Dienstag, 8. September 2026

7. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Zürich bei Patrizia



"Miss B‘s Frühlingsgruß"

Vorspeise: Frühlingsraviolo - Ricotta / geröstete weiße Mandel / Zitronen-Thymian / Erbsentupfer / Wermut-Beurre-Blanc
Hauptgang: Geschmorte Bäckchen, französisches Kartoffelpüree / Spargelspitzen, Rotwein-Madeira-Jus
Nachtisch: Whisky Parfait - flambierte Orange / karamellisierte Pekannüsse, kubanischer Kakao


"Jeder setzt die Grenze zwischen
Selbstbewusstsein und Arroganz selber!"

- Fuemido (*1979)

Huch, wer kommt denn da reingeschneit? - Aber ich habe Glück, denn Patrizia steht nicht vor meiner Tür, ich nicht vor ihrer,

sondern ich sehe sie nur via Bildschirm. Jetzt werden allerdings trotzdem aus einer entspannten Stunde 75 lange Minuten, die zum Glück durch einige Werbesequenzen unterbrochen sind.

Die 54jährige Direktionsassistentin (wäre sicher gern selber Direktorin) stammt aus Fulda und ist vor vielen, vielen Jahren der Liebe wegen in die Schweiz gekommen. Die Liebe ist zerbrochen, Patrizia ist geblieben und will dort auch nie wieder weg. Und das, obwohl sie

sagt: "Schweiz - ein ganz anderer Kulturkreis als Deutschland."

Echt? Ganz anders? Meine einzige Züricher Bekannte habe ich vor vielen, vielen Jahren (nicht online) kennengelernt und uns haben keine Kulturschluchten getrennt. Wir sprechen dieselbe Sprache und müssen auch sonst keine Hürden überwinden, um einander zu verstehen.

Doch sicher kann Patrizia das besser einordnen als ich. Und wer würde sich schon gern mit ihr in

irgendeiner Frage streiten? Ärger mit Patrizia? Besser nicht!

Doch die Vox-Crew scheut sich trotzdem nicht, auch von ihr verbotene Ecken zu filmen ... die, je näher der Abend sich dem Ende neigt, je chaotischer aussehen.


Das Menü

Über den grünen Klee lobt sie die eigenen Kochkünste. Die haben ihr wohl auch zugeflüstert: "Du musst unbedingt einen Supper-Club ins Leben rufen."

Vielleicht sieht Patrizia dies als eine Art Generalprobe - und da man in z. B. Theaterkreisen durchaus von vergeigten Generalproben spricht, die bei der Premiere in einem Erfolg münden ...

Ich war noch nie in einem Supper-Club, also nehme auch ich das als Probesehen dafür: und ich sehe eine mehr und mehr im Chaos versinkende Küche, eine Gastgeberin, die sich oft die Finger abschleckt, und ich sehe, wie die Zeit verrinnt ... und Mitstreiter bereits gähnen.

Für ihre Gäste bedeutet das vor allem, dass sie manchmal auf ihre Gastgeberin verzichten müssen: zur Vorspeise vergisst sie

die Erbsentupfer - und eilt in ihre unübersichtlich gewordene Küche, um die Kleckse irgendwann nachzuliefern.

Ungemütlich!

Bei den Rinderbäckchen fällt mir das nahe Halloweenfest ein: die Bäckchen bilden die Handballen, je vier grüne Spargel die Finger, die obendrein verbrannt aussehen. Einer fehlt also schon ... vermutlich abgehackt. - Ich glaube nicht, dass diese schräge Ansicht von Patrizia gewollt ist.

Der Nachtisch verursacht ebenso wenig Jubelrufe wie der Hauptgang. Aber sicher ist es wichtig, dass der Kakao aus Cuba stammt.


Fazit

Am Ende sehe ich diese Ausgabe der Sendereihe als Spaß, denn, wenn ich mich ärgere, bringt es mich nicht weiter. Jeder Jeck ist eben anders, ob er aus Köln, Fulda oder Zürich stammt.

Die Punkte für Patrizia sind sicherlich liebgemeint:

je 8 geben Michelle, Riccardo, Kilian und Elena.

Summiert = 32 Zähler.

Plus ein paar Stunden Arbeit, um ihre Küche wieder auf Vordermann zu bringen.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Sonntag, 6. September 2026

6. September 2026 - Für Robin


Robin: 13. Januar 2004 in Unna - 6. September 2019 in der Kaiserbergklinik Duisburg

























"Trauer ist wie ein großer Felsbrocken. Wegrollen kann man ihn nicht. Zuerst versucht man, nicht darunter zu ersticken, dann hackt man ihn Stück für Stück kleiner.

Und den letzten Brocken steckt man sich in die Hosentasche und trägt ihn ein Leben lang mit sich herum." - Verfasser unbekannt



Samstag, 5. September 2026

5. September 2026 - F e u e r w e r k



Feuerwerk


Die Natur freut sich, Tiere springen vor lauter Quatsch im Dreieck.

Feuerwerk klingt wie eine kleine kitschige Bombe mit tausend lustigen Farbsplittern,  als müsste man sie einfach nur mal probeweise in die Luft jagen und ihre Wirkung dann an sich abprallen lassen -

und lustig sein.

Der welterfahrene Rabenkrähen-Papa breitet über seine Brut die Flügel aus und vertröstet sie auf den nächsten Morgen. Auch Menschen-Väter kennen dies: zu spät, zu müde, zu fern, aber anwesend in der Not.

Das Rehkitz springt ein letztes Mal über einen tiefen Graben und bricht sich beide Beine. Niemand wird ihm helfen, es verschwindet ohne Zeugen im Dickicht.

Der Hahn in Nachbars Garten kräht, als gelte es, die ganze Welt auszuschimpfen - und nicht nur seine Hennen bei Laune zu halten. Die flattern wild umher - und stellen ab morgen ihre Eierproduktionen vorübergehend ein. 

Der Hund des Freundes bekommt den Schrecken seines Lebens, das er kurz danach aushaucht. Sein schwaches Herz war schuld, nicht die

Freude der Menschen.

Der Kater krallt sich ein letztes Mal in die Arme seines Menschen - und fragt, warum dieser von ihm geliebte Mensch

solche kriegsähnlichen Zustände nicht verhindern kann. Katerchen kennt zwar keinen Krieg, aber er fühlt sofort, dass es etwas sein muss, dass ihn vernichten wird.

Die sehr, sehr alte demente Frau aus dem

Nachbarhaus und aus einer Zeit, als es noch Bomben über der Stadt geregnet hat,

denkt in ihren letzten Minuten,

bevor sie vor den Schrecken der Erinnerung verstirbt:

Nun sind wie wieder da, die Bomben! Als hätte sie irgendwer vermisst!


Guten Tag, Gruß Silvia



4. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag im Ruhrgebiet bei Maike

 


"Bunt wie der Frühling"
Vorspeise: Lachs trifft auf Orange, Grün und Gelb - Mango / Avocado / Paprika
Hauptgang: Surf & Turf an Creme, Orange und Grün - Sellerie / Möhre / Spargel
Nachtisch: Heiß & kalt in Gelb, Rot und Orange - Cannelloni / Himbeere / Orange



Ich denke an nichts, wenn ich male, ich sehe Farben.
- Paul Cézanne (1839 - 1906)

Die 56jährige Maike ist zwar keine Malerin wie der begnadete Paul Cézanne ein Maler gewesen ist, aber sie beschäftigt sich beruflich mit der farblichen Umgebung ihrer

Kunden. Die gelernte Floristin ist Raum- und Farbgestalterin - und sie, ihr Mann plus zwei Söhne müssen recht erfolgreich sein, wenn ihr Metier sie alle satt macht.

Irgendwann hat es sie von Dresden nach Herdecke verschlagen. Herdecke hat den Hengstey- und Harkortsee, Dresden anderes ...


Das Menü

Zur Vorspeise gibt es Lachstatar - in seiner gefühlten 7.114 Ausgabe. "Geschmacks-Orgasmus" nennt Maike das. Ich will nicht unken, aber vielleicht hätte der eine oder die andere lieber einen Orgasmus, ohne Lachstatar essen zu müssen.

