Samstag, 11. April 2015

10. April 2015 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Bonn bei Andreas

Foto: S. B.




Aperitif: Bicicletta
Vorspeise: Lachs-Spinat-Rolle im Parmesanmantel auf Rucolabett mit Himbeervinaigrette und Walnüssen
Hauptgang: Hähnchen toskanische Art
Nachspeise: Basilikum-Mousse mit Prosecco-Erdbeersoße und Panna cotta an frischen Himbeeren

Ziemlich beste Freunde

sind Andreas und sein Mann Norbert, verheiratet, verliebt und auch treu, wie er erklärt: Denn gerade an der Treue hapert es bei anderen Schwulen oft. Das ist bekannt, aber die Treue hin oder her oder Untreue hier und da - ist ein anderes Thema.

Ziemlich gern ins Fernsehen wollte Andreas und hat sich darum beim Dinner beworben. Shopping-King ist leider keine Option als Fortsetzung der TV-Präsenz, denn als Stilberater ist er doch deutlich im Vorteil: Außer, er fände auf seiner Shopping-Tour nicht solch ein Designer-Flatterhemd oder es würde einfach das Budget von 500 Euro sprengen, dann könnte er genau so dumm da stehen wie andere. Das ist mal ein Hemd für den ganz großen Auftritt von Sammys Papa.

Und irgendwie passt das Hemd authentisch in seine Wohnung. Als ehemaliger Kripomann hatte er es vielleicht nicht immer ganz so einfach - und es war nicht nur der Rücken, der vor dem harten Job in die Krümmung ging.

Obwohl Norbert das genaue Gegenteil der heutigen Leute ist und NICHT ins Fernsehen wollte, lässt er sich schließlich doch breitschlagen und macht das Spielchen mit, ein bisschen wortkarg, aber seinem Liebsten zuliebe. Sammy hat weniger Probleme, ihn interessieren sowieso andere Dinge.

Langsam denke ich bei Wassili an Tranquilizer, und als er den Nachtisch auch noch als "Bombe" bezeichnet, schläft er gleichzeitig beinahe ein. Irgendwie fehlt mir da doch sehr viel an Energie, die er zum Beispiel auch aufbringen musste, um seine Frau zu erobern, als diese bei ihrem Kennenlernen noch mit einem anderen Mann zusammen war. Oder hat sie die Initiative ergriffen?

Schließlich gewinnt Andreas aus verschiedenen Gründen verdient diese Dinner-Woche mit achtundzwanzig von dreißig möglichen Punkten: Gekocht hat keiner und keine wirklich meisterhaft, aber er ist ein sympathischer Typ. Und der Tierschutz scheint ihm wirklich sehr am Herzen zu liegen. Ich habe mich mal auf seiner Facebook-Seite umgesehen. Auch, wenn die gekörnte Brühe nicht ganz ins Programm passt - aber Fehler passieren eben jedem.

Und diese ehrliche Freude: "Sammy, der Papa hat gewonnen!"

Sammy ist übrigens sein hübscher Kater!

Guten Morgen, Gruß Biene


2 Kommentare:

  1. Der Sonnenkönig höchselbst lud gestern zum Diner nach klein-Versailles. Ach Gottchen, Andreas. Ja, du hast es hübsch in deinen lindgrünen Puppenheim, zwischen Lüstern aus Pariser Opernhäusern, Kunst und opulenten Gemälden von Urgroßvätern.
    Und dem restaurierten Ebenholzflügel, an dem du singst, von Norbert begleitet, warum muss ich nur an "Ödipussi" und seine Mama denken, die immer das "Lied von der Forelle" trällerte, während ihr Untermieter dazu spielte, dem sie gelegentlich "Püree aufbriet"? Immer schweif ich ab!.

    Andreas aber, der hat alles fein poliert, vergoldet und verstuckt, er sollte nur dran denken, bevor Besucher kommen, rechtzeitig die rote Schnur auszuhängen, wenn das Museum zur Besichtigung frei gegeben wird.

    Eines ist gewiss: Das Interieur machte wohl soviel Eindruck, dass es gelang, ein mit Wohlwollen als mittelprächtig zu bezeichnendes Essen als Siegermenü zu küren.

