Sonntag, 11. September 2016

11. September 2016 - Nine Eleven - Vom 11. September 2001 bis zum 11. September 2016

Manhattan: Twin-Towers
Glasklare Erinnerungen

an den 11. September 2001 haben sicherlich fast alle Menschen: Sie wissen, wo sie sich aufgehalten haben, wie sie die schreckliche Nachricht erhalten haben, wie sie sich gefühlt haben -

und das unterscheidet diesen Tag von vielen anderen. Oder wüsste jemand auf Anhieb, was er am 27. August 2004 getan und gedacht hat?

Ich war am 11. September 2001 in Holland in Oostkapelle auf Zeeland. Ich hatte dort ein kleines Feriendomizil und war - außer an den Wochenenden - allein dort (mit meinem Hund Prinz).

Mit Prinz kam ich von einem Strandspaziergang zurück - und hatte einen im Nachhinein vielleicht schrecklichen Gedanken:

Mir war langweilig. Ich stellte die 15.00 Uhr-Nachrichten im Fernsehen an - und hoffte auf eine vielleicht kleine Skandalmeldung. Irgendwas, das mich erheitern könnte - an diesem sonnigen Tag.

Was dann folgte, war kaum zu ertragen - In den Nachrichten wurde ein Flugzeug - es sah wie ein Kleinflugzeug aus - gezeigt, dass in einen der Twin-Towers in New York flog.

Dann brachte der Sprecher die Nachrichten hinter sich, man ging zum normalen Programm über ...

doch nach ein paar Minuten wurde diese Sendung zugunsten weiterer tagelanger Nachrichten unterbrochen.

Nun war klar, dass es kein Kleinflugzeug war und kein Unfall - es waren zwei Passagiermaschinen, die mit Absicht in die Türme gesteuert wurden.

Zeitgleich wurde ein drittes Flugzeug ins Pentagon in Arlington/Washington gelenkt. Eine vierte Maschine, deren Ziel vermutlich das Weiße Haus war,

wurde mit Hilfe der Passagiere zum Absturz gebracht - und hat nicht den gewünschten Erfolg gehabt.

Jetzt in dem Moment, in dem ich dieses schreibe, bekomme ich noch immer eine Gänsehaut,

denn wir anderen Menschen, die nicht unmittelbar von diesem schrecklichen Terror-Anschlag betroffen waren,

konnten hautnah via Fernseher daran teilhaben. Und haben im Nachhinein noch von vielen traurigen Einzel-Schicksalen gehört.

Die Bericht-Erstattung dauerte bis in die Nachtstunden - und irgendwann konnte ich vor Erschöpfung und trotzdem einschlafen, so sehr ich auch innerlich aufgewühlt war.

Hinzu kam, dass ich dort ganz alleine war. Es war ein Dienstag und der Freitagabend noch weit ... Wenigstens hatten wir damals bereits Handys und konnten miteinander telefonieren.

So habe ich aber nicht mitbekommen, wie hier in meiner und in vielen Städten die Menschen mit Kerzen auf die Straße gingen und öffentlich trauerten.

Das war in Holland nicht so. Zum Teil war es auf einmal ein völlig fremdes Land für mich, in dem ich mich während der Terror-Anschläge befand.

Und ich war nicht allein an meinen kleinen Urlaubsort gefesselt, sondern kam herum auf Zeeland. Nirgendwo habe ich diese Betroffenheit gespürt, von der ich in meiner heimischen Zeitung täglich lesen konnte.

Das waren harte Tage, bis am Freitag endlich jemand anreiste, mit dem ich mich austauschen konnte.

Guten Tag, Gruß Silvia








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