Doch: alles ist gut, denn man kann die Ernährung nicht neu erfinden. Und gibt es auch eine Milliarde von Rezepten, so kommen die Menschen doch wieder auf den gemeinsamen Nenner, das Übliche anzubieten.

Rinderfilets zum Hauptgang - mit Surf-Beilage. Rubrik: möchte man vielleicht oft und gern essen, aber nicht täglich in dieser Sendereihe sehen. Die ewigen Möhren machen das Filet ein wenig preiswerter ... sie sind beliebter als mancher Dinner-Kandidat.

Alternativ bekommt die Pescetarierin Thunfischfilet: das muss noch viel weniger durchgebraten werden als jeder andere Fisch - doch Franzi ist er zu zäh! - Urteil der gewieften Kennerin des Totgebratenen.

Als Nachtisch gibt es Cannelloni, für deren Füllung sie einen Käsekuchen zerbröselt, zerstört, zerquetscht - damit er in die Nudeln hineinpasst.

Selten bis beinahe nie äußere ich Verbesserungsvorschläge, aber hier kommt einer: eine Käsekuchen-Creme wäre als Füllung optisch und tv-gerechter

einfach schöner. Doch originell ist ihr Gabel-und-Löffel-Krieg gegen den Käsekuchen allemal.


Fazit

Tim freut sich, dass der ganze Stress vorbei ist. Für seinen traurigen Erpel, der erst am gestrigen Abend endlich von relativ Fremden einen Namen bekommen hat - und nun "Kalle" heißt - ist der jedoch noch nicht vorbei,

und er sollte sich dringend überlegen, das einsame Tier abzugeben. Ein Tierheim könnte ihm bei der Vermittlung in ein wirklich gutes Zuhause helfen.

Die Punkte für Maike: 10 von Tim, 9 von Gabriel, 8 von Katrin, 7 von Franzi.

Mit 34 Zählern kann sie den bislang Erstplatzierten Tim nicht übertreffen.

denn er gewinnt den Jackpot. Davon hat "Kalle" allerdings gar nichts!

Ich mag Gabriel.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute bei maximal 21 Grad zehn Sonnenstunden und ein bisschen Nieselregen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 4. September 2026

4. September 2026 - Love Story - SWR am 29. August 2026






Love Story

Der Film ist 56 Jahre alt, aber so jung wie die Liebe: sie kommt, sie geht, sie bleibt, sie tröstet, sie macht Mut, sie zerstört jede Hoffnung.

Auch auf seine kess-witzige und unsentimental sentimentale Art ist das Movie zeitlos. Gut, am Ende stirbt Jennifer den schönsten Filmtod, den man sich denken kann - jeder würde sich für sein eigenes Ende einen ähnlich verklärten Tod wünschen: irgendwann, später - und selbstverständlich nicht mit 24 Jahren wie Jenni. Friedlich und im Reinen mit sich selbst diese Welt verlassen ist ein

Synonym für die heile Hollywood-Welt. Die letzte scharfe Pointe Jennis kommt kurz vorm Tod über ihre Lippen - und erhaben geht die selbsternannte "Radcliffe-Zicke" von dieser Welt, auf der sie ohnehin nur gewesen ist, um sich über alles lustig zu machen,  w e n n  es nicht gerade ernst ist:

Ernst ist der Zoff Olivers mit seinem Vater. "Sir" nennt er ihn - was deutlich macht, wie weit er für ihn von einer Vaterfigur entfernt ist.

Da ist Elon Musk Jahrzehnte später seinem Ziel, dem Mars, näher als dieser Sohn seinem Vater.


Eine große Liebe und ein früher Tod

... festgehalten in stimmungsvollen Hollywood-Bildern: im Schnee, beim Schlittschuhlaufen, am Wasser im Sommer, und dazu ein junger Mann und eine junge Frau, die das Leben feiern und sich freuen, weil sie scheinbar alle Zeit der Welt haben.

