Sonntag, 25. November 2018

25. November 2018 - Mein Hunde-Sohn Robin - 37. Teil

Zwei ganz besondere
Menschen

Zunächst musste ich Franz davon überzeugen, mehr Vertrauen in seinen Boomer zu haben - und ihn nach etlichen Jahren endlich mal abzuleinen. Im hiesigen Park fiel ihm das wahrlich nicht leicht, denn wurde man mit einem Hund ohne Leine erwischt ... kassierte die Stadt damals 35 Euro, inzwischen ist das Ableinen mit 45 Euro ein bisschen wertvoller geworden.

Da ich täglich zum Wald fuhr, konnte ich Franz auch schnell von den Vorteilen, die dieser für den Hund bot, überzeugen - und er kam an den Wochenenden und später auch mit Freuden mit in den Wald. Immerhin fand er auch ein paar geschichtsträchtige Stellen in unserem Wald.

Boomer blühte sichtlich auf. Er liebte die vielen Abenteuer, die ein Wald für einen Hund bereit hält.

Franz sah, dass sein Hund ihm auch ohne Leine nicht von der Seite wich - und diese Liebe und Hingabe überzeugte ihn mehr und mehr.

Die erweiterte Beschäftigung mit Boomer auf unseren langen Ausgängen - wir fuhren auch öfter in andere Städte - hatte einen für Franz sehr positiven Nebeneffekt:

Er musste nicht bei seiner Frau zu Hause sitzen ...

Diese war krank. Er wusste nur von einer Osteoporose (viel geredet haben die beiden offenbar nicht miteinander), aber sie bekam sehr starke Schmerzmittel, die sie nur persönlich in der Apotheke abholen durfte.

Den Haushalt hatte sie komplett ihrem Mann überlassen. Obwohl sie durchaus in der Lage gewesen wäre, zumindest Schnibbelarbeiten fürs Essen zu erledigen. Nein, die wollte lieber den lieben langen Tag gar nichts tun.

Boomer seinerseits konnte schon recht bald mit dem Wort "Leckerchen" endlich jede Menge anfangen. Für mich war das Zauberwort im Zusammenhang mit dem Zaubermittel die einzige Möglichkeit, seine Aufmerksamkeit zu erlangen - denn große Beachtung schenkte er mir nicht.

Dafür himmelte Boomer den unabhängigen Robin geradezu an - und lernte von ihm, was er eigentlich schon in seiner Welpenzeit hätte erlernen sollen.

Bedingt lernte er auch, dass Hunde durchaus spielen - denn Herrchen-wider-Willen-Franz hatte früher nie mit ihm die üblichen Spiele veranstaltet.

Dann schlug das Schicksal zu:

Franz B. bekam Darmkrebs - und er machte sich große Gedanken, wie es mit Boomer und ihm weiter gehen würde. Doch er überstand die Krankheit

und konnte weiter hoffen, dass er nicht vor Boomer sterben würde. Denn seine bewegungsunfähige Frau wäre kaum in der Lage gewesen, dem Hund regelmäßigen Freilauf zu gewährleisten.

Es folgten noch einige Jahre, und Boomer und Franz wurden zu einem ausgesprochen guten Team.

Franz musste Boomer kurz vor dessen 16. Geburtstag gehen lassen - mit tierärztlicher Hilfe.

Im selben Jahr, ein paar Monate später, starb er - und wiederum etwas später auch seine Frau.

Oft und gerne denke ich an Franz und seinen Hund. Franz' Tod kam damals sehr plötzlich, so dass wir keine Gelegenheit hatten, uns zu verabschieden ...

Fortsetzung folgt

Copyright Silvia Gehrmann

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