Dienstag, 25. August 2015

24. August 2015 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Dortmund bei Florian


Florian muss Matthias' Wunschmenü kochen:

Vorspeise: Leberknödelsuppe
Hauptspeise: Wildgulasch in Rotweinsoße mit Rotwein-Apfelblaukraut, dazu ein Breznknödel
Nachspeise: Gestürzte Bayrisch Crème,dazu Apfelküchlein mit Vanillesoße


Carpe Diem

Mit Schwung, einer gehörigen Prise Enthusiasmus und nicht zuletzt mit Tatkraft inklusive Google und Handy macht Florian sich daran, das erste Dinner in einer neuerlichen Ruhrgebiet-Woche zu wuppen. Das stammt zwar aus dem fernen Bayern, aber so ganz unbekannt ist es hier auch nicht. Als unbekannte Größe erweisen sich später nur die lieblichen Erinnerungen, die der Menügeber Matthias damit verbindet.

Es ist nicht die Zeit, in der man Hirsch mal so einfach im Laden um die Ecke bekommt, was Matthias auch weiß - und trotzdem hätte er gern ein Wildgulasch mit dem König des heimischen Waldes. Florian, ganz flott im Denken und Handeln unterwegs, kann schließlich einen Rehrücken ergattern. Das Reh sei ja die "Frau" vom Hirsch! Da wird sich die Hirschkuh vermutlich sehr drüber ärgern, und der Rehbock sich entmannt sehen.

Während Florian in seiner Küche rum-rödelt als gelte es, den Mount Everest zu bezwingen oder doch nur, wenigstens eine Vorabendsendung zu stemmen, erteilt Matthias ungefragt einen Kurs in bayrischer Mundart. Vermutlich ist er ohnehin als Entwicklungshelfer in den Ruhrpott gekommen, aber er wird unverrichteter Dinge wieder abreisen müssen.

Mit den Wimpern vorne weg klimpert Katharina bei Florian ein. Und ganz vorne weg trägt sie eine Tiefkühltüte mit Blumenkohl nebst Banane und Joghurt. Sie isst "clean", ob sie auch noch ganz clean ist, wird sich zeigen.

Doch Florian grenzt diese Minderheit nicht aus, sondern bereitet ihr gern auch noch ihr Wunschmenü zu, obwohl er schon langsam ein bisschen am Rad dreht ...

Denn wie hätte er erstens ahnen können, dass mit Osman ein Moslem kommt, der kein Schweinefleisch isst - und zweitens der Speck in den Leberknödeln überhaupt vom Schwein stammt? Seine Überforderung ist vom Sender gewollt und wird wie ein Geschenk entzückt angenommen, aber die mehrfachen Entschuldigungen an Osman bringen ihm am Ende acht Punkte von diesem ein.

Martina ist voll des Lobes über sein Menü, während Matthias in für alle verständlichem Deutsch hier und da einerseits lobt, andererseits mäkelt, dass der Florian-Turm (Fernsehturm) in Dortmund wackelt. Florian wackelt nicht, er persifliert den Zugereisten.

Katharina schlägt erfreut die Dirty-Wimpern nieder als sie den eigens für sie angerichteten, geschichteten und so vermutlich noch nie genossenen Nachtisch bekommt: Während der Zuschauer diese Chose Schichtdesserts zur Genüge kennt, scheint sie das für eine innovative Idee zu halten.

Was es in ihrem Fall auch ist: Da hat Florian nicht mal nur Joghurt und Banane auf einen Teller geklatscht, sondern sich zwischen den vielen anderen Gängen und Gedankengängen noch einen Kopf um ihre Belange gemacht.

Sie gibt ihm acht Punkte dafür. Insgesamt streicht er dreißig Punkte ein. Und wie das so ist - gibt der Wunsch-Menü-Geber nur fünf Punkte, denn er schmeckt kein bayrisches Lebensgefühl in dem Dinner: Das kommt vermutlich daher, dass Florian weder Bayer ist noch sich dort befindet. Immerhin trifft er mit der schmalen Punkte-Zahl wohl genau den Geschmack des Senders.

Wäre nett, wenn der so auf seine Grusel-Frisur bestehende Matthias das Wunsch-Menü von Katharina kochen müsste - aber dafür wird Vox vermutlich sorgen!

Guten Morgen, Gruß Biene


9 Kommentare:

  1. Da weiss man ja wieder mal nicht, wo man anfangen soll!

    Wie immer bei Wunschmenü-Wochen überwiegt menschliche Niedertracht die kochrelevanten Fakten bei Weitem.

    Menügeber Mattias, feist-fies grinsend, ob seines schwer spontan umzusetzenden Menüs, weil es nicht nur saisonal speziell, sondern auch traditionell, d.h. jungen Menschen meist unbekannt, in der Zubereitung recht aufwändig und auf kleinkarierte Art regional, also quasi Heimwehgeschmackstechnisch unerfüllbar ist.

    Insgesamt ein von der Einkaufslogistik und dem Rechercheaufwand schon mal gigantischer Faktor, vom Zubereitungsaufwand der einzelnen Gerichte ganz zu schweigen, denn der unsympatische Bayer, liess bei keinem Gang Gnade walten, er knallte sogar ins Dessert 2 schwierige Komponenten.

    Florian reagierte gelassen, es zahlte sich wahrscheinlich aus, dass er 1. kochen konnte, 2. gewohnt ist, vor schwierigen Klassen als Lehrer zu bestehen und 3. in generalstabsmäßig vorbereiteten Lehrproben, Nerven aus Drahtseilen zu beweisen. Und 4. ist der freundliche Junge ganz einfach mit intelligentem Humor gesegnet.

    So brachte er das Kunststück fertig, in seiner winzigen Studentenküche unter U-Boot-Galeeren-Kampfeinsatz-Bedingungen ein anständigesr Menü zu servieren und nebenbei auf Gäste ein zu gehen, die zum größten Teil eindeutig nicht ins Fernsehen, sondern auf die Couch gehören.

    Ein Osman, der besser integriert ist in die deutsche Erbsenzählermentalität als mancher Karl-Heinz, gab z. B.folgenden herrlichen Satz von sich, als ihm nichts zu Nörgeln einfiel:
    "Wenn die Preiselbeeren nicht da gewesen wären, hätte ich sagen müssen, es hätte was gefehlt".
    Dabei wiegte er sein Osman-Köpfchen gequält hin und her, die Mundwinkel berührten die Schultern. Martina schaute ihn entgeistert an.

    Mattias - keine Worte.
    Florian hat ihn treffend karikiert und er sich selbst bis auf die Knochen blamiert mit seiner fassungslos erbärmlichen "5". Er hat den Kandidaten tanzen lassen, der konnte erhobenen Hauptes unter den Umständen das Bestmögliche liefern und wurde dann, mit Daumen runter, von einem bajuwarischen Möchtegern-Cäsar in ekelhafter Selbstjustiz abgestraft.
    Da hat jedes Alpenrind mehr Ehre und Anstand im Leib!

    Ja, und wo wir grade so schön beim Leib sind:
    Katharina. Auch ohne Worte.
    Eigentlich, denn sie quellen einfach so raus, da kann ich den Knebel gar nicht fest genug zurren:

    Warum nimmt ein derartiger Kunstmensch mit einer derartig artifiziellen Ernährung an so einer Sendung teil? Wem soll das was bringen - ausser noch einem Knüppel zwischen die Beine an seinem Dinnertag, pardon einem Sack Blumenkohlbollen auf die Arbeitsfläche.

    Und mittendrin, wenn das Dessert ansteht und man gerade ein letztes Mal so richtig am Rad dreht, weil der Teig nicht an den Äpfeln kleben bleibt, da kommt Klimpertussi in Teufelsküche und gibt mit wahrlich bezauberndem Stimmchen Unterweisungen für die Zubereitung des Zaubertrankes.

