Samstag, 8. August 2026

8. August 2026 - 20 Jahre "Goodbye Deutschland" - und Daniela Katzenberger war dabei ...

Werte!


Vor ein paar Monaten bin ich im TV-Programm auf dem Parkett des Universums des Katzenberger-Cordalis-Clans ausgerutscht - und es hat sich angefühlt, als wäre ich eine Gafferin bei einem Unfall, die das Wegsehen außer Acht lässt, sobald sie lustlos in anderen Programmen nicht fündig wird - oder mit sich selber nichts anzufangen weiß.

Greifbar simpel sind die Werte, die diese Leute vertreten, denn es dreht sich alles darum, einen verblassenden Ruhm aufzuhalten, der ohnehin niemals wirklich verständlich gewesen ist, aber dennoch absolut real war.

Hineingezogen wird ein Kind, 10 oder 11 Jahre alt, bei dem sich die Frage stellt, welche Werte es auf seinen bisherigen Lebensweg mitbekommen hat. Den Wert, zu spielen, den Wert einen

kleinen Hund geschenkt bekommen zu haben, von dem dann gar keine Rede mehr ist, weil er nur den Reiz eines Vorbeigehenden hatte, der unwichtig war - und schnell missachtet wurde? Wie ein lebloses Spielzeug!

Da hält der Traum des Kindes vom Catwalk sicherlich länger als die Zuneigung zu einem Lebewesen, das in seinem kleinen Leben dringend


Werte und Beständigkeit brauchen würde.

Klar, dass die heute 11jährigen vermutlich nicht mehr (unbedingt) mit Puppen spielen, denn sie sind oft bereits winzige Erwachsene, die sich in ihrem eigenen Universum um sich selber drehen - eben genau so, wie es ihnen die Eltern vorleben. Oder eben so wie es viele Eltern ihren Kindern g a n z anders vorleben.

Klar, dass ein Kind wie das der Katzenberger und des Cordalis in 3, 4 oder spätestens 5 Jahren erwachsen ist - und sie sich in vielleicht

50 Jahren fragt, warum sie eigentlich keine wirkliche Kindheit gehabt hat.

Und traurig, dass solche Kindheits-Werte von einem Privat-Sender vermarktet werden, als zeigten sie die normale Welt auch vieler anderer Kinder,

die aus ganz anderen Gründen ebenfalls keine Werte kennen.

Werte bedeuten:

Zuwendung, Zuhören können, Kind sein, wenn man Kind ist, sich erwachsen verhalten, wenn man es ist, Empathie, Verantwortung, Nachsicht, Einsicht, Niederlagen, Erfolge, und mit beidem klarzukommen. Lernen, lernen, lernen und alles Gelernte aufzusaugen wie einen Schwamm,

ohne ein Schwamm zu sein, der alles Widerwärtige einfach wegwischt.

Früher war nicht alles besser, aber vielleicht war die Tatsache, dass es früher so viel weniger Möglichkeiten gegeben hat, für viele der normale Anstoß, Kinder das Kindsein genießen zu lassen, während man sie im Erwachsenwerden nach ihren eigenen Sternen greifen ließ, und auch ein Scheitern in Kauf genommen hat, ohne dass das Leben

dadurch gleich sinnlos geworden wäre.

Im übrigen gibt es genug und andauernde Warnungen, sein Kind nicht öffentlich zu präsentieren, denn wer weiß, in welchen dubiosen Kanälen seine Bilder

landen - und was dort damit veranstaltet wird.

Traurig!

Und doch nur e i n trauriges Kapitel im heutigen Reality-TV.

Guten Tag, Gruß Silvia


8. August 2026 - Der Astronaut und der Neurochirurg






Der Astronaut und der Neurochirurg



Der Astronaut sagt, er habe noch nie Gott gesehen

Wir sehen als Menschen kein ultraviolettes Licht oder auch kein längerwelliges. Und noch vieles mehr ist für unsere Augen unsichtbar. Manchmal sogar das Naheliegende, das wir sehen  k ö n n t e n, aber gern übersehen.

Der angebliche Beweis, dass Unsichtbares nicht existiert, ist folglich unbewiesen.

Der Astronaut Juri Gagarin (1. Mensch im Weltall) hat gesagt, dass er Gott im Weltall nicht gesehen habe. Wie auch, denn er war ja nicht an dem Ort, an dem

Gott vielleicht doch existieren könnte, sondern nur in unmittelbarer Nähe zur Erde, die oft recht gottlos erscheint.

Die russische Propaganda hat es jedoch als Beweis genommen, dass Gott nicht existiert, obwohl das von dem Astronauten gar nicht gemeint war.

Gagarin soll ein gläubiger Christ gewesen sein, der nun - nach seinem frühen Tod mit nur 34 Jahren - vielleicht weiß, ob es Gott gibt oder eben nicht. Vielleicht deshalb, wenn es dann noch ein Bewusstsein gibt.

Philosophen streiten über die Existenz Gottes - und mussten oder müssen, wenn sie noch leben, darauf warten, ob ihre jeweiligen Thesen der Wirklichkeit entsprechen. Diese Wirklichkeit kann natürlich

leichter verneint als bejaht werden.

Und es wäre lustig, wenn sich manch einer posthum in den Arsch beißen könnte, weil er der Welt nun nicht mehr mitteilen kann, was er endlich weiß und ihr voraus hat.

Aber wir wissen, dass wir nicht viel wissen. Also - zumindest die halbwegs klugen Menschen wissen das.



Der Neurochirurg sagt, er habe noch nie einen Gedanken gesehen

Hier trennt sich die Geschichte, dass man Gott im Weltall sehen könnte, wenn es ihn gäbe  - in einem vergleichbaren

Beispiel, das sicherlich keine Zweifler zu

Gottes Existenz bekehren könnte, aber das auch gar nicht will.

Menschen klammern sich gern an etwas Tröstendes, vielfach auch nur, um schlechte Zeiten besser zu durchleben. 

Der Neurochirurg ist kein Philosoph, der in offenen Gehirnen von Patienten nach ihren Gedanken sucht, sondern konzentriert am puren Gewebe arbeitet.

Und währenddessen kann er keinen Gedanken des vor ihm liegenden Menschen   s e h e n.

Inzwischen kann er an offenen Gehirnen operieren, während die Patienten wachgehalten werden - und mit ihnen sprechen,

aber das ist nicht das gleiche, als könne er Gedanken sehen.


Vielleicht ist Gott

ohnehin nur ein Gedanke, der in die Welt hineingesetzt worden ist und der tröstet. Dann ist es gut und richtig, an ihn zu glauben. Es tut ja niemandem weh, nimmt niemandem etwas weg und kann beflügeln, wenn es sonst niemanden gibt, der dies übernimmt. Aber auch in guten Zeiten kann dieser Gedanke an Gott vielleicht Wunder bewirken, die es ohne ihn nicht gäbe: und das, ob es ihn gibt oder nicht gibt.


So finden der Astronaut und der Neurochirurg zueinander

... denn der eine kann Gott im Universum nicht sehen - und der Neurochirurg sieht keine Gedanken, obwohl der

"Apparat" dazu direkt vor ihm liegt.


Welches Thema ist schwieriger?

Gott - oder die Gedanken von Menschen.

Hier bin ich eindeutig: es sind die Gedanken von Menschen.

Denn das andere - ob es kommt wie der christliche Glaube es besagt oder ein Nichts sein wird - erkennen wir erst nach dem Tod, oder eben nicht. Vielleicht schlafen wir dann nur ohne Bewusstsein und ohne Erinnerungen. Das wäre auch in Ordnung.


Guten Tag, Gruß Silvia


 

7. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Köln bei Tobias


"Brauhaus x Bistro"
Vorspeise: Amuse Köln - Röggelchen mit Comté, vegane Blutwurst und Süßkartoffel-Reibekuchen, frisches Tatar auf Baguette, Stößchen klare Rinder-Consommé
Hauptgang: Rôti Mariné - Sauerbraten vom französischen Rind, dazu Süßkartoffel-Praliné auf Pumpernickel mit französischem Rotkohlsalat
Nachtisch: Crème Cologne - Crème brûlée mit und aus Kölsch an Erdbeereis


Adam und Eva lebten in Paris
- Stilblüte/Humor aus Kindermund

Adam heißt hier Tobias und ist Ur-Kölner, während Eva Sylvie genannt wird und als Französin aus Paris stammt. Und wie es so war

mit dem Paradies, so ist es in diesem Fall auch mit Paris, nur ohne Apfel-Beteiligung:

Sylvie ist Tobias vor 26 Jahren nach Köln gefolgt, sie haben geheiratet und drei Kinder bekommen, die längst erwachsen sind.

Der 58jährige Tobias ist Inhaber einer Werbeagentur und lebt mit seiner Frau in Köln-Ehrenfeld. Und vielleicht kommt

irgendwann für jeden die Zeit, in der er denkt, er könne sich doch mal fürs "perfekte Dinner" bewerben.

Wie schön, dass VOX seine Bewerbung angenommen hat.

Und wie interessant, dass Cordula sein Menu "humorvoll" nennt.


Das Menü

Tobias geht nicht auf Nummer Sicher, sondern kocht sein Herzensmenü, das Köln und Paris zusammenbringt, etwas, das für ihn schon lange zusammengehört.

Und wenn man sich nicht für eine Richtung entscheiden kann, kann durchaus etwas Originelles dabei herauskommen.

Er nennt sein Menü kreativ mit einer guten Geschichte, aber er sei sehr entspannt, weil er sicher ist, dass er nicht gewinnen wird. Ob er das

erst seit dem Vortag denkt oder mit diesem Grundgedanken an die gesamte Challenge herangegangen ist, wer weiß. Aber Frederiks Menü hat ihn so begeistert,

dass er ihm als einziger 10 Punkte gegeben hat - und hat damit voll ins Herz des Publikums getroffen.

Die Vorspeise sieht einfach zum Mitschlemmen-Wollen aus: ein Fake-Kölsch, das eine Consommé mit Schäumchen ist, ein Halver Hahn, neu interpretiert. Reibekuchen und mehr.

Der Brückenschlag zwischen Frankreich und Köln lohnt sich für uns Zuschauer.

Shirin im Vorfeld zum Sauerbraten: "Lange Garzeit, innen rosa." - Okay, ich habe dann eben keine Ahnung vom Kochen.

Tobias nimmt Roastbeef für den Sauerbraten, der in der Tat innen rosa ist - weil er nicht wie ein klassischer Braten gegart wird.

Die Creme Brulee mit etwas mehr Milch als Kölsch ... ist innovativ.


Fazit

Das Menü und der gesamte Abend spiegelt Tobias Liebe zu seiner Heimatstadt und zu der Heimat Sylvies wider.

"Die Gruppe ist der Hammer", sagt er, "und wir werden nächste Woche in ein Sozial-Loch fallen." Zumindest verstehe ich akustisch "Sozial-Loch", ein schön gewähltes Wort.


Dieses "Sozial-Loch" ist ohne Kameras bereits gestopft worden, denn die Gruppe hat sich bereits wiedergesehen (vor der Ausstrahlung) - irgendwo an einem der Orte, an dem einer der Kandidaten sich besonders wohl fühlt - genauer habe ich das wegen des schnellen Abspulens nicht mitbekommen.

Und hier noch die Punkte für Tobias: 10 gibt Shirin, je 9 Frederik, Cordula und Patrick.

Das ergibt eine Summe, die den Super-Hobby-Koch Frederik mit 37 Zählern um einen Punkt übertrifft.

Shirin hat am letzten Tag gutgelaunt die Kurve genommen und war nicht mehr die mürrisch aussehende und an allem herummäkelnde Kandidatin,

sondern begeistert von allem, auch vom Drum und Dran. Launisch eben! Und heute war ihr Gute-Laune-Tag.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute maximal 27 Grad bei 15 Sonnenstunden.




Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 7. August 2026

7. August 2026 - Von Hengasch über Dallas und zurück




Von Hengasch über Dallas und zurück

Heike Schäffer ist noch immer die trauernde Witwe von Dietmar, und da hilft es wenig, dass Irmtraud Schäffer, die Mutti ihres "Bären", von Zeit zu Zeit zum Kaffeetrinken und Besserwissen vorbeikommt, um mit ihr den

neuesten Hengasch-Klatsch durchzuhecheln, neu aufzubereiten und vielleicht ein paar Kleinigkeiten aus der Ideen-Kiste hinzuzufügen, damit sich der Tratsch nicht vor lauter Langeweile totläuft.

Beide jedoch verbindet die Trauer um Dietmar, der im Polizei-Dienst zum Wohle der Allgemeinheit ums Leben gekommen ist. Das hat für

Irmtraud die Konsequenz, dass er ein Held ist.

Heike hat ihn eher als ihren treuen "Schluffen" in Erinnerung, dem niemand das Wasser reichen konnte - und mit dem es so entspannend gewesen ist, Tierfilme zu gucken. Aber auch lockere Abenteuer auf dem Küchentisch bleiben ihr im Gedächtnis. Und unvergessliche Tage in Holland, in denen sie nichts außer ihr Wohnwagen-Inneres gesehen haben.

Noch hat sie es nicht geschafft, sich neu zu verlieben, weil sich zwischen jedem Gesicht eines Mannes, das ihr gefällt ...  automatisch das von Dietmar drängt.


Bärbel

Erst kürzlich haben Heike und Bärbel(chen) gemeinsam und miteinander am Telefon geweint. Bärbel hat nach Dietmars tragischem Unfalltod den Dienst quittiert, weil sie sich ohne ihn wie auf verlorenem Posten gefühlt hat. Dann wollte sie  s e i n e n

Lebenstraum erfüllen und die mittlere Laufbahn im öffentlichen Dienst anstreben. Das hat irgendwie nicht geklappt -

nun ist sie Trauerrednerin, was ihrem seit Dietmars Tod traurigem Gemüt nahekommt. Für diesen Job ist sie allerdings in eine Großstadt gezogen - einfach, weil dort mehr Menschen sterben.


Sophie Haas

ist wieder in Köln - und dank ihrer mannigfaltigen Erfahrungen mit Mord und Totschlag in der Provinz ist ihre Karriere in Köln so gesichert wie das Einatmen von Weihrauch im Kölner Dom.

Seit ihrer Zeit in Hengasch macht ihr kein Mörder mehr ein X für ein U vor - wer Hengascher Morde aufklären kann, der schreckt vor gar nichts mehr zurück.

Oder wie Sophie heute gerne in einem ihrer seltenen sentimentalen Momente sagt: "Wer es in Hengasch schafft, der schafft es überall."



Irmtraud Schäffer

geht alles pragmatisch an und meint "Ach, Muschi, wir sind doch Figuren in einer TV-Reihe, und da kann man immer etwas drehen."

Heike, die ihren Kosenamen "Muschi" schon lange nicht mehr gehört hat, sieht die Schwiegermutter ihrer Albträume erstaunt an. Figuren kann man verschieben, denkt sie - aber doch keine

Heike Schäffer!


Dallas

"Wer war gestorben", fragt Irmtraud und fachsimpelt serienvertraut, "und stand ein Jahr später wieder putzmunter unter der Dusche?"

Es gab damals zornige und zynische Kritik für einen unlogischen Drehbuch-Kniff - aber am Ende war die Freude über diese Rückkehr größer.

"Bobby Ewing", kontert Heike, die sich gern an ihren Schwarm früherer Jahre erinnert. Immerhin war Bobby der einzige Nebenbuhler, den Dietmar akzeptieren konnte. Der lebte eben weit genug von Hengasch entfernt.

Könnte der "Bär" also auch das gleiche Schicksal akzeptieren - und einfach an einem Mittwochmorgen um 7.35 Uhr  pitschnass

aus der Dusche kommen, seine Muschi in den Arm nehmen und ihr Erstaunen

mit einem "Man, man, hier ist wieder mal was los ..." wegwischen?


Ja, das ginge,

aber Bjarne Mädel hätte wohl etwas dagegen ...

Wer nicht weiß, wer das ist, kann gerne Google fragen.


Guten Tag, Gruß Silvia



6. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Köln bei Frederik


"Noch nie in Asien, aber Hunger drauf"
Vorspeise: Warm werden mit rohem Fisch - Hamachi / Avocado und Wasabi / Kaviar / Fenchel
Hauptgang: Schweinebauch auf Weltreise - Süßkartoffel und Kokos / wilder Brokkoli
Nachtisch: Yuzu hat das letzte Wort - Yuzu / Ananas / Pandan / Miso - Sorbet / Ragout / Mousse / Sauce



Ruhm ist flüchtig wie Alkohol. Und steigt ebenso gern zu Kopfe.
© Erhard Blanck (1942 - 2024)

Ruhm ist wohl auch der falsche Ausdruck für eine Teilnahme an dieser Sendereihe, obwohl sich die eine - Shirin - nicht mit diesem bekleckert,

während der andere - Frederik - heute das perfekte Dinner abliefert, auf das alle Zuschauer stets hoffen.

Der 33jährige Frederik ist Bartender und hat eine Ausbildung als Hotelfachmann. Würde man ihn in eine Profi-Runde setzen und als Koch ausgeben ... wäre das genauso glaubhaft. Als beruflicher

Mixer von Drinks ist er auch privat mit jeder Menge Flaschen alkoholischen Inhalts ausgestattet. Dagegen ist mein Foto aus einer Kneipe geradezu bescheiden.

Verteilt in der Wohnung stehen so viele Flaschen, dass die Inhalte für Alkoholvergiftungen des ganzen Stadtviertels ausreichen würden, in dem er lebt. Er könnte damit aber auch ein flottes, lustiges Straßenfest ausstatten - und zur flüssigen Nahrung ein paar Häppchen seiner Kochkunst reichen.

Genussfreunde vor den Bildschirmen kommen heute voll auf ihre Kosten.

Und er schüttelt sein Können am Herd locker aus dem Handgelenk, mit dem er sonst die Cocktail-Shaker durchwirbelt. Haben Bartender eigentlich oft Probleme mit Sehnenscheidenentzündungen - und sind sie noch immer die Zuhörer eines späten Gastes am Tresen, der seinen Drink mit eigenen Tränen verwässert?

Frederik seinerseits hat heute keinen Grund, traurig zu sein und ist ein absoluter

40-Punkte-Kandidat.

Aber dazu müsste objektiv nach den Vorgaben bewertet werden und somit danach, ob alles gut gekocht und zubereitet ist - und nicht nach dem eigenen rein subjektiven Geschmack.


Das Menü

fordert Frederiks ganze Aufmerksamkeit, ohne dass ihn die tausend Schritte hin zu einem perfekten Dinner auch nur ein klein wenig überfordern. Er kann es einfach,

inklusive einem bisschen Show-Mathematik beim Abwiegen für die Zutaten der Gurkenvinaigrette.

Die gehört zur Vorspeise und beinhaltet u. a. noch rohe Gelbschwanzmakrelen-Stücke.

Vielleicht ist der rohe Fisch das Problem: Shirin mag den nur gegart. Für sie und Patrick gibt es als Alternative eingelegte Auberginen - und zum Probieren zusätzlich den Fisch.

Den Fisch lädt sie dann ziemlich demonstrativ auf Tobias' Teller. Und natürlich findet sie noch andere Kritikpunkte, aber die lasse ich weitgehend außen vor. Sie würden nur meinen Beitrag zerstören.

Der glasierte Schweinebauch zum Hauptgang ist das Highlight des Abends. Shirin scheint nur zu hören und zu registrieren, dass es Schweinefleisch ist ... "Das gibt es nie bei mir", sagt sie.

Frederik ist ein Künstler am Herd, und ich verliere den Überblick über die vielen nötigen Handgriffe, die er aus dem "Ärmel schüttelt".

Auch der Nachtisch ist ein Hingucker.

Obwohl ich persönlich Ananas überhaupt nicht mag, würde ich heute für gar nichts einen Punkt abziehen, sondern am liebsten noch einen Bonus-Zähler obendrauf legen. Ich muss es dafür nicht einmal probieren,

man sieht, dass es ein herausragendes Dinner ist.


Fazit

Der eine kann gut kochen, die andere versucht, etwas Ruhm abzugreifen. So ist es oft in dieser Sendereihe.

Frederik muss sich gar nicht in den Vordergrund drängen, der Vordergrund selber holt ihn dort hin.

Die Punkte: 10 gibt Tobias, je 9 Cordula und Patrick, 8 Shirin.

Tobias findet nicht nur 10 Punkte angemessen, sondern auch jede Menge lobender Worte.

Am 4. Tag ist er somit auf dem bislang 1. Platz.

Das sollte Shirin gar nicht wurmen, denn sie bleibt ja die liebevolle und empathische Person - als die sie sich selber beschreibt. Und ich übersehe hier wohl nur einiges ... sorry.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 6. August 2026

5. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Köln bei Cordula


"Mit Herz und Zitrone"
Vorspeise: Zitronen-Gnoccho auf nussig-grünem Grund - Cashew / Spinat
Hauptgang: Lachs mit weitgereisten Begleitern - Zitrone / Kartoffel und Balsamico / Spargel / Miso und Tahin
Nachtisch: Sardisches Küchlein mit Zitrone, dazu Ofen-Erdbeeren und Mohn-Marzipan-Mousse



"Mit Herz und Zitrone"

Nach den vielen Treppen, die zu Cordulas Wohnung hinaufführen, kann einem schon mal "die Pumpe" gehen, als wäre die letzte Herzfrequenz-Reserve aufgebraucht. Cordula lebt in einem Altbau in der obersten wievielten? Etage und auch, wenn sich der Aufstieg lohnt, überlegt selbst sie lieber zweimal, bevor sie einmal etwas unten vergisst.

Ich laufe ohne Probleme 10 km mit meiner Hündin Momo durch den Wald, der auch hier und da bergan führt, aber wenn in unserem Haus mal kurzzeitig der Aufzug ausfällt, schaffen mich die vier Etagen.

Auch Cordula hätte gern einen Hund, aber möchte ihm nicht die vielen Treppen zumuten - Treppensteigen, besonders treppab ist für die Gelenke von Hunden gar nicht gut. Aber es gibt kleine Hunde,

die man tragen kann.

Die 50jährige Cordula ist Kinderkrankenschwester und liebt ihren Beruf, der nach dem, was ich bislang über sie glaube zu wissen - gut passt. Sie hat sicher das Herz auf dem richtigen Fleck,

und daran können auch die vielen Zitronen, die sie für ihr Dinner verwendet, nichts ändern.

Shirin ist begeistert von den Zitronen auf dem Esstisch, denn auch sie hatte eine ähnliche Deko gewählt, eine Art von Gleich-Ticken, das Cordula offenbar schon einmal ein paar Punkte von der Konkurrentin beschert.

Nicht so begeistert ist Shirin im Vorfeld von den Gnocchi. "Gnocchi sind Nudeln, einfach nur Nudeln", bemängelt sie als Halbitalienerin. Ist sie wirklich eine Halbitalienerin? Ihr Vorname weist eher auf ein anderes Land hin.

Und natürlich sind Gnocchi keine Nudeln.


Das Menü

Die zitronengroßen Gnocchi sind auch wie Zitronen geformt und mit mit einer Frischkäsecreme gefüllt. Dazu gibt es Blattspinat und eine Cashew-Weißwein-Soße.

"Das war viel Nichts", bemängelt Tobias die fehlende Würze. Shirin nickt sein Statement wohlwollend ab.

Kartoffelspalten bedeckt Cordula mit Balsamico und gart sie im Ofen. So sehen sie am Ende schwarz aus, und ich habe

nicht die geringste Idee, wie die schmecken können.

Der Lachs sieht ziemlich übergart aus. Shirin schmecken zum Hauptgang einzig diese Kartöffelchen.

Warme Erdbeeren kann ich mir nicht gut vorstellen, weil ich die niemals erwärmen würde. Aber die Mohn-Marzipan-Mousse würde sicher meinen Geschmack treffen - und Shirin ist sogar hin und weg davon.


Fazit

Cordula ist eine angenehme Persönlichkeit, der man gern zuhört: und so schwärmt sie von einer kleinen Wohnung, die sie sich auf

Sardinien gekauft hat.

Vier Gäste laden sich sofort dorthin ein ... natürlich im Spaß. Vermutlich. Man weiß ja nie. Ich weiß es nicht.

Die Punkte: je 7 geben Frederik und Tobias, je 9 Patrick und Shirin.

Das ergibt die Summe von 32 Zählern, Gleichstand mit Shirin auf dem bislang 2. Platz.

Während Patrick bereits nach jedem Gang seine Begeisterung gezeigt hat - hat Shirin eher an fast allem etwas auszusetzen gehabt. Daher sind ihre 9 Zähler für mich eine Überraschung ...

Vielleicht werden Cordula und Shirin das irgendwann auf Sardinien ausdiskutieren?



Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 5. August 2026

4. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Köln bei Patrick




"Wenn‘s nicht schmeckt, lag‘s am Teller"

Vorspeise: Tomate / Avocado / Burrata
Hauptgang: Rind / Süßkartoffel / Spargel / Jus
Nachtisch: Lemon / Crumble / Baiser


"Gelassen, gesellig, aber nicht lustig"
- Patrick

Ganz genau weiß ich nicht, was Patrick unter seiner Selbsteinordnung "nicht lustig" versteht, denn er macht einen ausgeglichenen Eindruck, dem keine Fröhlichkeit fehlt. Im Gegensatz dazu sind viele Leute, die sich als lustig bezeichnen

nur albern und können über jeden Flachwitz lachen und flippen aus, wenn es noch primitiver wird. Je derber, je besser.

Und wer gelassen und gesellig ist, ist auch fröhlich. Zumindest erlebe ich den 35jährigen Patrick auch als ausgeglichen und seinem Mann Claudio entspannt zugehörig. Seit

über 7 Jahren sind die beiden verheiratet. "Wir haben das verflixte 7. Jahr hinter uns gebracht", sagt er.

Ich will ja nicht unken, aber ein bisschen Aberglaube ist schon dabei, und das weiß er sicher. Vielleicht hat im 7. Jahr der Schmetterlingsflug nachgelassen

(die fliegen jedoch schon viel eher fort, denn ein Dauerzustand mit Schmetterlingen im Bauch ist nicht auszuhalten)

- und man liebt sich trotzdem noch heiß und innig. Wie auch immer.

Während Patrick und Claudio gemeinsam in der Küche arbeiten, trommelt Vox erstmals alle Kandidaten fürs Vorabinterview an einen Tisch - und weil die Gesellschaft noch nicht groß genug ist,

bringt Shirin ihre 2jährige Tochter mit. Angeblich fällt am heutigen Tag die Tagesmutter aus ... eine Situation, für die ein Plan B genau der Richtige wäre.

Das Kind lenkt von den Vorgesprächen ab. Ich würde mein kleines Kind eher gar nicht im TV "ausstellen". Aber ich habe ja keine Kinder ... und ins Fernsehen will ich auch nicht.


Das Menü

Zur Vorspeise serviert Patrick ein Tatar aus Tomaten und Avocado, und die Tomaten sind vorher enthäutet. Dazu gibt es eine Creme aus Burrata.

Vielleicht ist das nicht spektakulär, aber es schmeckt ganz sicher gut - und ist auch optisch ein Hingucker.

Rinderfilet sous-vide gegart - und dazu Süßkartoffel-Stampf samt Spargel und einer Jus, die keine ist, weil sie leider als dünne Soße auf die Teller kommt.

Der Nachtisch hingegen ist ein Highlight, denn Lemon-Curd mit geflämmtem Baiser ist wunderbar.


Fazit

Die einzige, die heute unlustig auf mich wirkt, ist Shirin - und das hat rein gar nichts mit ihrer Punktevergabe zu tun. Ihren eigenen

Dinner-Tag konnte sie genießen, weil sie im Mittelpunkt gestanden hat.

Heute ist sie eine von vier Gästen, und von ihren Lobliedern über die eigenen Vorzüge wie Empathie und Fröhlichkeit ist nichts zu spüren. Vielleicht schmelzen manche Eigenschaften vor anderer Menschen Türen wie Schnee in der Sonne.

Die Punkte für Patrick: 10 gibt Cordula, 9 Tobias, 8 Frederik, 7 Shirin.

Mit 34 Zählern liegt er am 2. Tag auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia