Dienstag, 23. Dezember 2014

23. Dezember 2014 - Advents-Kalender - Die Wildschwein-Geschichte

Die Bache mit ihren fünf Frischlingen
2013 noch in einem kleinen Gehege
So sehen sie heute aus.
Die Wildschwein-Geschichte


Molly und Clarence  gehören mir gar nicht wirklich - und doch so ein bisschen fühle ich mich, als gehörten sie zu mir. Und sie werden mir auch erhalten bleiben.

Am 1. Advent 2013 entliefen Molly und Clarence aus unserem Wald und irrten verwirrt in den Strassen herum. Die Polizei kam, der Förster kam - sie wurden in den Wald zurückgetrieben.

Einen Tag später: Ich bin wie jeden Tag mit meinen beiden Hunden im Wald unterwegs. Plötzlich tauchen zwei Wildschweine auf. Eine kleine oder auch größere Panik überfiel mich. Ich hatte schlichtweg Angst um meine Hunde, die unablässig die Wildschweine anbellten. Wie ich dachte, hatte ich Robin und Bienchen zu ihrem und meinem Glück wenigstens ganz schnell angeleint.

Aber die Wildschweine blieben absolut cool. Die reagierten überhaupt nicht auf meine Hunde. Wichen mir aber nicht von der Seite. Ging ich schneller, trabten sie auch schneller. Blieb ich stehen, blieben die auch stehen.

Zufällig treffen wir auf den Förster unseres Waldes. "Sind das Ihre?" - fragt er mich, ganz locker flockig lächelnd. Ich antworte "Könnte man denken."

Dann meint der Förster, man müsse jetzt etwas unternehmen. Die seien zu menschenbezogen. Die Muttersau sei überfahren worden.

Aber wie sich am Ende herausstellte, war die Geschichte um die zwei Noch-Frischlinge eine ganz andere, eigentlich eine traurige Geschichte.

Die Wildschwein-Frischlinge wurden von einem Menschen aufgezogen. Diesem wurden sie irgendwann zu groß, und er hat sie im Wald ausgesetzt.

Nachdem die beiden mit mir spazieren gegangen waren, wurden sie im Wald auf einem kleinen Grundstück, auf dem früher ein Polizeirevier war, eingesperrt. Die haben dann das Grundstück mal so richtig umgegraben.

Vermutlich sind da einige Diskussionen im Hintergrund gelaufen, von denen ich nichts weiß. Aber die Tiere zu schlachten, stand für unseren Förster bestimmt nicht zur Diskussion. Obwohl es für alle die einfachste Lösung gewesen wäre, aber es gibt auch noch Menschen, die nicht nach einfachen, sondern nach guten Lösungen suchen.

Seit dem 23.  Dezember 2013 haben Molly und Clarence ein erst mal provisorisches größeres Gehege im Wald.

Heute habe ich sie wieder besucht und ihnen Hundeleckerlie in die Schnauze gefüttert, da sind sie ganz wild hinterher. Und ich hatte anschließend wieder total wildschweinische Hände. Aber es ist schön, solch eine Schnute zu stopfen.

Ist natürlich keine durchgehend schöne Geschichte, wenn Menschen sich aus falsch verstandener Tierliebe so richtige Wildschweine in den Garten? holen. Aber wenigstens sind sie zu zweit.

Und sie sind die Attraktion in unserem Wald. Von der muss auch nicht jeder wissen, daher erwähne ich den genauen Ort nicht. Es gibt ja manche Menschen, die eine ganz andere Idee haben, wenn sie solche Tiere sehen. Aber das ist ein anderes Thema.

Im Laufe des Jahres kam ein drittes Wildschwein hinzu, eine Bache mit fünf Frischlingen (die heißen für mich "Gimme Five"). Wo die herkommt - und warum? - unser Förster behält es für sich. Es liegt nahe, dass noch so ein Wildschwein-Schicksal dahinter steckt. Inzwischen sind die Kleinen, die am Anfang kleiner als mein Robin waren, enorm gewachsen.

Über Neuigkeiten im wilden Schweinegehege berichte ich gern zu gegebener Zeit. Diese quiekende, nach Maggi duftende Bande mit ausgeprägten Charakteren der einen und der anderen Art ist schweinisch herzallerliebst.

Noch zweimal schlafen, Grunz Biene

2 Kommentare:

  1. Wildschweine sind die absoluten Lieblinge meines dreijährigen Enkels. Seine Favoriten heißen Waldemar und Willibert. Sie leben in einem kleinen Waldgehege und er muss alle zwei Wochen zu ihnen. Am liebsten fressen sie Spaghetti , ungekocht. Unglaublich,aber war! Schöne Weihnachten.

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    1. Stimmt, sie fressen gerne rohe Nudeln - aber ein kleiner Tipp: Noch lieber sind ihnen Hundeleckerlies.
      Dir und deiner Familie einen schönen Heiligabend, Gruß Silvia

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