    Bei mir wäre das Zeug zu einer spontanen Kopfpackung geworden, das schwör ich bei meiner Oma Hedwig. Nicht so Florian, der verzweifelte noch nicht einmal angesichts der Pfannenuntauglichkeit dieser Masse, sondern kreierte flugs ein neues Dessert für die Carbfrau.

    Ach ja und Osman, wie gut dass der Mann nicht so viel von Kochen versteht, sonst hätte er gerafft, dass er beim Dessert schon wieder schweinisch gesündigt hat: Ich sage nur Gelatine!

    Was ich unbewusst summe, spiegelt oft das Dinner wieder, das ist manchmal ganz interessant. Gestern gabs immer wieder Helge Schneider "Bonbon aus Wurst" und "Katzenklo". Ich höre das so gut wie nie - aber es stand für das latente Irresein das gestrigen Abends.

    Heute wieder auf der Couch? Oder gleich aus der Anstalt?
    Keine Ahnung, aber ich bin dabei!
    Liebe Grüße von kalte Füße-Susi

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  2. Moin @ zusammen

    Florian aus Dortmund musste Matthias bay. Wunschmenü kochen.
    Ich hätte da schon etwas für den Pott typischeres Menü erwartet, schließlich lebt Matthias nicht mehr im Freistaat.
    Warum es Hirsch sein musste, verstand bestimmt selbst Matthias nicht, denn das Fleisch gibt es nicht übers ganze Jahr. Seine Aussage, es könnte ja ein tiefgefrorenes Fleisch sein, war albern.
    Im Nachhinein denke ich, er wollte dass der Nachkocher scheitert.
    Da Florian nach einiger Recherche wenigsten Rehfleisch bekam war schon mal gut, auch wenn es nicht unbedingt das Gleiche ist. Die Verkäuferin fand ich nicht gerade Kundenfreundlich, denn sie hätte wenigstens anbieten können den Reh-Rücken auszulösen. Als Student auf Lehramt fehlt ihm aber noch einiges an Allgemeinwissen, denn das Reh ist nicht die Frau vom Hirsch. Auch wenn es der gleichen Tiergattung angehört, ist es anders. Ein Kaninchen ist auch nicht die Frau vom Hasen.
    Florin hantiert in seiner kleinen Küche etwas chaotisch und suchte den Anfang. Nun gut, es kannte das meiste des Menüs ja nicht und konnte somit nicht planen. Mal gut dass er wenigstens einen Helfer hatte, der in der Hektik die Ruhe behielt.

    Empfang: für den Fall der Fälle, brachte sich Katharina ihr Essen mit. Ich fand es weitsichtig. Doch ein Florian ist bei so etwas nicht in Verlegenheit zu bringen, der weiß sich zu helfen. Florian hat ein Herz für Minderheiten und nahm den Mehraufwand lächelnd hin.

    VS: Leberknödel möchte ich das Produkt nicht nennen wollen. Die Knödelmasse war ja fast flüs-sig. Creme fraíche gehört dort auch nicht in die Suppe, aber irgendwo her muss ja Geschmack kommen. Aber fürs erste Mal kam es wenigstens geschmacklich gut an. Sogar Matthias lobte den Geschmack. Das Lob nahm er später bei der Wertung wieder zurück. - Zwiderwurz’n -
    Das war etwas daneben, Leberknödel mit Schweinespeck bei einem Moslem am Tisch geht gar nicht. Florian hatte sich aber 1.000 x entschuldigt uns brachte sofort Ersatz und Osman verzieh ihm.

    HG: das Rehgulasch war ihm gut gelungen, obwohl ich 4 Stunden schmoren etwas lang finde.
    Im Rotkohl war Zucker und Alk, also nichts für Katharina. Da hatte er extra Orangensaft im Rot-kohl und keiner schmeckte es. Die Breznknödel, bzw. Serviettenknödel waren ein Versuch, nicht ganz misslungen und kamen dennoch gut an. Die sogenannte Soße war flüssiger als flüssig.
    Für Katharina hatte er das Gulasch und die Knödel weggelassen. Dazu bekam sie den mitge-brachten Broccoli, der ein Blumenkohl war. Katharina war´s zufrieden.

    DS: die bayrische Creme, wenn man sie so nennen wollte, war nicht gestürzt. Die Apfelküchlein waren ein Fehlversuch, da änderten die aufgelegten Pfannkuchenstücke auch nichts dran. Die Vanillesoße war zum selbstgekauften Billigeis geworden. Wenn das der beste Gang war, wie Martina sagte, so verstehe ich die Wertungen noch weniger. Die Gelatine hatte Osman anscheinend nicht gestört, oder er weiß nicht aus was sie gemacht wird.
    Matthias hatte aus einem Fehlversuch quasi eine Art Kaiserschmarren als Schichtdesser im Glas für Katharina erstellt. Wenn ich mich recht erinnere, war da Zucker drin, den sie ja auch nicht isst.

    Teil 2

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  3. Teil 2

    Florian hatte sich schon recht viel Mühe gegeben, aber wirklich gutes Kochen muss er noch ler-nen. Kurz gesagt: „Er war überfordert, hat sich aber tapfer geschlagen.“ Als Lehrer kann ich ihn mir sehr gut vorstellen, denn er macht sich jetzt schon auf deine spätere Tätigkeit nicht nur Ge-danken, nein er lernt sogar fleißig Türkisch. Er hatte seine Nerven gut beisammen und lies sich nicht von den nicht ganz leichten Gästen schocken. Dass die meisten Türken Moslems sind und somit kein Schweinefleisch essen, hat er jetzt auch gelernt. Also da ist Potential vorhanden. Flo-rian war ein sonst aufmerksamer GG und immer bemüht seine Gäste zufrieden zu stellen. Hätte er nicht als Erster kochen müssen, er hätte sicherlich einige Fehler vermieden.
    Bis auf den bayrischen Grantler Matthias waren alle recht zufrieden mit seinem Menü. Die Wer-tungen waren somit auch z.T. seiner sympathischen Art geschuldet. Ich gönne Florian die 30 Punkte, auch wenn sie allgemein zu hoch waren, denn kein Gang ist wirklich gelungen.

    Katharina ist ein Wiederspruch in sich. Sie steht auf natürliches (clean) Essen, außer Fleisch und Fisch, aber selbst ist sie eher eine Kunstfigur. Bei Tieren würde man von „nicht artgerechter Haltung“ sprechen. Eine Liste mit den Dingen die sie isst, wäre weit kürzer gewesen. Diese Wimpern, die sie so gerne klimpern ließ, erinnern fast an einen Fächer aus Straußenfedern. Aber sie war bemüht sympathisch rüberzukommen und war sehr fair mit ihren 8 Punkten, die natürlich viel zu hoch waren. Das DS kannte sie nicht und will es ab jetzt nachkochen.

    Matthias ist schnell erklärt. Ein bayrischer Grantler, der alles gut findet und dann niedermacht.
    Ob und welche Kochkünste er besitzt, wird sich zeigen. Ich erwarte aber nicht viel. Seinen Kurs in bayrischem Dialekt bedurfte eigentlich Untertittel. Sicherlich war Osman noch nie so verwirrt, über die deutsche Sprache. Gelungen war hierbei auch die Parodie von Florian auf Matthias. Matthias wird sich daran auch messen lassen müssen. Seine 5 Punkte passten nicht zu seiner Loberei.
    Die Bayern sind zwar ein rustikales, aber ehrliches Völkchen. Da muss ein Saupreiß in den Ge-nen von Matthias vorhanden sein. – lol -

    Osman als Türke ist zwar Moslem, aber kein Radikaler wie er betonte. Ich fand es einfach toll, wie er die Entschuldigung von Florian annahm und 9 Punkte vergab.

    Martina ist noch ein geschlossenes Buch. Ihre 8 Punkte gaben mir zu denken, aber sie hatte al-les gelobt und ließ sich nicht von Matthias anstecken.

    Ich erwarte diese Woche kein hochwertiges Kochen, aber den Großkopferten Matthias habe ich schon jetzt ins Herz geschlossen.

    LG rudi

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  4. Ach so - und was ich noch mal loswerden wollte und bislang nicht konnte, weil dem Gatten zwecks späterer Implantierung VIER Zähne gezogen wurden und er extrem bedürftig war/ist, so dass ich nicht zum Schreiben kam, also:

    @ Rudi:

    Ich wünsch dir das Allerbeste für deine OP und anschliessende REHA - ich selbst habe vor 4 Jahren eine neue Hüfte, eine sog. TEP betonfrei bekommen, mit Periduralanästhesie, auch Rückenmarksspritze genannt.
    Ich fand sowohl die OP vollkommen erträglich, vor allem hatte man nicht die Maleschen nach der Vollnarkose, als auch die neue Hüfte.
    Was hatte man mich vorher voll geunkt, wie es nette Menschn so gerne tun, aber ich fand es grenzte an ein Wunder: Plötzlich keine Schmerzen mehr, man konnte das Gelenk schnell komplett benutzen, das hatte sich gelohnt.
    Hätte ich das früher gewusst, hätte ich die blöde Arthrosehüfte niemals so lange ertragen.
    Also Rudi: Alles erdenklich Gute (und hübsche nette Schwestern, die dir leckeres Essen servieren) wünscht dir Susi

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    1. Danke liebe Susi,

      ich mache mir da keinen großen Kopp, das wird schon werden.
      Von einer Rückenmarkspritze werde ich aber absehen.
      Heute ist das ja ein Routineeingriff und es wird ja immer besser mit dem Operieren.
      Narkose ist heutzutage auch kein Problem mehr, da hat man anschließend keine Probleme.
      Früher war das etwas arg, denn beim Aufwachen hat man gefroren und es war einem schlecht.
      Das ist vorbei und es wird genau auf die Länge der OP dosiert.
      In 2 Wochen habe ich das ja hinter mir und es darf geheilt werden. – lol –
      Was das Essen im Krankenhaus betrifft, das ist dort einfach nur schrecklich.
      Das hat was mit humaner Sterbehilfe zu tun.
      Da müssen einen die Schwestern schon sehr ablenken, wenn man das essen will.
      Aber in der Reha soll es gutes Essen geben.

      LG rudi bei trockenen 20°C

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  5. Hallo Rudi, es ist mir ein Bedürfnis dir auch alles Gute für die OP
    zu wünschen.
    Anschließend kannst du dann wieder das Tanzbein schwingen.
    Ich bin im Umzugsstress und daher nur kurz anwesend.
    Liebe Grüße in die Runde, eure Anna

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    1. Danke liebe Anna,

      da bin ich ja gespannt mit dem Tanzbein. – lol –
      Viel Spaß beim Umzug und hoffentlich geht alles gut aus.
      Ich wünsche dir viel Glück im neuen Heim.

      LG von rudi Humpel

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  6. Oh Himmel hilf!

    Vorletzte Woche gefiel es Dauertief Barbara die Nerven der Zuschauer in der Profiwoche zu strapazieren, letzte Woche hat kleine Sonja bewiesen, dass sie nicht nur rechnen, sondern auch ganz gewaltig taktieren und niedrig punkten kann, um so zum Schluss natürlich völlig überrascht die Siegprämie einzustreichen. Zwei Katastrophenkandidatinnen mit jeder Menge Lästerpotential. Aber diese Woche setzt Vox fast noch einen oben drauf und ich habe sofort drei neue Lieblinge auf einen Schlag. Das ist doch für den Montag eine ganz anständige Ausbeute, oder?

