Mittwoch, 31. Oktober 2018

31. Oktober 2018 - Halloween: Es fährt ein Zug nach Nirgendwo ... mit Willy und Helmut und Herbert und Horst und Regine



Es fährt ein Zug nach Nirgendwo ...

und verabredet haben sich einige berühmte bereits verstorbene SPD-Politiker, die im Jenseits furchtbare Tränen über ihre Partei vergießen. Dies wollen sie noch einmal während einer Zugfahrt durch die Halloween-Nacht durchhecheln und begießen,

denn nüchtern hält man auch nach dem Tod das ganze Dilemma der einst so geliebten und beliebten Partei nicht aus.

Allen voran schreitet Regine Hildebrandt, denn sie hat die lauteste und schrillste Stimme und führt ihre Kollegen zum bereitgestellten Zug-Waggon. In der Hand hält sie sehr fest den nach ihr benannten "Regine-Hildebrandt-Preis",

denn sie ist sich ziemlich unsicher, an wen dieser überhaupt noch vergeben werden soll.

Dann kommt Herbert Wehner, um ihr in den Zug zu helfen. Wäre Herberts Mutter ledig geblieben, hätte er "Diener" geheißen -

und an Dienern mangelt es der heutigen SPD. Das ist vor allem Regine ziemlich klar. Neben dem Dienen hatte Herbert es jedoch nicht so sehr mit der Ruhe und Ausgeglichenheit: Während seiner Amtszeit kam er auf 75 parlamentarische Ordnungswidrigkeiten. Den CDU-Abgeordneten Jürgen Wohlrabe nannte Wehner "Herr Übelkrähe" und Jürgen Todenhöfer titulierte er gar als "Hoden-Töter".

Willy Brandt war stets feinfühliger (der Liebling vieler Frauen eben), aber auch er wird nun den "Zug nach Nirgendwo" besteigen - sozusagen als Abgesang auf seinen Lieblings-Verein, der SPD. Er ist gewillt, allen heutigen Abgeordneten der einstiegen Arbeiterpartei das "Misstrauensvotum" auszusprechen - so wie es ihm 1972 durch Rainer Barzel ausgestellt wurde.

Doch Rache ist nicht süß - sie macht den Kennedy-Freund Brandt ziemlich wehmütig, und an einem Tag wie diesem erst recht.

Und schon kommt sein Kumpel Horst Ehmke mit roter Nelke im Knopfloch zum Zug - und Willy klopft ihm brüderlich auf die Schulter:

"Du hast ja von dem Elend noch so einiges mitbekommen. Bist ja erst 2017 gestorben."

Horst Ehmke vergießt ein paar bittere Tränen und wirft seine Nelke auf den Bahnsteig. Wer sie findet, sollte mal drüber nachdenken, wofür diese Partei einst einstand.

Beinahe hätte Helmut Schmidt sie aufgehoben, aber noch rechtzeitig versteht er die Symbolik und besteigt den Zug als fünfte Instanz der früheren SPD. Das passt, denn er war der 5. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Seit geraumer Zeit stagniert es mit der Anzahl derer an der Spitze des Staates: Eine Frau, die heute natürlich nicht in diesem Zug mitfahren darf,

blockiert die Chose seit 13 Jahren.

Schmidt wüsste vieles dazu zu sagen, aber er muss in den Zug, der nach Nirgendwo fährt, um noch einmal mit den Kollegen

die damalige Zeit hochleben zu lassen (in der natürlich auch nicht alles nur Vanille-Soße war).

So kreist die Whiskyflasche und Helmut darf trotz des Protestes von Regine eine Zigarette nach der anderen rauchen: Ganz wie im früheren Leben - bekommt er auch hier eine Ausnahme-Genehmigung.

Zudem wissen Willy Brandt und Herbert Wehner und eigentlich auch Regine Hildebrandt nichts vom absoluten Rauchverbot in der heutigen Zeit.

Und als sie sich jeweils in einen Rausch hinein trinken und vor allem reden, legt der Zug langsam vom Bahnsteig ab und beginnt seine letzte Reise -

und wir werden vermutlich nie wieder von Politikern hören, die wir lieber kommen als gehen sehen.




Guten Tag, Gruß Silvia


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