inzwischen habe ich auf ihrer Insta-Seite einige ihrer Tränen-Videos gesehen. Tränen, die wie aufgemalte Wachsperlchen aus der Filmbranche auf mich gewirkt haben ...


Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 29. Mai 2026

29. Mai 2026 - Die Kopflosen für Oma ...




Die Kopflosen für Oma


Oma

Das Beste auf der Welt sind Omas - in meinem Fall trifft das absolut zu. Sie hieß Josefine, und sie hat mir locker die fehlenden drei zur Zeit meiner Geburt bereits verstorbenen Großelternteile ersetzt. Oma

konnte so viel geben wie die Eltern, aber weglassen, was Eltern unter Erziehung verstehen. Meine Oma hat die Erziehung lediglich ein wenig gedehnt und

V e r ziehung daraus gemacht.

Immerhin hatte ich als Mädchen die beste Ausgangsposition, denn meine Oma war Mutter von drei Jungen, und dann endlich kam ein blondgelocktes Kind auf die Welt, das ihre Mütterlichkeit komplett gemacht hat.

Jung Witwe geworden, gab es vor meiner Geburt einen Mann, der sich für sie und sie sich für ihn interessiert hat - aber 

gerade auf die Welt gekommen, hatte ich meinen ersten Konkurrenten bereits geschlagen. Er hatte keine Chance ... und ich schwöre, dass ich selber zwar der Grund dafür war, aber keine Schuld daran getragen habe.

Ich war der Fixstern, um den sie sich bis zu ihrem Lebensende gedreht hat. - Viel Verantwortung für ein kleines Mädchen ... bis zur Arschloch-Egoistin ist der Grad schmal, vielleicht sogar der zur Egozentrikerin.

Doch es gab einen Grund, warum ich weder egoistisch noch egozentrisch geworden bin: das Leben, das meine Oma mir vorgelebt hat. 

Sie war bodenständig, bescheiden, gutmütig, menschenfreundlich, loyal, treu und vereinte viele weitere gute Eigenschaften in ihrer Person.

Natürlich habe ich nicht all ihre Eigenschaften 1 : 1 übernommen - denn einige negative Überraschungspakete hat auch jemand mit dem besten Vorbild in seinem Gepäck. Schließlich lebe und habe ich nie

ausschließlich in dieser Glückseligkeits-Blase des Verwöhntwerdens gelebt. 

Aus mir wurde ein Mensch mit Fehlern, Schwächen und Vorzügen.

Egoismus und Egozentrik gehören  n i c h t  zu meinen Schwächen.


Die Kopflosen für Oma

Oma kaufte mir - sobald ich lesen konnte - regelmäßig die "Bravo", die meine Eltern eher ablehnten - und die ich somit nicht heimlich vom Taschengeld hätte kaufen müssen.

Auch kulinarisch hatten Oma und ich keine Probleme: von Brötchen habe ich immer nur die obere Hälfte gegessen, so dass ich bei meinem üblichen Frühstückshunger von einem Brötchen zwei "bessere Hälften" hatte.

Sie meinte einfach, sie esse die untere sowieso lieber, um mich nicht unnötig zu stressen.

Zwar dachte ich später, dass sie einfach gelogen hatte, um mir etwas Gutes zu tun, aber:

seit ein paar Jahren esse auch ich wirklich lieber die unteren Hälften.

Sie führte mich ans Spargelessen: Was mich heute sehr erfreut, war für mich als Kind durchaus eine Herausforderung. Spargel hat nicht viel Eigengeschmack und ist faserig und wässrig. Anfangs habe ich dieses Gemüse nur ihretwegen mit gespitzem Kinder-Mäulchen gegessen ...

Doch schnell hatte ich raus, was mir bereits damals am Spargel schmeckte, und das sind die Köpfe. Ich glaube,

ich brauche nicht erwähnen, dass sich fortan von allen Stangen die Köpfe bekam,

während meine Oma die Kopflosen ganz für sich allein hatte.

Das Kulinarische ließe sich ebenso endlos weiterführen wie alles andere zwischen uns, aber für heute reichen Spargel und Brötchen. Und die "Skandal-Bravo".



Guten Tag, Gruß Silvia



28. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Karlsruhe bei Freddy



"Aller guten Dinge sind drei"

Vorspeise: Surf & Turf - Rind / Kalb / Garnele
Hauptgang: Aus Omas Küche - Falsches Filet / Spätzle / Knödel
Nachtisch: Süßes Dreierlei - Pistazie / Schoko / Vanille


Ideen haben Feuer oder Qualm
© Manfred Hinrich (1926 - 2015), Dr. phil.

Während es am Dienstag und Mittwoch nur ein bisschen gequalmt hat und die Zuschauer wohl keinen Run auf die bei Chefkoch hinterlegten Rezepte unternehmen werden,

hat heute - im Gegensatz zu gestern bei Anna - sogar der Herd jede Menge Feuer versprüht. Freddys Herd weiß eben, wofür er gebaut wurde - und zwar nicht nur zur Vervollständigung des Gesamtbildes einer Küche, sondern als Herzstück.

Freddy drückt es so aus: "Wenn in einer Küche alles vom Feinsten ist ... und keiner kann kochen ..."

Natürlich brauchen auch die Leute Küchen, die nicht gut kochen können - oder sich nur ums Heißmachen bemühen - aber

unnötig ist es, wenn sich Heißmacher in eine Kochshow drängen.

Aron kann immerhin einen Pizzateig auf die italienische Art in die Luft werfen, wieder auffangen - und bekommt dafür Applaus von seinen Mitstreitern.

Anna beherrscht ihren Thermo-Mix wie Richard Clayderman sein Klavier - doch vor allem glänzt sie mit einem

festgefrorenem Lächeln ... das durch die Dauernutzung irgendwie kalt wirkt.

Der 46jährige Freddy hingegen kennt sich mit Feuer gut aus: er ist staatlich anerkannter Pyrotechniker, der auch gern für Feste engagiert wird.

Beruflich arbeitet er als Feinwerkmechanikermeister.


Das Menü

Während Freddys Beruf aus vielen, vielen Buchstaben besteht - bleibt er in seinem Menü der Vielfalt treu. Niemand wird heute hungrig nach Hause gehen ...

Zur Vorspeise gibt es gleich zweimal Roastbeef - einmal perfekt gegart, einmal ein wenig drüber. Ein Vitello Tonnato samt Fruchtsalat plus Garnelen gibt dem Titel "Surf & Turf" seinen Sinn.

Ein Sauerbraten ist eigentlich ein einfaches Schmorgericht - doch unter Freddys Händen wird er perfekt: eigenhändig für 12 Tage eingelegt, die Beilagen selber hergestellt ...

obwohl Knödel u n d Spätzle gutgemeint, aber zu viel des Guten sind. Rotkohl anstatt Knödel o d e r Spätzle wäre eine bessere Wahl gewesen.

Das Pistazien-Eis im Dessert sieht farblich besser aus als das P-Eis, das Aron zubereitet hat. Katja meint dazu, dass ihr Arons besser gefallen hat, weil es leichter war als dieses.

Schokoküchlein mit flüssigem Kern ... Ist das wirklich noch immer nicht aus der Mode?



Fazit

Von einem eventuellen Gewinn würde Freddy (der eigentlich Frederic heißt) 10 Prozent an "Sternenkinder" spenden: "Die armen kranken Kinder", schluchzt er. Ob er über seine eigene Mildtätigkeit ein paar Tränchen vergießt oder

über die totgeborenen oder im frühen Säuglingsalter verstorbenen Kinder oder einfach über beides, kann ich natürlich nicht beurteilen. - Auf jeden Fall wäre es eine Spende für einen guten Zweck.

Und eventuell darf sich die Organisation bereits auf eine Zuwendung freuen - wenn auch in kleinerem Umfang,

denn mit 26 von 30 möglichen Zählern liegt er gleichauf mit Anna - und der mögliche Gewinn müsste geteilt werden.

Die Punkte: je 9 von Anna und Katja, 8 von Aron.

