Dienstag, 12. Mai 2026

11. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Kiel bei Stefanie



"Hommage an die Heimat"

Vorspeise: Granat oder Knat oder Porren. Söök Di dat ut.
Hauptgang: Een Viech ut de Narverschop. Mit wat Gröned, wat Geeled, wat Roted, wat Bruned un wer mach uk wat Schwated.
Nachtisch: Bist Du een Söötschnut oder nich? Dütt oder datt, för alle wat.



Das Leben ist wie eine Wundertüte: Je tiefer man darin herumgrabbelt, um so mehr kommt zum Vorschein.
- Br. Paulus Terwitte (*1959), Kapuziner

Keine Tütensuppen, sondern richtige Wundertüten verspricht die Sendereihe "das perfekte Dinner", und an Montagen sprechen auch einige Kandidaten von den bevorstehenden Tagen als "Wundertüten". Eine Wundertüte erinnert ein bisschen an frühere kindliche Freuden,

doch meist waren die Wunder kleiner als man erhofft hat.

Die 42jährige Stefanie eröffnet die norddeutsche Kiel-Woche und gibt zumindest eine völlig neue Sichtweise aufs "Dinner":

seit 20 Jahren ist sie bereits Zuschauerin - aber nicht nur das: über diese Sendung hat sie das Kochen erlernt.

Heute zeigt die Physiotherapeutin und Osteopathin, was sie in ihrem langjährigen

Kochkurs, der auch im Buchhandel seine Auftritte hatte,

mitbekommen hat.


Zumindest ist Stefanie großzügig mit der Aufwandsentschädigung, denn sie verwendet eher

keine Sonderangebote für z. B. 2,99 Euro,

sondern will ihre Gäste mit guten Zutaten verwöhnen.




Das Menü

Eine Großpackung Krabben verarbeitet sie zu einer Suppe und reicht dazu Extra-Krabben mit Salz, Pfeffer undichhabedenRestvergessen zu einem puren Vergnügen. So ist

zumindest der Plan.

Die Galloway-Steaks sehen roh wunderbar aus, aber dann passiert etwas, das ich

Kochen nennen möchte - und Steaks wollen nun mal nicht gekocht, sondern scharf angebraten werden. Diese sehen groß und blass aus, und von Röstaromen dürfen sie nicht profitieren.

Ich gewinne den Eindruck, dass ihr das überhaupt nicht auffällt ...

Dekonstruierte Bratäpfel zeigen Teller-Bilder des Jammers. Und die Krümel, gern Crumble genannt, weil das einfach besser klingt, vervollständigen fast das farblose Bild,

gäbe es nicht noch ein Fliedersüppchen in Extratassen. Hier kennt man das unter Holunder.

Und: den Pharisäer will ich nicht unter den Tisch fallen lassen, denn Kaffee samt Schuss ist ein schöner Abschluss. Die von ihr erzählte Geschichte dazu ist bekannt - und klingt in ihrer Ausführlichkeit nach Besserwisserei.



Fazit

Bislang ist diese Runde für mich noch eine Wundertüte, während Stefanie in ihrer gern 8 bis 9 Punkte vorfinden möchte.

Die Überraschung dürfte am Ende für die Kosten, die sie investiert hat, zu klein ausfallen:

je 7 geben Patrick, Moritz und Kristina, 8 gibt Jessica.

Das ergibt die Summe von 29 Zählern, denn teure Zutaten ergeben noch kein gelungenes Menü.

Aber sicherlich ist jeder einzelne Punkt lieb gemeint.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 9. Mai 2026

9. Mai 2026 - Das Ruhrgebiet ist keine sprachliche Resterampe



Das Ruhrgebiet ist keine sprachliche Resterampe 

und ein Pott für was auch immer, ist es erst recht nicht - oder zumindest nicht mehr. Denn es wird zwar noch Stahl gekocht, aber vorbei ist es mit den romantisierten Bergmannsgeschichten, die in Wirklichkeit so wenig romantisch waren wie das Date eines

80jährigen Millionärs mit einer 24jährigen Aufstreberin.

Und ja, auch im Ruhrgebiet gibt es Millionäre, und manche sind im übrigen viel jünger. 


Den berühmt oder eher berühmt-berüchtigten Regiolekt hört man eigentlich nur noch, wenn sich irgendwelche selbsternannten

Humor-Ruhrgebietler aus dem Comedy-Bereich

über ihre Region lustig machen - und den gewollten Lach-Salven preisgeben, als wäre es der ultimative Kick oder eher Knick, hier geboren zu sein, hier zu leben - und hier bleiben zu wollen.


Da fallen Worte wie Donnerhall als wären alle Menschen hier gleichgeschaltet und würden sich gern der Lächerlichkeit preisgeben, während manch ein Comedian von eigenen Gnaden seine sogenannten Witze mit Wörtern krönt,

die hier kaum noch verwendet werden - und die aus der reinen Erinnerung heraus eher schlecht als richtig wiedergegeben werden.

Dabei sind wir hier als Menschen kaum anders als zum Beispiel die Münchner - gut, nicht ganz so abgehoben, aber genauso selbstbewusst  - und schon trifft es den Kern unserer Region -

aber sprachlich haben wir den Münchnern ohne Frage viel voraus, nämlich ein einwandfreies Hochdeutsch.


Mit einem ironischen Humor bin ich selber gesegnet oder bestraft, denn es ist nicht selbstverständlich, dass in meiner

Region des angeblich abhandengekommenen Humor-Gens jeder mich sogleich versteht, und zwar richtig und ohne Fragezeichen in den Augen.

Hier und da finde ich die spärlich gesäten Gleichgesinnten, die mich lächeln lassen. Denn ich meine, dass Lächeln mehr ist als laut über derbe Witze zu grölen.

Überhaupt sind Witze ziemlich langweilig ... bis zum Gähnen öde.

Was jedoch meine Sprachzugehörigkeit und den Regiolekt betrifft: bei mir sehr vertrauten Menschen lasse ich schon mal

Hochdeutsch Hochdeutsch sein, 

und es entfleucht mir ein "Dat" und "Wat" - ich weiß, das ist nicht viel, aber ein Erinnerungs-Zugeständnis an meine Herkunft.

Und überhaupt sind wir hier keine Prolls, denn wir haben

den größten und schicksten Verkehrsknoten,

den man sich vorstellen kann.

Ansonsten: sind die Menschen hier genau so wie überall - unterschiedlich.

Regiolekt wird zwar von vielen als Dialekt betitelt, aber zu einem wirklichen Dialekt haben wir es im Ruhrgebiet nie gebracht. Und auch mit einem Super-Verkehrsknoten-Netz gehören wir nicht wirklich zu den reichsten Menschen des Landes.

Es reicht daher auch nur für ein paar sprachliche Eigenheiten inmitten einer größeren Region, dem Ruhrgebiet: deshalb hört sich Metrolekt stimmig an.

Trotzdem werde ich leicht entlarvt, wenn mich irgendwo in diesem Land jemand nach meinem Geburtsort fragt und ich

"Dooortmund"

preisgebe - gut,

inzwischen und schon lange hat mein Dortmund ein "O" weniger und manchmal überhaupt nur noch eines. Wie es sich gehört.

Das Ruhrgebiet ist eben keine sprachliche Resterampe.


Guten Tag, Gruß Silvia



8. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag im Saarland bei Manuel



Vorspeise
: Kürbis / Kokos / Süßkartoffel

Hauptgang: Kohl / Champignons / Kartoffel / Kürbis
Nachtisch: Schokolade / Himbeere


Kein Hammer zerschlägt so schnell so viel Porzellan wie ein einziges falsches Wort.
© KarlHeinz Karius (*1935)

Und ich schwöre, ich bin nicht hier, um durch Worte Porzellan zu zerschlagen. Es beginnt auch so schön mit der

7jährigen Hündin Paula, die das TV-Team begrüßt, als wären sie alle liebe Bekannte, die vielleicht sogar ein Leckerchen in der Tasche haben - was den Beliebtheitsgrad in Paulas Augen nur steigern könnte.

Durch Manuels Beruf zum Porzellan ist es nur ein kleiner Brückenschlag, denn er arbeitet für einen Porzellanhersteller. Seine eigentliche Berufsbezeichnung ist auf englisch, ich bekomme sie auf die Schnelle nicht mit und kann sowieso damit nichts anfangen ... es ist, als wolle man einen normalen Angestellten auf diese Weise zusätzlich entlohnen. - Aber vielleicht irre ich mich, denn es gibt inzwischen Berufsbezeichnungen, die mir einfach nicht mehr geläufig sind. Oder die nach mehr Schein aussehen als sie Inhalte haben. Keine Ahnung!

Und ein bisschen ist er auch der Kunststück-Trainer für Paula - oder besser Trick-Trainer for Dogs, um im Neudeutschen zu bleiben: während der Hundepapa Manuel dem Publikum stolz zeigt, was Paula drauf hat ... brennt im Backofen leider etwas an.


Das Menü

entspricht ganz einem Hunde-Papa. Originalton "Da kommt der Chappi raus." Zumindest ist es das, was ich mehrmals verstehe - aber falls er doch nur nuschelt, nehme ich es zurück, denn ich will hier ja kein Porzellan zerschlagen und auch kein Dose Chappi öffnen.

Die Vorspeise ist eine Kürbis-Süßkartoffel-Cremesuppe ... und ich bin enttäuscht, denn eigentlich hatte er für Sandra eine Alternative geplant, denn sie mag keine Creme-Suppen. Doch ihm fehlt die Zeit, die sicher auch Sandra davongerannt ist, als sie für ihn

im Alternativprogramm unterwegs gewesen ist.

Es hätte die Nacht zuvor gegeben, um die Zeit am heutigen Tag nicht endlos zu strapazieren ... zum Beispiel, denn es gibt schließlich die Nacht, die man zum Tage machen kann.

Die Kohlrouladen sind mit Champignons gefüllt, als gäbe es auf der Welt nur diese Pilze, obwohl die schmackhafteren nur darauf warten, auch mal ins Rampenlicht zu kommen.

Diana meint, die Rouladen seien sehr gut gewürzt ... klar, damit man vielleicht die faden Pilze nicht rausschmeckt.

Manuels eigentliche Disziplin in der Küchenarbeit liegt lt. eigener Aussage in der Zubereitung des Desserts:

Schokotörtchen mit einer Füllung aus Schoko-Mousse. In der Tat gefällt auch mir der Nachtisch am besten.



Fazit

Eigentlich hatte er als Veganer in dieser Woche zum vorübergehenden Alles-Esser mutieren wollen ... aber die vegetarischen Alternativen, die ohnehin für Greta zubereitet worden sind, waren dann doch zu verführerisch. Verständlich. Weniger verständlich ist das, was ich unter der Überschrift "Menü" geschrieben habe: selber hat er keine mögliche Alternative zubereitet.

Greta, die Vegetarierin, ebenfalls aus der Not der Nutztiere heraus - mag überhaupt keine Katzen, Hunde sind ihr schon lieber. Aber wohl nicht so wirklich. Vielleicht beginnt bei ihr die Tierliebe wirklich in den traurigen Ställen und beim Supermarkt-Fleisch ... das ist dann auch sehr löblich.

Gut vorstellen kann ich mir, dass sich diese Gruppe in der einen oder anderen Konstellation wiedersieht. Und falls nicht, haben sie zumindest in dieser Woche gut zueinandergepasst.

Die Punkte: je 8 geben Diana, Sandra und Greta, während Timo die 7 lieber ist.

Mit 31 Zählern liegt er gleichauf mit Timo, aber es gewinnt

Diana.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute maximal 19 Grad und 12 Sonnenstunden.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 8. Mai 2026

8. Mai 2026 - "Ich bin wunderschön"





"Ich bin wunderschön"

... würde das Maiglöckchen sagen, und während ihre süßen, filigranen Glocken im leichten Wind hin und her wehen, sucht es Zustimmung und Applaus bei den nicht so feingliedrigen Blumen, die vor allem nicht den Duft tiefer Verführung versprühen: selbst Dior ist diesem verfallen. Diorissimo!

Noch mehr Zustimmung sucht es bei den Menschen, die ganz verzückt von diesen Glöckchen sind - und da im Monat Mai viele Leute heiratswillig sind, möchten vielleicht so einige Bräute die schönen Blumen zum Altar oder vor den Trautisch ins Standesamt tragen. - Klar, Letzteres hört sich so gar nicht nach Romantik an, ist aber für die Eheschließung unabdingbar - und nicht einmal halb so unromantisch wie Maiglöckchen im in der Hand gehaltenen Blumenstrauß ... sein können.

So manch eine oder einer hat die Unterschrift unter ein amtliches Dokument später bereut, aber, wer sich 

für Maiglöckchen als Brautstrauß entscheidet, könnte dies bereits  f r ü h e r  bereuen.

Wenn die Braut Glück hat, fällt nur die Hochzeitsnacht wegen Übelkeit und Erbrechen flach, aber es kann auch schlimmer kommen ...

Denn diese Blumen haben es faustdick hinter ihren süßen und harmlos aussehenden Glöckchen.

Zwar gehören sie zu den Spargel-Gewächsen, aber essbar sind sie keinesfalls - und es ist wie es schon immer gewesen ist:

zu viel Schönheit kann Herzen brechen.

A l l e   Pflanzenteile sind hochgiftig:

Bei der oralen Aufnahme - dazu gehört auch Anfassen und dann aus Versehen den Mund berühren - treten Übelkeit, Herzrhythmus-Störungen, Schwindel und ein Gefühl der Beklemmung auf.

Hoher Blutdruck und rascher Puls sind die ersten Symptome, später kann der Blutdruck sich verringern und eine sehr langsame und tiefe Atmung sind schlimmstenfalls Vorboten eines

Herzstillstandes.

Das Pflücken der Blumen sollte man am besten behandschuht vornehmen - und das spätere Blumenwasser

mit Sorgfalt behandeln und später sicher entsorgen.

Oder man lässt sie einfach und unberührt in der Natur stehen und erfreut sich an ihrem schönen, harmlosen Anblick, der bei Berührung oder mehr

schnell gar nicht mehr so harmlos, sondern ziemlich böse ist.


Guten Tag, Gruß Silvia


7. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag im Saarland bei Diana




"La vie est belle"
Vorspeise: Coquille Saint-Jacques / Flute / Sellerie
Hauptgang: Coq au vin / Tagliatelle / Gemüseturm
Nachtisch: Lavendel infused Crème brûlée / Himbeere


Die Theologie wirft Fragen auf.
Der Glaube gibt Antworten.

© Stefan Fleischer (*1938)

Die 32jährige Diana studiert Lehramt für Latein und Theologie. Während Latein als "tote Sprache" gilt, die niemandes Muttersprache ist, ist sie in der Wissenschaft und Medizin und auch in der katholischen Kirche noch üblich. Latein ist die offizielle Sprache im Vatikan - und falls sie einmal den Vatikan betritt, hat sie keine Verständigungsprobleme. Haben andere aber auch nicht, denn die etwas über 800 Einwohner des kleinsten Staates der Welt sprechen zumindest auch Italienisch. Und eben ihre Muttersprachen. Und vielleicht die eine oder andere lebendigere Fremdsprache.

Mit ihrem Mann David hat sie zwei kleine Söhne. Somit ist sie aktuell eine "Studentin in Elternzeit". Diese Bezeichnung hat ihren Sinn - trotzdem frage ich mich gerade mit etwas Unsinn im Kopf, ob es

auch Studenten in Altersteilzeit gibt.

Für Timo stellt sich diese Frage nicht, denn er hat sein Studium längst beendet, arbeitet im Landtag und feiert heute seinen 36. Geburtstag. Aus diesem Anlass spendiert die TV-Crew ihm ein kleines Küchlein samt einem "Happy Birthday"-Krönchen. Aber niemand kann ihn dazu bewegen, sich mit der Krone eventuell seine perfekt sitzende Frisur zu ruinieren. Es passt kein Blatt zwischen Timo und seine Eitelkeit, nicht einmal ein hübsches Krönchen.

Aber den Regen interessiert das überhaupt nicht ... er macht die Gäste nass, die vor Dianas Haus warten, und ich habe Sorge, dass Timo einen leichten Nervenzusammenbruch erleiden könnte - doch wie von Zauberhand behütet ihn plötzlich ein Schirm.


Das Menü

Manuel hofft, dass es in der Vorspeise keine Muscheln gibt ... obwohl das auch jeder, der kein Französisch spricht, aber gerne isst, aus der Karte lesen kann ... Veganer sollten diese "Fallen", in die sie tappen könnten, besonders gut kennen.

Obwohl er sich als solcher mutig allen Speisen stellen wollte, bringt ihn so manches bereits beim Lesen der Menükarten an seine Grenzen. Er schließt sich Greta an - und bleibt auf der vegetarischen Seite.

Die Sellerie-Suppe können jedoch alle essen. Ein bisschen dick ist sie geraten, aber das ist das ewige Problem mit Creme-Süppchen ... obwohl es leicht zu umschiffen wäre.

Maishähnchen wartet auf die drei Personen, die mehr oder weniger gern Fleisch essen, während Diana für die anderen eine Alternative aus Jackfruit zubereitet, die den Hähnchenstücken im Aussehen ziemlich nahe kommen.

Der Lavendel in der Crème brûlée soll an die Provence erinnern, denn das gesamte Menü geht als französisches an den Start.


