Mittwoch, 2. September 2026

1. September 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag im Ruhrgebiet bei Franzi



"Pretty in Pink"

Vorspeise: Pinker Lachs mit Kartoffel auf einem Salatbett
Hauptgang: Pinke Tortellini - Garnele / Gemüse
Nachtisch: Alles Quark mit Pink - Schokolade / Erdbeere und Honig



Mit Kondomen ist es wie mit Polizisten,
mit ist sicherer, ohne schöner!

- Marco Gruettner (*1985)

Es wäre in der Tat eine paradiesische Welt, wenn man einfach keine Polizisten brauchen würde. Aber Eva hat uns das mit einem einzigen Apfel versaut: nachhaltig, für alle Zeiten.

Aber heute geht es nicht um die wichtigen Positionen von Polizisten, sondern um die 25jährige Franzi, die in diesem Beruf arbeitet. Gemeinsam lebt sie in Dortmund-Hörde mit ihrem Kollegen und Freund Jonas. Sie wohnen in der Nähe des Phoenix-Sees, eines künstlichen Gewässers, auf dem früher das Stahlwerk Phoenix gestanden hat. Die Arbeiter nannten es damals liebevoll "Frau Phoenix".

Doch kaum etwas bleibt wie es ist: bis auf zum Beispiel die Hörder-Ecke, in der Franzi und Jonas wohnen. Ich bin früher oft dort vorbeigekommen, meistens durchgefahren - trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass ich diese Stelle,

an der sich heute die Gäste versammeln, wiedererkenne. Aber genau das ist passiert.

Und damit ich mich auch gleich selber wiedererkenne, höre ich Franzi sagen, dass die Dortmunder schroff im Umgang sind. Was natürlich nur der Ehrlichkeit geschuldet und auch keinesfalls böse gemeint ist. Dann wird

Franzi sicherlich kein Problem damit haben, dass ihr Dinner-Tag hier und da etwas schroff kommentiert wird. Nicht nur in Dortmund, sondern vielleicht auch in Leipzig oder Hannover oder Niederzissen.


Das Menü

"Pretty in Pink" nennt sie ihr Menü, und "Pink" ist hier ebenso großzügig interpretiert wie der Begriff "Pretty".

Den Lachs unterzieht sie mit Hilfe von Jonas einer Hauruck-Blitz-Beize.

Die Reibekuchen backt Jonas allein - und Franzi überfrachtet lapidar die Feststellung des Teams, er erledige zu viele Arbeiten für einen Schnibbel-Helfer mit einem:

"Das ist schon in Ordnung."

Die Reibeplätzchen wärmt sie später im Backofen auf, während vorab etwa 2 ärmlich aussehende Salatblättchen zu 3 Mini-Scheibchen Lachs schon mal auf die zu großen Tellern für dieses kleine Ereignis gelegt werden. Trotz versuchter Färbung mit Roter-Bete: die Scheiben bleiben lachs-orange.

Auch die selbst hergestellten und mit Garnelen-Farce und mehr gefüllten Tortellini geben ein völlig anderes als ein pinkes Bild ab: sie sind braun mit einem sehr kleinen Rotstich.

Dem Quarksouffle fehlt es ebenso an der Wunschfarbe.

Und offenbar ist der farbliche Effekt nicht der einzige, der auf der Strecke bleibt.


Fazit

Nur einen minimalen Abzug würde Franzi sich selber geben: sie bemängelt die Tortellini. Ansonsten bescheinigt sie sich ein "perfektes Dinner".

Jetzt korrigiere ich mal ganz schroff, aber natürlich gar nicht böse gemeint, dass ich hier eine völlig andere Wahrnehmung habe und

auch die folgenden Punkte nicht wirklich verstehe:

je 9 geben Gabriel und Maike, je 8 Katrin und Tim.

Das ergibt die Summe von 34 Zählern für ein Dinner, das nicht einmal den Augen ein "Mitessen" gönnt.

Ein Kükenbonus ist nicht nur hier, sondern generell nicht angebracht: wer sich bewirbt, muss kochen und sich auch durch etwaige Kritik quälen.

Die 25jährige Polizistin im Streifendienst hat während ihrer Arbeit auch nicht den Bonus einer Jüngeren, sondern muss voll einsatzfähig sein.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 1. September 2026

31. August 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag im Ruhrgebiet bei Gabriel



"Pott küsst Frankreich"

Vorspeise: Pistazie / Brioche / Tomate
Hauptgang: Angus / Pomme de Terre / Pilz
Nachtisch: Vanille / Himbeere / Schokolade und Pistazie


Ver-Kumpelt?

Ursprünglich nannten sich Bergmänner "Kumpel", denn unter Tage musste man sich sehr aufeinander verlassen können - und das Wort "Kollegen" hätte dies nicht wirklich ausdrücken können. Gefahrensituationen waren nicht eben selten - bis hin zu großen Unglücken.

Sie hatten sogar ihr eigenes Lied "Glück auf, der Steiger kommt" - Gabriel stimmt es an, weil in dieser Sendereihe grundsätzlich gern Klischees bedient werden.

Maike kann damit gar nichts anfangen, denn von Fußball hält sie nichts ... Und nein, die Kumpel haben untertage keinen Fußball gespielt. Im übrigen stammt das Lied aus dem Erzgebirge und ist bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Da müsste auch eine Frau, die aus Sachsen? stammt, irgendwann einmal eine kurze Berührung mit dem Allgemeinwissen gehabt haben ...

Gabriel erzählt, dass in seiner Schule dieses Lied täglich angestimmt worden ist ... d a s habe ich (in Dortmund geboren) selber nie erlebt, und ich kenne auch niemanden, der mir davon erzählt hat.

Doch der 56jährige gelernte Einzelhandelskaufmann Gabriel darf nicht nur das bekannte Lied anstimmen, sondern den ersten Tag in dieser Ruhrgebiet-Runde bestreiten. Er wohnt in Dortmund-Kirchhörde und ist

gerade auf dem Weg, sich mit einer Weinbar selbstständig zu machen. Die soll zu einer Begegnungsstätte werden. Und wenn sich dort dann

alle Gäste sogleich ver-kumpeln

wie es heute wieder einmal der Fall unter den Kandidaten ist, dann kann das nur zu einem Erfolg führen.

Gabriel erwartet eine Super-Woche - das flüstert ihm seine Menschenkenntnis.

Und auch Tim und Maike legen sich fest, zumindest, was Franzi betrifft: dass sie beim Anstoßen kleckert, macht sie schließlich so was von sympathisch ... und dass sie künftig nur noch einmal täglich anstoßen möchte, auch.

Kleckern passiert: aber weder ist das sympathisch noch unsympathisch. Es ist nur Kleckern.


Das Menü

Zur Vorspeise reicht er neben einer Pistazien-Suppe Brioche.

Beef Bourguignon vom Angus-Rind soll die Gäste zum Hauptgang erfreuen. Das Kartoffel-Gratin packt er in jeweils kleine Förmchen - und der Ansicht nach enthalten sie mehr Käse als Kartoffeln.

Der erste Abend endet mit Creme brulee, Himbeersorbet und je einem Schokotaler.


Fazit

Im Scherz meint Gabriel, für sein Menü seien 12 von 10 Punkten angemessen. In der Realität erwartet er 8 (plus) Punkte. Ich lehne mich aus keinem Fenster und habe keine Meinung dazu.

Die Punkte: je 8 geben Franzi und Maike, je 7 Katrin und Tim.

Das ergibt die runde Summe von 30 Zählern.

Immerhin hat Gabriel sich gut "verkauft", war unterhaltsam und hat mir obendrein wieder einmal gezeigt,

dass ich an meiner Menschenkenntnis noch ordentlich arbeiten muss. Ich bin darin einfach nicht schnell genug.


Guten Morgen, Gruß Silvia