    Und wieder einmal wie schon so oft in den Wunschwochen lässt ein Menügeber selbstgefällig und selbstverliebt den Gastgeber des Abends wissentlich ins offene Messer laufen und verlangt, obwohl saisonal nicht machbar, dass trotzdem ein Omma-Gedächtnis-Hirschgulasch serviert wird. Da gibt es doch ganz bestimmt irgendwo bei irgendeinem guten Metzger etwas tief Gefrorenes! Ich finde diese Art, jemanden vorzuführen und zu dem Zeitpunkt noch unbekannter Weise von hinten ein Bein zu stellen, einfach nur schäbig. Genauso schäbig seine Bemerkung zum Hauptgang: „Ich tu’s nicht gern, Florian, ist aber lecker!“ Wer so argumentiert, lässt auch eine nicht gestürzte, ja Himmel hilf, Bayerisch Creme in die Bewertung mit einfließen.

    Ebenfalls habe Katha, Fan von Klicker-Klacker-super-lashes, in mein kleines Herz geschlossen, deren Geschmacksknospen schon mit Magerquark und Protein-Kaiserschmarrn Achterbahn fahren. Sooo lecker, das macht sie sich jetzt zu Hause auch öfter. Ich glaube, der Anteil der Dosen mit Pülverchen, Eiweißen und Proteinen zur Optimierung des gestählten Körpers überwiegt den Anteil der „echten“ Lebensmittel in ihrer Küche. An die veganen und laktoseintoleranten Kandidaten hat man sich ja schon fast gewöhnt, aber dass Gäste mittlerweile ihre eigenen Lebensmittel mitbringen ist schon ein wenig skurril. Das heißt letztendlich fünf Mal Extrawürste für die ach so gar nicht komplizierte Esserin. Herrlich anzusehen war auch, wie sie ganz, ganz vorsichtig am Wasserglas nippte, nicht, dass sie aus Versehen noch ein klitzekleines Kalorienchen mit runter schluckt.

    Und zuletzt Osman, das sensible Künstlerseelchen, mit hängenden Mutti-Mundwinkeln und weinerlichem Stimmchen, und so brach es aus ihm konsterniert heraus: „Warum sieht mein Dessert so hart gekocht aus???“ Und er ließ einen sorgenvollen Blick in die Desserttassen der anderen schweifen. Und als ob es Fügung wäre und der Himmel ein Einsehen hatte, schmeckte erstaunlicherweise das Austauschdessert völlig anders….

    Gäste wie diese braucht kein Mensch!

    Aber der pfiffige Florian ist durch seine Lehrertätigkeit krisenerprobt, zudem mit Intelligenz und einer großen Prise Humor gesegnet. Bei diesen Gästen und zwei Wunschmenüs hat es ihm nicht den Boden unter den Füßen weggezogen. Das hätte so manch einer nicht so locker aus dem Ärmel geschüttelt. Und so ganz nebenbei war er ebenfalls ein sehr guter und aufmerksamer Gastgeber. Das verdient Respekt!

    Bin heute etwas spät dran, weil ich gerade erst im MK gucken konnte.

    Draußen ist es sonnig, aber es riecht nach Herbst. Hm…. Mit frisch geschnittenem Pony grüßt Regine







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    1. Hoffentlich nicht zu kurz, Regine. Ich trage seit ich denken kann meine blonden Fransen mit Pony bis zu den Augenbrauen und ich hasse es, wenn ein fieser Friseur den zu kurz schneidet, da seh ich so was von oberdoof aus - ich kann es kaum ertragen.
      Erinnerst du dich noch an die frühen Film-noir-krimis mit Barbara Stanwyck, so in etwa - grusel.
      Also ich hoffe dein Pony ist wie der von Sophie Marceau oder Krystle Carrington? (Keine Ahnung, wie die in echt heisst) obwohl es ja auch Menschen gibt, die selbst ein kurzer Pony keineswegs entstellt, siehe Audrey Totou alias Amelie.
      So jetzt mach ich mal Schluss, ist ja schliesslich kein Frisurenblog, gell?
      Also, in der Hoffnung, dass du dich im Spiegel beschauen magst, verbleibe ich mit besten Grüßen, Susi

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