Vorspeise: Frühlingsraviolo - Ricotta / geröstete weiße Mandel / Zitronen-Thymian / Erbsentupfer / Wermut-Beurre-Blanc
Hauptgang: Geschmorte Bäckchen, französisches Kartoffelpüree / Spargelspitzen, Rotwein-Madeira-Jus
Nachtisch: Whisky Parfait - flambierte Orange / karamellisierte Pekannüsse, kubanischer Kakao
"Jeder setzt die Grenze zwischen
Selbstbewusstsein und Arroganz selber!"
- Fuemido (*1979)
Selbstbewusstsein und Arroganz selber!"
- Fuemido (*1979)
Huch, wer kommt denn da reingeschneit? - Aber ich habe Glück, denn Patrizia steht nicht vor meiner Tür, ich nicht vor ihrer,
sondern ich sehe sie nur via Bildschirm. Jetzt werden allerdings trotzdem aus einer entspannten Stunde 75 lange Minuten, die zum Glück durch einige Werbesequenzen unterbrochen sind.
Die 54jährige Direktionsassistentin (wäre sicher gern selber Direktorin) stammt aus Fulda und ist vor vielen, vielen Jahren der Liebe wegen in die Schweiz gekommen. Die Liebe ist zerbrochen, Patrizia ist geblieben und will dort auch nie wieder weg. Und das, obwohl sie
sagt: "Schweiz - ein ganz anderer Kulturkreis als Deutschland."
Echt? Ganz anders? Meine einzige Züricher Bekannte habe ich vor vielen, vielen Jahren (nicht online) kennengelernt und uns haben keine Kulturschluchten getrennt. Wir sprechen dieselbe Sprache und müssen auch sonst keine Hürden überwinden, um einander zu verstehen.
Doch sicher kann Patrizia das besser einordnen als ich. Und wer würde sich schon gern mit ihr in
irgendeiner Frage streiten? Ärger mit Patrizia? Besser nicht!
Doch die Vox-Crew scheut sich trotzdem nicht, auch von ihr verbotene Ecken zu filmen ... die, je näher der Abend sich dem Ende neigt, je chaotischer aussehen.
Das Menü
Über den grünen Klee lobt sie die eigenen Kochkünste. Die haben ihr wohl auch zugeflüstert: "Du musst unbedingt einen Supper-Club ins Leben rufen."
Vielleicht sieht Patrizia dies als eine Art Generalprobe - und da man in z. B. Theaterkreisen durchaus von vergeigten Generalproben spricht, die bei der Premiere in einem Erfolg münden ...
Ich war noch nie in einem Supper-Club, also nehme auch ich das als Probesehen dafür: und ich sehe eine mehr und mehr im Chaos versinkende Küche, eine Gastgeberin, die sich oft die Finger abschleckt, und ich sehe, wie die Zeit verrinnt ... und Mitstreiter bereits gähnen.
Für ihre Gäste bedeutet das vor allem, dass sie manchmal auf ihre Gastgeberin verzichten müssen: zur Vorspeise vergisst sie
die Erbsentupfer - und eilt in ihre unübersichtlich gewordene Küche, um die Kleckse irgendwann nachzuliefern.
Ungemütlich!
Bei den Rinderbäckchen fällt mir das nahe Halloweenfest ein: die Bäckchen bilden die Handballen, je vier grüne Spargel die Finger, die obendrein verbrannt aussehen. Einer fehlt also schon ... vermutlich abgehackt. - Ich glaube nicht, dass diese schräge Ansicht von Patrizia gewollt ist.
Der Nachtisch verursacht ebenso wenig Jubelrufe wie der Hauptgang. Aber sicher ist es wichtig, dass der Kakao aus Cuba stammt.
Fazit
Am Ende sehe ich diese Ausgabe der Sendereihe als Spaß, denn, wenn ich mich ärgere, bringt es mich nicht weiter. Jeder Jeck ist eben anders, ob er aus Köln, Fulda oder Zürich stammt.
Die Punkte für Patrizia sind sicherlich liebgemeint:
je 8 geben Michelle, Riccardo, Kilian und Elena.
Summiert = 32 Zähler.
Plus ein paar Stunden Arbeit, um ihre Küche wieder auf Vordermann zu bringen.
Guten Morgen, Gruß Silvia



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