Samstag, 29. August 2026

29. August 2026 - Regiolekt im Ruhrgebiet - Gibt es den noch?






Regiolekt im Ruhrgebiet - Gibt es den noch?

Über Dialekte macht man sich gern lustig oder erfreut sich an ihren Ursprüngen, die jedem Fremden beweisen, wo man herkommt und wo man sich zu Hause fühlt. Und das "sich zu Hause fühlen" ist ein dichtes Nebeneinander mit dem "Zuhause zu sein".

Dialekte sind wie eine klammernde Umarmung,

die an der jeweiligen Heimat andockt.

Jeder Schlag liegt dicht an der Seele und gibt dem Herzen die Berechtigung, stets weitermalochen zu wollen in dem Rhythmus des

Gewohnten, Gekannten und des Vertrauten, das sich wie die reinste Zärtlichkeit anfühlt.

Ich gehe durch das Ruhrgebiet, und im Gepäck habe ich diesen

Regiolekt,

der so gern oder ungern Vokale unnötig in die Länge zieht ... oder

datt und watt 

einfach ins Spiel bringt, weil ein jeweiliges "s" anstelle des doppelten "t" doch nur der einwandfrei beherrscht, der nicht hier geboren worden ist.

Das und was also anstatt datt und watt.

Eine kleine Entgleisung, der auch fehlende Endbuchstaben hinzugerechnet werden können - oder anstatt "Guten Tag" einfach "Guten Tach" hinpfeffert,

 weshalb es u. a. auch nur ein Regiolekt und kein Dialekt ist. Mir entfährt das eine und das andere, wenn ich mich besonders wohl und sicher fühle,

während es noch lange nicht bedeutet,

das ich je "Komm bei mich bei" höre oder

"tu die Omma ma winken" - und ähnliche Unterstellungen, die man uns sprachlich anlastet.

Hört man es doch - kann es sein, dass sich jemand vermutlich mittels solcher Ausdrucksweise selber aufs Korn nimmt.


Eher war es bei mir immer ein langgezogener Vokal, wenn man mich gefragt, wo ich

geboren bin: Dooortmund!

Diese seltsame Buchstaben-Vermehrung kam mir jedoch bei anderen vokalhaltigen Wörtern nie über die Lippen.

Im Laufe der Jahre ist auch das "Dooortmund" zugunsten von Dortmund verlorengegangen. Als hätte ich die Lust an etwas Einzigartigem ausgetilgt.. In Wahrheit war ich nur nicht willens, dem

Erwarteten zu entsprechen, weil ich es einfach anders gelernt hatte. Hochdeutsch eben!

Heute ist alles anders. Die langgezogenen Vokale und vielleicht sogar ein paar spezielle Ausdrücke, die es hier und nur hier gibt,

haben sich längst versteckt. Sozusagen sind sie geflüchtet. Und im Hochdeutschen angekommen.

Stattdessen höre ich auf meinen vielen Wegen durchs Ruhrgebiet mindestens

100

verschiedene Sprachen.

Und ich glaube, hinter all den fremden Sprachen steckt nicht e i n Gedanke, ein kleines bisschen z. B.

Ruhrgebiet

oder Bayern oder Schleswig Holstein oder Rheinland-Pfalz werden zu wollen,

sondern immer in Syrien, Afghanistan und anderen Ländern zu Hause zu bleiben - nur eben anderswo.

Ach ja, wir Menschen aus dem Ruhrgebiet sprechen vor allem gern Tacheles: schnörkellos, ungeschönt, manchmal sogar unvorsichtig voreilig ... 



Guten Tag, Gruß Silvia




28. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in der Pfalz bei Tobias


"Drei Gänge, eine Reise"
Vorspeise: Zwischen Wasser & Erde - Zander / Linsen / Chorizo / Apfel / Dill
Hauptgang: Essenz des Abends - Kalbsfilet / Kartoffelsoufflé / Erbse / Jus
Nachtisch: Finale der Sinne - Weiße Schokolade / Rhabarber / Pistazie



In einer idealen Welt hätte jeder Hund ein Heim und jedes Heim einen Hund.
- Aus Griechenland

Der letzte Tag in dieser Woche beginnt mit einer guten Nachricht für Hundefreunde: Tobias' Hund Bonito ist wieder zuhause. Und das, was Tobias

"einen Grashalm" nennt, war sicherlich eine Granne, die sein Hund verschluckt hat. Das sind sehr tückische Gefahren, an denen Hunde jedes Jahr wochenlang vorbeigehen müssen. Meine

Momo kennt das Wort "Grannen" und stuft es ein wie "Pfui". So weiß sie Bescheid, dass sie dort nicht schnuppern darf. Ich hoffe, Tobias kennt die Gefahren auch - obwohl man es nie zu 100 Prozent verhindern kann, dass ein Hund eine verschluckt oder sich eine tief in seine Haut hineinbohrt. Die Biester können nämlich auch durch die Luft fliegen und schlimme Qualen verursachen.

Bonito hatte Glück, denn er musste nicht operiert werden.

So kann Tobias seinen Dinner-Tag locker angehen und hier und da seine umfangreichen Kenntnisse der Gastronomie an seine neuen Freunde weitergeben. 15 Jahre hat er in seinem Beruf als Hotelfachmann gearbeitet,

auch lange Zeit in der Sternegastronomie.

Vor 6 Jahren ist er von Berlin in ein kleines pfälzisches Dorf gezogen und lebt mit seinem Partner Thomas in einem schönen Haus mit Garten, Pool, vielen Außen- und Innen-Treppen ... und ganz viel Stille. Als einziges Event in diesem Dorf

ist nach der Weihnachtszeit ein Weihnachtsbaum-Weitwerfen angesagt. Auf dem Niveau einer Weltmeisterschaft?

Somit kennt er die besten Baum-Weitwerfer des Dorfes (oder sogar der Welt) ... oder ist vielleicht selber einer von ihnen. Oder sein Freund Thomas ist der beste Baum-Weitwerfer ... alles ist möglich in dieser seltsamen Disziplin.

Am letzten Montag stand in einer "Bauchbinde" unter Tobias, dass er ledig sei. Das stand ebenfalls bei Allie. In meinem Beitrag zu diesem Tag habe ich das aufgegriffen. - Zwar kann ich kaum glauben, dass ich mich derart verlesen haben könnte. Aber wer weiß.


Das Menü

Die schicke neue Küche hat Tobias seinem Schwager "abgeschwatzt". Viel Überredungskunst anstelle vieler Euros?

Der Hauptdarsteller der Vorspeise ist Zander auf einem Linsenragout. Linsen jeglicher Art abseits von Suppen ... sind wohl modern. Mir schmecken Linsen nur zur Herbst-Winter-Zeit in Suppen. Aber das ist natürlich kein Kriterium, das hier ins Gewicht fällt.

Sehr interessant ist das Apfel-Dill-Tatar zur Vorspeise.

"Kalb ist Kopfsache", meint Allie - und Lorene nickt dazu. Ohnehin denke ich, das sich hier Zwei zwar nicht gesucht, aber gefunden haben ...

Man sehe sich mein Foto der zwei Kälbchen an, die sehr zärtlich zueinander sind. Sie haben bereits vor einer Ewigkeit den Weg zum Metzger finden müssen ... zumindest lebten sie vorher auf einer Weide.

Kartoffel-Souffle begleitet das Kalbsfilet und wird in dieser Sendereihe nicht oft gesehen. Es sieht sehr gelungen aus. Ob ich mich auch mal trauen sollte? Es wäre genau nach meinem Geschmack.



Fazit

Lorene macht zum Hauptgang eine Ansage Die sie vielleicht lieber zurückhalten will? Ich weiß es nicht, ich kenne sie schließlich nicht. Sie kritisiert, ob gern, ungern - oder ob "wie gerufen":

Hundehaare im Essen.

Sie hätte es Tobias zuflüstern können ...

Meine Momo hat kein Fell, sondern Haare - und haart darum nicht. Hört sich paradox an, ist aber so.

Doch ich hatte über viele, viele Jahre Katzen (mein Kater Lucky ist über 20 Jahre alt geworden) - und habe nie ein Katzenhaar in meinem Essen gefunden. Obwohl sie manchmal wie wild herumgesprungen sind ... und täglich neue Haare weggesaugt werden mussten.

Aber vielleicht war sein Hund durch den Klinik-Aufenthalt nachhaltig gestresst - und hat mehr Haare verloren ... wir Zuschauer haben allerdings keinen Hund gesehen. Und

i r g e n d w i e kann ich das kaum glauben. Tobias arbeitet sehr sauber. - Es gab schon viele Kandidaten, die Hunde haben: offenbar ist bei ihren das Fell auf dem Hund geblieben - und nicht auf den Tellern gelandet.

Die Punkte für Tobias: 7 gibt Stefan, je 8 geben Lorene, Maxin und Allie.

Die nur 31 Punkte für das schön aussehende Dinner - (viel mehr kann ich selber natürlich nicht beurteilen) überraschen mich ...

Es gewinnt Lorene den Jackpot - und lässt sich feiern.

Ich feiere nicht mit, sondern gucke jetzt in der Mediathek eine Krimi-Episode aus der Reihe "Mord mit Aussicht", und zwar

"Ein krummer Hund".

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten hier maximal 23 Grad, 6 Sonnenstunden und insgesamt wechselhaftes Wetter.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 28. August 2026

28. August 2026 - Ein Paar, ein Ehepaar, Freunde oder einfach zwei Wildfremde




Ein Paar, ein Ehepaar, Freunde oder einfach zwei Wildfremde

Durch die leerer gewordene Einkaufsstraße finden sie am frühen Abend den Weg in ein Restaurant. Beide haben ihre Blicke starr in Smartphones versenkt, dass man bereits eine Ahnung davon bekommt, was der Menschheit noch blüht:

irgendwann geht sie nicht mehr aufrecht, weil sich die Halswirbelsäule verkrümmt hat und die Köpfe bedrohlich herunterhängen. Aber das ist noch nicht heute das Problem,

denn diese beiden Leute laufen beim Betreten des Lokals beinahe gegen die Glasscheibe. Es wird wohl

Zeit, dass diese dauergenutzten kleinen Geräte seine Nutzer vor Hindernissen warnen.

Wie durch eine neblige Zauberwand finden sie einen freien Tisch und plumpsen auf ihre Stühle, ohne den Blick vom Telefon zu lassen. Das ist eben nicht nur ein

Telefon, sondern die ganze Welt, die in diesen Smart-Phones steckt. Eine Welt, die permanent einfordert, die

wirkliche Welt viel weniger zu beachten als die virtuelle.

Man könnte beinahe denken, der Teufel hätte sich mit diesen Handys verbündet, um sie u. a. im Straßenverkehr verunfallen zu lassen oder zumindest hin und wieder gegen Laternen laufen zu lassen, damit der Dachschaden seine Konsequenz bekommt.

Ein Kellner eilt zu seinen neuen Gästen, aber die wenden den Blick nicht von dem Wichtigsten in ihren Leben ab,

sondern rufen eine Seite im Internet auf, die die Speisekarte des Lokals bereithält. Der Mann und die Frau zeigen auf das Gewünschte,

und das gelingt ihnen, ohne ein einziges Wort zu sagen.

Sie starren weiter in den "Sinn ihrer Leben" und wischen rauf und runter, verharren kurz, bevor sie weiterwischen ... ohne dass der 

Beobachter vom Tisch schräg gegenüber weiß, was sie denn pausenlos so interessiert. Er gehört zu den wenigen, die unterwegs völlig ohne Blick in die Internet-Welt auskommen.

Dann tippt die Frau etwas ins Telefon, und der Beobachter hofft, dass sie dem Mann ein paar freundliche Worte schreibt. Der Mann tippt auch etwas, aber die Blicke der beiden treffen sich nicht. Jeder von beiden könnte auch irgendwem auf der großen weiten Welt etwas schreiben ...

oder sie werfen nur einen schriftlichen Kommentar unter irgendeinen Content, der sie brennend interessiert.

Das Essen wird an ihren Tisch gebracht und nebenbei verschlungen, denn den Hunger kann das Gerät noch nicht ersetzen. Aber den Genuss vereiteln?

Erst als die Rechnung gebracht wird, gibt es ein paar Wörter, und nicht nur der Kellner ist erstaunt, dass diese Leute wirklich sprechen können. Es gibt eine

ziemliche Diskrepanz zwischen den Preisen in der Online-Karte zu den aktuellen, die im Lokal verlangt werden. Das verursacht eine

kurze Aufgeregtheit des Paares ob der gestiegenen Preise zu der offenbar nicht sorgfältig gepflegten Internet-Seite.

Schließlich zücken sie zur Bezahlung ... natürlich eines ihrer Handys. Im Kopf formulieren sie bereits eine Beschwerde für eine schlechte Restaurant-Bewertung. Glaubt der Beobachter, weiß er aber nicht.

Er wendet seinen Blick von ihnen ab, denn er erkennt, dass er nicht viel besser ist als diese zwei Leute: immerhin hat er sich für sie

genau so intensiv interessiert wie sie für ihre Handys.

Das Paar, die Freunde, das Ehepaar ... verlassen den Laden.

Und wenn ich hier am Ende nicht mehr den vollen Titel wiederhole, ist es sehr gut möglich, dass aus diesem Paar oder auch dem Ehepaar und ganz vielleicht auch zwei Freunden

in nicht allzu weiter Ferne Wildfremde werden, weil sie einander täglich mehr ans www. verlieren.


Guten Tag, Gruß Silvia


27. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in der Pfalz bei Lorene


"Una cena da nonna"
Vorspeise: Sette bello - Orecchiette / Zucchinitürmchen / Pulposalat / Tomate-Mozzarella / Seppioline ripiene / Auberginensalat / Zucchiniblüte gefüllt mit Ricotta
Hauptgang: Un caro saluto di Antonietta - Braciole / Zweierlei Polenta / gratinierter Fenchel / Zitronenbohnen
Nachtisch: Tette delle monache - Nonnenbrüste / Zitronen-Minz-Granita


Kinder lassen sich nicht so leicht von der Oma abnabeln.
© Manfred Hinrich (1926 - 2015)

Wie so vielen ergeht es auch Lorene, und so ist das Wort "Oma" heute eines der am meisten verwendeten. Und die Wunde, die ihre Oma Antonietta hinterlassen hat, ist noch frisch: sie ist erst vor kurzer Zeit verstorben.

"Sie war meine wichtigste Bezugsperson", sagt Lorene und erzählt von der Pizzeria, die ihre Oma gehabt hat und dass sie quasi dort aufgewachsen sei.

Heute ist Lorene 36 Jahre alt, mit Jerome verheiratet, von dem sie ebenso schwärmt: Vox zeigt einen Rückblick auf die vergangenen Tage, an denen sie ihn oft äußert lobend erwähnt hat.

Drei Kinder hat das Ehepaar. Und ein weiteres "Kind" ist ein alter Foodtruck, den sie noch restaurieren wollen, um dann

in der Tradition von Antonietta italienische Köstlichkeiten an den Mann und die Frau zu bringen.


Das Menü - "Ein Abendessen bei Oma"

Wenn jemand eine Schnibbelhilfe dringend benötigt, dann Lorene. Auch mit der Hilfe Marias, mit der zusammen sie eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht hat,

hat sie bereits mehr als genug zu tun,

Gerichte aus dem Repertoire ihrer Nonna umzusetzen.

Allein die Vorspeise beinhaltet 7 Kleinigkeiten, die jede für sich viel Zeit in der Vorbereitung in Anspruch nimmt. Für den genaueren Überblick empfehle ich die Internet-Seite chefkoch.de

Italienisch gefüllt sind die Rouladen: mit u. a. Schinken, Parmesan-Käse aus einer großen Tüte und Petersilie.

Bei der aufwändigen vegetarischen Alternative sollte sich Maxin im Nachhinein schämen, dass sie für Tobias nicht einmal einen Ersatz für die von ihm ungeliebten Pilze liefern konnte ...

Gleich dreimal fertigt Lorene den Teig für die Nonnenbrüste neu, aber ihr Backofen ist wohl zu feingeistig, um sie am Ende wie Brüste aussehen zu lassen ... nein, sicher hat sie einen anderen Fehler gemacht. Das Aussehen verändert aber offensichtlich nicht den Geschmack.


Fazit

Einen Moment lang denke ich, dass Allie vergessen hat, zu ihrem voluminösen Oberteil ein paar passende Hosen anzuziehen, aber

dann interessiert mich das auch schon wieder nicht mehr.

Etwas Schlimmes trifft Tobias: sein Hund ist mit einer noch unklaren Diagnose in der Tierklinik. Er soll vielleicht etwas verschluckt haben.

An dieser Stelle und in der gleichen Situation wäre für mich der TV-Auftritt vorbei: ich könnte mich gar nicht mehr konzentrieren - und mein Appetit hätte sich völlig verabschiedet.

Aber jeder ist anders, und sicher ist sein Hund nicht allein in der Tierklinik, sondern mit einer anderen vertrauten Person.

Die Punkte für Lorene: 10 gibt Stefan, je 9 Maxin, Allie und Tobias.

Mit 37 Zählern liegt sie am 4. Tag auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 27. August 2026

26. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in der Pfalz bei Maxin


"Eine Reise durch die Jahreszeiten"
Vorspeise: Brot / Burrata / Spargel / Tomate / Zitrone
Hauptgang: Austernpilze / Lauge / Bratensauce / Karotte
Nachtisch: Apfel und Krümel / Parfait / Keks


Sonderstatus: jung!

Von den anderen Kandidaten wird Maxin allein schon dafür bewundert, dass sie mit 22 Jahren an dieser Challenge teilnimmt - und begründen können sie dies auch:

der eine, die andere erinnert sich an fehlende Kochkünste in dem Alter, als wäre das ein fester Maßstab, den man unbedingt anlegen muss. Man stellt sich

auch nicht für eine Meisterschaft aufs Eis, weil man Schlittschuhe geschenkt bekommen hat.

Insgesamt sollte Maxin noch ein bisschen mehr üben, nicht nur das Kochen.

Sie empfängt das TV-Team und zeigt "mein Essbereich" ,"meine Küche" usw.

Ein paar Meter im Hintergrund steht ihr Freund Enrique, der mit ihr dort wohnt - aber wirkt, als sei er der

Freund des Vormieters, der von diesem hier vergessen worden ist. Oder der Pudel, den sie vor der Ankunft des Teams begossen hat.

Nur mit meiner Qualifikation, Langeweile aushalten zu können - kämpfe ich mich durch diese 75 Minuten, in denen eine überforderte junge Hauptdarstellerin mehr oder weniger die Nerven verliert oder auch behält - und sich mir die Frage stellt:

Warum hat sie sich ausgerechnet für eine Kochsendung beworben?


Das Essen

Und dabei bemängele ich nicht, dass sie fleischlos kocht: aber das allein ist auch keine Empfehlung für ein TV-Format. Es ist auch unschön, auf welche Art sie ihre Schnibbelhilfe Enrique auf dem Balkon auslagert,

wo er sich unbequem den Rücken überm niedrigen Tisch krümmen muss, um zum Beispiel die Austernpilze in mühseliger Kleinarbeit zu rupfen. Für seine Tätigkeit lobt

Maxin am Ende sich selbst und hebt hervor, wie viel Arbeit das gemacht hat.

Aber zur Vorspeise gibt es erst einmal Bütterken für jeden: so ein richtig großes, bunt belegtes, sättigendes ... mit dem wohl besten Brot, das ihr Bäcker im Regal hatte.

Ich sehe sie nämlich nicht brotbackend. Aber ich höre auch keine Nachfrage bei Tisch, ob es selbstgebacken sei.

Sie ist eben jung, da muss man froh sein, überhaupt etwas auf den Tisch zu bekommen - nicht meine Meinung, aber vermutlich die der nachsichtigen neuen "Freunde".

Tobias mag bekannterweise keine Pilze - und auch, wenn er auf eine Alternative verzichtet hat: hier wäre es einfach nur freundlich, wenn sie ihm eine zubereitet hätte. Auch als kleine Gleichstellung, denn für sie als Vegetarierin werden täglich Extra-Tofus gebraten.

Aus einem bröckeligen Flickwerkteig "zaubert" sie einen Apfelkuchen. Der wäre sicherlich als Alternative zum Streuselkuchen der Hit jeder Beerdigung ...


Fazit

Zum Glück wird das von Maxin für ihre Gäste vorgeschlagene Dart-Spiel nur ganz kurz gezeigt. Spiele langweilen mich, und anderen beim Spielen zuzusehen, langweilt mich noch viel mehr.

Doch im Grunde langweilt mich der gesamte Dinner-Tag bei Maxin, angefangen von der Begrüßung bis zum letzten Schluck Wein.

Da hilft auch nicht ihre Dauerkopfbedeckung auf Jack Sparrow-Art. Es hilft schließlich,

dass die Uhr 20.15 anzeigt.

Die Punkte für Maxin: je 7 geben Allie, Stefan und Lorene, 6 gibt Tobias.

Insgesamt sind 27 Zähler ... gutmütig, aber zu viel.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 26. August 2026

25. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in der Pfalz bei Allie




Vorspeise
: Zweierlei Appetizer - Pochierte Königskrabbe & Wan Tans

Hauptgang: Gebratener Lachs in Buttermilch-Rahmsauce, dazu gerösteter Lauch, Spargel und Kartoffeln
Nachtisch: Brioche-French-Toast mit pochiertem Rhabarber, dazu Vanillesauce, Schlagsahne und getrockneter Erdbeer-Crumble


Tränen und Trallala

Dass Lachen und Weinen nah beieinanderliegen ist nicht ungewöhnlich: man kennt das "Lachen unter Tränen". Häufig kommt das Lachen auch auf Beerdigungsnachfeiern zum Einsatz, um die Tränen nicht so bitter zu machen - und die Erinnerung an den Verstorbenen aufleben zu lassen.

Allie denkt an ihren vier Wochen vor Drehbeginn verstorbenen Schwiegervater - und wischt sich die Tränen aus den Augen. Und ... es ist wie ein "Wischen" auf Social-Media: hier und da zaubert man die traurigen Beiträge weg, um

mit den lustigen weiterzumachen - und zum Trallala überzugehen.

Allie liebt die Kamera, und die Kamera liebt sie:

sie redet pausenlos, fällt sich dabei manchmal selber ins Wort, weil ein neuer Einfall den alten überdeckt, tanzt, singt, dreht so richtig auf und hat kaum Zeit zum Luftholen.

Sie steht auch ganz allein in der Küche, ohne Schnibbelhilfe. Besuch von zum Beispiel ihrem Freund Jannick bekommt sie auch nicht -

nichts soll heute von ihr selber ablenken.

Die 35jährige Allie ist gebürtige Texanerin und lebt seit 10 Jahren in Deutschland.

Und ... anstatt sich wie einst JR in "Dallas" ums Ölgeschäft zu kümmern,

hat sie hier in Deutschland den Beruf der Winzerin erlernt.

Vielleicht wäre auch Miss Ellie hier und da froh gewesen, wenn ihr Sohn sich mit Wein anstatt mit Öl beschäftigt hätte oder sogar nach Deutschland ausgewandert wäre - aber die beiden waren schließlich nur Figuren in einer erfolgreichen TV-Serie.


Das Menü

zaubert Allie mit Leichtigkeit nebenbei, ohne Singen, Tanzen und das Drübersein zu vergessen.

Gefüllte Teigtaschen und Königskrabben serviert sie auf je 2 Tellern für ihre Gäste, und die Tellersprache ist eine schöne.

Gebratenen Lachs mit oben genannten Beilagen bekommen ihre Gäste zum Hauptgang. Ob der noch glasig in der Mitte ist? Sieht nicht danach aus. Eher ist der zu lange gegart. - Nur Maxin, die Vegetarierin,

bekommt eine Riesenportion Blumenkohl anstelle des Fisches. Es könnte glatt ein ganzer Kopf sein und ein Rückfall ins Texanische,

in dem alles, alles groß ist, weil nur groß gut ist.

Im Gegensatz zu Maxin mag ich Blumenkohl, aber dieser Gemüseberg hätte auch mich erschlagen.

Zum Nachtisch sind Riesenportionen einer Art von "Armer Ritter" angesagt. Bei mir würde das nicht als Dessert durchgehen.

Es ist ein zumindest optischer Abstieg von der hübsch angerichteten Vorspeise bis zur dominant-grob verabreichten Nachspeise.


Fazit

Ich würde nicht so weit gehen wie ihr Freund und fragen: "Hast du einen Dachschaden." Immerhin kenne ich Allie gar nicht.

Aber generell ist der Umgang mit Menschen, die sich gern im Mittelpunkt sehen und alles dafür tun, nicht leicht. Vorm TV-Gerät sitzend,

kann ich das gut verpacken, in der Realität würde ich Abstand halten.

Aber besonders Lorene ist hellauf begeistert von Allie, und auch Maxin fühlt sich von der lauten, gutgelaunten Texanerin angesprochen. Schön.

Die Punkte für Allie: 10 gibt Stefan, je 9 Maxin und Lorene, 8 zückt Tobias.

Mit 36 Zählern liegt sie am 2. Tag auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 25. August 2026

24. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in der Pfalz bei Stefan



"Soulfood aus Pfälzer Zutaten"
Vorspeise: Spargel & Forelle
Hauptgang: Pasta & Rind - Tagliatelle / Ragù alla palatinato / Gremolata
Nachtisch: Erdbeere & Mandel - Kuchen / Eis / Crunch


Single.
Hofft auf Hauptgewinn, ohne Los zu ziehen.

- Paul Mommertz (1930 - 2024)

Natürlich weiß ich nicht, ob Stefan hin und wieder nicht doch ein Los zieht, aber seine Aussage, dass er sich an sein

schon lange währendes Singledasein gewöhnt hat, deutet an, dass jede Lostrommel unbeachtet an ihm vorbeizieht. Auch wirkt er ein wenig traurig bis resigniert bei dieser Aussage. Ein glücklicher Single hätte seine Zufriedenheit deutlich rübergebracht - und es gibt sicherlich viele sehr zufriedene Menschen ohne Partner.

Vielleicht lag der Hintergedanke, dass er von Freunden für dieses Format "angemeldet" worden ist, nicht so sehr darin, dass er gut kochen kann,

sondern vor allem, dass er nun einem weiten Kreis von Menschen bekannt wird. Möglicherweise kann sich hier etwas ergeben ...

Auch zwei seiner Mitstreiter sind Singles: Allie und Tobias. Altersmäßig würden beide zu dem 44jährigen Grafik-Designer Stefan passen,

und ich erwähne beide, da ich nicht weiß, ob er sich einen Mann oder eine Frau wünscht.

Über den Bildschirm kommt sein Freund Kai locker und unbekümmert rüber. Ohne Kai wären alle Vorbereitungen fürs Dinner eine recht dröge Veranstaltung. Kai kann lachen und fröhlich sein, Stefan ist auf die Essenzubereitung fokussiert ... als ginge es in dieser Sendereihe

allein darum. Und darum, den Ernst des Lebens zu verbreiten.

Stefan liebt neben dem Essen den Wein, was ja für die Pfalz nicht ungewöhnlicher ist als die Liebe zum Bier im Ruhrgebiet. Sein Vater ist pensionierter Winzer, so dass er früh mit dem Weinanbau in Kontakt gekommen ist.


Das Menü

Die Spargelsuppe mit der Lachseinlage sieht gut aus. Doch die Lachsstücke in Plastik einzuschweißen, um sie sous-vide zu garen, ist langsam nicht mehr zeitgemäß: zu viel Müll, die Umwelt weint.

Aus Beinscheiben und sehr, sehr kleingeschnittenem Gemüse stellt er ein Ragout her, das am Ende zwar aussieht wie eine normale Bolognese, aber viel Aufwand erfordert hat. Die Nudeln sind selbstgemacht, die Teller hübsch angerichtet - was will man mehr.

Das Dinner endet mit Limetten-Erdbeer-Käsekuchenstücke und Mandeleis. Das Eis hat er am Tag zuvor vorbereitet, so dass die Herstellung nicht zu sehen ist. Auch nicht in kleinen Videosequenzen.


Fazit

Die Kandidaten lernen wir heute erst ein klein wenig kennen: auffällig ist, dass sich die drei Frauen alle als

chaotisch bezeichnen. Bei Männern gehört diese Eigenschaft wohl eher nicht zu einer, die sie herausstellen wollen. Vielleicht empfinden es einige Frauen schick, chaotisch zu sein. Doch das Chaos ist ein weiter Begriff,

und - wenn ich es nicht vergesse - werde ich das in den nächsten Tagen "überprüfen".

Sehr ruhig wie den ganzen Tag bringt Stefan auch den Abend hinter sich. Ziemlich

bescheiden würde er sich über 7 Punkte freuen. Ich nehme ihm dieses Statement komplett ab.

Die Punkte: 9 gibt Maxin, je 8 geben Allie, Lorene und Tobias.

Das ist ein Start-Ergebnis von 33 Zählern.


Guten Morgen, Gruß Silvia