Mittwoch, 22. April 2015

22. April 2015 - Stille Stunden -

Foto von gestern abend

Alles zusammen

ergibt die Welt, in der wir leben. Etwa 1750 Menschen haben bislang in diesem Jahr auf der Flucht übers Meer ihr Leben verloren, und die Welt sieht zu. Auf der anderen Seite der Kugel Erde wartet man sehnlichst auf die Niederkunft von Herzogin Kate. Während der FC Bayern München sich über einen 6 : 1 Sieg freut, ärgern sich viele Leute heute über den Streik bei der Deutschen Bahn.

Manche feiern heute Geburtstag - andere gehen vielleicht zu einer Beerdigung. Wieder andere hoffen nur auf einen einigermaßen schönen Tag, der ihnen keine schlimmen persönlichen Nachrichten beschert. Aber im ernst kann man nicht ständig an drohendes Unheil denken, sonst vergisst man das Leben. Die Erde ist ein Jammertal, aber auch ein Freudentempel. Und manchmal auch ein Tollhaus.

Ein Ex-SS-Mann bittet mit 93 Jahren um Vergebung. Ein paar späte Worte gegen soviel erlittenes Leid. Was soll man tun? Das müssen die noch lebenden Opfer und letztlich die Gerichte entscheiden. - Europa schürt die Not in Afrika. Für Labor-Gorillas werden Menschenrechte erstritten. Es geht um die Frage, ob man im Gedenken an die Opfer der jüngsten Flugkatastrophe nun 150 oder doch nur 149 Kerzen anzündet.

Tagtäglich dramatisch schlimme Nachrichten, aber auch so viele zum Schmunzeln. Und zwischendurch sogar viel normaler Alltagskram, der froh oder ärgerlich macht. Viel Beschäftigung mit banalen Dingen - und manchmal eben auch mit den wichtigen Dingen dieser Welt.

Eine wirkliche Rettung der Welt sehe ich nicht, aber einen kleinen Hoffnungsschimmer, falls jeder seinen Teil dazu beiträgt. Dieser Teil beginnt im ganz Kleinen. Beim täglichen Einkauf zum Beispiel. Bis sich die nächste Katastrophe auftut, die uns sprachlos macht - und der wir doch durch unser Alltagsgeschäft wieder entkommen. Wollen, können, entkommen müssen.

Bevor die neuesten bösen Nachrichten mich überrennen oder die guten Meldungen überhand nehmen, sage ich mal:

Es ist die einzige Welt, die wir haben. Machen wir das Beste draus. Einen anderen als diesen dürftigen Rat habe ich nicht.

Gruß Silvia

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen