Freitag, 21. August 2026

21. August 2026 - Momos Halleluja für vier Pfoten





Momos Halleluja für vier Pfoten

Momos Natur ist es, immer genau hinzusehen, alles zu hören, auch mal etwas dazu zu bellen und die Dinge einzuordnen, wie sie sind - und täglich ihrem Job nachzugehen. Als Sheriffin liebt sie es, ihren Waldarbeitsplatz unter den Füßen zu spüren - und ist froh, gleich vier davon zu haben, denn mehr ertasten könnten vier Fäuste für ein Halleluja zumindest nicht.

Dabei kennt sie durchaus ein paar wenige Hunde, die mit scheinbar geballten Fäusten durch die Welt laufen anstatt ihren sensiblen Tastsinnen die Hauptrolle spielen zu lassen. Das sind dann

die Hunde, denen sie ihren "Passierschein" für einen weiteren Wald-Besuch verweigert. Als Sheriffin ist sie nicht nur für die tägliche Kontrolle der Natur zuständig, sondern auch für die

Berechtigungsscheine zum Betreten des Waldgebietes. Denkt sie! Und da

denkt sie genau wie einst Robin, mein Yorkshire-Terrier, der sich so großartig gefühlt hat und großspurig gewesen ist, dass er Momos direkter Vorgänger in diesem Amt gewesen ist. Er war nur strenger, weniger nachsichtig und durchaus für den einen oder anderen Kampf bereit,

wenn es nicht nach seinem Köpfchen gegangen ist.

Als Nebenjob zum Waldwesen war er Chef bei der

Spurensicherung.

Auch Momo entgeht keine einzige Spur, die für einen Hund auf irgendeine Weise interessant sein könnte: der Geruch von Rehen zum Beispiel oder wild umhertobende

Eichhörnchen.

Eichhörnchen sind in Momos Augen die schlimmsten Zeitgenossen - ihnen gönnt sie nicht einmal die kleinste Haselnuss, denn ihrer Meinung nach sollten die alle lieber verhungern.

Irgendeinen großen Feind hat schließlich jeder! Oder?

Nur Charlie, mein Tibet-Terrier-Mix, lebte völlig gechillt nach Buddhas Vorbild und mit den philosophischen Ansätzen der größtmöglichen inneren Sanftmut und Gelassenheit. Mit allem zufrieden und ohne feindliche Gefühle anderen gegenüber passt dies:

"Die Wichtigkeit des Kleinen wächst unter den Augen einer großen und treuen Seele."
- Georg von Oertzen (1829 - 1910)

Während es nicht unüblich gewesen ist, dass Robin um

12 Uhr mittags

kampfbereit einem seiner Meinung nach eingedrungenem Rüden-Rivalen gegenüberstand -

macht Momo lieber eine Kehrtwende, bevor es zu ernst wird. Lieber entzieht sie sich brenzligen Situationen als sich ihnen zu stellen. Aber ... wehe, sie wird in die Enge gedrängt ... dann packt auch sie ihre Waffen aus ... aber bislang war das zum Glück noch nie nötig.

Charlie war jedoch der, der überhaupt niemals in eine solche Situation geraten ist. Er war eher der Unsichtbare, der in anderen niemals angriffswütige Gefühle ausgelöst hat.

Es fehlt noch meine Malteserin Bienchen, die sich jede Menge von Robin abgeguckt hatte und ihn in ihren späteren Lebensjahren locker übertroffen hat.

Doch auf der anderen Seite hat sie viele Menschen verzückt, obwohl das nie in ihrer Absicht gelegen hat - und darin wurde der Unterschied zwischen ihr und Robin deutlich: Robin liebte es, Menschen für sich zu gewinnen, ihr war das egal.

Hier der Text einer Mail von einer Bienchen-Freundin:

"Ich finde, Bienchen wirkt so, wie man sich eine alte englische Adelige vorstellt: ein bisschen zerzaust, ein bisschen schusselig, ein bisschen grummelig;
Aber: großherzig!"

Überdies wäre Bienchen am liebsten die Chefin einer Wurst- und Fleischtheke gewesen - und nach Feierabend natürlich

Diva.

Momo hingegen hat nichts von einer Diva an sich.

Der Kumpel-Typ ist sie allerdings auch nicht: würde sie irgendwann "Pferde stehlen" wollen, dann ohne Hilfe eines Artgenossen.

Momo ist stattdessen originell, sensibel mit kleinen Unterbrechungen durch Tollkühnheit, ausgewählten Menschen zugewandt, ohne Interesse für die anderen und eine Seele von einer Hündin, wenn man einmal ihr Herz erobert hat.


Guten Tag, Gruß Silvia


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