Von Hengasch über Dallas und zurück
Heike Schäffer ist noch immer die trauernde Witwe von Dietmar, und da hilft es wenig, dass Irmtraud Schäffer, die Mutti ihres "Bären", von Zeit zu Zeit zum Kaffeetrinken und Besserwissen vorbeikommt, um mit ihr den
neuesten Hengasch-Klatsch durchzuhecheln, neu aufzubereiten und vielleicht ein paar Kleinigkeiten aus der Ideen-Kiste hinzuzufügen, damit sich der Tratsch nicht vor lauter Langeweile totläuft.
Beide jedoch verbindet die Trauer um Dietmar, der im Polizei-Dienst zum Wohle der Allgemeinheit ums Leben gekommen ist. Das hat für
Irmtraud die Konsequenz, dass er ein Held ist.
Heike hat ihn eher als ihren treuen "Schluffen" in Erinnerung, dem niemand das Wasser reichen konnte - und mit dem es so entspannend gewesen ist, Tierfilme zu gucken. Aber auch lockere Abenteuer auf dem Küchentisch bleiben ihr im Gedächtnis. Und unvergessliche Tage in Holland, in denen sie nichts außer ihr Wohnwagen-Inneres gesehen haben.
Noch hat sie es nicht geschafft, sich neu zu verlieben, weil sich zwischen jedem Gesicht eines Mannes, das ihr gefällt ... automatisch das von Dietmar drängt.
Bärbel
Erst kürzlich haben Heike und Bärbel(chen) gemeinsam und miteinander am Telefon geweint. Bärbel hat nach Dietmars tragischem Unfalltod den Dienst quittiert, weil sie sich ohne ihn wie auf verlorenem Posten gefühlt hat. Dann wollte sie s e i n e n
Lebenstraum erfüllen und die mittlere Laufbahn im öffentlichen Dienst anstreben. Das hat irgendwie nicht geklappt -
nun ist sie Trauerrednerin, was ihrem seit Dietmars Tod traurigem Gemüt nahekommt. Für diesen Job ist sie allerdings in eine Großstadt gezogen - einfach, weil dort mehr Menschen sterben.
Sophie Haas
ist wieder in Köln - und dank ihrer mannigfaltigen Erfahrungen mit Mord und Totschlag in der Provinz ist ihre Karriere in Köln so gesichert wie das Einatmen von Weihrauch im Kölner Dom.
Seit ihrer Zeit in Hengasch macht ihr kein Mörder mehr ein X für ein U vor - wer Hengascher Morde aufklären kann, der schreckt vor gar nichts mehr zurück.
Oder wie Sophie heute gerne in einem ihrer seltenen sentimentalen Momente sagt: "Wer es in Hengasch schafft, der schafft es überall."
Irmtraud Schäffer
geht alles pragmatisch an und meint "Ach, Muschi, wir sind doch Figuren in einer TV-Reihe, und da kann man immer etwas drehen."
Heike, die ihren Kosenamen "Muschi" schon lange nicht mehr gehört hat, sieht die Schwiegermutter ihrer Albträume erstaunt an. Figuren kann man verschieben, denkt sie - aber doch keine
Heike Schäffer!
Dallas
"Wer war gestorben", fragt Irmtraud und fachsimpelt serienvertraut, "und stand ein Jahr später wieder putzmunter unter der Dusche?"
Es gab damals zornige und zynische Kritik für einen unlogischen Drehbuch-Kniff - aber am Ende war die Freude über diese Rückkehr größer.
"Bobby Ewing", kontert Heike, die sich gern an ihren Schwarm früherer Jahre erinnert. Immerhin war Bobby der einzige Nebenbuhler, den Dietmar akzeptieren konnte. Der lebte eben weit genug von Hengasch entfernt.
Könnte der "Bär" also auch das gleiche Schicksal akzeptieren - und einfach an einem Mittwochmorgen um 7.35 Uhr pitschnass
aus der Dusche kommen, seine Muschi in den Arm nehmen und ihr Erstaunen
mit einem "Man, man, hier ist wieder mal was los ..." wegwischen?
Ja, das ginge,
aber Bjarne Mädel hätte wohl etwas dagegen ...
Wer nicht weiß, wer das ist, kann gerne Google fragen.
Guten Tag, Gruß Silvia
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