Freitag, 26. Oktober 2018

26. Oktober 2018 - Mein Hunde-Sohn Robin - 15. Teil



Die Liebe eines Hundes muss man sich verdienen

Ich vertrete nicht den Standpunkt: Schaff dir einen Hund an, der läuft schon irgendwie und nebenbei  mit durch dein Leben! Da es viele Tiere gibt, die nie auch nur einen Hauch von menschlicher Zuwendung erfahren,

war mir klar:

Robin soll es gut haben, er soll nach Möglichkeit sogar glücklich werden - und nie in seinem Leben etwas Böses erfahren müssen.

Mal abgesehen davon, dass manche Hundebegegnungen böse sein können - und er selber ebenfalls giftig darauf reagiert. Tiere sind eben von Natur aus nicht so tierlieb wie tierliebe Menschen es sind.

Mit den hündischen Begegnungen musste er bis zu einer gewissen Grenze allein klar kommen (darüber hinaus habe ich ihm stets geholfen, denn allein regeln kann der kleine Kerl das nicht immer) - doch all seine menschlichen sollten von Hundeliebe geprägt sein.

Natürlich musste Robin mit dem nicht sehr hundefreundlichen Kater Lucky klar kommen, aber darüber half ihm die in ihn verliebte Katze Lissy hinweg.

Und womit verdient man sich die Liebe eines Hundes? - So einfach und pauschal ist das nicht zu beantworten.

Ein Yorkie ist im allgemeinen ein aktiver Hund, der Beschäftigung für seine Ausgeglichenheit und Intelligenz benötigt. Einst als Arme-Leute-Hund in Yorkshire gezüchtet, um Ratten aus Bergwerken einzufangen, hat er leider einen "Siegeszug" auf so manche

Couch

hingelegt.

Dorthin gehört er aber nur, um sich von seinen vielen täglichen Erlebnissen auszuruhen, und nicht, um dort für ein Leben lang geparkt zu werden.

Der Yorkshire-Terrier mag einer der kleinsten Hunde sein, aber sein Mut ist um so größer. Er beschützt seine Menschen und fürchtet weder "Tod noch Teufel". Er ist intelligent und mit einem immens großen Selbstbewusstsein ausgestattet.

Diese Eigenschaften wollte ich persönlich niemals unterdrücken - obwohl es manchmal lästig war, wenn mich jemand zum Beispiel nach einem Weg fragte - und von Robin böse kläffend zurechtgewiesen wurde, weil er Schlimmes vermutete.

Allgemein musste ich es lernen, mit Robins Selbstbewusstsein, das manchmal an Größenwahn grenzte, klar zu kommen. Ich habe es gelernt, und ich war immer froh, einen derart eigenständigen Hund zu haben.

In seinen ersten eineinhalb Lebensjahren war das Spiel mit quietschenden Gummi-Tieren ein großes Muss für ihn. Seine Ausdauer war unübertroffen, und obwohl es mich manchmal - gebe ich ehrlich zu - nervte, ließ ich ihn gewähren und spielte seine Spielchen mit.

Dann ließ diese Spiel-Wut plötzlich nach. Sie taucht seitdem nur noch sehr sporadisch auf, und die Anfälle sind auch kürzer.

Vor allem liebt Robin es seit eh und je, ausgiebig zu laufen. Dem habe ich immer Rechnung getragen. Schließlich war es mein größtes Bestreben, von ihm

geliebt zu werden.

Liebe jedoch passiert selten von allein, und ein vernachlässigter Hund wird seinen Halter vermutlich nicht lieben, sondern eher brauchen, weil er immer aufs Neue hofft, von ihm gefüttert zu werden.

In einem sind wir am Ende dem Hund gegenüber im Vorsprung:

Wir lieben unsere Hunde, obwohl sie uns niemals etwas kochen, nicht die Wohnung aufräumen oder ähnlich stetige Dinge erledigen, die wir auch nicht eben gerne in Angriff nehmen.

Dafür urteilen Hunde - und da sind sie uns gegenüber wiederum im Vorteil - niemals über uns. Hauptsache, wir sind für sie da und beschäftigen uns mit ihnen.

Denn Liebe ist kein Selbstläufer. Für niemanden.


Fortsetzung folgt ...

Copyright: Silvia Gehrmann




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