Samstag, 30. Juli 2022

30. Juli 2022 - Robin, Bienchen, Charlie - und die Hierarchie ...


Robin, Bienchen, Charlie - und die Hierarchie ...

In einer Welt, die sich nach meinen Wünschen zusammensetzt, wären neben Charlie auch noch Robin und Bienchen an meiner Seite. Somit wäre aus dem ehemaligen Duo nun ein Trio geworden. Und das hätte sich charaktermäßig ziemlich gewaschen.

Robin, der zu mir kam, als er 9 Wochen alt war, würde dieses imaginäre Rudel anführen. Über sechs Jahre später kam Bienchen als "Erbteil" meiner Mutter in mein Leben - und ich hoffte so sehr, dass Robin, der allgemein bei allen, die ihn kannten, als "Einzelkind" gehandelt wurde, sie annehmen würde.

Das "Einzelkind" gab sich jedoch nicht einmal halb so einzelkindartig wie wir gedacht hatten: er integrierte Bienchen in sein Leben, und während sie ihn grenzenlos bewunderte, akzeptierte er sie auf eine freundschaftliche, aber nicht überschwängliche Art.

Bienchen bewunderte ihn so sehr, dass sie sich die Eigenarten, die eigentlich Yorkshire-Terriern und nicht Maltesern vorbehalten sind, abschaute und zu ihren eigenen umfunktionierte. Sie stahl ihm sozusagen seine blödesten Ideen.

Auf der anderen Seite lernte sie jedoch viele nützliche Dinge von ihm, die ihr zuvor nicht zugänglich waren. Und in ihren dollen fünf Minuten, die alle paar Tage auftauchten, unterwarf er sich sogar ihrer vorübergehenden "Launenhaftigkeit". Denn wirklich launisch sind Hunde natürlich nicht.

Robin (13. Januar 2004 bis 6. September 2019) und Bienchen (13. Oktober bis 25. Januar 2021) leben nicht mehr und können somit





Charlie nicht unter ihre Fittiche nehmen. Aber rein fiktiv und weil ich Robin, Bienchen und mittlerweile auch Charlie ausgesprochen gut kenne und gut lesen kann (die einen in der Erinnerung, den anderen in der Jetzt-Zeit)

weiß ich natürlich ziemlich genau, wie es sie miteinander leben würden: vorweg muss ich sagen, dass Charlie niemals den Chefposten hätte übernehmen dürfen/können. Billigte Bienchen gerade noch soeben diesen  Robin zu - hätte Charlie es sich auf dem Platz hinter ihr bequem machen müssen. Das allerdings würde Charlie überhaupt nichts ausmachen, denn er ist nicht der Hund, der im Mittelpunkt herumturnt, sondern sich auch mit einer Nebenrolle durchaus zufrieden zeigt.

Robin hätte Charlie sicherlich gern gezeigt, wie er sich ein klein wenig dominanter anstellen kann -  ich denke, das hätte Charlie wenig ausgemacht. Er wäre lieber dem neuen Vorbild Robin hinterhergetrottet, immer bereit, alles toll zu finden, was dieser gerade anstellt und welches Terrielr-Temperament ihn antreibt.

Bienchen hätte hier und da den süßen Charlie gemobbt - wäre allerdings von Robin in ihre Schranken verwiesen worden. Andererseits hätte es sein können, dass Bienchen Charlie einfach nur deshalb dufte findet, weil er Charlie ist ... dieser kleine Punkt bleibt unsicher. Der würde allerdings nicht Charlies Platz im Mini-Rudel berühren - der bliebe der letzte.

Hunde mögen Hierarchien und akzeptieren sie: Charlie, der liebste Hund der Welt, ist diesbezüglich nicht anders. Er hätte Platz Nr. 3 ohne zu zögern oder gar zu kämpfen, akzeptiert - und ihn sogar als bequem empfunden.

Leider ist dies nur eine fiktive gemeinsame Geschichte von Robin, Bienchen und Charlie - denn sie haben sich nie kennengelernt. Aber es wäre genau so abgelaufen, wie ich es beschrieben habe. Und sie hätten ein wunderbares Trio gebildet - Charlie wäre im Laufe der Zeit

vielleicht ein wenig forscher geworden, während Robin sich hier und da und aus Rücksicht auf Charlie zurückgenommen hätte. Und Bienchen hätte ihre Stellung als einziges Girl unter den beiden Herren genossen.

Meine Herzblätter sind sie alle Drei. Die einen "über dem Regenbogen", der andere an meiner Seite.


Guten Tag, Gruß Silvia



29. Juli 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Mainz/Wiesbaden bei Christoph



Vorspeise: Rote-Bete-Carpaccio mit Ziegenkäse
Hauptgang: Lachs mit Gemüse und Safranreis
Nachtisch: Schokoladenkuchen mit Erdbeeren


Filousophie: teleologisches Finale der Systemphilosophie
© Andreas Egert (*1968) 

Christoph ist kein wirklicher Filou, aber mir gefällt das Zitat so gut, dass ich ihm wünsche, er würde sich im Laufe des Tages zu einem entwickeln. Das ist mein eigener Senf zu dieser Dinner-Woche, und der soll süß und gar nicht scharf sein. Ich wünschte mir nämlich, dass er die Gäste allesamt um seinen kleinen Finger wickelt und sie einwickelt - weil er von ihnen der freundlichste Teilnehmer ist. Nun ist es an seinen Gästen, ihm auch etwas zu gönnen.

Kochen gelernt hat er von seinem Vater, denn für seine Mutter war Kochen eher eine Pflicht als die Kür im täglichen Entertainment. Von seinen drei Kindern lernt Christoph sicher, wie man am schnellsten einen Zugang zu anderen Menschen findet. Und er hat - auch für die Kids - den in dieser Woche schönsten gesehenen Garten -  die Gärten von Laura und Moritz sind nur traurige Flächen außerhalb der Wohnungen und die einzige Lust, die sie verbreiteten, ist die nach Pflanzen, die gänzlich fehlen.


Das Menü

Für die Vorspeise schickt er Rote Bete im Alufolien-Rauschgewand in den Backofen. Alufolie dürfte gerne zu einem Luxusartikel mutieren.  Ziegenkäse und Walnüsse gesellen sich zum sogenannten Carpaccio.

Hauptgang: Lachs mit Reis und Safran - und einem israelischen Gemüse. Von diesem habe ich leider versäumt, woraus es genau besteht.

Sein Schokokuchen samt Erd- und Heidelbeeren ist weitaus schöner anzusehen als mein eigener auf obigem Foto.

Solide nennt Laura das Menü. Ja, ist es ... im Gegensatz zu ihrem eigenen, das völlig unsolide den Geschmack aus Geschmacksverstärkern gezogen hat. - Leider sind viele Menschen bereits durch diese Hilfsmittel geschmacklich verroht.


Fazit

Eda lacht wie eine kleines unschuldiges Mädchen. Vielleicht kommt das bei einigen, besonders den männlichen Zuschauern,  gut an, aber ich sehe nicht ihre Unsicherheit dahinter, sondern mehr noch albernes Getue. Wie schön, dass sie Christoph am Ende die Höchstpunktzahlt gibt.

Laura wünscht sich dieses und jenes und selten das, was auf den Tellern vor ihr liegt - und was sie sich eigentlich ganz dringend wünscht, ist, dass niemand sie und ihr Menü toppt, ohne dass sie in der Punkte-Kiste nach ganz unten greifen muss ...

Die Punkte für Christoph: je 8 geben Laura und Moritz, je 10 Samantha und Eda.

Das verursacht den klitzekleinen Laura-Vorsprung von seinen 36 zu ihren 37 Punkten. Laura hatte es angeblich nicht erwartet, dass sie gewinnt und hatte Eda auf Platz 1 gesehen  - wer ihr das glaubt, glaubt auch an den Osterhasen, der ungefähr zur Drehzeit seine Eier versteckt hat.

Ihr Ehrgeiz ist offensichtlich und verträgt keine Niederlagen. Sie gewinnt. Vielleicht kann sie von dem Geld u. a. einen Kochkurs besuchen: Wie koche ich ohne Wahnsinns-Geschmacksverstärker - und überzeuge trotzdem?

So ist am Ende doch noch ein kleiner Filou aus Christoph geworden, wenn auch zwei Leute dies nicht mit mindestens 9 Zähler honoriert haben.

 Mir bleibt, allen Lesern ein schönes und sonniges Wochenende zu wünschen. Wir haben aktuell (7.30 Uhr) 21 Grad - und die sollen sich glatt 7 Grad wärmer anfühlen ...


Guten Morgen, Gruß Silvia 


Freitag, 29. Juli 2022

29. Juli 2022 - ZDF-Mediathek - Retro-Serie: "Die Wicherts von nebenan"



ZDF-Mediathek, Rubrik "Retro"
Retro-Serie: "Die Wicherts von nebenan"

Familienserie 1986 bis 1991

Schauspieler/Rollen

Stephan Orlac: Eberhard Wichert
Maria Sebaldt: Hannelore Wichert
Jochen Schroeder: Rüdiger Wichert
Hendrik Martz: Andreas Wichert
Edith Schollwer: Käthe Wichert
Ekkehard Fritsch: Walter Pinnow
Anja Schüte: Uschi (Ulrike) von Strelenau
Roswitha Schreiner: Gaby Wegener
Juliane Rautenberg: Elke Wichert
Siegfried Grönig: Nachbar Georg Meisel (Vorname nur im Buch zu lesen)
Gerhard Friedrich: Bernhard Tenstaag
Mady Rahl: Sophie Tenstaag
Gudrun Genest: Frl. Ilse Glaubrecht
Brigitte Mira: Conny Hartleb
Andreas Mannkopff: Heinz Heinz
Andreas Fröhlich: Martin
Manfred Lehmann: Kuttlick
Christel Harthaus: Helga Kuttlick
Inge Wolffberg: Gerda Kusnewski
Karl Schönböck: Dr. Dr. Gürtler
Horst Pinnow: Alwin Barthold
Peter Matić: Monsieur Pierre


Die Wicherts von nebenan

Wer ein wenig in der Vergangenheit stöbern möchte, wird in der ZDF-Mediathek fündig. Alte TV-Serien geben immer einen Blick auf damalige soziale Umstände, Probleme und Befindlichkeiten frei. Als Bonbon obendrauf sieht man die jeweiligen Mode-Highlights ... und kann entscheiden, ob das heute noch tragbar wäre oder alles in irgendeiner Altkleidersammlung schon vor langer Zeit gnadenlos verrottet sein dürfte. Die Wicherts spiegeln ein Bild ihrer Zeit wider - die noch nicht ewig, aber schon sehr lange anderen Zeiten gewichen ist.

Die Familie setzt sich aus Hannelore, dem "Herzstück", ihrem Mann Eberhard, dem taffen Schreinermeister, und den Söhnen Andreas und Rüdiger zusammen. Damit sie sich allein und die Zuschauer nicht langweilen, spielt Eberhards Mutter eine kräftige Rolle und macht die Serie zu einem fünfblättrigen Glück-Kleeblatt  ... sie ist die "feine Dame", immer wie aus dem "Ei gepellt", immer auf ihre Wortwahl bedacht ... und ihr ist es ausgesprochen entgegenkommend, dass ihr Enkel Rüdiger eine Adelige heiratet - und ihr Enkel Andi Medizin studiert. Erfolgreich dreht sie mit daran, dass er seinen ursprünglichen Traumberuf - Koch - nicht ergreift.


30 Jahre später in der Jetzt-Zeit:

Viele der Schauspieler leben nicht mehr. Das ist natürlich bei dem damaligen Altersdurchschnitt der Mitwirkenden nicht erstaunlich. Manchmal drängt sich die Frage auf, wie ihre Familien- und Verwandten- und Freundesgeschichten weitergegangen wären:

Hannelore und Eberhard hätten sicher noch ihren 60. Hochzeitstag gefeiert, und sie wären glücklich Liebende und auch verliebt geblieben. Anders ist es schier undenkbar.

Andi wäre ein erfolgreicher Arzt geworden und nebenher ein exzellenter Hobby-Koch geblieben, der so manchen Profi das Fürchten gelehrt hätte.



Die Wicherts als gute Seelen ihrer Blase

Obwohl Hannelore und Eberhard stets ein wenig von oben herab mit ihren Mitmenschen Umgang pflegen, ist es ihnen wichtig, dass auch bei diesen alles in Ordnung ist oder zumindest in Ordnung kommt:

so fällt Hannelore natürlich auf, dass ihr Nachbar und Sangeskollege Alwin jeden Tag etwa 15 Flaschen Bier und eine Flasche Korn kauft und konsumiert. Ihr gehört nämlich der Keller-Getränke-Verkauf. Selbstverständlich hätte ein Alkoholiker im realen Leben nicht ausgerechnet bei der Nachbarin Hannelore seinen Sprit gekauft ... aber andererseits können nur so die Wicherts ihm helfen, wieder auf die Füße zu fallen. In der Folgezeit führt Hannelore eine Kneipe - und später hat sie einen Partyservice "Schneller Teller".

Der Nachbar Meisel (ohne Vorname - wie sich das für ein meist lästiges Anhängsel gehört), der dauernd seinen Kater Tassilo durch die Gegend trägt, ist ein armes Würstchen (vielleicht nur übertrumpft von Tassilo, der das ständige Getragenwerden sicher hasst), das von besonders Hannelore stets verbale Arschtritte einstecken muss - aber treu an ihr festhält und ihr immer zu Diensten sein will und hilft, wo er kann. Der Pensionär in mittleren Jahren ist zwar schnell eingeschnappt - aber einer muss ja deutlicher als alle anderen hervorheben, wie toll die Wicherts sind und an seinem eigenen Beispiel zeigen, dass die anderen nicht ganz so toll sind und ihnen nie das Wasser reichen können.

Was immer die Wicherts vorleben, die anderen müssen es ihnen nachmachen: so konsultieren sie einen uralten Quacksalber und befördern ihn zu ihrem Hausarzt, und dieser verarztet in der kommenden Zeit so manche große und kleine Wunde. Vor allem hat er natürlich Lebenserfahrung, die er in seiner musealen Praxis zum Besten gibt. Ob seine medizinischen Kenntnisse auf dem neuesten Stand von vor 30 Jahren sind ... fraglich?


Möbelunion

In dem Möbelhaus arbeitet Eberhard als Schreinermeister, der später zum Geschäftsführer aufsteigt. Nun steht er mit seinem ehemaligen Vorgesetzten Tenstaag auf einer Stufe, obwohl er diesem natürlich - so sind die Wicherts - auch schon als Schreinermeister immer einen Denk-Schritt voraus war.

In beider Sekretariat arbeitet Fräulein Glaubrecht (ja, gab es den Begriff Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre überhaupt noch?). Sie himmelt Wichert mit stets breitem Lächeln an und lässt sich ebenso wie Tenstaag in seinen Freundeskreis etablieren. Einen weiteren Zulauf in diesen Kreis gibt es durch Tenstaags Mutter. Viele andere schaffen es ebenfalls in die Fan-Riege der Familie.

Nicht vergessen darf man die gräfliche Familie von Strelenau. Die verleiben die Wicherts sich mittels Rüdigers Heirat ein. Man könnte glauben, ohne die Wicherts hätten die so manches Problem nicht lösen können.


Finale

In diesem findet Eberhard zu seinen Wurzeln zurück und kauft eine Schreinerei. Denn es gab nie einen besseren Schreiner als Eberhard ... so viel steht fest, so wird es vermittelt. Zudem verdient er sich dumm und dämlich in seinem Zwei-Mann-Betrieb. Wer schafft das schon?

Jetzt könnte man denken, dass mir diese Retro-Serie nicht gefällt. Aber dem ist ganz und gar nicht so. Zwar nerven die Wichert-Rollen hier und da, aber insgesamt ist die Serie in sich und in ihrer Zeit ebenfalls schlüssig. Alles passt.

Und für Interessierte: es passiert noch viel mehr, als ich hier erzähle. Ich spoilere also nicht wirklich.

Alles taugt als Abwechslung

für die heutige Zeit und einen kräftigen Rückblick auf die Zeit von vor 30 Jahren. Die Rückschau ist allemal schöner als ein Ausblick in die nahe Zukunft ...


Guten Tag, Gruß Silvia 

28. Juli 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Mainz/Wiesbaden bei Moritz


Vorspeise:
La Via Lattea
Hauptgang: Ossobuco con Risotto alla Milanese
Nachtisch: Sono Panna Cotta


Am Ende der Milchstraße purzeln die Punkte ...

und Moritz findet sich am 4. Wettbewerbs-Tag auf dem 4. Platz wieder. Und das, obwohl die ausgesprochen schöne Katze "Abby" gleich zu Showbeginn die Tischdeko nicht nur in Augenschein, sondern unter ihre Tatzen nimmt. Mit ihrem vielfarbigen Fellkleid geht sie eigentlich als Glückskatze durch ... aber ich kann mir vorstellen, dass ihre tatkräftige Unterstützung innerhalb der Zuschauerreihen wenig Beifall finden wird. Mich stört ihr kurzer Tisch-Ausflug überhaupt nicht - aber mit einem kätzischen Kumpel durch die Tage zu streifen, wäre für Abby sicherlich viel spannender als Einzelkatze zu sein.

In der Folge benimmt Abby sich sehr brav - oder ihre Missetaten fallen dem Schnitt zum gnädigen Opfer.

Wer Moritz ist, weiß ich nicht: die Mitstreiter sagen, er sei ein lustiger Typ, der jede in Agonie liegende Party wieder zum Leben erwecken kann ... Samantha meint, er könne auch sehr tiefgründige Gespräche führen. Aber wie soll man vor laufenden Kameras in eine wirkliche Tiefe gelangen wollen? Aber für den einen ist der Tümpel im Wald tief, für andere erst das Mittelmeer ...


Das Menü

In italienischer Sprache hört es sich gleich viel interessanter und schöner formuliert an. Oder wer würde in unserer Sprache zum Nachtisch sagen: Ich bin am Boden zerstört? Moritz übersetzt seinen Nachtisch allerdings mit Ich bin durch. Der heutige finale Gang beinhaltet eine recht flüssige Pannacotta und ein Schokoladen-Semifreddo.

Der Hauptgang ergibt sich aus der Menü-Karte: ich bin kochtechnisch nicht kompetent genug, um hier auf Fehlersuche - oder dem Gegenteil davon - zu gehen und zu einem gültigen Ergebnis zu gelangen.

Zum Nachtisch habe ich eine eigene kleine Geschichte, die nichts mit Kochen, aber mit meinem obigen Foto zu tun hat: mein Mann zeigte sich neulich erstaunt darüber, dass ich ein Straßenschild fotografiert habe (es war ein anderes, das an die Galaxie erinnert, nicht dieses) ... hier kann er nun nachsehen, warum und wofür ich das mache: irgendwann finden die alle ihren Platz in meinem Blog.

Moritz' Vorspeise besteht aus Burrata, Heilbutt, Focaccia, Ofentomaten - ich hoffe, ich habe nichts vergessen bezüglich seiner Interpretation der Milchstraße.


Fazit

Laura sieht sich in einer direkten Konkurrenz-Situation zu Moritz, denn auch ihr Menü basierte auf italienischen Rezepten. War sie vielleicht vorher voller Sorge, so streift sie diese schnell ab ...

Eda zerpflückt das Fleisch, um es vom Fett zu befreien - das erinnert daran, wie kleine Kinder manchmal in ihren Essen herummantschen. Sie hätte am Tag der Befindlichkeitskundgebungen (Montag) erwähnen können, dass sie kein Fleisch mit Fett mag.

Christoph versucht stets, in allem das Positive zu sehen und hebt dieses hervor.

Die Punkte: je 7 geben Samantha und Christoph, je 6 Laura und Eda.

Ich weiß nicht, ob die zweimal 6 vergebenen Zähler gerechtfertigt sind. Aber es ist wie es ist.

Mit nur 26 Umdrehungen liegt Moritz auf dem bislang letzten Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Donnerstag, 28. Juli 2022

27. Juli 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Mainz/Wiesbaden bei Laura


"Dolce far niente"
Vorspeise: Mare e Monti
Hauptgang: Pasta e basta!
Nachtisch: Due di Dolci


Ohne die Moral wäre alles halb so schlimm.
© A. Michael Bussek (*1966)

Eine Straße im Irgendwo. Erkennungszeichen abgesprochen - oder ist es eine einsame Landstraße, auf der sich ansonsten nur Fuchs und Hase zum Gute-Nacht-Sagen treffen und Laura und ihr Dealer sich gar nicht verfehlen können? Geld wird gegen Ware getauscht. Laura gibt das Geld, der Dealer die Trüffel-Ware.

Ohne die Moral wäre das natürlich nur halb so schlimm. Mit der Moral, die leise im Hinterkopf an sich erinnert, frage ich mich: wem fehlen nun die Trüffel, gibt es einen Wagen, von dem sie runtergefallen sind oder wie ist die genaue Herkunft der Ware?

Dieser Vorabend-Krimi, der sich nicht wie ein Märchen anhört, bleibt unaufgeklärt.

800 Euro Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an dieser Sendung hätten der Architektin Laura allerdings durchaus gereicht, um die Trüffel in einem Geschäft einzukaufen.

Völlig entspannt mit Ware aus unbekannter Herkunft macht die hübsche Laura sich an ihre Küchenarbeit. Pascal eilt irgendwann an ihre Seite, um ein wenig beim Schnibbeln zu helfen und die Küche so clean zu halten wie sie vorher war. Zwar hat er sich nicht nur wegen ihrer Kochkünste in sie verliebt (das wäre als Grund schließlich auch viel zu wenig), aber er sagt:

"Sie verschmilzt mit den Pfannen und Töpfen ..." Niemals habe ich solch ein Kompliment bekommen, aber ich kann damit oder ohne dies gut leben ...


Das Menü

Laura liebt die italienische Küche und wohl auch italienische Schlagwörter.

Zur Vorspeise gibt es Tintenfisch und Garnelen, während der Berg aus der Karte von einem Auberginen-Türmchen dargestellt wird.

Selbstgemacht Tortellini, die sie mit Ricotta und Spinat füllt, bilden die Hauptspeise - den Trüffel diffuser Herkunft hobelt sie darüber.

Ein Tiramisu und eine Art Schokotörtchen bilden den harmloseren Abschluss des Dinners.

Mein Highlight-Spruch von Daniel Werner: "Schnell die (Alu)-Folie wegräumen, bevor der Sprecher eine nachhaltige Spitze anbringen kann." Der Spruch erspart mir eine eigene kleine Spitze gegen den Gebrauch von Alufolie.

Anzumerken ist noch, dass sie großzügig über viele Menü-Bestandteile Fertig-Brühpulver kippt. Seit sicher 20 Jahren benutze ich so etwas nicht mehr - weil ich das aus den Speisen unangenehm herausschmecken würde.


Fazit

Der Abend ist nicht langweilig, Laura schön anzusehen und hat nichts vom "süßen Nichtstun", denn sie hat jede Menge zu tun.

Eda sucht ein bisschen verkrampft nach Kritikpunkten, findet sie aber in ihrer Langsamkeit nicht so schnell, um die Punkte ihren wohl eigenen Wünschen anzupassen:

Je 9 geben Samantha, Eda und Moritz, 10 gibt Christoph.

Mit insgesamt 37 Umdrehungen ist sie beinahe nicht mehr einholbar. Falls sie gewinnt, kann sie aber locker den nächsten Trüffel in einem Laden erwerben.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Mittwoch, 27. Juli 2022

26. Juli 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Mainz/Wiesbaden bei Eda



Vorspeise: Oruk, Joghurt, Minze
Hauptgang: Kebab, Tomate, Zitrone
Nachtisch: Quitte, Pistazie, Engelshaar


Rezensionen sind bei weitem noch keine Gottesurteile
- Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799)

Sie entspringen einer Einzelmeinung in Anbetracht auch eigener Vorlieben, Abneigungen - wenn möglich und fair, sind sie objektiv und nicht subjektiv. Dennoch schwingt sowohl das eine als auch das andere immer mit in einer Rezension. Die alleingültige Wahrheit enthält sie folglich nicht. Ich lerne Eda nicht kennen, sondern verwurschte ihren Dinner-Tag anhand einiger von ihr getätigter Aussagen und ein wenig anhand ihres Kochergebnis.

Die türkisch-stämmige 29jährige Frau erzählt, dass sie u. a. als Schiedsrichterin für den Fußball arbeitet. Gut, dass sie hierfür eine Triller-Pfeife einsetzen kann, denn ihre leise, monotone Art hätte sonst keinerlei Durchsetzungsvermögen.

Zum "Runterkommen" macht sie Yoga und arbeitet mit Klangschalen. In einer sehr langweilig dahinplätschernden Stunde vor dem Fernseher stellt sich mir die Frage, wie weit sie noch herunterkommen möchte. Sie ist bereits völlig gechillt und kann eigentlich kaum mehr ruhiger werden.

Ihr Mann und Eda beschäftigen sich gerne mit der Persönlichkeitsentwicklung. Um ihren Gästen dies nahezubringen, gibt sie ihnen vorm Hauptgang Karten in die Hände, auf denen zu beantwortende Fragen stehen. So richtig geeignet ist solch ein Frage-Antwort-Spiel nicht für diese Sendung ... aber die Gäste lassen sich drauf ein - und eine Frage plus den diversen Antworten wird gesendet: Werdet ihr von anderen Menschen falsch eingeschätzt?

Diese Frage zielt darauf ab, sich selber ins richtige Licht zu setzen - und etwas über sich preiszugeben. Vielleicht mehr als man will ... Ich habe die einzelnen Antworten längst vergessen.


Das Menü

Ich war ein paarmal in der Türkei - aber ganz sicher nicht wegen der kulinarischen Highlights. Es gab einige, aber es gab mehr Gelegenheiten, einfach den Hunger stillen zu müssen.

Die Vorspeise mit Hackfleisch und Walnuss gefüllten Bulgurklößchen sieht gekonnt und somit wie schon tausendmal von ihr zubereitet aus. Die Gäste sind begeistert.

Der Hauptgang besteht aus einem Kebap (hier mit Kalbfleisch), in Tontöpfchen im Backofen gegart. Ein Eintopf, der die Konkurrenz-Begeisterung weiter anfeuert.

Engelshaar im Nachtisch mit Quitten-Kompott und Pistazien vollenden das Menü.


Fazit

Die Gäste sind voll des Lobes über das Dinner, während Eda anfangs die Aussicht von ihrem Balkon anpreist. Sie guckt auf viele andere Häuser - und muss sich schon quer um die Ecke herum verbiegen, um ein Stückchen Natur zu erhaschen. Glatt könnte man in diesem Häuserblock ein Remake des Films "Das Fenster zum Hof" drehen. Ausgesprochen neugierige Leute haben hier massiv Gelegenheit, ihrem Hobby nachzugehen ...

Aber ich komme zum Schluss und zum Ergebnis des Abends:

Die Punkte: je 8 geben Samantha und Laura, 9 gibt Moritz und die glatte 10 zieht Christoph.

Mit 35 Umdrehungen liegt sie am 2. Tag auf dem bislang 1. Platz. Ob das gegenüber Samantha gerecht ist oder nicht, kann ich leider wegen fehlender Geschmacksproben nicht beurteilen ... sondern nur vermuten. Mein Vermutungs-Pegel schlägt hier eher zugunsten von Samantha aus.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Dienstag, 26. Juli 2022

25. Juli 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Mainz/Wiesbaden bei Samantha

Disney-World, Orlando

Vorspeise:
verschiedene Mandu und Sangchu Geotjeori
Hauptgang: Kimchi, Pajeon, Japchae, Pajeori, Gangjang Beoteo Dakgui, Bulgogi
Nachtisch: Hotteok, Dalgona Coffee


Das perfekte Dinner ist kein Familienfest

oder ein lockeres Essen im Freundeskreis, für das jeder den guten Willen mitbringt, alles hervorragend zu finden und die Gastgeberin in den höchsten Tönen lobt. Dieses Sendeformat ist eine Konkurrenz-Veranstaltung, obwohl es natürlich überflüssig ist, das zu betonen. Ein Wettbewerb, in dem es nicht um ein schnelles Radrennen, den weitesten Weitsprung o. ä. geht und in dem rein nach dem eigenen Empfinden bewertet wird, hat natürlich immer seine Tücken.

Sicher kann Samantha als die Frau eines US-Soldaten (selber ist die Deutsch-Amerikanerin) die Challenge gewinnen, die meisten Umzüge unter den dieswöchigen Teilnehmern geschultert zu haben. Sie erzählt, dass ihr Ehemann alle drei Jahre turnusmäßig versetzt wird. Am liebsten wäre ihr eine nochmalige Versetzung nach Korea, denn sie liebt Land, Leute, Landschaft und vor allem das Essen. Dass dort auch Hunde gegessen werden, erwähnt sie nicht ... spielt für sie vielleicht auch keine Rolle.

Dafür schwärmt sie von ihrer Disney-Leidenschaft. Ich war auch schon einmal in Disney-World Florida, aber von einem Schwärmen darüber bin ich sehr weit entfernt. Jede hat eben ihre eigenen Vorlieben. Ihre bezieht viele Accessoires mit ein, die mit Micky Mouse oder sonst einem prominenten Disney-Darsteller geschmückt sind. Etwas infantil für eine 34jährige Frau.


Das Menü

Eine Speisekarte als Rätsel zu formulieren, ist überflüssig: besser, sie hätte die Übersetzungen gleich dazugeschrieben - wie sie später auch auf den Gastgeschenk-Fächern stehen.

Die Vorspeise besteht aus diversen gefüllten Teigtaschen und einem Blattsalat.

Der Hauptgang: "Feuerfleisch" (sieht nicht wirklich gut aus) samt Soja-Butterhähnchen mit 5 Beilagen. Für arme Leute in Korea gibt es traditionell 3 Beilagen, für den König 10 (erzählt Samantha). Also dürfen es hier 5 sein. - Ich verliere natürlich den genauen Überblick über Samanthas fleißige Küchenarbeiten.

Sehr arm(selig) sieht allerdings die Nachspeise aus: ein kleiner süßer und gefüllter Pfannkuchen wird durch einen Dalgona-Kaffee ergänzt. Den kennen zumindest Eda und Laura, denn der Kaffee soll durch Instagram berühmt geworden sein.


Fazit

Bevor Laura (29 J.)  Eda (29 J.) kennenlernt, hat sie "einen Opi erwartet, der an der Rente kratzt ...". Generell hat jeder Mensch höchstens zwei Opis - und die darf er auch so nennen; alle anderen älteren Männer sind keine  Opis. Laura muss schon mit einigem an mehr Freundlichkeit aufwarten, um diesen dummen Spruch "ungeschehen" zu machen.

Da reichen auch keine Lobeshymnen auf Samanthas Essen.

Die Punkte: je 7 geben Eda, Laura, Moritz und Christoph. Ich kann aus meiner Sicht vor dem Fernseher nicht beurteilen, ob die Punkte gerecht sind oder nicht. Aber zumindest sind sich alle einig (was eher für Gerechtigkeit spricht) ... und die 7 ist keine wirklich schlechte Bewertung.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Samstag, 23. Juli 2022

23. Juli 2022 - Getrennte Betten

 


Getrennte Betten

oder doch lieber ein gemeinsames Doppelbett? So manch einer oder eine möchte vom Zusammen-Schlafen nicht abweichen, weil die Sorge überwiegt, die zweite Hälfte der Liebe zu sehr aus den Augen und am Ende auch aus dem Sinn zu verlieren.

Da werden nächtliche Belästigungen durch Schnarchen, Kaugeräusche oder umfangreiche Erzählungen des anderen nicht gerne, aber notgedrungen hingenommen.

Woher die Institution Doppelbett ursprünglich kommt, weiß ich nicht, möchte ich nicht ergooglen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es früher in vielen Wohnungen oder auch Häusern nur ein einziges

für das Paar vorgesehenes Zimmer gegeben hat. Andere Räume waren den Kindern vorbehalten. Aber die Idee, dass ein Paar gefälligst auch in einem gemeinsamen Bett schlafen muss, ist vermutlich viel älter und auch heute noch ungehemmt beliebt.

Egal, wie sehr einen in mancher Nacht der Hass auf die Liebste antreibt, die wild mit den Beinen um sich schlägt, weil sie gerade vom Weglaufen träumt ... oder wie sehr das Sägewerk neben einem die Liebe Nacht für Nacht schrumpfen lässt - man hält an dieser Tradition fest.

Auch, wenn man gerne am frühen Morgen Arm in Arm mit dem Liebsten kuschelnd aufwachen möchte, sieht die reale Sehnsucht irgendwann völlig anders aus: die Zeiten, um Aufzustehen sind oft nicht dieselben, und während der eine noch friedlich

(und endlich geräuschlos - warum ist er nur am frühen Morgen geräuschlos und nicht in der Nacht?)

schlummert, muss die andere aufstehen - und fühlt sich erst einmal wie gerädert, weil die nächtlichen Belästigungen einen stärkeren Eindruck hinterlassen als es der Wunsch nach einem liebevollen Wecken je könnte.

Viele haben schließlich mit dem Entschluss fürs Doppelbett ihre friedliche Nachtruhe aufgegeben. Zudem wird die Tiefschlafphase verringert, was zu extrem schlechter Laune führen kann.

Natürlich gibt es Menschen, die ein gesteigertes Bedürfnis nach Nähe haben und dies auch in der Nacht nicht missen möchten. Vielleicht können sie sich an den gestörten Schlaf gewöhnen. Möglich, dass sie denken,

getrennte Betten bedeuten bald auch Getrenntsein als Paar.

Für das Doppelbett spricht alles, was man sonst  darin unternehmen kann ... außer schlafen.

Die Entscheidung für ein Doppelbett fällt meistens, weil es schon immer so war, dass Paare in diesen gemeinsam schlafen ... und oft im Überschwung der Liebe zueinander. Die Realität folgt erst, wenn das Möbel bereits etabliert ist und seine Tücken aufzeigt.

Ich sehe das in meinem eigenen Kosmos. Mein Schlaf in meinem eigenen großen Bett ist mir heilig. Und der darf durch keine lästigen und nervenden Nebengeräusche oder einen Kampf um die Bettdecke gestört werden. Morgens stehe ich völlig entspannt auf - und schiebe keinen Frust.

Am Ende sieht jeder selber, wie groß oder klein oder gar nicht vorhanden das nächtliche Leid ist. - Aber man muss nicht an Doppelbetten festhalten, weil es

schon immer für Paare als die bindende nächtliche Gemeinsamkeit galt.

Wer seine Nachtruhe und damit die seelische Gesundheit in Gefahr sieht, muss diese mittels eines eigenen Schlafzimmers verteidigen ...

die anderen sollen glücklich in einem gemeinsamen werden.

Guten Tag, Gruß Silvia 

22. Juli 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in München bei Cheryl


"Sauer macht lustig"
Vorspeise: Gebeizter Lachs / Yuzu / Avocado / Mango / Gurke
Hauptgang: Kalbsfilet / Spargel / Tamarillo / Kartoffel
Nachtisch: Mrs. Granny Smith


Jede Sympathie deckt Fehler zu.
© Hubert Joost (*1939)

Das ist mir sehr wohl bewusst, aber in den vergangenen Tagen hat Cheryl bewiesen, dass ihr jedes Rivalitätsgefühl fremd ist - und sie darum die Sympathie verdient, die ich ihr heute entgegenbringen kann. Ihre Eltern kommen aus Griechenland und der Tschechei und haben ihr sicherlich jede Menge zweier Nationen mitgeben können - zusätzlich zu dem, was sie in Deutschland verinnerlicht hat. Ihr Mann Michael und sie stellen sich ihre Rentenzeit als einen romantischen ewigen Sonnenauf- und -untergang in Griechenland vor. Nein, so formuliert sie es nicht, das ist meine Interpretation. Aber Wünsche ändern sich im Laufe eines Lebens, und das ist gut.

Als ihre "wilde Zeit" vor der mit ihrem Mann Michael bezeichnet sie u. a. die Teilnahme an einer Foto-Love-Story (in einer Nebenrolle). In dieser Woche darf sie die Hauptrolle in einer Love-Story mit dem "Dinner"-Publikum feiern. Von der Liebe nach Vorlage zum Kochen in einer Fernsehsendung ohne Vorgabe.


Das Menü

Den Lachs zur Vorspeise "beizt" sie gewollt nur kurz - und natürlich erkennt gerade deshalb niemand, dass der Lachs gebeizt sein soll, weil er es eben nicht ist. - Das Sorbet misslingt in der Eismaschine, warum auch immer - aber das ist kein Hinderungsgrund, das Gesamtergebnis nicht optisch als schön zu empfinden. Der Lachs-Verzehr im Besonderen ist eine andere Geschichte.

Das Kalbfleisch gart sie sous-vide. Hier stellt sie fest, dass eine computergesteuerte Küchenlandschaft Tücken beinhaltet. Küchen in ihrer Gesamtheit tendieren immer mehr zur Computer-Technik.

Kälbchen wären einen winzigen Ticken glücklicher vor ihrer Schlachtung, wenn sie wenigstens bei ihren Müttern sein dürften ... das ist einer der Gründe, warum ich nie Kalbfleisch kaufe.

Die Dessert-Törtchen sehen gut aus. Und da sie Fan dieser Sendung ist, weiß sie auch, was in der Vergangenheit besonders gut ankam: ein Nachtisch in Apfeloptik, ohne nur ein Apfel, sondern viel mehr zu sein.


Fazit

Die gemeinsame Zeit der Gastgeberin und ihrer Gäste wird von Philipps wirklich dreckiger Lache begleitet. Er kann nicht anders, als eben genau so zu lachen - ich kann nicht anders, als sie als dreckig zu beschreiben.

Jessica ist eine spezielle Kandidatin: an ihrem eigenen Dinner-Tag hatte man den Eindruck, dass sie bestens gelaunt ihren "Star-Tag" genossen hat, an allen übrigen war sie - zumindest, was die gezeigten Momente mit ihr angingen (und die können natürlich bewusst täuschen) - eher verhalten begeistert und bereit, jedem ein kleines Messer in den Rücken zu stechen. Mal lacht sie lauthals - und dann wieder denkt man: oh je, sie hat aber verdammt schlechte Laune.

Die Punkte: je 9 geben Michael, Ina und Philipp, 8 gibt Jessica.

Ina gewinnt. Von der 3.000 Euro Gewinnsumme lädt sie ihre Mitstreiter an den Tegernsee zu einer Sause ein. Den Rest

will sie einer "Tafel" spenden.

Es ist ohnehin ein Armutszeugnis unserer Regierung, dass die Tafeln rein privater Natur sind und nicht von Seiten des Staates unterstützt werden.

Das sagt Ina natürlich nicht. Sie denkt aber in diesen schweren Zeiten an Menschen (und es werden immer mehr), die nur wenige Mittel zum Überleben haben.

Mir bleibt, allen Lesern meines Blogs ein schönes Wochenende zu wünschen. Einen Leser grüße ich heute - und nur so ohne  aktuellen Anlass - mal besonders: sein Nickname ist Rocho. Die meisten Leser kenne ich natürlich nicht mit ihren Online-Namen, aber sie grüße ich selbstverständlich ebenfalls.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Freitag, 22. Juli 2022

22. Juli 2022 - Alternative Fakten: Blind Dates

 


Alternative Fakten
Blind Dates

Von Zeit zu Zeit braucht die Welt Neuheiten, mal in diesem, mal in jenem Bereich. Letztens hat Herminio Müller-Sonnenberg-Wautzig eine solche eingeführt:

Die von ihm organisierten Blind Dates versprechen allen Teilnehmern etwas sehr Besonderes. Und die Leute laufen ihm quasi die Bude bzw. seine Homepage ein. Die Buchungen knallen nach oben, obwohl niemand genau weiß, um welche Neuerungen es in diesen Blind Dates eigentlich geht. Manch einer

hofft wohl auf eine 100%ige Erfolgs-Garantie, andere hoffen gar, prominente Partner-Suchende kennenzulernen. Wieder andere sind offen für alles Neue, weil ihnen langweilig ist und sie die Abwechslung zum Aufwerten ihrer öden Zeit benötigen.

Aber alles ist völlig anders: Herminios neue Geschäftsidee ist nur, dass diese Dates wirklich "blind" ablaufen und daher nicht nur völlig fremde Menschen aufeinander losgelassen, sondern ihnen als Zusatzhürde auch noch blickdichte Augenbinden verpasst werden. Zwar kommt ihm kurz in den Sinn, dass das Wort "blind" diskriminierend sein könnte, aber noch darf man es für "Blind Dates" benutzen. Hofft er zumindest.

Dann sitzen sich die Leute gegenüber und tappen völlig im Dunkeln darüber, wer eigentlich ihr  vis-à-vis ist. Kevin

freut sich, dass seine Überraschungs-Kandidatin Chantal heißt: so passen die Namen schon mal gut zueinander.

Ansonsten ist der Geruchssinn gefragt: ist das Parfum des Gegenübers teuer genug? Oder ist es nur aufdringlich? Die verschärfte Sinneswahrnehmung hat allerdings auch Tücken: die Nasen können von Knoblauchfahnen leicht benebelt werden oder die genaue Menükarte des letzten Essens des Gegenübers identifizieren.

Immerhin kann man sich an den Stimmen und persönlichen Ausdrucksweisen orientieren. Ist die klug daherredende Frau aber auch hübsch genug? Ist sie so angenehm wie ihre Stimme - oder hat sie diese durch lange Übungen verkleidet?

Nach einem recht erfolglosen 1. Durchgang, die Dates völlig zu verdunkeln, gibt Herminio Müller-Sonnenberg-Wautzig auf - und schaltet um auf die Ursprünge der "Blind Dates". In denen erfährt man außer dem

Aussehen auch nicht viel mehr von der gegenübersitzenden Person, aber die Augen möchten eben nicht vernachlässigt werden.

Sie bestimmen, ob dem ersten Eindruck tieferschürfende Erkenntnisse folgen oder eben nicht.


Guten Tag, Gruß Silvia 

21. Juli 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in München bei Jessica



Heimat ist kein Ort - Heimat ist ein Gefühl
Vorspeise: „Süßes Mädchen“ - Brezn / Spargel /Popcorn
Hauptgang: „Wilde Jungs“ - Filet / Wild / Stampf
Nachtisch: „Engel und Teufel“ - Schoko / Kumquats


Heute Star, morgen schnuppe.
© Ringo Jünigk (*1976)

https://www.youtube.com/watch?v=WUSaSfsHM-k (Whitney Houston: The Greatest Love of All)

Wie für die meisten Mütter ist auch für Jessica ihr jetzt 8jähriger Sohn James die größte Liebe ihres Lebens. Für viele, viele Jahre wird sie auch seine größte Liebe sein - bis er eines Tages vielleicht selber Vater wird. Als er aus der Schule kommt, begrüßt er seine Mama mit einer herzlichen Umarmung - und ich hatte geglaubt, in der Öffentlichkeit scheuen die Kids sich, Zärtlichkeiten an Elternteile auszuteilen, weil das nicht cool ist.

James ist allerdings so stolz auf seine Mutter, dass diese nun in seiner Schule der "Star" ist, denn er hat allen erzählt, dass sie im TV zu sehen sein wird. Ihm wünsche ich, dass sich daran auch nach der Ausstrahlungs-Woche nichts ändert ... bevor Jessica, der Star, ohnehin bald im Vergessen verschwunden sein wird. Heute Star und morgen schnuppe eben.

Heimatlich verbunden fühlt Jessica sich besonders mit Offenbach, lebt jetzt in München und möchte dort nicht mehr wegziehen. Die Versicherungskauffrau hat hier offenbar für ihr lukratives? Hobby, dem Pizza-Backen, eine treue Kundschaft gewonnen. Ihre Kunden sollen oft äußern, dass sie die beste Pizza zubereitet, die sie je gegessen haben ... Nun ja, das kann ich natürlich überhaupt nicht beurteilen, ohne es unbedingt glauben zu müssen, aber vielleicht wäre eine kleine Kostprobe davon als Vorspeise geeignet gewesen ...


Das Menü

Stattdessen gibt es zur Vorspeise (kalte?) Brezen-Knödel, Erdbeer-Spargel-Salat plus salzigem Popcorn (anstelle von Brot, wie sie sich umfangreich rechtfertigt). Ein für mich eher seltsamer Einstieg ins Menü. Die Sache mit dem Popcorn scheint eine Hommage an James zu sein,

der sie tatkräftig und auf der Arbeitsplatte sitzend bei der Zubereitung per Popcorn-Maschine unterstützen darf.

Es folgt ein Hauptgang, der so oder so ähnlich oft zu sehen ist: Rinderfilet, Süßkartoffel-Stampf, wilder Broccoli. Das Gemüse soll etwas mehr als nur bissfest sein ...

Zur Schoko-Mousse im Dessert gibt es noch süßes Popcorn. Zum Popcorn meint Ina: "Hätte es nur das gegeben - volle Punktzahl!" Ich stelle mir gerade vor, wie die Kritik-Kommentare aussehen, wenn es wirklich nur Popcorn gäbe ...


Fazit

Vor dem Hauptgang geht es nach draußen: Jessica zeigt ihren Bulli, mit dem sie oft und gerne Camping-Touren unternimmt. Die Scheiben sind zugekleistert mit Orts-Schilder-Andenken ... da fehlt absolut der Fenster-Durchblick  ... Aber hauptsächlich zeigt sie ihren Gästen den imposanten Pizza-Ofen. Ein Bierchen für jeden dazu - und die Gäste freut es.

Es liegt vermutlich an einer aktuellen Todesmeldung plus diversen Fotos, dass ich heute bei Philipp Ähnlichkeiten mit Dieter Wedel entdecke. Immer, wenn Philipp ins Bild kommt, denke ich an den umstrittenen Regisseur.

Und schon geht es weiter mit dem heiteren und umständlichen Beruferaten: jeden Tag geben sie ein Stichwort zu ihren Berufen ... um am Ende aufzudecken, wer was warum und wieso macht und damit sein Geld verdient. Philipp verteilt heute Shorts an seine Mitstreiter-Kollegen. Hoffentlich sind die nicht aus zweiter Hand, denn er vertreibt schließlich gebrauchte Mode von Prominenten und Influencern ...

Die gute Laune erlebt heute einen neuerlichen Aufschwung. Vielleicht liegt es daran, dass Jessica kocht und nicht ständig inmitten der anderen Teilnehmer sitzt? Und auch daran, dass sie in Interviews nicht das Haar in der Suppe sucht?

Manchmal glaubt man, die gute Laune, unterstützt und gepimpt durch Alkohol, ist für einige der Motor, ziemlich großzügig zu punkten.

9 gibt Philipp, 8 Michael, während Ina und Cheryl je 7 Zähler angemessen finden.

Mit 31 Umdrehungen liegt Jessica am 4. Tag auf dem bislang 4. Platz. Das ist wohl gerecht.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Donnerstag, 21. Juli 2022

20. Juli 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in München bei Philipp



Primavera in Schwabing
Vorspeise: Spargel / Parma / Erdbeere
Hauptgang: Loup de mer / Spargel / Risotto / Champagner
Nachtisch: Erdbeere / Basilikum / Limoncello


Der Hektiker mit Magenproblemen

Philipp kämpft sich hektisch durch seinen Dinner-Tag und bringt so richtig Unruhe ins TV. Beim Sprechen überschlägt er sich beinahe, als hätte er Angst, man würde ihm den Saft abdrehen, bevor er alles, was er zu sagen hat, auch aussprechen kann. Mein Tipp: wenn er Füllwörter wie "tatsächlich" einfach mal unter die Küchenarbeitsplatte fallen lässt, kann er mehr Sinn in weniger Wörtern unterbringen.

Er leidet nicht nur an diesem "tatsächlich", sondern bekommt Magenprobleme, wenn er rotes Fleisch isst. Für Chili-Schärfe gelten diese Probleme offenbar nicht. Wie schön, dass er selber und ausnahmsweise leise und nebenbei vermutet, dass er hypochondrisch veranlagt ist.

Wichtig ist es dem studierten BWLer, mitzuteilen, dass er eine Plattform betreibt, auf der Prominente und Influencer ihre gebrauchte Kleidung verkaufen können. Und

nein, ich muss nicht wissen, wie sein Start-up heißt oder mich gar über einen Link schlau machen.

"Früher war hier mehr Schickeria", erzählt Philipp, der mit seinem Start-up vermutlich an diese Zeiten andocken will - und das Fußvolk mit Klamotten seiner jeweiligen "Idole" versorgen will. Eintrittskarten für die Schickeria haben jedoch nur die Verkäufer, nicht die Käufer ... obwohl sowieso bald, wenn nicht schon längst, Sense ist mit Wichtigtuern auf ewiger Partysause, denen ein Dazugehören wichtiger ist als ein Individuum zu sein.


Das Menü

Mit einer wirklich dreckigen und permanenten Lache - die man so auch nicht täglich hört - präsentiert Philipp, was er sich für "das perfekte Dinner" ausgedacht hat:

Zur Vervollständigung der Menü-Karte sei erwähnt, dass es sich bei dem Schlagwort "Spargel" um einen Salat aus dem Gemüse handelt, aufgewertet mit Erdbeeren, Burrata und Parma-Schinken. Die klitzekleine Verschönerung dieses Ganges, bestehend aus Chili-Flocken, verursacht, dass Michael blau anläuft, den Raum verlassen muss ... und einer der Daniels sicher bereits sein Notfall-Köfferchen öffnet, um lebenserhaltende Maßnahmen einzuleiten.

Die Germanistin Ina lobt das Hauptgericht inklusive des Risottos, das sie als "schlunzig" bezeichnet. Aber so unordentlich und schlampig sieht das Risotto wirklich nicht aus ...

Ein Käsekuchen mit Basilikum rundet das hektisch zubereitete, servierte, kommentierte und lachbegleitete Menü ab.


Fazit

Ich bin froh, als diese Sendung mit dem - Originalton Michael - "Quoten Hipster" Philipp als Hauptdarsteller vorbei ist und ich mich in die ruhigen Gewässer eines Wilsberg-Krimis verziehen kann.

Die Punkte: 9 gibt Cheryl, je 8 geben Michael und Ina und Jessica gibt 7.

Mit 32 Zählern bleibt ihm die Jackpot-Summe vorenthalten. Bislang liegt Ina mit 38 Umdrehungen an der Spitze - und es stellt sich die Frage, wie viel Wolle für ihr Häkelhobby sie von 3.000 Euro wohl kaufen könnte. Die Frage gehört allerdings in meine Rubrik: unsinnige, unnötige Fragen.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Mittwoch, 20. Juli 2022

19. Juli 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in München bei Ina

Kaffeekannen-Sammlung in einem Lokal in Bad Wildungen

Inas Kaffeeklatsch
Vorspeise: Das Salz in der Suppe / Lachspraline / Gebäck
Hauptgang: Kaffeefilet / Gemüsefrikassee / Waffel
Nachtisch: Kalter Kaffee / Sahneschnittchen / Vitaminspritze


Kaffeeklatsch mit Applaus

Ina lebt in einer schönen Wohnung mit mehreren Terrassen und ihrem Malteser-Hund "Brunello". Dieser ist heute vielleicht bei ihrer Mutter am Tegernsee - oder bei einem Hundesitter, denn sie benötigt ihre gesamte Aufmerksamkeit für ihr Menü - und nebenbei natürlich fürs Team. Völlig entspannt widmet sie sich ihren umfangreichen Vorbereitungen, in denen sie sich daran macht, den Gästen und Zuschauern eine (für dieses Format) neue Geschmacksrichtung schmackhaft zu machen: kochen mit Kaffee.

Das passt zu ihrem Wunsch oder Plan, ein Literatur-Cafe eröffnen zu wollen. Wie weit der Plan bereits Formen angenommen hat - bleibt unerwähnt. Vielleicht ist es eben doch nur ein Wunsch.

Jessica mag keinen Kaffee. Als sie dies beim Aperitif erwähnt, entgleisen Ina für einen kurzen Moment die Gesichtszüge ... aber sie fasst sich schnell wieder. Da ist sie wie die Queen, die niemals die Fassung verliert ...


Das Menü

Ina hat vermutliche Befindlichkeiten gegen Kaffee am Abend bereits berücksichtigt und nimmt coffeinfreie Bohnen. Über weitere Gewürze und einige Zutaten verliere ich den Überblick, denn es ist heiß, sehr heiß (nah an 40 Grad) am heutigen Abend und meine Gedanken gehen eher in Richtung hoffentlicher und ersehnter Abkühlung in den nächsten Tagen ...

Zur Vorspeise serviert sie ein Erbsensüppchen, Lachsbällchen und irgendwas mit (selbstverständlich) Kaffee ... sorry, dass ich das nicht näher beschreiben kann.

Zum Hauptgang paniert sie die Schweinefilets in Paniermehl plus Kaffee.

Das Eis zum Nachtisch, natürlich eines mit dem Geschmacksbestandteil Kaffee, würde ich gern probieren. Beim Sahneschnittchen ist mir der Biskuit zu dominant. Allerdings loben die Gäste den besonderen Geschmack des Bodens.

Ich kann es eben nicht probieren und muss nach Augenmaß urteilen - oder nach dem, was die Gäste erzählen.


Fazit

Im letzten September ist Inas Vater verstorben, und sie hat sich zuvor die Pflege mit ihrer Mutter geteilt. Seitdem ist sie in einer beruflichen Auszeit. Auszeit wegen Langzeitpflege kann ich gut nachvollziehen, aber ist sie nun arbeitssuchend ... oder in einem längeren Jabbatical? Eigentlich interessiert es mich auch nicht wirklich, und ich erwähne es der Vollständigkeit halber. Sie beschert den

Gästen und Zuschauern einen schönen Abend, der kein bisschen langatmig oder langweilig ist. Die Lobeshymnen überschlagen sich, und Michael ist wohl ihr begeistertster neuer Fan.

Dass Jessica Punkte abzieht, weil sie keinen Kaffee mag, zeigt, dass sie das Bewertungs-System nicht verstanden hat: sie soll bewerten, wie gekocht wurde - und wie das Gesamtpaket wirkt - und nicht ihren eigenen Geschmack in den Vordergrund stellen. Immerhin hat sie keine Kaffee-Allergie ...

Die Punkte: je 10 geben Michael, Philipp und Cheryl, 8 gibt Jessica.

Natürlich sind auch 8 Punkte keine deutliche Herabwürdigung, sondern müssen anstandslos akzeptiert werden.

Mit 38 Umdrehungen ist Ina nur noch unter erheblichen Anstrengungen zu überholen.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Dienstag, 19. Juli 2022

18. Juli 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in München bei Michael


Vorspeise:
Secreto ensalada
Hauptgang: Bistecca alla fiorentina
Nachtisch: Chocolate & Bacon Dust


Der "Fleisch-Versteher"

Draußen sind es noch 32 Grad, als die Sendung beginnt - und im Bild ist Michael, der außer viel Fleisch - und das in jedem Gang, Nachtisch nicht ausgenommen - nicht viel anzubieten hat. Der Fleisch-Versteher hat vor ein paar Jahren mit einem Kumpel eine Texas-Fleisch-Reise unternommen - und dort sind beide von einer Fleischbude in die nächste eingefallen und haben sich an den BBQs erfreut. Irgendwann war Michaels Wunsch, die "Dinner"-Welt mit Fleisch zu überfluten, wohl nicht mehr zu bremsen gewesen - und er hat sich beworben, wurde genommen - und darf heute zeigen, was er unter einem perfekten Dinner versteht.

Obwohl in der letzten Zeit selten die Einkäufe der Kandidaten gefilmt werden, geht es heute zu einem - vermutlich sehr besonderen - Fleischladen. Freundliche Werbung für die Schicki-Micki-Fraktion vor den Schirmen.

Um jedoch seinen Fleisch-Verbrauch ein wenig abzudämmen, erklärt Michael, dass er mittlerweile fünfmal in der Woche rein vegetarisch isst. Ehrlich? Kann er überhaupt Gemüse zubereiten? Manchmal glaube ich Menschen kein einziges Wort ... Was ich glaube, ist seine Aussage: "Bacon könnte ich Tag und Nacht essen."


Das Menü

Der Vorspeisensalat schwimmt in Öl und welkt schon während des kurzen Transports von der Küche an den Tisch in rasantem Tempo vor sich hin: aber der gilt schließlich nur als Quoten-Salat unter dem vielen Fleisch. Hauptdarsteller sind Tranchen des Iberico-Schweins, während er Wildschweinbrät zu Krümeln verarbeitet, die auch noch auf dem Gesamtergebnis Platz haben.

Dann redet er mit Tellern in den Händen so lange auf die Gäste ein, als wäre er ein Pastor, der zum Glaubensbekenntnis aufruft - bis das Fleisch vermutlich kalt ist.

Der Hauptgang besteht aus einem Riesenbatzen Fleisch vom Chianina-Rind, natürlich aufgeteilt auf fünf Teller. Die in der Pfanne gestockten Kartoffeln ... sind teilweise verbrannt. Gemüse? Fehlanzeige! Dafür hält er wiederum einen längeren Vortag, während die anderen essen und er selber das Essen vergisst.

Der Nachtisch ist ein nettes Schokocremchen im Glas. Warum obendrauf Bacon-"Nebel" muss, erschließt sich mir auch nicht,

nachdem alle Gäste meinen, man schmecke den Bacon gar nicht heraus, aber insgesamt sei es sehr schmackhaft. Ich selber möchte diesen Nachtisch ganz sicher nicht probieren. Der hat etwas davon, Dinge auszuprobieren, weil man sonst schon alles "durch" hat ... und wird auch genau solche Leute überzeugen. Für mich gilt: der Nachtisch enthält völlig sinnlos Fleisch! Punkt!


Fazit

Wir wissen nun, dass Philipp Magenprobleme hat und rotes Fleisch nicht gut verträgt, ohne dass dies zum Wochen-Thema werden muss. Fünfmalige (mindestens) Erwähnung an diesem  Abend muss reichen ... und alle Konkurrenz-Kandidaten wissen Bescheid.

Jessica und Cheryl kann ich rein optisch kaum voneinander unterscheiden. Sie haben einen Ticken von den Bayern München-Spielerfrauen, die sich auch allesamt ziemlich ähnlich sehen ...

Die Punkte: 7 gibt Jessica, je 8 Ina und Cheryl und 9 Zähler spendiert Philipp.

Mit 32 Umdrehungen darf Michael recht zufrieden sein.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Sonntag, 17. Juli 2022

17. Juni 2022 - Das 9-Euro-Ticket


Das 9-Euro-Ticket

Kleine Möchtegern-Große ziehen sich mit dem Ticket bereits den mehlähnlichen Stoff durch die Nase - und müssen sich von den wirklich Großen auslachen lassen, denen es nicht einmal recht ist, sich mit diesen Tickets die Hintern abzuwischen. Und auch die Kleinen hätten lieber Mehl zum Preis von gestern als sich in diesen Tagen nur noch ein Ticket, aber keinen selbstgebackenen Kuchen mehr leisten zu können.

... und ich war noch nicht einmal auf Sylt, weil ich grundsätzlich keine Almosen entgegennehme, die derart armselig sind, dass sie nur einem Lauterbach in die Karten spielen. Dieser darf dann demnächst wieder ermahnend seine Finger hochhalten, um den Leuten anzuzeigen, was sie in ihrer demütigen Geschenk-Annahme trotzdem verkehrt gemacht haben. Corona forever - einen wird es freuen, andere reuen.

Anstatt dafür zu sorgen, dass die Welt global verträglich bleibt, wird der Zugverkehr in den Heimat-Ecken verramscht. Ein Tranquilizer für all jene, die sich sonst nicht mehr viel leisten können. Und dann ist das Ticket nicht einmal in den Monaten

Oktober, November, Dezember, Januar, Februar, März ... erhältlich,

wenn man sich in vollsten Zügen auch ohne Heizung warmhalten könnte.

Fehlentscheidung! Man könnte auch sagen, es ist ein Witz, entstanden als eine Art von Schnapsidee in den lustigen Politiker-Spelunken mit z. B. dem Namen "Zum fröhlichen Wahnsinn", um sich kaputtzulachen

über den entstandenen Tumult in den Bahnen, Bussen, Straßenbahnen. - Aber das wussten die im Vorfeld nicht: so weit zu denken, ist eben nicht wirklich einfach ... kann ich verstehen.

Da waren grandiose Humoristen am Werk, ohne dass es ihnen bewusst geworden ist, weil sie im Dämmerschlaf vor sich hindösen oder in Spiegeln auf die Suche nach ihrer Schönheit gehen und diese mit süßlichen bürgerberuhigenden Fremd-Texten im Anschluss daran unterstreichen.

Ein Dilemma reiht sich an das nächste ... wer um Himmels willen

spricht hier mal ein kompetentes Machtwort mit lautem Donnerhall?

All you can drive - ist keine Lösung, sondern ein Problem.


Guten Morgen, Gruß Silvia