Freitag, 30. September 2022

30. September 2022 - ZDF - vorab in der Mediathek gesehen - Wilsberg: "Schmeckt nach Mord"


Foto: S. B.

Leonard Lansink: Georg Wilsberg
Oliver Korittke: Ekki Talkötter
Patricia Meeden: Dr. Tessa Tilker
Rita Russek: Kommissarin Springer
Roland Jankowsky: Overbeck
Stephan Schad: Dr. Joachim Plöger
Jaëla Probst: Jasmin Rudolph
Anna Hausburg: Lea Heitbrink
Shenja Lacher: Jan Redecker
Vittorio Alfieri: Grabowski
Anya Fischer: Melanie Zobel
Michael Schiller: Thomas Heitbrink
Harry Schäfer: Simon Blaschke
Georg Lenzen: Dr. Döbber
Tina-Susan Smidt: Kellnerin Jana

Regie: Philipp Osthus
Buch: Stefan Rogoll



Wilsberg
Schmeckt nach Mord

Es schmeckt vor allem nach guter alter Wilsberger Vorspeisen-Hausmannskost (das Gesamtmenü schwächelt), gewürzt mit einer leichten Prise Humor, den vor allem Overbeck einstreuen darf, und einer zu geringen Portion gemütlicher Behaglichkeit. Gedreht wurde diesmal nicht in der coronageeigneten düsteren Abgeschiedenheit eines alten Gemäuers, sondern u. a. in einem Restaurant, in dem Anna

so manche Köstlichkeit, die sie eher für ungenießbar hält, zu sich nehmen muss, um den Stadtrat für sich zu gewinnen, damit sie Kriminalrätin werden kann. Aber die wirklich Gebeutelte in diesen Szenen ist die Kellnerin, die vom Stadtrat behandelt wird wie ein Stück Vieh ...

Apropos Vieh: man sollte auch Schlachtvieh gut behandeln. Aber wie sieht es damit in hygienischer Hinsicht in Thomas Heitbrinks Fleischfabrik aus? Will jemand Heitbrink schaden und streut böse Gerüchte?

Die Passagen um das Wohl und die Not der Tiere fallen fast gänzlich flach und sind nur relevant, da es sich bei der  Tochter des Ober-Fleischers von Münster

um eine Veganerin handelt. Außerdem ist sie lesbisch ... ein Dorn im Auge ihres Vaters.

Dann wird Heitbrink mit einem Obstmesser ermordet. Ein eher niedriger Anlass für einen entsprechend unwitzigen Witz.

Die Spur führt ins Veterinäramt.

Sehr voreilig in schneller Aufklärungs-Mission nimmt Overbeck jemanden fest, weil er denkt, er habe ihn des Mordes überführt. Am Ende muss Anna ziemlich opferbereit für diese Festnahme sein ...


Fazit

Es fehlt der Charme des Antiquariats, denn Wilsberg konnte den Wasserschaden noch immer nicht beheben lassen und haust in einem Übergangsladen, der für die Zuschauer nur als Notlösung durchgehen kann. Gibt es Probleme mit der Anmietung des real existierenden Antiquariats? 

Ein bisschen - und auch nachvollziehbar - scheint die Pandemie der Reihe Schwung genommen zu haben, obwohl es für den "Geschmack nach Mord" wieder nach draußen und unter Menschen geht.  Etwas mehr Lust auf Humor hätte dem Gesamt-Gericht nicht schlecht zu Gesicht gestanden.

Alex fehlt, und sie ist meiner Meinung nach nicht durch ihre ebenso hübsche Nachfolgerin zu ersetzen: das liegt nicht an der Schauspielerin Patricia Meeden, sondern an dem gewohnten Puzzle, dem nun ein wichtiges "Teilchen" fehlt. Man bemüht sich, sie zu integrieren - aber es gelingt nur halbherzig und kommt genauso über den Schirm. Sie stört die herzliche Gemütlichkeit und passt wenig ins Gesamt-Bild. Eigentlich macht sie das Gebilde um Wilsberg eher kaputt als es zu ergänzen.

Wilsberg gehört vom Konzept her in die Sparte "Cosy Crime" mit lustigen Einlagen, in denen man in die Spielfreude der Schauspieler spüren kann. Bei Patricia Meeden spürt man nur Ernsthaftigkeit.

Ich gebe für den Geschmack nach Mord 3 von 5 möglichen Sternen.

Für Fans empfehlenswert - Gelegenheits-Zuschauer sollten auf den nächsten Wilsberg hoffen. Ich könnte so einige Folgen nennen, an die das Dreh-Team anknüpfen könnte ...

Oder haben die Beteiligten ihren Humor in dieser schweren Zeit verloren? Hoffentlich nicht.

Stefan Rogoll, der Autor, kann das besser!


Guten Tag, Gruß Silvia 

29. September 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Nürnberg bei Greta


„Karls Frankenreich“
Vorspeise: Frankreich - Tatar
Hauptgang: Deutschland - Reh
Nachtisch: Italien - Zabaglione


Niemand kann so schlecht sein, wie er hinter seinem Rücken gemacht wird.
- Emanuel Wertheimer (1846 - 1916)

Mit dem Selbstbewusstseins eines Tsunamis, der mit hohen Wellen über den Köpfen hinwegschwappt, Köpfe rollen sehen will, fegt Greta wie selbstverständlich und als Kandidatin längst überfällig durch die Sendung. Sie ist ein Großmaul, das keine Zurückhaltung kennt, kritisch, laut, gewöhnungsbedürftig. Die 26jährige ist so, wie ich mir jemanden vorstelle, der völlig antiautoritär erzogen worden ist.

"Ich kann gut kochen. Und das war's." - tönt sie, und das klingt wie eine drohende Kampfansage an jeden, der anderes vermuten oder behaupten könnte.

Über Kleinigkeiten wie etwa die Zimmeranzahl ihrer 225 qm-Wohnung (immerhin kennt sie die Größe) sieht sie lapidar und großspurig hinweg, vermutet aber, dass es 13 sind. Dann müssen das allesamt ziemlich kleine Räume sein.

Beruflich ist die laute und vorlaute Greta in einer eher reinen Männerdomäne tätig: sie ist Projektmanagerin für Mittelspannungsfrequenz-Umrichter. Weiß der Himmel was das ist, ich weiß es nicht.

Auf der Hand liegt, dass sie mit Männern in ihrem Umfeld gut zurechtkommt: sie ist selber burschikos und sicher auch keinen schlüpfrigen Witzen abgeneigt.

Wenn demnächst die Straßenbeleuchtungen auf eine Minimum runtergefahren werden, ist Greta sicher die letzte Person, die sich im Dunkeln fürchtet - eher würden Gangster sich vor ihr bange und aus dem Staub machen.

Eine Frau zum spontan ins Herz schließen ist sie eher nicht.

Dennoch verweise ich auf meinen heutigen Titel zu Gretas Großaufgebot an Superlativen, die eigene Person betreffend.


Das Menü

Den Auftakt bildet ein Rindfleisch-Tatar mit separaten Zutaten, um den eigenen Geschmack zu kitzeln. Ein rohes Ei drauf, ein Rösti drunter.

Das Reh, von dem sie den Rücken im Hauptgang verarbeitet, hat ihr Mann Christoph geschossen. Peng! Er ist Jäger. Und Greta schreckt vor nichts zurück, was sie in ihren Mund stecken, kauen und runterschlucken kann: in Frankreich isst sie oft Froschschenkel ... die man hier in Deutschland zum Glück nicht kaufen kann, denn Frösche stehen unter Naturschutz.

Auszug aus dem Netz:

Mit archaischen Methoden wie Netzen, Haken und Speeren werden die Frösche eingefangen, was großen Stress für sie bedeutet und oft zu schweren Verletzungen und Quetschungen führt. Manche Frösche tragen so heftige Verletzungen und Blutergüsse davon, dass die Händler sich weigern, die übel zugerichteten Tiere an die Kunden in Europa zu verkaufen.

Zum Reh gibt es ein Kartoffelpüree - und einiges zu kritisieren, aber auch Lob kommt nicht zu kurz.


Fazit

Greta polarisiert, und ich denke, das macht sie von Herzen gern. Sie haut gern auf den Putz, den ich im Gegenzug gern bröckeln sehen würde, damit ein bisschen Liebenswürdigkeit zum Vorschein käme.

Zumindest wird die Gewinnerin all der Wettbewerbe, an denen sie teilgenommen hat, diesen hier nicht als Siegerin abschließen und abhaken können. Allerdings kann sie kochen, wie ich als nicht so gute Köchin meine, und womöglich ist ihr Dinner sogar das beste in dieser Woche.

Die Punkte: 7 gibt Stefanie, je 8 Daniel und Philipp, 10 ist Sonja das Dinner, der Abend und Greta wert.

Ein wenig Sonja-Protest gegen Philipp, der das Menü verbal herabwürdigt, ist vermutlich in ihrer Höchstpunktzahl enthalten.

Mit 33 Zählern liegt Greta auf dem bislang 3. Platz. Shit happens.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Donnerstag, 29. September 2022

28. September 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Nürnberg bei Sonja


„Persiens Aromen aus 1001 Nacht“
Vorspeise: Sålåde Shirasi, Sålåde Sabsi, Sålåde Hendewåneh-o-Panir - „Dreierlei persische Salate“
Hauptgang: Morasa Polo bå Morgh, Måst-o-khiar wa Måst-o-Musir - „Juwelen-Reis mit Hühnerfleisch, Safran-Tomaten-Soße & zweierlei persische Joghurtvariationen“
Nachtisch: Bastani-e-Sonati, Espuma-e-Hel ba Kadayif



Eine von tausendundeiner Nacht?

Die Frage beantworte ich später aus meiner rein subjektiven Sichtweise.

Die 51jährige Sonja lebt seit ihrem 14. Lebensjahr in Deutschland. Mit ihrem iranischen Vater und ihrer deutschen Mutter hat sie zuvor im Iran gelebt. Heute möchte sie dem Fernsehpublikum und ihren Gästen die persische Küche gaumennäher bringen - ganz nebenbei zählt natürlich auch die Präsentation ihrer Beton-Künste. Die Künstlerin lebt davon - und ist ... wie zauberhaft ... mit einem Magier verheiratet. Dieser sei jünger als sie, aber sein genaues Alter möchte sie nicht verraten. Muss ich auch nicht wissen - aber es ist schön, dass es Paare gibt, in denen die Frau älter ist als der Mann. Warum? Nur so.


Das Menü

findet in einer von tausendundeiner Nacht statt? Oder ist es doch eher ein persisches Tagesmenü jenseits des Märchenhaften?

Zur Vorspeise mischt sie drei Salate mit einem jeweils passenden Dressing: u. a. einen Kräutersalat (der sehr gut ankommt) und einen Salat mit Feta und Melone. Es fehlt Brot oder ein Fladen oder irgendetwas in der Art. Was nicht fehlt, ist Sonjas Eigenlob.

Zum Hauptgang gibt es mariniertes Hähnchen mit Reis. Die "Juwelen" auf dem Reis sind die diversen  Toppings aus Gemüse und Früchten.

Der Nachtisch besteht aus einem Safran-Eis mit Rosenwasser und schwarzen, mit Aktivkohle (wird diese Kohle nun der neue Dinner-Trend?) gefärbten Waffeln. Dazu gibt es Engelshaar mit Espuma.


Fazit

Ich sage es mal locker: die Gastgeberin selber sieht besser aus als ihre Speisen. - Aber natürlich kann ich in keiner Weise das Zusammenspiel all der verwendeten Gewürze beurteilen, durch die dieses Essen sicherlich eine Aufwertung erfährt.

Wie wäre eine Gäste-Bewertung dieses Dinners eigentlich, wenn die Gastgeberin nicht so sympathisch wäre?

Die Punkte: je 8 geben Daniel und Philipp, je 9 Stefanie und Greta.

In insgesamt 34 Zählern und dem bisherigen 2. Platz sind sicherlich ein paar Respekts-Punkte gegenüber Sonja enthalten.

Eine von tausendundeiner Nacht stelle ich mir anders vor. Märchenhafter. Abgehobener. Eigenwerbefrei.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Mittwoch, 28. September 2022

27. September 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Nürnberg bei Daniel


Vorspeise:
„A weng a Aubergina“: Aubergine / Karotte / Kichererbsen / Rote Bete
Hauptgang: „Nudln mit Soß" - schmeggd legger“: Ravioli / Weißwein / Zitrone
Nachtisch: „Sabberlod! A Gschmaggswadschn“: Cashew / Erdbeere / Holunderblüte


Eltern und Lehrer sind die ersten Talentgärtner.
© Alfred Selacher (*1945)

Welche Talente Daniel aus seinen Schülern herauskitzelt, weiß ich natürlich nicht: aber seine Fächer Deutsch und Geschichte sind wichtige Bestandteile einer guten Schulbildung, um sich später im Leben behaupten zu können.

Daniel lebt mit seiner Frau Monika in Fürth, und offenbar gibt es eine traditionelle, sicher nicht ernstzunehmende Städtefeindschaft nicht nur zwischen Düsseldorf und Köln, sondern auch zwischen Nürnberg und Fürth. Wie nett - und immer für den nächsten nervigen Witz gut.

Daniel reist gerne und viel, und dafür schafft sein Beruf eine hervorragende Grundvoraussetzung - denn alle naselang sind Ferien, um weder Lehrer noch Schüler überzustrapazieren. Während eines Island-Aufenthaltes hat er seiner jetzigen Frau den Heiratsantrag gemacht: heute schnibbelt sie Gemüse zu Kügelchen, um seinen Sieg zu forcieren. Die Augen essen schließlich mit ... und die Mühe soll zu sehen sein.


Das Menü

Es sei ein Prozess gewesen sein, zu einem vegetarischen Leben zu finden - erzählt Daniel (nun fehlt nur noch eine Motivation, auf Alufolien-Schwemmen zu verzichten) - und er lässt das vorherige, ebenfalls vegetarische Dinner von Stefanie alt aussehen. Alt und unschön und wenig ambitioniert.

Daniel fehlen keine Ambitionen: er ignoriert die Sommerhitze, die in diesem Jahr vielen zusetzt, behält eines seiner Sammelobjekte, ein Käppi, auf dem Kopf und legt los:

Zur Vorspeise gibt es Aubergine und u. a. eine Falafel, gefüllt mit Baba Ganoush.

Der Hauptgang besteht aus mit Aktivkohle gefärbten gefüllten Ravioli - und sieht im vornehmen Schwarz zum Genießen aus.

Zum Nachtisch serviert er u. a. ein Holunderlüten-Eis.

Kleine Notiz am Rande: die Holunderbeeren sind in diesem zu heißen Sommer hier bei uns fast vollständig vertrocknet.

Das gesamte Menü ist ein optisches Highlight. Und auch der Geschmack bleibt offenbar nicht auf der Strecke (siehe die Punkte).


Fazit

Ins Schlingern gerät Daniel bei der Zubereitung der Hauptspeise, während der er seine Gäste in eine lange Warteschleife schicken muss. Das irritiert ihn, das macht ihm schlechte Laune - und man erkennt seinen Ehrgeiz, der hier eine Schlappe einstecken muss, die ihm gar nicht in den Kram passt. Locker und lässig und humorvoll kann er einer eigenen Schwäche wohl nicht begegnen.

Die Punkte: je 9 geben Stefanie, Sonja und Philipp, 8 gibt Greta.

Mit insgesamt 35 Zählern liegt er verdient vor Stefanie.