Leider leider hat der angenehme Freddy Anna nicht überholt ... sonst hätte ich mein Anna-Lächeln rausgeholt.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 28. Mai 2026

27. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Karlsruhe bei Anna




"Fernweh im Herzen, Heimat auf dem Teller"

Vorspeise: „Andalusische Leichtigkeit“ - Gazpacho Andaluz mit Melonen-Gemüse-Tatar, Parmesan-Cracker, Serrano-Chips und Pesto-Locken
Hauptgang: „Asiatische Weite“ - Teriyaki-Lachs mit Mango-Salsa, Wildreis und geröstetem Sesam-Brokkoli
Nachtisch: „Pfälzer Heimkehr“ - Pfälzer Dampfnudel an zweierlei Saucen mit pochierter Birne



Lass dich von den Dingen, die auf dich wirken, nicht beeinflussen.
© Roger Pfaff (*1974)

Hier würde ich eher sagen lass dich von den Dingen, die auf dich wirken sollen, nicht beeinflussen.

Am Ende ist es nicht herauszufiltern, was echt und was lange eingeübt und gespielt ist. Die 42jährige Anna ist von der Influencerin zur Content Creatorin gewechselt, was soviel wie gar nichts bedeutet, denn inzwischen scheint der Begriff "Influencer" nur dem neuen Modewort "Content Creator" gewichen zu sein.

Man möchte wohl vom Image des Beeinflussens weg, obwohl genau das bestehen bleibt, egal wie der Titel lautet.

240.000 Follower hat sie auf Instagram, und es ist nicht sehr authentisch von Vox, eine Influencerin mit dieser Reichweite in eine Sendung zu integrieren,

denn Anna lebt von ihrem Content und kann sich keine Patzer erlauben und vielleicht nicht einmal eine von ihrer strahlenden Persönlichkeit abweichende Meinung - aber ich weiß nun, warum sie am Vortag für Aron 9 Punkte hat springen lassen ... ehrlich war das nicht unbedingt.

Ja, sie strahlt. Sie strahlt und lächelt die ganze Show über, und die Kamera scheint ihre beste Freundin zu sein.

Sie lebt in einem schicken Haus, das innen die weiße Spiegelfläche für die äußere Perfektion darstellt. Das Haus haben sie und ihr geschiedener Mann 2019 gebaut -

nun lebt sie seit 2 Jahren dort mit dem 34jährigen Titos. Zusammen haben sie 6 Kinder, jeder von ihnen 3. Ob seine Kinder auch dort leben, wird nicht erzählt.


Das Menü

mit den Zutaten: viel Strahlen und eine traurige Geschichte erzählen, die von ihrer verstorbenen Tante Gerda und der Dampfnudel handelt. So funktioniert das!

Gar nicht strahlen muss heute der Herd, dem der Thermomix und diverse andere Geräte die Arbeit beinahe komplett abnehmen. Ein bisschen etwas aufwärmen darf er - ansonsten muss er blinken wie ein Superstar in der mit Filtern unterlegten Sonne.

Die Gazpacho sieht breiig aus: es wird Zeit, dass der TM eine eigene Kritik-Rubrik eingearbeitet bekommt - und ungefragt Verbesserungsvorschläge gibt.

Welche Funktion die halb pochierten Birnen im Nachtisch haben - keine Ahnung. Die Dampfnudeln reichen eigentlich. Ich kenne die nur ohne fast angebrannte Kruste - aber das besagt natürlich nichts.


Fazit

Die Gäste dürfen - oder sollen sich durch alle Räume bewegen, gibt Anna den Startschuss für einen Rundgang durch ihr Haus. Das wäre für mich keine Aufforderung, der ich nachkommen würde - ich bin so furchtbar un-neugierig.

Während viele von Annas Followern heute sicher neugierig auf die Geschichte warten, wie sie und Titos sich kennengelernt haben ...

aber diese will sie nicht erzählen. Rubrik: mach dich interessant mit einem Geheimnis - und sei es auch noch so unwichtig.

Vielleicht haben sie sich in einer dunklen unbeleuchteten Gasse kennengelernt - und Titos hatte zufällig eine Taschenlampe im Gepäck und hat ihr heimgeleuchtet ... ist natürlich Unsinn, aber ein Ansatz.

Am Ende sagt Katja: "Ist sie so nett zu mir, weil sie mich mag - oder weil das Netz dahintersteht?"

Ich habe keine Ahnung, ich lerne Anna natürlich auch nicht kennen, aber weiß, wie viele Punkte sie bekommt:

je 9 von Freddy und Katja, 8 von Aron.

Mit 26 von 30 möglichen Zählern liegt sie am 2. von 4 Tagen auf dem bislang 1. Platz.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 27. Mai 2026

26. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Karlsruhe bei Aron



"Reise durch Sizilien - Meine Herkunft in Aromen"

Vorspeise: Aubergine / Tomate / Reis / Hackfleisch / Erbse
Hauptgang: Pasta / Salsiccia / Schweinebauch / Ragù / Aubergine
Nachtisch: Cannolo Siciliano / Ricotta / Pistazie / Zitrone



"Ich bin 50 Prozent Kartoffel und 50 Prozent Spaghetti"
- Aron

So erklärt Aron seine Wurzeln, denn sein Vater ist Sizilianer und seine Mutter Deutsche.

Ich möchte definitiv nicht "Kartoffel" genannt werden, obwohl man sich heute durchaus wie eine in einem 200 Grad heißem Backofen fühlen könnte.

Während ich vor dem Bildschirm sitze und mir bei immer noch mindestens 30 Grad am Abend Ablenkung von der Hitze wünsche,

bekomme ich eine langweilige Ausgabe des "Dinners" vorgesetzt.

Der 25jährige Aron gibt zwar alles, um die Zuschauer zu fesseln, aber so richtig zündet der Funke bei mir nicht.

"Aron ist ein unglaublich ehrgeiziger Mensch", erzählt seine Verlobte Tülay - und sie empfindet diese Eigenschaft als sehr positiv.

Immerhin hat er soviel Ehrgeiz, dass er auf Tülay als Schnibbelhilfe verzichtet - sie darf und will ihn trotzdem in der Küche besuchen,

und in der Tat peppt das hier den Showeffekt ein klein wenig auf, obwohl sie nicht mehr macht, als im Weg herumzustehen.

Im Juni werden die beiden sich in einer italienisch-türkischen Hochzeit das Jawort geben. Die "Kartoffel" fällt bei der Feier wohl raus, während der "Kümmel" hinzugefügt wird.


Das Menü

Arons Menü soll die Gäste und Zuschauer an Sizilien erinnern: es fehlen also Kartoffeln.

Für die Parmigiana entwässert er die Auberginen-Scheiben nicht, wie es in der letzten Woche der Gewinner Mathias fürs gleiche Gericht vorgeführt hat.

Die mit Hackfleisch gefüllten Arancini ... sind Reis mit Hackfleisch in Tomatensoße.

Zum Hauptgang gibt es ein deftiges Gulasch: Rindfleisch, Schweinebauch und Salsiccia. Große Kochkunst ist dieser Sattmacher nicht ...

... und bei 30 Grad im Schatten möchte ich mir das Gulasch auch nicht weiter vorstellen, obwohl die heutige Außentemperatur nicht Arons Problem ist, denn zur Aufzeichnungs-Zeit war es defintiv nicht so heiß.

Der Nachtisch gefällt den Gästen: knusprige Waffeln, gefüllt mit Ricotta - und Pistazien-Eis. Das Eis sieht zwar grau wie heiße Steinplatten aus, aber kann durchaus lecker sein.


Fazit

Die weiße, schmucklose Wand in Arons Wohnzimmer wirkt wie ein Verstärker für die hitzige Sonnenflut, die für den Monat Mai ein bisschen früh daherkommt ... und Mensch und Tier belastet.

Aber auch Aron scheint geschafft zu sein, denn er hängt mit seinem rechten Arm über den Tisch, als hätte er gerade

zwei Zentner Kartoffeln geerntet.

Ich fühle mich durch Langeweile ermüdet.

Die Punkte sind recht unterschiedlich und absteigend sortiert: 9 gibt Anna, 8 Freddy, 7 Katja.

In dieser Woche mit nur 4 Kandidaten legt Aron also 24 von 30 möglichen Zählern vor.




Guten Morgen, Gruß Silvia


Sonntag, 24. Mai 2026

24. Mai 2026 - "Ich war einmal eine weiße Hochzeitstaube ..." Neuveröffentlichung aus 2022



"Ich war einmal eine weiße Hochzeitstaube ..."

Nun nennen mich die Leute "Ratte der Lüfte" - ganz so, wie sie auch all meine Artgenossen rufen, die grauen, die blauen, die grau-weißen und all die anderen Schönheiten in ihren Federkleidern. Manchmal sagt der Schwarm-Chef zu uns:

Die Menschen sind nur neidisch auf uns, denn sie können machen was sie wollen - aus eigener Kraft fliegen werden sie nie!

Ich sollte den Leuten Glück bringen.

Aber es ist so eine Sache mit dem Glück. Der eine soll es bringen, der andere gleichzeitig verlieren. Vor allem sehe ich mich nicht in der Verantwortung,

Hochzeitspaaren Glück zu bringen. Dafür sind sie selber zuständig.

Nach dem Fliegenlassen habe ich genug damit zu tun gehabt, mich um mich selber und um meine kleinen und doch oft so unerfüllbaren Bedürfnisse zu kümmern: Eigentlich wurde ich

in eine traurige Zukunft entlassen, in der es von Glück nur selten eine Spur gibt.

Und so manches Hochzeitspaar, das meine Kumpel und mich in die Luft geschickt hat - schon wegen dem tollen Effekt,

tritt heute nach uns. Nicht mal ein Körnchen Reis würden sie uns gönnen oder eine alte getrocknete Erbse.

Alles unterliegt nur dem schönen Schein.

So sind auch wir Weißen eben auf diese Farbe hin gezüchtet worden - zu Lasten anderer Fähigkeiten wie z. B. dem Orientierungs-Sinn.


Nach einer Hochzeit

Von unseren Haltern werden wir für romantische Hochzeiten vermietet. Aber uns irgendwo in unbekannter Ferne als Glücks- und Friedenssymbol frei zu lassen ...

kommt einer Aussetzung von Haustieren gleich.

Auf der Suche zurück nach Hause verlieren wir Weißen das Ziel aus dem Blick. Wir hungern, und Gefahr droht uns durch Greifvögel oder durch das Verheddern in irgendwelchen Alltagsgefahren.

Ich gehöre auch zu denen, die den Weg zurück nicht gefunden haben. Nun lebe ich einem Schwarm, und wir sind tagtäglich nur damit beschäftigt,

überhaupt ein bisschen satt zu werden.

Im Corona-Lockdown fehlten uns die von Menschen weg geworfenen Abfälle. Auch, wenn die unserer Gesundheit nicht zuträglich sind ... sie haben uns zumindest ein bisschen satt gemacht.

Manchmal sind wir verzweifelt auf der Suche nach Wasserstellen, weil es an Regen mangelt.  Doch nach wie vor suchen wir auch nach einem Funken von Glück und Akzeptanz.


Verteufelt mich nicht

... denn wie alle Lebewesen will auch ich nur leben. Dass dieses Leben keineswegs romantisch ist, wäre nicht das Schlimmste:

Das Schlimmste ist, dass es verboten und sogar verpönt ist, uns zu füttern und zu tränken.

Solche Verbote lassen sich gut einhalten, wenn man selber satt und kugelrund ist.

Wir sind meistens dünn und niemals satt.

Viele von uns verhungern sogar.

Ein Hoch auf alle Heimlich-Futterspender, die sich beinahe (nach Meinung vieler Leute) kriminell verhalten, um uns zu helfen - immer verfolgt von einigen bösen Augen der Nachbarn, die diesen Helfern das Leben schwer machen ... manche Blicke jedoch begleiten das wohlwollend ... und nachahmend.


Guten Tag, Gruß Silvia