Mittwoch, 19. August 2015

18. August 2015 - Vox - Goodbye Deutschland -



Sonne, Wind und Meer

und ein Vater, der über sechs Jahre um das Sorgerecht für seine Tochter Angie gekämpft hat. Nun leben beide auf Teneriffa, und es fühlt sich eher wie eine Flucht als ein Neuanfang an. Jörg tingelt als Nageldesigner per Bus über die Insel - um die Nägel der wenigen Kunden zu verschönern, die er bislang hat.

Den Nagel auf den Kopf trifft er nicht, wenn es um die Belange seiner vierzehnjährigen Tochter geht: Sie kann sich weder mit der Sprache noch mit den Klassenkameraden anfreunden. Und vermutlich fehlt da auch ein bisschen der Wille. Pubertät?

So dümpelt Jörgs Leben vor sich hin, in dem ihm angeblich nicht mal viel Zeit für die Heranwachsende bleibt. Beruflich wenig ausgelastet, verbringt er offenbar den Rest damit, über Steuern, Rücklagen und spätere Rente nachzudenken. Oder steht das gar nicht auf seinem Zettel?

Ein anderer Familienvater steckt gern den Kopf in den Sand und wandert mit seiner Frau und den beiden Kindern zum Vater nach Kroatien aus. Dort hat Vater Strauss ein Haus, und der Sohn möchte in der Nähe ein Hostel eröffnen. Die Probleme zwischen seinem Vater und seiner Frau sind nicht nur vorprogrammiert, sie wurden in vergangenen Urlauben bereits erprobt - und für vorhanden erklärt.

Das geplante Hostel ist mehr als eine Baustelle, man könnte es auch Ruine nennen. Doch unverdrossen frohen Mutes quatscht Oliver Strauss sich sein Leben schön - und das alles wegen dem Meerblick vom neuen Domizil. Der kann leichter langweilig werden als mein Blick auf meine Großstadt, soviel steht fest.

Beide Geschichten bieten jede Menge Potenzial, weiter erzählt zu werden: Und noch haben die Protagonisten weder auf Teneriffa noch in Kroatien so wirklich die Karten auf die Tische gelegt. Da gibt es noch so einiges zu entdecken, aufzudecken - und den Zuschauer zu erschrecken.

Wir werden es abwarten können.

Guten Tag, Gruß Biene


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