Freitag, 20. März 2026

18. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Lüneburg bei Radost




"Lüneburger Herbstgarten"
Vorspeise: Nocke & Bete - Rote Bete / Ziegenfrischkäse / Walnuss / Himbeere
Hauptgang: Knolle & Meer - Kabeljau / Selleriepüree / Brokkoli und Möhre / Dill-Hollandaise
Nachtisch: Ball & Beere - Tiramisu in weißer Schokolade / Haselnusssand / Himbeerpüree


Ich denke an nichts, wenn ich male, ich sehe Farben
- Paul Cézanne (1839 - 1906)

Malen ist ein Abtauchen in eine andere Welt, in der nicht jede und jeder natürlich einen Paul Cézanne-Moment treffen kann, sondern nur ein bisschen Freude hat.

Radost malt gerne, und ein paar ihrer Bilder hängen in ihrer Wohnung und werden gezeigt,

während ihre Tellerbilder diese locker übertreffen. Jeder Teller sieht wie gemalt aus, einfach nur hübsch. Und es staunen die Gäste,

die sich in der Pause zwischen Vorspeise und Hauptgang mit einem gemeinsamen Bild herumplagen, dass erwartungsgemäß gar nicht mal so schön ausfällt. Nicht nur

viele "Köche verderben den Brei", sondern auch ins Mal-Entertainment Hineingezwungene. Lilia versorgt ungeübt mit einem in der Hand schwingenden Pinsel sogleich die weiße

Wand. Die hat nun einen roten Flecken, der durch Wischen nur noch größer wird ... aber am Ende wird alles gut, der Fleck mit weißer Farbe überstrichen -

und Vox hat ein neues Highlight "im Kasten". Das Leben kann so einfach sein ...


Das Menü

Für die Ernte einiger Gemüsesorten erwartet die 29jährige Marketingexpertin Radost mit den tschechischen Wurzeln das TV-Team in ihrem Schrebergarten.

Radost zieht an einem Möhrengrün eine höchstens 3 cm lange aus der Erde - schwupps, die Szene entwickelt sich zum Lieblingsmotiv des Regisseurs und wird immer und immer wieder in jede Folge dieser Wochenausgabe

geschnitten. Ich fürchte mich bereits vor der nächsten Wiederholung ...

Das Menü ergibt sich aus der obigen Karte: von mir gibt es keinerlei Kritikpunkte. Die Gäste sehen es ebenso, während in der Vorspeise und dem Hauptgang ein wenig fehlende Würze bemängelt wird.

Das Highlight ist der Nachtisch: Die Tiramisu-Träume lauern unter weißen Schoko-Kugeln.



Fazit

Für die einen ein Traum, für die anderen ein Albtraum mit vielen Regeln - und noch mehr Nachbarn: ein Schrebergarten. Für Radost ist der Garten paradiesisch, also passt dieses Freizeitkonzept zu ihr.

Alina, immer freundlich, immer gut gelaunt, immer den anderen zugewandt - hebt nicht Radosts Gemüse aus dem Garten

besonders hervor, sondern das Tiramisu. Neben ihr hört Eugenio scheinbar ein wenig bedröppelt zu, denn auch er hatte eine Art von Tiramisu zubereitet - und das Bedröppelte täuscht, denn er stimmt in Alinas Loblied ein.

Die Punkte: je 10 geben Eugenio und Lilia, je 9 Robert und Alina.

Mit 38 Zählern bleibt sie so knapp wie möglich nur einen unter Roberts Bewertungspunkten zurück.

Einen "Nachteil" aber hat das Gewinnen in dieser Woche: der Gewinner oder die Gewinnerin darf als Zugabe das

gemeinsam hingekleckste Bild behalten.

Irgendwas ist ja immer ...

Und eines kommt auch immer wieder: heute, am 20. März 2026, beginnt um 15.46 der astronomische Frühlingsanfang.

Ich wünsche euch einen überaus schönen und unvergesslichen Frühling.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Donnerstag, 19. März 2026

18. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Lüneburg bei Robert



"Ein deutsch-polnisches Menü"

Vorspeise: Rote-Bete-Suppe mit Pilztaschen
Hauptgang: Kalbsbäckchen mit Kartoffelstampf
Nachtisch: Käsekuchen mit Waldbeeren


"Ich weiß nicht, was mit mir los ist", klagte der Kritiker. "Ob mir der Zahnarzt meinen Giftzahn gezogen hat?"
- Gerd W. Heyse (1930 - 2020)

Und der Kritiker würde seinen Giftzahn bis zum letzten Seufzer verteidigen, denn was dem Zahnarzt sein Bohrer - ist ihm seine spitze Zunge. Eine Gemeinsamkeit haben die beiden: es kann schon mal wehtun, wenn sie loslegen.

Völlig schmerzfrei verläuft jedoch die Begrüßung des TV-Teams, der die Zuschauer beiwohnen dürfen: die Tasse Kaffee als Roberts Anker in diesen ersten Minuten, ob nun überhaupt Kaffee drin oder ob sie leer ist. Sie ist ein Zeichen für diese Sendereihe - wie es die rote Kugel für den gesamten Sender ist.

Wenn es an meiner Tür schellt, habe ich inzwischen das Gefühl, dass noch vor dem Öffnen ein schneller Griff zur Kaffeetasse ein Muss ist. - Eindeutig konsumiere ich zu viel "perfektes Dinner". Dafür gibt es jedoch eine plausible Entschuldigung: nämlich keine.


Robert

ist 44 Jahre und Zahnarzt von Beruf. Gebürtig stammt er aus Polen und kam als 6jähriger nach Deutschland.

Er sieht sich als Perfektionist, und das ist natürlich erwünscht und hilfreich für seinen Beruf.


4 Katzen und 4 kleine Hunde

leben in dem Haus des Ehepaares Robert und Nadine. Früher - wann ist unklar - haben sie noch mehr Tiere gehabt.

Nadine liebt Tiere, Robert offenbar ebenfalls (außer evtl. Marienkäfer) - ich liebe Tiere:

Aber 8 Vierbeiner auf 32 Pfoten wären mir eindeutig zu viel. Da fallen mir Animal Hoarder ein, die auch mal kleiner angefangen haben ...

aber ganz sicher trifft das in diesem Fall überhaupt nicht zu.

Die Hunde sind heute ausquartiert und befinden sich in der Obhut von Nadine, während die Katzen bleiben ... und ich mich freue, dass es offenbar keinen der Gäste stört ...

obwohl Radost Katzen überhaupt nicht mag. Vermutlich mag sie auch keine Hunde. Und dies und das und jenes ebenfalls nicht.


Das Menü

Robert isst und verarbeitet gern Knoblauch - "am Patienten" trüge er ja einen Mundschutz. Der schützt allerdings kein Gegenüber vorm Geruch, denn so gut die Knolle schmeckt, so aufdringlich und unangenehm riecht sie noch viele Stunden nach dem Genuss nicht nur aus dem Mund, sondern auch aus den Hautporen.

Die Grundlage der Rote-Bete-Suppe ist eine Fleischbrühe. Die kleinen Ravioli, mit Pilzen gefüllt, ähneln einem Kunstwerk nach viel Übung - oder einem Backenzahn mit Füllung, denn viel größer sind sie nicht.

Der 2. Gang mit Kalbsbäckchen ist ein Schmorgericht, lässt sich gut vorbereiten und erledigt den Rest fast von allein.

Warum er den Kartoffelstampf mit Kohlrabi anreichert, um ihn cremiger zu gestalten - ich weiß es nicht. Andere nehmen Butter und Sahne - und verfeinern ihn vielleicht mit Sellerie, der viel mehr Geschmack als Kohlrabi hat.

Verliebt schaut Robert auf seine wirklich sehr schön angerichteten Teller.

Der Käsekuchen ist ein Käsekuchen - und je nach Rezept nimmt man dafür Quark oder auch Frischkäse - er nimmt beides.

Eugenio orakelt, dass es wichtig ist, welche Käsesorten man nimmt ... Gouda, Harzer, einen Schimmelkäse für die schönere Farbe ... oder was schwebt ihm vor?


Fazit

In dieser Woche gibt es einen speziellen roten Faden, der sich durch die Tage schlängelt: Radost ist kein Fleisch-Fan oder eher kein Fan von hochwertigem Fleisch (Bratwurst mag sie)... das wiederholt sie leiernd vor jedem Fleischgericht, um es dann doch schmackhaft zu finden.

So hat sie auch heute im Vorfeld Sorge, ob sie Kalbsbäckchen mag ... ihr Murmeltier kann sie steckenlassen, denn im Nachhinein schmeckt es ihr - und sie langweilt.

Am 3. Tag gibt es endlich ein gutes Dinner,

das der Gastgeber selber mit 9 bis 10 Punkten bewerten würde.

9 Punkte für mich = phantastisch! - 10 Punkte für mich = phänomenal!

Das Dinner ist sehr gut, aber weder phantastisch noch phänomenal.

Die Punkte: 9 gibt Eugenio, je 10 Alina, Radost und Lilia.

Mit 39 Zählern setzt er sich verdient am 3. Tag auf den bislang 1. Platz.

Au Backe! Diese Bewertung macht ihm sicher große Freude.

Und wenn man sie in Relation zu den zwei vorherigen Dinnern betrachtet, ist das heute tatsächlich perfekt. 


Guten Morgen, Gruß Silvia



Mittwoch, 18. März 2026

17. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Lüneburg bei Eugenio



"Kulinarische Poesie - drei Strophen für den Gaumen"

Vorspeise: „Sonetto verde“ - Gemüseflan, umhüllt von einer Parmesancreme
Hauptgang: „Canto di bosco“ - Wildgulasch, begleitet von Drillingen und karamellisierten Möhren
Nachtisch: „Ode al dolce autunno“ - Tiramisu mit karamellisierten Äpfeln und Karamellkeksen, veredelt mit Mascarpone-Creme


Die Satire ist die Poesie unserer Zeit.
- Aus Griechenland

Satire ist zwar keine Poesie, und sie kommt häufig in der älteren Form als "Spottschrift" rüber als dass sie wirklicher Satire ähnlich sieht. Satire kann nicht jeder, der es von sich glaubt, denn sie ist eine Kunstform und für die bedarf es Künstler. Meistens ist Satire nicht von Komik, Parodie oder gar Polemik zu unterscheiden. Vielleicht entscheidet am Ende der Konsument, was für ihn Satire bedeutet - und was einfach nur polemischer Unsinn ist.

Es gibt so vieles, was falsch etikettiert ist, und so will auch Eugenios Menü-Titel

"Kulinarische Poesie - drei Strophen für den Gaumen"

hoch hinaus - und scheitert kläglich. - Und da kommen die Konsumenten ins Spiel, die gleichzeitig seine Gäste und Konkurrenten sind - und urteilen milde bis großartig, obwohl nach der reinen Ansicht der

drei "Strophen" sicher niemand dieses Lied noch einmal singen möchte.

Der 37jährige Eugenio ist Italiener aus ganzem Herzen und schwärmt von seiner Heimat, von deren Poesie und Speisen ... und rühmt sich, dass das weltbekannte Tiramisu in seiner Heimatstadt Treviso "erfunden" worden ist. Ich überprüfe das jetzt mal nicht,

muss aber anmerken, dass er genau mit dieser Nachspeise eine absolute Schlappe hinlegt: und das auch in den Augen der Gäste.

In Italien war er Volleyball-Profispieler, später auch in Deutschland - bis er das Profilager zugunsten einer Trainerstelle im Jahr 2018 aufgegeben hat. Warum er jetzt

Import-Sachbearbeiter ist, erzählt er nicht. Aber Trainer tanzen ja oft im übertragenen Sinn auf einem heißen Blechdach, vielleicht sogar im Volleyball-Sport.


Das Menü

Der Gemüseflan wird als würzig gelobt. Und diese Vorspeise ist der einzige Gang, den ich nicht von vor dem Bildschirm beurteilen kann. Sagen kann ich, dass hier vielleicht etwas Brot und eine kleine Salatgarnitur fehlen.

Gulasch aus Reh- und Hirschfleisch ist der Hauptbestandteil des 2. Ganges: dem Gulasch mangelt es an Soße, das Fleisch sieht zerkocht aus, die Drilling-Kartoffeln machen einen blassen, traurigen Eindruck - wie Steine, die einen einst blühenden Garten ersetzt haben.

Das Tiramisu ist eher ein Schichtdessert mit gekauften, irgendwelchen Keksen, Puddingpulver und Joghurt als Beigabe zur Mascarpone. Hoffentlich sieht das niemand in Treviso ...


Fazit

Während des Vorabinterviews lässt sich ein Marienkäfer auf Lilias Schultern nieder - und bringt Robert völlig aus dem Konzept, er muss ihn entfernen. - Normalerweise haben viele Leute Angst vor dem Zahnarzt, doch der Zahnarzt Robert hat seltsamere Ängste ...

Radost entdeckt die Welt des Fleisch-Essens! Könnte man sagen, denn obwohl sie keine Vegetarierin ist, mochte sie bisher lieber Bratwurst als Sonstiges aus Fleisch. Bis gestern ... da hat ihr das Fleisch bereits so gut geschmeckt wie es auch heute der Fall ist.

Sie ist jetzt Fan von Wildfleisch. - Ich bin eher kein Fan von ihrer offenbaren Naivität, die sich immer wieder einen Weg bahnt ...

Während Robert wegen niedlicher Marienkäfer herum-monkt, findet er für die beiden ersten Dinner Worte, die eines Pfarrers würdig sind:

"Und wenn dies der letzte (perfekte Dinner)-Tag wäre, so hätte sich für das gestrige und heutige Essen die Teilnahme schon gelohnt."

Schluss jetzt, bevor ich auch noch herumschwafele.

Die Punkte: 9 gibt Alina, je 8 Robert, Radost und Lilia.

Mit 33 Umdrehungen steht Eugenio am 2. Tag auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 17. März 2026

16. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Lüneburg bei Alina



"Herbstzauber"

Vorspeise: Kürbis-Ingwer-Suppe mit Bacon-Topping
Hauptgang: Rind mit Kartoffel-Parmesan-Stampf, Röstzwiebeln und wildem Brokkoli
Nachtisch: Zwetschge trifft Vanille


Des kleinen Mannes Sonnenschein:
Saufen und besoffen sein.

- Deutsches Sprichwort

Vermutlich stammt das Sprichwort aus einer Zeit, als Frauen noch gar nicht wirklich wahrgenommen worden sind - aber Männer bereits unangenehm auffällig waren. Die

27jährige Alina ist geradeheraus, nimmt kein Blatt vor den Mund und brüstet sich, dass sie ihre Bewerbung für diese Sendung

im Suff verfasst hat.

Sie reist auch gern zum Ballermann. Nein, das denke ich mir nicht aus, das steht in einer "Bauchbinde".

Vox sollte in den Bewerbungsbogen dringend eine neue Frage aufnehmen: Wie hoch ist gerade dein geschätzter Promillewert?

Alina ist beruflich Disponentin für Fahrerlaubnis beim TÜV - ob es dabei auch um erneute Fahrerlaubnisse nach Suff-Fahrten geht, weiß ich nicht.

Auf jeden Fall ist sie locker drauf, und mit ihrer Mutter, die ihr das Schnibbeln abnimmt, stößt sie erst einmal gegen 10.00 Uhr mit

Fürst Metternich an. Im Verlauf wird so mancher weitere Schluck von den Kameras begleitet, denn das Leben muss schließlich gefeiert werden, und eine Teilnahme an dieser Sendereihe sowieso.


Das Menü

Die Kürbis-Ingwer-"Suppe" leidet dann nicht an allzu viel Flüssigkeit, wie die meisten präsentierten, beliebten Suppen dieser Art ist sie breiig.

Für den Hauptgang-Schmorbraten muss sie erst einmal nach einem Rezept googlen, ist aber ansonsten von ihren Kochkünsten sehr überzeugt. Da gäbe sie sich an schlechten Tagen eine 6 und an guten eine 9.

Einfacher als mit einem Rinderschmorbraten kann es sich eigentlich weder eine 6er- noch eine 9er-Köchin gar nicht machen.

Den Gästen erzählt sie später: "Ich habe ohne Rezepte gekocht."

Alkohol kann vergesslich machen. Das sollte man nie vergessen.

Der Nachtisch mit dem Zwetschgen-Crumble sieht ganz nett aus.


Fazit

Der Zahnarzt Robert erzählt der TV-Crew schon vorab - und ohne drei weitere Teilnehmer zu kennen - dass sie sich glücklich über diese Runde schätzen können.

Unterdessen gucke ich an diesem Alina-Abend auf eine kahle Wand und drei Gänge, die wohl niemanden so recht in helle Begeisterung versetzen.

Groß ist Alinas Bemühen, witzig rüberzukommen, und sie möchte die Zuschauer auch wirklich gut unterhalten - so ganz gelingt es ihr trotz allem Einsatz nicht.

Die Punkte: je 9 geben Eugenio und Robert, je 7 Radost und Lilia.

Diese Uneinigkeit ergibt summiert 32 Zähler.

Alina legt die "Latte" nicht hoch - nur die Punkte sind hochgeschminkt und verbergen Tatsachen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 14. März 2026

14. März 2026 - Wenn Männer einkaufen gehen ...


Wir brauchen neue Grenzwerte der geistigen Umweltverschmutzung.
© Helmut Glaßl (*1950)


Wenn Männer einkaufen gehen ... hat man sie zumindest für eine Weile aus dem Haus.

Es geschah vor ein paar Tagen bei Edeka:

Der Mann ist das Oberhaupt der Familie war gestern, denn mancher ist das Oberhaupt der allgemeinen Bestimmung über

Plastiktüten. Und die, gelinde gesagt, gilt es um jeden Preis zu verhindern.

Plastiktüten verringern das Selbstwertgefühl, das man voll und ganz der ewigen Nachhaltigkeit widmet.

Es gibt Tage, da feiern Möhren und Äpfel und Birnen ein Fest - und auch Möhren, Birnen und Äpfel möchten Individuen bleiben

und sich nicht in Tütchen aneinander quetschen.

So ein Kerl stand vor mir an der Kasse - während ich lediglich ein einziges Teil aufs Band gelegt habe, das er vor mir vollgestopft hatte mit

Salaten, Gemüsen und allem gesunden Kram - angeordnet wie Soldaten im persönlichen Kopf-Heer, bereit zum Angriff auf alle Widerständler  -, den man sich kaum vorstellen kann, um am Ende 

knapp 130 Euro zu löhnen.

Das ist ein Anhaltspunkt dafür, wie lange ich warten musste - mit meinem bescheidenen einzigen Teil, das ich am Vortag vergessen hatte einzukaufen.

A b e r : das ist nicht die Krux!

Die Gesinnung auslöffeln, die dieser Kerl hat, musste die Kassiererin:

etwa 1 Kilo oder mehr Möhren - jene ohne Grünzeug und nicht in einem Bund - legte er aufgereiht neben ebenfalls viele einzelne Äpfel und Birnen korrekt aufs Band, während sich anderes Gemüse bis zum Ausreizen des Bandes stapelten. So sieht übrigens gesundes Leben aus,

präsentiert von einem Typen, der in seinen Nächten sicherlich Albträume von Plastikverpackungen hat. Gut, dass wir gerade keine Kirschenzeit haben ...

Es hat ihn nicht daran gehindert, ein Päckchen Zigaretten zu verlangen, das sich von Plastik umwickelt langsam den Todsünden nähert, denen er in seiner selbst geschaffenen Hölle eigentlich entkommen will.  Er würde wohl die Zigaretten lieber einzeln kaufen.

Die Kassiererin: "Also wirklich - es geht ja gar nicht, alles einzeln aufs Band zu legen .. Es gibt Netze ..."

"Es gibt auch andere Geschäfte ...", orakelte der Verbissene, der wohl auch dort genau so über seine Gesinnung stolpern würde oder bereits gestolpert ist.


Möge ihn der Frust zuhause mit Voodoo-Puppen samt passender Nadeln und  ewiger Nachhaltigkeit treffen, denn alleine lebt wohl keiner, der für

130 Euro

Obst, Gemüse und Salate in Mengen einkauft, das bisschen Käse (für die kleine Sünde zwischendurch) nicht zu verschweigen.

Am Ende hat er zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Öko-Terrorismus gegen "Unbelehrbare", der zu verhindern gewesen wäre, indem er die wiederverwendbaren Netze gekauft hätte, die es im Laden gibt - 

und jeglichen Frust hat er obendrein abgelassen, als gäbe es dafür keinen besseren Ort als die Kasse eines Supermarktes.

Anstatt ein Foto von der Misere zu machen, habe ich an Popcorn gedacht. Popcorn wäre das Richtige für dieses Schauspiel gewesen.

Ich hätte es mir glatt vom Band gemopst, aber so etwas hatte er natürlich nicht draufgelegt.

Auch keine Schokolade, denn die macht ja glücklich.

Aber von A wie Auberginen bis Z = Zitronen war alles vorhanden, was jeden Gemüse-, Salate- und Früchtejunkie in den

7. Himmel treibt. Und alle anderen in den Wahnsinn, die

jedoch sofort wieder zufrieden sind, wenn sie solch einen nicht zu Hause haben und zum Einkaufen schicken müssen.

Im übrigen schätze ich Nachhaltigkeit sehr, aber es gibt Alternativen, die es verhindern, dass jemand an der Supermarktkasse zum

nervigsten Kunden des Tages wird.

Jedenfalls war die Kassiererin frohen Mutes, dass sie den Stinkstiefel für diesen Tag hinter sich gelassen hat - und ihr fortan nur noch gutgelaunte Kunden gegenüberstehen würden.

Offenbar hat sie hierin Erfahrungen ...


Guten Tag, Gruß Silvia



13. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag am Bodensee bei Andreas



„Drei Länder, null Kalorien (haha, fast)“ - Regional / bodenständig / authentisch
Vorspeise: „So ein Nüssli-Käse - und alle lieben es“ - Käsewähe / Salat / Walnuss / Feige
Hauptgang: „So zart kann nur der Herbst schmecken“ - Rind / Spätzle / herbstliches Gemüse
Nachtisch: „Des Kaisers Früchtchen“ - Schmarrn / Apfel / Zwetschge


Alles und nichts ergötzt den Narren.
- Karl Gottlob Schelle (1777 - um 1825), deutscher Philosoph

Nachdem Andreas sich gestern als geläuterter, ehemaliger Adrenalin-Junkie zu erkennen gegeben hat,

setzt er sich heute die "Hänsele"-Narrenkappe auf und überrascht, überrumpelt und bringt seine Mitstreiter zum Lachen. Hänsele ... ist ein Narrenverein, und es ist kein Wunder, dass ich von diesem noch nie etwas gehört habe, denn Fasching, Karneval und das Leben der Narren ist mir

als Dortmunderin fremd. Sein Kostüm sieht pompös aus und sehr, sehr farbenfroh.

Das Narrentum verbindet er heute zur Feier der finalen Veranstaltung des "Dinners" am Bodensee mit einem kräftigen, nicht so gefährlichen Adrenalinausstoß, wie er ihn früher gebraucht hatte:

er ist Teilnehmer beim "perfekten Dinner" und als dieser im Fernsehen, was durchaus für den Anstieg von Adrenalin sorgen kann. Adrenalin steigert die Herzfrequenz, lässt den Blutdruck in die Höhe gehen und erweitert die Atemwege.

Manchmal soll es auch Zuschauer vor den Bildschirmen geben, die einen erhöhten Adrenalinausstoß erfahren ... ich gehöre nicht dazu, sondern nehme es wie es mir präsentiert wird.


Das Menü

Der 43jährige Andreas ist Vertriebsleiter in einem Hotel-Konzern und weltweit unterwegs. Da er Österreicher ist, der in Deutschland lebt und in der Schweiz arbeitet,

ist sein Menü dreigeteilt - und seine Freundin und "bessere Hälfte" Jessica hilft ihm mit Schnibbelarbeiten - und der Rettung eines Teiges.

Die Käsewähe der Vorspeise ist ein herzhafter Kuchen, der mit vielen Käsesorten gefüllt ist. Die Gäste bekommen sogleich Appetit auf die weiteren Gänge.

Rinderbraten ist ein Rinderbraten. Viel misslingen kann nicht. - "Wir achten auf die Regionalität - und ein bisschen auch aufs Tierwohl", erzählt Andreas. Was ist denn ein bisschen?

Der Kaiserschmarrn misslingt - oder doch nicht? Offenbar und nach den Aussagen der Gäste misslingt er eher.

Ich habe einmal probiert, ihn zuzubereiten - und das ist total "in die Hose gegangen". Seitdem traue ich mich nicht mehr daran - aber es gibt ja Alternativen. Oder doch nicht? Ist der Kaiserschmarrn so einzigartig? Ich weiß es nicht.



Fazit

Auch heute gibt es zwischen dem Hobby-Koch und seiner Schnibbelhilfe die üblichen Küsse, die vor den Kameras beinahe schon zum Konzept aller Kandidaten gehören.

Ob es diese regelmäßigen Küsse für ein paar Handgriffe des Helfens auch ohne Kameras gibt? Ich kann die eigene gestellte Frage natürlich nicht beantworten.

Aber ich merke, dass ich gegenüber Andreas voreingenommen bin, und das auf die sehr positive Art: Seine Statur- und überhaupt erinnert er mich 

an meinen einzigen Onkel, den Bruder meines Vaters. Nur hatte mein Onkel braune und nicht blonde Haare. Aber vielleicht ist Andreas Blondschopf die Schöpfung eines Friseurs?

Es gibt ja kaum noch blonde Menschen! - Und das erinnert mich an etwas anderes, denn meine ursprünglich blonden Haare sind nach vielleicht drei oder vier Jahren langsam nachgedunkelt. Aber mein Vater hatte bis zu seinem Lebensende eine meiner blonden Locke (lockig sind sie auch nicht geblieben) in seiner Geldbörse aufgehoben.

Die Punkte für Andreas: 8 gibt Carina, je 7 Luke, Jörg und Chiarina.

Mit 29 Zählern ist er der Letzte in dieser Runde: aber wie heißt es so schön: die Letzten werden die Ersten sein? - Natürlich nicht mehr in diesem Theater.

Es gewinnt Jörg mit 38 Umdrehungen.

Piep, piep, piep - sie haben sich alle lieb - können sie sich nicht verkneifen! Ein Spruch, der vielleicht ursprünglich dafür gedacht gewesen ist, Kindern das Essen schmackhaft zu machen?

Ich weiß es nicht. - Nur Andreas weiß lt. eigenem Bekunden alles besser.

Mir fällt ein, dass es einen Unterschied zwischen Leuten gibt, die wirklich vieles besser wissen und Leuten, die man Besserwisser nennt. - Zu welcher Art Andreas gehört: keine Ahnung. Immerhin gibt es kaum Leute, die wirklich alles besser wissen ...

Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende. Wir erwarten heute bei leichtem Dauerregen maximal bewölkte 4 Grad plus.

Dabei müsste heute die Sonne scheinen, denn mein Blog hat Geburtstag: 12 Jahre gibt es ihn bereits.



Guten Morgen, Gruß Silvia



Freitag, 13. März 2026

12. März 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag am Bodensee bei Luke



"Wilder Herbst"

Vorspeise: Wildes Carpaccio, beeriges Mousse, Chips, Rübli-Baguette
Hauptgang: Rosa Rücken, herbstliche Klöße, speckige Bohnen
Nachtisch: Wilde Grütze, gekochte Sahne


Liebe auf den ersten Blick
bleibt als Sehstärke-Test umstritten.

- KarlHeinz Karius (*1935)

Im Hinblick auf die Liebe zwischen Luke und Bianca hat dieser Sehstärke-Test natürlich funktioniert, und als erstes ist ihm via Internet aufgefallen, wie hübsch Bianca aussieht - was er ihr auch sogleich geschrieben hat. Genau auf diese Anmache sollte man

im Netz besser nicht reinfallen. Nicht immer stecken gute Absichten hinter netten Worten.

Doch in diesem Fall ging alles ratzfatz - dem ersten persönlichen Treffen folgten zwei weitere Tage fürs Kennenlernen, so dass sie bereits am dritten Tag ihre Haushalte zusammengewürfelt haben und seitdem zusammenwohnen. Inzwischen sind sie miteinander verheiratet, haben einen zweijährigen Sohn und einen

hübschen Labradoodle plus Ahnentafel, den sie "Spike" genannt haben.

Auf Schönheit komm raus gemixt, sind diese Tiere die reinsten Überraschungspakete. Der "Erfinder" dieser Mischlinge, die sich Designerhunde nennen, distanziert sich wohl inzwischen von seinem Eingriff in die Natur, der nicht wirklich geglückt ist. Man sollte das Gottspielen grundsätzlich unterlassen.

Weniger heikel ist das Motorrad-Hobby des 28jährigen Luke, der als Verwaltungs-Angestellter in einer Gebäudereinigungsfirma arbeitet. Gefährlich bleibt es auf jeden Fall.


Das Menü

entspricht seinen Wünschen, den Jagdschein machen zu wollen. Ob es ein Wunsch bleibt, steht in den Sternen - und vielleicht sogar seinem familiären Glück entgegen. Sein 2jähriger Sohn vermisst ihn bereits in dieser Woche, wie Luke erzählt, denn er ist glatte fünf Tage in Richtung TV unterwegs. Die meisten dieser Stunden wird der Kleine allerdings schlafend verbringen ...

Das Motorrad will auch bewegt werden - und für einen Jagdschein muss er viel lernen.

Das Fleisch für sein Dinner hat ein Jäger aus der Region geschossen.

Als Vorspeise reicht er Carpaccio von der Rehkeule. Andreas muss den Geschmack suchen - und findet ihn nicht. Aber die Teller sehen hübsch aus, das bleibt wichtig für Luke. Denke ich.

Weiter geht es mit einem Rehrücken, Bohnen im Speckmantel plus Kartoffel-Kürbis-Klößen.

Hier soll Knoblauch den Fleischgeschmack zerstört haben. Viel zu wenig Soße zu den Klößen vervollständigen die Kritik.

Die Rote Grütze im Nachtisch ist keine Grütze, sondern eine Suppe mit Obst.


Fazit

Ich erfreue mich an dem schönen Blick auf den Bodensee, denn dort werden die Vorabinterviews geführt. So finde ich in beinahe jeder der "Dinner-Ausgaben" etwas, das mir gefällt ...

Die Punkte für Luke: je 8 geben Carina, Jörg, Chiarina und Andreas, und am Ende summiert sich das auf 32 Zähler.

Weiterhin liegt Jörg auf dem bislang 1. Platz.

Dabei hatte Luke bereits schöne familiäre Pläne für die Gewinn-Summe von 3.000 Euro ... eine Reise mit dem kleinen Wohnmobil. Aber die Reise muss ja nicht flachfallen, er muss sie nun nur selber zahlen.


Guten Morgen, Gruß Silvia