Montag, 31. Mai 2021

30. Mai 2021 - Polizeiruf 110 - "An der Saale hellem Strande"





Henry Koitzsch – Peter Kurth
Michael Lehmann – Peter Schneider
Marina Schuster – Anita Vulesica
Maik Gerster – Till Wonka
Günther Born – Hermann Beyer
Katrin Sommer – Cordelia Wege
Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller


Drehbuch: Clemens Meyer
Regie: Thomas Stuber

Polizeiruf 110
"An der Saale hellem Strande"

Prädikat: Für Leute mit Einschlafstörungen hervorragend geeignet. Dabei stört nicht einmal das Licht aus dem Fernseher, denn der Krimi wurde überwiegend im Dunkeln gedreht. Tristesse in der Handlung, Tristesse in den Bildern ...

Ein Mann wurde drei Monate zuvor erstochen. Kommissar Koitzsch vermutet als Täter jemanden, der sich mit Tötungsarten auskennt: einen Soldaten, einen Polizisten etc., denn die 3 gezielten Stiche - einen in die Lunge - spricht in seinen Augen dafür. Jeder medizinische Laie weiß, wohinein er ein Messer rammen müsste, um die Vitalfunktionen auszuschalten. Immerhin wusste der Drehbuch-Autor dies auch ...

Überdies hat der Kommissar am Ende zwar keinen Täter entlarvt, aber er hat eine Idee, wer es sein könnte: wenn Koitzsch sich in der Wohnung des Opfers aufhält, sieht er oft eine Figur mit Kapuzenpulli an einem Fenster im gegenüberliegenden Haus stehen ...

das ist natürlich ein massiver Tatverdacht, dem er jedoch nicht unverzüglich nachgeht. Ich vermute, dass der nächste Polizeiruf aus Halle sich erst einmal auf weitere mutmaßliche Zeugen konzentriert, um sich schließlich in der 3. Folge auf die Täterjagd zu begeben. Inzwischen mutiert der eigentlich und ursprüngliche Fall zu einem Cold Case.


Kein Krimi

Zu einer Sozialstudie finden sich vermeintliche Zeugen auf dem Revier ein, um ihre traurigen Leben zu demonstrieren. Jeder ist auf seine Art von einem Schleier aus Verzweiflung umgeben. Das ist alles schön und gut und sehr unschick, aber die Frage bleibt, wann die Ermittler in die Gänge kommen wollen.

Und was geschieht eigentlich im wirklichen Leben, wenn ein Kommissar nachts mit 1,6 Promille von Kollegen in seinem Auto aufgegriffen wird? Medizinischer Dienst? Diensttauglichkeitsprüfung? Untersuchung, ob eine Alkoholkrankheit vorliegt? - Hier geschieht nichts von alledem. Überdies fehlt der emsige Vorgesetzte,

der im düsteren, stickigen Büro der zwei Kommissare mit der Faust auf den Tisch haut und seinen Ermittlern Feuer unterm Hintern macht. 


Ich gestehe ...

nein, nicht den Mord natürlich, sondern dass ich nicht ausschließen kann, hier und da in einen Sekundenschlaf abgetaucht gewesen zu sein. Und das, obwohl man beabsichtigt hat, die Zuschauer zur frühen Abendzeit in den Tiefschlaf zu versetzen.

Die vielen guten Schauspieler retten nicht, was vom Rest der Crew vermasselt wird. Um 21.45 Uhr schalte ich zum WDR,

um "Mord mit Aussicht" zu gucken. Da weiß ich, was ich bekomme, und endlich erhellt sich mein Fernsehschirm auch wieder.

Dieser Mord in Halle hat keine Aussicht auf Aufklärung. Stattdessen trällert der Kommissar mit einer Zeugin

"an der Saale hellem Strande ..."

Von hell oder gar erhellend kann bei diesem "Krimi" keine Rede sein.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Samstag, 29. Mai 2021

29. Mai 2021 - Gemeinsame Spuren

Bienchen
13. Oktober 2003 bis 25. Januar 2021


Gemeinsame Spuren

Wir sind so viele Wege in vielen Jahren gegangen. Auf Bienchens und meinem letzten gemeinsamen Spaziergang ist dieses Foto entstanden, das symbolisch für unsere Spuren steht: jahrelang dicht an dich und immer miteinander.

Sie mochte Schnee nicht besonders gern, sonst würde ich beinahe sagen, dass ich zum Glück noch dieses Spuren-Foto machen konnte (hier schneit es schließlich nicht so oft) - denn gern hätte ich ihr ausgerechnet dieses Abschieds-Wetter erspart.

Es war Sonntag, der 24. Januar 2021, und es war am frühen Morgen. Danach wollte und konnte sie nicht mehr spazieren gehen ... in den darauf folgenden Stunden zeigte sie mir deutlich, dass sie lange genug gelebt hatte und ihren tiefen Frieden wünschte.

Noch bis zum nächsten frühen Morgen wartete ich ab (zur Sicherheit bekam sie Schmerzmittel), um in die Tierklinik zu fahren ... dort wurde sie nach Untersuchungen von der Last ihres hohen Alters (17 Jahre, 3 Monate und 12 Tage) erlöst.

Unlöschbar sind meine Erinnerungen an Bienchen gespeichert, und ich wünsche mir jeden einzelnen Tag, sie wäre noch bei mir. Was für Bienchen gilt, gilt natürlich auch für Robin. Wir waren eine Einheit auf 10 Beinen und mit 3 Herzen.

Mit mehr sentimentalen Gedanken als sie mir eigen sind, würde ich sagen, dass nun von dieser Dreiherzen-Kombination nur  ein einziges übrig geblieben ist. Aber ich bin schließlich nicht allein,

ich fühle mich nur so.

Seitdem ich Bienchen von meiner Mutter geerbt hatte, waren wir nie auch nur einen einzigen Tag voneinander getrennt.

Aus heiterem Himmel hat Bienchen mich verlassen müssen. Zwar war sie schon über 17 Jahre alt, aber sie war stets ein toughes Mädchen, und längst nannte ich sie "meine Mrs. Methusalem", da sie den früheren "Golden Girl"-Status längst hinter sich gelassen hatte.

Ich war fest davon überzeugt, noch viele weitere Wege mit ihr gehen und Spuren hinterlassen zu können. Sehe ich mir Fotos an, selbst die, auf denen sie überhaupt nicht abgebildet ist, weiß ich genau, wo Bienchen in dem Augenblick stand ... und meistens stand sie beobachtend neben mir.

Und beinahe genau einen Monat vor ihrem Tod ist dieses Video entstanden: 


Es erinnert mich an das, was ich in unserer Beziehung vergessen wollte:

dass alles endet, und dass ein Hundeleben nur eine begrenzte Zeit währt ...

Nun gehe ich die Wege, die wir drei einst gemeinsam gegangen sind, ohne Robin und Bienchen. Doch auf jedem einzelnen Weg sind

Spuren der Erinnerung.

Die kleinsten Pfoten hinterlassen die größten Spuren der Erinnerung.

Ob Mensch oder Tier – die, die tiefe Spuren in deinem Herzen hinterlassen, nimmst du immer mit.
- Roswitha Bloch (*1957)



Guten Tag, Gruß Silvia

Freitag, 28. Mai 2021

28. Mai 2021 - Masuren - das Land der 1000 Seen und Wälder






Das Land der 1000 Seen und Wälder

... bereits das Synonym für die Masuren hört sich nach Sehnsuchtsland an.

Erst durch eine neue Krimi-Reihe, die abseits vom Main-Stream der beliebten Krimi-Hotspots in Masuren spielt, kam ich auf die Idee zu diesem Blog-Beitrag. Denn die Masuren liegen mir nahe und am Herzen, weil sie vermutlich einen Teil meines Wesens ausmachen. Die größere Hälfte ist westfälisch und in Dortmund beheimatet. Hier kenne ich mich aus, hier im Ruhrgebiet war ich immer zuhause ...

aber da gibt es diesen fernen Landstrich, der nicht mehr Deutschland ist: Ostpreußen, die Heimat meiner Mutter ...

Wie viel Ostpreußen kann in einer Seele stecken, die ganz woanders verbandelt ist und auch gar nicht dort fort möchte?

1945 ist meine Mutter Christel mit ihrer Mutter Alma über die Ostsee nach Dänemark geflüchtet. Dort ist Alma an Typhus gestorben. Christels Vater und ihre drei Brüder waren verschollen, gefallen oder sind irgendwo in der Nähe von Allenstein gestorben. Genaues weiß man darüber nicht. Auch meine Mutter hatte nur über ihren Bruder Heinz nähere Informationen bekommen ... jedoch erst in den 1970er Jahren. Übers Rote Kreuz. Sehr spät.

Für Christel war Ostpreußen stets ihr verlorenes Paradies, eine Welt, in der sie sicher gewesen ist, als in zum Beispiel Dortmund längst die Bomben einschlugen und die Menschen an ihre Grenzen brachten. Als großer Industriestandort war Dortmund natürlich besonders von Bomben-Angriffen betroffen.

Allein kam meine Mutter aus Dänemark ins Ruhrgebiet nach Bochum zu Verwandten. In ihre Heimat konnte sie nicht mehr zurück, da gehörte der südliche Teil lt. dem Potsdamer Abkommen bereits zu Polen ... der nördliche Teil wurde von der Sowjetunion annektiert.

Bis heute ist Allenstein, in dem meine Mutter gelebt hat, polnisch. Gut so. Niemand braucht Kriege, um verloren gegangene Gebiete zurückzuerobern.

Den Ostpreußen fehlt die Grazie. Sie gewinnen nicht bei ihrem Erscheinen; aber auf ihrem soliden Wesen lässt sich sicher bauen. Der Ostpreuße ist die reinste und beste Prosanatur Deutschlands.“

– Ferdinand Gregorovius

Dass meiner Mutter die Grazie fehlte, kann ich nicht bestätigen, aber sie war durchaus und überwiegend Prosa. Und wenn sie unter dem Verlust der Heimat litt, dann verpackte sie dies unter einer Schaufel Humor. Selbst ihren eigenen, in 2010 bevorstehenden Tod spickte sie noch mit Humor ... ohne ein Bedauern darüber erkennen zu lassen, sondern im Gegenteil Dankbarkeit für ein langes 80 Jahre währendes Leben.

Vielleicht war dieser Humor auch einer mentalen Gelassenheit entsprungen:

"Die nahezu göttliche Gelassenheit könnte durchaus als göttliche ostpreußische Nationaleigentümlichkeit bezeichnet werden." - Hans Hellmut Kirst

Nur einmal in ihrem Leben kehrte sie für ein paar Wochen ins Sehnsuchtland der 1000 Seen und Wälder zurück ... irgendwann in den 1990er Jahren. Geträumt hat sie sehr oft von dieser Landschaft voller Geheimnisse und vielleicht auch mit der Frage, wie ihr Leben dort weiter verlaufen wäre ... wenn es den Krieg nicht gegeben hätte.

Also bin ich zwei-seelig aufgewachsen: in der vorderen Reihe mit der westfälischen, während die ostpreußische Seele durch die Hintertür kam.

Meine Mutter und ich ... wir waren uns oft fremd, manchmal sehr nah und immer sehr ähnlich, obwohl gerade diese Ähnlichkeit uns beiden nicht gefiel.

Erst in den letzten Jahren habe ich diese inneren Ähnlichkeiten deutlich erkannt ... nun bin ich geworden, wie ich eigentlich nie wollte: ich bin wie meine Mutter. Zumindest zum großen Teil, denn den westfälischen Teil habe ich dadurch nicht abgelegt, sondern diesem einen ostpreußischen hinzugefügt.

Die ostpreußische Mentalität:

Sie wird durchaus widersprüchlich als bodenständig und weltoffen, genügsam und selbstbewusst, spröde und voller Witz, bewahrend und liberal, deutsch und multiethnisch zugleich beschrieben.

Die westfälische Mentalität: 

Westfalen sind eher melancholische, sentimentale Wesen mit katholischer Prägung, die aber durchaus zur Komik neigen. Jedoch nicht zur „Zwangslustigkeit“ der Rheinländer ... Der Westfale hingegen sei „tief melancholisch“, und deswegen ist das vielleicht auch alles langsamer in Westfalen.“ - Wiglaf Droste

Irgendwo dazwischen fühle ich mich im Innern beheimatet. Aber da jeder sich im Laufe des Lebens weiterentwickelt, bin ich nicht nur westfälisch oder ostpreußisch, sondern auch ich selbst.

Am Ende ist auch jeder ein Kind seiner Zeit, seiner Epoche.



Guten Tag, Gruß Silvia 


Sonntag, 23. Mai 2021

23. Mai 2021 - Interview zu Pfingsten ... mit dem Heiligen Geist



Interview zu Pfingsten ... mit dem Heiligen Geist


Ich: Es ist schon ein wenig eigenartig, mit jemandem zu sprechen, von dem ich nicht einmal weiß, ob es ihn gibt oder nicht ... ich bin Agnostikerin. Also eine von denen, die sich nicht festlegen wollen oder können. Dennoch freue ich mich auf ein kleines Gespräch mit dir, und ich möchte gern wissen, wie du dich als derjenige der Dreieinigkeit fühlst, den die Menschen am wenigsten auf dem Schirm haben.


Heiliger Geist: Ich weiß, denn wenn nicht gerade Pfingsten, also mein Fest wäre, würdest du auch nicht nach mir rufen oder mich gar befragen wollen. Vom Menschengedenken allein kann ich nicht existieren, denn auch die zwei, mit denen ich eine Einigkeit bilde, sind regelrecht vergessen worden in dieser Welt.


Ich: Dir wird die Gründung der Kirche zugeschrieben. Du kamst zu den Jüngern auf die Erde und hast mit ihnen in Jerusalem den jüdischen Schawuot begangen.


Heiliger Geist: Woran man sieht, ich bin zu Unrecht der vergessene Gott, obwohl Gott im allgemeinen heute vergessen wird, wenn die Menschen handeln. Sie brauchen uns nicht mehr. Nicht mich, nicht Gott-Vater, nicht Gott-Sohn. Dabei ist es doch wunderbar, gleich drei Götter zu haben

(der Heilige Geist lächelt),

weil man die Schuld hin- und herschieben könnte. Und es gibt viel hin- und herzuschieben, aber noch mehr Ablehnung.

Die Erde und ihre Bewohner sind uns leider aus dem Ruder gelaufen, und es war sicher nicht unsere beste Idee, sie zu erschaffen. Wir würden gerne an einem neuen Konstrukt arbeiten, aber irgendwie hängen wir Drei an euch Menschen. Ihr treibt es gern auf die Spitze, und das überrascht uns immer wieder ...

und an unseren düsteren Tagen glauben wir, dass wir eine Menge Fehler in die Menschheit eingebaut haben.


Ich: Du kannst also Selbstkritik.


Heiliger Geist: Eher sind wir nicht so eitel wie Menschen, und daher glauben wir nicht, alles richtig gemacht zu haben und in positive Bahnen gelenkt zu haben. Wir sehen unsere Fehler, und zweifeln hier und da unsere Allwissenheit an, die ihr Menschen in der Gesamtheit überhaupt nicht anzweifelt.

Oder hast du geglaubt, dass wir uns daran erfreuen, wie ihr euch gegenseitig zerstört, bekriegt und selbst im kleinsten Rahmen keinen Frieden finden könnt?


Ich: Wie schätzt du die Corona-Pandemie ein.


Heiliger Geist: Als Heiliger Geist kann ich sagen, dass dies nur der Hauch eines Hauches in der Ewigkeit ist, und ihr solltet daran wachsen, denn die Zeit fliegt auch für euch schnell ... wenn ihr auch oft denkt, sie dauert  ewig. Die wirkliche Ewigkeit gibt es in dem, was ihr Himmel nennt - und

(er lächelt mich direkt an)

dort ist auch Platz für Agnostiker, Zweifler und Atheisten. Wir sind schließlich nicht nachtragend - und haben euch lediglich den Glauben,

aber nicht die Gewissheit mit auf eure Wege gegeben. Aber an etwas zu glauben, fällt euch Menschen insgesamt sehr schwer. Ihr seid so unvollkommen. Im Rahmen sind wir das auch, sonst wäre uns das Projekt Erde nicht misslungen.


Ich: Wie verbringt ihr Drei Pfingsten?


Heiliger Geist: Wir werfen einen längeren Blick auf unsere Erde, und vor allem auf die Brennpunkte. Dann nehmen wir einen großen Wolken-Cocktail und berufen für eines der nächsten Jahrzehnte eine dringende Konferenz ein. Darin werden wir besprechen, ob wir an der Erde und der Menschheit noch etwas korrigieren können ...

aber das wird schwierig. Eine nachträgliche Korrektur hatten wir eigentlich nicht vorgesehen.


Ich: Eine Konferenz ist gut - aber muss es Jahrzehnte bis dahin dauern?


Heiliger Geist: Zeit ist relativ, und wir als Dreieinigkeit haben die Welt auch nicht an einem Tag erschaffen. Außerdem müssen wir sehr sorgsam vorgehen, sonst verschlimmern wir die Lage am Ende. Und ihr Menschen seid uns ja trotz allem ans Dreieinigkeits-Herz gewachsen.


Ich: Danke für dieses Interview. In ein paar Jahrzehnten bin ich ohnehin nicht mehr hier, sondern vielleicht dort, dort in deiner Nähe.


Heiliger Geist: Lass dich überraschen!


Guten Tag, Gruß Silvia 



Samstag, 22. Mai 2021

22. Mai 2021 - Das Traum-Ticket




Traum-Tickets


Seit über einem Jahr liegt das öffentliche, lustige und abwechslungsreiche Leben zum größten Teil so brach, dass manch einer sich in der hoffentlich erreichbaren Nach-Corona-Zeit erst einmal wieder in die Normalität zurückgewöhnen muss. Da wird so mancher mehr als nur Anfangsschwierigkeiten haben.

Daher gibt es nun die neue Initiative, wie sich jeder sehr sanft und äußerst behaglich auf dieses lange unbekanntes Leben zurückbesinnen kann:

Ein großer Veranstalter verkauft nun "Traum-Tickets". Die sind angelehnt ans wirkliche, allerdings länger zurückliegende Leben, in der schließlich auch jeder Mensch schlafen und träumen darf, muss, soll.

Durch die Traum-Tickets werden diese nächtlichen Erlebnisse potenziert und stark in die gewünschte Richtung beeinflusst.

So kann jeder die Nacht zum Fest oder zum Event seiner Wahl machen. Unterstützend bekommt jeder Ticket-Käufer den Zugang zu Podcasts, die ihn im Traum auf die richtigen und gewünschten Pfade begleiten. Individuell können sie angepasst werden, kosten dann

aber zusätzlich eine Gebühr pro Nacht.

Einfache Biergartenträume sind derzeit im Angebot, und die Nachfrage wächst und wächst. Galt früher für Träume, dass sie außerordentlich und inspirierend sein sollten,

sind nun (laut des Ticket-Verkäufers) die sonst völlig normalen Erlebnisse in den Träumen erwünscht.

Wer allerdings wünscht, George Clooney oder Johnny Depp in seinen Träumen zu treffen - je nachdem, ob man auf gute oder böse Jungen steht - muss trotzdem tief in die Tasche greifen. Nicht bekannt ist, welche Traum-Tickets Clooney oder Depp bereits erworben haben, aber vielleicht kann das Frau Normal-Verbraucherin dann in ihren Träumen erfahren.

Wer folglich bislang vergeblich auf einen Friseurtermin gewartet hat - kein Problem, in der Nacht ist einer frei. Inklusive Scherengeklapper, Föngeräuschen und der seichten Unterhaltung mit der Friseurin. Allerdings geschehen keine Wunder,

und wer am nächsten Morgen mit einem Moppkopp wach wird, der böser aussieht als der, mit dem er am Abend schlafen gegangen ist, kann sich nicht beim Ticket-Verkäufer beschweren. Derjenige sollte vielleicht eine kleine Traum-Zeit in der Whisky-Lounge eines Top-Hotels buchen, damit der eingebildete Kater den Schock über die morgendliche Frisur übertüncht.

Manch einer möchte nur von dem Geld träumen, das ihm während des Lockdowns flöten gegangen ist - auch dieser Traum-Wunsch ist zu erfüllen. Leider kann sich niemand von diesem Geld etwas kaufen. Es gehört dem Träumer nur für die Weile seines Traumes. Shit happens.

Ebenso sind andere Alltagsgelegenheiten buchbar: ein Besuch in einem Schwimmbad, Shopping bis der Geldautomat Alarm schlägt, und wer unbedingt mag,

kann sogar auf die letzte Beerdigung gehen, die er coronamäßig nicht besuchen durfte. Den Wünschen sind also keine Grenzen gesetzt,

nur der Wirklichkeit.

Die Preise für die Traum-Tickets sind gestaffelt nach den jeweiligen Bedürfnissen - und selbstverständlich kostet ein Johnny Depp, ein Friseurbesuch oder eben auch eine Beerdigung mehr als

ein Shopping-Erlebnis.

Wer allerdings diese Traum-Tickets nicht rechtzeitig bezahlt, dem drohen Albträume ... aber an die sind viele schließlich seit Lockdown-Zeiten ohnehin gewöhnt.


Guten Tag, Gruß Silvia 


21. Mai 2021 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Stuttgart bei John


Vorspeise:
Klassische englische Suppe
Hauptgang: Beef mit nordenglischem Touch
Nachtisch: Sticky-Pudding mit cooler Begleitung


England ist die Heimat der abgestandenen Ansichten
- Oscar Wilde (1854 - 1900)

Gut, dass dieser Spruch von Oscar Wilde und nicht von mir ist. Man kann mir höchstens ankreiden, dass ich ihn rausgesucht habe ... aber eine wirklich böse Absicht steckt nicht dahinter.

Das Bild mit einer Teekanne habe ich allerdings diesem Beitrag voran gestellt, um zu zeigen, wie schön solch ein Gefäß sein kann - dafür sind die gesammelten Teekannen, die in Johns Küche präsent sind, eher älter, aber langweilig weiß.

John stammt gebürtig aus Sheffield in England, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit seinem Sohn war der Film-Fan vor einiger Zeit bei den Filmfestspielen in Cannes, und ist sehr stolz darauf, wen er dort alles gesehen hat ... unter anderem Antonio Banderas. Ja, wer möchte ihn nicht einmal aus der Nähe sehen ... obwohl ... muss ja nicht sein.

Nun ist John selber eine Art "Film-Star". Klar, ein paar Nummern kleiner als Banderas, aber immerhin.

Stolz präsentiert John seine selbst gemalten Bilder. Zum Glück bin ich keine Kunstkritikerin und kann die Schätze außen vor lassen. Am Ende zählt schließlich der Spaß, den jemand an seinem Hobby hat.


Menü und Fazit

Das Resümee der Gäste zur Vorspeise lautet mehrheitlich: Es ist eine einfache Tomatensuppe.

Die Yorkshire-Pudding-Beilage zum Hauptgang verkauft John als in Deutschland und den Deutschen unbekannt (eben eine abgestandene Ansicht). Wenn ich bedenke, dass London nur eine Flugstunde von Düsseldorf entfernt ist ... und ich selber schon unzählige Male in England war ...

mir ist auch der Yorkshire-Pudding bereits über den Weg gelaufen, ohne dass ich im Vorfeld an etwas mit Vanille oder Schokolade gedacht habe.

Zusammenfassend ist diese Stuttgart-Woche freundschaftlich geprägt, und sieht man davon ab, dass Lars' Finger an der 7er-Bewertungstafel festgetackert sind, wurde durch die Bank hoch gepunktet.

Johns Punkte für sein Dinner: Je 9 von Ayleen und Sumita, 8 von Fabian, 7 von Lars.

Mit 33 Umdrehungen liegt John auf dem 3. Platz. Sumita gewinnt freudestrahlend die Show und 3.000 Euro.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen und natürlich frohe Pfingsten.

Nach alter Dinner-Tradition habe ich meinen Blog-Beitrag für Pfingsten bereits vorbereitet, werde ihn jedoch erst am Sonntag veröffentlichen.

Guten Morgen, Gruß Silvia

Freitag, 21. Mai 2021

21. Mai 2021 - Hier wird nicht gegendert ... ich mache diesen Unsinn nicht mit

Der sprachliche Tod in Symbolen



Ich werde nicht gendern ...

Gendern bedeutet "soziales Geschlecht", und dass sich Männer, Frauen und Diverse voneinander in körperlichen Merkmalen unterscheiden, ist selbstverständlich, gut erkannt, absolut akzeptiert - und dass sich Männer und Frauen in sozialen Ausprägungen unterscheiden, ist ebenfalls erkannt, legitim und wird überhaupt nicht bestritten.

Deutschland war einst das Land der Dichter und Denker. Inzwischen ist dieses Land auf dem Weg zu einer gegenderten Sprache, die noch im Nachhinein in jedes Gedicht von zum Beispiel Heine oder Goethe grätschen und Verse bis zur Unkenntlichkeit und Unlesbarkeit zerstören könnte.  Hoffentlich kommt niemand auf die krumme Idee,

alte Dichter und Denker entsprechend novellieren zu müssen.

In George Orwells Roman "1984" heißt diese neue Sprachordnung "Newspeak". Durch diese Art der Sprache sollen "sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten beschränkt und damit die Freiheit des Denkens aufgehoben werden".

Gestern habe ich zufällig ins Morgenmagazin von ZDF oder ARD reingesehen bzw. -gehört: Die Moderatorin hat brav gegendert, und

ich sah eine Schublade vor mir, die irgendwer einmal geöffnet hat, und die man nun nicht mehr verschließen kann.


Kann man nicht? Doch, ich kann!

Wenn ich jemanden zitiere, zitiere ich wahlweise einen Mann oder eine Frau - und es ist immer auch aus dem Text ersichtlich, ob ich einen Mann oder eine Frau meine.

Jegliches überflüssige und sprachlich irrelevante Gendern verwässert unsere Sprache bis hin zum Verludern,  und anstatt sich mit einem guten Wortschatz zu beschäftigen, soll man sich damit befassen, dass sich kein mögliches Geschlecht irgendwie benachteiligt

fühlt. Im übrigen fühle ich mich nicht benachteiligt, wenn ich unter "jemand" falle und nicht unter "jemandin" (egal, ob das jetzt die richtige Beugung ist, bekloppt ist sie auf jeden Fall).

Indem ich alle Geschlechter gegendert habe, habe ich am Ende längst vergessen, was ich eigentlich erzählen wollte ... weil ich nur noch damit befasst bin, mich korrekt auszudrücken.

Obwohl? Korrekt? Ist Gendern korrekt? Oder ist es nur eine Vergewaltigung unserer schönen Sprache?

Letzteres trifft zu: ich bekomme rundum eine Gänsehaut vor Unbehagen, wenn jemand in meiner Nähe sich kaum noch in den denkenden Griff bekommt, weil er damit beschäftigt ist, kein Geschlecht zu vergessen, zu verleugnen, zu benachteiligen ... und sich dabei selber jeder Sprachschönheit beraubt.

Irgendwann wird diese Sprachschönheit völlig in Vergessenheit geraten, wenn man (ja, ich weiß, aber ich schrieb ja, ich gendere nicht) nur noch mit korrekter Darstellung derselben beschäftigt ist.


Tod der Sprache

Das Sterben hat bereits begonnen ... im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zum Beispiel geht man vorreitend voran, nur keine genderische Beugung zu vergessen. Als nächstes werden die Behörden nachziehen müssen (oder haben sie das bereits verinnerlicht) , in schriftlicher Form sowieso ... was dazu führen wird, dass kein Empfänger amtlicher Schreiben diese überhaupt in das qualvoll wirklich Aussagende übersetzen kann.

Und demnächst steht unter Zeitungsartikeln, die in den sozialen Medien veröffentlicht werden, nicht nur:

Beachten Sie unsere Netikette ..., sondern auch

bitte gendern Sie, sonst müssen wir Ihren Beitrag löschen.

Somit sind wir wieder bei George Orwells "1984" - und der dort betriebenen Sprachmanipulation. Übers Unterbewusstsein dringt diese Manipulation in die waschbereiten Gehirne ein.


Nein zum Gendern

Auch die sprachliche Unversehrtheit, die erhalten bleiben muss, bringt mich dazu, mich dem Gendern keineswegs anzuschließen, sondern es nachhaltig abzulehnen.

In meinem Blog und auch überall sonst, wo ich schreibe oder mit Menschen spreche, werde ich diese neue Art der gedemütigten, deutschen Sprache nicht unterstützen.

Bei alledem möchte ich betonen: ich war immer schon in der vordersten Linie, wenn es um Gleichberechtigung ging ...

aber bei dieser scheinbaren Gleichberechtigung im sprachlichen Gebrauch bleibt mehr auf der Strecke als man gewinnt, viel mehr: Schönheit und Unvergleichbarkeit zum Beispiel.


Guten Tag, Gruß Silvia 


20. Mai 2021 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Stuttgart bei Sumita



Vorspeise:
Samosa mit Frucht, King Prawns in Kokos-Curry mit Naan, Raita
Hauptgang: Reis mal anders, Lammcurry Vindaloo, Bhendi
Nachtisch: Schoko mit Kick, Kalte Frucht, Coco


Sumitas Gewürzküche

Sumita hat eine frühkindliche indische Prägung, an die sie sich kaum noch erinnern kann: in Deutschland als Tochter einer Deutschen und eines Inders geboren, zogen ihre Eltern nach ihrer Geburt für vier Jahre nach Indien.

Die Mutter zweier Töchter ist seit beinahe 30 Jahren mit Matthias zusammen und viele davon mit ihm verheiratet. Als er die Bühne betritt, hat er offenbar keine große Lust, Sumita als Spülhilfe bei der Chaos-Beseitigung in der Küche zu helfen. Stattdessen schickt er Tochter Samira ein Zustandsbild, damit sie aus der Nachbarschaft zu Hilfe eilen kann. Ein Mann in einem Haushalt voller Mädels! Verwöhnt? Selbst Bailey, der kuschelige Hund, ist weiblich.

Von Matthias' Gesicht sieht man nicht viel, denn er hat sein Käppi weit ins Gesicht gezogen und zieht sich schnell wieder zurück. Und während Sumita herzliche und liebevolle Worte für ihren Mann findet, die in dem Begriff "Liebe" münden - meint er nur, dass sie gut kochen kann.

Unerschrocken stellt Sumita sich der Herausforderung "das perfekte Dinner".


Das Menü

Über die vielen von ihr verwendeten Gewürze verliere ich schneller den Überblick als sie sie mischen kann. Lediglich über die Verwendung von Kardamom wundere ich mich: ich benutze das aromatische Gewürz sehr oft, aber nur das Innere und nicht die harte Schale, wie Sumita es macht. Sie häckselt unter anderem die Schale mit - und ich denke zwangsläufig an "Plastikalarm" im Essen (auch, wenn es sich hier nicht um Plastik handelt). Anderen Menü-Bestandteilen fügt sie die ungeöffneten Kapseln hinzu, ebenso Nelken und ähnliches. Das sollen die Gäste sich bitteschön herausfischen.

Sumita hat Glück, dass niemand hierüber ein paar negative Wörter verliert.

Das liegt vielleicht an ihrem durchweg herzlichen Wesen. Sie ist die Menschen-Fischerin, von der man beinahe nicht glauben kann, dass sie auch einmal schlechte Laune haben könnte.

Witzig, aber als Kommentar überflüssig ist, dass John die im Nachtisch servierten Macarons zu französisch sind, diese ihm jedoch hervorragend schmecken. Welch eine Kritik-Dimension! - -Ich frage mich eher, woher die Macarons plötzlich ins Spiel kommen. Immerhin kann man sie in guten Konditoreien auch kaufen. Traue ich diese kleine Schummelei Sumita jedoch zu? - Ich weiß es nicht.


Fazit

Das Menü kommt durch die Bank positiv bei ihren Gästen an. Aus der Ansicht von vor dem Bildschirm kann ich die Speisen überhaupt nicht beurteilen, weil insgesamt die Gewürze eine Hauptrolle spielen ... und folglich kann man die Geschmäcker nun einmal nicht bis ins Kleinste erahnen.

Die Punkte: Je 10 geben Fabian und Ayleen, 8 John und 7 zückt Lars.

Gewöhnlich kann man 7 Punkte kaum beanstanden, denn die 7 ist seit jeher beim "Dinner" eine neutrale Größe. Vielleicht auch für einen, der sich für den Größten hält? Für Lars? Der neutral bleiben möchte, aber eigene Belange stets im Hinterkopf behält?

Mit 35 Umdrehungen liegt Sumita an der bisherigen Spitze dieser Runde. Dass es auch nach Johns Dinner-Abend so bleibt, wünsche ich ihr.

Guten Morgen, Gruß Silvia

Donnerstag, 20. Mai 2021

19. Mai 2021 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Stuttgart bei Lars


Vorspeise:
Zweifarbiges Kichererbsen-Duo auf crunchy Tomatenbett
Hauptgang: Orientalisches Gemüse-Duo an verdatteltem Lamm
Nachtisch: Fruchtiges „Fire and Ice“-Duo in den Zeiten der Mandelblüten


Ein Whisky pur - ein unverdünntes Glück!
- Rupert Schützbach (*1933)

Ich wollte, ich könnte das gleiche über diesen Abend bei und vor allem mit Lars schreiben ... aber mit einer rein subjektiven Ansicht dieses Abends komme ich leider zu einem völlig anderen Ergebnis.

Lars wohnt in einer schönen Wohnung, die interessant eingerichtet ist. In einer Vitrine stehen seine gesammelten Whisky-Errungenschaften, von denen er nur sehr sparsam hin und wieder ein wenig nippt. Mit seiner mit ihm frisch verheirateten Frau Barbara hat er vor einiger Zeit die schottische Whisky-Route bereist und hier und dort Halt gemacht, um eine Destille zu besuchen.

Ich kenne diese Route auch, aber Halt gemacht haben wir damals nur an einer Destille, der von Glenfiddich. Eintritt kostenlos, am Ende der Führung gibt es noch einen winzigen Whisky, damit der Rückweg fröhlicher wird. In einem Shop kann man allerlei rund um den Whisky und natürlich die Malt-Whiskies (verschiedene Jahrgänge) käuflich erwerben.

Im Gegensatz zu Lars' Abend ist solch eine Führung durch die Braugewölbe - trotz ausführlicher Erläuterungen - die reinste Erholung ...

Lars übernimmt von Anfang an die Hoheit über mindestens 135.610 Wörter, die er monoton herunterraspelt, als würde er in einer Kirche als katholischer Pfarrer die Sonntagspredigt halten. Unterdessen schlummern alle Schäfchen, die überhaupt noch eine Messe besuchen, einem tiefen Traum entgegen ...

Der Unterschied zwischen Fabian, der am Montag ebenfalls viel geredet hat, und Lars: Fabian spricht lebendiger, Lars' mag ich irgendwann überhaupt nicht mehr zuhören ...


Das Menü

ist angelehnt an Lars' Krimi-Dinner, das er vor einiger Zeit mit Freunden zelebriert hat. Der zugrundeliegende Krimi spielt in Ägypten, so dass sich das Orientalische in seinem Menü erklärt.

Die Vorspeise wird von allen Gästen hervorragend bewertet, Ayleen würde dieser satte 10 Punkte verleihen.

Leider geht es - für die Gäste - bereits im Hauptgang bergab: nur die Dattelsoße schießt hochgelobt aus dieser Chose hervor.

Und hätte der heutige Kandidat nicht so viel gequasselt ... wer weiß, vielleicht wäre ihm das Nachtisch-Eis geglückt und nicht als Pfützen in den Schälchen gelandet.


Fazit

Ich könnte jetzt selber einen schottischen Whisky vertragen ... aber ich habe leider keinen im Haus. Neben mir steht nur meine Wasserflasche, durch dessen Inhalt ich zumindest einen kühlen Kopf bewahre.

Verständlich ist es, wenn man in diesem Lockdown nicht viele Möglichkeiten hat, zu reden, zu sprechen, sich auszutauschen ... und dann überschwappt, wenn man endlich einmal wieder zu Wortschwallen greifen darf. Aber Lars kennt nicht die Grenze zwischen Reden und sinnlosem Dauer-Geschwafel.

Die Punkte:
Je 7 geben Fabian und Ayleen, 8 Sumita und mit einer 9 belohnt John den Dinner-Abend.

Mit 31 Zählern liegt Lars gleichauf mit Ayleen, wird aber von Fabian übertroffen.

Einen puren kleinen Whisky spendiert Lars übrigens nicht. Man muss seine Schätze eben hüten!

Ich nehme einen kräftigen Schluck Wasser, als sei meine Kehle vom vielen Reden rau, denn ich feiere das Ende dieser Lars-Show.

Guten Morgen, Gruß Silvia

Mittwoch, 19. Mai 2021

18. Mai 2021 - Vox - Das perfekte Dinner -Dienstag in Stuttgart bei Ayleen


Vorspeise:
Safranrisotto mit Riesengarnelen und Zitronengras-Espuma
Hauptgang: Rinderfilet mit Ravioli
Nachtisch: Schokoküchlein mit flüssigem Schokokern an Tonkabohneneis und Mango


Das politische Theater in Stuttgart: "Auf einen Darsteller kommen 4 Souffleure"
- Autor Unbekannt

Diese Sendung ist zwar nicht politisch, aber Politik, das pralle Leben und die Wettbewerbe ähneln sich, da überall Menschen beteiligt sind. Am Ende kommen Ergebnisse heraus, die man nachvollziehen kann oder die eher "zum Hände über dem Kopf zusammenschlagen" sind. Nicht ganz so dramatisch, aber auch nicht ohne Frage bleibt die Bewertung von John: gestern gab er 7 Zähler, und für das heutige Menü (das ziemlich offensichtlich nicht so gut wie das gestrige ist) schenkt er 8 Umdrehungen an die hübsche Gastgeberin. Liegt im Hübschen eventuell diese Diskrepanz? Ich weiß es nicht.

Ayleen (28) lebt nicht völlig allein in ihrer Wohnung, sie hat zwei Stubentiger. Allerdings entschuldigt sie sich beinahe für diese ... sie hätte die Katzen seit ihrem 12. Lebensjahr (und längst die Lust und die Freude an ihnen verloren?) ... heute seien sie bei ihrem Vater zwischengeparkt.

Ihr Vater hat Ayleen allein großgezogen, weil die Mutter sie und ihren Mann verlassen hat.

Vielleicht mag sie ja deshalb keine Vögel und hat sogar eine Phobie gegen die fliegenden, wegfliegenden Tiere? Besonders suspekt sind ihr Tauben und Möwen ... also kein Mitleid seitens Ayleen für die ärmsten Geschöpfe, die Tauben.

Ich hoffe, sie hat zumindest ein bisschen Liebe für ihre Katzen.


Das Menü

Natürlich essen nicht alle Dinner-Zuschauer jeden Tag Rinderfilet und Schokokuchen mit einem flüssigen Kern, aber vor dem Bildschirm kommt langsam eine Übersättigung genau dieser Menü-Bestandteile zustande ...

obwohl sie selbstredend punktsicher sind. Damit das Filet zusätzlich gelingsicher ist, muss es in den beinahe schon üblichen Swimming-Pool seiner Rosigkeit entgegen dümpeln. Hier und da habe ich schon mal gehört, dass diese Garmethode das Fleisch lebrig schmecken lässt.

Eine Soße fehlt komplett zum Rinderfilet und den Ravioli.

Schokokuchen zum Nachtisch und dann auch noch mit einem flüssigen Kern - nichts für mich (aber ich darf zum Glück keine Punkte vergeben) und zweifach überflüssig: Kuchen als Dessert und dann auch noch warme, flüssige Schokolade. Nein Danke.


Fazit

Auf Anfrage des Interviewers, den alle Kandidaten bereits seit Anbeginn dieser Show "Daniel" nennen müssen (weil der Kommentator der Sendung Daniel Werner heißt), haben die Teilnehmer heute viel gegenseitige Schmeicheleien füreinander. Wie schön, wenn Menschen einander so schnell einordnen und beschreiben können ... ich kann das nicht. Ich brauche dazu viel, viel mehr Zeit.

Zum Menü gibt es heute mehr Kritik als gestern. Aber die Punkte sind lieb und fair:

Je 8 geben Fabian, John und Sumita, 7 gibt Lars.

Mit 31 Zählern liegt Ayleen hinter Fabian.

Guten Morgen, Gruß Silvia