Sonntag, 14. Dezember 2014

14. Dezember 2014 - Der Advents-Kalender - Eine wahre Geschichte von Viktualia

Fotos: M. R., Beitrag von VIKTUALIA
Sieben Tage im Dezember

Die Zeiger der Uhr krochen rückwärts.  Bleierne Zeit, Freitagabend 19 Uhr 45. Zwei Menschen kramten noch unentschlossen in den Klamotten herum, die Frau schob quietschend Kleiderbügel auf dem Drehständer auseinander, ihr Typ stocherte lustlos in den seidenen Kissenbezügen herum. Warum gehen die nicht endlich, dachte ich verzweifelt. Ich musste noch die Kasse abrechnen, die Geldkassette bei der Bank einwerfen und dann hoffen und beten, dass ich den lahmen Vorortzug im Hauptbahnhof noch erwischte, mit Glück wäre ich dann um halbzehn zu Hause. Dieser Count Down kurz vor Weihnachten war echt hart, morgen, der letzte Sonnabend  vor Weihnachten, wieder bis sechs, und die Menschen liefen langsam Amok.

Unzufrieden, gereizt, das Weihnachtsgeld hatten sie fast aufgebraucht und trotzdem fehlten ihnen noch Geschenke. „Wir suchen was ganz besonderes“, so kamen die meisten ins „1001 Nacht“, eine orientalische Luxusboutique im feineren Teil des Hamburger Univiertels. Dann rannten meine Kolleginnen und ich uns die Hacken ab, quatschten uns den Mund fusselig und blickten letzten Endes in leere Gesichter und die Kunden in leere Portemonnaies.

Aber gut, ich wollte nicht jammern, sicherte mir dieser Job doch schon seit fünf Jahren den Lebensunterhalt. Ich studierte Germanistik und Geschichte, brotlos, sagten meine wohlhabenden Eltern und weigerten sich, mir das Studium zu finanzieren. Ein weiterer Grund dafür war, wie mein Vater es nannte, „Die Kolchose“: Ich lebte, seitdem ich endlich über mich selbst bestimmen konnte, vor den Toren der Großstadt, in einem uralten Strohdachhaus direkt hinter dem Deich. Diese Idylle teilte ich mit 5 Anderen „Die Kolchose“ eben. Diese Lebensform wollten Vater und Stiefmutter keinesfalls unterstützen.

Endlich, die letzten Kunden verließen den Laden. Schnell schloss ich hinter ihnen ab. Zählte rasch Münzen und Scheine, addierte die Scheckbeträge und versenkte alles in eine Stahlkassette. Die würde ich auf dem Weg zur Bushaltestelle in den Banktresor werfen. Durch das Gehetze hatte ich die feuchte Kälte gar nicht bemerkt. Jetzt an der Bushaltestelle wartend, fror ich plötzlich, bibberte und zog die alte Lederjacke enger um mich. Verfluchte einmal mehr den unseligen Morgen vor einer Woche, als ich in aller Herrgottsfrühe mein Auto in der Kurve der Autobahnauffahrt, erst mit allen vier Kotflügeln und schließlich frontal mit der Motorhaube  gegen die Leitplanke gesetzt hatte.

Ich war gar nicht besonders schnell gefahren und hatte mich plötzlich bei frostglatter Fahrbahn gedreht. Mein lieber kleiner Käfer stand jetzt bei Markus, meinem  Schrauber, aber ob der über Weihnachten zum reparieren kommen würde…?
 Oh, endlich, der Bus! Ich zwängte mich in das  überfüllte, nach Schweiss,  Polyacryl und menschlichem Wellfleisch stinkende Verkehrsmittel. Am Hauptbahnhof umrannte ich wieder den abendlichen Pennerparcours, jetzt im Winter war das Elend besonders drastisch. Normalerweise gab ich jedem eine Münze, aber heute musste ich einen scharfen Spurt hinlegen, vom ZOB zu Gleis 12. Ich fiel gerade keuchend auf einen freien Sitz im eiskalten Abteil, als der Zug auch schon anfuhr.

Zum ersten Mal an diesem langen Tag hatte ich Zeit durch zu atmen, fand sogar noch einen Schokoriegel in der Jackentasche und lehnte meinen leeren Kopf, behaglich vor mich hin lutschend, an das kühle dunkle Zugfenster.
Suburbia, Lichter von Hafen-  und Industrieanlagen und schließlich die rabenschwarze Dunkelheit des platten Landes. Die Heizung unter mir blies  Affenhitze aus, langsam wurde es gemütlich. Noch ein Viertelstündchen dann käme der Halt auf unserem kleinen Dorfbahnhof. Dann noch ein strammer Fußweg durch die Finsternis. Diesen unangenehmen Gedanken verdrängte ich schnell, ich hatte zwar eine große Klappe, war aber ein ziemlicher Schisser.  Den Weg nach Hause, zum größten Teil vollkommen unbeleuchtete, unbewohnte Wege und Deichabschnitte schaffte ich im Laufschritt immer in Rekordzeit.

Vollkommen entgeistert sah ich, als der Zug langsam einfuhr, meinen Freund unter der Bahnhofsuhr stehen. Der hatte mich in 5 Jahren noch nicht einmal  abgeholt, selbst wenn ich schwer beladen war, mit Lebensmitteln für uns beide, wäre er im Traum nicht auf die Idee gekommen, mit seinem Auto meinetwegen einen Umweg zu machen. Und momentan waren wir sowieso eher in beginnendem Trennungsstatus. Diese eigentümliche Fürsorge ließ bei mir die Alarmglocken schrillen.

Ich stieg aus und näherte mich misstrauisch diesem vertrauten Menschen, der mich nicht willkommen heißend anlächelte, sondern bestürzt etwas murmelte. „Was?“, fragte ich und sah gleichzeitig, dass er meine schöne samtgraue Kartäuserkatze  unter seinem Parka trug. „Was machst du mit Greta?“ „Das Haus ist abgebrannt, alles. Es ist alles weg, Greta ist grade noch rausgelaufen“. Ich verstand nur Bahnhof.
Wir gingen erst mal in die Dorfkneipe. Dort wussten alle schon Bescheid, klar, die ganze freiwillige Feuerwehr hing da rum. Obwohl die Küche schon dicht hatte, stellte Anneliese, die Wirtin, uns eine Riesenportion Bauernfrühstück hin. „Geht aufs Haus“, sagte sie und tätschelte mir die Hand. Prompt fing ich an zu heulen.

Aber ich bin nicht so nah am Wasser gebaut und hatte mich schnell wieder eingekriegt. „Los zeig mir, was noch übrig ist“, forderte ich meinen Freund auf, der inzwischen Greta zu seiner Schwester gebracht hatte und dort auch ein Nachtquartier für uns klar machen konnte. „Geht aber nur heute, die haben über Weihnachten die Bude voll“.
Darüber machte ich mir erst mal keinen Kopf, ich hatte das Denken weitgehend eingestellt. Was sich hier gerade ereignete war eindeutig zu groß und sperrig für meinen armen kleinen Kopf. Und so marschierte ich brav voran Schrittchen für Schrittchen. Schaute mir das einen Meter hohe rauchende Trümmerfeld an, was einst mein Zuhause war. Viele dunkle Gestalten trieben sich um die Brandruine herum, neugierige Dorfbewohner, eine Brandwache der Feuerwehr, keine vertrauten Menschen, meine Mitbewohner hatten alle schon Zuflucht bei Freunden und Familie in der Stadt gesucht und gefunden.

Ich hätte wohl noch die halbe Nacht frierend, von einem Bein aufs andere tretend, dort herum gestanden ohne wirklich etwas zu begreifen, wenn mein Freund mich nicht irgendwann energisch ins Auto verfrachtet hätte. Dabei fühlte ich nichts,  war nicht traurig oder schockiert, nur irgendwie so furchtbar leer.
Unsere Wohngemeinschaft war schon monatelang keine Gemeinschaft mehr gewesen und ich hatte eigentlich nur noch aus Loyalität den anderen gegenüber dort ausgeharrt, die sonst Probleme mit dem höheren Mietanteil gehabt hätten. Gut, ich liebte dieses Fleckchen Erde und dieses Haus sehr, aber von den 6 Menschen, die das alte Gemäuer damals bewohnbar gemacht, die  im Dorf viele gute Freunde gefunden hatten, waren jetzt nur noch mein Freund und ich übrig, für die anderen war das hier ein fertiges Nest im ländlichen Romantiklook – um es mit meinem Vater zu sagen: Das war keine „Kolchose“ mehr.

Ich schlief wie ein Stein in dieser Nacht. Bereits vor dem Frühstück bekam ich, als kalte Dusche, eine erste Ahnung vom Ausmaß des Verlustes: Ich besaß jetzt nur noch die Fetzen, die ich auf der Haut trug. Mein Einkaufszettel machte mir das klar:  Ich brauchte Slips, Waschzeugs, Zahnbürste, Bürste, Unterwäsche, ja ich brauchte ALLES, vor allem brauchte ich Bargeld und das war 1979 am Wochenende gar nicht so einfach zu bekommen.
Monika schenkte mir alles, was eben funktionierte, aber sie war einfach größer als ich. Ich zog ihren kleinsten Slip an, meine Hosen von gestern,  T-Shirt von  und Schlabberpulli aus Monis Beständen und ab ging`s in die Stadt.

Noch nie habe ich so oft an meine arme Oma denken müssen. Zweimal war Hedwig in Hamburg ausgebombt, Barmbek war ein besonders hart betroffener Stadtteil. Wie tapfer sie gewesen sein muss, für sie gab es am nächsten Tag keinen Kaufhäuser mit langem Samstag, um sich mit dem Nötigsten eindecken zu können.
Wenn ich daran denke, wie oft ich die Augen verdreht habe, wenn sie wieder einmal davon anfing, „immer diese alte Litanei, hast du doch schon 1000 mal erzählt“. Aber wirklich zugehört hab ich ihr wohl nie. In den nächsten Wochen habe ich immer wieder Abbitte geleistet und auch Mut geschöpft, denn: Was Oma damals geschafft hatte, das müsste ich jetzt doch auch hinkriegen?!  

Abends war ich mit meinen Eltern verabredet, sie hatten schockiert auf die Nachricht reagiert. Dass ihr Schock allerdings so ganz anders war, als ich naiver weise angenommen hatte, traf mich wie ein Hieb mit dem Vorschlaghammer:
„Du bist ja so blöd, wir haben von Anfang an gesagt, du sollst da nicht rausziehen, dieser alte Kasten, diese desolaten Lebensumstände“, keifte Stiefmutter. „Du bist selber nicht versichert, wie kann man nur so doof sein, ist doch klar, dass so `ne Strohhütte irgendwann in Rauch aufgeht“, ergänzte mein Vater. „Glaub bloß nicht, dass du hier wieder wohnen kannst, das ist vorbei, wir brauchen dein Zimmer“, meine Stiefmutter verteidigte ihren 20qm großen begehbaren Kleiderschrank wie eine Löwenmutter.

Ich wäre, ehrlich gesagt, im Traum nicht drauf gekommen, hier wieder einzuziehen, noch nicht einmal vorübergehend, aber die heutige Nacht, war mir ehrlich  gesagt, noch nicht so ganz klar gewesen, wo ich abbleiben sollte…  Und gut, das mit der Versicherung stimmte, ich war davon ausgegangen, dass ich, genau wie ich über meine Eltern kranken- so auch über sie Hausratsversichert sei. Im Übrigen hatte mich so etwas nie interessiert, war ich doch der Meinung, sowieso nichts zu besitzen, was sich zu versichern lohnte.
Meine Mitbewohner bekamen ausnahmslos nach einigen Wochen hohe Summen ausbezahlt, die Brandursache, ein Kabelbrand, hätte auch in jedem Neubau zum Feuer führen können, meinte der Ermittler. Soviel zum Thema „alter Kasten“.

Das wusste ich an diesem Samstagabend aber noch nicht, als ich wie vor den Kopf geschlagen mit der U-Bahn zu einer Freundin fuhr. Bei ihr konnte ich schlafen und auch meine Mutter anrufen, die in einem Dorf in Schleswig  Holstein wohnte.
Meine Mutter war voller Mitgefühl, natürlich konnte ich sofort kommen und bleiben solange ich wollte. Das tat gut, war aber mit Vorsicht zu genießen: Erstens war meine labile Mutter nach jahrzehntelangem Alkoholmissbrauch   erstmals seit vier Jahren trocken, ich wollte sie also keinesfalls mehr als nötig belasten, zweitens lebte sie mit meiner kleinen Halbschwester in einer winzigen Wohnung, und die war wirklich nicht auf einen weiteren Mitbewohner ausgerichtet.

Aber über die Weihnachtstage hatte ich ein Dach über dem Kopf, das war doch schon was. Immerhin kein Stall, keine Krippe und meinen Ex-Josef war ich auch so gut wie los, wenn das keine frohe Botschaft war. Den Rest verdrängte ich einfach, zockelte mit U-Bahn, Fernbus, Dorfbus und schließlich per Pedes zu Mama, zu Tannenbaum, Gans und Knödeln.
Zwei Tage rollte ich mich ein in satte Behaglichkeit, dann holte mich mein Freund auf dem Rückweg von seinen Eltern mit dem Auto ab, denn meine Habe hatte sich dramatisch vergrößert, von einer Plastiktüte zu einer prallen Kofferraum-Füllung: Viele, viele Dorfbewohner waren vorbei gekommen, mit Bettwäsche, Handtüchern, Geschirr, Klamotten, alles was man so brauchen konnte, als frisch Abgebrannte. Ich war gerührt, zumal mich die Leute eigentlich kaum kannten, da ich als Kind nur einmal monatlich am Wochenende bei meiner Mutter gewesen war.
Den alten Ford vollgestopft bis unters Dach, fuhren mein Freund und ich wieder in die Stadt. Drei Tage würden wir bei einem Kollegen von ihm, der im Skiurlaub war, Wohnung und Hund hüten. Sylvester müssten wir dann weitersehen.

Die wunderschöne Altbauwohnung in Eppendorf, liebevoll und individuell eingerichtet, bescherte mir den ersten wirklichen Tiefpunkt: Plötzlich wurde mir klar, dass ich keinen Raum mehr hatte, der mich wiederspiegelte. Ich fühlte mich immer asozialer, immer weniger geerdet. Leben von der Hand in den Mund.
Hier merkte ich plötzlich, was ich alles verloren hatte, selbst aufgearbeitete Sperrmüllschätze, unzählige Bücher, Flohmarktfunde aus ganz Europa, meine gesammelten Liebesbriefe, seit ich 13 war, orientalische Stickereien und Wandbehänge aus dem Laden, stündlich fielen mir jetzt wieder und wieder Dinge ein, deren Verlust mich traurig machte.

Es machte mich verrückt, dass man momentan so gar nichts tun konnte. „Zwischen den Jahren“, ich konnte es nicht mehr hören, keiner arbeitete, Makler, Versicherungen, Behörden, Brandermittler bei Feuerwehr und Polizei, ich brauchte nicht nur alle Papiere neu, sondern auch alle Scheine, die ich jemals an der Uni gemacht hatte, meine zu 75% fertige Magisterarbeit (Schreibmaschinenzeitalter) war in Rauch aufgegangen. Eine Kopie fertigte man erst an, wenn alles stand. 120 Seiten im Copyshop, das war zeitaufwändig und teuer.
Ein wenig lenkte mich die Arbeit im Laden ab, hier war ich auch telefonisch erreichbar und so trudelte 2 Tage vor Sylvester die erste gute Nachricht ein: Markus hatte mein Auto fertig, ich konnte es sofort abholen.

Zwei Stunden später fuhr ich bei strahlendem Sonnenschein auf der Autobahn. Im Radio Supertramp „Breakfast in Amerika“, ich drehte auf volle Lautstärke, brüllte mit. Fühlte mich plötzlich supergut, so frei. „Du könntest, wenn du wolltest, du könntest das Gaspedal durchtreten, bis Italien …“ Ich berauschte mich noch ein wenig an der Möglichkeit, dann fuhr ich zurück in die Stadt.
Im Laden warteten zwei weitere gute Nachrichten:  Oma Mimi, Mutter meiner Stiefmutter, würde mir ein möbliertes Zimmer vermieten. Die Alte war ein  Geizhals, aber sonst kamen wir gut miteinander aus. Die reiche Mimi residierte in einer schmucken Villa, das mit der Miete war zwar irgendwie krass, vor allem innerhalb der Familie und angesichts meiner Notlage. Trotzdem entlastete es mich aber deutlich: Auf  die Art und Weise musste ich nicht dankbar sein und konnte mir jetzt in aller Ruhe eine neue Bleibe zu suchen.

Außerdem hatte sich bei meinen Eltern noch ein uraltes Sparbuch von Oma Hedwig angefunden, das die gute Seele bei meiner Geburt für mich angelegt und seitdem regelmäßig gefüttert hatte. Immerhin 5000 DM waren drauf, ein schönes Startkapital für meine künftigen 4 Wände. Ich fand, es hätte schlimmer kommen können.

Was für ein wahnsinniges Glück ich gehabt hatte, wurde mir allerdings erst Wochen später klar: Als am Tag des Brandes gegen 9.00 Uhr der Schwelbrand begann sich durch den Boden des Obergeschosses zu fressen, schloss der letzte von uns gerade die Haustür ab, um in die Stadt zu fahren. Als gegen 12.00 ein Nachbar Rauch sah und die Feuerwehr alarmierte, stand keine 30 Minuten später das Strohdach in meterhohen lodernden Flammen. Wäre es Nachts passiert, hätte vor allem ich, in meinem Bodenzimmer, nicht den Hauch einer Chance gehabt.


13 Kommentare:

  1. Halli hallo am Adventsonntag, da hab ich wohl `nen Bock geschossen : Die Öffnungszeiten von 1979 sind von mir nicht ganz korrekt wiedergegeben worden. Es war natürlich 17.45 Uhr, der lange Samstag ging -79 bis 18.00 Uhr. Schlamperei, das! Aber der 13. Advent ist ja bekannt für sowas..Liebe Grüße, Susi

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  2. Moin Viktualia,

    danke für diese Geschichte, die mehr als nur zum Nachdenken anregt.
    Deine Schilderung darüber was man wirklich hat und liebt, war einfach toll.
    Erst wenn man etwas verliert, weiß man es zu schätzen.
    Deine Schilderung über helfende Hände fand ich sehr real und es hätte wahrlich schlimmer kommen können. Dir eigentlich Fremde waren eher bereit zu helfen, als z.B. deine Stiefmutter.
    Mit Sicherheit spendet sie oft für die Armen in der 3. Welt.
    Deine positive Einstellung fand ich bewunderungswert.

    Danke nochmals und einen schönen 3. Advent - rudi Wichtel

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    1. Danke Rudi, ja mit Stie`mus Spendenfreude, da ist es weit her: Besonders schätzt sie ihre Chartiry-Golfturniere oder Bridge für die Lions-Damen. Wer die Spenden bekommt wofür die verwendet werden, welches Leid gelindert wird, nebensächlich, das kann sie dir niemals, wirklich niemals sagen, es interessiert sie nicht, nur das Event als solches zählt. So ist sie nun mal, trotzdem hat sie ihr Möglichstes getan, meine Schwester und mich 9 Jahre lang groß zu ziehen, was bestimmt auch nicht immer einfach war. Deshalb halte ich trotz allem immer noch den Kontakt mit ihr, heute zum Gänseessen bei ihr, weil sie über Weihnachten wieder Kreuzfahren muss (ein Glück)
      Leben und Leben lassen, ist oft das Beste.
      Schönen Sonntag dir und deiner Familie,liebe _Grüße Susi

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  3. Deine Geschichte macht mich persönlich betroffen. Es hat sich wunderbar gefügt, dass niemand zu Schaden gekommen ist, mal abgesehen von dem materiellen Verlust. - Leider war es im Falle meines Bruders nicht so: Er starb bei einem Hotelbrand. Er hatte nicht dieses Glück, zum richtigen Moment an einem anderen Ort zu sein. - Danke, Susi, dass du und deine Freunde dieses wahnsinnige Glück hatten.

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    1. Ach Mensch, liebe Silvia, das tut mir wahnsinnig leid, wie wird man mit so einem Verlust bloß fertig? Ich vermisse immer noch eine Freundin und deren Sohn, die beim Tsunami zu Tode gekommen sind. Aber ein Bruder...
      Ganz herzliche Adventsgrüße sendet dir Susi

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    2. Ich wollte das eigentlich gar nicht schreiben, ist mir irgendwie so raus gerutscht. In der Kalendergeschichte über meine Mutter habe ich es ja auch nicht erwähnt. - Aber es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an Heinz denke. - Ja, irgendwie lernt man, damit zu leben. Er war auch erst 19 Jahre alt damals. - Ob wohl gerade die Weihnachts-Zeit in meinem Kopf angekommen ist, diese sentimentale?

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    3. Der Tod bei diesem furchtbaren Tsunami! Da freut man sich auf Urlaub, und dann kommt so etwas ... Schön, dass du noch an sie und ihren Sohn denkst. Kopf hoch, Mädel.

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    4. Menno, jetzt is aba jut, doch mal im Ernst Silvia, ich glaube, wir alle hier im Blog fühlen uns geehrt, dass dir ausgerechnet hier so eine Äußerung herausrutscht. Das zeugt von Wertschätzung und Vertrauen, dafür danke. So, ich muß los, die Gans wartet. (die gebratene, die andere aber auch hi hi) l.G. Susi

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  4. Liebe Susi,

    ich habe gerade Deine Geschichte nach einem verspäteten Frühstück gelesen und denke eigentlich nur: Unfassbar! Unfassbar, dass Euch in „der Kolchose“ außer (und das sagt sich so leicht) Verlust von Dingen nichts passiert ist und unfassbar ob der Reaktion von Deinem Vater und Stiefmutter. 20 qm begehbarer Kleiderschrank sind natürlich wichtiger als das Wohl der Tochter. Ich schätze Dich aufgrund Deiner Kommentare als einen sehr sozial agierenden, aufgeschlossenen, warmherzigen und temperamentvollen Menschen ein. Es steht mir eigentlich nicht zu, aus der Ferne fremde Menschen zu beurteilen, aber wahrscheinlich bist Du das genaue Gegenteil von Deiner Stiefmutter. Und das ist gut so!

    Liebe Grüße an Dich!

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  5. Hallo Susi,
    habe deine anrührende Geschichte heute früh gelesen.
    Es ist mir ein Bedürfnis, dir dafür zu danken.
    Einfach toll geschrieben und ich denke automatisch an Sachen die mir in ähnlicher
    Weise mit angeheirateten Verwandten passierten.
    Aber Schwamm darüber, auch solche Erlebnisse kann man im Laufe eines langen
    Lebens zwar nicht vergessen, aber verzeihen.
    Ich hoffe, die Gans war gut.
    Ich meine nicht die lebende.
    Liebe Grüße Anna

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  6. N`Abend zusammen!
    Die eine Gans war zäh, die andere frisch geliftet, aber wie gesagt, wir haben unseren Umgang miteinander gefunden, Familie ist trotzdem Familie, es ist halt immer ein Ausflug in Marliesland mit allem, was dazu gehört und mit Humor ist das allemal gut rum zu bringen. Mein Vater, den sie sehr geliebt hat, ist nach langer Krankheit, womit sie schwer umgehen konnte, vor 17 Jahren gestorben und meine Schwester und ich sind jetzt die einzigen Verwandten, mit Enkeln konnte sie nie etwas anfangen, genau wie mein Vater, was soll man mit so einem armen Menschen anfangen? Sich selbst überlassen? Besser, man versucht, regelmäßig Kontakt zu halten. Tür zu und nie wieder sehen, wäre jedenfalls nichts für mich.
    Ich danke euch allen für euren Zuspruch, das war toll, Susi

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  7. Liebe Susi! Danke für deine Geschichte. Ich lese hier regelmäßig mit,schreibe aber selten. Deine Geschichte erinnert mich an eine Brandnacht kurz vor Weihnachten vor vielen Jahren, als wir nachts um 4 von der Polizei geweckt wurden. Unsere Tochter war in diesem brennenden Haus und es brauchte ewige 30 Minuten,bis wir wussten, dass sie heil raus gekommen war! Diese Nacht habe ich viele Nächte immer wieder durchlebt - und bin so froh, dass alles gutging. Darum bewegen mich Deine und Silvia's Geschichten besonders. Glück gehabt!

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