Freitag, 1. Mai 2026

30. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Potsdam bei Anna



"Zwischen Erde und Himmel - Culinaria Instagramica"

Vorspeise: Rote Versuchung - Rote Bete / Ziegenkäse / Walnuss
Hauptgang: Aus dem Meer auf die Wiese - Rotbarsch / Petersilie / Kartoffel
Nachtisch: Süße Eleganz - Tiramisu / Birne / Ziegenfrischkäse



Was das Meckern angeht, landet die Ziege weit abgeschlagen hinter dem Menschen.
- Rupert Schützbach (*1933)

Für Ziegen ist Meckern eine normale Kommunikationsbasis, die sich nicht darauf bezieht, dass sie etwas zu bemängeln - sondern etwas zu sagen haben. Das kann fröhlich, aber auch traurig sein - oder einfach nur neutral. Niemals würde eine Ziege - nicht einmal auf ziegisch - sagen, was

Saskia über den Käse aus ihrer Milch von sich gibt: "Das riecht krank. Das schmeckt wie die Viecher riechen."

Dass Saskia nur auf diese eine Art sprachlich kommunizieren kann, muss dem Caster der Sendereihe beim 1. Telefongespräch aufgefallen sein - und ins Fäustchen lächelnd hat er sich vielleicht gedacht: wir schicken sie ins Rennen, sie macht müde Zuschauer wieder munter ...

Immerhin ist sie authentisch, trägt ihr Herz auf der Zunge - und die schert sich nicht darum, dass sie bei manchem Wort heftig Vulgäres von Innen nach Außen zu transportieren hat.


Anna

ist eine völlig andere Persönlichkeit, deren Tonfall dem einer Pastorin gleicht, die eine Rede zur Hochzeit hält, bei der am Ende alle in Tränen ausbrechen - als wäre es ein Vortrag anlässlich einer Beerdigung.

Es fällt schwer, ihr zuzuhören, ohne in ein frühabendliches Schläfchen wegzudämmern ...

Anna ihrerseits fallen völlig andere Dinge schwer, und sie nutzt in keiner Weise ihren Wissensvorteil, den sie in den vergangenen Tagen sammeln konnte:

Pauline und Saskia haben eine ausgesprochene Abneigung gegen Ziegenkäse - aber anstatt diesem Rechnung zu tragen, zieht sie ihr geplantes Ding durch, und es gibt sowohl in der Vorspeise als auch im Dessert Ziegenkäse.

Es wäre ein Leichtes, den beiden einen Ersatz für den Käse zu reichen ... Sie orientiert sich doch gern an Instagram-Kochseiten, da dürften die Ideen nur so sprudeln. Und offenbar erinnert sie sich auch nicht mehr daran,

dass ihr jeder zuvor einen Ersatz für das von ihr nicht gemochte Fleisch (das in ihrem Fall nichts mit Tierliebe zu tun hat) auf die Teller geliefert hat.


Das Menü

Rote Bete-Carpaccio mit einem Topping von dressinglosen Rucolablättern, Walnüssen und besagtem Ziegenkäse serviert sie auf sehr kleinen Schiefertafeln, von denen sie überzeugt ist,

dass es instagramable aussieht. Offenbar ist ihr das Aussehen wichtiger als jegliche Inhalte.

Anna beschreibt sich als "pingelig" - und trotzdem findet Konrad 10 Gräten in seinem Fisch ... Manche sind schließlich nur anderen gegenüber pingelig, Anna z. B. gegenüber ihrer Schnibbelhilfe Chrissie ...

Die Petersilien-Soße sieht so grau wie ein sonnenloser Regentag aus ... Nix mit instagramable.

Im Nachtisch gibt es wiederum Ziegenfrischkäse mit Mascarpone verrührt und Tiramisu-Kugeln.

Während Saskia und Pauline im Gegensatz zu Annas Schnibbelhilfe (vermutlich musste sie ihr "nach dem Mund" reden) den Käse durchaus herausschmecken - würde ich ungern dieses Kleingemixte aus sämtlich üblichen Zutaten eines Tiramisus essen, das zu Bällen geformt ist.


Fazit

Meine Vorlieben oder Abneigungen sind selbstverständlich völlig belanglos, und trotzdem muss ich erwähnen,

dass ich mich bei Anna nicht wohlgefühlt hätte - und via Bildschirm nicht habe. Das kann ich nicht einmal an nur einer Sache festmachen ... eher an dem gesamten Ablauf.

Vielleicht liegt es daran, dass sie als Polin ein ganz anderer, viel weicherer Mensch wird, wenn sie einen Besuch in ihrer Heimat macht ... und ihr Mann sie kaum wiedererkennt: genau so erzählt sie das.

Die Punkte verstehe, wer will: 10 gibt Bea, 9 Pauline, je 8 Konrad und Saskia.

Die 35 Zähler beinhalten immerhin, dass Anna die Speisen-Abneigungen zweier Gäste völlig ignoriert hat ...

Ich wünsche meinen Lesern einen schönen "Tag der Arbeit" - ohne Arbeit, aber mit viel Sonnenschein.



Guten Morgen, Gruß Silvia



Donnerstag, 30. April 2026

29. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Potsdam bei Konrad



"The Odes of Orbyz"

Vorspeise: „Winterlicher Salat trifft Zopf“ - Feldsalat / Ziegenkäse / Kräuterseitling / Brot
Hauptgang: „Beerig Wild“ - Reh / Spätzle / Rotkohl / Preiselbeere
Nachtisch: „Heiß auf Eis“ - Ahorn / Walnuss / Schokolade / Karamell / Macaron


Ein unverbesserlicher Klugscheißer ...
- Konrad über Konrad

Mit diesem Begriff macht er eine kleine, wirklich nur eine kleine Anleihe aus Saskias Wortschatz, denn "Klugscheißer" ist die vulgäre Form vom "Besserwisser". Ich denke,

dass sich heute in korrigierender Weise eher so einige Zuschauer aufspielen werden, denn er muss seine hübsche Bengal-Katze Anastasia mehrmals von der Arbeitsplatte entfernen -

Katzen machen solche Sachen wie auf Arbeitsplatten springen, wenn es dort verführerisch duftet oder auch nur, weil Springen einfach einen riesigen Spaß macht. Sie sind sehr eigenwillige Geschöpfe und verfolgen selbst geschmiedete Pläne mit höchst egoistischen Interessen.

Anastasia aus einem Tierheim ist eine von zwei Katzen, die mit Konrad und seiner Familie zusammenleben - und während man die andere Katze gar nicht sieht, drängt Sweety Anastasia ihre Schönheit den Zuschauern auf - und wird doch nur auf ihren vermeintlichen "Fehler" reduziert. Dem Springen auf Arbeitsflächen ... Wer ohne Fehler ist ...

Der 34jährige Konrad ist Lehrer für Chemie und lehrt auch  "Wirtschaft, Arbeit, Technik".

Im Gegensatz zu Pauline, die nur die Hälfte ihres Dinners selber zubereiten musste - macht er alles allein, denn jede Küchenhilfe würde ihn in seinen Abläufen behindern.


Das Menü

Ein hübscher Salat mit Kräuterseitlingen, Ziegenkäse und einem wirklich gelungen aussehenden Pesto-Brotzopf muss kein Eis brechen, denn diese

Gäste sind gern von allem begeistert - da stört nicht einmal der Ziegenkäse zwei empfindliche Mägen.

Das Rehgulasch als Hauptdarsteller des Menüs ist zerkocht und soßenlos - obwohl es Anastasia sicher voller Freude an ihr Katzenfutter erinnern würde ... 

Das Preiselbeer-Chutney entfacht  Gäste-Quietschtöne vor lauter Glück: mir fällt hier als Vergleich nur der Film

"Harry und Sally"

ein - mit der weltberühmten Orgasmus-Szene in einem Restaurant ...

Den größten Eindruck macht jedoch das Dessert: Eis in Schokokugeln versteckt, aufzudecken mit einer heißen Karamellsoße. Sehr gelungen.

Ob er die Macarons vorbereitet oder doch eher gekauft hat ... keine Ahnung.


Fazit

Zu diesem Nachtisch findet Saskia "das ist ja geisteskrank".

Ich übersetze: der Nachtisch ist stark (wenn er die Macarons selber gebacken hat)! Und das fällt mir auch nur ein, weil ich kurz nach dem Dinner zu "Wilsberg" übergehe, bei dem es heute "Halbstark" heißt.

Die Punkte: 10 gibt Pauline, je 9 Saskia und Bea, 8 Anna.

Mit 36 Umdrehungen liegt Konrad am 3. Tag gleichauf mit Pauline auf dem bislang 1. Platz.


M i a u   - an alle Katzenfreunde und Katzenfeinde!


Guten Morgen, Gruß Silvia



Mittwoch, 29. April 2026

28. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Potsdam bei Pauline



"Zwischen Safran und Rosenblättern - ein Märchen aus „Tausendundeine Nacht“"
Vorspeise: Teigtasche gefüllt mit Rinderhack und sanft geschmorten Kartoffeln, dazu ein Trio aus Mango, Minze und Dattel
Hauptgang: Zartes Geflügel in seidig-buttrigem Glanz, verfeinert mit Gewürzen der Ferne
Nachtisch: Schichten aus Nuss und Honig, erfrischt durch Vanille, Basilikum und Minze


Teamwork: Miteinander-Oase in der Konkurrenz-Wüste
- KarlHeinz Karius (*1935)

Dass die bisherige Konkurrenz, bestehend aus der lauten Saskia, deren Kochergebnisse man eher leise verschweigen sollte, eine Wüste ist,

steht fest. Man hofft natürlich, dass sich der eine oder die andere Kandidatin noch positiv hervorhebt, und dass auch gewisse Wettbewerbs-Regeln eingehalten werden:

Paulines Motto ist wohl: Ihr habt eine Person gebucht, bekommt aber zwei.

Einträchtig stehen Pauline und ihr Mann Nikola in ihrer Küche und arbeiten Hand in Hand und auf Augenhöhe drei Gänge ab.

Schummeln nennt man das, und viele üben diese Praxis bereits in ihrer Schulzeit, so dass eine schlechte Angewohnheit irgendwann zu einer durchaus üblichen wird.

Die 40jährige Pauline ist in Manila auf den Philippinen geboren - sie und ihr Mann haben sich während ihrer gemeinsamen Ausbildung bei "Louis Vuitton" kennengelernt. Was genau sie dort gelernt haben, weiß ich nicht, aber das ist auch nicht wichtig.


Das Menü

Pauline bezeichnet sich als sehr gute Köchin, die mit dem Betreten ihrer Küche in ihrer "Genusswerkstatt" ankommt, wie sie betont.

Rosen, Safran und Märchen aus 1.001 Nacht schüren nicht nur hohe Erwartungen, sondern benötigen auch jede Menge an Gewürzen, die das Märchenhafte des Orients unterstreichen. Tellergerichte mit Geschichte und Geschichtchen und Fantasien über die Vergangenheit.

Alle drei Gänge sehen gelungen aus, aber das "Innenleben" kann ich natürlich überhaupt nicht bewerten, da hier der Geschmack im Vordergrund steht.

Die Bewertung durch die Gäste ist leider nicht zuverlässig ...

Ein bisschen "Kopfschmerzen" macht Pauline die Zubereitung des Baklava ... Warum? Das Baklava bereitet Nikola allein zu - mit gekauftem Teig. Obwohl er doch der Teigspezialist sein soll. Gut, Filo-Teig kann man wirklich ohne Reue fertigkaufen.


Fazit

Neben Schmankerln aus der "Genusswerkstatt" gibt es lebendige Beispiele aus Saskias Textbaustein-Universum samt der einen oder anderen selbstgebauten Weisheit:

"Die Stulle ist richtig lecker, Alter!" lautet ihr begeisterter Ausdruck für das Beilagen-Brot zum Hauptgang.

"Koriander schmeckt Kacka."

"Manchmal sieht man so Menschen und denkt, das ist ein Schnitzel-Mensch." - Vielleicht ein neuer Ansatz für die Psychologie? Oder

ist das doch zum Fremdschämen für die, die das noch können?

Bei Tisch und vor der Punktevergabe muss Pauline - auf Nachfrage - zugeben, dass ihr Mann das Baklava allein produziert habe.

Immerhin gibt es dafür Mitwisser - und man weiß nie, ob diese schweigen oder reden.

Konsequenzen aus dieser Tatsache gibt es allerdings nicht: 10 Punkte gibt Bea, je 9 Saskia und Konrad, 8 Anna.

Mit 36 Punkten ist Pauline am 2. Tag auf dem bislang 1. Platz, den sie sich mit ihrem Mann teilt.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 28. April 2026

27. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Potsdam bei Saskia


"Ost-Klassiker neu interpretiert - Ein Abend mit Geschmack und Geschichte"
Vorspeise: Kleines Ragout mit Ost-Charme - Ente / Brühe / Käse / Brot
Hauptgang: Knusprige Panko-Eier auf Trüffel-Senfsoße, dazu Cremiges von der Kartoffel
Nachtisch: Süße Ostalgie - Quarkkeulchen trifft cremiges Zitrönchen



Die einen wissen, wie es in der DDR war, und die anderen haben in ihr gelebt.
© Klaus D. Koch (*1948), Dr. med.

Und die, die wissen wollen, wie es in der DDR gewesen ist, werden heute direkt, überhaupt nicht dezent, laut und vorlaut von Saskia einfach mitgenommen, um in ihrem Redeschwall unterzugehen - oder die ganze Chose mit einem Klick auf die Fernbedienung zu beenden.

Die 30jährige Saskia hat eine bestehende DDR nicht mehr erlebt, aber offenbar liegt dieser Staat einfach in ihren Genen. Ich stelle mir gerade vor,

wie eine Sendung "das perfekte Dinner" in 1980 und in der DDR gedreht, hätte aussehen können:

und genau das bekomme ich heute zu Gesicht. Ich befinde mich wie in einer Zeitmaschine, die mich unaufgefordert überrollt, ohne dass ich

wirklich wissen will, wie es in der DDR war.


Das Essen

spricht die Sprache "man nehme, was man billig organisieren kann" - und lasse jeden Charme beiseite, obwohl der in der Menükarte versprochen wird.

Als Aperitif erhitzt sie gekauften Glühwein, der nur auf Weihnachtsmärkten künstlich teuer wird.

Würzfleisch in Anlehnung ans Ragout Fin soll ein DDR-Klassiker sein - in Gemüsebrühe kocht sie 2 Entenbrüste - und am Ende und nachdem ich dieses Gericht gegoogelt habe,

denke ich, hier könnte sogar ein Fertig-Dosen-Produkt nicht schlechter sein.

Aber es geht noch heftiger abwärts, denn der Hauptgang besteht aus je einem panierten Ei und einer was-weiß-ich-Soße plus Kartoffel-Pampe samt Trüffelbutter. Nix mit echten Trüffeln.


Fazit

Beim Eierpellen gerät Saskia an ihre Grenzen ... wobei Fluchen ihr Fluchtversuch ist: doch sie kennt ein Schlupfloch:

die Gäste haben schließlich nichts Besseres zu tun und dürfen nun die Eier pellen.

In der letzten Woche hat sich jemand seinen Nachtisch mitgebracht - in dieser müssen die Gäste selber Hand anlegen, damit sie was auf die Teller bekommen.

Aus Saskias Fluch-Lexikon eine kleine Auswahl:

Eh Alter. Oh Scheiße. Hab' kein' Bock, die Scheiß-Eier zu pellen.

Eine Rauch-Pause muss allerdings sein, damit die Zuschauer nicht vergessen, in welch falschem Film sie gelandet sind.

Die Punkte für Saskia: je 7 von Anna und Bea, je 8 von Pauline und Konrad.

Es kommen unglaubliche 30 Umdrehungen für ein Essen zusammen, das weder viel gekostet noch irgendwelche Mühe gemacht hat.

Nur Saskia hatte Spaß - ist das nicht die Hauptsache? Sie verabschiedet sich vom Team, um zu duschen und - O-Ton - "meine Kauleiste zu putzen".

Ich schalte schnell zum Barnaby-Krimi "Der Tod und die Lady", in dem zwar gemordet wird, aber auf eine unterhaltsame Art und ohne Vulgärsprache. Es ist eben eine Lady in diese Todesfälle verwickelt, und sie bleibt selbst dann eine Lady, als sie einer anderen Frau heftig ins Gesicht schlägt.

Der Saskia-Abend ist in vieler Hinsicht nicht besser als ein Schlag ins Gesicht - so deftig uncharmant.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Montag, 27. April 2026

27. April 2026 - Zum 100. Geburtstag der Queen am 21. April 2026



Zum 100. Geburtstag der Queen am 21. April 2026

70 Jahre auf einem Thron, den sie nicht einmal direkt geerbt hat - und der ihr nur durch die Liebe ihres Onkels zu einer verheirateten amerikanischen Frau zugefallen ist.
Noch an ihrem letzten Lebenstag hat sie pflichterfüllt die kurzzeitige neue Premierministerin empfangen,
und all das kann ihr nie ein anderer Arbeitnehmer gleichtun.

Sie sah gebrechlich aus, natürlich, aber willens, ihrem Arbeitgeber, dem britischen Volk, zu dienen. Bis zuletzt.

Gefühle äußern konnte sie öffentlich nur gegenüber Vierbeinern: ihren Pferden und ihren Hunden. Auf Galopprennbahnen war sie in ihrem Element - sah glücklich aus, und hier und da konnte sie dort sogar eskalieren.

Nach ihrem Tod im Jahr 2022 und besonders im Nachtreten zu ihrem 100. Geburtstag wird geschrieben,

dass sie als Mutter versagt hat.

Siehe besonders ihren Sohn Andrew.

Aber auch ihren Umgang mit der "heiligen" Diana.

Meiner Meinung nach hat sie damals, als Diana tödlich verunglückt ist, erstmals überhaupt Gefühle gegenüber einem Menschen gezeigt: sie mochte Diana nicht, und das war zu spüren.

Auch eine pflichtbesessene Königin ist ein Mensch. Und diese Erkenntnis spricht nicht g e g e n die Queen, sondern eher gegen Diana, die der "Firma" viele Probleme verursacht hat. Diana und die "Firma" passten einfach nicht zusammen.

Andrew ist ein härteres Kapitel: jeder kennt seine Schuld.

Und hier kommt die Schuld einer Mutter ins Spiel, die neben ihrer Tätigkeit fürs Imperium eben
keine wirklich Mutter sein konnte.

Erzogen wurden die Kinder von anderen - und wenn sie einmal mit der Queen zusammengetroffen sind, dann

hat sie das bekannt tiefschwarze Schaf der Familie vielleicht verhätschelt, aber die

Entscheidungen, so zu sein wie er war oder noch ist, hat Andrew selber getroffen.

Am Ende steckt niemand in den Köpfen seiner Kinder.

Auch König Charles hat oft darüber gesprochen, wie kalt sein Elternhaus war - und wie sehr er seine Nanny gemocht hat.

Die Queen hat ihre Kinder "gedeckelt", weil ihr nichts anderes übrig geblieben ist. Eine
Mutter im Sinne einer wirklichen Mutter konnte sie nie sein.

Während Diana Andrew Morton bei seinem Buch tatkräftig assistiert hat, war sie damit beschäftigt,
das Commonwealth zu vertreten.

Während Andrew zügellos gelebt hat, hatte sie Termine.

Während Charles mit Camilla über Tampons telefoniert hat, hat sie ihm sicher nicht den Telefonhörer gehalten - sondern war im Dienste des Landes unterwegs.

Und wer kann schon erklären, warum nicht Anne, sondern Andrew ihr Lieblingskind gewesen sein soll.
Vielleicht, weil sie bei ihm ihre größten Versäumnisse als Mutter erkannt hat.

Sie soll Tagebücher geschrieben haben, deren Veröffentlichung noch viele, viele Jahre andauern können.

Erst danach kann man über die Queen als Mutter und die Schuld einer Mutter schreiben. Vielleicht.

Bis zu ihrem Tod war sie die Mutter des Commonwealth - und nur ganz am Rande als eher Außenstehende die ihrer vier Kinder.

Die Kinder hatten eben keine vier Beine und hießen weder Pferd noch Hund ...

und ihr Leben insgesamt hatte sie sich eher als Landfrau vorgestellt ohne
diese komplexe Verantwortung, ihre Gefühle stets im Zaum halten zu müssen.


Guten Morgen, Gruß Silvia
Pr


Samstag, 25. April 2026

25. April 2026 - Sommersprossen ...





"Ein Gesicht ohne Sommersprossen ist wie ein Himmel ohne Sterne"

Als kleines Mädchen habe ich meine Sommersprossen hingenommen wie es kleine Mädchen tun, die noch nicht in Spiegel sehen, um an sich selber Spuren von Unvollkommenheit zu entdecken.

Sie waren da, sie gehörten zu mir, und sie wurden genau so gewaschen wie alles übrige.

Sie wucherten auch nur in meinem Gesicht und auf meinen Armen - alles andere war so wie bei allen anderen. Doch dann fing es an, es begann, 

als ich vom Kind zum Mädchen geworden war:

diese hell-hellbraunen Flecken störten. Vor allem mich selber.

Mit gesenktem Kopf schlich ich durch die Gegend, damit niemand meinen Makel sehen könnte.

Geerbt hatte ich diese Flecken von meiner Mutter, die als Mädchen mit allen möglichen und unmöglichen Dingen wie z. B. Zitronensaft

versucht hat, die Merkmale zu vertreiben.

Und das, obwohl ihre Mutter ihr zum Trost den Spruch mitgegeben hat

Ein Gesicht ohne Sommersprossen ist wie ein Himmel ohne Sterne.

Das hört sich so schön an, als würden sich alle anderen Mädchen nach Sommersprossen sehnen und manche sie sich sogar aufmalen.

Es blieb trotzdem für eine lange, lange Zeit ein Makel, der mich

derart behindert hat, als hätte ich etliche Gehirnzellen weniger als andere, aber als Ausgleich dafür eben

diese furchtbaren Sommersprossen.

Gemobbt - so sehe ich das im Nachhinein - wurde ich nie deswegen, aber jede Ablehnung für meine damals noch kleine Person habe ich letztendlich auf diese Sprossen bezogen,

die andere eben nicht wie eine große Prüfung durch ihr Leben tragen mussten.


Heute

sind sie weitgehend verblasst, was ein Prozess von vielen Jahren gewesen ist.

Und ich stehe vor einem Spiegel und sehne mich nach ihnen - sie haben mich ausgemacht, waren ein Teil von mir, der

nun fast verschwunden ist.

Nur ein paar kleine haben den Lauf der Zeit überdauert, und ich creme sie ein, als wären sie nicht nur eine Erinnerung, sondern auch eine Hoffnung, dass sie wieder sprießen.

Werden sie nicht!

Vielleicht sind sie auch nur eine Hoffnung, dass alles noch einmal so wie damals wird - und ich die Chance bekomme,

anders damit umzugehen. Und die Welt ohne gesenkten Kopf ansehen kann, obwohl ich einen vermeintlichen Makel mit mir herumtrage. 


Guten Tag, Gruß Silvia 



24. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Düsseldorf bei Daniel




"From sea to soil to soul"

Vorspeise: Green wave - Tatar vom gebeizten Lachs mit Apfel und Zitrus-Vinaigrette, dazu grünes Kräuter-Öl
Hauptgang: Forest mood - Flanksteak mit Trüffel-Pilz-Risotto, dazu Rinderjus, Meerrettich-Espuma und fruchtiger Waldsalat
Nachtisch: Chocolate-Fusion - Schoko-Brownie mit gerösteten Nüssen, dazu Birnenkompott mit lauwarmem Vanilleschaum


Wo viele Gäste sind, ist viel Pack.
- Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), Philosoph

Zugegeben, dieser Spruch ist nicht freundlich, aber wenn er Schopenhauer einst ins Konzept gepasst hat, muss der philosophisch wertvoll sein -

und passt heute wie die berühmte "Faust aufs Auge". Und auch das ist nicht nett,

und zwar genau so wenig wie Albert. Eigentlich wollte ich zu dem angeblichen Londoner (die Metropole ist hip und liest sich gut in einem Lebenslauf) mit polnischen Wurzeln nichts mehr schreiben -

doch seine neueste Nummer kann ich nicht weglassen, ohne diesen Abend zu beschreiben.

Nach seiner eigenen misslungenen Essenszubereitung am vergangenen Montag sitzt er nun bei dem 4. Gastgeber am Tisch, grinst süffisant und meint - sozusagen als Nachtisch so einiger seiner schroff-schrägen Bemerkungen an den anderen Tagen - dass

er mit den Desserts in dieser Woche "keinen guten Lauf gehabt habe" - darum hat er sich "sicherheitshalber" einen Obstsalat mitgebracht ... in einer Plastikschale, die man genau so hier und dort kaufen kann. Also nicht einmal einen selbst geschnippelten Obstsalat.

Was treibt den Mann in diese Sendung? Weder kann er kochen noch ist er ein dankbarer Gast. Und obwohl er polarisiert, hat er überhaupt keinen Unterhaltungswert - außer man braucht einen Querulanten, der alles mies macht und andere auf die "innere" Palme treiben soll.

Für jedes weitere TV-Format - etwas, das er vielleicht ins Auge gefasst hat - wäre Albert das reinste "Gift".



Daniel

ist 40 Jahre alt und lebt mit seiner Freundin Vanessa zusammen, die in ihrem Lob für seine Kochkünste bescheidener und leiser ist als Marks Freundin.

Er arbeitet im Vertriebsmarketing für Staubsauger und Küchenmaschinen.


Das Menü

Zum Aperitif serviert Daniel neben dem kleinen Mischgetränk als Gag auch Pommes, weil Albert sich diese gewünscht hat.

Ich hätte für ihn ein komplettes Essen beim nächstbesten Fast-Food-Anbieter geordert, einfach, weil meine Nerven es mir wert wären ...

Doch der stets unzufriedene Typ muss sich mehr oder weniger durch die drei Gänge quälen, und da der 1. Gang recht gut aussieht, schmeckt der ihm auch - ein Glück, das mir an Daniels Stelle auch schon egal wäre -

denn Albert beäugt die Vorspeise kritisch und seziert sie in kleine Dosen und überführt sie in seinen spitzen Mund.

Es ist eine Qual oder auch Strafe, ihm beim Essen zuzusehen ...

Muss das Flanksteak-Fleisch aus den USA als Beweis seiner Qualität Flugkilometer nachweisen können? - Ich traue mich kaum, kritisch zu sein, denn

meine kleine Kritiken sind, als würde ich einen Baum fällen lassen, während Albert ganze Wälder niedermetzeln lässt.

Selbst seine freundlichen Wörter für diesen Abend purzeln wie auswendig gelernt, abgekupfert von anderen und unehrlich begleitet von einem wiederum süffisanten Lächeln.


Fazit

Am Ende der Veranstaltungen angekommen, muss ich lachen, denn Mark meint, dass jeder in dieser Woche sein Herzblut ins Kochen gelegt hat.

Wenn das so ist, ist Alberts Herz erkrankt: er hat bewiesen, dass er überhaupt keine Ahnung vom Kochen hat. Dafür beherrscht er die Kriegs-Strategie, sinnlos grinsend andere zu attackieren.

Er hätte glücklich sein können, viermal gut essen zu dürfen - und darf jetzt wieder in Flugzeug-Kombüsen Fertigmenüs aufwärmen. Und:

falls ein Passagier dort oben in den Lüften ihn erkennt, könnte es sein, dass derjenige ihn darum bittet, von jemand anderem versorgt zu werden. Immerhin kann auch beim Aufwärmen etwas schiefgehen, wenn man Albert heißt ...

Die Punkte: 7 gibt Albert, je 8 Mark und Jutta, 9 Kayo.

32 Zähler befördern Daniel nur der Zahl nach auf die gleiche Höhe wie Albert, der gezeigt hat, wie unappetitlich ein Dinner sein kann.

Es gewinnt Mark, der eine Essenseinladung bei sich zu Hause in Aussicht stellt.

Doch: Falls sich auch nur einer seiner Mitstreiter je wieder mit Albert trifft - fresse ich keinen Besen, sondern koche sein

Essen nach und würge es demütig runter.



Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen, albertlos, aber sonnig. Wir erwarten heute 11 Sonnenstunden und maximal 17 Grad.


Guten Morgen, Gruß Silvia