Freitag, 17. Juli 2026

17. Juli 2026 - Alternative Fakten: Paul wandert aus - Endlich dort leben, wo andere saufen/Neuveröffentlichung aus 2017





Alternative Fakten zum Geburtstag der Sendereihe "If you leave Germany"
Paul wandert aus - Endlich dort leben, wo andere saufen!

Auf der Suche nach weitreichender Beachtung seiner geplanten Auswanderung hatte sich Paul an einen Fernseh-Sender gewandt,

um nicht sang- und klanglos, sondern mit großem Spektakel Deutschland den Rücken zu kehren. Die Worte:

Ich möchte dieses kalte Deutschland, nicht nur das des Wetters, hinter mir lassen und auf Mallorca ganz neu anfangen, interessante und warmherzige Menschen kennen lernen -
hatte er in dem TV-Fragebogen formuliert,

und hinzugefügt, dass er für den Neuanfang 50.000 Euro gespart habe, und seit drei Wochen einen Spanisch-Kursus besuchte.

Dies hatte dazu geführt, dass der TV-Sender ihn als künftigen Protagonisten der Sendung "If You Leave Germany ..."
knallhart ablehnte.

Paul kam obendrein in den Sinn, dass die Tatsache, dass er polizeitechnisch noch nie auffällig geworden war, in den Augen des Privatsenders auch ein schlechtes Licht auf ihn warf.

Punkt für Punkt der sich nachteilig auf die Fernseh-Begleitung auswirkenden Details begann er nun abzuarbeiten:

Den Spanisch-Kurs gab er sofort auf.

Die 50.000 Euro waren ein Problem, aber die Lösung nahte in Gestalt eines Freundes, der schon so einiges in den Sand gesetzt hatte - und ihm auch den Ort nennen konnte, an dem man sein Geld mühelos los werden konnte:
Im Spiel-Casino.

Dort verlor Paul nicht nur all sein Geld, sondern gelangte auch noch in den Status, polizeibekannt zu sein:
Eines Abends fühlte er sich vom Croupier provoziert und verprügelte ihn.

Endlich hatte er genug vorzuweisen, um an der Sendung "If You Leave Germany ..." teilnehmen zu dürfen.

Seine neuerliche finanzielle Bedürftigkeit und die fehlenden Sprachkenntnisse waren hervorragend geeignet,

Paul per Television auf seiner Auswanderung zu begleiten.

Überglücklich begab Paul sich in die Hände derer, denen nichts heilig ist.

Sie begleiteten ihn auf der Job-Suche ebenso wie an die einsamen Strände, an denen er von seinem nun traurigen Leben erzählen konnte.

"Endlich dort leben, wo Urlauber saufen", weinte Paul in seinen Wodka, und der Macher im Hintergrund rief:

"Mehr, mehr!"

Paul starrte den Mann an, und dann überkam es ihn wie in einem Befreiungs-Rausch:
Er schlug wild um sich.

Am Ende landeten drei Leute des TV-Teams im Krankenhaus, während Paul in einem mallorquinischen Polizeirevier Platz nehmen durfte.

Den Beamten erzählte er von seiner Auswanderung.

Am Ende weinten die Polizisten allesamt auf ihre Sterne, denn die Geschichte war natürlich noch weit dramatischer als hier in aller Kürze erzählt.

Auf Betreiben der Polizei haben nun per Gesetz Kamera-Teams aus aller Welt Einreiseverbot für Mallorca.

Das ist ein sinnvoller Beitrag, der Übervölkerung Bedürftiger auf Mallorca entgegen zu wirken.

Viel Glück, Mallorca.


Guten Tag, Gruß Silvia



16. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Pforzheim bei Joshua


Foto: Marianne Mossel


"La Dolce Vita"

Vorspeise: Vitello tartufo - Kalb / Trüffel / Kapern
Hauptgang: Ossobuco / Polenta / Gremolata
Nachtisch: Tiramisù al pistacchio - Mascarpone / Pistazie / Espresso


La Dolce Vita mit der Nebenwirkung Gänsehaut

Der 29jährige Joshua ist Angestellter in einer Versicherung, und sicher würde der gewissenhaft arbeitende Hobby-Koch sich nicht einmal in seinen Träumen ausmalen, was ein Gast am Ende des Genusses über das Koch.Ergebnis sagen wird.

Joshua: "Ich sage gern, was ich denke" ... und das klingt nicht gerade, als würde er damit positive Dinge, sondern kritische meinen. Daher kommt es wohl auch nicht bei allen gut an, dass er ausspricht, was manche andere nur runterschlucken. Als Zuschauerin darf ich in einer von Vox gern aneinandergereihten, untermauerten Wiederholung sehen und hören, was ihn in den letzten Tagen während des Essens bewegt hat: in manch einer seiner Fragen

steckte bereits die Kritik.

Er ist gewillt, einen reibungslosen und zügigen Ablauf seines Dinners zu präsentieren. Damit ihm das gelingt, hilft Valentina, eine Freundin. Sie schnibbelt ein wenig, also ziemlich wenig, aber sie steht dekorativ in der Küche herum.

Und sogar Joshuas offenbar kamerascheuer Freund Manuel, mit dem er sich die Wohnung teilt, lässt sich auf ein Gläschen Sekt kurz blicken.

Währenddessen untermauert Sarah weiterhin ihre Wörter mit einem monotonen Auflachen, das beinahe schon als "Macke" durchgehen kann. Ich ergänze hier ihren Beruf, den ich am Tag zuvor nicht mitbekommen habe: sie ist Rechtsanwaltsfachangestellte.

Ich stelle mir nun leider vor, wie sie manch ein schwieriges Thema eines Klienten mit ihren Lachern begleitet - und aneckt.


Das Menü

macht Joshua keine große Mühe, sondern eher Freude. Eine Freude, die man ihm deutlich anmerkt.

Das Vitello tonnato ergänzt er mit frischen weißen Trüffeln. Wie schön, dass Nick vorausschauend schon mal

Vitello Tornado ins Spiel bringt. Jenes Fantasie-Vitello, das wie eine Wucht auf die Geschmacksknospen der Gäste einstürmt.

Für den nicht wirklich kundigen Hobby-Koch macht Joshua sich viel Mühe: den Sellerie gart er in einem Salzteig. Im Anschluss grillt er Scheibchen davon -

doch Nick fehlt hier die Raffinesse. Raffinesse ist eines seiner Lieblingswörter, besonders, wenn sie fehlt.

Die fehlt ihm auch bei der Alternative zum Ossobuco: Kräuterseitlinge.

Auch Sarah hat zum Hauptgang eine Wortmeldung samt Nebengeräuschen: "Die Polenta hätte er vorbereiten können."

Heute weiß sie, was sie gestern selber nicht beherzt hat. Allerdings kommt Joshua bestens damit klar, dass er die Polenta frisch zubereitet.

Das Tiramisu entzückt die Gäste ... doch kein Gang ist vollständig, wenn Nick seinen Einwand noch nicht vorgebracht hat: hier ist es ihm nicht recht, dass die Löffelbiskuits gekauft sind ...


Fazit

Ein Politiker, der offiziell strikt dagegen ist, hat sich den Bauch einer Leihmutter gemietet - ganz so, als würde er für sein schickes, neues Auto eine Garage mieten.

Yvonne gibt ihrem Bauchgefühl gefühlvolle Worte:

Hin und weg und berauscht ist Yvonne, und sie äußert es in einer in dieser Sendereihe nie gehörten Art und Weise:

"Der Hauptgang hat mich emotional getriggert. Emotion pur! Ich habe Gänsehaut."

"Das perfekte Dinner - die Erfahrung des Jahrhunderts."

Es folgen weitere Lobeshymnen, die ich mir nicht alle merken konnte. Und: Sarah stimmt Yvonne zu.

Die Punkte für Joshua: je 10 geben Sarah, Yvonne und Alex, 9 gibt Nick.

Mit 39 Zählern liegt er am 4. Tag natürlich auf dem bislang, kaum einzuholenden 1. Platz. Es sei denn,

Yvonne kocht ebenso wunderbar,

vergisst aber die Raffinesse für Nicks Alternativen nicht.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 16. Juli 2026

15. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Pforzheim bei Sarah



"Zwischen Rauch, Wald und Wellen"
Vorspeise: Schwarzwald trifft Atlantik - Gebratene Jakobsmuscheln und geräucherte Forelle, dazu Seespargel
Hauptgang: Ein Reh macht es sich gemütlich - Rehrücken auf Selleriepüree mit Schmorrüben und Wildjus
Nachtisch: Kirsche macht den Abschluss - Mini-Schwarzwälder-Kirschtörtchen mit Kirschsorbet


Nicht selten ist Gelungenes,
den Pannen Abgerungenes.
- Friedrich Löchner (1915 - 2013)

Ist die hohe Punktzahl am Ende dieser "Learning by Doing"-Veranstaltung das eigentlich Gelungene für die 45jährige Sarah? Fürs Probekochen hatte sie keine Zeit, aber die seitenlangen epischen Abhandlungen über die Abläufe widersprechen dieser Aussage. Es gibt Wochenenden, Feierabende - und vor allem weiß ja niemand erst heute, dass er morgen schon möglichst telegen kochen soll.

Vielleicht schüttelt manch ein Kandidat sein Menü locker aus dem Ärmel und hat zwischendurch noch die Zeit, eine ausführliche Bewerbung für ein anderes Format zu schreiben und geduldig auf die Antwort zu warten. An diesem

Abend kann ich sie trotzdem nur bewundern, denn sie macht nicht schlapp, sie zieht die Sache bis zum Ende durch, ohne zusammenzubrechen, abzubrechen oder zumindest einen Nervenzusammenbruch zu erleiden.

Vielleicht hält ihr stetiges, nervöses Lachen sie aufrecht: 3 Wörter = ein Lacher = 5 Wörter = ein Lacher = 1 Wort = 1 Lacher undsoweiter: roter Faden dieser Sendung. Manch ein Zuschauer braucht ein starkes Nervenkostüm, aber warum soll es uns

besser ergehen als der heutigen Gastgeberin? Vielleicht leidet der eine oder die andere sogar mit ihr, als sie zum Beispiel

erst keine Ahnung hat, wo der Weißwein ist - und ihn dann in ihrem Auto vermutet, von dem sie nicht weiß, wo es steht ...

Das sind natürlich Dinge, die auch ein Probekochen nicht verhindert hätten. Das nennt man Organisation, und die findet in der Regel statt, bevor die Kameras einem die Sinne vernebeln.

Wie schön, dass ihre Gäste verständnisvoll sind: allen voran Nick, aber auch Joshua: am Tag zuvor hat er über das Zeitmanagement geklagt, heute scheint es ihm egal zu sein, dass auch Sarah die Nacht zum Tage macht.


Das Menü

Die Forellen können nicht geräuchert werden, denn das Stromnetz packt das offenbar nicht. Eigentlich ist das kaum vorstellbar, aber zumindest gehört es zu den Dingen, die man auf die Schnelle im Vorfeld testen kann.

Queller schmeckt wunderbar und ist von Natur aus salzig. Sie kippt noch Sojasoße obendrauf.

Für den Vegetarier Nick gibt es Kräuterseitlinge, zurechtgeschnitten wie Jakobs-Muscheln - und eine Auberginen-Scheibe, die eine Forelle darstellen soll. Ein Teller mit schauspielerndem Gemüse.

Das Reh "macht es sich nicht gemütlich", das Reh ist tot.

Die Möhren werden viel zu spät zum Garen in den Ofen gegeben und machen Zicken: nein, die verhalten sich ganz normal, aber die "Hobbyköchin" denkt einfach nicht an unterschiedliche Garzeiten. Sind die Möhren zudem ungeschält?

Der Teig der Nachtischtörtchen ist viel zu dick geraten (man kann ihn mittig durchschneiden, und wenn nötig, auch mehrfach), und alles drumherum ist ein einziges Geschmiere.

Sarah erweist dem Klassiker "Schwarzwälderkirsch" keine Ehre - und jeder optische Rettungsversuch gelingt nur mäßig.

Hauptsache ein Goldblättchen obendrauf ... das ist in etwa so, als würde man als Highlight zu seinem ältesten Nachthemd ein Krönchen auf dem Kopf tragen.


Fazit

Für Sarah gibt es am Ende dieser seltsamen Veranstaltung mit Pleiten, aber auch Pech, eine große Überraschung:

je 8 Punkte geben Alex und Joshua, 9 gibt Nick, und das Sahnetüpfelchen schenkt Yvonne ihr mit einer glatten 10.

Das ergibt die Summe von 35 Zählern ... und nun lache ich nervös. Auch, weil das anstrengende Zuschauen nun vorbei ist, und ich zu einem entspannenden "Wilsberg" nach "Morderney" umschalten kann.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 15. Juli 2026

15. Juli 2026 - Für Heinz - zu seinem Geburtstag



Für Heinz

zu seinem Geburtstag.

Ich denke jeden einzelnen Tag an meinen Bruder, der schon mit 19 Jahren verstorben ist.


Erinnerung

Es zuckt die Lippe und das Auge lacht,
Und doch steigt es vorwurfsvoll empor,
Das Bild aus tiefer, tiefer Herzensnacht –
Der milde Stern an meines Himmels Tor.
Er leuchtet siegreich – und die Lippe schließt
Sich dichter – und die Träne fließt.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller



Ich bin nicht tot ...

Es sandte mir das Schicksal tiefen Schlaf.
Ich bin nicht tot, ich tauschte nur die Räume.
Ich leb in euch, ich geh in eure Träume,
da uns, die wir vereint, Verwandlung traf.

Ihr glaubt mich tot, doch dass die Welt ich tröste,
leb ich mit tausend Seelen dort, an diesem wunderbaren Ort,
im Herzen der Lieben. Nein, ich ging nicht fort,
Unsterblichkeit vom Tode mich erlöste.

- Michelangelo Buonarroti.


"Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns."

- Rainer Maria Rilke



Heinz hat in zwei Poesie-Album-Einträgen (für mich)  formuliert wie ihm die Schnauze gewachsen war:

"Geht dir im Leben auch manches Mal
etwas daneben -
so denke nur an eins: Wie geht es deinem
Bruder Heinz!"


"Wenn du noch einen Onkel hast,
und der hat gute Weine -
so sorge, dass er dich nicht hasst,
sonst säuft er sie alleine."


Silvia



14. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Pforzheim bei Nick




"Erde - Feuer - Eis"

Vorspeise: Erde - Rotkraut / Walnuss / Birne / Ziegenkäse
Hauptgang: Feuer - Pilze / Laugen / Möhren
Nachtisch: Eis - Zimt / Blutorange / Hafer"


Auch Vegetarier kennen den inneren Schweinehund.
© Klaus Klages (1938 - 2022)

Mal kann man ihn überlisten, mal nicht. Ich verstehe gut, dass Nick sich als Vegetarier nicht in der Lage fühlt, für seine Gäste Fleisch zuzubereiten - jemand mit einer Spinnenphobie kann auch nicht auf Ansage eine über seine Hände krabbeln lassen und dabei entspannt wirken.

Andererseits sollte ein Vegetarier natürlich nicht erwarten, dass jede Alternative, die ihm gereicht wird, als gut durchdachtes Paradebeispiel einer innovativen, sterneverdächtigen Küche durchgeht.

Zumindest kommt Nick mir sehr entspannt vor, der sich mit Freude an die Arbeit macht, während er seine Tierliebe in den Raum wirft, die ihn vor 6 Jahren dazu gebracht hat, fortan vegetarisch zu leben.

Und an dieser Stelle kommt mein Einwand, denn als der 40jährige Heilerziehungspfleger Nick und sein heutiger Ehemann Roman sich kennengelernt haben,

hatte jeder von ihnen 2 Hunde. Und so

sei es gekommen, als könnte und - vor allem - wollte man es überhaupt nicht verhindern (sondern hat es stattdessen aktiv gefördert) dass eine Hündin habe werfen müssen. Zwei weitere Hunde vervollständigen das Rudel nun.

Und alle ihre Hunde gelten als Qualzuchten! Ich sehe Dackel und auf die Schnelle des Hundegewusels vermutliche French Bulldogs.

In den Tierheimen warten so viele Hunde, auch solche, die als Qualzuchten gelten, auf ein liebevolles Zuhause. Und diese Hunde leben bereits, sind nicht extra gezüchtet, sondern verlassen worden.

Dass das Paar liebevoll mit seinen Hunden umgeht, sieht man - nur ist es offenbar ziemlich ahnungslos.

Als ich damals von meiner Mutter ihre Malteser-Hündin "Bienchen" geerbt habe und bereits meinen Yorki Robin hatte, hat ein sehr guter

Bekannter zu mir gesagt: "Jetzt bist du eine Animal-Hoarderin." - War natürlich nur ein Scherz,

aber 6 Hunde sind schon eine hohe Hausnummer. Hoffentlich sind inzwischen alle kastriert.


Das Menü

Erst einmal geht Nick in einen kleinen Stall voller Hühner und Laufenten, um Eier zu holen. Seinen "Gnadenhof" nennt er das.

Hoffentlich dürfen die Tiere auch mal ihren Verschlag verlassen - aber er lebt in einem Mehrfamilienhaus, und einen Gartenauslauf sehe ich nicht ...

Zurück zum leichten Thema, dem Essen:

Zur Vorspeise gibt es Rotkohlsuppe mit Gedöns, und als ich denke, dass die gut ankommen könnte, mault auch schon Joshua daran herum.

