Dienstag, 19. Februar 2019

18. Februar 2019 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Hamburg bei Rüdiger


Vorspeise: Silvaner-Mandelsuppe mit Eberswalder Salamigeröstel und Foccacia
Hauptgang: Leiterli aus dem Räucherofen mit Kirsch-Chipotle-BBQ-Sauce und Nord-Süd-Salatbouquet
Nachtisch: Apfelkräpfli mit Rote-Grütze-Soße


Das Salz über dem Kartoffelsalat

kann lt. Rüdiger bereits den Unterschied ausmachen: Der Salz-Liebhaber empfiehlt sein Vanille-Salz für das Nord-Süd-Salatbouquet. Ich muss Lisa zustimmen, dass man nicht jedes der fünf angebotenen Salze probieren kann. Rüdiger entscheidet sich gegen umständliches Selbersalzen und für die kleine Salz-Show. Das ist eine gute Idee, die ich gelegentlich aufgreifen kann,

denn nach meinem eigenen Geschmack brauche ich sehr wenig Salz. Sobald es für andere gut gesalzen ist, ist es für mich bereits versalzen.

Was ich auch nicht brauche - und außerdem bin ich als Frau überhaupt nicht angesprochen - ist eines seiner Männer-Kochbücher, allen voran ein Diät-Kochbuch für Männer. Ob er den künftigen Gastgebern je ein Exemplar als Gastgeschenk mitbringt, damit der Werbefluss nicht unterbrochen wird?

Erst einmal gibt es von allen Seiten viel Lob für die Zusammenstellung dieser Hamburger Runde, und das ist natürlich ziemlich voreilig. Es ist schließlich in der Regel nicht so, dass itv-productions ausschließlich harmoniebedürftige Menschen an die Dinner-Tische bittet, sondern hier und da und vielleicht sogar ganz oft auf das

Bitter-Salz in der Suppe der Sendung

achtet.

Die Hamburger achten eher darauf, in welchem Stadtteil jemand wohnt. Das sei ihnen wichtig, meint Rüdiger.

"Ssstolper über keinen ssspitzen Ssstein in der falschen Gegend", könnte man sagen -

ich hoffe, er wohnt in der richtigen Ecke.

Der Abend dümpelt vor sich hin und beschert dem Gastgeber viel Kritik von den beiden Jüngsten der Gruppe.  Das darf ruhig noch etwas Fahrt aufnehmen ... meinetwegen gern in eine positive Richtung, nur langweilig sollte es nicht sein.

Rüdiger bekommt leiterli-mäßig trotzdem die recht gute Punkteanzahl von 31. Je 7 von Lisa und Philipp, 8 von Ulrike und 9 von Betina.

Musste Betina eigentlich aus künstlerischen Gründen ein "T" in ihrem Vornamen weglassen? Oder urteile ich vorschnell - und der Name geht auf keinen deutschen Ursprung zurück? Ach, mir ist das heute Morgen so herzlich egal.

Ich bin nur froh, dass es am Dienstagabend keinen Murmeltier-Tag wie im letzten ARD-Tatort geben wird, das wäre dann doch nur zum Einschlafen zu früher Abendstunde.


Guten Morgen, Gruß Silvia 









Montag, 18. Februar 2019

17. Februar 2019 - ARD - Tatort Wiesbaden "Murot und das Murmeltier"

Tatort Wiesbaden
"Murot und das Murmeltier"

Wer einmal kräftig lachen will, kann dies vielleicht auch in Zukunft über den Wiesbadener Tatort machen, und zwar ausgiebig. Doch eigentlich ist dies kein "Tatort" im herkömmlichen Sinn - und das liegt nicht nur daran, dass es keine Toten und keinen Mord aufzuklären gibt (obwohl es zwischendurch so einige Tote gibt, aber die sind nur vorübergehend tot), sondern vielmehr daran, dass hier das Genre

Komödie auf Fantasy trifft.

Kommissar Murot ist in einer Zeitschleife gefangen, und er erlebt denselben Tag ungefähr zehn bis elfmal. Ich habe nicht mitgezählt, denn ich war viel zu gefangen in diesem Stoff.

Der Film gilt als Hommage an "Und täglich grüßt das Murmeltier" und er ist eine Persiflage auf die Überschwemmung durch viele, viele Krimis im Fernsehen. Der Deutschen liebstes Genre? Nun, dann werden heute einige enttäuscht sein,

es sei denn, sie bevorzugen zum Beispiel den Münsteraner Tatort. Ich hätte mir gut und gerne Professor Boerne in solch einer Schleife vorstellen können - unterstützt durch Thiel. Möglicherweise wäre es aber dann wirklich albern geworden.

In diesem Film ist nicht nur Kommissar Murot in einem Murmeltier-Taumel, sondern auch der Geiselgangster Stefan, der eine Bank überfallen hat. Und es wird von Tag zu Tag (und doch ist es immer derselbe Tag) skurriler. Auch vor der altbewährten Waffe "Ganze Torte gegen Menschen-Kopf" wird nicht zurückgeschreckt,

aber es passt.

Kommissar Murot weiß schließlich, dass alles, was er heute macht, eigentlich gar nicht passiert, weil sich der heutige Tag am nächsten wiederholt und das Vorangegangene ungeschehen macht.

Am Rande muss ich die beeindruckende Film-Musik erwähnen. Natürlich neben Ulrich Tukor als absoluten Hit dieses Films - unterstützt von vielen anderen guten Darstellern.

Auf eine Tatort-Bewertung muss ich leider verzichten (aus oben genannten Gründen),

aber für das Genre Komödie gebe ich satte 4 von 5 möglichen Sternen.

Der Film ist dramaturgisch clever in Szene gesetzt und voller ausuferndem Humor, ohne in Klamauk zu verfallen. Und obwohl sich ein einziger Tag so oft wiederholt, ist es keine Sekunde langweilig. Das muss man als Drehbuchautor und Regisseur erst einmal hinbekommen ...


Guten Tag, Gruß Silvia


18. Februar 2019 - Die Sache mit dem Murmeltier ...


Die Sache mit dem Murmeltier ...

Vom gestrigen Tatort "Murot und das Murmeltier" habe ich leider nur den Schluss gesehen. Durch seine Murmeltier-Tage hat Murot offenbar verhindern können, dass die Geiselnahme in einer Bank am Ende blutig ausgeht und Tote zu beklagen sind.

Jährlich am 2. Februar wird in Punxsutawney (USA) der Murmeltier-Tag begangen. Dafür wird mit viel Lärm ein Murmeltier aus dem Winterschlaf geweckt, und wenn es beim Herauskommen aus dem Bau seinen eigenen Schatten sieht - bleibt es noch mindestens 6 Wochen Winter. Sieht es seinen Schatten nicht, beginnt der Frühling. Punxsutawney wurde 1993 durch den Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" berühmt. Soviel zu den Hintergründen, die sich vordergründig natürlich für solche Geschichten eignen.

Wer möchte nicht mal vorübergehend in einer Zeitschleife hängen, um Vergangenes korrigieren zu können? Es könnte den noch von inneren Zweifeln gequälten Junggesellen treffen, der sich über seine Heiratsabsichten überhaupt nicht mehr im Klaren ist: Täglich erlebt er seinen Hochzeitstag neu, könnte noch die Biege machen ...

und entscheidet sich am Ende doch für die Heirat. Leider hatte auch seine Braut gerade ein paar Murmeltiertage,

und sie, die sich zuvor sehr sicher war, dass er der Richtige fürs ganze Leben ist,

macht am finalen Murmeltier-Tag einen Rückzieher.

Wer möchte nicht einen schönen Urlaub durch Murmeltier-Tage verlängern und noch schöner machen?

Oder sich für eine schwere Entscheidung einfach mehr Zeit gönnen? Zeit, in der Erfahrungen reifen und die jede Entscheidung erleichtert?

Und wer möchte nicht den letzten Tag eines geliebten Menschen gerne - und so schwer er auch ist - öfter erleben als nur einmal. Kein Wort würde vergessen werden, keine Handlung ausgelassen - und man könnte zufriedener Abschied nehmen.

Dann gibt es aber auch jene Tage, an denen man solch ein Murmeltier-Gedöns überhaupt nicht brauchen kann.

Eine frohe Botschaft für alle kommt daher zum Schluss: Diese Tage gibt es in Wirklichkeit gar nicht. Aber das wissen natürlich alle.  Bis vielleicht auf die Tatort-Macher.

Somit müssen wir allesamt alle Erlebnisse und eventuelle Fragen an einem einzigen Tag beantworten und dürfen nicht auf Zeitschleifen-Erinnerungen zurück greifen.

Ein Gutes hat es auch: Diesen Montag gibt es nur einmal in dieser Woche - und ich wünsche allen, dass er sonnig und heiter wird.


Guten Morgen, Gruß Silvia 



Samstag, 16. Februar 2019

16. Februar 2019 - Eine Mutter, fünf Väter, fünf Kinder ...



Eine Mutter, fünf Väter, fünf Kinder

Nachdem man mir die Geschichte mit den Bienchen und Blümchen bildhaft ins kindliche Gemüt gesetzt hatte, konnte ich nicht mehr erwarten, wie diese Story wohl weiterging. Denn schon als Kind wusste ich, dass es schließlich mehr Lebewesen als nur Bienchen und Blümchen gibt ... zum Beispiel meine Wellensittiche Kookie und Julie.

Dass sich das bis auf die Menschen auswirkt, erfuhr ich irgendwann - an mein genaues Alter erinnere ich mich nicht mehr - aber ich war noch ziemlich unreif hinter und auch zwischen den Ohren. Eine phantastische Welt eröffnete sich mir, in der ich mich ein paar Jahre lang eindringlich mit Plänen für später beschäftigte.

Es war die Zeit, als ich mir darüber klar wurde, dass ich fünf Kinder haben wollte. Aber nicht auf die Art wie sie jene Familie in der Nachbarschaft hatte. Die Kinder wurden ständig mit Kleider- und Spielzeugspenden von anderen Familien und uns bedacht. Das hinderte das älteste der Abkömmlinge nicht daran, auch noch bei Nachbarn einzubrechen, um sich ohne viel Arbeit zu bereichern. Sie hatten es nicht leicht mit diesem Jungen ... denn seine "Karriere" begann er schon mit unter 15 Jahren.

Meine fünf Kinder sollten es einmal besser haben, und daher beschloss ich erstens, eine reiche, eine sehr reiche Bestseller-Autorin zu werden - und zweitens, dass meine fünf Kinder auch

fünf Väter haben sollten.

Ich setzte mich vor meiner Laufbahn als Liebhaberin zunächst an meine Schreibmaschine und schlug leidenschaftlich in die Tasten. Mein erster Roman hieß "Das Mädchen mit dem Eine-Million-Dollar-Gesicht" - 

kann man heute drüber lachen, denn was ist heute schon eine Million - aber noch mehr lachen hätte ich später gekonnt, wenn ich diese Geschichte nochmals gelesen hätte. Allerdings "verschwand" sie auf wundersame Weise, und ich kenne auch diejenige, die sie verschwinden ließ. Folglich - und als Detektivin geoutet - lagen mir Kriminal-Stories mehr als solche halbseidenen Model-Stories, womöglich noch mit Happy-End.

Dann kam die Zeit, in der ich mir die Jungs genauer ansah im Hinblick auf meinen Wunsch nach fünf Kindern. Wann fängt man an, diese Planung in die Tat umzusetzen? Und wie schafft man den Übergang von einem Mann zum nächsten? Gibt es angemessene Zwischenräume? Andererseits wollte ich nicht, dass es zwischen meinen fünf Kindern zu große Altersunterschiede gab.

Was würden meine Eltern zu meiner ersten Schwangerschaft sagen - dazu noch als unverheiratetes Mädchen? Denn eine Heirat wollte ich definitiv und für alle Zukunft ausschließen.

Es war klar, sie würden sich mit einem ersten Enkelkind abfinden und mir sogar helfen. Aber dann? Beim zweiten Mal, beim dritten bis fünften Mal?

Würde meine Mutter jeden neuen Enkel auf ihren Knien schaukeln? Oder mir bereits nach dem ersten, das sie zur Oma gemacht hat, heimlich die Pille in den Kaffee plumpsen lassen?

Es waren viele Fragen, die mich in dieser Zeit umtrieben - und ich wusste einfach keine vernünftigen Antworten, noch konnte ich meinen Wunsch logisch erklären ...

denn es war nur ein unreifer Gedanke, der ein bisschen Prägung im Protest gegen meine eigene Mutter hatte. Zu dieser Erkenntnis musste ich jedoch erst einmal gelangen.

Ein paar Jahre später wurde ich ein klein wenig erwachsen. Und ab diesem Zeitpunkt stand für mich fest:

 Ich wollte überhaupt keine Kinder!

Aber heiraten wollte ich immer noch nicht. Ich stellte mir das nicht wirklich prickelnd vor.

Meistens kommt eben doch alles anders als man es sich vorgenommen hat. Trotzdem kann es sein, dass ich schon morgen bereue,

keine fünf Kinder von fünf Männern bekommen zu haben - oder zumindest: Keine unverheiratete Bestseller-Autorin geworden zu sein.


Guten Tag, Gruß Silvia 





Freitag, 15. Februar 2019

15. Februar 2019 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Bielefeld bei Andrea

Ein Graffiti, das Sibel gilt

Vorspeise: Tatar vom geräucherten Lachs - Chili-Garnele
Hauptgang: Rinderfilet an Portweinjus - Süßkartoffelstampf - Ratatouille
Nachtisch: Warmer Brownie - Kalte Mandel - Süße Birne


Frau gegen Frau

Denn die Männer sehen sich ohnehin und allesamt außen vor, wenn es zum letzten Dinner-Abend und zu Andrea geht. Es könnte sein und leider passiert es, dass Andreas Ambiente mehr als einen Ticken besser als das von Sibel ist - aber das allein genügt nicht, um das heutige Dinner auf (von Sibel) 7 Punkte herunter zu reduzieren (die anderen machen das allerdings und zum Glück wieder wett), denn man kann auch noch an Kleinigkeiten herum-mosern, die allesamt und addiert zu einem menschlichen Ergebnis führen, das kurz auf knapp

und auf den letzten Drücker und überhaupt, weil am Montag und für Sibels Dinner zu viele Punkte vergeben worden sind,

zu einem einigermaßen gerechten Ergebnis führen.

Offenbar kennt Sibel keine Niederlagen. Die aber machen erst den Menschen aus und sind das Salz in jeder Suppe.

Unter jedem, auch unter Andreas  Dach, wohnt ein "ach". Als Freundin einer sehr dicken und liebenswerten Frau wie Andrea eine ist bin ich froh, dass nicht auch Andreas Tochter dick ist (um auch mal über die heutige Gastgeberin zu sprechen und zu sagen: Niemand ist gerne dick),

denn die Tochter meiner Freundin war bis zu ihrem etwa 19. Lebensjahr dick. Weil dicke Mütter dazu neigen, auch ihre Kinder dick zu füttern.


Dann hat die Tochter meiner Freundin abgenommen, und zwar enorm. Da hat man Angst bekommen, dass sie in eine Magersucht hineinrutscht, aber so richtig Angst.

Es ist zum Glück nicht passiert - oder wird von  ihr gut vertuscht.

Hier wird auch einiges zu vertuschen versucht:

Sibels übergroßer Ehrgeiz.

Den muss zum Glück nicht ich aufdecken. Das macht Ulrich. Das macht auch Daniel, der so verkehrt nicht ist wie

Sibel.

Es ist schon außergewöhnlich desaströs, wenn jemand von Montag bis Freitag vorne herum die liebenswerte Person schauspielert,

aber hintenrum sein wahres Ich präsentiert.

Andrea bekommt 36 Punkte - und man weiß nicht, ob die ehrlich gemeint oder einfach nur Anti Sibel sind,

denn zweimal 10 Zähler von Uli und Frank und einmal 9 von Daniel

sprechen eine ganz eigene Sprache. Vermutlich haben die Punkte nicht unbedingt etwas mit dem Menü zu tun.

Derart gewinnen -  Sibel: Wenig überraschend - auch für das Publikum: Und Andrea, die nach Kenntnis der Sachlage sicher

gar nicht damit gerechnet hat, dass sie mit dieser "Mega-Frau" mithalten kann.


Guten Abend, Gruß Silvia

15. Februar 2019 - Das Risiko-Gen

Das Risiko-Gen

Offenbar gibt es ein Gen, das für erhöhte Risiko-Bereitschaft von betreffenden Menschen zuständig ist. Es liegt auf dem X-Chromosom und produziert Enzyme, die für den Abbau von Neurotransmittern wie Adrenalin, Dopamin und Serotonin im Gehirn verantwortlich sind. Doch rein wissenschaftlich will ich das nun ganz sicher nicht ausführen, sondern lieber

völlig riskant mit Spekulationen über dies und das.

Auf der Autobahn während der Rush-Hour könnte man denken, dass mindestens 80 Prozent der Fahrer mit diesem Gen belastet sind,

während sie dann, endlich am Ziel und der Arbeit angekommen, es erst einmal ganz langsam und vorsichtig angehen. Nur keine Fehler machen. Nur kein Risiko eingehen.

Gerne gehen Glücks-Spieler Risiken ein, aber ob das mit diesem Gen zusammen hängt oder doch eher was mit einem Sucht-Gen zu tun hat, wer weiß? Niemand kennt all die noch unbekannten Gene, die hier und da ihre eigenen Spiele mit den Menschen treiben.

Braucht ein Politiker ein Risiko-Gen oder eher ein Raffgier-Gen? Oder beides? Die Frage steht im Raum und sucht Antworten, vielleicht vom Antworten-Gen? Nein, das gibt es nicht oder es versteckt sich zumindest ziemlich gut unter all den Problem-Genen als eines, das hervorragend wäre und gebraucht würde.

Risiko oder Abwägung? Wer bevorzugt was und wann? Die Abwägung ist gegeben, wenn Leute sich an Klippen oder andere gefährliche Abhänge stellen, um dort ein Selfie aufzunehmen, für das sie am Ende - wenn alles gut geht - viele Likes erwarten. Doch nur die Likes sind in der Abwägung enthalten, während diverse Stellungen an gefährlichen Orten dem Risiko unterliegen. Manchmal geht das total schief.

Risiko-Gen-Besitzer lieben es, wenn ihre Unternehmungen eine gewisse Gefahr beinhalten - aber am Ende wollen auch sie heil aus jeder Geschichte raus kommen. Doch oft wird die Wahrscheinlichkeit einer Gefahr falsch oder gar nicht eingeschätzt. Manchmal lassen sich Risiken, die im Desaster münden, nicht umkehren -

und ein anderes Mal leidet nur das Ego unter dem Ergebnis des eingegangenen Risikos. Wer sich im Internet nackt präsentiert, muss schon sehr genau

darauf achten, dass er seine Fotos auch professionell bearbeitet, sonst droht das Risiko der preisgegebenen Lächerlichkeit.

Wer andererseits sturzbetrunken gerade aufgenommene Videos ins Internet hochlädt, muss sich am Ende nicht wundern, wenn künftige Arbeitgeber

das Risiko einer Zusammenarbeit nicht eingehen wollen.

Aber mit einem bisschen Glück trifft man auf jene 20 Prozent der Leute, die dieses Gen besitzen sollen - und Arbeitgeber-Befugnisse haben.

Ansonsten: Auch mal scharf bremsen, bevor die nächste gefährliche Kurve kommt.


Guten Tag, Gruß Silvia




14. Februar 2019 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Bielefeld bei Ulrich

Foto: S. B.

Vorspeise: Kräuter-Pannacotta mit Rote-Bete-Carpaccio und Honig-Senf-Cassis-Vinaigrette
Hauptgang: Rehgulasch mit Laugenbrezenknödel und Rosenkohl, Maronen Gemüse
Nachtisch: Bratapfel mit Schmandcreme und Cranberry-Sauce


Der Comic-Hemden-Junkie

Alle Naselang wechselt Ulrich das Hemd, aber wenn man nicht darauf achten oder von ihm selber drauf hingewiesen würde, sehen die knallbunten Comic-Hemden irgendwann alle gleich. Die Hemden näht eine Freundin ... aus Bettwäsche. Ich stelle mir gerade vor, alle Häuser meiner Stadt wären mit großspurigen Comics bemalt ... Würde das den Augen schmeicheln oder wären die Termine bei den Augenärzten völlig überbucht?

Neben diesen Hemden sammelt Ulrich unter anderem Wetterhäuschen. So ist das Klima heute eher heiter, die Wölkchen können nicht so richtig durchbrechen und seinen Abend nachhaltig verfinstern. Er zeigt ein sonniges Gemüt, er zieht die Show durch. Zur Freude der Zuschauer und des Senders erklärt er die Geschichten hinter den Comic-Hemden und passt diese seinen einzelnen Gängen an. Zum Rehgulasch muss Bambi seinen armen Kopf hinhalten (schon ein bisschen makaber), und da Sesam über die Vorspeise gestreut wird, ist das Motiv der Sesamstraße die richtige Hemdenwahl. Schließlich gibt es sein "Rauswurf-Hemd", welches das Sandmännchen zeigt. Ein bisschen viel Kindergarten.

Gar nicht kindergartenmäßig war vorab Ulrichs Angst über eine schlüpfrige Angelegenheit: Ein Albtraum wäre für ihn gewesen, in eine Wohnung zu einer Gastgeberin zu kommen, die er nicht kennt - aber deren Wohnung ihm vertraut ist. Weil er den Mann des Hauses kennt.

Heutzutage ist es nicht mehr nötig, eine Alibi-Ehefrau ins Leben zu stellen. Unfair ist es auch jeder Frau gegenüber, die überhaupt keine Ahnung hat, dass sie als Alibi fungiert.

Ulrich selber ist seit 10 Jahren mit seinem Mann Josef zusammen. Josef lässt sich einmal kurz blicken - ich sehe ganz normale Kleidung - und verkrümelt sich dann.

Die Gäste dürfen eintrudeln, unter ihnen Bibi Blocksberg, sorry, Sibel. Ist eine gute Hexe, diese Bibi. Nicht jede/r muss jeden Paradiesvogel vollumfänglich loben. Zu seiner Vorspeise fällt Ulrich selber auf, dass diese eigentlich gar nicht so gut schmeckt ... wie es an seinem Tisch von den Gästen transportiert wird. Damit spricht er unter anderem Frank, der diese sehr lobt, irgendwelche Kenntnisse in Punkto Kulinarik ab. Insgesamt kann ich überhaupt nicht beurteilen, wie was und warum geschmeckt oder nicht geschmeckt hat.

Doch voller Begeisterung zieht Daniel eine comic-mäßige 9, Frank lässt es mit der 8 ein bisschen ruhiger angehen - während Sibel und Andrea je 7 Punkte ins Comic werfen.

Vermutlich geht die Figur des Donald Ducks in dieser Woche an Sibel, die immer noch die Riege anführt. Nur Andrea kann ihr noch in die Suppe spucken,

und ich denke: Das wird sie versuchen.

Ulrich kann mit sich zufrieden sein, doch "Shopping-Queen" als nächstes Format kommt für ihn eher weniger in Frage, es sei denn das Motto lautet:

"Zieht euch an wie die Kinder".

Ich verzieh mich jetzt, trage ein tristes schwarzes T-Shirt zu einer Jeans-Hose in grau. Dazu wird hier später die Sonne mit 16 Grad strahlen, und das reicht mir an Farbe.


Guten Morgen, Gruß Silvia