    Schon die Vorspeise liess mich kichern: Unsere kleine Kirchengemeinde hat in den frühen 90ern ein nettes Kochbuch rausgebracht, von allen Hausfrauen des Ortes Rezepte gesammelt, gedruckt und gebunden.
    Dort steht unter der Rubrik "Partyrezepte" die Käse-Lachs-Spinat-Rolle. Oft kopiert, lecker, einfach, gut vorzubereiten, fehlte auf keinem Buffet.

    Die hat er auch ganz famos geschmiert und gerollt, der Andreas, bis auf den Spinat, da hätte ich immer frischen genommen, den kann man sogar noch besser verteilen, man muss nur die Flüssigkeit gründlich absieben.

    Aber dann kam dieses Hühnergemetzel. Die Namensgebung ist vermutlich die Rache am italienischen Volk, das laut gestrigem Gastgeber lange nicht so gastfreundlich ist, wie das spanische und die Preise dort, nicht Norbert? "Seh ich auch so", antwortete der brav und ich glaube, das war des Ehegattens einziger, aber nicht unwichtiger verbaler Beitrag.

    Jedenfalls firmierte das Geflügelgericht unter "Toskanisches Huhn", was ebenso wenig mit dieser norditalienischen Region zu tun hat wie "Toast Hawai" mit jenem Südseestaat.

    So einen Hühnerauflauf fertige ich, wenn Zeit und Lust knapp sind, wenn Zutaten schnell mal zusammengerafft werden und im Garten noch ein paar Kräuterbüschel rumstehen.

    Diese Marinade ist eine Art Resteverwertung von allem, was auf dem Frühstückstisch weg muss und Soja- und Chilisosse steht auch noch rum, ach nimm noch`n Schuss Ketchup, is nie falsch und Schatz, hinten im Kühlschrank, die Preiselbeeren, so entwickeln sich dann Papas Spezialmarinaden.

    Die so vorgeätzten , noch dazu kleingeschnittenen Hühnerbrüste anzubraten und dann noch für 45 min in den Ofen zu verfrachten, da war die Trockenheit vorprogrammiert.
    Und alles in einem Topf weiter zu schmurgeln das ist was für den täglichen Abendbrotstisch, aber doch nichts für ein perfektes Dinner im Spiegelsaal von Ludwig dem Zahlreichsten.
    (Die gekörnte Hübrüh. erwähne ich nur abgekürzt und in Klammern)

    Keine Ahnung welchen Stoff die Gäste geschnupft hatten, dass sie ob dieses Tellergerichtes so verzückt waren.

    Nebenbei ereilt mich auch die drängende Frage nach dem Designerhemd des Hausherrn: Wollte es in die Freiheit? Unten raus und weg? War der Kragen noch nicht fertig oder abgerissen? Und warum wurde das Jackett/Sakko darüber zugeknöpft? Ungerne wüßte ich mehr darüber.

    Auch das Dessert - eine Orgie an Gela(n)tine - riss mich nicht vom Hocker, ich weiss um`s Verrecken nicht, warum Menschen den Dessertwert von Basilikum so hoch einschätzen. Ich tue das nicht. Summasummarum war das Essen allenfalls 7 Pünktchen wert, für das fürstliche Ambiente und den liebenswerten Gastgeber noch einen drauf.

    Bei Andreas Schlussworten wähnte man sich auf der Oscarverleihung: Dass er selbst und ausgerechnet beim Finale und jetzt auch noch den Sieg und sein Dank geht an.. Mal im Ernst, Freude ist ja was Schönes, aber man muss doch die Relationen wahren, gell?

    Hier scheint noch eine nette Sonne, das soll aber bald aufhören, sagt man, ich halt mir einfach die Ohren zu und singe "Lalalala", liebe Grüsse Susi

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  2. Ach Susi, die Hü.Brüh., die Alnaturale, die Gekörnte, die war doch durch und durch Bio, dann geht das schon!

    Und das unfertige? Designerhemd (hat wahrscheinlich 249,90 € gekostet) hat mich doch sehr an das Schlossgespenst Hui Bu erinnert. Diese Kassette war der absolute Favorit meiner Schwester und sie hat dies bis zum Abwinken gehört und mich damit fast in den Wahnsinn getrieben.

    Ein sonniges Wochenende wünscht Regine

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