Vorspeise: „Sonetto verde“ - Gemüseflan, umhüllt von einer Parmesancreme
Hauptgang: „Canto di bosco“ - Wildgulasch, begleitet von Drillingen und karamellisierten Möhren
Nachtisch: „Ode al dolce autunno“ - Tiramisu mit karamellisierten Äpfeln und Karamellkeksen, veredelt mit Mascarpone-Creme
Die Satire ist die Poesie unserer Zeit.
- Aus Griechenland
- Aus Griechenland
Satire ist zwar keine Poesie, und sie kommt häufig in der älteren Form als "Spottschrift" rüber als dass sie wirklicher Satire ähnlich sieht. Satire kann nicht jeder, der es von sich glaubt, denn sie ist eine Kunstform und für die bedarf es Künstler. Meistens ist Satire nicht von Komik, Parodie oder gar Polemik zu unterscheiden. Vielleicht entscheidet am Ende der Konsument, was für ihn Satire bedeutet - und was einfach nur polemischer Unsinn ist.
Es gibt so vieles, was falsch etikettiert ist, und so will auch Eugenios Menü-Titel
"Kulinarische Poesie - drei Strophen für den Gaumen"
hoch hinaus - und scheitert kläglich. - Und da kommen die Konsumenten ins Spiel, die gleichzeitig seine Gäste und Konkurrenten sind - und urteilen milde bis großartig, obwohl nach der reinen Ansicht der
drei "Strophen" sicher niemand dieses Lied noch einmal singen möchte.
Der 37jährige Eugenio ist Italiener aus ganzem Herzen und schwärmt von seiner Heimat, von deren Poesie und Speisen ... und rühmt sich, dass das weltbekannte Tiramisu in seiner Heimatstadt Treviso "erfunden" worden ist. Ich überprüfe das jetzt mal nicht,
muss aber anmerken, dass er genau mit dieser Nachspeise eine absolute Schlappe hinlegt: und das auch in den Augen der Gäste.
In Italien war er Volleyball-Profispieler, später auch in Deutschland - bis er das Profilager zugunsten einer Trainerstelle im Jahr 2018 aufgegeben hat. Warum er jetzt
Import-Sachbearbeiter ist, erzählt er nicht. Aber Trainer tanzen ja oft im übertragenen Sinn auf einem heißen Blechdach, vielleicht sogar im Volleyball-Sport.
Das Menü
Der Gemüseflan wird als würzig gelobt. Und diese Vorspeise ist der einzige Gang, den ich nicht von vor dem Bildschirm beurteilen kann. Sagen kann ich, dass hier vielleicht etwas Brot und eine kleine Salatgarnitur fehlen.
Gulasch aus Reh- und Hirschfleisch ist der Hauptbestandteil des 2. Ganges: dem Gulasch mangelt es an Soße, das Fleisch sieht zerkocht aus, die Drilling-Kartoffeln machen einen blassen, traurigen Eindruck - wie Steine, die einen einst blühenden Garten ersetzt haben.
Das Tiramisu ist eher ein Schichtdessert mit gekauften, irgendwelchen Keksen, Puddingpulver und Joghurt als Beigabe zur Mascarpone. Hoffentlich sieht das niemand in Treviso ...
Fazit
Während des Vorabinterviews lässt sich ein Marienkäfer auf Lilias Schultern nieder - und bringt Robert völlig aus dem Konzept, er muss ihn entfernen. - Normalerweise haben viele Leute Angst vor dem Zahnarzt, doch der Zahnarzt Robert hat seltsamere Ängste ...
Radost entdeckt die Welt des Fleisch-Essens! Könnte man sagen, denn obwohl sie keine Vegetarierin ist, mochte sie bisher lieber Bratwurst als Sonstiges aus Fleisch. Bis gestern ... da hat ihr das Fleisch bereits so gut geschmeckt wie es auch heute der Fall ist.
Sie ist jetzt Fan von Wildfleisch. - Ich bin eher kein Fan von ihrer offenbaren Naivität, die sich immer wieder einen Weg bahnt ...
Während Robert wegen niedlicher Marienkäfer herum-monkt, findet er für die beiden ersten Dinner Worte, die eines Pfarrers würdig sind:
"Und wenn dies der letzte (perfekte Dinner)-Tag wäre, so hätte sich für das gestrige und heutige Essen die Teilnahme schon gelohnt."
Schluss jetzt, bevor ich auch noch herumschwafele.
Die Punkte: 9 gibt Alina, je 8 Robert, Radost und Lilia.
Mit 33 Umdrehungen steht Eugenio am 2. Tag auf dem bislang 1. Platz.
Guten Morgen, Gruß Silvia

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