Für den Hauptgang zupft Nick Pilze auseinander, um sie später und nach einem Bad in einer Marinade zu optisch kleinen Keulchen wieder zusammenzusetzen. Dazu gibt es Klöße in Form von einem Gugelhupf und die beliebten Möhren.

Am besten kommt das Zimtparfait bei den Gästen an.


Fazit

Nur wird das Parfait - und nicht nur das - nach Joshuas Befinden zu spät am Abend serviert ... Er gibt den penetranten

Zeitplanpolizisten -

und hofft vielleicht, dass seine Mitstreiter hier und da auch ein Pünktchen unter den Tisch fallen lassen.

Ich habe auf die Zeit nicht geachtet, obwohl die zu jedem Gang eingeblendet wird.

Die Punkte für Nick: je 7 geben Alex, Sarah und Yvonne, 6 gibt Joshua.

Mit 27 Zählern liegt er am 2. Tag auf dem bislang 2. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 14. Juli 2026

13. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Pforzheim bei Alex



Foto von 2017 ... mit Preisen von 2017




"La petite Croisière"

Vorspeise: Noix de Saint-Jacques aux poires
Hauptgang: Souris d`agneau avec gratin dauphinois et légumes
Nachtisch: Mousse au chocolat et fruits


First Dates in Pforzheim

Nun gibt es einen weißen Flecken weniger auf der "Dinner"-Landkarte und vielleicht ein paar örtliche Zuschauer mehr. Eine kleine Rolle spielt heute die Verkäuferin eines Bio-Ladens, den sicher viele Leute kennen. Und der sich den anderen, die ihn noch nicht kennen, empfiehlt. Generell werden in dieser Sendereihe ja keine Einkäufe mehr gezeigt. Es ist auch sicher umständlich, für jeden Laden eine Drehgenehmigung einzuholen. Und vielleicht war auch manch ein Chef eines Supermarktes am Ende über "seinen Kandidaten" enttäuscht - denn Zuschauer stellen leicht Verbindungen her, die eigentlich überhaupt keine Aussagekraft haben. Andererseits ist es eine TV-Werbung ... die viele Laden-Inhaber gern mitnehmen.

Der 51jährige Alex ist Account-Manager, und da er eine französische Mutter hat, verfasst er die Karte in französischer Sprache. Obwohl

die französische Grenze nicht weit von Pforzheim entfernt liegt, müssen die vier Gast-Kandidaten die Übersetzungen googlen. Allerdings

lebe ich nicht weit von der niederländischen Grenze - und spreche die Sprache auch nicht.

Alex lebt mit seiner Frau Linda und zwei Kindern in einer Altbauwohnung, die mit eher alten Möbeln eingerichtet ist. Das ist Geschmackssache, und über Geschmack kann man nicht streiten ...

Obwohl mir ein ausgestopftes Tier, das als Fußabtreter auf dem Boden liegt, reichlich geschmacklos erscheint. In der Kürze der Szene erkenne ich gar nicht, um welches Tier es sich handelt. Herkunft? Eher Flohmarkt.


Das Menü

Vorsicht, Falle! Zwar ist in dieser Woche kein Veganer, aber ein Vegetarier Kandidat: Nick. Ich finde es vertretbar, vegetarische Alternativen zuzubereiten, obwohl auch hier am Ende die Original-Bewertung fürs eigentliche Menü fehlt. Sei es drum.

Doch Nick stellt schon einmal klar, dass er alternativ mehr als Feta-Käse erwartet ... hoffentlich tappt also niemand in die Feta-Falle.

Zur Vorspeise gibt es Jakobs-Muscheln mit Birnen. Alternativ bekommt Nick Birne mit Gorgonzola gereicht. Ein Wagnis, aber es schmeckt dem Vegetarier - und er will sich diese (bekannte) Kombination merken.

Lammstelze bilden den 2. Gang. Das Kartoffelgratin als Beilage erfreut die Gäste. So gerne ich Käse esse ... auf einem Kartoffel-Gratin ist es übertrieben und unnötig. Die Scheiben sind obendrein zu dick geschnitten.

Anstelle von Lamm bekommt Nick verschiedene Sorten Pilze angebraten. Da Alex diese Alternative dummerweise

beinahe vergisst, wird das Essen der anderen Gäste kalt. Warme Speisen auch warm zu servieren, ist ja ohnehin ein häufiges Problem.

Nick schmecken die Pilze, aber er hätte mehr "Raffinesse erwartet". Nun weiß sein Interview-Partner schon, auf was er sich gefasst machen muss.

