Vorspeise: „ROT/GRÜN“ Von langen Stangen und sinnlichen Früchtchen! Grüner Spargel / Erdbeeren / Minze / Wasabi / Burrata
Hauptgang: „VIOLETT/GELB“ Süß-herzhaft durchgenudelt! Birne / Gorgonzola / Butter / Salbei / Nüsse
Nachtisch: „BLAU/ORANGE“ Am Ende sind sie alle blau! Emmi‘s Cheesecake / aufgespritzte Früchtchen
Form und Farbe müssen sich der Idee unterwerfen.
- Arnold Böcklin (1827 - 1901)
- Arnold Böcklin (1827 - 1901)
Viel mehr als ums Kochen ging es in dieser Woche um Farben, Formen und Ideen. Fünf Leute machten einen Ausflug aus ihrem Format
"Deko-Profi" hin zum "perfekten Dinner".
Der eine von ihnen macht gern aus Altem Neues, die andere mag es lieber neu, aber puristisch - und auch der größte Farbliebhaber wird von einem übertroffen, der aus Farben kunterbunte Erlebniswelten zaubert - und dem einen ein Funkeln in die Augen treibt, während andere vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Die Sendereihe "Deko-Profis" kenne ich noch immer nicht, und ich habe auch nicht vor, mein TV-Repertoire diesbezüglich zu erweitern,
aber diese Woche hat mir weitgehend - nicht an jedem Tag - Freude bereitet.
Heute kocht der 34jährige Eric, der Innenarchitektur studiert hat. Und als Knall-Farb-Punkt in seinem Haus fällt sofort
der Esstisch ins Auge: hübsch frühlingshaft dekoriert mit winzigen überraschenden Details: in einer Vase steckt z. B. ein Pinsel, als hätte er die Blüten eigenborstig angemalt und wäre eines der Heinzelmännchen, die über Nacht alles verschönern.
Rein kochtechnisch ... ist es eher nicht so bunt, wenn man Können mit Bunt mischt und die farbigen Elemente des Dinners mehr dem Sinn fürs Schöne und dem
"leider muss ich ja auch kochen" zuordnet.
Unterdessen zeigt sich Rolf in dem Vorab-Interview wie jemand, dessen künftiger Beruf dringend neben all den studierten Leuten inzwischen händeringend gesucht wird:
als Auszubildender, der gleich mit seinem Meister den nächstbesten Hausflur neu anstreicht - sich aber gewerkschaftsmäßig dagegen wehrt, irgendwelche Farbkleckser abzubekommen.
Ach nein, Rolf hat farbpalettenmäßig längst ausgelernt und sieht in seinem Dress nur wie ein Suchender aus.
Das Menü
Grüner Spargelsalat trifft auf ein Erdbeer-Highlight. Wenn man so will. Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm.
Doch mit Hilfe seines Schnibbel-Assistenten Michael stellt er Ravioli selbst her. Und die sind wunderbar dünn, wie man sie selten sieht - und natürlich gefüllt.
Käsekuchen auf Maurer-Kellen ... passt zu einem Deko-König, der gerne andere Könige neben sich akzeptiert. Und der Kuchen sieht gelungen aus.
Fazit
Hinter jedem Menschen steht eine Geschichte. Seine reißt Eric selber an und erzählt, dass er mit 17 Jahren zu Hause ausgezogen ist, dann sein Kellerloch (wörtlich von ihm so genannt) gekündigt hat
und den Jakobsweg gelaufen ist.
Wie viel mehr an Erlebnissen hinter seiner Erzählung steht ... weiß man nicht. Doch sein buntes Dachboden-Paradies mit all den jecken Karnevals-Fummeln
spricht auch eine Sprache. Zumindest vielleicht. In der Küchenpsychologie würde man sagen: je eintöniger die Kindheit und Jugend war, um so bunter wird es manchmal später ...
Auf jeden Fall steht hinter jeder Erfolgsgeschichte auch noch eine völlig andere Story.
Mit Roncalli (inzwischen zum Glück tierfreier Zirkus) war Eric auf Tour, nachdem er auf der Straße entdeckt worden war.
Hochzeitsplaner war er auch noch. Und nun
gewinnt trotzdem Apameh diese Ausgabe des Dinners mit sagenhaften 40 Punkten,
während er je 10 von Rolf und Christin und je 9 von Apameh und Thomas bekommt.
Wer der Nutznießer von Apamehs Spende, die vom Sender vorgegeben ist, weiß ich nicht, aber
ich wünsche ihr, dass sie
noch einmal teilnehmen darf - und gegen Kandidaten und Kandidatinnen kochen muss, die ebenfalls
die 40er geknackt haben und zu den Besten der Besten gehören. Es könnte (nicht nur) sein, dass sie dann baden geht. Vermutlich aber würde sie kneifen ... Miss Germany 2024 kann ja gar nicht kochen.
Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute bei maximal 10 Grad viel Nieselregen.
Guten Morgen, Gruß Silvia

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