Mittwoch, 5. November 2014

4. November 2014 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Schwerte im Ruhrgebiet bei Lothar

"Ruhrgebiet trifft Vietnam"
Aperitif: Blütenstaubsekt
Vorspeise: Sommerrolle mit Garnele
Hauptspeise: Schweinerippchen mit Sate und Currywurst
Dessert: Grüner Duftreis mit Flankuchen in Kokossoße


You Were Always On My Mind

Lothar ist der größte Elvis-Fan von Schwerte, und der King ist immer in seinen Gedanken, wenn er ihn auch als Radio-Moderator heute nicht mehr allzu oft "spielen" kann. Es kommen ja immer wieder Elvis-Gedenktage, da darf der King mal so richtig abrocken.

Durch eine Begegnung mit Peter Maffay kam er zu World Vision Deutschland, und seitdem hat er ein Patenkind in Vietnam. Tue Gutes und sprich darüber! Sei noch besser und fahre mal eben nach Vietnam. Und dann gehe hin und verbrate das Ganze beim perfekten Dinner. So ist die Reihenfolge. - Manch einer besucht nicht mal sein Patenkind, das drei Straßen weiter wohnt. Nicht so Lothar: Er ist mit dem Motorrad 15.000 Kilometer nach Vietnam gedüst, um das Kind einmal zu sehen. Nicht erwähnt wurde, mit wem und wie vielen Leuten zusammen er diesen Trip gemacht hat.

Mitgebracht hat er viele Fotos, ein Buch daraus gemacht - und eine Affinität zur vietnamesischen Küche. Wobei ich hinter dem Wort Küche ein Fragezeichen gesetzt haben möchte.

Der in Schwerte ansässige Lothar hat eine Frau und einen Sohn - und Geckos und Schlangen und den Hund Jacky. Die Schlangen gefallen besonders Nathalie, denn ein jeder reiht sich dort ein, wo er hingehört. Ach nein, das wäre vielleicht ungerecht den Schlangen gegenüber.

Damit sein Menü authentisch Ruhrpott trifft Vietnam wird, hilft ihm die Vietnamesin "Gottes Wille" (ihren vietnamesischen Namen habe ich mir leider nicht merken können). Und so schleichen die beiden durch die Küche auf dem Weg hin zur totalen Entschleunigung. Man könnte denken, die ganze Küchen-Arie sei in Zeitlupe gedreht worden.

Nathalie beklagt Matteos laute Stimme, während Malte die Stimme versagt, sobald er nach Wörtern sucht und Jens plaudert einfach locker vom Hocker. So trudeln die vier Konkurrenten in Schwerte ein, sicher ein unvergessliches Erlebnis.

Matteo mit dem obligaten Designer-Täschchen am Gürtel und kurzer gelber Hose. Ihm steht das. Und egal, aus welcher Design-Schmiede das Täschchen nun wirklich stammt - es baumelt an ihm wie sein Markenzeichen. Manch einer setzt Zeichen, andere setzen auf Marken. Er könnte aber ein ganz Netter sein, man wird sehen. Und manch eine junge Dame vor dem Bildschirm könnte das bald in Natura feststellen: Matteo ist auf der Suche nach einer hübschen Frau. Wer sich für hübsch und vorzeigbar genug hält, darf sich sicher gern bei Vox melden.

Lothars Sommerrolle mit den grob geschnittenen Zutaten wird von ihm höchstselbst hochgelobt. Und seinem Hauptgang widerfährt das gleiche. Ein paar Rippchen mit ein paar einsamen Stückchen Curry-Wurst: So ist es, wenn sich das Ruhrgebiet mit Vietnam paart? Oder auch nicht. Ein Nachtisch kommt in kunterbunt aus der Küche, und Nathalie findet fast nur ganz liebe Worte.

Lothar bekommt neunundzwanzig Punkte. Malte hat sich lediglich zu fünf Punkten durchringen können, womit er sicher nicht ganz falsch liegt. Aber trotzdem: Verliert er außer Wörtern auch Punkte? Taktiert er gar? Und die Frage der Woche: Findet er heute alle verloren geglaubten Wörter wieder?

Guten Morgen, Gruß Biene

4 Kommentare:

  1. Moin @ zusammen.

    Auf zu Lothar nach …. Wohin denn nun, Schwerte im Pott oder Vietnam?
    Die Idee von Lothar finde ich erst mal gut, sich ein Patenkind in Vietnam zu suchen und dann noch mit dem Motorrad hinfahren. Dies erfordert nicht nur Zeit und Geld, dafür braucht man mehr als Mut und ist ein reines Abenteuer. Es ist schon fast ein Wunder, dass er auf den 13.000 km nicht krank und auch nicht überfallen wurde. Was ihm allerdings leichter fiel, die Fahrt oder das Kochen, wird man sehen.

    Den Einkauf erledigte er per Motorrad, da er Elvis-Fan ist. Elvis und Motorrad, habe ich da was verpasst? Vielleicht ist das in Schwerte normal, dass der Metzger auch Gemüse verkauft. Bis auf ein altes Bild von Elvis, mit vielen Autogrammen drauf, sah ich nicht viel in seiner Wohnung. Ein Elvis-Fan-Light würde ich mal sagen.

    Zum Kochen brauchte er eine tatkräftige Unterstützung, eine Vietnamesin, die ihn quasi als Lehrling ansah, bzw. ansehen musste, denn Lothar war weder der Geschickteste noch der Talentierteste. So gesehen hat das Zusehen Spaß gemacht, wie die kleine Frau ihn Strammstehen ließ. Ganz burschikos holte sie sich einen Tritt, von wegen gib mir mal, weil du größer bist. Nix da, jeder hat seine Aufgabe und behindert ist sie ja nicht. Diese europäische Einstellung, vom wegen Gentleman läuft in Süd-Ost-Asien nicht.
    Es wäre allerdings interessant, was bei Lothar ohne Hilfe herausgekommen wäre.
    Nun gut, aber eines war schon mal sicher, es gab keinen Einheitsbrei, der schon hunderte Male zu sehen war. Als Einzelsegment vielleicht, aber nicht in der Komplexität. So gesehen fand ich es toll.

    Empfang/Aperitif: beim Anblick von Matteo fiel mir der alte Witz ein: „Haben sie noch nie einen femininen Mann gesehen?“ „Doch schon, aber noch nicht in Aquacolor.“ Wer zieht den Mann eigentlich an? Aber er brachte Farbe in den Abend.
    Als guter GG hätte er auch fragen können, wer was wie möchte und nicht einfach, hier Vogel friss. Dass es nicht allen mundet verwundert nicht.

    VS: gut, diese Art von Frühlingsrolle kannten wir schon und auch, dass sie kalt serviert wird. Dass TN am pD quasi Neulinge und unerfahren sind, ist ja nicht so selten. Gut fand ich dabei, dass er es den Gästen frei ließ, mit der Hand oder Stäbchen zu essen. Zumindest Matteo und Malte versuchten sich, mehr oder weniger gekonnt, mit den Stäbchen. Nathalie, die es im Vorfeld strikt ablehnte mit den Händen zu essen, änderte ihre Meinung umgehend. Die Frühlingsrollen kamen sehr gut an und auch die 3 Dips wussten zu überzeugen. Ich würde mal sagen, die Gäste sind nicht gerade verwöhnt und fanden sicherlich das exotische daran am besten. Eine Kochleistung fehlte aber. Warum zur Fischsoße noch Salz hinzu kam, hat sich mir nicht erschlossen. Vielleicht hat er es nur so erzählt, weil er sich wenig auskannte.

    Teil 2

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  2. Teil 2

    HG: heute gab es Allerlei, u.a. Schwein mit Schwein. Das hatte was von Fastfood. Wie am Tisch erwähnt wurde, kamen auch mir die Rippchen etwas trocken vor. Die Currywurst war ja nicht von ihm selber erstellt, er hatte sie nur gebraten, ohne Raffinesse. Leider wurde sie nur von ihm selber bewundert. Pommes aus Süßkartoffeln, nun ja. Hier auch wieder Fischsoße und Salz im Dipp. Currywurst mit Pommes Schranke wäre genauso angekommen, nur hier war noch ein Rippchen dabei. Also zu einem pD eher weniger tauglich.

    DS: dass der Duftreis seine grüne Farbe durch die Pandan-Essenz erhält konnte Lothar nicht so wirklich erklären, wobei ihm auch der Name entfallen war. Der Kokos-Pudding war auch so ein Einfachgericht. Angerichtet für einen Kindergeburtstag.

    Im Ganzen gesehen hatte sich Lothar schon was Neues/anderes ausgedacht. Leider reichten seine Kochkenntnisse nicht und ohne die Vietnamische Hilfe wäre alles nichts geworden. Sein Talent ist halt das Sprechen und nicht das Kochen. Dennoch muss man sagen, den Gästen hat es gemundet und Lothar war ein bemühter, guter GG. Ein pD für unser Verständnis war es natürlich nicht. Dass vom Kochen wenig zu sehen war, würde ich jetzt nicht so arg schlimm ansehen, es wurde auch kaum gekocht. Das war mehr ein anrichten von Fertigzeugs. Ich fand Lothar sympathisch und nicht aufgesetzt. Der Abend war etwas ruhiger. Das Motto hätte allerdings anders lauten müssen, vielleicht wie: „Vietnam im Pott“, denn der Pott fand nicht statt.

    Bei den Gästen sieht es etwas anders am 2. Tag aus. Jens ist jetzt schon müde und muss selber unterhalten werden. Malte taute langsam auf, verhaspelte sich aber öfters, was Jens lustig fand.
    Matteo baute eine Nummer kleiner, besonders wenn Nathalie neben ihm saß. Beim Wein wirkte sein Wissen hilflos und Lothar verweigerte ihm nähere Angaben. Nathalie war heute etwas ver-träglicher.
    Weit gereist scheinen die Gäste nicht zu sein, denn einen Wasserbüffel Bock zu nennen, hat was von Ahnungslosigkeit.

    LG rudi

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  3. Ruhrgebiet trifft Vietnam :-)

    ...so das Motto des Abends. Die Kommentare der Gäste beim Lesen der Speisekarte kamen für mich arrogant rüber und gingen mir zunehmend auf den Docht ! Totale Ahnungslosigkeit überspielt mit dümmlichen Sprüchen... ja stimmt, ich war gestern etwas genervt unterwegs :-(

    Lothar ist ein sympathischer Mann, mit einer noch sympathischeren Stimme. Sein Motto war schnell erklärt und seine Schnippelhilfe paßte zu ihm: Sehr freundlich, sehr selbstbewußt aber auch sehr laaaangsaaaam ;-) naja "In der Ruhe liegt die Kraft" und was dabei rauskam, konnte sich sehen lassen.

    Die Sommerrollen kannte ich schon von einem vorherigen pD, sie sahen nicht perfekt aus - aber die Erklärung dafür war lustig :-)
    Das Hauptgericht ist bei FB nochmal als Foto zu bestaunen und macht dort einen recht passablen Eindruck.
    Und das Dessert war bunt und erinnerte mich an die Deko in unserem "Son Ha" - einer vietnamesischen Gaststätte hier in der Gegend.

    Sicher hatte es mit einem perfekten Dinner nichts zu tun, aber es spiegelt seine Liebe zu Land und Leuten wider. Mir hat sein Menü gefallen und ich hätte gern von allem gekostet !

    Heute Abend wirds sicher lustig, Daniel Werner hatte den Malte als Träumerliesel bezeichnet, kann ja sein, dass er am Herd auftaut *freu*.... uppps lieber nicht zu früh gefreut, die Ausschnitte lassen einiges erwarten.....

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  4. Good morning Vietnaaam ! Hoffentlich konntest du ruhig schlafen nach dieser dilettantischen kulinarischen Übernahme.
    Das war die grobmotorische, folkloristische Touriversion einer jahrtausendealten Kochkultur. Aber klar: Da war ja noch der Clash mit dem Pott.
    Erinnert mich irgendwie stark an die Pusztawelle der 60er wo überall Paprika rangedonnert wurde und das war dann ungarisch oder Zigeuner.

    Aber Lothar war ja in Vietnam. Und hätte gut daran getan, im letzten Herbst einen Volkshochschulkurs "Vietnamesische Köstlichkeiten" zu belegen. Damit hätte er wahrscheinlich weit mehr Kenntnisse der Küche dieses Landes vorweisen können, als mit der gezeigten Schmalspurversion.

    Vorspeise: Ausnahmsweise muß ich der engelsgleichen Nathalie Recht geben: Das war Rohkost, grob geschnitten, weshalb sich die Aromen der Sommerolle auch nicht harmonisch zusammenfügen konnten, sondern oft plötzlich ein Geschmack störend dominierte.
    Über die Fertigflaschen gespritzten Tunken will ich mal dezent den Mantel des Schweigens breiten. Aber es ist schon vermessen, es raffiniert zu finden, dass man drei verschiedene davon serviert. Potzblitz!

    Hauptgericht: Ebenso. Schlichte Grillmarinade mit Fertigprodukten, die Wurst vom Schlachter, das Pulver, für die Pommes fertig, Süßkartoffelpommes, na und?

    Nachtisch: Pamps mit Pamps, warum nicht ein wenig Frisches? Ich weiß es nicht.

    Insgesamt ging es mir mit Lothar wie einem Investmentbanker mit einer Risikoanlage: Sein Kurs fiel und fiel. Erst war er der nette Mann mit der tollen Stimme und dem wohltätigen Engagement, hat sich sogar aufgemacht, sein Patenkind zu besuchen und den anonymen Charity-Auftrag ganz persönlich genommen. Dann sah ich, dass er jeden Schritt nicht nur privat dokumentiert hat, sondern auch medial begleiten ließ - einschließlich der Initialzündung durch Peter Maffay - was dann zu weiterem freien Fall des Lothar Kurses führte, seine offensichtliche Promi-Sammelwut. Krönung des Spektakels dann das Buch das unser Lothar geschrieben hat und das Foto, das sogar unsere Gundel Gaukelei "sehr berührt" hat. Die stagnierenden Verkaufszahlen des Buches werden sich seit gestern auch wieder im Aufwind befinden, die reale Lothar Aktie steigt also.
    (Wen interessiert schon eine ideale Lothar Aktie?)

    Anerkennend muss ich darum jetzt sagen: Da hat sich jemand hochprofessionell selbst vermarktet, echt "awsome" (Zitat Matteo)

    Maltes Wertung finde ich innerhalb eines Gruppengefüges irgendwie krass, zumal das Essen zwar nicht annähernd perfekt, aber auch keinesfalls mißlungen war.
    Der Maltemensch ist nach wie vor sehr rätselhaft und unpersönlich, während Matteo mir immer symphatischer wurde, wie er da so unbedarft tapsig fröhlich hockte, neben der vor Gift und Galle überkochenden Rächerin des gemeinen Fußpilzes.

    Ich grüße euch aus dem Sprühregen, Susi

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