Donnerstag, 3. September 2026

2. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch im Ruhrgebiet bei Katrin



"Fusion aus amerikanischer und deutscher Hausmannskost"
Vorspeise: Diner Sampler vs. Brotzeit - Buffalo Chicken, Ranch und Cracker / Mac‘n‘Cheese / Landbrot, Schinken und Bergkäse
Hauptgang: Rolling Beef Burger / Laugen-Brioche-Buns / Potato Skin / Red Coleslaw
Nachtisch: Pumpkin-Strudel



"Dass Amerika entdeckt wurde, war erstaunlich. Noch erstaunlicher wäre gewesen, wenn Amerika nicht entdeckt worden wäre."
- Mark Twain (1835 - 1910)

Selbst die Bundeswehr hat Amerika für sich entdeckt. Das Bundeswehrkommando "German Armed Forces Command, United States and Canada" ist in Virginia beheimatet.

Und heute bringt die 37jährige Katrin einen Teil ihres us-amerikanischen Speiseplans in Holzwickede auf den Tisch, verknüpft es mit etwas deutscher Beteiligung, aber erinnert vor allem an ihre vielen Kindheitsjahre in den USA. Es waren nicht nur viele Jahre, sondern auch viele verschiedene Orte: als Bundeswehrsoldat musste ihr Vater flexibel sein und seine Familie natürlich notgedrungen ebenfalls.

Der unschätzbare Vorteil für Katrin bestand darin, zweisprachig aufzuwachsen. Am Ende hätte sie ihre Muttersprache beinahe verlernt ... meint sie. Glaube ich nicht. Das spricht zwar einerseits für Integration, andererseits lebten sie auch in den USA manchmal sicher in einer deutschen Blase. Aber

locker hätte sie diverse heute ausgestoßene Flüche ebenso in englischer Sprache über den Sender bringen können.

Die Gäste tragen Katrins amerikanischen Erinnerungen Rechnung und erscheinen mit Cowboy-Hüten zum Abendessen in Holzwickede. Wer hat denn so schnell solch einen Hut zur Hand? Ich tippe mal darauf, dass Vox das inszeniert und jedem eine Kopfbedeckung verpasst hat - weil es einfach dem

Klischee entspricht. Aber in all ihren Wohnorten der USA kam z. B. das Texas der Cowboys gar nicht vor ...


Das Menü

ist umfangreich und viel zu unübersichtlich, um es näher zu beschreiben. Selbst Katrin kommt mental an ihre Grenzen. Und sie hat sich das ausufernde Paket selber vorgenommen. Ein wenig hilft ihr

Cousin Daniel beim Schnibbeln. Daniel hat vor 12 Jahren gemeinsam mit einem anderen Kandidaten das "perfekte Dinner" mit 32 Punkten gewonnen.

Die großen Holzbretter der Vorspeise mit den vielen Zutaten erinnern an "in Amerika ist alles groß". Ich wäre danach bereits satt ... aber ich war nicht eingeladen.

Burger zum Hauptgang mit einer Anleihe an in Deutschland bekannte Rouladen als Fleischbelag. Burger eignen sich nicht für ein Dinner, das von TV-Kameras begleitet wird. Da ist die Kunst des eleganten Essens gefragt ... Burger und elegant, eine Mischung, die kaum je gelingt.

Kürbis-Apfel-Strudel ist der letzte Gang. Hierzu würde mir der "amerikanische Gaumen" fehlen. Mir erschließt sich nicht, warum Katrin nicht einfach den Kürbis weglässt. Na ja, weil es amerikanisch sein soll. Klar. Dünner

Strudelteig hält mühsam Kürbis- und Apfelstücke zusammen. Das Ganze wirkt wie ein Obst-Gemüse-Salat mit etwas Teig drumherum.


