Samstag, 23. Februar 2019

23. Februar 2019 - Rumpelstilzchen in der Jetzt-Zeit ... ist auch böse

Etwaige Ähnlichkeiten mit lebenden Personen
wären rein zu fällig
und natürlich nicht beabsichtigt

Rumpelstilzchen in der Jetzt-Zeit

Es war einmal eine hübsche junge Frau. Doch nur hübsch zu sein reichte ihr nicht, denn sie wollte schön sein. Aber nicht einfach nur schön, sondern schön auffällig schön. Das, was Mutter Natur scheinbar versäumt hatte, mussten diverse in einer medizinischen Fakultät dis-kreditierte Chirurgen und dem Gott Frankenstein nahe stehende Figuren korrigieren. Selbst ernannte Halbgötter in Weiß übernehmen teilweise göttliche Funktionen und geben der Natur die "Rote Karte", denn sie kreieren ganz neue Menschen.

Der jungen Frau wurde hier und dort  etwas weg genommen, etwas hinzugefügt, und am Ende ließ sie sich sogar etwas herausschneiden, was zuletzt nur Adam schweren Herzens geopfert hatte. An dem Ergebnis laborieren noch immer seine männlichen Nachkommen herum, und  nicht alle sind sehr zufrieden damit.

Gut, dafür muss man jetzt ein klein wenig bibelfest sein ...

Als das Ergebnis sie vorübergehend sehr erfreute, denn noch war nicht aller Tage Abend, und man würde schon noch etwas finden, was sich verbessern ließ,

bemerkte sie, dass auch im Innern ihres Kopfes etwas getan werden konnte.

Sie überlegte hin und her, wie man aus dem Stroh darin mehr machen konnte, und schließlich erinnerte sie sich an das Märchen vom "Rumpelstilzchen". Es war die letzte Geschichte, die sie je gelesen hatte, denn Lesen ist nicht jederfraus Sache.

Diesen Wunsch bekam eine böse Frau mit, die sich sogleich anbot, aus dem Stroh im Kopf goldenes Stroh zu spinnen:

"Allerdings musst du mir dafür dein erstgeborenes Kind überlassen", warnte die böse Frau.

Das war für die Schönheitskönigin von ärztlicher Kunstfertigkeit, die man auch Knastfertigkeit nennen könnte (denn so manches sollte strafbar sein),  und deren Originalzustand nicht mehr erkennbar war, kein Problem. Goldenes Stroh lockte, und so etwas besaß sonst niemand in seinem Kopf.

Wider Erwarten wurde die derart mit goldenem Stroh im Kopf Gesegnete schwanger. Und kaum war die Geburt durch Kaiserschnitt glatt über den Tisch gegangen,

verlangte die böse Frau auch schon das Kind. Ein bisschen sträubte sich die junge und fragte die böse Frau, ob sie nicht deren Namen erraten könne - um dann das Kind zu behalten.

Die Böse kannte ihre Pappenheimer, und sie wusste auch um die Wirkung von goldenem Stroh, und willigte ein.

So kramte die junge bildschöne Frau in ihrem Kopf, um den Namen zu erraten und kam sogleich auf "Rumpelstilzchen".

Da lachte die böse Frau laut auf: "Das wäre ja zu einfach, denn du kennst das Märchen. Ich aber heiße ganz anders."

Die junge Frau würde niemals ihren Namen erraten, denn die böse Frau wusste: Auch mit goldenem Stroh im Kopf kann man nicht besser denken

als mit normalem Stroh.

Die junge Frau sucht noch immer nach dem Namen, aber sie hat keine Eile, denn zwischendurch muss sie überlegen, wie sie noch schöner werden kann. Und die böse Frau passt immerhin gut auf ihr Kind auf.

Und wie heißt nun die böse Frau?

Nanny natürlich ... oder Ersatzmutter.


Guten Tag, Gruß Silvia




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