Freitag, 30. Oktober 2026

30. Oktober 2026 - Warum heißt das Rathaus Rathaus?



 

Warum heißt das Rathaus Rathaus?

Guter Rat ist hier teuer, denn zu einem eindeutigen Ergebnis, warum das Rathaus heißt wie es eben heißt, komme ich nicht. Manchmal sieht man ratlose Gesichter, die aus Fenstern des ehrwürdigen Hauses gucken und sich dennoch wie AristokRATen gegenüber den unten vorbeilaufenden Bürgern fühlen. Nicht zufällig, aber völlig umsonst und ungenutzt steht direkt neben dem Rathaus eine Kirche, die zur Buße einlädt, zum Bekenntnis aller Sünden - und gelegentlich zu traurigen Gedenkfeiern. Währenddessen haben sich die in den Sälen ausgedachten Ratschläge

tief in die alten Mauern eingegraben. Man bekommt sie meist nicht mehr unfallfrei hinaus auf die Straße und unter die Leute gebracht. Auch Ratschläge können nämlich Schläge sein, wie ein Sinnspruch vermittelt. Doch in Wahrheit gibt es im Rathaus überhaupt keine Ratschläge, sondern verbindliche Entscheidungen, denen dann alle Bürger und Bürgerinnen verpflichtet sind. Manchmal glauben die Bürger sogar, dass derartige Beschlüsse nicht nüchtern und sachlich, sondern während einer Party getroffen worden sind. Einerseits können die dicken Mauern des alten Hauses leicht depressiv machen, wenn die Ratgeber dort viel Zeit verbringen müssen - andererseits fühlen sie sich jedoch wie in einer Burg mit festen Regeln und einer tief verankerten Uneinnehmbarkeit.

Das Außen bleibt draußen: in Gedanken, Taten und neuen Verordnungen. Es sind oft nicht die gleichen Gedanken, die auf den Straßen durch die Köpfe wandern, es sind erhabene, denn bereits

im Begriff "Rathaus" steckt schließlich, dass hier die tätig sind, die für alles einen Rat haben, während die da draußen dringend auf Ratschläge angewiesen sind. Nicht selten ist der Rat auch VerRAT.

Manchmal kommt dabei AbenteueliteRATur heraus, denn alles wird natürlich schriftlich niedergelegt und von dem Vorsitzenden per Unterschrift abgesegnet.

Doch auch Hochzeiten sind im Rathaus möglich: und für die dürfen sich zwei Menschen ganz allein entscheiden, ohne dass zuvor eine Ratssitzung einberufen werden muss. Die Zwei bekommen auch keine Ratschläge für ihre Ehe, sondern nur ein paar warme Worte und einen Stempel samt amtlich befugter Unterschrift für ihren weiteren kürzeren oder längeren oder sehr langen Lebensweg.

Ähnlich mag es auch mit manchen Beschlüssen sein: ihre Lebenswege können lang und beschwerlich sein oder kurz und knackig wieder eingestampft werden.

Für eine Briefwahlveranstaltung zur Kommunalwahl im Jahr 2025 wurde das Rathaus auf meinem Foto mal eben zur Party für alle angepriesen: eine Bratwurst und ein Bier ... für ein Kreuzchen auf dem Brief-Wahlzettel.

Allein für diese im Rathaus geborene Idee sind im Vorfeld bis zum Reifen des Einfalles und dessen Umsetzung sicher eine Menge Bierchen geflossen - anders ist das nicht zu erklären. Bestechung kann sooo preiswert und sogar billig sein - aber sie hat in diesem Fall gewirkt.

An Karnevals-Donnerstagen dürfen Frauen das Hohe Haus stürmen, um ein bisschen AltweibertRATsch dort abzuladen - 

aber direkt danach ist es wieder das Etablissement von Wenigen, die für Viele entscheiden ... manchmal verstehen die Vielen dies jedoch einfach nicht.


Guten Tag, Gruß Silvia


Dienstag, 27. Oktober 2026

26. bis 30. Oktober 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Wiederholungen aus Oktober 2024


In dieser Woche zeigt Vox Wiederholungen aus Hamburg/Oktober 2024.

Julia ist die 1. "Köchin" der Woche.

Besondere Vorkommnisse: es fliegen viele Herzchen ... 

Das Menü:

Vorspeise: Burrata mit Kirschtomaten und Gurkensalat
Hauptgang: Kabeljau mit Risotto und Cocktailtomaten
Nachtisch: Tiramisu


Julia habe ich den Titel

Glücklicher Entertainer: Rampensau mit Schwein.
- Karl Heinz Karius (*1935)

gegeben.


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:





Der Dienstag gehörte damals und auch heute Frank.

Sein Menü:

„Wenig Platz, viel Geschmack“
Vorspeise: Labneh / Bohnen / geröstete Zitronenschale / Garnelen
Hauptgang: Sellerie / pochierter Fisch / Wurzelgemüse / Pfifferlinge
Nachtisch: Schokolade / No-Bake-Cheesecake / Erdbeere


Ihm habe ich den Titel

Singles: Die Freiheit, einsam zu sein, wann man will ...
- Anke Maggauer-Kirsche (* 1948)

gegeben.


Hier der LInk zu meinem damaligen Blog-Beitrag:






Mittwoch bei Aline. Und mit sehr, sehr viel Phantasie grüßt Portugal ...


Ihr Menü:

„Portugal lässt grüßen“
Vorspeise: Jakobsmuschel / Erbse / Chorizo / Beurre blanc
Hauptgang: Risotto / Fenchel / Garnele / Krustentierschaum
Nachtisch: Erdbeeren / Crumble / Joghurt-Chantilly


Aline habe ich den Titel:

Gedankenfinderlohn: Freude!
- Manfred Hinrich (1926 - 2015)

gegeben.


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:





Doppelt hält besser, und so hat sich Leandra bereits den 2. Donnerstag im Vox-Kalender gesichert - 2 Jahre später nun. Korrekturen ... kann sie allerdings und natürlich nicht vornehmen.


Ihr Menü:

„Futtern wie bei Muttern ... auf Griechisch“
Vorspeise: Artemis' göttliche Appetithäppchen Mezedakia
Hauptgang: Athenas Ragout Stifado
Nachtisch: Aphrodites süßer Traum Ravani mit Joghurt-Mousse


Ihr habe ich den Titel

Harmonie: künstlich bis natürlich herbeigeführtes Bedürfnis
- Erhard Blank (1942 - 2024)

gegeben.

Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:





Damals wie heute bestreitet Ulf den letzten Abend, ohne erneut fürs Publikum kochen zu müssen.


Sein Menü:

Vorspeise: Rind / Avocado / Ei
Hauptgang: Pulpo / Linsen | Kartoffeln
Nachtisch: Sahne / Espresso


Ihm habe ich den Titel

Die heile Welt ist eine Scheibe
- Stefan Schütz (* 1964)

gegeben.


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:



Ich wünsche allen Lesern ein schönes und friedliches Wochenende.

In der nächsten Woche gibt es Erstausstrahlungen dieser Sendereihe aus Innsbruck.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Samstag, 24. Oktober 2026

23. Oktober 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Ostfriesland bei Maja



"Mittelmeer statt Wattenmeer - eine mediterrane Reise"

Vorspeise: Saludo del sur - Spanische Rosquillas mit Ziegenkäse, selbstgemachter Balsamico-Creme, Honig und gerösteten Walnüssen
Hauptgang: Sogno toscano - Ravioli gefüllt mit Ricotta-Parmesan-Creme, an Weißwein-Butter-Sauce
Nachtisch: Le grand final - Schokoladen-Soufflé mit flüssigem Kern und Crème anglaise


Drei Walnüsse für Maja

stehen stellvertretend für die Haselnüsse, die bereits Aschenputtel ihrem Ziel näher gebracht haben. Was genau Maja sich wünscht, weiß ich natürlich nicht: aber

vielleicht ist es Geschlechtsverkehr. Natürlich einer der anderen Art, einer, der die Kehle runterläuft und alkohollastig ist - und nein, das Schlüpfrige greife ich nur auf,

denn Maja nennt ihren Aperitif Geschlechtsverkehr am Mittelmeer.

Ehrlich gesagt möchte ich nicht wissen, was sie auf Social Media postet oder kommentiert, denn die Tastatur ist verheißungsvoll und hat jeden Buchstaben parat, mit dem man deutlich ausdrücken kann, was man meint. Oder was einem gerade schräg durch den Kopf läuft.

Um sie zu schützen, hat Vox alle Kommentarfunktionen der Woche abgestellt. Sonst hätten die bösen Kommentatoren sicherlich gepfefferte Antworten bekommen ... nur eine (naheliegende?) Vermutung.

Ein Blatt vor den Mund hat die 25jährige in dieser Woche nicht genommen - mir ist es trotzdem nicht schwergefallen, sie weitgehend zu ignorieren. Heute muss ich, so sagt es mir mein Blog, ein paar Worte für sie finden, und ich bemühe mich. Um Neutralität bin ich ohnehin stets bemüht - klappt meistens, aber nicht immer.

Maja hat ein Stuhlproblem - und das ist nicht eines in der Form einer fehlenden Toilette, denn sie hat einfach einen Stuhl zu wenig, um jedem Gast einen Sitzplatz anbieten zu können. Offenbar kennt sie z. B. keinen Nachbarn, der ihr hier aushelfen könnte.

Sie lebt gemeinsam mit Kai, einem Seemann.

Kai und seine Landbraut, über die er sagt:

"Ich kann mir vorstellen, dass sie den anderen zeigt, wie man es richtig macht. Kann mir vorstellen, dass es heute das Highlight wird."

Gut erzogen, der Kai! Und so lieb und ahnungslos.


Das Menü

Der "Geschlechtsverkehr" inspiriert mich nicht, ich bin da einfach nicht auf einer Wellenlänge mit Maja.

Besser gefällt es mir, dass Mike einen Stuhl mitbringt - und somit ihr großes Problem aus der Welt schafft. Was eigentlich hätte sie gemacht, wenn sich kein 5. Stuhl gefunden hätte? Selber im Stehen gegessen?

Die Vorspeise der frittierten Donuts kommt nicht wirklich gut an.

Selbstgemachte Ravioli mit Rosmarin und Kirschtomaten ... Na und? Doch Andreas urteilt am Tisch "Geiler Scheiß!" Ein Ausruf, der aus zwei Wörtern besteht ... man könnte sich eins von beiden aussuchen.

Es gibt auch einen Nachtisch.



Fazit

Offenbar ist das Essen am letzten Tag nicht das Wichtigste, sondern Nebensächlichste, weil die

Stimmung stimmt - und der Alkohol durch die Köpfe rinnt und die Kandidaten direkt daran erinnert, dass sie sich einmal um ihr Geschlechtsleben kümmern sollten. Falls nötig natürlich nur.

Mit dem Namen des Aperitifs hat Maja wirklich "einen rausgehauen". Ansonsten: mau! Nicht der großen Rede wert!

Die Punkte für Maja: 9 von Hans (der Neu-Papa eines Kälbchen ist noch beseelt), 8 von Mike (der den entscheidenden Stuhl zum Dinner geliefert hat ), 8 von Andreas (der mir seit seinem Auftakt-Dinner täglich besser gefallen hat) und 7 von Hannelore (überwiegend realitätsbezogen, sie kennt eben das Leben).

Mit 32 Zählern kann die "Seemannsbraut" nicht gewinnen, weil Mike ihr nicht nur mehr Punkte voraus hat, sondern auch eine gehörige Portion Charme. Er gewinnt.


Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute wettermäßig nichts Gutes: Sturmwarnung, Regen, maximal 12 Grad.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 23. Oktober 2026

23. Oktober 2026 - In der Kneipe "Umme Ecke"




In der Kneipe "Umme Ecke"

Es gibt sie kaum noch, diese typischen Kneipen aus meiner Kindheit, in denen immer ein Glas Soleier auf den Tresen gestanden hat - und die Männer in Dreiergruppen einen Skat gekloppt haben.  A b e r  hier und da und etwas versteckt, finden noch

immer vorwiegend Männer ihre Lieblingskneipe, um bei so einigen Herrengedecken (ein Bier, ein Schnaps) die politische Weltlage durchzuhecheln ... und natürlich zu lösen, als wäre es ein leichtes Strategiespiel, das nur Politiker so kompliziert machen - was der Grund sein könnte, dass sie allesamt daran scheitern.

Diese von mir glatt erfundene Kneipe heißt auch noch "Umme Ecke" - was jedoch keinem Aufruf zu Mord- und Totschlag gleichkommt. Hier gibt es lediglich die

üblichen Totschlagsargumente und Lösungsphantasien. Aus allen Sichtweisen, die hier von den unterschiedlichen Charakteren verbreitet werden - die es jedoch eint, dass sie sich nur verbal an die Köppe kriegen und nach einem nicht gerade unüblichen Filmriss allen Streit wieder vergessen.

Im "Umme Ecke" gibt es auch den berühmt-berüchtigten Stammtisch, der alles an geballter meist Altherren-Männlichkeit auffährt, was der kleine Stadtteil einer großen Stadt aufzuweisen hat. Es gibt die ewigen Sozi, die aus reinem Prinzip die Agonie ihrer Lieblings-Partei nicht wahrnehmen wollen. Ja, sie k ö n n t e n, aber dann würden sie den Glauben an sich selbst verlieren, mit dem sie der SPD ewige Treue geschworen haben. Die SPD kennt diese Männer  gar nicht, und ihr als Partei sind sie auch völlig ralle.

Abtrünnige sind bereits die zwei Kerle, die der CDU den Rücken freihalten, obwohl sie niemand darum gebeten hat - und die Partei selber auf sie so was von pfeift, das könnten sie sich nach 10 Bieren nicht vorstellen. - Die Kneipe steht schließlich in einer SPD-Hochburg - wobei die Genossen vergessen, den Plusquamperfekt zu nutzen - denn Hochburg und SPD in einen fast familiären Zusammenhang zu bringen, gehört nun wirklich der Vorvergangenheit an.

Und dann gibt es noch die zwei Gestalten - so nennen ihre Stammtischbrüder sie - die für eine recht neue, aber immens aufstrebende Politik werben. 

Was es nicht gibt, sind Brandmauern: wer einmal am Stammtisch sitzt, darf dort so lange bleiben, wie seine Leber es mitmacht - denn die muss bei den vielen zu wälzenden Problemen Hochleistungs-Trinken verarbeiten. Ohne Sprit geht gar nichts! Und spätesten beim letzten

Herrengedeck, bevor jeder heimtorkelt, sind sie allesamt wieder Brüder.

Nur einer macht ihnen Sorge und wirft Fragen auf, und das ist der alte Mann, den man eigentlich Herr nennen könnte und der wie aus dem Ei gepellt aussieht, und ganz allein am immer selben Tisch sitzt: seine Fingernägel sind ebenso sauber wie seine Kleidung, und die Stammtisch-Brüder unterstellen ihm insgeheim, etwas Besseres sein zu wollen - oder gar zu sein. Nicht Bier und Schnaps trinkt er, sondern Wein. Er ist also keiner von ihnen, denn sie waren allesamt Malocher, und manch einer ist ziemlich kaputtmalocht.

An einem anderen Tisch sitzt manchmal eine recht unscheinbare Frau, die ziemlich schüchtern ist und ihre Blicke senkt, sobald sie jemand anspricht - und sei es nur, um ihre Bestellung aufzunehmen. Sie ist genau so scheu wie es einst Lady Di gewesen ist, bevor sie ihren großen Durchbruch gehabt hat.

Hier im "Umme Ecke" ist jeder herzlich willkommen, um den Stammtisch-Brüdern zu lauschen, ihnen zuzustimmen, ihre Argumente abzulehnen oder sie völlig gaga zu finden ... ganz wie im Social-Media-Leben, nur sehr viel mutiger und persönlicher.

Am Stammtisch wird weiter gelacht, gestritten, geschrien und alles das, was zwischen Streiten, Weinen und Lachen möglich ist, wenn nach Lösungen gesucht wird, die schon andere nicht gefunden haben. Wären die Stammtische nicht weitgehend ausgestorben - gäbe es irgendwann diese eine, diese Patentlösung!


Guten Tag, Gruß Silvia



22. Oktober 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Ostfriesland bei Hans




Vorspeise: Brezelschnecken mit Charakter - Sautierte Radieschen / Obazda / hausgemachte Galloway-Salami / hausgemachte Leberwurst
Hauptgang: Wia bei der Oma zu Weihnachten - Hausgemachte Galloway-Rouladen / Serviettenknödel / Blaukraut / Preiselbeer-Soße
Nachtisch: Zuckersiass und zimtig guad - Mini-Dampfnudeln mit Zucker-Zimt-Boden / Vanillesoße / Preiselbeer-Eis


Leben und Sterben

Es ist nicht einfach, über dieses Thema zu schreiben, und heute kommt es zu einem sehr skurrilen Auftritt vom Leben und Sterben ...

"Ich bin Papa geworden", jubelt Hans, denn während seiner Dinner-Vorbereitungen bekommt er die Foto-Nachricht, dass eine seiner Galloway-Kühe gerade geworfen hat. Geburtshelfer war - vielleicht neben einem Tierarzt - sein Mitbesitzer dieser 8, nun 9 Galloways. Hans hatte der Geburt entgegengefiebert - und konnte nun leider nicht dabei sein.

Der "Papa" wechselt schnell zurück in den Kandidaten-Modus und füllt Fleischlappen, die er zu Rouladen formt. Ein

Galloway-Kälbchen wurde geboren, während er ein bereits geschlachtetes fröhlich verwurstet, das sicher auch einmal sein "Kind" gewesen ist.

Ich bin ein Großstadt-Kind, und das muss als Entschuldigung reichen, dass ich manches nicht wirklich nachvollziehen kann.

Der 52jährige Hans ist gebürtiger Bayer und lebt seit 9 Jahren auf einem großen Anwesen in Ostfriesland. Viele größere und kleinere Gebäude hocken nebeneinander, und das TV-Team lädt er zu einem Ausflug ins

Schlachthaus

ein, in dem er die von einem Schlachter - hoffentlich einem professionellem - getöteten Tiere abhängen lässt und dann weiter verarbeitet.

Ich knipse schnell mein Kopfkino aus ... und erkläre mir selber, dass die Rinder nicht eingepfercht in einem Stall, sondern auf einer Weide fröhlich leben können ... wie die auf meinem obigen Foto aus Schottland.

Denke ich an Schottland, gibt es auch die einzige Übereinstimmung zwischen Hans und mir: er hat eine Katze, die "Chivas" heißt, ich hatte einen Kater, der diesen Namen getragen hat.


Das Menü

Welchen "Charakter" die Brezelschnitten haben sollen - weiß ich nicht. Eher haben die Gäste daran etwas auszusetzen, sind aber über die hausgemachte Galloway-Salami und die Leberwurst

von einem Schwein namens "Gyros" erfreut. Gyros war Hans' Schwein - und der Name fürs Tier volles Programm! Ein anderes seiner Schweine hieß "Schnitzel". Manch einer würde die weissagenden Namensgebungen vielleicht unter Humor verbuchen ... 

Ich sehe Hans nicht in der besonders humorvollen Ecke.

Der Hauptgang ist kalt, dem stimmt er sogar selber zu. Die angeschnittenen Rouladen auf den Tellern sehen trocken aus, aber natürlich kann die reine Ansicht meinerseits täuschen.

Auch über den Nachtisch gibt es wenig Jubel.

Es reicht ja auch, wenn der Neu-"Papa" über die Kälbchen-Geburt jubelt ...


Fazit

Eigentlich hätte Hans neben seinen vielen Hobbys gar keine Zeit, um für Geld zu arbeiten - erzählt er selber. Das macht er trotzdem als Angestellter in einer Wasserbehörde.

Nebenher hat er 2 Boote, von denen er eines verkaufen will: Majas Freund ist daran interessiert. Und Hans hat mehrere

Schrauber-Werkstätten mit allem Drum und Dran und sehr alten Motorrädern. Und offenbar ist noch so viel Zeit übrig, denn

sonst hätte er sich nicht für diese Sendung bewerben können.

Die Punkte: je 8 geben Hannelore und Maja, je 7 Mike und Andreas.

Maja muss sich für die Verkaufsgespräche schon mal gut mit Hans stellen ... denn sonst ist die 7 schließlich ihre Kompetenz-Zahl.

Mit insgesamt 30 Punkten liegt Hans am 4. Tag auf dem bislang 4. Platz.

Ein frischgebackener "Papa", ein neugeborenes "Kind" - und ein Raum, der schon für den Tag X bereit steht.

Und ich? Ich finde keinen Zusammenhang zwischen Papa, Kind und Schlachten.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 22. Oktober 2026

21. Oktober 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Ostfriesland bei Mike



"Mein Soulfood"
Vorspeise: Tuna /​ Avocado /​ Mango /​ Wakame
Hauptgang: Pulpo /​ Kartoffel /​ Trüffel /​ Baby-Brokkoli /​ Tomate
Nachtisch: Süß und salzig – Frischkäse /​ Karamell /​ Erdnuss


Beschimpfen die Schweine einander wohl als "Menschen"?
- Walter Ludin (*1945)

Immerhin könnten die vier Schweine sich - erhaben über Hühnern, Ziegen, Meerschweinchen und anderem Vieh als Stars des Ferienhofes fühlen und täglich grunzend ihre Runden übers Gelände drehen, um Huldigungen entgegennehmen.

Schweine. ich muss es zugeben, sind intelligenter als Hunde und haben enorme kognitive und soziale Fähigkeiten.

Auf dem Hof von Mike dürfen sie bis an ihr natürliches Ende leben und buddeln, Menschen wiedererkennen und in über 20 verschiedenen Lauten ihre Emotionen in die hübsche ostfriesische Landschaft hinausgrunzen.

Der 46jährige Mike ist gebürtig aus Potsdam und hatte 10 Jahre lang in Düsseldorf ein Bistro. Sehr, sehr kurz, als würde es sich um eine irrtümlich veröffentliche Falschmeldung handeln, wird eingeblendet, dass er Bankangestellter gewesen ist. Ich bekomme das nur rein zufällig mit, und für Maja zum Beispiel spielt es sowieso eher eine Rolle,

dass er sich in der Gastronomie auskennt. Aber sie ist bereit, "sich um den Finger wickeln zu lassen". Genau das passiert heute, denn sie gibt den Staffelstab, auf dem Nörgeln steht,

an Hans weiter. Doch natürlich ist nicht jede Kritik eine unberechtigte Nörgelei, denn weder erlebe ich einen Besuch im Schweinestall noch kann ich das Menü von Mike probieren.


Das Menü

Mike ist seit Jahren Pescetarier - isst in dieser Woche jedoch bei den anderen Kandidaten ausnahmsweise auch Fleisch. Aber heute gibt es natürlich nur Fisch:

Thunfischtatar toppt er u. a. mit Algen. Dass Wakame Algen sind, weiß Maja,

aber der Pulpo im Hauptgang lässt Hans und sie beim Lesen der Menü-Karte rätseln.

Zum Tintenfisch gibt es ... nein, keine Möhrchen ... aber Kartoffel-Püree, den er überflüssigerweise mit einer Trüffelpaste anreichert.

Käsekuchen mit Salzkaramell soll den Magen schließen. Ein gesalzenes Karamell-Eis komplettiert den letzten Gang.

Alle drei Gänge sehen hervorragend aus.


Fazit

Der Pulpo ist in Majas Augen zu kross angebraten ... während Hans das Eis zu salzig ist und der Kuchen nicht fluffig genug.

Für mich als Zuschauerin ist diese Dinner-Ausgabe etwas für die Augen, die manchmal ziemlich unterbeschäftigt sind und z. B. auf weiße Wände starren müssen ... oder auf langweilige Kochhandgriffe.

Mike ist charmant und ein interessanter Mann.

Die Schweine Pepper, Matilda, Bonny & Clyde ... sind mein Highlight. Und es bleibt die Frage, die ich als Titel in den Raum geworfen habe ...

Die Punkte: 10 gibt Hannelore, je 9 Andreas und Maja, 8 zückt Hans.

Mit 36 Zählern liegt Mike am 3. Tag auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia






Mittwoch, 21. Oktober 2026

20. Oktober 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Ostfriesland bei Hannelore



Vorspeise
: Weißer Spargel getoppt mit Kalbsfilet, dazu Ricotta und Pesto

Hauptgang: Knoblauch-Hähnchenbrust in Parmesan-Kräuterkruste mit Kartoffeln, Chorizo und einem Parmesan-Cracker
Nachtisch: Creme-Schnitte und Mascarpone-Creme


"Tanzen im Regen"
- Hannelore

Die letzte Lebensetappe ihres Mannes Willi sollte eine schöne werden und bleibende Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben schaffen. Im Jahr 2011 hat das Ehepaar Willis Demenz-Diagnose bekommen, und die schlug eine heftige Kerbe in alle Zukunftsplanungen. Ich weiß nicht, wie alt Hannelores Mann damals gewesen ist - aber diese Reise ins Vergessen ist nicht aufzuhalten und geht ab irgendwann immer tiefer hinein in eine uns unbekannte Welt. Doch treffen kann Demenz jeden, am Anfang noch wissend um die beginnende Umnachtung, während später auch die starken Beeinträchtigungen nicht mehr wahrgenommen werden.

Vor ein paar Jahren ist Willi an Corona gestorben. Die heute 61jährige Hannelore bewahrt ihre "im Regen getanzten" Erinnerungen - und denkt an u. a. viele schöne gemeinsame Urlaube während seiner Erkrankung. In seinen letzten Lebensjahren hat sie ihn gepflegt. Und man weiß nicht, wie allein sich betroffene Menschen in ihrer eigenen Welt fühlen und wie viele Ängste sie haben - trotz aller Fürsorge.

Nun möchte Hannelore ihr Leben wieder genießen können - und das kann man durchaus und unter anderem auch als Kandidatin für eine Koch-Sendung. Zusätzlich ein bisschen leichten "Dampf" der schweren Zeiten in die Welt hinausstoßen, kann überdies befreiend sein ...

bei ihrem neuen Tanzstil, jetzt wieder im Sonnenschein.

Sie beschreibt sich selbst als eine "schlimme Quasselstrippe, die humorvoll und oft sehr direkt ist". Schön, dass sie es bei "Quasselstrippe" belässt - und dem heute kein "schlimm" hinzufügt. Man kann ihr gut zuhören, ohne genervt zu sein. Die richtige Dosis findet sie.

Als Schnibbelhilfe kommt Lea ins Haus. Zwar habe ich keinerlei Erinnerung an sie, aber vor ein paar Jahren war sie selber Kandidatin dieser Sendereihe. Brav bindet sie ihre Haare zurück, bevor sie sich ans Werk macht - und einen der wenigen Tipps, die sie

Hannelore gibt ... vergisst diese, anzuwenden. Sie schenkt den Wein erst ein, als ...


Das Menü

... die warme Vorspeise bereits vor ihren Gästen steht. Der gebratene Spargel samt diversen, vielen Gewürzen und Parmesankäse kommt gut an,

während die rohen Scheiben Kalbsfilet komplett durchfallen: ungewürzt ist der allgemeine Tenor. Überflüssig ein anderer.

Viel Lob gibt es für Hähnchenfilets, die sehr saftig sein sollen. Nein, es ist mehr als Lob: die Gäste sind "glatt aus dem Häuschen", dass die Filets nicht trocken sind.

Nicht so positive Worte fallen über die Rosmarin-Kartoffeln (angereichert mit Tomaten und Chorizo): sie seien zu hart.

Mascarponecreme ist ein Teil des Nachtisches. Der zweite besteht aus Kuchenteig, den sie zwischen je zwei Deckeln mit einer Mischung aus Butter und "Milchmädchen" füllt - und es Buttercreme nennt. Das ist beim Herstellen eine ziemlich unappetitliche Angelegenheit ...

Aber es gibt noch einen 3. Nachtisch-Teil: Espresso Martini.

Meine Aversion gilt dem "Milchmädchen"-Produkt, Martini mag ich auch nicht - aber ich muss hier keine Wertung abgeben - und kann verstehen, dass andere das völlig anders sehen.


Fazit

Selber würde Hannelore sich 7 bis 8 Punkte geben. Vielleicht ist diese Selbsteinschätzung ein Orientierungspunkt?

9 gibt Hans, je 8 Andreas und Mike, 7 Maja.

Mit 32 Zählern liegt sie am 2. Tag auf dem bislang 2. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia