Vorspeise: Pinker Lachs mit Kartoffel auf einem Salatbett
Hauptgang: Pinke Tortellini - Garnele / Gemüse
Nachtisch: Alles Quark mit Pink - Schokolade / Erdbeere und Honig
Mit Kondomen ist es wie mit Polizisten,
mit ist sicherer, ohne schöner!
- Marco Gruettner (*1985)
mit ist sicherer, ohne schöner!
- Marco Gruettner (*1985)
Es wäre in der Tat eine paradiesische Welt, wenn man einfach keine Polizisten brauchen würde. Aber Eva hat uns das mit einem einzigen Apfel versaut: nachhaltig, für alle Zeiten.
Aber heute geht es nicht um die wichtigen Positionen von Polizisten, sondern um die 25jährige Franzi, die in diesem Beruf arbeitet. Gemeinsam lebt sie in Dortmund-Hörde mit ihrem Kollegen und Freund Jonas. Sie wohnen in der Nähe des Phoenix-Sees, eines künstlichen Gewässers, auf dem früher das Stahlwerk Phoenix gestanden hat. Die Arbeiter nannten es damals liebevoll "Frau Phoenix".
Doch kaum etwas bleibt wie es ist: bis auf zum Beispiel die Hörder-Ecke, in der Franzi und Jonas wohnen. Ich bin früher oft dort vorbeigekommen, meistens durchgefahren - trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass ich diese Stelle,
an der sich heute die Gäste versammeln, wiedererkenne. Aber genau das ist passiert.
Und damit ich mich auch gleich selber wiedererkenne, höre ich Franzi sagen, dass die Dortmunder schroff im Umgang sind. Was natürlich nur der Ehrlichkeit geschuldet und auch keinesfalls böse gemeint ist. Dann wird
Franzi sicherlich kein Problem damit haben, dass ihr Dinner-Tag hier und da etwas schroff kommentiert wird. Nicht nur in Dortmund, sondern vielleicht auch in Leipzig oder Hannover oder Niederzissen.
Das Menü
"Pretty in Pink" nennt sie ihr Menü, und "Pink" ist hier ebenso großzügig interpretiert wie der Begriff "Pretty".
Den Lachs unterzieht sie mit Hilfe von Jonas einer Hauruck-Blitz-Beize.
Die Reibekuchen backt Jonas allein - und Franzi überfrachtet lapidar die Feststellung des Teams, er erledige zu viele Arbeiten für einen Schnibbel-Helfer mit einem:
"Das ist schon in Ordnung."
Die Reibeplätzchen wärmt sie später im Backofen auf, während vorab etwa 2 ärmlich aussehende Salatblättchen zu 3 Mini-Scheibchen Lachs schon mal auf die zu großen Tellern für dieses kleine Ereignis gelegt werden. Trotz versuchter Färbung mit Roter-Bete: die Scheiben bleiben lachs-orange.
Auch die selbst hergestellten und mit Garnelen-Farce und mehr gefüllten Tortellini geben ein völlig anderes als ein pinkes Bild ab: sie sind braun mit einem sehr kleinen Rotstich.
Dem Quarksouffle fehlt es ebenso an der Wunschfarbe.
Und offenbar ist der farbliche Effekt nicht der einzige, der auf der Strecke bleibt.
Fazit
Nur einen minimalen Abzug würde Franzi sich selber geben: sie bemängelt die Tortellini. Ansonsten bescheinigt sie sich ein "perfektes Dinner".
Jetzt korrigiere ich mal ganz schroff, aber natürlich gar nicht böse gemeint, dass ich hier eine völlig andere Wahrnehmung habe und
auch die folgenden Punkte nicht wirklich verstehe:
je 9 geben Gabriel und Maike, je 8 Katrin und Tim.
Das ergibt die Summe von 34 Zählern für ein Dinner, das nicht einmal den Augen ein "Mitessen" gönnt.
Ein Kükenbonus ist nicht nur hier, sondern generell nicht angebracht: wer sich bewirbt, muss kochen und sich auch durch etwaige Kritik quälen.
Die 25jährige Polizistin im Streifendienst hat während ihrer Arbeit auch nicht den Bonus einer Jüngeren, sondern muss voll einsatzfähig sein.
Guten Morgen, Gruß Silvia

