"Garnele grüßt Ente - die Mango lacht"
Vorspeise: Wasabi-Garnele, dazu eine Sushi-Rolle mit Tempura, Paprika und Frühlingszwiebel
Hauptgang: Sous vide gegarte Ente, dazu dreierlei Kartoffeln, Erbsenpüree, Pastinakenschaum und Wirsingchips
Nachtisch: Mango-Törtchen aus Mangoscheiben gefüllt mit weißer Schokomousse, dazu zwei Sorbets jeweils aus Mango und Himbeere
Gregors gastrosexuelle Sammelleidenschaft
Ein Blick in diese Küche und zu diesem ehemaligen Dienstbotenaufgang zeigt, dass hier eine Sammelleidenschaft überläuft wie ein verstopfter Abfluss in der Küche.
Briefmarkensammeln wäre wesentlich platzsparender ... und wer Autos sammelt, muss diese immerhin in einem begrenzten Raum außerhalb der Wohnung parken.
In Gregors Küche gibt es nichts, das ein vorwiegend männlich kochendes Herz nicht zum Schnellerschlagen bringt - und nach maskuliner Perfektion im Heimkochen strebt. Diese Perfektion verwirklichen andere beim Schrauben an ihren Autos, während ihre Frauen vielleicht die Schuhläden der näheren und ferneren Umgebung entern und bereichern. Oder sich als Feministinnen betätigen, denn ich will schließlich Frauen nicht aufs Schuhekaufen reduzieren. Macht sich als Klischee jedoch hervorragend.
Es ist sicherlich nicht lustig, wenn er gesteht, dass das Thema "Küchengeräte" zwischen ihm und seiner Frau ein Konfliktpunkt ist. Schon nach dem ersten Hinsehen als Zuschauerin
möchte ich am liebsten die Türen zu seinen Träumen für immer schließen ...
Der 41jährige Medienunternehmer Gregor hat eine bekannte Mutter, die Carmen Nebel heißt - und da ich sie nur dem Namen nach kenne, habe ich kurz gegoogelt und bin in ein paar Überschriften über Frau Nebel und ihren Sohn fündig geworden. Die ich nicht weiter vertieft habe.
Gregor hat diese Sendung mit seiner ausgesprochenen Liebenswürdigkeit den anderen Kandidaten gegenüber bereichert,
heute muss er selber kochen. Allerdings werde ich aufgrund dieser Küche, die wie ein Neuzeit-Museum wirkt, nicht viel mitbekommen, denn meine Augen bleiben überall mehr hängen als in den aktuellen Kochvorgängen ... aber ich gebe mir Mühe, einiges auszublenden und anderes mitzubekommen.
Das Menü
Wie Noah kocht auch Gregor mit viel Liebe - mit Hilfe seiner liebgewordenen Geräte, die natürlich durch die Bank hin und wieder genutzt werden müssen. Sonst wären sie ja sinnlos. Und Geldverschwendung obendrein.
Zur Vorspeise gibt es Sushi (wann gibt es endlich einen Sushi-Roboter, mag sich Gregor fragen und bestellt ihn schon mal vorm Erscheinungs-Datum).
Daniela mag keine Garnelen, Thunh dafür um so mehr.
Eine knusprige Ente soll es werden: mit Hilfe von einem "Salamander". Natürlich vorab im gut temperierten Wasserbad gegart und noch davor mit einem Vakuumier-Gerät eingeschweißt.
Noah konzentriert sich stets auf das besonders Gelungene - und das ist hier der Geschmack vom Fleisch in Zusammenspiel mit der Soße.
Wer hat je so viele Hilfs-"Agenten" benutzt - und lässt die Zuschauer glauben, dass er trotzdem gut kochen kann?
Fazit
Ich sage es sonst nie, aber heute: Gregor ist ein besonders sympathischer Mensch, der Herzen berühren kann. Obwohl es natürlich viele sehr, sehr sympathische Teilnehmer auch in der Vergangenheit gegeben hat - aber auch viele, die nur an uns vorbeigerauscht sind.
Meine Augen haben heute Hochleistung vollbringen müssen - und ehrlich gesagt, könnte ich in einer solch individuell konzipierten Küche nicht nur leicht die Orientierung verlieren, sondern komplett. Aber Gregor wuppt es, er kennt es, er kennt sich ...
Die Punkte: je 9 geben Thanh, Noah, Daniela uns Jannik.
Mit 36 Zählern teilen sich - höchst verdient - Noah und Gregor den Gewinn. Für Noah gibt das weiterhin Auftrieb, irgendwann als Koch durchzustarten - oder
wie Gregor ein höchst ambitionierter Hobby-Koch zu bleiben.
Und falls ihr beide je von Berlin fortzieht - ein Koffer bleibt dort.
Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir starten heute mit maximal 20 Grad in eine sehr warme Herbst-Woche.
Guten Morgen, Gruß Silvia