Samstag, 11. Juli 2020

11. Juli 2020 - Bienchens Geschichte - 24. Teil

Fazit

Meine Mutter wäre sehr glücklich, könnte sie sehen, wie gut ihr Bienchen sich in ihr neues Leben integriert hat - und zu meinem Bienchen geworden ist.

Auch hätte meine Mutter sich gefreut, wie souverän ich damals nach ihrem Tod mit den Gegebenheiten umgegangen bin - entgegen meinem manchmal doch leicht aufbrausenden Naturell habe ich mich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Gelassen und abgeklärt habe ich alles hinter mir gelassen.

Obwohl ich denke, dass Paul einen nicht geringen Anteil daran hatte, dass meine Mutter über so viele Jahre den Kontakt zu mir abgebrochen hatte (auch zu Verwandten), ohne dass irgendetwas Gravierendes vorgefallen war. Schließlich dachte sie, sie sei alt und auf jemanden angewiesen ... der es jedoch, entgegen ihrer Annahme,  scheinbar nicht nur gut mit ihr meinte - der aber im selben Haus lebte, und den sie vermutlich als eine Art Ersatz-Sohn angesehen hat.  Immer greifbar schien er für sie zu sein -

aber das galt auch umgekehrt. Sie war für ihn ebenso greifbar. Und manipulierbar. Ihre niemals geendete Trauer um meinen Bruder Heinz und schließlich der Tod meines Vaters hatte sie empfänglich für Manipulationen gemacht. So musste sie nicht mehr selber denken und entscheiden, sondern konnte sich fallen lassen. Dass sie in genau die falschen Hände gefallen ist ...

lässt sich im Nachhinein nicht mehr ändern.

Bei all dem war sie Herrin ihrer Sinne, wovon ich mich am Ende ihres Lebens selbst überzeugen konnte. So hat sie auch lieber mir

ihr geliebtes Bienchen

anvertraut als Paul.

Doch selbst in diesem Punkt hatte er noch versucht, meine Mutter davon abzubringen, mir Bienchen mitzugeben. Das hat sie mir selber erzählt - und sie war in den Tagen, in denen ich in Zell war, drauf und dran, Pauls Begehren nachzugeben.

Jedoch blieb ich in diesem Punkt hartnäckig. Ich wusste, dass Bienchen es bei Paul nicht gut haben würde und er sie sowieso weiterreichen würde, als wäre sie ein Wanderpokal.

Noch auf dem Bahnsteig, kurz vor der Rückfahrt ins Ruhrgebiet, versuchte Paul mir auszureden, Bienchen mitzunehmen. Es tat ihm weh, alle Macht aus den Händen geben zu müssen ...

Aber wenn ich mich irgendwann einmal festkralle, dann kommt mir so schnell niemand in die Quere. Und ich hatte die Rückendeckung meiner Mutter.

Ich war jünger und fitter als meine Mutter und gegen Manipulationen bin ich völlig immun. Ich glaube nicht an gute Worte, sondern nur an gute Taten. Worte sind schließlich kostenlos, Taten erfordern den wirklichen Einsatz.

Ein kleines Quentchen Bosheit habe ich ihm am Ende dann trotzdem noch gegeben: Er war von der Beisetzung meiner Mutter ausgeschlossen.


Ein letzter Gedanke

... den ich beim endlich stattgefundenen Wiedersehen hatte, möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Stets hatte ich vergeblich nach einer äußeren Ähnlichkeit zwischen meiner Mutter und mir gesucht. An einem ihrer letzten Tage habe ich diese Ähnlichkeit gefunden:

Es war nicht ihre niedliche Nase, die ich nicht geerbt hatte. Die hatte ich aus der Schäfer-Familie, nicht aus der der Gehrmanns.

Es waren ihre Augen, in denen ich wie in einen Spiegel geguckt habe, und die meinen Augen so ähnlich waren. Sie waren noch wach und riesengroß, als ich meine Mama endlich wiedersah, und ich fragte mich:

Warum hast du das nie vorher bemerkt?

Etwas anderes hatten wir abseits vom Aussehen auch gemein: Sie schrieb gerne, ich mache das auch. Sie hat das irgendwann aufgegeben, ich habe irgendwann damit angefangen,

es öffentlich zu zelebrieren. Geschrieben habe ich jedoch, seitdem ich Buchstaben aneinander fügen kann.

Leider hat Mama das nicht mehr getan, nachdem sie 2 Kinder, einen Haushalt und dann auch noch eine Berufstätigkeit hatte. Zumindest habe ich in ihrem Nachlass

nur ihre Gedichte aus den Zeiten gefunden, bevor es meinen Bruder und mich in ihrem Leben gab.



Mit Bienchen durch die Jahre

Bienchen wurde immer freier, auch frecher,  und lebte endlich hundgerecht. Meine Mutter hatte ihr das nicht mehr vollumfänglich bieten können. Natürlich ist Bienchen als Malteserin kein Raufbold wie es Robin zum Teil war. Aber sie guckte sich viel von ihm ab, und so kommt es bis heute vor, dass sie andere Hunde ungefragt in die Schranken weist - auch, wenn diese die gar nicht überschreiten wollten.

Sie pinkelt auch meistens wie ein Rüde, nicht in einem großen Bach ... sondern Strahl für Strahl an jedem Grashalm, immer das Beinchen in die Luft hebend.

Meine Freundin Silke meint, ich soll unbedingt erwähnen, wie lustig Bienchen oft ist. Es ist beinahe so, als hätte sie eine Hunde-Art von Humor. Nur Sprechen, sprechen hat sie noch nicht gelernt ... aber ich verstehe sie auch ohne Sprache.





Und eine Weile und aus gutem Grund schon kurz vor Robins Tod übernahm sie die vermutlich sehr wichtige Aufgabe, mich im Aufzug (unseres Hauses)  zu umrunden. Dieses war zuvor Robins Domäne gewesen, und er hatte es mit Begeisterung vollzogen - so wie es Bienchen ihm nun gleich tat und tut. Bis er blind wurde, hat sie diesen Job ihm allein überlassen - was mich vermuten lässt, dass sie gemerkt hat, dass Robin nicht mehr sehen konnte.

Im Wesentlichen erlebte Bienchen natürlich das, was ich in der Geschichte "Mein Hundesohn Robin" beschreibe.  Und auch das Viele, das ich nicht erzähle, erlebte sie selbstverständlich genau wie er - nur natürlich aus ihrer Sicht. Von Natur aus ist sie ein sanftes Wesen, aber die Ausbildung durch Robin hat sie ein wenig krawallig werden lassen. Wenn ihr was nicht passt, muss sie das

sofort zum Ausdruck bringen.

Es gibt auch Gegensätze zu Robin: Er hat sich die einjährige Augen-Behandlung durch seine Tierärztin und mich tapfer gefallen lassen. Vermutlich mochte seine Tierärztin ihn deshalb so gerne.

 Das ist bei Bienchen anders:

Sie lässt sich kaum die Augen säubern. Dann beißt sie sogar in meine Hand (kurz danach tuckelt sie mir vertrauensvoll wieder hinterher), allerdings ohne, dass es weh tut. Manches ist nur mit einem bisschen Druck möglich. Niemals würde ich ihr viertelstündlich - wie anfangs wochenlang bei Robin - Salben ins Auge tröpfeln dürfen. Niemals wäre das möglich, ohne dass wir an unser beider Grenzen stoßen würden.


Nach Robins Tod

Stets hat Bienchen mehr an Robin gehangen als es umgekehrt der Fall war. Robin hat sie akzeptiert, sie in Notfällen (aus seiner Sicht) auch verteidigt,

aber wäre sie vor ihm über den Regenbogen gegangen, er hätte sie nicht vermisst. Da bin ich sicher ... da war ich sicher ... bis

ich bemerken musste, dass Bienchen nach Robins Tod richtig aufgeblüht ist, obwohl ich fest damit gerechnet hatte, dass sie ihr altes Köpfchen traurig hängen lässt.

Sogar ihr immer wiederkehrender Durchfall (ich war deshalb mehrfach ergebnislos beim Tierarzt) ist seitdem Geschichte.

Mit ihren nun 16 Jahren und fast genau 9 Monaten (am 13. Juli 2020) ist sie munter und fit. Natürlich gemäß ihrem eigenen Temperament, das ja nie so überschäumend war wie das von Robin. Sie ist eben eine

kleine Malteserin,

die beste, die ich bekommen konnte, die niedlichste und starrköpfigste.

Sie soll bitte noch lange bei mir bleiben. Da darf meine Mutter gerne noch so sehr auf Bienchen warten - ich musste schließlich auch auf ein Wiedersehen mit meiner Mutter lange warten ...


ENDE
Copyright Silvia Gehrmann


Freitag, 10. Juli 2020

10. Juli 2020 - Bienchens Geschichte - 23. Teil


Ein seltsames Anliegen

Paul wollte alles über meine Bekannte erfahren.

Ein geeignetes Gesprächsthema, wenn es überhaupt eines gegeben hätte,  für den Tag der Beerdigung seiner Lebensgefährtin hätte meiner Meinung nach völlig anders ausgesehen. Ich hätte ihm - und trotz allem - auch gern zugehört, wenn er mir etwas aus seinen Erinnerungen mit ihr erzählt hätte.

Wie ich die beiden miteinander erlebt hatte, führten sie eine durchaus gute Beziehung. Natürlich habe ich beide nicht wirklich gekannt, aber dem äußeren Anschein nach war zwischen ihnen alles in Ordnung. Da ich jetzt bei dem Wort Ordnung bin ...

muss ich noch einmal erwähnen, dass diese ihnen beiden sehr am Herzen lag. Ihre riesige, 230 qm große,  Wohnung glich einer Musterwohnung, als hätte sie jemand so hergerichtet hatte, damit sie sich gut verkaufen ließ. Alles war pieksauber. Geordnet bis ins letzte Detail.

Das war schließlich  - und vermutlich - auch der Grund gewesen, warum Bienchen allein in der Wohnung meiner Mutter bleiben musste, als sie ins Krankenhaus kam - und bevor ich die kleine Malteserin  mit zu mir nahm. Jeder kleine Schmutzfleck vom süßen Malteserhündchen hätte sie vermutlich beide an den Rand des Wahnsinns gebracht. Das war sicherlich auch der Grund, warum sie ihren eigenen Hund Jahre zuvor aus vorgegebenen Zeitmangel abgegeben hatten. Denn Zeitmangel konnte ich weder dem persönlichen Ansehen noch ihren Erzählungen nach irgendwo sonst entdecken. Es war ein völlig anderer Mangel ...

Ein Mangel daran, mal Fünfe gerade sein lassen zu können - und einem liebenswerten Lebewesen zu verzeihen, dass es Schmutzwolken mit ins Haus bringen könnte.

Allerdings gab es einen Ort, in dem die pingelige Ordnung nicht herrschte: Ich kam während eines meiner Besuche an einer der zwei Garagen vorbei, die recht vollgestopft war. Das erstaunte mich derart, dass ich etwas näher hinsah:

Ich sah einen alten Grabstein.

Ich sah Pauls Freundin C. fragend an. Was um Himmels willen macht jemand mit einem Grabstein in seiner Garage?

Sie antwortete, dass sie Paul diese Horterei in der Garage noch abgewöhnen wollte. Das sei der Grabstein des kürzlich  eingeebneten Grabes seines Bruders. Und Paul hatte den mitgenommen, weil er glaubte, den irgendwann noch einmal gebrauchen zu können ...

Ich frage mich, ob dieser Grabstein - aufgearbeitet - nun auf ihrem Grab steht?


Aber zurück zu Pauls Anliegen

Er wollte alles über meine Bekannte wissen, was ich ihm erzählen konnte. Perplex erzählte ich einiges Oberflächliches. Sie war Lehrerin und in seinem Alter ... das reichte ihm eigentlich bereits. Nach einem Foto fragte er nicht. Ich hätte es ihm auch nur auf dem Postweg zuschicken können - wenn ich überhaupt gewollt hätte. Ich hätte selbstverständlich nicht gewollt. (Zwar besaß ich damals bereits einen Laptop, aber ich habe ihn so gut wie nie genutzt).

Offenbar vertraute er mir, dass sie kein Quasimodo in weiblicher Ausführung war.

Und er fragte mich, und das allen Ernstes und am Tag der Beisetzung seiner langjährigen Lebensgefährtin,

ob ich ein Treffen arrangieren könnte.

Dieses lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Er selber präsentierte sich mir dann noch derart, dass ich auch ihr dieses Treffen schmackhaft machen könnte. Ich hingegen blieb eine Weile sprachlos. Warum habe ich damals nicht

Parship  oder eine Partner-Vermittlung in dringenden Notfällen oder menschlichen Ausfällen ins Leben gerufen? Ich wäre nun ohne Ende reich.


Besser laut drüber lachen als es zu hinterfragen

Natürlich erzählte ich meiner guten Bekannten von Pauls Begehren. Sie wusste ja inzwischen mehr über Paul, als Paul über sie je erfahren würde.

Vor solch einem ungeheuren Vorschlag an einem völlig unpassenden Tag ... konnte man einfach nicht vernünftig reflektieren.

Wir haben also darüber gelacht. Auch noch Jahre später war das oft genug für uns ein Anlass für einen Lacher.

Selbstverständlich hat Paul sie nie kennen gelernt.


Fortsetzung folgt
Copyright Silvia Gehrmann


Samstag, 4. Juli 2020

4. Juli 2020 - Bienchens Geschichte - 22. Teil



Helmut rechnet aus ...

Natürlich war Helmut und mir sofort klar, dass das mit der sechsstelligen Zahl längst nicht mehr der wirklichen Konto-Füllung entsprach. Denn die größte Unbekannte konnte in dieser Summe nicht mitberechnet werden,

aber egal. Geld war (und ist) mir nicht so wichtig wie die letztendliche Versöhnung mit meiner Mutter es geweseb war. Und wenn es ihr in den letzten eineinhalb Lebensjahrzehnten dadurch besser gegangen war, ihr Geld mit warmen Händen zu verschleudern,

so konnte ich das akzeptieren. Weniger akzeptieren konnte ich, dass es jemand auch angenommen hatte.

Aber das war keine Straftat, wenn auch moralisch bedenklich. Ich hoffte, dass er damit glücklich geworden war ...

aber so ganz ungeschoren vom Schicksal kam Paul nicht davon. Und dann zeigte sich noch einmal in sehr deutlicher Form, wie er tickte.

Unterdessen hatte ich viel Freude an Bienchen, die immer selbstsicherer wurde und von Robin jede Menge lernte. Und sie begann, mich nicht nur wahrzunehmen,

sondern in ihr Herz zu schließen.

Heute sind wir ein Herz und eine Seele.


Zwei Todesfälle

Im August 2011 starben innerhalb von zwei Tagen zwei Menschen, die ich kannte: Der eine war der Ehemann einer guten Bekannten. Er war um einiges älter als sie, aber dennoch zu jung, und hatte ein paar Jahre gegen den Krebs angekämpft. Diesen Kampf verlor er. Das war abzusehen gewesen, und ich stand ihr in dieser schweren Zeit mental so gut ich konnte zur Seite. Manchmal war sie untröstlich.

Sie ist irgendwann wieder glücklich geworden, soviel dazu. Aber kurz nach der Beerdigung ihres Mannes konnte ich sie durch etwas anderes herzlich aufmuntern. Obwohl diese Aufmunterung eher skurril und makaber war, aber schließlich ging sie nicht von mir, sondern von Paul aus:

Auf jeden Fall hat sie sich herrlich darüber amüsiert, aber gleichzeitig konnten wir uns beide nur an den Kopf fassen und fragen: Wie ist so etwas nur möglich? Was geht in solch einem Kopf vor?

Aus irgendeinem Grund, den ich gar nicht mehr weiß, rief ich in jenem August bei Paul an. Ich konnte ja nicht ahnen, dass mein Anruf genau an dem Tag kam, der nicht unpassender für irgendetwas Banales sein konnte. Denn es muss ein banaler Grund gewesen sein, warum ich ihn anrief. Aber so sehr ich auch nachdenke, ich bekomme den Grund nicht mehr in meiner Erinnerung zu packen.

Eigentlich wollte ich doch mit ihm nichts mehr zu tun haben. Das ist auch inzwischen schon seit 2011 so, aber damals in 2011 tätigte ich eben diesen Anruf:

Ich hörte Stimmen im Hintergrund. Sofort wollte ich mich verabschieden, um evtl. an einem anderen Tag wieder anzurufen,

aber Paul hielt mich davon ab. Er erklärte mir auch den Grund für die Stimmen im Hintergrund:

Seine Lebensgefährtin war ebenfalls an Krebs gestorben, und die Stimmen gehörten den Trauergästen. Es war der Tag ihrer Beerdigung. Die Trauergäste waren eben im Aufbruch begriffen, und er legte den Hörer für höchstens zwei Minuten an die Seite und bat mich, zu warten.

Mir war das sehr unangenehm. Ich wusste zwar, dass sie vor einem Jahr schon einmal an Krebs erkrankt, aber scheinbar wieder genesen war, aber von einem Rezidiv und ihrem Tod wusste ich nichts.

Mein Anliegen vergaß ich in diesem Moment, weil es mir zu unwichtig erschien. Ich kondolierte.

Ich kann sagen, dass ich keine Probleme damit habe, jemandem zuzuhören, der in Trauer ist. Es ist zwar nicht meine leichteste Übung, aber ich kann gut damit umgehen - und vielleicht sogar die richtigen Worte finden.

Ein seltsames Anliegen

Doch diesmal blieben mir schnell die richtigen Worte im Halse stecken ... nachdem er über das Sterben seiner Lebensgefährtin erzählt hatte, berichtete ich ihm von dem Sterben des Ehemannes einer guten Bekannten. Er war nur zwei Tage vor seiner Lebensgefährtin verstorben.

Paul wollte mehr darüber erfahren. Und ich dachte: Das ist ihm vielleicht ein kleiner Trost in seinem großen Kummer.

Aber er hatte da eine völlig andere Idee ... eine völlig andere. Darauf wäre ich im Leben nicht gekommen.


Fortsetzung folgt
Copyright Silvia Gehrmann



Freitag, 3. Juli 2020

3. Juli 2020 - Telefon-Interview vom 30. Juni 2020 mit Janine

Das Foto wurde mir von Janine zur Verfügung gestellt
und zeigt Joel - natürlich unkenntlich, daher nur von seiner Rückseite

Telefon-Interview vom 30. Juni 2020

Janine und ihr Pflegekind

Janine hat nicht einfach und nur auf Wunsch des zuständigen Jugendamtes ein Pflegekind aufgenommen, denn es ist zusätzlich ihr Enkelkind. Obendrein muss Joel, so heißt der Kleine, die Verfehlungen seiner Mutter während der Schwangerschaft sein Leben lang bezahlen:

Er leidet unter FAS - dem fetalen Alkohol-Syndrom.

Mit 18 Monaten kam Joel 2016 in Janines Familie. Janine ist zum zweiten Mal verheiratet, und ihr Ehemann hat keinen Moment gezögert, als der Vorschlag vom Jugendamt kam, den Jungen aufzunehmen. In der Familie findet Janine alle Unterstützung.

Der Vater von Joel ist Janines ältester Sohn.  Mit der Mutter von dem Jungen  führt er eine On-Off-Beziehung, und niemand weiß, auf welchem Status der Schalter gerade steht.

Natürlich ist durch eine DNA-Analyse geklärt worden, dass sowohl Janine die Großmutter als auch ihr Sohn der Vater von Joel ist.

Der niedliche Junge befindet sich bei der Großmutter und dem angeheirateten Großvater in der sogenannten Verwandtenpflege.


Feststellung der Behinderung Joels

Joel kam zunächst als undiagnostiziertes, aber schwieriges Kind in Janines Familie. Doch nach etwa einem halben bis dreiviertel Jahr wurde er dem SPZ (Sozialpsychiatrisches Zentraum) vorgestellt. Anschließend erkannte der involvierte Neurologe, dass Joel eine Behinderung hat:

FAS. FAS ist bereits äußerlich sichtbar an den Gesichtszügen erkennbar.

Dass er bei der Inobhutnahme durch Janine nicht laufen und sprechen konnte oder keine großartige Erfahrung mit gesundem Essen hatte, hat sie zunächst der absolut fehlenden Fürsorge der Kindsmutter (und auch dem eigenen Sohn) zugeschrieben. Von ihnen bekam der Junge nicht ausreichend zu essen, und zum Laufen wurde er nie animiert. Kurz: Die Mutter hat sich kaum um ihr Kind gekümmert. Der Vater hat dem Geschehen hilflos und ideen- und vielleicht interessenlos zugesehen.

Obwohl diese Symptome auch in Joels Krankheit begründet sind.

Was den Alkoholkonsum seiner Mutter während der Schwangerschaft betraf: Ihr Gynäkologe hätte ihr das Trinken (angeblich) erlaubt! Kaum vorstellbar, dass ein Arzt so etwas wirklich äußert.

Joel ist insgesamt nicht auf dem Stand eines Kindes seines Alters. Er ist auch kleiner als andere Kinder im selben Alter.


Fehlende Nachtruhe und ständige Beobachtung

Janine erzählt, dass sie, seit Joel in der Familie lebt, keine (oder nur eine einzige) Nacht mehr durchgeschlafen hat. Er wacht mitten in der Nacht auf, stürmt das Schlafzimmer seiner Großeltern oder stellt den Fernseher an.

Überhaupt verlangt ein FAS-Kind ständige Aufmerksamkeit, denn unter anderem können diese Kinder keine Gefahren einschätzen.

Regeln müssen aufgestellt werden, aber nur wenige - denn das Merkvermögen ist nicht ausgeprägt.

Eine harte Aufgabe, für die man viel Liebe benötigt.

Doch Janine und ihre Familie, zu der ihr Mann und ein weiterer Sohn sowie ihre nicht mehr bei ihnen lebende Tochter bzw.  Adoptivtochter (vom Ehemann, leibliche Tochter von Janine) gehört,

haben diese Liebe im Übermaß.

Niemand von ihnen möchte Joel mehr missen. Trotz der Herausforderungen, die er an sie alle stellt.


Hilfe gibt es überall

Janine ist sehr glücklich darüber, mit ihrem geliebten Problem-Kind überhaupt nicht allein gelassen zu werden. Sie kann über die zuständigen Behörden nicht klagen, sondern sie nur loben.

Joel besucht einen Integrativ-Kindergarten, in dem er die ganze Zeit von einer Inklusions-Assistentin begleitet wird.

Er bekommt während der Kita-Stunden auch die nötigen Logo-, Ergo- und Physio-Therapien.

Einmal im Jahr wird Joel einem Neurologen vorgestellt. Klang die Prognose zunächst düster, ist der Neurologe nun sehr zuversichtlich:

Joel hat sich absolut positiv entwickelt.


Einmal im Monat

dürfen die leiblichen Eltern Joel besuchen, und zwar getrennt. Joel braucht eine absolut ruhige und friedliche Umgebung. Bei einem Aufeinandertreffen seiner Eltern ist das leider nicht gegeben. Joel fühlt sich eher dem Vater zugehörig als der Mutter,

aber Mama und Papa sind für ihn die Großeltern. Seine leiblichen Eltern sind jeweils Mama und Papa plus Namenszusatz.


Vielen Dank

Janine für dieses absolut offenherzige Interview über ein schwieriges Thema und in diesem Fall über ein schweres Schicksal.

Janine hofft, dass Joel seinen weiteren Weg viel später eigenständig fortsetzen kann, zum Beispiel durch das Wohnen in einer betreuten Wohngruppe. Auch eine spätere Berufsausbildung ist nicht undenkbar.

Die besten Voraussetzungen in einer liebevollen Familie sind gegeben. Die Pflegschaft gilt zunächst bis zu Joels 18. Geburtstag ... auch, wenn die Eltern teilweise Anwandlungen hegen, ihr Kind zurückzubekommen.

Aber Joel benötigt neben viel Liebe auch eine konstant harmonische Umgebung, in der er klare Strukturen erfährt. Genau das lernt er in Janines Familie kennen.

In Janines Familie herrscht zudem eine Fröhlichkeit, die ich auch übers Telefon im Gespräch mit Janine spüren kann. Und eine Kraft der Liebe, die auch schwere Hürden nimmt und in der Zukunft weiterhin nehmen wird.


Meine Anmerkung

Eine Frau, die während ihrer Schwangerschaft nicht aufhören kann, zu trinken - hat immer noch die Möglichkeit, und auch die Chance, später eine Entziehungs-Kur zu machen (und trocken zu werden) ... obwohl genau während oder besser noch vor einer Schwangerschaft der richtige Zeitpunkt dafür wäre.

Ihr Kind kann dem leider sein Leben lang nicht entfliehen. Obwohl es völlig unschuldig an dieser Sucht ist, sind die Auswirkungen auf sein Leben - im Gegensatz zu dem seiner Mutter - unumkehrbar.


Guten Tag, Gruß Silvia

Samstag, 27. Juni 2020

27. Juni 2020 - Bienchens Geschichte - 21. Teil


Bienchens Lehrzeit

Ich musste mich zu Hause wieder um Bienchen kümmern, die sich mächtig freute, als sie mich mit meinem Mann und Robin vom Zug abholte. Das hatte ich überhaupt nicht erwartet, aber es blies endlich meine Kopfschmerzen fort, die mich stundenlang gequält hatten.

Ich sah das Bienchen an ... und ich musste lachen: Sie sollte mir nicht gehören! Dieser Paul, der Friseur, hatte vermutlich heimlich Jura studiert und sich seine eigene Rechtslage zusammengeschustert ... im Grunde wollte er nicht, dass ich das Erbe ausschlug, weil ihm sonst mehr Arbeit ins Haus gestanden hätte.

Er hatte ohnehin die Meinung, dass jemand zu Lebzeiten und mit warmen Händen geben sollte ... so wie meine Mutter es bei ihm getan hatte. Für jede Kleinigkeit hatte sie ihm ein paar Scheinchen zugesteckt. Im Laufe der Jahre hatte sich das summiert.

Fuhr er sie zum Beispiel nach Luxemburg, weil sie dort die preiswerteren Zigaretten kaufen konnte - hat sie vermutlich nicht mehr nachgerechnet, dass sie die Entlohnung für seine Dienste am Ende teurer kam als hätte sie vor Ort Zigaretten eingekauft. Und so setzte es sich fort ... Er hat ihr den Flur gestrichen, was noch nicht allzu lange her war ... ein professioneller Maler wäre sie nur halb so teuer gekommen.

Natürlich hat sie ihm alles freiwillig gegeben. Für seine fadenscheinige Freundlichkeit. Sie mochte ihn schließlich und sah so etwas wie den verlorenen Sohn in ihm ... möglicherweise mochte er sie auch und hat nur das Nebenprodukt geldwerter Vorteile mitgenommen.

Ich schob die Gedanken an Paul erst einmal beiseite.

Bienchen war jetzt wichtig. Sie musste lernen, wie ein Hund zu leben ... und dabei half Robin mir enorm.

Das ängstliche Wesens Bienchens verschwand nach und nach, und zu anderen aufdringlichen Hunden war sie bald auch nicht mehr unterwürfig, sondern recht ruppig.

Sie liebte Robins besten Freund Joschi. Robins anderer Freund Max bekam manchmal einen ordentlichen Rüffel von ihr -

zwei- oder dreimal warf sie ihn sogar zu Boden, so dass er auf seinem Rücken lag - und traktierte ihn. Sein Vergehen?

Er hatte zu lange an ihrem Hintern geschnuppert.


Helmut rechnet aus ...

Ich kannte ihn bereits eine Weile, als Bienchen zu uns kam. Eines Tages war er Robin und mir während eines Waldspazierganges begegnet - und bei der nächsten Begegnung schloss er sich uns (ungefragt) an. Helmut war Frührentner. Er hatte zuvor in einer großen Ruhrgebiets-Firma

als Prokurist gearbeitet, war wegen dieser Position sogar bis in den Iran gereist.

Helmut war eine Nervensäge! Das muss ich leider schreiben, obwohl ich ihn trotzdem mochte, aber eben nicht täglich sehen wollte. Ohne Verabredung

war er meistens zum Zeitpunkt meiner Ankunft am Wald schon dort und wartete auf mich. Wurde es mir zu bunt, nahm ich einen anderen Waldeingang - und das machte ich oft.

Trotzdem war er ein lieber Mensch, obwohl das Wort "lieb" nicht wirklich passt. Von seinen vielen privaten und geschäftlichen Reisen hatte er jede Menge Fotos - und hielt in Altenheimen Reise-Vorträge ab. Dies völlig uneigennützig, d. h. ohne geldwerte Vorteile - aber nicht ganz so uneigennützig, weil er gerne anderen etwas erklärte und dadurch im Mittelpunkt stand. Insgesamt war er schon sehr speziell.

Und natürlich hatte er eine Affinität zu Zahlen. Nebenher auch ein unschlagbar gutes Erinnerungsvermögen und ein breites nicht nur Allgemein- sondern auch Speziell-Wissen. Tiere mochte er sehr, obwohl er noch nie ein eigenes gehabt hatte.

Anfangs fand ich es befremdlich, dass ein Mann so ganz alleine durch den Wald ging: Ohne zu joggen, zu radeln oder sonst einen ersichtigen Plan. Aber schnell verstand ich, dass dieser tägliche Spaziergang zu der Struktur gehörte, die er seinen Tagen gab.

Bienchen gefiel ihm ausgesprochen gut, und hin und wieder versuchte er, sich mit Leckerchen bei ihr einzuschmeicheln.

Im übrigen nahm und nimmt mein recht verfressenes Bienchen Leckerchen nur von Menschen, die sie gut kennt - niemals von Fremden. Aber nach einigen Spaziergängen kannte sie Helmut schließlich gut genug, dass er sie

mit Leckerchen füttern durfte. Da war sie sehr gnädig, denn ansonsten beachtete sie ihn kaum.

Natürlich bekam Helmut auch den Tod meiner Mutter hautnah mit. Auch über Paul erzählte ich ihm die jeweiligen Neuigkeiten ...

und wir waren uns einig über Paul.

Da Zahlen schließlich zu Helmuts Passion gehörten, bat er mich, ihm alle monatlichen Einnahmen und Ausgaben meiner Mutter zu nennen (die mir nicht bekannten wie Lebensmitteleinkäufe etc. überschlug er, und zwar in einem großzügigen Rahmen).

Ich fand das Spielchen interessant, denn er wollte mir ausrechnen, wie hoch meine zu erwartende Erbschaft sein könnte ... er war eben praktisch und nicht sentimental veranlagt, und mich lenkte es von meiner Trauer ab.

Was bei seiner End-Rechnung herauskam, war erst einmal erstaunlich, aber auf den 2. Blick durchaus nachvollziehbar und nachrechenbar. Die mir völlig unbekannte Gleichung, wie es vor dem Tod meines Vaters mit einem eventuellen Vermögen ausgesehen hatte, ließ er außen vor. Spekulationen waren nicht sein Ding. Er hielt sich strikt an Zahlen.

Und er kam auf eine gute sechsstellige Zahl.


Fortsetzung folgt
Copyright Silvia Gehrmann

Freitag, 26. Juni 2020

26. Juni 2020 - Telefon- Interview mit Michael Trischan

Das Foto wurde mir von
Michael Trischan zur Verfügung gestellt


Telefon-Interview vom 24. Juni 2020

In ehrlicher Freundschaft

nimmt Michael Trischen alias Hans-Peter Brenner - erst Pfleger, dann Arzt -  bald Abschied von der Serie "In aller Freundschaft". Der Abschied ist nicht ganz freiwillig, aber unterliegt den üblichen Regeln des TV-Betriebes und heißt im Klartext, dass sein Vertrag nicht verlängert wurde.

Allein vom Zeitraum her (über 13 Jahre) war das für Michael Trischan eine Rolle, die man nur einmal im Leben angeboten bekommt.

Doch "über mein Ausscheiden sind alle Messen gelesen", sagt Michael.

Aber diese langjährige Mitwirkung in einer durchgehenden Serien-Rolle lässt Michael Trischan dankbar zurückblicken - ein wenig, auch geäußerte, Enttäuschung darf jedoch auch im fast schon gepackten Koffer stecken.

Seinen Vorab-Rückblick auf diese Zeit würde ich als einen in ehrlicher Freundschaft bezeichnen:

 Noch nie vorher oder auch währenddessen anderswo hat er ein solches positives Miteinander und so große Kollegialität wie während der Arbeit für diese Serie erlebt.


Ein paar Fakten

Eine Folge der Serie wird in 5 Tagen gedreht.

Michaels großes Kompliment geht an Thomas Rühmann (Roland Heilmann), der den "Karren" dieser Serie seit 22 Jahren zieht. Das sei eine schwierige Aufgabe, die sein Kollege mit Bravour meistert.

Seit etwa 5 bis 6 Wochen (Stand: 24. Juni 2020) wird unter erschwerten, nämlich den Corona-Bedingungen, weitergedreht. Zum Beispiel wird vor Arbeitsbeginn bei allen Fieber gemessen, und wer gerade nicht vor den Kameras steht, trägt einen Mund-Nasen-Schutz.

Zu Beginn der Corona-Krise bekam Michael Trischan die Nachricht, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Das eine hat jedoch mit dem anderen nichts zu tun.


Mit 66 Jahren fängt das Leben an?

Nicht so im TV- und Film-Geschäft, wie Michael Trischan mir erzählt: da ist bereits seit der Corona-Pandemie  mit 60 Jahren ein Schlusspunkt erreicht - im Hinblick auf die Risiko-Gruppe.

Michael Trischan wird bald 59 Jahre alt, und die Schauspielerei interessiert ihn bereits seit seiner Schulzeit. Er hatte eine Lehrerin, die ihn diesbezüglich gefördert hat. Aber da ihn auch die Medizin (bis heute) fasziniert hat, wurde er zunächst Krankenpfleger, bevor er sich völlig auf seinen Beruf als Schauspieler vorbereitete und dann konzentrierte.

Michael Trischan ist  bei der Produktion von "In aller Freundschaft" angestellt.

Seit den Corona-Zeiten werden über 60jährige Schauspieler jedoch kaum noch von den erforderlichen Film-Ausfall-Versicherungen aufgenommen.


Michael Trischans Zukunft

Seine Film- und TV-Karriere sieht er als beendet an, falls diese versicherungstechnische Seite der Zukunfts-Trend ist.

Vermutlich wird er ans Theater zurückkehren, aber nicht mehr in ein festes Engagement. Wie bisher wird er weiterhin seine Vortragsreisen machen und zudem sogenannte Wohnzimmer-Vorstellungen geben. Nachzulesen ist das auf seiner Homepage

https://www.trischan.de/


Fazit

Michael Trischan ist klar, dass das Publikum keine schlechten Nachrichten über seine Stars hören oder lesen möchte. Allerdings verwechseln viele die deutsche Schauspiel-Szene mit der aus Hollywood.

Doch nicht jeder, der im Fernsehen öfter zu sehen ist, hat für alle Zeiten ausgesorgt. Viele seiner Kollegen müssen sich beim Arbeitsamt melden - nicht, weil sie Ansprüche auf Unterstützung haben, sondern, damit die Kranken- und Rentenversicherung weiterhin gezahlt wird.

Dann kommt erschwerend die jetzige Zeit hinzu, in der wir alle mit Corona leben müssen. Eine Tatsache, an die niemand vorher denken konnte, um sie in der Vergangenheit für irgendwann für die Zukunft berücksichtigen zu können.

Corona-Hilfen für Freischaffende gibt es nicht.

Michael erzählt mir von einer in Deutschland sehr bekannten und auch beliebten Schauspielerin, der gerade (sie ist in einem fortgeschrittenen Alter) alle Einkünfte wegbrechen. Sie muss sich sogar darum sorgen, weiterhin ihre Miete zahlen zu können.


Danke

Michael Trischan für dieses interessante, schöne und ehrliche Interview. Natürlich fehlt der Platz, um alles Gesprochene wiederzugeben, aber vielleicht ergibt sich in ein paar Jahren mal eine neue Gelegenheit für ein Gespräch.

Für Ihre Zukunft wünsche ich Ihnen viel Glück und Erfolg.

Sie sagen ja selber, dass Glück in ihrem Beruf eine große Rolle spielt.


Guten Tag, Gruß Silvia

Montag, 22. Juni 2020

21. Juni 2020 - Tatort München - "Frauen, die Austern essen"

Tatort München
Erscheinungsjahr 2003

Wenn Frauen Austern essen

Nachdem die Münchner vor zwei Wochen mit "Lass den Mond am Himmel stehen" einen wirklich beeindruckenden Krimi vorweisen konnten, für den sie viel Lob geerntet haben -

dürfte ihnen diese Wiederholung schwer im Magen liegen.

Eine Handvoll Autorinnen,

von denen man keiner einzigen abnimmt, je einen Bestseller verfasst zu haben,

trifft sich in dem Haus einer Mäzenin. Eine Autorin fällt nach dem Genuss jener Austern auch sogleich tot um.

Mehr muss man über den belanglosen Inhalt, der gespickt ist mit sexuellen Andeutungen und einem öden Handlungsstrang folgt,  nicht wissen.

Jetzt ist klar, wie ein männlicher Autor in 2003 sich eine Horde von Bestseller-Autorinnen vorgestellt hat - allesamt haben einen oder gleich mehrere an der Klatsche.

Vor allem aber gilt dies für den Autor. Ist das eine Art Abrechnung mit weiblichen Drehbuch-Autorinnen? Ist das seine Rache an der Frauenwelt im allgemeinen?

Eigentlich lohnt es der vielen weiteren Worte nicht, außer diesem:

ARD, gebt doch wenigstens in den Wiederholungs-Sendungen während der Tatort-Sommerpause solch einem Quatsch keinen Platz für eine Wiederverwertung!

Aber offenbar ist die ARD geil auf böse Kommentare.

Der Film dümpelt vor sich hin und macht kein Fass auf, sonder ersäuft gnadenlos darin.

Sterne? Weit und breit finde ich nicht einen einzigen von fünf möglichen Sternen für diesen Film, nicht einmal für die Mühe,

die sich die Macher gemacht haben, diesen runterzukurbeln.

Manchmal ist ein Schleier des Vergessens das einzige, was solch ein Krimi braucht. Der wurde leider gestern gelüftet ...


Guten Morgen, Gruß Silvia