Montag, 4. März 2019

4. März 2019 - Der alternative Rosenmontag



Der alternative Rosenmontag

Es gibt sicher weite Landstriche, in denen Rosenmontag eher die Alternative zum normalen Alltag ist: hier ist das nicht so. Behörden, die einen Schlüssel für die Eingangstür besitzen, schließen diese ab, und hoffentlich wirft niemand ihn in den nächsten Gully, ob aus Versehen oder absichtlich. Aber so schlimm ist das nicht, wenn man mal nicht zum Einwohnermeldeamt oder sonstigen Behörden freien Zutritt hat. Geschäfte haben allerdings ebenfalls geschlossen, und wer daran nicht spätestens am letzten Samstag gedacht hat, dem droht nun das gleiche Dilemma wie an Weihnachten: Der Nahrungs-Mittel-Notstand.

Als Kind wurde ich von meiner Mutter an Rosenmontagen verkleidet, um andere ebenfalls verkleidete Kinder zu treffen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass wir ohne diese Verkleidung den gleichen Spaß gehabt hätten. Karnevalsspezifisch war das irgendwie nicht - denn wie soll man den Karneval von Eltern beigebracht bekommen, die selber nicht viel damit anfangen können?

Die anderen Kinder hatten Eltern, die ähnlich tickten. Zumindest war ihnen das mit dem Karneval in den Hochburgen einen mächtigen Ticken zu viel.

Später bin ich von Dortmund in eine andere Ruhrgebietsstadt gezogen - und ausgerechnet in jene, der von allen rußgeschwärzten Städten der bunte Karneval noch am nächsten steht.

Aber zum Glück ist diese Fröhlichkeit auf Ansage nicht wirklich flächendeckend. Im Moment ist es fraglich, ob es überhaupt einen Karnevalsumzug geben wird - denn draußen (es ist 7.00 Uhr am Morgen) weht es bedenklich wütend auf Windstärke 9 zu. Zwischendurch peitscht der Regen seinen Frust dazu.

Es bibbern jetzt die Narren, und sicher nicht vor Kälte, denn immerhin herrschen als Ausgleich zu Sturm und Regen 14 Grad plus.

Um auf meine Alternative für einen gelungenen Rosenmontag zu kommen: Ich bibbere ebenfalls, denn vermutlich fällt mein Waldspaziergang mit Robin Hund und Bienchen heute dem bösen Wetter zum Opfer.

Ich könnte mir später den Kölner Tatort "Tanzmariechen" ansehen - um einen Blick hinter die Kulissen des Frohsinns zu erhaschen. Ein bisschen Mord inklusive.

Und auch die Haare meiner Malteser-Hündin Bienchen müssten mal wieder geschnitten werden, was eine recht umfangreiche Angelegenheit ist, weil sie nicht nur an Rosenmontag zickt, wenn es ihr ans Haarkleid geht.

Was ich mir nicht antun werde: Die gestrige Lindenstraßen-Folge im Nachhinein angucken. Wie ich am Morgen lesen konnte, geht es schwer bergab mit der Serie. Offenbar sehen das mittlerweile selbst die ehemals größten Fans so ...

Im Prinzip jedoch werde ich diesen Montag genau so leben wie jeden anderen.

Und das sollen auch die Karnevalisten machen, die sich den Spaß bitte nicht verderben lassen.

Es bleibt nur die Frage, was mit den vielen Kamellen passiert, die heute eventuell gar nicht unters närrische Volk werfend verteilt werden können?

Trotzdem ist das nicht die Kirmes, die mich interessiert.


Allen einen schönen Rosenmontag, ob so oder so oder ganz anders.


Guten Morgen, Gruß Silvia

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