Die Nachtisch-Schoko-Mousse sieht wie hingeklatscht aus. Und genau das ist sie auch.


Fazit

Offenbar raucht kein Mensch mehr in seiner Wohnung ... Ein Gast deutet an, was Alex aus der Seele spricht, und schon geht es hinaus

zum letzten Rückzugsort für Raucher: dem Balkon. Die frische Luft.

Die Punkte für Alex: 7 gibt Joshua, je 8 Nick und Sarah, 9 zieht Yvonne.

32 Punkte landen erstmals in Pforzheim.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 11. Juli 2026

11. Juli 2026 - Inge, Christine und ich ...

links: Christine, Mitte: ich, rechts: Inge


Über den Wolken ... kann die Freiheit wohl grenzenlos sein
- Reinhard Mey

Das Leben schlägt Kapriolen und bringt Menschen zusammen, die sich nie kennengelernt hätten, wenn sie nur im selben Bus gefahren wären oder in einem Geschäft die gleiche Tapete ausgesucht hätten. Alles ist immer rein zufällig - oder zumindest spielt der Zufall eine große Rolle, die er dann ausweitet. Wenn er gerade nichts anderes vorhat.

Zuerst kannte ich Inge - meine verrückte Freundin, die nichts so ernst nahm wie den dummen Ernst des Lebens, den sie zutiefst verabscheut hat. Sie war das verzogene Gör von Eltern, die bei ihrer Geburt bereits zu alt und zu vernarrt in sie waren, um ihr Grenzen setzen zu können. Inge wollte nur leben, jeden Tag und jede Minute, und vermutlich war es ihr auch egal, wie lange es dauerte, dieses Leben.

Durch gewisse und umfangreiche ineinander übergreifende Zufälligkeiten haben wir uns kennengelernt. Hätte ich mich an einer Wegbiegung in meinem Leben nur für einen klitzekleinen anderen Weg (und damit meine ich keinen dramatischen, sondern einen winzigen Weg) entschieden, wären wir uns niemals begegnet. - Oder eben nur in einem Bus. Vielleicht.

Wir wurden beste Freundinnen. Das ging nicht von heute auf morgen oder übermorgen, sondern dauerte seine Zeit. Denn Inge war so speziell,

wie ich niemals gewesen bin. Und als wir Freundinnen gewesen sind, ärgerte ich mich manchmal über sie, denn mit meiner ausgeprägten

Vernunft konnte ich niemals mit ihr Schritt halten. Ich wollte das auch gar nicht. Andererseits hat sie mich fasziniert. Zumindest manchmal.

Durch Inge lernte ich Christine kennen. Christine war Französin - und sie war die erste Ehefrau von

Reinhard Mey, dem Lieder-Interpreten.

Im Gegensatz zu Inge war Christine eine seelisch gesunde Frau, die trotzdem von Inge ebenso gefesselt war wie ich selber.

Aber hin und wieder vollkommen verrückt war nicht nur Inge, sondern auch Christine und ich.

Viele bekloppte Nächte haben wir in unserer Stadt verbracht: Drei auf einem Level. Drei mit enormer Lebenslust.

In den Zeiten dazwischen sind Inge und Christine mehrmals nach Israel gereist, es war beider Lieblingsziel, geprägt von tiefer Freundschaft zu diesem Land.


Es gibt Menschen, die mich nie losgelassen haben, obwohl diese beiden nicht mehr leben - wir hatten Spaß miteinander, ziemlich besoffen, aber auch stocknüchtern.

Inge war in etwa der bekloppteste Mensch, den ich je getroffen habe, während Christine eine der der freundlichsten und liebevollsten gewesen ist.

Inge verzeihe ich nicht, dass sie in ihrer Verrücktheit eines Tages den Suizid gewählt hat. Das hätte sie ihrer damals noch lebenden, aber bereits sehr betagten Mutter nie antun dürfen. Es war auch keine Kurzschlusshandlung, denn sie hatte sich akribisch darauf vorbereitet, damit sie nicht gefunden wird, solange sie noch lebt.

Christines Krebserkrankung kann ich auch nicht verzeihen. Sie war noch viel zu jung und hat sich um ihre an MS erkrankte Schwester gekümmert. Jäh wurde ihre wichtige Aufgabe von der Krankheit gestoppt.

Ruhet in Frieden, Inge und Christine. Über den Wolken ist die Freiheit vielleicht grenzenlos. Wer weiß.





Guten Tag, Gruß Silvia