Montag, 24. Oktober 2016

23. Oktober 2016 - ARD - Tatort München - "Die Wahrheit"

Foto: I. N.



Die Wahrheit

Ein Mann liegt gekrümmt auf einer belebten Straße, und der Familienvater Ben Schröder, gerade mit seiner Frau und dem kleinem Sohn unterwegs, will ihm helfen -

und so endet unvermittelt und aus heiterem Himmel ein wohl vorher glückliches Familienleben,

denn der vermeintlich Hilfsbedürftige sticht Ben nieder. Später im Krankenhaus stirbt er.

Das treibt auch die Kommissare Batic und Leitmayr an ihre Grenzen und in eine persönliche Krise, denn die zwei weißen Häupter kriegen sich immer wieder mal ordentlich an die Köpfe.

Batic, mitten in einem Burnout, kümmert sich im Laufe der Monate wenig professionell, aber sehr emotional um die traumatisierten Opfer-Angehörigen. Er verliert die Distanz zu dem Fall.

Zeugen äußern sich allesamt widersprüchlich, und jeder hat etwas anderes gesehen. Die Wahrnehmung leidet unter Schock und vielleicht bringt man dann früher erlebte negative Dinge mit den aktuellen durcheinander.  Nur ein Zeuge bleibt bei einer Gegenüberstellung bei seiner Aussage, dass niemand von diesen der Täter sei.

Und die Kalenderblätter fallen ... eines nach dem anderen, ohne dass die Polizisten auch nur einen Schritt weiter kommen ...

"Der erste Eindruck ist wichtig, aber der letzte enthüllt die Wahrheit"

prangt auf dem ersten Kalenderblatt, und ich hoffe, dass wir am Ende die Wahrheit kennen. Aber:

"Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht"

dämpft diese Hoffnung.

Die Fallanalytikerin Lersch wird involviert und kann ihren Kollegen wertvolle Tipps geben. Als Ayumi, die Frau des Opfers, einem Journalisten entgegen schleudert, dass der Täter ein Feigling sei ... eskaliert nach der Veröffentlichung dieses Statements die Situation.

Derjenige unter den Zeugen, der niemanden von den Tatverdächtigen identifiziert hat, hat sich emotional dem Täter angeschlossen, nachdem er ihn gesehen und sein Messer an sich genommen hatte.

Auf seine Weise ist er als "Rächer" für den wahren Täter unterwegs und wird somit selber zu einem, denn er verletzt Ayumi. Gleichzeitig erkennt Ayumis Sohn im Präsidium auf einem Foto den Mann, der seiner "Mama weh getan" hat.

Leider springt der Mann vor seiner Verhaftung aus dem Fenster und stirbt.

Die DNA-Analyse ergibt, dass er nicht (wie oben auch bereits erwähnt) der Mörder von Ben Schröder sein kann.

Am Ende entschließt sich Batic, eine Auszeit bei seiner Tante zu nehmen - ohne dass der Fall abgeschlossen oder der Mörder gefasst ist.

"Wer die Wahrheit sucht, darf sich nicht erschrecken, wenn er sie findet."

steht auf dem letzten Kalenderblatt - daher darf man gespannt sein, wenn in 2017 die Auflösung des Falles erfolgt, nachdem der Messer-Mörder wieder zugeschlagen haben wird.

Natürlich kann man bemängeln, dass dieser Fall nicht zu einem Abschluss gekommen ist, aber er war dennoch spannend und hat einen Einblick in die Polizeiarbeit gegeben, die fern von jener ist, die in den Münsteraner Tatorten gezeigt wird. Lustig ist das nicht, wenn man jeden Tag mit dem Tod zu tun hat.

Und so habe ich gelesen, dass die Fortsetzungs-Folge: "Der Tod ist unser ganzes Leben" heißen wird. Ein sinniger Titel für gebeutelte Kripo-Beamte, die so viel mit dem Abschaum und den tiefen Abgründen der Menschen zu tun haben.

Von hier gibt es viereinhalb von fünf möglichen Sternen. Der beste Tatort seit längerer Zeit.

Guten Morgen, Gruß Silvia

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