Fazit

Diana gibt bereitwillig zu, dass sie Aufmerksamkeit ebenso mag wie im Mittelpunkt zu stehen. Aber sie macht das sehr charmant und kein bisschen aufdringlich, so dass sie mit ihrer Ehrlichkeit nicht aneckt, sondern vielleicht sogar neue Freunde gewinnt.

Die Punkte: je 10 geben Greta und Manuel, 9 Sandra und 8 Timo.

Mit 37 Zählern liegt Diana am 4. Tag auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 7. Mai 2026

6. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch im Saarland bei Greta



Vorspeise: Auberginen-Ziegenkäse-Törtchen mit karamellisierten Zwiebeln, begleitet von einem frischen Salat
Hauptgang: Hausgemachte Ravioli mit Kürbis-Maronen-Füllung, geschwenkt in Pilz-Salbei-Butter
Nachtisch: Kokostörtchen mit Mango-Maracuja-Eis



Musik ist die höhere Potenz der Poesie.
- Robert Schumann (1810 - 1856)

Musik ist allgegenwärtig, unverzichtbar und immer um uns herum. Musik kann trösten oder erst recht traurig machen, sie kann aber auch einfach nur heiter und beschwingt über Tonleitern die Menschen erreichen. Ein Leben ohne Musik ist nicht denkbar ...

für die 22jährige Greta auch nicht, und so studiert sie Kunst- und Musikwissenschaften und spielt Geige und Klavier.

Heute jedoch ist sie die "Hobby-Köchin" des Tages.

Als solche wird sie nicht nur von den liebevollen bis spitzen Kommentaren Daniel Werners begleitet, sondern auch von den passenden Musikeinspielern. Oft sind diese sogar ein Highlight der Sendung ... wenn schon andere Glanzpunkte entfallen.

Greta lebt in einer kleinen, verwinkelten Wohnung, und über eine steile, geländerlose Treppe geht es zu ihrem Schlafzimmer, das direkt unter dem Dach liegt.

Sehr große Menschen würden sich hier und dort die Köpfe anstoßen und sich gebückt fortbewegen müssen. Eine

Party mit Zwei-Meter-Menschen wird dort eher nicht stattfinden.


Das Menü

ist vegetarisch, denn Greta hatte sich vor etwa 8 Jahren dazu entschieden, Tierleid nicht zu unterstützen. Ein

guter Ansatz. Und als Zuschauerin erwarte ich von ihr auch nicht, dass sie Fleisch zubereitet. Trotzdem habe ich insgesamt

etwas mehr Raffinesse im Menü erhofft. Nicht für mich, ich esse schließlich nicht mit - sondern für ihre Gäste.

Angesichts des Vorspeisensalates mit einem Türmchen aus Auberginen und Ziegenkäse ... lobt sie die Salatsoße als hätte sie diese nach langen Überlegungen selber erfunden. Honig und Senf ... hätten neulich viele Kinder, die sie auf einem Erlebnisbauernhof betreut und bekocht, begeistert. Die Kids

konnten gar nicht genug von der Soße bekommen ... Hätte sie doch nur auf die Kinder gehört!

Einhellig ist das Urteil, dass dem Salat Dressing fehlt.

Auch die gefüllten Ravioli empfinden manche Gäste als zu trocken und zu süß. Die Pilzsoße dazu besteht hauptsächlich aus Champignons - da hätte sie ruhig etwas großzügiger sein dürfen und von den 800 Euro der Aufwandsentschädigung mehr angreifen sollen.

Die Kokostörtchen bestehen wirklich - wie die Gäste kritisieren und ich selber sehen kann - aus viel Teig, viel zu viel Teig. Die Törtchen könnten glatt von einem geizigen Bäcker stammen ... Greta hat sie natürlich selber hergestellt.


Fazit

Werbung in eigener Sache wird ihr in den Mund gelegt - und so sagt sie rasch ja, als sie gefragt wird, ob sie bei "Shopping-Queen" mitwirken würde ... inzwischen ist das vielleicht schon in trockenen Tüchern, und die Zuschauer können sie bald andernorts wiedersehen.

Auch einen anderen Ort suchen Greta und ihre Schnibbelhilfe Marleen nach den Kochvorbereitungen und vor dem Empfang der Gäste auf:

einmal über den Marktplatz in Saarbrücken-Mitte laufen, und schon sind sie in der Kneipe von Miri.

Perfekt reingeschummelte Werbung, die jedoch nur abgesprochen funktioniert - Drehgenehmigung usw.

Nicht wirklich oder auch nur annähernd perfekt ist hingegen Gretas Dinner:

je 7 Punkte geben Sandra, Diana und Manuel, 6 zieht Timo.

Mit 27 Umdrehungen liegt sie am 3. Tag auf dem bislang 3. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 6. Mai 2026

5. Mai 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag im Saarland bei Sandra



"Essen ist ein Bedürfnis, genießen eine Kunst."

Vorspeise: Jakobsmuschel / Chorizo / Erbse / Forellenkaviar
Hauptgang: Rinderfilet / Süßkartoffelbaumkuchen / Brotrolle
Nachtisch: Cheesecake / Himbeere / Schokolade / Mango / Macaron



Die heißeste Hölle sind unerfüllte Wünsche.
- Friedrich Löchner (1915 - 2013)

Kandidaten bereiten sich auf ihre Sendung vor, wälzen Rezepte, sprudeln vor Ideen, die verworfen oder verfolgt werden und freuen sich vor allem darauf, mit dem ausgesuchten Menü hoffentlich überzeugen zu können.

Doch dann kommt alles so ziemlich anders: in dieser Runde gibt es einen Veganer, eine Vegetarierin und zwei Leute essen nicht wirklich gerne Fleisch,

und zu diesen gehört auch die heutige Gastgeberin Sandra.

Und obwohl der Veganer Manuel am Vortag seine Bereitschaft gezeigt hat, alles zu essen, was auf den Tisch kommt - kippt das heute. Weil Sandra ohnehin für die Vegetarierin Greta Extras zubereiten muss ...

Bislang habe ich noch nie eine vegetarische Teilnahme an einer Alles-Esser-Runde bemängelt, aber wenn gleich vier von fünf Leuten eingeschränkte Essgewohnheiten haben, bleibt am Ende nur noch ein Hauch vom ursprünglichen Menü, das sich für einen Wettbewerb empfiehlt: es ist, als ob eine Jury die neue Miss Sowieso kürt, die aber als einzige unsichtbar hinter einem Vorhang verborgen ist.

Stattdessen ist Flexibilität gefragt - und Mehrarbeit gefordert. Nicht nur ein bisschen Mehrarbeit, sondern ziemlich viel. Die einzige, die sich hier nicht umstellen oder anpassen muss, ist

Greta. Es sei denn, Manuel erwartet nun von ihr ein veganes Menü ... aber das glaube ich nicht, obwohl es ihr ob der Schwierigkeitsgrade der anderen Kandidaten zu wünschen wäre.

Sandra behält die Nerven und sogar die gute Laune und um nicht in eine wirklich heiße Hölle kommen zu wollen, erfüllt sie alle Wünsche ... freudestrahlend.

Da ist es gar nicht verkehrt, dass die 52jährige Sandra einen kurzen Besuch ihrer besten Freundin Anja bekommt, die die alleinige Aufgabe hat, seelische Unterstützung zu geben ...


Das Menü

Die Vorspeise beginnt für Manuel mit einem Trigger: Jakobsmuscheln, Forellenkaviar und Chorizo ... wären eine ziemlich heftige Herausforderung für den Veganer.

Immerhin ... wäre er bereit gewesen ... ins ungeliebte Fleisch zu beißen ... Sandra bietet ihm jedoch die Alternative an, die sie für Greta zubereitet hat. Da wird Diana, die am Donnerstag kocht, nichts anderes übrigbleiben, als

sich ebenfalls auf ein Alternativ-Essen einzustellen. Manuel und Greta haben diese Herausforderungen nicht zu bewältigen. Immerhin ist Manuel willig, über den eigenen Schatten zu springen ... Greta nicht.

Alternativ zum Steak im Hauptgang bekommen Manuel und Greta Sellerieschnitzel.

Nur der Nachtisch kann von allen verspeist werden, und der ist ziemlich umfangreich mit z. B. einer Käsekuchen-Creme und selbstgebackenen Macarons.


Fazit

Greta mag kein Sellerie, und Manuel hat als Veganer seinen Willen, alles zu probieren, vielleicht total überschätzt. Das ist gut nachvollziehbar - auf der anderen Seite macht es diese Woche unrund.

Die Punkte für die Einkäuferin in der Automobil-Branche: je 9 geben Timo, Greta, Diana und Manuel.

Mit 36 Zählern liegt sie am 2. Tag auf dem bislang 1. Platz.

Vielleicht sollte man froh sein, dass nicht zusätzlich noch diverse Allergien zu berücksichtigen sind ... aber was nicht ist, kann ja noch kommen.


Guten Morgen, Gruß Silvia