Sonntag, 8. März 2026

8. März 2026 - In Erinnerung an Charlie



Er war nicht wie andere: im Tierheim hat mein Charlie nur geweint.
Sein vorheriges Leben war geprägt von Verboten - und da jede Zuwiderhandlung vermutlich bestraft worden ist, hat er die auch bei mir eingehalten:
Kein Sprung auf die Couch oder ins Bett, sein antrainiertes Klo war der Balkon, was er auch sofort in seinem Für-Immer-Zuhause bei mir gezeigt hat.
Sicher hatte auch das ihn inkontinent werden lassen.
Hinzu kam seine böse Herzerkrankung, die mir bekannt war - aber sie war auch seinen 2. Vor"besitzern" bekannt, wurde aber nicht behandelt.
Das und mehr habe ich über Facebook erfahren - ich habe nicht nach den Vorbesitzern gesucht, aber ich wurde von einer jungen Frau angeschrieben, die mit diesen bekannt war.
Die 2. Vorbesitzerin sei mit ihm regelmäßig in den zum Miethaus gehörenden Garten gegangen ...
Nach dem Tod der Frau musste ihr dementer Ehemann lange, lange überredet werden, Charlie endlich im Tierheim abzugeben, damit er eine neue Chance bekommt.
Bei mir durfte Charlie in leider nur 17 ihm verbliebenen Monaten kennenlernen, dass es
draußen noch eine viel größere Welt gibt.
Täglich waren wir auf "Achse" - und als sein Herz nicht mehr so wollte wie er, habe ich ihn in einem Hundebuggy geschoben, damit er sie von oben herab sehr genau betrachten konnte. Und er hat es geliebt.
Die 17 Monate mit Charlie gehören zu den wertvollsten in meinem Leben. Er war der Buddhist mit mir als einer Agnostikerin an seiner Seite -
und ich habe unendlich viel von ihm gelernt, u. a. eine große Bescheidenheit.
Geweint hat er in seinem neuen Zuhause bei mir nur noch eine Stunde lang, dann hat er damit bis zu seinem Lebensende aufgehört.
In seiner letzten halben Stunde
in der Tierklinik habe ich ihn selbstverständlich begleitet.
Er fehlt. Weil er einzigartig war. Eben Charlie.
Unvergessen unsere 1. Begegnung im Tierheim (im Video zu sehen), der eine von mehreren Spaziergängen folgte.
Am 18. Juli 2021 habe ich ihn mit zu mir nach Hause genommen - und ab dem 1. Tag hat er überall ohne Leine laufen können, an belebten und ruhigeren Straßen und in Wäldern sowieso.
Aber nur mit mir ... darin war er dann doch eigensinnig.


Gruß, Silvia



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