Sonntag, 2. Oktober 2016

2. Oktober 2016 - Wir lieben Lebensmittel - in der Tat?


Wir lieben Lebensmittel ...

Ein so einfacher wie wirksamer Werbe-Text, denn dass eine Lebensmittelkette wenigstens im weitesten Sinne Nahrungsmittel "liebt"

ist eigentlich selbstverständlich.

Mit witzigen Werbespots dringen sie seit geraumer Zeit in alle Köpfe, aber wer gerne mal ausprobieren möchte,

ob die Verkäuferin an der Wurst-Theke grammgenau die gewünschte Menge abmessen kann

oder ob man in der Gemüseabteilung wertvolle Ratschläge völlig kostenlos zu den meist spärlich vorhandenen Kräutern erhält,

wird bitter enttäuscht.

"Das ist ja nur Werbung", erzählte mir neulich eine mit wenig Lust an ihrer Arbeit tätige Verkäuferin an der Wurst- und Käsetheke. Stimmt, aber diese Werbung repräsentiert den Laden.

Natürlich sind nicht alle Verkäuferinnen unlustig und wenig engagiert bei ihrer Tätigkeit,  und ich kenne längst nicht alle Edeka-Märkte - in "meinem" jedoch

muss man als Kundin schon allein sehen, wie man sich zurecht findet und vor allem darf man niemals, falls man eine braucht, seine Lesebrille vergessen:

Abgelaufene Lebensmittel gibt es zuhauf. Nun mag das Mindesthaltbarkeitsdatum nichts mit dem wirklichen Verfall einzelner Produkte zu tun haben,

aber wer möchte schon versehentlich etwas kaufen, dass schon vom Hersteller als nicht mehr sorglos zu verwenden deklariert wurde.

Hinweisen darf man Packerinnen darauf besser nicht, denn anstatt dankbar zu sein, werden manche eher pampig und fühlen sich in ihren Tagträumen gestört - oder neuerdings vielleicht sogar bei der heimlichen Pokemon-Suche im Nudel-Regal? Nein Scherz - das habe ich bislang noch nicht gesehen, kann aber noch kommen.

Nun ist durch einen dramatischen Fall die humorvolle Freundlichkeit von Edeka-Mitarbeitern völlig ad absurdum geführt worden:

Ein Filial-Leiter hat einen Ladendieb dermaßen zusammen geschlagen, dass dieser an den Folgen gestorben ist.

Das passt natürlich weder in einen vordergründig lustigen Beitrag meinerseits - aber noch weniger zu dem Image, das

die Lebensmittel-Kette sich aufgebaut hat.

Was um Himmels Willen wäre passiert, wenn er diesen Mann nicht gewaltsam festgehalten hätte, sondern ihn ohne Gewaltanwendung hätte laufen lassen müssen? Etwa Konkurs?

Auf die nächste, diesmal demütige Werbung, bin ich gespannt. Und ob der Konzern sich öffentlich von diesem Filial-Leiter distanziert, interessiert mich dabei weniger. Das wären nur Floskeln, die so üblich wie verlogen sind.

Im übrigen fände ich eine ehrliche Werbung mal so innovativ, wie all diese Märchengeschichten um den Konzern niemals sein können.  Es weiß doch ohnehin jeder, wie es wirklich dort zugeht - und über welche Hürden die Käufer gehen und welche Seufzer sie ausstoßen müssen, bis sie endlich an der Kasse bezahlen dürfen.

Nicht Bezahlen kommt ja nun niemandem mehr in den Sinn, der Edeka betritt - zu gefährlich! Dabei war es vielleicht nur ein armes Schwein, der ein reiches Schwein bestohlen hat. Diesmal meine ich mit dem zweiteren jedoch den Konzern, nicht die dort Tätigen.

Guten Tag, Gruß Silvia



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