Fazit

In dieser Runde hat Gabriel die Rolle des rundum zufriedenen Gastes übernommen. Schon gestern bei Franzi hat er alles gelobt - und heute findet er wieder nur freundliche Worte fürs Menü. Einzig Kürbis entspricht nicht seinem Geschmack ...

Franzi kritisiert lieber als dass sie lobt. So ist der Fisch, der ihr als Pescetarierin alternativ gereicht wird, nicht durchgebraten. Vielleicht mag sie es eher richtig tot. Doch dass sie Rouladen-Soße auf ihrem Teller findet,

hätte wirklich nicht passieren dürfen. Katrin ist allerdings an ihre Grenzen angelangt. Selbst die zuvor sehr schön aufgeräumte Küche sieht nun wie ein Trümmerfeld aus.

Eines lobt Franzi dann doch noch, und zwar ausgerechnet den Nachtisch. Ich erkenne: jeder tickt anders, und das meinetwegen gern.

Kurz vor dem Ende der Veranstaltung erfahren wir, dass Katrin in einer Musicalgruppe Mitglied ist. In einer für die Zuschauer kurzen Sequenz singt ihr Kollege Tim (so heißt er, glaube ich) ein

Lied aus dem Musical

"9 to 5 - Warum bringen wir unseren Chef nicht um?"

Das ist ein Musical von Dolly Parton, die zu dem Zeitpunkt der Dreharbeiten noch gelebt hat. Vor kurzem ist sie mit 80 Jahren verstorben.

Die Punkte für Katrin: 8 geben Gabriel und Tim, 7 Maike und 6 Franzi.

Das ergibt die Summe von 29 Zählern und den vorläufigen 3. Platz am 3. Tag.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Mittwoch, 2. September 2026

1. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag im Ruhrgebiet bei Franzi



"Pretty in Pink"

Vorspeise: Pinker Lachs mit Kartoffel auf einem Salatbett
Hauptgang: Pinke Tortellini - Garnele / Gemüse
Nachtisch: Alles Quark mit Pink - Schokolade / Erdbeere und Honig



Mit Kondomen ist es wie mit Polizisten,
mit ist sicherer, ohne schöner!

- Marco Gruettner (*1985)

Es wäre in der Tat eine paradiesische Welt, wenn man einfach keine Polizisten brauchen würde. Aber Eva hat uns das mit einem einzigen Apfel versaut: nachhaltig, für alle Zeiten.

Aber heute geht es nicht um die wichtigen Positionen von Polizisten, sondern um die 25jährige Franzi, die in diesem Beruf arbeitet. Gemeinsam lebt sie in Dortmund-Hörde mit ihrem Kollegen und Freund Jonas. Sie wohnen in der Nähe des Phoenix-Sees, eines künstlichen Gewässers, auf dem früher das Stahlwerk Phoenix gestanden hat. Die Arbeiter nannten es damals liebevoll "Frau Phoenix".

Doch kaum etwas bleibt wie es ist: bis auf zum Beispiel die Hörder-Ecke, in der Franzi und Jonas wohnen. Ich bin früher oft dort vorbeigekommen, meistens durchgefahren - trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass ich diese Stelle,

an der sich heute die Gäste versammeln, wiedererkenne. Aber genau das ist passiert.

Und damit ich mich auch gleich selber wiedererkenne, höre ich Franzi sagen, dass die Dortmunder schroff im Umgang sind. Was natürlich nur der Ehrlichkeit geschuldet und auch keinesfalls böse gemeint ist. Dann wird

Franzi sicherlich kein Problem damit haben, dass ihr Dinner-Tag hier und da etwas schroff kommentiert wird. Nicht nur in Dortmund, sondern vielleicht auch in Leipzig oder Hannover oder Niederzissen.


Das Menü

"Pretty in Pink" nennt sie ihr Menü, und "Pink" ist hier ebenso großzügig interpretiert wie der Begriff "Pretty".

Den Lachs unterzieht sie mit Hilfe von Jonas einer Hauruck-Blitz-Beize.

Die Reibekuchen backt Jonas allein - und Franzi überfrachtet lapidar die Feststellung des Teams, er erledige zu viele Arbeiten für einen Schnibbel-Helfer mit einem:

"Das ist schon in Ordnung."

Die Reibeplätzchen wärmt sie später im Backofen auf, während vorab etwa 2 ärmlich aussehende Salatblättchen zu 3 Mini-Scheibchen Lachs schon mal auf die zu großen Tellern für dieses kleine Ereignis gelegt werden. Trotz versuchter Färbung mit Roter-Bete: die Scheiben bleiben lachs-orange.

Auch die selbst hergestellten und mit Garnelen-Farce und mehr gefüllten Tortellini geben ein völlig anderes als ein pinkes Bild ab: sie sind braun mit einem sehr kleinen Rotstich.

Dem Quarksouffle fehlt es ebenso an der Wunschfarbe.

Und offenbar ist der farbliche Effekt nicht der einzige, der auf der Strecke bleibt.


Fazit

Nur einen minimalen Abzug würde Franzi sich selber geben: sie bemängelt die Tortellini. Ansonsten bescheinigt sie sich ein "perfektes Dinner".

Jetzt korrigiere ich mal ganz schroff, aber natürlich gar nicht böse gemeint, dass ich hier eine völlig andere Wahrnehmung habe und

auch die folgenden Punkte nicht wirklich verstehe:

je 9 geben Gabriel und Maike, je 8 Katrin und Tim.

Das ergibt die Summe von 34 Zählern für ein Dinner, das nicht einmal den Augen ein "Mitessen" gönnt.

Ein Kükenbonus ist nicht nur hier, sondern generell nicht angebracht: wer sich bewirbt, muss kochen und sich auch durch etwaige Kritik quälen.

Die 25jährige Polizistin im Streifendienst hat während ihrer Arbeit auch nicht den Bonus einer Jüngeren, sondern muss voll einsatzfähig sein.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 1. September 2026

31. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag im Ruhrgebiet bei Gabriel



"Pott küsst Frankreich"

Vorspeise: Pistazie / Brioche / Tomate
Hauptgang: Angus / Pomme de Terre / Pilz
Nachtisch: Vanille / Himbeere / Schokolade und Pistazie


Ver-Kumpelt?

Ursprünglich nannten sich Bergmänner "Kumpel", denn unter Tage musste man sich sehr aufeinander verlassen können - und das Wort "Kollegen" hätte dies nicht wirklich ausdrücken können. Gefahrensituationen waren nicht eben selten - bis hin zu großen Unglücken.

Sie hatten sogar ihr eigenes Lied "Glück auf, der Steiger kommt" - Gabriel stimmt es an, weil in dieser Sendereihe grundsätzlich gern Klischees bedient werden.

Maike kann damit gar nichts anfangen, denn von Fußball hält sie nichts ... Und nein, die Kumpel haben untertage keinen Fußball gespielt. Im übrigen stammt das Lied aus dem Erzgebirge und ist bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Da müsste auch eine Frau, die aus Sachsen? stammt, irgendwann einmal eine kurze Berührung mit dem Allgemeinwissen gehabt haben ...

Gabriel erzählt, dass in seiner Schule dieses Lied täglich angestimmt worden ist ... d a s habe ich (in Dortmund geboren) selber nie erlebt, und ich kenne auch niemanden, der mir davon erzählt hat.

Doch der 56jährige gelernte Einzelhandelskaufmann Gabriel darf nicht nur das bekannte Lied anstimmen, sondern den ersten Tag in dieser Ruhrgebiet-Runde bestreiten. Er wohnt in Dortmund-Kirchhörde und ist

gerade auf dem Weg, sich mit einer Weinbar selbstständig zu machen. Die soll zu einer Begegnungsstätte werden. Und wenn sich dort dann

alle Gäste sogleich ver-kumpeln

wie es heute wieder einmal der Fall unter den Kandidaten ist, dann kann das nur zu einem Erfolg führen.

Gabriel erwartet eine Super-Woche - das flüstert ihm seine Menschenkenntnis.

Und auch Tim und Maike legen sich fest, zumindest, was Franzi betrifft: dass sie beim Anstoßen kleckert, macht sie schließlich so was von sympathisch ... und dass sie künftig nur noch einmal täglich anstoßen möchte, auch.

Kleckern passiert: aber weder ist das sympathisch noch unsympathisch. Es ist nur Kleckern.


Das Menü

Zur Vorspeise reicht er neben einer Pistazien-Suppe Brioche.

Beef Bourguignon vom Angus-Rind soll die Gäste zum Hauptgang erfreuen. Das Kartoffel-Gratin packt er in jeweils kleine Förmchen - und der Ansicht nach enthalten sie mehr Käse als Kartoffeln.

Der erste Abend endet mit Creme brulee, Himbeersorbet und je einem Schokotaler.


Fazit

Im Scherz meint Gabriel, für sein Menü seien 12 von 10 Punkten angemessen. In der Realität erwartet er 8 (plus) Punkte. Ich lehne mich aus keinem Fenster und habe keine Meinung dazu.

Die Punkte: je 8 geben Franzi und Maike, je 7 Katrin und Tim.

Das ergibt die runde Summe von 30 Zählern.

Immerhin hat Gabriel sich gut "verkauft", war unterhaltsam und hat mir obendrein wieder einmal gezeigt,

dass ich an meiner Menschenkenntnis noch ordentlich arbeiten muss. Ich bin darin einfach nicht schnell genug.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 29. August 2026

29. August 2026 - Regiolekt im Ruhrgebiet - Gibt es den noch?






Regiolekt im Ruhrgebiet - Gibt es den noch?

Über Dialekte macht man sich gern lustig oder erfreut sich an ihren Ursprüngen, die jedem Fremden beweisen, wo man herkommt und wo man sich zu Hause fühlt. Und das "sich zu Hause fühlen" ist ein dichtes Nebeneinander mit dem "Zuhause zu sein".

Dialekte sind wie eine klammernde Umarmung,

die an der jeweiligen Heimat andockt.

Jeder Schlag liegt dicht an der Seele und gibt dem Herzen die Berechtigung, stets weitermalochen zu wollen in dem Rhythmus des

Gewohnten, Gekannten und des Vertrauten, das sich wie die reinste Zärtlichkeit anfühlt.

Ich gehe durch das Ruhrgebiet, und im Gepäck habe ich diesen

Regiolekt,

der so gern oder ungern Vokale unnötig in die Länge zieht ... oder

datt und watt 

einfach ins Spiel bringt, weil ein jeweiliges "s" anstelle des doppelten "t" doch nur der einwandfrei beherrscht, der nicht hier geboren worden ist.

Das und was also anstatt datt und watt.

Eine kleine Entgleisung, der auch fehlende Endbuchstaben hinzugerechnet werden können - oder anstatt "Guten Tag" einfach "Guten Tach" hinpfeffert,

 weshalb es u. a. auch nur ein Regiolekt und kein Dialekt ist. Mir entfährt das eine und das andere, wenn ich mich besonders wohl und sicher fühle,

während es noch lange nicht bedeutet,

das ich je "Komm bei mich bei" höre oder

"tu die Omma ma winken" - und ähnliche Unterstellungen, die man uns sprachlich anlastet.

Hört man es doch - kann es sein, dass sich jemand vermutlich mittels solcher Ausdrucksweise selber aufs Korn nimmt.


Eher war es bei mir immer ein langgezogener Vokal, wenn man mich gefragt, wo ich

geboren bin: Dooortmund!

Diese seltsame Buchstaben-Vermehrung kam mir jedoch bei anderen vokalhaltigen Wörtern nie über die Lippen.

Im Laufe der Jahre ist auch das "Dooortmund" zugunsten von Dortmund verlorengegangen. Als hätte ich die Lust an etwas Einzigartigem ausgetilgt.. In Wahrheit war ich nur nicht willens, dem

Erwarteten zu entsprechen, weil ich es einfach anders gelernt hatte. Hochdeutsch eben!

Heute ist alles anders. Die langgezogenen Vokale und vielleicht sogar ein paar spezielle Ausdrücke, die es hier und nur hier gibt,

haben sich längst versteckt. Sozusagen sind sie geflüchtet. Und im Hochdeutschen angekommen.

Stattdessen höre ich auf meinen vielen Wegen durchs Ruhrgebiet mindestens

100

verschiedene Sprachen.

Und ich glaube, hinter all den fremden Sprachen steckt nicht e i n Gedanke, ein kleines bisschen z. B.

Ruhrgebiet

oder Bayern oder Schleswig Holstein oder Rheinland-Pfalz werden zu wollen,

sondern immer in Syrien, Afghanistan und anderen Ländern zu Hause zu bleiben - nur eben anderswo.

Ach ja, wir Menschen aus dem Ruhrgebiet sprechen vor allem gern Tacheles: schnörkellos, ungeschönt, manchmal sogar unvorsichtig voreilig ... 



Guten Tag, Gruß Silvia




28. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in der Pfalz bei Tobias


"Drei Gänge, eine Reise"
Vorspeise: Zwischen Wasser & Erde - Zander / Linsen / Chorizo / Apfel / Dill
Hauptgang: Essenz des Abends - Kalbsfilet / Kartoffelsoufflé / Erbse / Jus
Nachtisch: Finale der Sinne - Weiße Schokolade / Rhabarber / Pistazie



In einer idealen Welt hätte jeder Hund ein Heim und jedes Heim einen Hund.
- Aus Griechenland

Der letzte Tag in dieser Woche beginnt mit einer guten Nachricht für Hundefreunde: Tobias' Hund Bonito ist wieder zuhause. Und das, was Tobias

"einen Grashalm" nennt, war sicherlich eine Granne, die sein Hund verschluckt hat. Das sind sehr tückische Gefahren, an denen Hunde jedes Jahr wochenlang vorbeigehen müssen. Meine

Momo kennt das Wort "Grannen" und stuft es ein wie "Pfui". So weiß sie Bescheid, dass sie dort nicht schnuppern darf. Ich hoffe, Tobias kennt die Gefahren auch - obwohl man es nie zu 100 Prozent verhindern kann, dass ein Hund eine verschluckt oder sich eine tief in seine Haut hineinbohrt. Die Biester können nämlich auch durch die Luft fliegen und schlimme Qualen verursachen.

Bonito hatte Glück, denn er musste nicht operiert werden.

So kann Tobias seinen Dinner-Tag locker angehen und hier und da seine umfangreichen Kenntnisse der Gastronomie an seine neuen Freunde weitergeben. 15 Jahre hat er in seinem Beruf als Hotelfachmann gearbeitet,

auch lange Zeit in der Sternegastronomie.

Vor 6 Jahren ist er von Berlin in ein kleines pfälzisches Dorf gezogen und lebt mit seinem Partner Thomas in einem schönen Haus mit Garten, Pool, vielen Außen- und Innen-Treppen ... und ganz viel Stille. Als einziges Event in diesem Dorf

ist nach der Weihnachtszeit ein Weihnachtsbaum-Weitwerfen angesagt. Auf dem Niveau einer Weltmeisterschaft?

Somit kennt er die besten Baum-Weitwerfer des Dorfes (oder sogar der Welt) ... oder ist vielleicht selber einer von ihnen. Oder sein Freund Thomas ist der beste Baum-Weitwerfer ... alles ist möglich in dieser seltsamen Disziplin.

Am letzten Montag stand in einer "Bauchbinde" unter Tobias, dass er ledig sei. Das stand ebenfalls bei Allie. In meinem Beitrag zu diesem Tag habe ich das aufgegriffen. - Zwar kann ich kaum glauben, dass ich mich derart verlesen haben könnte. Aber wer weiß.


Das Menü

Die schicke neue Küche hat Tobias seinem Schwager "abgeschwatzt". Viel Überredungskunst anstelle vieler Euros?

Der Hauptdarsteller der Vorspeise ist Zander auf einem Linsenragout. Linsen jeglicher Art abseits von Suppen ... sind wohl modern. Mir schmecken Linsen nur zur Herbst-Winter-Zeit in Suppen. Aber das ist natürlich kein Kriterium, das hier ins Gewicht fällt.

Sehr interessant ist das Apfel-Dill-Tatar zur Vorspeise.

"Kalb ist Kopfsache", meint Allie - und Lorene nickt dazu. Ohnehin denke ich, das sich hier Zwei zwar nicht gesucht, aber gefunden haben ...

Man sehe sich mein Foto der zwei Kälbchen an, die sehr zärtlich zueinander sind. Sie haben bereits vor einer Ewigkeit den Weg zum Metzger finden müssen ... zumindest lebten sie vorher auf einer Weide.

Kartoffel-Souffle begleitet das Kalbsfilet und wird in dieser Sendereihe nicht oft gesehen. Es sieht sehr gelungen aus. Ob ich mich auch mal trauen sollte? Es wäre genau nach meinem Geschmack.



Fazit

Lorene macht zum Hauptgang eine Ansage Die sie vielleicht lieber zurückhalten will? Ich weiß es nicht, ich kenne sie schließlich nicht. Sie kritisiert, ob gern, ungern - oder ob "wie gerufen":

Hundehaare im Essen.

Sie hätte es Tobias zuflüstern können ...

Meine Momo hat kein Fell, sondern Haare - und haart darum nicht. Hört sich paradox an, ist aber so.

Doch ich hatte über viele, viele Jahre Katzen (mein Kater Lucky ist über 20 Jahre alt geworden) - und habe nie ein Katzenhaar in meinem Essen gefunden. Obwohl sie manchmal wie wild herumgesprungen sind ... und täglich neue Haare weggesaugt werden mussten.

Aber vielleicht war sein Hund durch den Klinik-Aufenthalt nachhaltig gestresst - und hat mehr Haare verloren ... wir Zuschauer haben allerdings keinen Hund gesehen. Und

i r g e n d w i e kann ich das kaum glauben. Tobias arbeitet sehr sauber. - Es gab schon viele Kandidaten, die Hunde haben: offenbar ist bei ihren das Fell auf dem Hund geblieben - und nicht auf den Tellern gelandet.

Die Punkte für Tobias: 7 gibt Stefan, je 8 geben Lorene, Maxin und Allie.

Die nur 31 Punkte für das schön aussehende Dinner - (viel mehr kann ich selber natürlich nicht beurteilen) überraschen mich ...

Es gewinnt Lorene den Jackpot - und lässt sich feiern.

Ich feiere nicht mit, sondern gucke jetzt in der Mediathek eine Krimi-Episode aus der Reihe "Mord mit Aussicht", und zwar

"Ein krummer Hund".

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten hier maximal 23 Grad, 6 Sonnenstunden und insgesamt wechselhaftes Wetter.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 28. August 2026

28. August 2026 - Ein Paar, ein Ehepaar, Freunde oder einfach zwei Wildfremde




Ein Paar, ein Ehepaar, Freunde oder einfach zwei Wildfremde

Durch die leerer gewordene Einkaufsstraße finden sie am frühen Abend den Weg in ein Restaurant. Beide haben ihre Blicke starr in Smartphones versenkt, dass man bereits eine Ahnung davon bekommt, was der Menschheit noch blüht:

irgendwann geht sie nicht mehr aufrecht, weil sich die Halswirbelsäule verkrümmt hat und die Köpfe bedrohlich herunterhängen. Aber das ist noch nicht heute das Problem,

denn diese beiden Leute laufen beim Betreten des Lokals beinahe gegen die Glasscheibe. Es wird wohl

Zeit, dass diese dauergenutzten kleinen Geräte seine Nutzer vor Hindernissen warnen.

Wie durch eine neblige Zauberwand finden sie einen freien Tisch und plumpsen auf ihre Stühle, ohne den Blick vom Telefon zu lassen. Das ist eben nicht nur ein

Telefon, sondern die ganze Welt, die in diesen Smart-Phones steckt. Eine Welt, die permanent einfordert, die

wirkliche Welt viel weniger zu beachten als die virtuelle.

Man könnte beinahe denken, der Teufel hätte sich mit diesen Handys verbündet, um sie u. a. im Straßenverkehr verunfallen zu lassen oder zumindest hin und wieder gegen Laternen laufen zu lassen, damit der Dachschaden seine Konsequenz bekommt.

Ein Kellner eilt zu seinen neuen Gästen, aber die wenden den Blick nicht von dem Wichtigsten in ihren Leben ab,

sondern rufen eine Seite im Internet auf, die die Speisekarte des Lokals bereithält. Der Mann und die Frau zeigen auf das Gewünschte,

und das gelingt ihnen, ohne ein einziges Wort zu sagen.

Sie starren weiter in den "Sinn ihrer Leben" und wischen rauf und runter, verharren kurz, bevor sie weiterwischen ... ohne dass der 

Beobachter vom Tisch schräg gegenüber weiß, was sie denn pausenlos so interessiert. Er gehört zu den wenigen, die unterwegs völlig ohne Blick in die Internet-Welt auskommen.

Dann tippt die Frau etwas ins Telefon, und der Beobachter hofft, dass sie dem Mann ein paar freundliche Worte schreibt. Der Mann tippt auch etwas, aber die Blicke der beiden treffen sich nicht. Jeder von beiden könnte auch irgendwem auf der großen weiten Welt etwas schreiben ...

oder sie werfen nur einen schriftlichen Kommentar unter irgendeinen Content, der sie brennend interessiert.

Das Essen wird an ihren Tisch gebracht und nebenbei verschlungen, denn den Hunger kann das Gerät noch nicht ersetzen. Aber den Genuss vereiteln?

Erst als die Rechnung gebracht wird, gibt es ein paar Wörter, und nicht nur der Kellner ist erstaunt, dass diese Leute wirklich sprechen können. Es gibt eine

ziemliche Diskrepanz zwischen den Preisen in der Online-Karte zu den aktuellen, die im Lokal verlangt werden. Das verursacht eine

kurze Aufgeregtheit des Paares ob der gestiegenen Preise zu der offenbar nicht sorgfältig gepflegten Internet-Seite.

Schließlich zücken sie zur Bezahlung ... natürlich eines ihrer Handys. Im Kopf formulieren sie bereits eine Beschwerde für eine schlechte Restaurant-Bewertung. Glaubt der Beobachter, weiß er aber nicht.

Er wendet seinen Blick von ihnen ab, denn er erkennt, dass er nicht viel besser ist als diese zwei Leute: immerhin hat er sich für sie

genau so intensiv interessiert wie sie für ihre Handys.

Das Paar, die Freunde, das Ehepaar ... verlassen den Laden.

Und wenn ich hier am Ende nicht mehr den vollen Titel wiederhole, ist es sehr gut möglich, dass aus diesem Paar oder auch dem Ehepaar und ganz vielleicht auch zwei Freunden

in nicht allzu weiter Ferne Wildfremde werden, weil sie einander täglich mehr ans www. verlieren.


Guten Tag, Gruß Silvia


27. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in der Pfalz bei Lorene


"Una cena da nonna"
Vorspeise: Sette bello - Orecchiette / Zucchinitürmchen / Pulposalat / Tomate-Mozzarella / Seppioline ripiene / Auberginensalat / Zucchiniblüte gefüllt mit Ricotta
Hauptgang: Un caro saluto di Antonietta - Braciole / Zweierlei Polenta / gratinierter Fenchel / Zitronenbohnen
Nachtisch: Tette delle monache - Nonnenbrüste / Zitronen-Minz-Granita


Kinder lassen sich nicht so leicht von der Oma abnabeln.
© Manfred Hinrich (1926 - 2015)

Wie so vielen ergeht es auch Lorene, und so ist das Wort "Oma" heute eines der am meisten verwendeten. Und die Wunde, die ihre Oma Antonietta hinterlassen hat, ist noch frisch: sie ist erst vor kurzer Zeit verstorben.

"Sie war meine wichtigste Bezugsperson", sagt Lorene und erzählt von der Pizzeria, die ihre Oma gehabt hat und dass sie quasi dort aufgewachsen sei.

Heute ist Lorene 36 Jahre alt, mit Jerome verheiratet, von dem sie ebenso schwärmt: Vox zeigt einen Rückblick auf die vergangenen Tage, an denen sie ihn oft äußert lobend erwähnt hat.

Drei Kinder hat das Ehepaar. Und ein weiteres "Kind" ist ein alter Foodtruck, den sie noch restaurieren wollen, um dann

in der Tradition von Antonietta italienische Köstlichkeiten an den Mann und die Frau zu bringen.


Das Menü - "Ein Abendessen bei Oma"

Wenn jemand eine Schnibbelhilfe dringend benötigt, dann Lorene. Auch mit der Hilfe Marias, mit der zusammen sie eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht hat,

hat sie bereits mehr als genug zu tun,

Gerichte aus dem Repertoire ihrer Nonna umzusetzen.

Allein die Vorspeise beinhaltet 7 Kleinigkeiten, die jede für sich viel Zeit in der Vorbereitung in Anspruch nimmt. Für den genaueren Überblick empfehle ich die Internet-Seite chefkoch.de

Italienisch gefüllt sind die Rouladen: mit u. a. Schinken, Parmesan-Käse aus einer großen Tüte und Petersilie.

Bei der aufwändigen vegetarischen Alternative sollte sich Maxin im Nachhinein schämen, dass sie für Tobias nicht einmal einen Ersatz für die von ihm ungeliebten Pilze liefern konnte ...

Gleich dreimal fertigt Lorene den Teig für die Nonnenbrüste neu, aber ihr Backofen ist wohl zu feingeistig, um sie am Ende wie Brüste aussehen zu lassen ... nein, sicher hat sie einen anderen Fehler gemacht. Das Aussehen verändert aber offensichtlich nicht den Geschmack.


Fazit

Einen Moment lang denke ich, dass Allie vergessen hat, zu ihrem voluminösen Oberteil ein paar passende Hosen anzuziehen, aber

dann interessiert mich das auch schon wieder nicht mehr.

Etwas Schlimmes trifft Tobias: sein Hund ist mit einer noch unklaren Diagnose in der Tierklinik. Er soll vielleicht etwas verschluckt haben.

An dieser Stelle und in der gleichen Situation wäre für mich der TV-Auftritt vorbei: ich könnte mich gar nicht mehr konzentrieren - und mein Appetit hätte sich völlig verabschiedet.

Aber jeder ist anders, und sicher ist sein Hund nicht allein in der Tierklinik, sondern mit einer anderen vertrauten Person.

Die Punkte für Lorene: 10 gibt Stefan, je 9 Maxin, Allie und Tobias.

Mit 37 Zählern liegt sie am 4. Tag auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia