... nicht wie sie im "Buche steht" oder sie als solche umfangreich beschrieben worden ist und stets aufs Neue interpretiert wird,
sondern einfach eine Frau, die sich als Einzelgängerin bezeichnet, ohne den Begriff bis ins Unendliche zu hinterfragen oder zurechtzubiegen.
Allein zu sein ist für mich überhaupt kein Problem, obwohl ich mich inmitten von mehreren anderen Menschen ebenso wohl fühlen k a n n, wenn es die für mich richtigen sind.
Menschenmassen meide ich grundsätzlich, und als ehemalige Personalrätin konnte ich nicht an
Demos teilnehmen, die unseren Rechten als Angestellte im öffentlichen Dienst Nachdruck verliehen haben.
Zum Glück gibt es die Unerschrockenen, die uns Einzelgänger am Ende nicht vermissen lassen, sondern die auch für uns in der Menge stehen.
Wenn man es so will, kann ich sagen, ich langweile mich nie mit mir selber - aber oft mit anderen, obwohl ich
ihnen genau zuhöre, ihnen einen eingeforderten Rat gebe, den ich niemals jemandem aufdränge. Ich werde oft um einen solchen gefragt, obwohl ich nicht weiß, warum das so ist.
Genau so wenig mag ich es, wenn mir etwas aufgezwungen wird, und ich beherrsche die Kunst,
Nein zu sagen, wenn ich Nein meine - und nicht stattdessen Ja antworte, weil es einfach einfacher ist und
beliebter machen könnte.
Ich rede niemandem nach dem Mund - nie, ohne Ausnahme.
Gerne bin ich mit mir und meinen Gedanken allein und habe dabei nur einen Blick auf meine Hündin, die in diesen
Momenten mit mir allein ist - und zufrieden aussieht.
Sie ist auch nicht eben die Betriebs-Nudel, die jedem Rüden oder anderen Hündinnen nachrennt, weil sie von ihnen
etwas lernen könnte, was sie nicht ohnehin bereits weiß.
Wie sie bin ich gern in der Natur und lasse die Seele baumeln.
Die Seele, die ich mir als Kind immer wie einen Fußball-Pokal vorgestellt habe, und die heute
einfach nur noch zufrieden ist, wenn sie nicht mehr das tun muss, was andere von ihr erwarten, sondern nur das, was ihr Gemüt - oder ihre Seele, um es pathetischer auszudrücken - gerade am dringendsten benötigt.
Alles andere habe ich hinter mir gelassen: Partys, Clubs bis in die frühen Morgenstunden, Feiern wie die Feste eben fallen und vieles mehr,
das mir schon damals nicht so viel bedeutet hat - und nur seine eigene gute Zeit gehabt hat. Man lebt schließlich trotz allem in keiner Blase.
Generell bin ich überhaupt nicht gegen menschliche Gesellschaft, nur setze ich heute dafür andere Maßstäbe als die, zu denen ich mich früher getraut hätte, zu stehen.
Soziopsychische Ursachen? - Erkenne ich in meinem Verhalten nicht. Ich habe sogar mir sehr liebgewonnene Freunde. Nicht im
verschwenderischen Sinn, sondern in dem, dass ich mich noch für sie interessieren kann - und nicht mit einer "Masse" einfach überfordert für
ihre Bedürfnisse, Zwischentöne, Nöte, Sorgen oder auch Freuden bin.
Ich bin einfach nur eine Einzelgängerin, weil ich keine Stimmungsmacherin auf Befehlsbasis bin, überall mitmischen möchte, sondern
mich ohne viele andere Menschen
nicht selber verloren habe.
Guten Tag, Gruß Silvia