Morgen kocht Sonja ein persisches Menü - und die einzige, die ihr daran offenbar ein paar Sorgenfalten bereitet, ist

Greta, die sie als die Oberkritikerin in dieser Woche ansieht. Greta wiederum ist über diese Aussage erstaunt ...

Schauen wir mal, dann wissen wir mehr.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Dienstag, 27. September 2022

26. September 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Nürnberg bei Stefanie

Foto: Maria Anna Mossel/Nürnberg

„Urlaub zu Hause“
Vorspeise: Bruschetta-Variation
Hauptgang: Pasta fresca
Nachtisch: Crunch & Creme


TV kills the Radio-Star
- frei nach einem früheren Hit

Die gelernte 24jährige Erzieherin Stefanie arbeitet heute als Radio-Moderatorin und Daniel Werner, der Kommentator dieser Sendung, empfiehlt sie für den Fernsehgarten. Ich kenne den Garten nur dem Namen nach, aber auffällig ist, dass er sie für keine Vox-Reihe empfiehlt. Stefanie hat eine

nette Stimme, aber ihre Füllwort-Wahl ist wenig radiokonform: tatsächlich . genau . ähm . Und das Fernsehen bringt diese unerfreulichen Angewohnheiten deutlich zum Ausdruck. Von Radiomoderatoren erwarte ich einen einwandfreien Sprech-Stil, der durchaus locker sein darf, aber keinesfalls nervend.

"Wie gut kann Stefanie kochen", wird André, ihr Freund, gefragt. Dieser druckst zögerlich lächelnd und auch vielsagend lächelnd herum (Liebe geht eben nicht immer durch den Magen) - und macht sich dann aus dem Staub. Er wollte wohl ohnehin nur kurz vorbeisehen, um die TV-Crew in Augenschein zu nehmen und selber einen kleinen Sidekick darzustellen.


Das Menü

Stefanie ist Vegetarierin. Und mehlsüchtig?

Eigentlich ist anzunehmen, dass gerade Vegetarier ihr ganzes Können und ihre Phantasie in ein Menü legen und sich somit wettbewerbsfähig zeigen.

Zur Vorspeise gibt es viiiel Bruschetta (von ihr selbst gebacken, aber verunglückt) mit Tomaten, Pilzen und noch mehr? Vor allem mit einer Laien-Malerei aus Balsamico quer über die Chose.

Für den Hauptgang bereitet sie zweierlei Nudeln zu: helle und mit Spinat gefüllte. Darüber kippt sie Gemüse. Schön sieht anders aus. Appetitanregend auch.

Ausgehöhlte Zitronen bilden den Schlusspunkt dieses Dinners - aber natürlich sind sie mit einer Mascarpone-Creme gefüllt. Selbst gebackene Cantuccini gibt es ebenfalls.

Die Sendung heißt "Das perfekte Dinner" - heute allerdings  "Das Essen". 


Fazit

Ein perfektes Dinner sucht man heute vergeblich. Das kann man drehen und wenden wie man will - es bleibt ein Allerwelt-Alltagsessen. Was Stefanie abliefert, ist eigentlich peinlich ...

Trotzdem würde sich der Radio-Star 9 Punkte für sein Menü geben, schwenkt im nächsten Moment auf 8 bis 9 Punkte um. Auch das ist peinlich.

Die wahren und wirklichen Punkte sind lieb: je 7 geben Daniel, Sonja und Greta, 8 gibt Philipp.

Somit ergattert sie 29 Umdrehungen.

Die Show darf sich in dieser Woche steigern ... genug Luft ist vorhanden.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Montag, 26. September 2022

25. September 2022 - ARD - Tatort Wiesbaden: Murot und das Gesetz des Karma


Felix Murot: Ulrich Tukur
Magda Wächter: Barbara Philipp
Eva: Anna Unterberger
Xavier: Thomas Schmauser
Schöller: Philipp Hochmair
Martin Landrot: Dirk Martens
Kapielski: Yorck Dippe
Kollege Riedel: Stephan Bieker
Bernd: Sascha Nathan
Musik: Christof Söhngen
Kamera: Max Preiss
Buch: Lars Hubrich
Buch und Regie: Matthias X. Oberg


Tatort Wiesbaden
Murot und das Gesetz des Karma

Am Ende sitzt Murot auf dem vermuteten ehemaligen Krankenbett seiner (verstorbenen?) Freundin aus den 1970er Jahren und öffnet den Umschlag, der das Ergebnis des Gentests enthält: ist Felix Murot der Vater von dem Früchtchen Eva? Er lächelt. Vielsagend. Nichts sagend. Nichtssagend. Die Zuschauer erfahren das Ergebnis nicht,

und vielleicht wissen selbst die Drehbuchautoren noch nicht, wie es ausfallen soll. Falls es relevant für die nächste Wiesbaden-Folge sein wird, kann sich bestimmt kaum noch jemand an die für Murot so wichtige Antwort auf seine Frage erinnern. Man möchte beinahe sagen: es vergeht zum Glück viel Zeit zwischen den einzelnen Murot-Tatorten.

Ist er überhaupt noch allumfassend für das LKA tätig? Ich sehe ihn wenig bis schludrig in den Tötungsfall involviert und sehr dem Bordeaux zugeneigt.

An der Bar lernt er auch jene Eva kennen, von der er später denkt, dass sie seine Tochter sein könnte. Aber erst einmal ist er im Flirtmodus - der durch Eva natürlich gelenkt wird: einem älteren Mann wird wohl Scrabble gefallen, denkt die gewiefte Kleinkriminelle (der später das Wort Klein aus der Krone fällt) und nutzt für das Spiel ihr Smart-Phone - die altersgerechte Anmache funktioniert, Murot beißt an und trinkt den von Eva mit K.O.-Tropfen versetzten Wein.

Am nächsten Morgen wacht er verkatert und ohne all seine Habseligkeiten in seinem Hotelzimmer auf.

Unterdessen ist einen Stock über ihm ein Mann ermordet worden.


Der Täter

ist das arme Würstchen Xavier, seines Zeichens Handlanger und Sklave eines Unternehmens-Chefs mit riesigen Geheimnissen, die natürlich nicht ans Licht kommen dürfen. Xavier sollte eigentlich nur den Laptop mit all den Beweisen seines späteren Opfers gegen eine Tasche mit Geld tauschen ... aber der Laptop ist verschwunden - eher versehentlich tötet er den Mann.

Der Laptop befindet sich nämlich inzwischen in den Händen von Eva, die gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin das gewaltige finanzielle Potenzial der darauf gespeicherten Daten erkennt.

Xaviers Chef scheut auch vor körperlicher und seelischer Gewalt gegen ihn nicht zurück - und scheucht den Unglücklichen auf die Piste, um die - ihnen vom Ansehen her nun bekannte - Diebin zu fassen und den Laptop zurückzuerobern.

Auf diesem Weg gerät Xavier in die Fänge eines (ich denke) russischen Paares, das ihn erst einmal ein wenig foltert (später bezeichnet Murot das Paar als Polen - obwohl kein russisches Klischee ausgelassen wird: womit hat diese Nationalitäten-Änderung wohl etwas zu tun?). Offenbar kann sich Xavier - unbemerkt von den Zuschauern - aus den Folterklauen befreien und erschießt beide.


Eva

erpresst hingegen den CEO der Firma - und für die Übergabe des Laptops gegen 800.000 Euro ist wiederum Xavier im Dienst. Er vermasselt es. Sie kassiert das Geldtäschchen und düst mit ihrer Freundin auf einem Motorrad davon. Der Laptop ist offenbar in den Händen der Polizei, Abteilung Wirtschafts-Kriminalität.

Zuvor stellt Eva ihm eine Tierfalle, in der Xavier prompt hineintappt: sicher ist er froh, dass er nun in den Händen der Justiz landet - und nicht seinem Boss das ganze Dilemma erklären muss.


Fazit

Der Tatort ist nicht ganz so schräg wie andere aus der Murot-Reihe, aber immer noch schräg genug. Ich bin hin- und hergerissen, aber es steht fest: eine Wiederholung dieses Falles werde ich mir sicherlich nicht ansehen. Einmal reicht. Für manche ist dieses Einmal vielleicht bereits einmal zu viel.

Andererseits vergehen hier 90 Minuten wie im Fluge (gottseidank). Wiederum steht Murot viel zu sehr im Mittelpunkt allen Geschehens - und das Gesamt-Werk scheint eine Hommage an den Schauspieler Ulrich Tukur zu sein,

dem der Xavier-Darsteller Thomas Schmauser ein bisschen die Show stiehlt.

Von hier aus vergebe ich 3 von 5 möglichen Sternen.

Und ob Felix nun der Vater von Eva ist oder nicht, oder ob Felix eine Abmahnung wegen fehlender ernsthafter Dienstauffassung verpasst bekommt oder nicht, ist mir auch schon egal.

Der Tatort ist immer wieder für eine Überraschung gut: aber das gefällt nicht allen Zuschauern ... doch da lässt die ARD keinesfalls mit sich reden, sondern zieht ihr Ding durch.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Samstag, 24. September 2022

24. September 2022 - Alternative Fakten: Wilsberg und "Das perfekte Dinner"



Alternative Fakten:
Rache ist süß
Wilsberg und "Das perfekte Dinner"

Anna Springer ist ein großer Fan der Sendung "Das perfekte Dinner". Allerdings hat sie selten Gelegenheit, die einzelnen Folgen zu sehen - es gibt viel zu tun in Münsters Mord-Szene. In der letzten Zeit hat sich ihr guter Freund Georg Wilsberg mal wieder in jede Ermittlung eingemischt und sie damit nicht nur einmal auf die Palme gebracht, von der es für sie stets schwer ist, wieder runterzukommen.

Ekki trauert derweil um sein Smart-Phone, das Georg geschrottet hat - von den vielen Schäden an seinem Auto gar nicht zu reden. Der umtriebige Antiquar und gescheiterte Rechtsanwalt ist noch nie auf die Idee gekommen, sich einen eigenen Wagen zuzulegen - wie auch, er ist ja schließlich dauer-klamm - und ist sich auch nicht zu dreist, die Schlüssel aus Ekkis Jackentasche zu "leihen", um

sich mittels fahrbarem Untersatz besser in Annas Kriminalfälle einmischen zu können.

Nun reicht es den beiden Freunden Wilsbergs - und sie sinnen auf Rache:

Anna hat gehört, dass sich die Teilnehmer der Sendung "Das perfekte Dinner" einfach anmelden - und schon können sie sich als Kandidaten wohl oder auch nicht so wohl im Rahmen einer Dinner-Woche fühlen.


Die Fake-Kandidaten

Es ist natürlich die Schwierigkeit zu bedenken, wenn Mitarbeiter des Senders telefonisch mit Wilsberg Rücksprache halten möchten - aber kriminell und hier nur mini-kriminell um die Ecke denken können Anna und Ekki auf jeden Fall:

Ekki formuliert eine Bewerbungs, sorry, Anmeldungs-Mail, in der er sich als Georg Wilsberg ausgibt -  und gibt die Nummer seines mittlerweile neuen Smartphones für Rücksprachen an.

Der Rückruf des Senders folgt ein paar Wochen später - als die beiden schon denken, dass es mit einer Anmeldung vielleicht doch nicht so einfach ist ...

Schnell wird man sich mit dem falschen Wilsberg einig - und findet es locationmäßig interessant, dass er sein Dinner in dem Antiquariat geben will.


Wilsberg weiß von nichts ...

als wiederum drei Wochen später an einem Montag eine TV-Crew vor seiner Tür steht. Er blickt in geschätzt 10 Augenpaare und kann sich die dazugehörigen Leute nicht als Kunden für antiquarische Bücher vorstellen. Sie sehen einfach nicht intellektuell aus. Vermutlich brauchen sie alle einen Privat-Detektiv, denn sie sehen reichlich problembeladen aus ...

Doch schnell wird er von jedem Missverständnis befreit und davon unterrichtet, dass er nun ein Drei-Gänge-Menü für fünf Leute und ein TV-Format kochen muss - und dabei gefilmt wird.

Wilsberg brummt vor sich hin, dass er die Sendung gar nicht kennt, nicht einmal einen Fernseher besitzt - und fragt:

"Geht ihr Typen nun von Haus zu Haus und bettelt um  Kandidaten?"

Im selben Moment kommen auch Anna und Ekki um die Ecke und drängen die TV-Leute ins Haus. Sie schubsen den verdatterten Wilsberg vom Laden in seine ziemlich heruntergekommene Küche und versuchen, ihn quasi am Herd festzukleben. Und selbstverständlich haben Anna und Ekki vorsorglich Lebensmittel eingekauft, damit Wilsberg nicht aus

seinem Kühlschrank die letzten lebenden Reste herausschaben muss.


Wilsberg kocht

... aber eher vor Wut. - Am Ende überzeugt ihn die Tatsache, dass er nur einmal selber kochen muss, um viermal bei anderen umsonst essen zu dürfen. Das freut den Hobby-Schnorrer.

Zur Vorspeise gefällt es ihm, einen Tomatensalat zuzubereiten.

Zur Hauptspeise macht er keinerlei Kompromisse - und bestellt fünf Pizzen bei Ekkis Lieblings-Italiener und samt dem Involvieren von Ekkis Geldbörsen-Inhalt.

Fünf aufgeschnittene Äpfel bilden die Nachspeise - das muss reichen.


Das Ergebnis

Wie oft im Leben, kommt alles anders als gedacht: denn wer nun denkt, Wilsberg hätte damit den niedrigsten Punktestand aller Zeiten erreicht, irrt.

Nachdem er sich alle Mühe gegeben hatte, an diesem Montag die Gäste zu vergraulen - und viermal bei denselben Leuten sehr gut gegessen hat,

erfährt er, dass er

40 Punkte eingefahren hat (mehr sind nicht möglich)

und somit auch noch 3.000 Euro gewinnt.

Die Welt ist natürlich ungerecht, war sie schon immer. Die Menschen sind ungerecht - und lassen sich nur von Gefühlen leiten.


Guten Tag, Gruß Silvia 

23. September 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Baden-Baden bei Oliver

Das Foto wurde mir zur Verfügung gestellt

 „My favorite Places“
Vorspeise: Tricolore di Como
Hauptgang: Miami-Heat
Nachtisch: Bonjour Brigitte (Bardot)


Heute Star, morgen schnuppe.
© Ringo Jünigk (*1976)

Heute ist Olivers großer Fernseh-Tag: der Architekt und Schäumchen-Schläger mit der großen Jagdtrophäe an der Wand und der George-Clooney-Maske zum Servieren der Vorspeise ist der Star des Abends - und morgen vermutlich allen wieder schnuppe. Der 53jährige lebt mit der 40jährigen Olga zusammen, die ihm dabei behilflich ist, eine Pfanne mit einem Deckel zu schließen, und hier und da gibt sie ihm ein Küsschen.

Wie und wo die beiden sich kennengelernt haben, wird im Gegensatz zu vielen anderen Paaren heute nicht abgefragt.

Glamour-Finale nennt es Daniel Werner, der Interpret der Sendungen, und Oliver einen Lebemann und Badehosen-Sammler. Die letzteren wirft der Freitags-Kandidat allesamt showeffektmäßig aus einer Schublade - und ich stelle fest, dass ich in einer anderen Welt lebe:

ich würde niemals demonstrativ die Schubladen entleeren, weil ich alles selber wieder aufräumen müsste.

Auch seinen Alfa Romeo lerne ich kennen - der soll wie eine hübsche Frau für ihn sein. Olivers Stellenwerte? Unbekannt.

Es ist wie ich es am Montag bereits vermutet habe, als Alexander gekocht hat und sein schickes Umfeld gezeigt hat: es wird heute getoppt. Voller Stolz präsentiert Oliver, was er sich erarbeitet hat. Hübsches Anwesen, hübsche Frau, schäbiges Geweih, und 

ich möchte gar nicht wissen, was ihn in seinen einsamen Stunden an Gedanken ereilt.


Das Menü

Brigitte Bardot, die Tierschützerin, wäre nicht erfreut über:

den Lobster in der Vorspeise. Den grünen Spargel würde sie gelten lassen, das Risotto vermutlich ebenfalls nicht.

Mir fehlt die Lust, mir die Selbstdarstellung dieses Mannes weiterhin anzusehen. Er ist weiter weg von meiner Welt als Alexander - und 

der Blick aufs Geweih versperrt mir die Lust auf

Lobster und dessen Triumpfzug durch die Gäste-Gemeinde.

Den Nachtisch, die Tarte mit Orangen und Vanille, serviert er mit der Maske der Queen (zur Drehzeit lebte Elizabeth II noch) - und ich weiß, dass die Queen ihren Afternoon-Tea lieber mit Paddington Bear eingenommen hat, der dazu noch seine Mütze aufbehalten durfte.


Fazit

Das "perfekte Dinner" hebt gleichzeitig mit dem abgehobenen Oliver ab und schürt endgültig die Lust auf normale Teilnehmer, die wie Du und Ich und nicht an einem finalen Punkt angekommen sind. Denn sein eigenes Leben kann Oliver kaum noch toppen, so phantastisch ist es. Unmaßgeblich für den bescheideneren Durchschnitt der Menschen.

Ich wünsche ihm einen Teppich, auf dem er Halt findet. 

Meine große Liebe war Reinhold, auch ein Architekt: ich kann mir nicht vorstellen, dass er heute, viele Jahre später, irgendetwas mit Oliver gemein hat.

Die Punkte: je 8 geben Alexander, Lars und Johanna, 7 gibt Sandra.

Mit 31 Zählern gewinnt er, dass alle nun wissen, wie sein rein äußerliches Luxusleben aussieht, aber nicht die 3.000 Euro - auf die er sicher gut verzichten kann.

Es gewinnen mit Punkte-Gleichstand Johanna und Sandra.

Ich wünsche allen meinen Lesern ein wunderbares Wochenende.

Kleckern ist im Übrigen sympathischer als Klotzen.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Freitag, 23. September 2022

23. September 2022 - Die Knopf-Phobie




Die Knopf-"Phobie"

Bis vor ein paar Jahren dachte ich, ich sei die einzige auf dieser großen weiten Welt, die es beim Anblick von Knöpfen schüttelt, fröstelt und bauchgrummelt. Diesen Anflug von vermuteter Beklopptheit habe ich folglich mein Leben lang geheimgehalten. Ich dachte, so irre kann sich niemand verhalten - und vor Knöpfen ekeln, dass jemand anderer dafür Verständnis aufbringen könnte. Tief nach Luft schnappend beim Anblick von vor allem losen Knöpfen, habe ich mich im Laufe der Jahre damit abgefunden,

dass ein Leben ganz ohne Knöpfe vollkommen unmöglich ist. Und es gelang mir, Knöpfe an Mänteln oder Jacken zu akzeptieren, indem ich sie so unbeachtet wie möglich gelassen habe. Aber eine Lose-Knopf-Sammlung wie die auf meinem obigen Foto - verursacht beinahe eine Katastrophe in meinem Kopf.

Die Schachtel gehört meinem Mann - und ich musste für das Foto all meinen Mut zusammennehmen, damit mir nicht angewidert der Appetit für die nächste Mahlzeit vergeht.

Inzwischen ist die Schachtel wieder in einem Schrank verstaut - und ich hoffe, ich muss sie nie wiedersehen.

Meine geheime Phobie - eine richtige Phobie ist das ja nicht, denn ich habe keine Angst vor Knöpfen, sondern finde sie nur ausgesprochen ekelig - konnte bis heute geheimbleiben.

Aber vor ein paar Jahren habe ich erstmals gelesen, dass ich damit absolut nicht allein bin: es betrifft viele Menschen und hat sogar ein festes Erklärungs-Wort:

Koumpounophobie

Einerseits ist es beruhigend, dass ich nicht allein so verrückt bin, andererseits ändert das nichts an meiner Total-Ablehnung gegen Knöpfe: liegt einer irgendwo zufällig auf einem Tisch, an dem ich Platz nehmen soll,

muss ich zuerst dafür sorgen, dass der Tisch "gesäubert" wird. Bei dem Anblick von Knöpfen kann ich mich auf nichts anderes konzentrieren als auf die reine Ablehnung dieses so üblichen Gebrauchsgegenstandes, die durchaus aggressiv sein kann.

Selbst das unter persönlichen Extrem-Bedingungen aufgenommene Foto habe ich erst nach dem Schreiben meines Beitrages hier eingestellt, um mir den miesen Anblick zu ersparen. Ansonsten steht zuerst das Foto - und dann schreibe ich etwas dazu.

Es gibt sogar mit Knöpfen verzierte Kissen oder Taschen und mehr  - wer mir nun nach meinem Outing so etwas schenken würde, der

würde mich aufs Äußerste ärgern wollen.

Woher meine Koumpounophobie rührt, weiß ich nicht - und muss ich auch gar nicht wissen. Es ist wie es ist,

und ich meide den Anblick von Knöpfen so gut es geht.

Ich bringe es übrigens auch nicht fertig, mir einen abgefallenen Knopf von einem Kleidungsstück selber wieder anzunähen ... für den Fall dieses unglücklichen Falls habe ich mir ein paar Ausreden zurechtgelegt. Meinem Mann sage ich, dass er das viel besser kann als ich ... und das glaubt er gerne und freut sich womöglich, mir helfen zu können.#

Nun kann er nachlesen, was ich ihm nie erzählt habe ...


Guten Tag, Gruß Silvia 

22. September 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Baden-Baden bei Sandra


„Ein Hauch von Mexiko“
Vorspeise: Fruchtiger Auftakt mit knuspriger Ecke
Hauptgang: Scharfer Meeresbewohner trifft auf cremiges Püree / Hülsenfrüchte und die „tolle Knolle“
Nachtisch: Süße Trilogie mit einem kleinen Schärfe-Kick


Sandras Interpretation ...

mexikanischer Speisen muss nicht mit der der Mexikaner übereinstimmen. Sie hat lange Zeit in den USA gelebt und sich an dortigen mexikanischen Lokalen orientiert, um ihrem Dinner einen besonderen Touch zu geben. Bevor sie die anderen Kandidaten kennengelernt hat, war ihre Sorge groß, dass man sich auf ihr "Experiment" nicht einlassen könnte. Sie zeigt sich also froh über die weltoffene Runde, als hätte sie bei allen anderen möglichen Teilnehmern diese Offenheit für augenscheinlich fremde Speisen nicht gefunden. Es bleibt nur die Frage, ob ihr Menü authentisch mexikanisch ist ...

In Mexiko war ich noch nicht, aber in den USA und auch hier in unserer Nähe habe ich schon einmal diese Küche ausprobiert. Ich denke, sie ist dort wie hier den Gaumen angepasst.


Das Menü

in der Sandra-Version besteht vor allem aus vielen, vielen Fertigprodukten. Wirkliche Kochkunst vermute ich nicht dahinter.

Dass sie als angebliche Vegetarierin auch Fleisch zubereitet, muss ich ihr nicht hoch anrechnen, weil sie keine wirkliche ist - und lediglich kein Fleisch isst, aber durchaus Soßen, in denen Fleisch gegart wurde ... und und und ...

Und natürlich weiß sie, dass man mit einem rein vegetarischen Gericht keine guten Karten hat - und wirklich hervorragend kochen können muss, um andere zu überzeugen.

Zur Vorspeise gibt es einen Avocado-Mango-Salat, gegrilltes Hühnchen und Champignons.

Für Alexander ist dies die beste Vorspeise der Woche.

Der Hauptgang besteht aus einer Soße aus schwarzen Bohnen, einem Mais-Püree und dem lebendig wunderschönen Papageifisch,

der seine tote Traurigkeit auf den Tellern allzu deutlich demonstriert.

Zweien der Gäste schmeckt das Mais-Püree am besten. Damit ist klar, dass ihr Angstgegner Papageifisch zu Recht ihr Angstgegner ist.

Nachtisch: Margarita-Pie samt Obstsalat und Tortillas mit Schoko-Soße. Tortillas: fertig gekauft. Kuchenboden-Zutaten: fertig gekauft. Obst zu einem Salat zu schnibbeln: kein mexikanisches Wunderwerk.

Dennoch gefällt mir von allen Menü-Bestandteilen und natürlich von der reinen Ansicht ausgehend der Margarita-Kuchen am besten.


Fazit

Ich weine noch immer um den wunderschönen Papagei-Fisch. Okay, nur nach Schönheit zu urteilen ist oberflächlich ... aber auch ein Kriterium. Ein anderes Kriterium ist, dass der Fisch die Riffe schützt. Und einen langen Weg zurückgelegt hat, um hier auf die Teller zu kommen. Einer Frau, die sich selber als Vegetarierin bezeichnet,  nehme ich die Wahl für diesen Fisch doppelt übel.

"Erst kommt das Fressen, dann die Moral."
- Bertolt Brecht

Die Punkte: 10 gibt Alexander, je 9 Lars und Johanna, 7 ist Oliver dieses Menü wert.

Mit insgesamt 35 Umdrehungen liegt sie gleichauf mit Johanna auf dem bislang ersten Platz. Es war ein Hauch und kein starker Wind von Mexiko ... den leichten Hauch verschweigt sie auch nicht, steht schließlich in ihrem Menü-Titel.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Donnerstag, 22. September 2022

21. September 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Baden-Baden bei Lars


„Amore e Vino - von Südtirol bis in die Toskana“
Vorspeise: Kalb / Gemüse / Burrata
Hauptgang: Rind / Kartoffel / Möhre
Nachtisch: Zitrone / Mascarpone / Beeren


Die stille Stunde

vor dem beginnenden Abend ist nicht nur heute ein Synonym für gepflegte, aber uninteressante Langeweile, die sogar 15 Minuten länger als nur eine Stunde für sich beansprucht. In ewig ähnlichen Ambienten vermisst mein Blick das Besondere (wie z. B. in der letzten Woche bei Gina) jenseits vom Main-Stream.

Es handelt sich beim "Dinner" schließlich um keine reine Kochsendung - und wer Interesse an neuen Rezepten hat und Ideen zum Thema Kochen sammeln möchte, ist sicherlich in anderen Sendungen besser aufgehoben. Diese Sendung ist ein Rundumpaket - in dem auch gekocht wird. Völlige Neuigkeiten im Küchen-Bereich wird man hier nur selten erfahren - dafür jedoch ewig ähnliches Einerlei.

Lars ist 34 Jahre alt, mit Selina verheiratet, die ihm beim Schnibbeln hilft, und Vater zweier Kinder. Er ist Betriebswirt, sagt der Sprecher -  anfangs höre ich, er sei "Nur-Vater". Keine Ahnung, ob ich jetzt schon völlig anderes höre als eigentlich gesagt wird.

In einem schönen Haus mit einem Kinderspielplatz-Garten lebt er mit seiner Familie und seinen Schwiegereltern. Dass er ein gutes Verhältnis zu den zuletzt Genannten hat, kann ich mir sehr gut vorstellen. Lars ist aalglatt.

Wagen fahren vor, die die Gäste ausspucken  - und ich fühle mich an die Beerdigung der Queen erinnert (auch, wenn ich diese nicht gesehen habe). Möglicherweise ging es dort nach dem Ende der öffentlichen Feierlichkeiten wesentlich interessanter und ausgelassener zu ...


Das Menü

Vitello Tonnato samt Gemüse und einer Burrata - in einer Up-to-Date-Bowl angerichtet. Das erwähnt Lars extra. Könnte ja sein, dass es jemand noch nicht kennt. Ich bin hin und weg und denke daran, Charlie ein paar Bowls zu kaufen - die eignen sich hervorragend für Hundefutter.

Zum üblichen Rinderfilet mit mediterraner Kruste serviert er Kartoffel-Gratin und Möhren.

Seine geschmackliche Lösung für dieses und jenes und eigentlich beinahe alles ist Parmesan. Er scheint ein tiefes Faible dafür zu haben.

Der Nachtisch: Zitronentartelette, niedliche Kleckse von Mascarpone-Creme.

Sandra, die zwar keine wirkliche Vegetarierin ist, aber keine Fleischstücke isst, bekommt alternativ Auberginen: und weil es Lars gefällt, bekommt sie die sowohl in der Vor- als auch in der Hauptspeise. Hier fehlt es ihm eindeutig an Phantasie.


Fazit

Vielleicht haben diese fünf Leute miteinander viel Spaß - über den Schirm kommt, dass es eine ziemlich steife Runde ist. Wann kochen eigentlich die nächsten Kölner?

Alexander kann vor Begeisterung der Kochleistungen nicht an sich halten: er lobt die ersten drei Dinner - und damit natürlich vor allem sich selber.

Und ein klein wenig sorgt er für interne Heiterkeit: der mitgebrachte Original Bollen-Hut macht aus den Frauen Schwarzwaldmädel. Niedlich! Überflüssig!

Die Punkte: je 8 geben Alexander, Johanna und Oliver, 9 gibt Sandra.

Die Belohnung für diesen stillen Abend: 33 Zähler.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Mittwoch, 21. September 2022

20. September 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Baden Baden bei Johanna



„Schwarzwaldküche 2.0“
Vorspeise: Bachsaibling Caprese mit Burrata, Kirschtomaten und Sardinen
Hauptgang: Rehrücken mit Käsekuchen und Rauchforellen-Mayonnaise
Nachtisch: Dreierlei von der Bühler Zwetschge



Kinder sind kleine Menschen,
Menschen sind große Kinder.

- Onorato Fava (1859 - 1938), italienischer Kinderbuchautor


Beinahe ist es für mich, als würde ich mir einen freien Tag erschleichen, so diszipliniert war ich in der Vergangenheit,  jeden einzelnen Dinner-Tag zu kommentieren. Den heutigen Beitrag habe ich streichen müssen, weil der 20. September mein Geburtstag ist - und der Fernseher kalt geblieben ist. Es wäre schön, wenn dieser Tag immer auf einen Sonntag fallen würde - das würde mir zusätzlich den ungeliebtesten Tag der Woche aufhellen.

Wie schön, dass mein Geburtstag in jedem Jahr auf den Weltkindertag fällt, denn erst der macht diesen Tag zu etwas Besonderem. Diese Welt gehört vorrangig immer den Kindern. Jeder Mensch liebt Kinder und besonders natürlich die eigenen. Oder ist es doch tiefer und etwas  anders?

Keiner liebt die Kinder um der Kinder willen, sondern weil man das Selbst liebt, liebt man die Kinder.
- Vedanta eines der sechs klassischen Systeme der indischen Philosophie


Aber ich bin nun genug abgeschweift, denn das Thema ist an dieser Stelle eigentlich "Das perfekte Dinner". Da mir nun das Hintergrundwissen vom gestrigen Tag fehlt,

hoffe ich auf viele Kommentare dazu auf meiner Facebook-Seite.

Am frühen Donnerstagmorgen wird es wieder einen Beitrag zum Dinner geben. 


Guten Morgen, Gruß Silvia

Dienstag, 20. September 2022

19. September 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Baden Baden bei Alexander

Foto: S. B.
 
„Südliche Begegnung“
Vorspeise: Côte d‘ Azur trifft Languedoc Cappuccino von Krustentieren mit Garnele und Jakobsmuschel
Hauptgang: Lombardei trifft Andalusien / Koteletts vom Pata-Negra-Schwein an Sommer-Risotto
Nachtisch: Piemont trifft Toskana / Panna cotta mit Tonkabohne / Florentiner Crunch


Ein guter Anwalt kennt das Gesetz,
ein großartiger Anwalt kennt den Richter.

- Aus den USA
Sprichwort unter Juristen

Im Falle der finalen perfekten Dinner-Aburteilung sind allerdings Laienrichter an den Punkte-Tafeln - und Höchststrafen nicht zu erwarten, höchstens kleine Ungerechtigkeiten. Der Anwalt für Baurecht kocht in seinem kernsanierten Haus aus dem Jahre 1905. Rein bautechnisch beginnt die Woche bereits mit einem Wohn-Highlight (ist das dann in dieser Woche noch zu toppen?). Meistens steigert sich die Attraktivität der jeweiligen Unterkünfte - und ich bin gespannt, wie es am Freitag in Olivers Zuhause aussieht.

Doch während mir persönlich - und das ist auch kein Urteil, sondern nur eine Feststellung - sogenannte Neubauten viel besser gefallen, ist Alexanders Garten ein Traum, den ich uneingeschränkt mitträumen kann. Neben einem chinesischen Gartenabschnitt gibt es den

9-Hühner-Abschnitt. Heute sind sie ausnahmsweise in ihrem Gehege weggesperrt - aber ansonsten, erzählt das Herrchen der Hühner-Bande, dürfen sie frei im gesamten Garten herumpicken. Ist dann jede Eiersuche eine Art von alltäglichem Osterfest? Oder haben Hühner ihre Lieblings-Plätze zum Eierlegen?


Das Menü

In der ursprünglichen Menü-Karte befindet sich ein kleiner Tippfehler: anstatt Schwein steht dort Schein. Vielleicht ist das nur eine Freudsche Fehlleistung, weil er für das Pata Negra-Schweinchen einen Schein mehr hinlegen muss als für das gewöhnliche Schweinefleisch?

Insgesamt ergibt sich das Menü aus der obigen Karte: das ist schließlich nicht immer der Fall, weil Rätselraten bei Dinner-Teilnehmern sehr beliebt ist - und nicht selten glänzen die Karten vor umfangreichen und blumigen Beschreibungen Hier ist aber alles klar.

Nebenher kocht er selber einen Rindfleischfond, einen Fischfond und einen Gemüsefond - letzteren für eventuelle Vegetarier.

Ja, und da ist auch bereits die Vegetarierin der Woche - aber noch befinde ich mich in der Rätselecke und weiß nicht mehr, ob es Johanna oder Sandra ist. Bei beiden wird es allerdings Fleisch bzw. Fisch geben.

Aber diejenige welche nimmt es ohnehin mit der vorgeblichen Ess-Weise nicht sehr genau - sie hätte auch sagen können, dass sie alles isst, nur keine Fleischstücke ...


Fazit

Nach wenigen Minuten ist sich der Rechtsanwalt Alexander sicher und "mega glücklich", dass er die besten Gäste und Mitstreiter hat. Ich schließe daraus, dass

er die jeweiligen prozessbeteiligten Richter nicht kennen muss - er durchschaut sie schließlich augenblicklich. Aber natürlich ist mit dem Kennen der Richter eher ein Kungeln gemeint ...

Auch Oliver findet die Gruppe "Hammer".

Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht ...

Aber da Alexander und Oliver vom Typus her ziemlich ähnlich und im gleichen Alter sind, könnte es zwischen diesen beiden Männern gut passen.

Die Punkte: je 9 geben Johanna und Oliver, je 8 geben Lars und Sandra.

Alexanders Ausgangsposition von insgesamt 34 Zählern ist erfolgversprechend, aber nicht uneinholbar.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Montag, 19. September 2022

18. September 2022 - ARD - Tatort Stuttgart: "Der Mörder in mir"


Thorsten Lannert: Richy Müller
Sebastian Bootz: Felix Klare
Ben Dellien: Nicholas Reinke
Laura Rensing: Tatiana Nekrasov
Johanna Dellien: Christina Hecke
Dr. Daniel Vogt: Jürgen Hartmann
Marlene Teichert: Julia Dorothee Brunsch
Helen: Pina Kühr
Kurt Mader: Ulrich Cyran
Silke Köster: Celina Rongen

Kamera: Stefan Sommer
Buch und Regie: Niki Stein


Tatort Stuttgart
Der Mörder in mir

Ein Obdachloser schiebt sein nicht beleuchtetes Fahrrad samt all seiner Habe durch die Dunkelheit. Spätestens an dem Ortsschild  Elend hätte er vielleicht umkehren sollen, denn einen Moment später greift das geballte Elend in das Leben einiger Menschen ein:

der erfolgreiche Anwalt Ben Dellien, der auf vielen Hochzeiten tanzt und einen neuen Karrieresprung zum Greifen nah vor den Augen hat, sitzt in seinem SUV, um nach Hause zu fahren, aber ein einziger Moment der Unachtsamkeit stellt alles in Frage - auch die eigene Moral.

Es rumst, es knallt, Ben hält an, steigt aus dem Auto und redet sich ein, er hätte eine Kollision mit einem Wildschwein gehabt. Dem widerspricht sogleich die in diesem Film magische Mütze mit der Aufschrift "Foxy". Sie klebt an seinem Heck, und er verstaut sie im Kofferraum. Eigentlich ist das sein größter Fehler, um zeugen-unentdeckt zu bleiben ...

Was geht in diesen kurzen Minuten durch Bens Kopf? Auch einen Wildunfall müsste er melden ... aber zugunsten seines perfekten Lebens verzichtet er auf jegliche Meldung.


Das Opfer

wurde von allen wegen seiner Mütze Foxy genannt. Die Straße, auf der er seinen Tod findet, führt zu dem Friedhof, auf dem sein Sohn liegt. Dieser war bereits mit 11 Jahren an Leukämie gestorben - und würde nun 30 Jahre alt. Dessen Tod hat ihn ursächlich auf die Straßen verschlagen,

obwohl er damit auch seine Tochter, die damals kaum älter als 11 Jahre war, mit ihrer bipolaren Mutter allein gelassen hat.

Auch das ist eine Art von Schuld.

Für die Zuschauer ist diese Unfallflucht natürlich moralisch erschwerend, weil Foxy auf sentimentalen Trauer-Wegen unterwegs war.

Hinzu kommt, dass Foxy hätte gerettet werden können, denn er verblutete am Unfallort qualvoll in mehreren Stunden.


Die magische Mütze

fällt schließlich in Lauras Hände. Sie arbeitet in der Waschstraße, in der Ben sein Auto säubern lässt  - und bevor sie Bens Kofferraum schließt, greift sie danach und nimmt sie an sich ... eigentlich völlig ohne Sinn und Grund.


In der Folge

überschlägt Ben sich mit seinem Unfallwagen - ob aus einem weiteren Unfallgeschehen heraus oder aus einem  Kalkül mit einem gewissen Risiko-Faktor fürs eigene Leben - die Szene ist so schnell vorbei, ich kann es nicht feststellen. Er hat lediglich ein Schleudertrauma.

Da er und viele, viele andere Autofahrer zum Unfallzeitpunkt nahe "Elend" in eine Radarfalle geraten sind - wird er als SUV-Fahrer vorrangig überprüft. Alle anderen Geschwindigkeits-Sünder werden nicht befragt? Sieht so aus. Ist unprofessionell von den Ermittlern.

Von Anfang an umkreisen die beiden Kommissare den erfolgreichen Anwalt, der viel zu verlieren hat - und doch gar nichts verloren hätte,

wenn er den Unfall sofort gemeldet hätte.

Schließlich zündet Ben auch noch seinen Totalschaden-Wagen an, der auf einem Schrottplatz steht. Denn der sollte am nächsten Tag von der Kriminaltechnik untersucht werden ...

Wie dumm kann eigentlich jemand sein, der Jura studiert hat, erfolgreich in seinem Beruf ist und dem nichts Fremd-Kriminelles unbekannt sein dürfte?


Laura

kann schnell Eins und Eins zusammenzählen - und weiß durch den Mützenfund, dass Ben, dessen Sohn mit ihrem 11jährigen Sohn in eine Klasse geht, den Wohnungslosen überfahren hat.

Warum sie nicht unverzüglich ihren Fund der Polizei zur Kenntnis gibt, bleibt im Dunkeln. Weder will sie Ben erpressen noch lässt sich ein anderes Motiv außer dem "ich wollte, ich wüsste von all dem nichts ..." finden.


Johanna Dellien

ist die Ehefrau von Ben und viel nervenstärker und kälter als er selber. Sie verhindert, dass er sich im Nachhinein stellt ... der Schutz ihrer Familie und der Schutz des komfortablen Lebens steht für sie im Vordergrund. Sie nimmt sich Laura "zur Brust" - und am Ende landet diese als Sekretärin in der Kanzlei, in der Ben bald Partner werden soll ... 


Fazit

Die Erkenntnis, dass es jedem Autofahrer durch unglückliche Umstände wie Ben ergehen könnte, wird gemischte Gefühle für Opfer und Täter hervorrufen. Aber insgesamt ist es trotzdem viel einfacher und kein Seelenblockierer, einen Unfall zu melden als unüberlegt vom Unfallort zu verschwinden. In diesem Fall hätte die Meldung ein Menschenleben retten können ...

und, wenn man so will, auch das gute Leben von Ben. Er ist kein brutaler Mörder, sondern einer, der einen Fehler begangen hat und den durch Vertuschung stetig größer macht.

Am Ende gibt Ben zu, dass er geglaubt hat - und bleibt bei seinem "Wunschtraum" - ein Wildschwein überfahren zu haben. Angeblich gäbe es bei dieser Sachlage nur eine mindere Strafe in Form einer Geldbuße und ein paar Monate Führerscheinentzug? Greift hier nicht die Regel "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht"?

Und Laura schweigt weiter, auch, als sie in die Polizei-Mangel genommen wird.

Ein reichlich offenes Ende, das sich jeder Zuschauer nun selber zurechtbiegen kann.

Von hier gebe ich 3,5 von 5 möglichen Sternen.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Samstag, 17. September 2022

17. September 2022 Camilla - The Queen-Consort.



Camilla - The Queen Consort

Seit dem 8. September 2022 ist Camilla als Frau an der Seite von Charles, dem  III. die Königs-Gemahlin. So hat es Queen Elizabeth zu Lebzeiten und rechtzeitig verfügt.

Den königlichen Imperativ hat Camilla schon immer beherzigt:

Niemals erklären, niemals entschuldigen, niemals zugeben.

Genau dieses machte sie für Prinz Charles zu der verlässlichsten Partnerin, die er je hatte - und die ihn sein gesamtes Erwachsenenleben begleitete. In 1970 lernten sie sich kennen. Eine Heirat der beiden war damals jedoch undenkbar - und vielleicht auch von dem "ewigen" Junggesellen, wie er sich gefühlt haben soll, nicht gewollt. Camilla Shand heiratete am 4. Juli 1973 Andrew Parker Bowles (Scheidung am 3. März 1995).

Lt. der Biografie "Palace Papers" von Tina Brown soll Andrew ihre große Liebe gewesen sein - und nicht der Prinz von Wales. Über regelmäßige Seitensprünge ihres Ehemannes soll Camilla hinweggesehen haben ... (englische Oberschichten-Spiele)

und etwa 1977 die Beziehung zu Charles wieder intensiviert haben.

Es ist übermittelt worden, dass Andrew Parker-Bowles sogar stolz auf die Beziehung seiner Ehefrau zum Prince of Wales gewesen sein soll.


Prinzessin Diana

war eifersüchtig auf die Rivalin, obwohl Charles und Camilla ihre Liebe nach der Hochzeit von Diana und Charles 1981 jahrelang auf Eis gelegt haben sollen. Erst als die Ehe der Windsors heillos zerrüttet war, fanden sie endgültig wieder zueinander.

Rottweiler nannte Diana Camilla. Nicht eben die feine englische Art. Der Begriff setzte sich in den Köpfen ihrer Bewunderer, die gleichzeitig Camilla verachteten, fest und ist bis heute gebräuchlich, wenn zum Glück auch stark verblasst.

An dem Scheitern einer Ehe sind  stets die beiden Ehepartner beteiligt - und hier kam die Enge und Strenge britischer Hof-Protokolle und eine Ehe ohne die tiefe Basis der Liebe erschwerend hinzu.


Nach Dianas tödlichem Unfall

schien die Lage für Charles und Camilla hoffnungslos verfahren. Wie sollte er jemals auch offiziell zu der Frau stehen können, die er liebte - die aber von seinem Volk verachtet wurde und der geliebten Prinzessin von Wales angeblich so tiefen Kummer zugefügt hatte?

Einer Image-Kampagne, die sicherlich keine einfache war und in der jeder nächste Schritt bedeutsam und gut überlegt sein wollte, gelang es, dass sich das britische Volk nach und nach an Charles ständige Begleiterin Camilla gewöhnte.


Die Heirat

Am 9. April 2005 heirateten Prinz Charles und Camilla Parker-Bowles, die damit zur Herzogin von Cornwall wurde. Übrigens ist Cornwall ein sehr bezaubernder Landstrich.

Anwesend bei ihrer Trauung war ihr geschiedener Ehemann Andrew Parker-Bowles: laut Zeitzeugen soll er sich wie eine "Brautmutter" verhalten haben ... so stolz war er auf Camilla.

Nach und nach und stetig stiegen Camillas Beliebtheitswerte im Königreich. Sie nimmt sich nicht wichtig, drängt nicht in den Vordergrund und ist in keiner Weise eine Prinzessin auf der Erbse, die keine Ahnung vom wahren Leben hat.


Dass die Liebe siegt

war in dem Fall dieser beiden Liebenden weder sicher noch die normale und doch eine letztendliche Konsequenz: es mussten erst ein paar verstaubte Palastvorhänge gelüftet werden und frischer Wind ins Haus, genannt Buckingham Palast, wehen, um dies möglich zu machen.

Nach allem, was ich über Camilla in diversen Biografien gelesen habe, kann es unmöglich ihr Ziel gewesen sein, die Frau des Königs zu werden. Für ihre Liebe hat sie das eher in Kauf genommen als herbeigewünscht.

Sie liebt das Landleben, lässige, legere Kleidung, in der Erde zu wühlen, manchmal auch mit windzerzausten  Haaren nach einem Spaziergang durchs Haus zu laufen, um einen Gin-Tonic zuzubereiten ... aber vor allem haben Charles und sie die gemeinsamen Interessen,

an denen Diana und Charles als Eheleute gescheitert sind. Sie waren viel zu unterschiedlich und das Wort "Gegensätze ziehen sich an" war in ihrem Fall ein kläglicher Versager-Satz.

Vermutlich hätte Camilla gern noch auf Jahre hinaus ihr ungezwungeneres Leben weitergelebt. Es ist ihr nun nicht vergönnt.

Da Camilla niemals über sich selber und ihre Erlebnisse spricht - man diese aber an ihrem bislang geführten Leben ablesen kann,

ist es sicher für sie eine große Umstellung, mit der sie nun leben muss. Und aus ehrlicher Liebe -  l e b e n   k a n n.

Für einen Prinzen von Wales und jetzigen König ist wahre Liebe so unvorstellbar wie in einem McDonald einen Hamburger essen gehen können.

Darum liebt er Camilla.


Guten Tag, Gruß Silvia