Montag, 31. Januar 2022

30. Januar 2022 - ARD - Polizeiruf 110 (aus Brandenburg) - Hildes Erbe


Adam Raczek: Lucas
Gregorowicz
Vincent Ross: André Kaczmarczyk
Emma Grutzke: Ada Philine Stappenbeck
Ulf Grutzke: Lars Rudolph
Hilde Grutzke: Tatja Seibt
Sandra Böttcher: Isabel Schosnig
Wolfgang (Wolle) Neumann: Fritz Roth
Karol Pawlak: Robert Gonera
Wiktor Krol: Klaudiusz Kaufmann
Dr. Marian Kaminski: Tomek Novicki
Basti Grutzke: Oskar Böckelmann


Polizeiruf 110
Hildes Erbe

Es jubeln schon mal all die Zuschauer, die zum Glück keine derart kaputte Familie aufweisen müssen, wie sie heute im Fokus der Ermittlungen steht. In dieser Sippschaft stimmt überhaupt nichts: allen voran marschiert die brutale, ordinäre und egomane Hilde, die durch Erbschaft - und nicht harte Arbeit - eine beträchtliche Summe in den Fingern hält: über 800.000 Euro.

Vincent Ross kommt frisch von der Polzeischule (Polizei-Kindergarten nennt Adam das), und zieht in eine Wohnung in einem sehr heruntergekommenen Haus. Basti Grutzke hilft ihm noch beim Tragen, eine letzte gute Tat, die eigentlich kaum zu dem Familien-Psychogramm passt - und kurz darauf liegt er in seiner eigenen Blutspur, von der man annehmen könnte, dass die mehr Volumen hat als die durchschnittlichen 6 Liter. Nun ist er leer und tot.

Adam hält den neuen Kollegen zunächst nur für einen Zeugen - bis dieser seinen Dienstausweis mit einem wenig Genugtuung vorzeigt. Wie Adam mit der queeren Persönlichkeit des neuen Kollegen zurechtkommt, wird sich in den nächsten Folgen zeigen. Allerdings passen die sehr gegensätzlichen Kommissare perfekt zueinander, wenn sie auch nicht die gleichen persönlichen Ausgangspositionen haben und auch nicht aus derselben Generation stammen. Falls jemand Adam von seiner Tablettensucht wegbringen kann ... dann sicher Vincent, der auch Psychologie bis zum Bachelor studiert hat - und die ruhigste, reflektierteste und beruhigendste Person ist, die man sich vorstellen kann. Er ist eine absolute Bereicherung im Kollegenkreis der Tatort- und Polizeiruf-Kommissare.

Damit die Zuschauer bis zum Ende des Krimis ein bisschen Abstand von der schrill-lauten Hilde nehmen und verschnaufen können, wird sie mittendrin ermordet. Vergiftet. Das Gift wurde Tage zuvor in ihren Medikamenten gelagert ...

Einen Moment denke ich, dass Basti die Oma und die Oma zuvor Basti ermordet hat. Die körperlichen Gewaltbereitschaften und -fähigkeiten hatte die alte Dame, sorry: Furie, durchaus.


Auflösung

Basti, dem es um das Geld seiner Oma Hilde ging, hat tatsächlich ihre Tabletten mit Rattengift kontaminiert. Zudem hat er ihren letzten Willen zu seinen Gunsten gefälscht. Außerdem plagte ihn die Angst, dass die Altenpflegerin (die einzige Person, die von Hilde wie ein menschliches Wesen behandelt wird) sich das Erbe unter den Nagel reißen könnte.

Aber wenn Hilde auch den Wunsch hatte, den Enkel zu eliminieren, und auch über die entsprechende Brutalität verfügte; sie hat ihn nicht ermordet. Wohl eher nur ein Zufall.

In den Fokus gerät auch Bastis Vater, der lange auf der Straße gelebt hat. Er wird hier als ein bedauernswerter Trümmerhaufen der Erziehung seiner Mutter Hilde dargestellt.

Die einzige Person, die Basti über alles geliebt hat, wird zu seiner Mörderin: seine traumatisierte Schwester Emma. Sie wirkt völlig desolat und unzurechnungsfähig. Als Basti sich von ihr lösen will, wirft sie mit einen Gegenstand nach ihm.

Traurig schlurft Ulf Grutzke am Ende mit zwei Plastiktaschen, gut gefüllt mit über 800.000 Euro davon ... die vielleicht tragischste Gestalt in diesem Krimi. Vielleicht kriegt er noch die Kurve aus seinem bitter-armseligen Leben.


Fazit

Die Einführung einer queeren Persönlichkeit gelingt besonders gut, denn insgesamt ist Vincent von allen agierenden Hauptakteuren der normalste. So soll es sein, auch, wenn es nicht immer diese Überspitzung benötigt.

Wer möchte nicht lieber 10 queere Charaktere in seiner Umgebung oder Familie haben als eine einzige Hilde?

4 von 5 möglichen Sternen von meiner Seite.

Fast würde ich behaupten: gut, dass Hilde tot und Emma in der geschlossenen Psychiatrie ist. Das gibt der Welt ein wenig mehr Sicherheit.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Samstag, 29. Januar 2022

29. Januar 2022 - Die verlorenen Stimmen ...




Die verlorenen Stimmen ...

Man erwacht aus einem Traum und versucht sich krampfhaft, an ihn zu erinnern ... mal greift man in Gedanken ein Stück des Inhaltes, aber das Detail verschwindet sogleich wieder ... die Erinnerung ist dahin. Das einzige, was man noch weiß, ist, dass der Traum wunderschön war.

Ebenso ergeht es mir mit den Stimmen meiner verstorbenen Lieben. Es gibt Momente, da glaube ich, sie im Ohr zu haben,

aber dann verflüchtigen sie sich wie im Nebel.

Ich bin sicher, jede einzelne Stimme unverzüglich und irrtumsfrei zu erkennen, wenn die Betreffende oder der Betreffende zu mir sprechen würde ... was natürlich nicht passiert. Aber warum bekomme ich diese Stimmen

nicht in meine Gedanken hinein? 

Insgesamt erkenne ich Stimmen viel eher wieder als Gesichter, und das bezieht sich auf alle Menschen: manche, denen ich flüchtig begegne und ein paar Worte mit ihnen wechsel, andere, die ich im TV sehe, deren Gesichter mir aber nichts sagen ...

Die anderen Äußerlichkeiten vergisst man nicht. Das mag aber auch daran liegen, dass man Fotos von ihnen besitzt ... würde man ohne diese auch ihr Aussehen vergessen?

Und wieviel Ähnlichkeiten und mit wem (ohne Fotos) würde ich dann in einem Spiegel entdecken?

Ein paar Stimmen habe ich in Video-Kamera-Filmen konserviert, aber ich müsste mir die Kassetten überspielen lassen ... und genau das möchte ich nicht. Filme zeigen einem viel deutlicher, was man verloren hat,

als dies Fotos können.

Die mir noch etwas präsentere Stimme ist die meiner Mutter, die in 2010 verstorben ist: es ist vielleicht auch eine Zeitfrage, wie lange es her ist, als man diese Stimme zuletzt gehört hat.

Ich höre ihre Stimme in meinem Kopf immer wieder mal, wenn ich mich darauf konzentriere, nicht einfach aus dem Blauen, aber aus dem Bedürfnis heraus, sie für einen Moment zurückzuholen.

Die meisten anderen Stimmen habe ich gänzlich und wohl für immer verloren. So wie ich auch die meiner Mutter  eines Tages nicht mehr erinnern werde. - Wie klangen mein Vater, mein Bruder, mein Onkel, meine Oma oder meine Freundin Inge, die sich - so jung - das Leben genommen hat? Ich wollte, ich würde diese Stimmen

noch einmal hören dürfen.


Guten Tag, Gruß Silvia 

 

28. Januar 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Hannover bei Jens


Vorspeise:
Rote-Bete-Salat
Hauptgang: Kabeljau auf Salsicciaboden und Rote-Bete-Sticks
Nachtisch: Rote-Bete-Eis, Schokoladeneis und Rosmarin-Speckwaffel



Welch ein Luxus, mehr Gedanken zu haben
als man braucht.
© Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger (*1939)

An jedem Freitag darf der Kandidat kochen, der mit seinem Ambiente das meiste für die Augen zu bieten hat. Jens, der Projektentwickler, lebt in einer Super-Hütte. Und natürlich ist es alles andere als nur eine Hütte. 300 Quadratmeter, 10 Zimmer. Genug Platz also für Jens, seine Frau, zwei Kinder und einen Hund sowie eine Katze.

Eine Showtreppe führt beidseitig zum Eingangsbereich. Da hätte der Regisseur am Ende die Gelegenheit gehabt, einmal alle "Daniels" hinunterflanieren zu lassen, um diejenigen dem Publikum vorzustellen, die diese Sendung auf Kurs bringen. Gelegenheit verpasst.


Das Menü

Falls Jens mal selber kochen muss, wird er nicht verhungern.


Fazit

Eine ruhige, unspektakuläre Woche neigt sich ihrem Ende entgegen. Potenzial für unruhige Momente gab es nicht, die fünf Männer verstehen sich untereinander so gut, wie man sich eben verstehen kann, wenn man sich kurz und oberflächlich kennt.

Es gab und gibt nur einen winzigen Aufreger (für manche Zuschauer): Sebastians Finger sind an der 7er-Tafel festgetackert. - Als Taktieren würde ich das allerdings nicht bezeichnen, denn auch die 7 ist eine gute Bewertung und bewegt sich im Rahmen von Freundlichkeit - und spricht keineswegs dafür, dass ihm die Menüs der Mitstreiter nicht geschmeckt haben.

Die Punkte für Jens: Je 8 geben Maurizio und Uwe, je 7 Tim und Sebastian.

Mit 30 Zählern kann er Sebastian (38 Punkte) nicht schlagen. Norddeutsch-emotional nimmt der Sieger es gelassen hin, dass er sich nun bald über 3.000 Euro mehr auf seinem Konto freuen darf.

Mir wird besonders Maurizio in Erinnerung bleiben, der sich mit seiner gleichbleibenden Freundlichkeit hervorgetan hat ... aber es ist so eine Sache mit der Erinnerung, denn sie geht meistens schnell verloren.

Was mir nicht verloren geht, sind meine allwöchentlichen Wünsche an meine Leser: euch ein wunderschönes Wochenende.

Mehr Gedanken-Luxus habe ich am heutigen Morgen nicht.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Freitag, 28. Januar 2022

28. Januar 2022 - Eine traumhafte Vorstellung ...





Eine traumhafte Vorstellung

... die natürlich ausgesprochen naiv gedacht ist, aber manchmal muss man das Märchenhafte hervorheben, wenn man ansonsten in der rational und oft kühlen Realität lebt. Meinen Blog habe ich einst begonnen, weil ich über eine gewisse TV-Sendung berichten wollte,

doch inzwischen hat sich der Blog längst verselbstständigt - und die Beiträge übers "perfekte Dinner" machen zwar Spaß, aber wichtiger sind mir viele andere Beiträge. Zum Beispiel auch "Mein Hundesohn Robin" - die Geschichte Robins, den ich seit seiner 9. Lebenswoche in meinem Leben hatte.

Oder "Bienchens Geschichte" - und wie sie über die Krankheit und den Tod meiner Mutter hinweg bei mir in 2010 ein neues Zuhause gefunden hat.

Robin (13. Januar 2004 bis 6. September 2019)
Bienchen (13. Oktober 2003 bis 25. Januar 2021)

Vor ein paar Tagen war Bienchens 1. Todestag. Nicht nur an diesem Tag lasse ich das gemeinsame Leben mit diesem liebenswerten, zickigen und willensstarken Mädchen an mir vorbeiziehen. Die Gedanken an sie und Robin kommen, wie sie wollen und sitzen fest in meinem Kopf.

Nach Robins Fortgang von dieser Welt ist nun auch Bienchen seit einem Jahr nicht mehr bei mir. Im Gegensatz zu Robin

hätte sie, gäbe es ein Leben nach dem Tod, dort - im himmlischen Nachhinein des Irdischen - jemanden, der sie seit 2010 bereits dringend erwartet: meine Mutter.

Und ich sehe Bienchen nun neben meiner Mutter sitzen, beide wieder jung und fröhlich und unbeschwert - und sie sehen mir zu und lächeln mich an oder auch über das, was ich ohne sie auf der Erde treibe - und spüren, wie oft ich an sie denke.

