Mittwoch, 19. August 2015

18. August 2015 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Köln bei Dave


Aperitif: L'éléphant rose
Vorspeise: Knusprige Spargel-Quiches mit Mangoldsalat
Hauptspeise: Boeuf bourguignon mit Zitronen-Minze-Kartoffeln
Nachspeise: Orangen-Hibiskus-Parfait


Der gefederte Zeitdieb

Aus welchen dubiosen Kanälen stammen die Federn für diesen ausgesprochen nischen-verdächtigen Umhang, der in seiner Küche neben ihm selber mehr ins Bild sticht als irgendwelche schwer zu findende Kochkünste?

Dave ist Dave ist Dave. Kennen lernen wird man ihn kaum wirklich in dieser Woche. Als ehemaliger Balletttänzer hat er eines gelernt: Disziplin oder auch: Eine Rolle zieht man bis zum Ende des Films durch. Dann erst darf man die Masken fallen lassen und wieder man selber sein. Wobei es natürlich durchaus möglich ist, dass er authentisch über den Schirm kommt.

Mit einer langen Einkaufsliste schickt er seinen Freund Kim los, während er selber Däumchen dreht beziehungsweise so sehr auf die Rückkehr wartet, dass anzunehmen ist, dass er nicht einmal Grundnahrungsmittel zu Hause hat, um wenigstens mal irgendwas vorzubereiten.

Sicherlich war er im Vorfeld der Dreharbeiten mit anderen Plänen beschäftigt: "Was ziehe ich an welchem Tag an - und welche Frisur trage ich zu welchem Outfit?" Und zur Sicherheit gibt es bestimmt für alle Tage eine alternativ überdachte Möglichkeit zur geplanten.

Der schwarze Mops Cedrik passt ins Bild: Der kleine Lord Fauntleroy? Dekorativ, wie ein Tier es eigentlich weniger verdient hat, wird er von Dave ständig auf den Arm genommen. Die Natur hat sogar dem Mops vier Beine gegeben - er kann also sehr gut selber laufen.

Schluss mit dem Hunde-Geschmuse und den armen Mops nerven ist erst als die Gäste eintreffen - und Sonja sich outet: Sie hat Angst vor Hunden! Oh je - so eine große Frau, die Angst vor kleinen Hunden hat! Aber es gibt ja nichts, wovor Leute nicht Angst haben könnten.

Diese hier haben zumindest schon mal keine vor Kameras und Leuten vom Fernsehen. Das beruhigt mich.

Nun - das Essen! Ja, was soll man dazu sagen? Es kommt irgendwann auf den Tisch und reißt wohl keinen vom Hocker. Erst nach Mitternacht erreicht das Dinner den eigentlich geplanten und völlig in die Hose gehenden Höhepunkt: Parfait nach der Art, mit der man sonst Eisbahnen bestückt. Fünf ziemlich harte Brocken und nicht nur dafür erfolgt die Abstrafung in Form von

zweiundzwanzig Punkten auf dem Fuße.

Es würde an ein Wunder grenzen, falls in dieser Woche noch mal so richtig gut gekocht und aufgetischt wird. Hauptsache, die Darsteller haben ihren Spaß mit und vor den Kameras und auch Dave wird sich am Ende selbstgefällig sagen: Die Kameras lieben mich!

Guten Morgen, Gruß Biene


3 Kommentare:

  1. Spätestens nach 15 Minuten war ich gestern von diesem Paradiesvogel
    aus Sachsen endgültig bedient.

    Erst wird das Thema Wohnung und Hund strapaziert, dann schickt der seinen
    willfährigen Kumpel zum Einkauf.
    Das hat er so geplant, er wollte exzentrisch wirken, eben wie eine Diva.
    Blödmann, der hat nur die Geduld der Zuschauer strapaziert.

    Das Vox dieser dürren Vogelscheuche (wegen der Federn, grins) einen so
    hohen Unterhaltungswert zubilligt, spricht nicht für die Qualität der Daniels.

    Kochen konnte und wollte er nicht.
    Wer in seine Augen schaute konnte erkennen, der hat uns alle vera......lbert.

    Auf die Einzelheiten seines Menüs gehe ich nicht weiter ein, der hätte noch weiter
    abgestraft werden müssen.
    Da die übrigen Kandidaten scheinbar auch keine Meisterköche sind, ist die
    Abstrafung noch etwas verhalten.

    Ich werde heute Abend wieder schauen, diesen komischen Menschen werde ich
    nicht mehr unvoreingenommen beurteilen können.

    Aus angenehmen 26 Grad grüßt Anna

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  2. Die Diva, die da war

    Die Kochleistungen des extrovertierten und kreativen Dave wären mit Sicherheit noch ausbaubar, aber das liegt mit 100 %-iger Wahrscheinlichkeit nicht in seinem Interesse. Nachdem er in seinem bunten Künstlerleben schon viele Stationen durchlaufen hat, nutzt er die Dinnerwoche geschickt und charmant, um Werbung in eigener Sache zu machen. Er möchte irgendwann einen Concept store eröffnen, in der die Rundumerneuerung von Haaren, Make-up, Nägeln und Zähnen einem zahlungskräftigen Klientel zugänglich gemacht werden kann. Eine begeisterte Kundin hat er jedenfalls schon in Sue gefunden. Jetzt fehlen nur noch die entsprechenden Investoren. Aber Dave ist umtriebig und zielstrebig genug, um eben diese mit Hilfe von Vox oder auf irgendwelchen VIP Veranstaltungen aufzutun.

    Über das Essen muss man nicht viele Worte verlieren, eine klitschige Plan A und Plan B Kisché und ein als universales Wurfgeschoss einsetzbares Parfait sind bestenfalls als essbar einzustufen, rufen aber bei Sonja ach so tiefe, tiefe Enttäuschung hervor. Sie wird es überleben! Hauptsache, Dave hatte neben seinem Anliegen auch noch seinen perfekt inszenierten und durchgestylten Auftritt. Tusch! Eine Diva halt!

    Draußen ist es herbstlich und ich bin wieder bei warmer Jogginghose angelangt, kurz vor Socken. Angeblich kommt der Sommer am Wochenende zurück. Hm.

    Lieben Gruß von Regine

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  3. Ach ja - der Dave, hätte so gerne die Größe eines Rosa von Praunheim aber leider, leider kann er noch nicht mal kochen bei Vox.

    Macht aber nix, denn seine Gäste kennen durch die Bank auch fast kein Essen.
    Nach Französisch ab Klasse 7, hält man z.B.den Elefanten für ein rosa Enfant, ein Schelm, kleine Sonja, wer da nichts Böses denkt....

    Und das "Beff" des Hauptganges scheint ein krankes Rind geliefert zu haben, denn es trägt den Namen "Beff Borreliose" oder so, mit tiefster Überzeugung genuschelt.

    Und - war das nicht dieses Filet im Teigmantel? Richtig, wer krank ist, soll sich warm anziehen. Und dann die "Kischsch", oder das oder der? Egal.

    Die Gäste wissen schon mal alles, der Koch kennt noch nicht mal die Zeit. Ob er die Uhr lesen kann? Doch, er rechnet genau aus, wieviel Zeit er zum Stylen braucht, und was dann noch zum kochen übrig sein wird...

    Jammer: Viel ist das nicht!

    Irgendwann Äonen später, fängt er erstaunlich geübt und ohne Rezept an, tatsächlich so etwas wie Boeuf Bourgignon zu produzieren.

    Auch so etwas wie Parfait entstand, das entzog sich aber schon wieder der Beurteilung, wegen zu viel Ablenkung.
    In`s Gedächnis brannte sich lediglich der mehr als unappetitliche Gefrierschrank auf dessen Boden die offenen Pafaitschälchen ungeschützt ihr kühles Grab fanden.
    Klappe zu - Affe tot.

    Nachdem Sonja alle ordentlich mit rosa Elefant begossen hatte, durften die Gäste sich erstmal studenlang nach Herzenslust langweilen oder raten, wer zum Teufel, denn diese "Promis" sind, die keiner kannte, mit denen Dave sich so gerne ablichten liess, dass es fast weh tat.

    Derweil in der Küche, beschimpfte der Herr des Hauses seinen mürben Teig, der auf einer fingerdicken Schicht Butter ausgerollt in der Tarteform gebacken, jetzt gar nicht mehr so formidabel erschien.

    Da Dave aber sowieso noch warten musste, dass der Spargel abkühlte, was bei den knalleheissen Stangen noch Stunden dauern würde, zauberte er nebenbei noch einen zweiten Teig, schlug mit diesem räselhaften Stöffchen eine Kastenform (?) aus, kehrte dann in einer überraschenden Volte aber wieder zum ersten zurück...

    Muss das lecker gewesen sein: Fettiger Mürbteig mit matschigem Spargel in Eiersahne gebacken.
    Dazu dicke Mangoldstrünke in weisser Tunke bewusstlos gewälzt, ja - er soll knackig geschmeckt haben, der Salat, oder beknackig?
    Wer weiss das schon so genau?

    Nur kleine Sonja wusste eines ganz genau und wurde nicht müde, es zu betonen: Sie war ja so und über alle Maßen enttäuscht!!
    Weine nicht, kleine Sonja, mochte man ihr ein um`s andere Mal tröstend zuraunen.

    Mir selbst musste ich das allerdings auch sagen, als die Dosenkarotten in Dosenkirschensosse karamellisiert wurden - es geht eben nichts über rosa, oder?
    Kreisch!!!

    Und gleich die Kartoffelstücke mit grob zerpflückten Minzlappen überworfen - war das ein Happening oder was zu essen?

    Markus brachte es auf den Punkt: Das Gulasch war lecker. Dem ist nichts Lobendes hinzu zu fügen.

    Das Dessert wurde natürlich nicht rechtzeitig dem Kühlmöbel entrissen, so dass es - angetaut - Ähnlichkeit mit Halbgefrorenenem hätte gewinnen können (und ggfs. auch ein wenig Geschmack)

    Nein! Frisch und munter klotzte der Gastgeber einen eisigen Klotz vor die übernächtigten Gäste, deren Kräfte nun leider nicht mehr ausreichten, für den kräftezehrenden Genuss deser ungeniessbaren Köstlichkeit.

    Ermattet streckten sie die Wafffen, bzw ihre pinkfarbenen Steakmesser, zückten angemessen niedrige 6 Punkte und entschwanden still in ihre Heiabettchen...bis auf, nun ja - unsere Sonja, man ahnt es: Sooo bodenlos enttäuscht, liess natürlich nur humorlose verbitterte 4 Pünktchen springen ( wo bleibt die köllsche Karnevals Frohnatur, der Geist des Funkenmariechens?)

    Wahrscheinlich war sie bloß unterzuckert, aber zu Hause warten ja noch einige Dinner Törtchen darauf, den Insulinspiegel wieder blank zu putzen.

    Bis heute abend verbleibt die Regensuse mit tranigen Grüßen

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