Doch wesentlich näher als eine rosige Zukunft ist das Schicksal, das jeden jederzeit treffen kann. Doch in der Erinnerung

wird Olivers Liebe zu Jennifer niemals sterben.

Natürlich erlaubt dieser Film kein wirkliches Happy End, denn mit einem solchen beginnt die Geschichte bereits. Auch eine Tränenstory kann ein

Happy End sein, denn ohne Jennifers frühen Film-Tod hätte ihrer Story ein wichtiger Teil gefehlt, nämlich der, der ihn zum Kinoerfolg gemacht hat.



Wie wäre es ohne Jennifers Tod weitergegangen?

Darüber kann man nur spekulieren oder ein paar Statistiken zu Hilfe nehmen: diese sprechen davon, wie viele Ehen scheitern. Aber auch Ehen, die Bestand haben, sprechen keine wirklich deutliche Sprache über ihre Qualitäten.

Vielleicht hätten Oliver und Jennifer sich ein langes, langes Leben lang geliebt, vielleicht hätte sich der tägliche Trott sich ihnen in den Weg gestellt.

Womöglich hätte Oliver der Zynismus von Jennifer irgendwann nicht mehr gefallen, sondern sogar abgeschreckt. Vielleicht hätte Jennifer sich später innerlich von Oliver getrennt - und dann auch rein äußerlich. Manchmal soll eine permanent nicht geschlossen Zahnpasta-Tube reichen, um die Liebe auszuhöhlen. 

Oder sie wären für immer zusammengeblieben.

Jede Möglichkeit ist eine von vielen.

Doch nach einem so frühen Tod einer großen Liebe ist das Loslassen schwer. Man wagt nicht den Blick in die Zukunft, weil man zu sehr mit dem in die Vergangenheit beschäftigt ist.

Es gab einen Nachfolge-Film: "Olivers Story" - ist, soweit ich mich erinnere, nur ein müder Hollywood-Abklatsch der "Love Story".

Manchmal ist ein Zug einfach abgefahren ... und man sollte ihm wehmütig hinterherblicken, aber nicht hinterherlaufen.


Guten Tag, Gruß Silvia



3. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag im Ruhrgebiet bei Tim



"Der Nusskönig"
Vorspeise: Ziege trifft Salat - Ziegenkäse mit karamellisierten Nüssen an einem Bett aus Grün
Hauptgang: In „US-Wein“ eingelegtes Vieh - Rinder-Cola-Braten mit karamellisierten Nüssen an Kartoffel und Rosenkohl
Nachtisch: Mallorca trifft Teneriffa - Mallorquinischer Mandelkuchen an Eis nebst Barraquito


"Ich koche im oberen Bereich" - Tim

Und so erklärt der 38jährige selbstständige Unternehmer im Immobilienbereich sogleich, worauf sich die Zuschauer freuen können. Wie selbstverständlich und ohne Anmeldung von auch nur leisen Zweifeln purzeln diese Eigenlob-Worte aus seinem Mund.

Er lebt mit seinem Freund Patrick in einem sehr gepflegt aussehenden Haus mit Garten und einem Zwergschnauzer namens "Felix". Der Glückliche also!? Beide kommen nicht ins Bild. Muss ja auch nicht sein.


Das Menü

Die 57jährige Heike kennt Tim bereits seit seinem 10. Lebensjahr - und sie ist eine Art Ersatzmama. Heute schnibbelt sie für den angestrebten Sieg Tims. Vermutlich weiß sie um seinen Ehrgeiz - wenn schon seine Mitstreiter davon zu berichten wissen - und besonders Franzi und Tim als sehr ehrgeizig bezeichnen.

Aus Heikes Mund höre ich dann einen Begriff, der ähnlich klingt wie ein lange nicht mehr gehörter: Hümchen. - Zumindest in Dortmund heißt oder hieß ein kleines Schneidemesser Hümmelchen.

Das klingt vertraut.

Die Vorspeise sieht sehr hübsch aus, gelungen wie eine kleine Komposition, nur nicht aus Musik, sondern aus Salaten, angebratenem Ziegenkäse und Nüssen. Dazu gibt es Tims selbstgebackenes Nussbrot.