Wie glücklich muss meine Mutter sein, wenn sie nun nicht nur Bienchen (und ihre Vorgänger-Hunde) neben sich auf einem wolkenähnlichen (naive Vorstellung, klar) Gebilde sitzen hat,

sondern auch Robin. So wie ich, als sie starb, damals ihr Bienchen adoptiert habe - hat sie nun Robin adoptiert,

der sonst ganz allein im Himmel auf mich warten würde ... nun ist niemand von ihnen allein.

Das wäre wirklich eine traumhafte Vorstellung - auch eine tröstende.

Vielleicht wissen wir wissbegierigen und alles enthüllende Menschen auch nur deshalb so wenig über das, was nach dem Tod geschieht,

weil es sonst keinen mehr auf dieser oft kalten und komplizierten Welt halten würde ...?

Eines Tages sind wir alle klüger.

Oder die Hoffnung auf diese beste aller Welten stirbt mit uns mit - und wir befinden uns in einer Niemands-Welt.


Guten Tag, Gruß Silvia 



27. Januar 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Hannover bei Tim


Vorspeise:
„Hochlandgarten“: Ziegenkäse-
Feigen mit digitalem Honig auf einem Minigarten essbarer Blumen und Microgreens
Hauptgang: „Herbstliches Küsten-Gulasch“: Herbstgulasch von Behrensdorfer Hochlandrindern an Kürbis-Gnocci
Nachtisch: „Kürbis mit Knacks“: Hokkaido-Crème-Brûlée mit karamellisierten Kürbiskernen und Pflaumenkompott an Korn


Werbung:
Steter Tropfen füllt den Kopf.
© Walter Ludin (*1945)

Vielleicht meckern heute sogar die Ziegen auf der Weide ...

Tim ist selbstständig und nennt seine Firma "Virtual Reality", und wir als Zuschauer bekommen einen Einblick in sein "Schaffen". Offenbar ist seine Wohnung voll durchdigitalisiert, und darüber hinaus könnte man denken, die Beziehung zu seiner Freundin

Laura würde der sogenannte "Tele-Präsenz-Roboter" am Leben erhalten und im Notfall auch kitten: ein Fußteil, an dessen Ende eine lange Stange den Körper simuliert, ist mit einem Bildschirm gekrönt, über den sie mit Tim an diesem Abend (manchmal) kommuniziert ...

und später auf eine peinliche Art sogar noch die Gäste begrüßt. Die Gäste hingegen finden es lustig, was ich natürlich erwähnen muss, denn meine sehr subjektive Meinung ist selbstverständlich nicht das Maß aller Dinge.

Gut, dass ich mich nicht von dieser Stunde Werbung im Vorabendprogramm beeinflussen lasse, und noch so viele stete Tropfen nicht meinen Kopf füllen.

Im Gegenteil wächst meine Abneigung gegen dieses Über-Digitalisierte. Und so kann ich sagen, dass mir am heutigen Abend

einzig seine analoge Waage gefällt. Klar, das ist wenig für eine lange Sendung ... aber mehr Hinwendung habe ich heute nicht zu bieten.


Das Menü

Selbst der Honig ist digitalisiert; vielmehr sind es die Bienen, die rundum überwacht werden. Es gibt also bereits Völker, die unter der völligen Kontrolle eines Oberbefehlshabers stehen. Bekloppt!

Der Gulasch hingegen ist platt von seiner Bearbeitung durch Tim und muss sich am Ende durch ein ausgetrocknetes, soßenloses Jammertal schlagen.

Meine Bewertung: Tim muss dringend einen Koch-Roboter kreieren und programmieren.


Fazit

Wie bereits gestern erwähnt, hat er einen Türöffner-Chip unter der Hand-Haut implantiert. Unter der rechten Hand ist seine Konto-Karte völlig, ich sage mal, fehl am Platz.

Vielleicht wünscht er sich eher einen Hund als ein Kind, weil man Hunde nicht nur chippen kann, sondern sie auch chippen soll. Allerdings möchte ich nicht wissen,

welche digitalen Möglichkeiten eines Chips außer dem üblichen mit einer Nummer, die auf die Daten des Halters verweisen, ihm dann in den digital-kreativen Sinn kämen.

Immerhin weiß Tim, dass er nicht kochen kann - Werbung liegt ihm eben näher, viel näher. Und die Volldigitalisierung des Umfeldes. Vielleicht lebt er auch gar nicht mit Laura zusammen, sondern in einer digitalen Fernbeziehung.

Vielleicht gibt es Laura überhaupt nicht ...

Was es gibt, sind Punkte, denn die sind unvermeidlich - und die Gäste halten die Old-School-Karten dafür nach Gutdünken in die Höhe. Hier in aller Einigkeit: Je 7 Zähler geben Maurizio, Uwe, Sebastian und Jens.

Werbesendung geglückt?
Oder hat diese Werbesendung eher einen abschreckenden Effekt?


Guten Morgen, Gruß Silvia

Donnerstag, 27. Januar 2022

26. Januar 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Hannover bei Sebastian

"Aromareise"
Vorspeise:
Curry / Crunch / Frucht
Hauptgang: Karree / Ingwer / Thymian / Stampf / Gemüse
Nachtisch: Zimt / Joghurt / Orange


Das Leben ist ein wenig wie ein Pokerspiel

... manchmal muss man gute Karten in der Hand haben, manchmal gut bluffen können und nie sein Pokerface verlieren dürfen. Aber in der Kategorie Poker kennt Sebastian sich aus, mir liegt jedes Spiel fern, ob man mehr Glück oder Können benötigt .... oder ob Schummeln am besten hilft.

Sebastian hat früher Profi-Poker gespielt und es als Teilnehmer bis nach Monaco geschafft: ob das eine gute Adresse für den Poker ist oder nur eine Zwischenstation nach ganz oben ... ich habe keine Ahnung.

Mit Matthias zusammen, der heute seine Schnibbelhilfe gibt, hat er Handball gespielt, und überhaupt liebt er es, sportlich unterwegs zu sein.

Beste Voraussetzungen für die Teilnahme am "perfekten Dinner". Den nötigen Ehrgeiz besitzt Sebastian und lt. eigener Aussage kann er "nicht gut verlieren".

Wird er vermutlich auch in diesem Spiel nicht: das Ergebnis ist gewinnermentalitätsgeeignet.


Das Menü

Nicht wenige Teilnehmer an diesem Format lieben es, ihre Speisekarten zu verschlüsseln, und da bildet Sebastian keine Ausnahme.

Die Vorspeise besteht aus Frühlingsrollen und einer Ananas-Mango-Bananen-Ingwer-Curry-Suppe. Mochte er in dieser drögen Aufzählung wohl auch nicht gerne auf die Karte schreiben ... Mich irritiert, dass er den Ingwer derart genau abwiegt, dass er sogar noch ein kleines Fitzelchen von der Knolle abschneidet, um das "erlaubte" Gewicht von 50 Gramm nicht zu überschreiten.

Wie die Suppe schmeckt, kann ich mir nicht vorstellen: ich mag nicht gern Ananas und Bananen ...

Für den Nachtisch höhlt er Orangenhälften aus und füllt sie mit Gewürz-Joghurt. Sieht hübsch aus, ist aber eher unspektakulär.


Fazit

Der Alkoholkonsum vom Vortag bei Horst lastet offenbar auf den Kandidaten, denn Stimmung kommt nicht wirklich auf. Auch ich, obwohl ich weder am Vortag noch heute Alkohol zu mir nehme,

werde erst wieder munter, als Tim von den Chips unter seiner Fingerhaut erzählt. Gibt es so etwas wirklich schon?

Der eine Chip fungiert als körpereigen gewordene Kreditkarte, mit der er bezahlen kann, der andere

als Türöffner.

Die Kreditkarte unter der Haut könnte völlig neue Perspektiven für Verbrecher eröffnen: gewiefte Interessenten an dem Geld anderer Leute könnten seine Finger scannen ... und sein Konto leerräumen. Eine völlig neue Generation an Verbrechern mit entsprechenden Ausrüstungen könnte hier heranwachsen. - Da nützt es dann rein gar nichts mehr, auf manchen als gefährlich eingestuften Wegen auf die Mitnahme von Bargeld und Wertgegenständen zu verzichten ...

Mir fiele - da ich manchmal Kurz-Krimis schreibe - dazu noch ein, dass man auch den FInger abhacken könnte ... eine gruselige Vorstellung.

Ich hoffe, Tim hat nur einen dummen Witz gemacht und diese Errungenschaft entspringt seiner Phantasie. Aber: möglich ist heute beinahe alles ...

Die Punkte bekommt Sebastian ohne Zuhilfenahme diverser Finger, sie kommen aus den vollen Händen: Je 9 geben Uwe und Jens, je 10 Maurizio und Tim.

Mit 38 Gesamt-Zählern ist er kaum noch zu schlagen. Von dem dann errungenen Geld könnte er sich endlich etwas Besseres kaufen als Sahne von Rama - und er könnte einen Soßenkurs besuchen, in dem ihm gezeigt wird, wie man ohne Soßenbinder eine vorzügliche Flüssigkeit herstellen kann.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Mittwoch, 26. Januar 2022

25. Januar 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Hannover bei Uwe


„Uwes
Herbstbeben“
Vorspeise: „Erde meets Baum“
Hauptgang: „Rind meets Friesische Palme“
Nachtisch: „Arm meets Reich“


Fleisch, Fußball und Schlager

Am Dienstagmorgen im Autoradio: dort, wo eigentlich Musik laufen sollte, schickt der Sender den konservierten Streit zweier Furien über die Wellen. "Zwei erwachsene Frauen", sagt der Moderator, "Stimmen aus dem Dschungel-Camp."

Die erwachsenen Frauen klingen wie Raketen, die es nicht durch die End-Kontrolle geschafft haben, aber trotzdem hoch hinaus wollen. Am Ende fehlt wohl nur noch ein kleiner Funke für die brennenden Lunten, bevor das Verbale ins Körperliche übergeht ...

Wie friedlich ist hingegen dieser Dienstagabend bei Uwe, denn die fünf Männer werden sich kaum auf eine unterirdische Art artikulieren. Auch nicht, dass Uwe Fan von Bayern München ist (Uwe: "Logisch" - Wie bitte!) oder Uwes Herbstbeben eine

Hommage an Helene Fischer ist, die offenbar einst an "Herzbeben" gelitten hat - und diesen Kitsch hoffentlich überwunden hat -

kann die anderen Jungs erschüttern.

Beim Schreiben des Namens H. F. bekomme ich allerdings leichte Herzrhythmus-Störungen ... Und Bayern München? Schwamm drüber.

Mit Hilfe seines Sohnes Max zieht Uwe sein Koch-Ding durch. Und ich komme wieder runter ...


Das Menü

Ich brösel das mal auf, denn seine Beschreibung in drei Gängen könnte ebenfalls aus einem Fischer-Lied stammen:

Vorspeise: Kohlrabi- und Apfelscheiben mit einem Topping auf Pastrami (hier: geräuchertes Roastbeef)

Hauptgang: Flanksteak, Grünkohl, Kürbis.

Nachtisch: Kartoffel-Puffer. Die süße Variante mit Apfelkompott, die herzhafte mit Lachs.

Der Nachtisch verdient den Begriff "Dessert" allerdings kein bisschen: der Abschluss eines Menüs soll süß sein (oder käsig), aber nicht fischig.


Fazit

Vielleicht will Uwe sich mit seinem Dessert von anderen "Köchen" absetzen und sein eigenes Ding durchziehen. Vielleicht gelüstet es ihn selber nach dem Einverleiben von viel Fleisch nach Fisch? Weil man diesen Geschmack zum Nachtisch nicht erwartet, könnte er irritierend wirken und die Geschmacksknospen negativ beeinflussen.

Lecker sieht der unter dem falschen Begriff firmierende Nachtisch auch nicht aus.

Die Punkte: 9 gibt Tim, je 8 Maurizio und Jens, 7 ist Sebastian das Menü wert.

Mit 32 Umdrehungen steht Uwe auf dem bisherigen 1. Platz, aber nach oben hin ist noch alles offen. Auch der Musik- und Fußball-Geschmack könnte sich weiterentwickeln - und am Ende meine Zustimmung, auf die es zwar überhaupt nicht ankommt, gewinnen.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Dienstag, 25. Januar 2022

24. Januar 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Hannover bei Maurizio


Vorspeise:
Parmigiana mit Focaccia
Hauptgang: Saltimbocca mit Polenta und Fenchelsalat
Nachtisch: Tiramisu mit Baci di dama




Es gibt drei Geschlechter: Männer, Frauen und die Märchen darüber…
© Elmar Kupke (1942 - 2018)

Der Spruch stammt aus der Zeit, bevor gegendert wurde - und ich gendere grundsätzlich nicht.

An eine frühere reine Männerrunde in dieser Sendung habe ich keinerlei Erinnerungen: es gab schon öfter die Besetzung: 4 Frauen und 1 Mann oder umgekehrt 4 Männer und 1 Frau. Zumindest ist die Männer-Auftaktsendung schon einmal ziemlich unspektakulär.

Mir gefällt eine gemischte Gruppe besser - aber das Ergebnis und das Fazit aus dieser gerade angefangenen Woche steht schließlich noch aus. Vielleicht wünsche ich mir am Ende: immer wieder fünf Männer!

Maurizio hat es sich ausdrücklich gewünscht, an einem Montag zu kochen, und da dieser als Koch-Tag eher unbeliebt zu sein scheint, wurde ihm diese Bitte erfüllt. Der Halbitaliener und Halbdeutsche fühlt sich als Familienmensch. Um das Tiramisu-Familienrezept zu besprechen, hat er zuvor noch einen Onkel kontaktiert ... viel Engagement für das, was am Ende dabei herauskommt, nämlich ein Tiramisu ... ein Tiramisu ...

Seine eigene kleine Familie besteht aus seiner schwangeren Frau Cathrin und einer 3jährigen Tochter. Und: sind wir nicht alle mehr oder weniger Familienmenschen? Oder andersrum: wer würde in einer TV-Sendung schon sagen, dass er mit "Familie" nichts am Hut hat?


Das Menü

steht weitgehend oben beschrieben: Baci di dama sind Haselnusskekse, und die Vorspeise besteht aus einem Auberginen-Auflauf.

Alles ist sehr unspektakulär. Was würde Maurizio, der lt. seiner Frau sonst gern die Kandidaten von seiner Vor-dem-Bildschirm-Position aus heftig kritisiert, zu seinem eigenen Dinner sagen? 7 bis 8 Punkte würde er sich geben.

Meine Vor-dem-Bildschirm-Meinung: mit diesen reduzierten Kochkenntnissen würde ich mich nicht in eine Sendung, die Kochen im Titel hat, trauen.


Fazit

Generell machen die Sendungen des "perfekten Dinners" allerdings Mut, sich auch mit komprimierten Kenntnissen für Auftritte an Herden und Töpfen und Pfannen zu bewerben.

Die fünf Männer müssen sich allerdings noch warm laufen. Die heutige Ausgabe ist verhalten und geht eher in Richtung: langweilig.

Die Punkte sprechen von Einig-, aber auch von Freundlichkeit: je 7 geben Jens, Uwe, Sebastian und Tim.

Generell ist eine Mischung zwischen männlichen und weiblichen Teilnehmern interessanter und könnte hier und da da fehlende Salz in den Speisen ersetzen.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Montag, 24. Januar 2022

23. Januar 2022 - ARD - Tatort Saarbrücken: Das Herz der Schlange



Leo Hölzer – Vladimir Burlakov
Adam Schürk – Daniel Sträßer
Esther Baumann – Brigitte Urhausen
Pia Heinrich – Ines Marie Westernströer
Roland Schürk – Torsten Michaelis
Dr. Jens Modall – Michael Rotschopf
Boris Barns – Stephan Bissmeier
Dennis Weidmann – Adrian Julius Tillmann
Heide Schürk – Gabriele Krestan
Dr. Henny Wenzel – Anna Böttcher
Cora Reuters – Joy Maria Bai
Hansi Kloppa – Matthias van den Berg
Josef Burger – Rostyslav Bome
Ärztin JVA – Lodi Doumit





Tatort Saarbrücken:
Das Herz der Schlange

Besser wäre es gewesen, Adam Schürk hätte im China-Lokal noch einen Glückskeks anstatt die SMS-Nachricht seines Vaters geöffnet. Im Keks-Banner hätte vielleicht gestanden: Vorsicht vor dem, der dich heute noch kontaktiert. Aber 1. stehen in Glückskeksen nur positive Dinge und 2. muss der in der 1. Folge der Neuen aus Saarbrücken verzwickte Faden aufgegriffen werden. So düst Adam zu seinem Erzeuger.


Dann kreist die Schlange im Terrarium um den Frosch. "Weißt du, warum die Schlange den Frosch nicht frisst?" fragt dem Begriff nach Vater genannte Mann, der gerade den Höhepunkt vor Augen hat, in dem er auf all die früheren Quälereien seinem Sohn gegenüber das mieseste Kapitel obendrauf setzt. Er will, dass sein Sohn für den geplanten Suizid als sein Mörder ins Gefängnis geht.

Es pikst, als Adam sich auf einem Sessel niedersetzt, und das Unheil nimmt seinen Lauf: schnell weiß er, warum die Schlange den Frosch nicht frisst - Adam ist zur Bewegungs- und Tatenlosigkeit verdammt, er verharrt in der Starre und muss seinen Vater bei den Vorbereitungen für den Suizid

beobachten. Der Vater ist schwer krebskrank. Ob es Adam ein Trost ist, dass der Vater sagt, er hätte das Gift des Frosches nicht überdosiert, denn Sterben wäre zu wenig für seinen Sohn, er gönnt ihm das Gefängnis. Dort warte bereits jemand auf ihn ...


Die Vorgeschichte

Obwohl dieser Hass auf seinen Sohn und die Brutalität, mit der Roland Schürk seinen Sohn während dessen Kindheit und Jugend schlagend betreut hat, unerklärbar ist und wohl allein im Tief-Bösen des Vaters liegt,

sollten die Zuschauer natürlich wissen, worum es hier eigentlich geht: In Folge 1 dieser neuen Saarbrücker Ermittler-Reihe wurde es erklärt - und inmitten des Krimis erklärt es Adams Freund und Kollege Leo Hölzer den beiden Kolleginnen (und damit auch dem Publikum): Adam wurde auf brutalste Weise von seinem Vater misshandelt - und eines Tages griff Leo ein und schlug den brutalen Vater ins Koma. In diesem verweilte er viele Jahre, wachte dann aber doch wieder auf ...


Die große Freundschaft

Nachdem sein Vater sich selber mittels eines Konstruktes in den Händen seines Sohnes erschossen hat, und nachdem Adam aus seiner Starre erwacht, flüchtet er.

Unterdessen wird seinem Team der Fall entzogen. Natürlich. - Aber Leo trifft seinen Freund Adam, der ihm versichert, nicht der Täter zu sein ...

Adam wird bei diesem Treffen gefasst und kommt in Untersuchungshaft.

Ein Todesfall aus Roland Schürks Nachbarschaft und ein aufgetauchtes Video zu dem Fall, bringt Leo schließlich auf eine Spur: auch in Schürks Haus wurde kürzlich eingebrochen, ohne dass etwas gestohlen wurde ... denn bei einem 1. Einbruch geht es nur darum, eine Video-Kamera zu platzieren, um geheime Verstecke ausspionieren zu können.

Wo aber ist dieses Video aus dem Hause Schürk? Denn solch ein Video könnte den genauen Ablauf des Suizids enthalten.


Fazit

Der Rechtsanwalt und Verbrecher Dr. Jens Modall kommt mehr und mehr ins Spiel: von ihm verteidigte schwere Jungs müssen für ihn Einbrüche verüben. Auch der Vater von Adam war ein Bankräuber, der allerdings nie gefasst wurde, weil derjenige, der Adam im Gefängnis erwartet, sein Komplize ist, der ihn nicht verraten hat.

Der Film ist vollgepackt mit vielen Fäden, die man zunächst nicht einander zugehörig und als Wirrwar empfindet, aber hier greift ein Ereignis ins andere und alles hat mit allem etwas zu tun.

Am Ende findet Adam das von seinem Vater vergrabene Geld, die Beute aus den Überfällen ...

Daran wird die nächste Folge vielleicht anknüpfen. Kommt Adam in die Gefahr, das Geld zu behalten? Oder versteckt er es nur erneut, um erst am Ende dieser Tatort-Reihe um Adam und Leo mit der Beute des Vaters auf und davon zu gehen? Vieles ist möglich.

Ich hoffe, die beiden jungen Männer werden auf der richtigen Seite des Gesetzes bleiben und einmal abseits von Adams Tragödie in Ruhe ermitteln und andere Fälle aufklären.

Von mir gibt es 4 vollmundige von 5 möglichen Sternen. Der Film ist spannend und erzeugt Anspannung, und Adam wäre wirklich besser im

China-Lokal geblieben und hätte auf die Nachricht seines Vaters nicht reagiert. Aber dann wären wir Zuschauer um einen wirklichen Nervenkitzel weniger in den Sonntagsschlaf gegangen.


Guten Morgen, Gruß Silvia