Der Nusskönig ist schließlich Programm.

Der Hauptgang ist ein Schmorgericht der aufwändigen Art: der US-Wein ist natürlich Coca Cola, und den Ketchup bereitet er selber zu. Als Topping obendrauf gibt es ... selbstverständlich Nüsse.

Und da er wohl niemals genug von Nüssen bekommt, serviert Tim zum Nachtisch einen mallorquinischen Mandelkuchen. Neben Eis gibt es dazu für jeden einen Barraquito, ein süßes, alkoholhaltiges Getränk. Ich glaube, an dieser Stelle würde es mich schütteln ... aber hübsch sehen die gefüllten Gläser aus.


Fazit

Bekanntlich gibt es ja nichts, was es nicht gibt ... und Katrin erzählt von ihrer Phobie gegenüber gleichmäßig nebeneinander existierenden Löchern wie zum Beispiel Bienenwaben. Und auch, wenn sie eine kleine in einer großen Paprika findet - bereitet ihr das Probleme.

Ängste kann man eben nicht immer rational erklären ... man muss sie ernstnehmen.

Und ich sehe zwar keine Angst, aber eine wirklich große Traurigkeit in einem Außer-Haus-Bewohner von Tim: den einsamen Erpel, dessen Verschlag Tim öffnet, damit wir als Zuschauer einen Blick auf das Tierchen werfen können. Das Mini-Ställchen sieht nicht eben sauber aus. Aber die Ente hat noch einen eingezäunten Außenbereich,

der jedoch der Größe nach nicht ihrem Bedürfnis entsprechen wird.

Enten benötigen eine große Freilauffläche und natürlich unbedingt den Zugang zu einem zumindest kleinen Teich., der selbst im Winter eisfrei sein sollte. Vor allem sind sie

gesellige Tiere, die n i e m a l s einzeln gehalten werden sollen. Diese Einzelhaft verursacht Stress und begünstigt Krankheiten. Somit ist eine Gruppenhaltung zwingend notwendig.

Zwar sagt Tim, dass es wieder eine weitere Ente für den Erpel geben wird ... aber dass der Kleine

namenlos

ist, zeugt im Grunde von wenig Interesse seinerseits.

Die Gäste holen nach, was er versäumt hat und nennen den Erpel "Kalle".

Tim sollte Kalle schnellstmöglich in kompetente Hände abgeben!


Die Punkte für den heutigen Gastgeber: 10 geben Katrin und Maike, je 8 Franzi und sogar Gabriel.

Mit 36 Zählern liegt er am 4. Tag auf dem bislang 1. Platz.

Ich wünsche mir eher einen hervorragenden Platz im Entenleben für "Kalle".


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 3. September 2026

2. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch im Ruhrgebiet bei Katrin



"Fusion aus amerikanischer und deutscher Hausmannskost"
Vorspeise: Diner Sampler vs. Brotzeit - Buffalo Chicken, Ranch und Cracker / Mac‘n‘Cheese / Landbrot, Schinken und Bergkäse
Hauptgang: Rolling Beef Burger / Laugen-Brioche-Buns / Potato Skin / Red Coleslaw
Nachtisch: Pumpkin-Strudel



"Dass Amerika entdeckt wurde, war erstaunlich. Noch erstaunlicher wäre gewesen, wenn Amerika nicht entdeckt worden wäre."
- Mark Twain (1835 - 1910)

Selbst die Bundeswehr hat Amerika für sich entdeckt. Das Bundeswehrkommando "German Armed Forces Command, United States and Canada" ist in Virginia beheimatet.

Und heute bringt die 37jährige Katrin einen Teil ihres us-amerikanischen Speiseplans in Holzwickede auf den Tisch, verknüpft es mit etwas deutscher Beteiligung, aber erinnert vor allem an ihre vielen Kindheitsjahre in den USA. Es waren nicht nur viele Jahre, sondern auch viele verschiedene Orte: als Bundeswehrsoldat musste ihr Vater flexibel sein und seine Familie natürlich notgedrungen ebenfalls.

Der unschätzbare Vorteil für Katrin bestand darin, zweisprachig aufzuwachsen. Am Ende hätte sie ihre Muttersprache beinahe verlernt ... meint sie. Glaube ich nicht. Das spricht zwar einerseits für Integration, andererseits lebten sie auch in den USA manchmal sicher in einer deutschen Blase. Aber

locker hätte sie diverse heute ausgestoßene Flüche ebenso in englischer Sprache über den Sender bringen können.

Die Gäste tragen Katrins amerikanischen Erinnerungen Rechnung und erscheinen mit Cowboy-Hüten zum Abendessen in Holzwickede. Wer hat denn so schnell solch einen Hut zur Hand? Ich tippe mal darauf, dass Vox das inszeniert und jedem eine Kopfbedeckung verpasst hat - weil es einfach dem

Klischee entspricht. Aber in all ihren Wohnorten der USA kam z. B. das Texas der Cowboys gar nicht vor ...


Das Menü

ist umfangreich und viel zu unübersichtlich, um es näher zu beschreiben. Selbst Katrin kommt mental an ihre Grenzen. Und sie hat sich das ausufernde Paket selber vorgenommen. Ein wenig hilft ihr

Cousin Daniel beim Schnibbeln. Daniel hat vor 12 Jahren gemeinsam mit einem anderen Kandidaten das "perfekte Dinner" mit 32 Punkten gewonnen.

Die großen Holzbretter der Vorspeise mit den vielen Zutaten erinnern an "in Amerika ist alles groß". Ich wäre danach bereits satt ... aber ich war nicht eingeladen.

Burger zum Hauptgang mit einer Anleihe an in Deutschland bekannte Rouladen als Fleischbelag. Burger eignen sich nicht für ein Dinner, das von TV-Kameras begleitet wird. Da ist die Kunst des eleganten Essens gefragt ... Burger und elegant, eine Mischung, die kaum je gelingt.

Kürbis-Apfel-Strudel ist der letzte Gang. Hierzu würde mir der "amerikanische Gaumen" fehlen. Mir erschließt sich nicht, warum Katrin nicht einfach den Kürbis weglässt. Na ja, weil es amerikanisch sein soll. Klar. Dünner

Strudelteig hält mühsam Kürbis- und Apfelstücke zusammen. Das Ganze wirkt wie ein Obst-Gemüse-Salat mit etwas Teig drumherum.


Fazit

In dieser Runde hat Gabriel die Rolle des rundum zufriedenen Gastes übernommen. Schon gestern bei Franzi hat er alles gelobt - und heute findet er wieder nur freundliche Worte fürs Menü. Einzig Kürbis entspricht nicht seinem Geschmack ...

Franzi kritisiert lieber als dass sie lobt. So ist der Fisch, der ihr als Pescetarierin alternativ gereicht wird, nicht durchgebraten. Vielleicht mag sie es eher richtig tot. Doch dass sie Rouladen-Soße auf ihrem Teller findet,

hätte wirklich nicht passieren dürfen. Katrin ist allerdings an ihre Grenzen angelangt. Selbst die zuvor sehr schön aufgeräumte Küche sieht nun wie ein Trümmerfeld aus.

Eines lobt Franzi dann doch noch, und zwar ausgerechnet den Nachtisch. Ich erkenne: jeder tickt anders, und das meinetwegen gern.

Kurz vor dem Ende der Veranstaltung erfahren wir, dass Katrin in einer Musicalgruppe Mitglied ist. In einer für die Zuschauer kurzen Sequenz singt ihr Kollege Tim (so heißt er, glaube ich) ein

Lied aus dem Musical

"9 to 5 - Warum bringen wir unseren Chef nicht um?"

Das ist ein Musical von Dolly Parton, die zu dem Zeitpunkt der Dreharbeiten noch gelebt hat. Vor kurzem ist sie mit 80 Jahren verstorben.

Die Punkte für Katrin: 8 geben Gabriel und Tim, 7 Maike und 6 Franzi.

Das ergibt die Summe von 29 Zählern und den vorläufigen 3. Platz am 3. Tag.


Guten Morgen, Gruß Silvia