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Freitag, 20. April 2018

20. April 2018 - Der Wolf und das böse Rotkäppchen



Der Wolf und das böse Rotkäppchen

Rotkäppchen lebt mit ihrer Mutter in dem kleinen Dorf, während die Oma abgeschoben tief im Wald wohnt - und auf die Lebensmittelversorgung durch Rotkäppchen angewiesen ist. Niemand sonst außer Rotkäppchen verirrt sich jemals zur Großmutter,

und seit kurzem spricht man davon, dass sich rund um ihre Hütte ein Wolf herumtreiben soll.

Das alles hält die Rabenmutter nicht davon ab, dem Töchterchen ein rotes Kleid und ein ebensolches Häubchen zu verpassen und auf den Weg zu schicken.

Der Weg ist lang und gefährlich. Es gibt düstere Schluchten und tiefe Gewässer.

Die Alternative, die eigene Mutter zu sich zu nehmen, fällt Rotkäppchens Mama im Traum nicht ein. Ihrer Meinung nach gehören die Alten in den Abstell-Wald.

Mehr und mehr lernt das junge Mädchen von ihrer Mutter - und machte sie sich anfangs noch fröhlich auf den Weg zu der alten Frau,

brennen ihr neuerdings andere Dinge unter den Nägeln. Langsam entdeckt sie, dass es Jungs gibt. Doch ihre Mutter hat das Mädchen durchschaut - und warnt sie nachdringlich und ausdrücklich vor diesen.

"Sie sind wie der böse Wolf im Wald", meint sie.

Diesem nicht wirklich bösem Wolf begegnet Rotkäppchen schließlich, und er sieht sie aus seinen treuen Augen scheu an. Als sie einen beherzten Schritt auf ihn zugeht, weicht er rasch zur Seite. Er erzählt ihr von einer Blumenwiese und zeigt ihr den Weg dorthin.

Doch Rotkäppchen ist an keiner Wiese interessiert - sondern nur daran, wie sie in Zukunft die ungeliebten Wege zur Großmutter abstellen kann.

Da kommt ihr eine Idee ...


Ein schlaues Mädchen

Dass der Wolf hungrig ist, kann das Mädchen gut erkennen: Er ist bis auf die Knochen abgemagert und einem guten Bissen sicher nicht abgeneigt. Sie verabredet sich für die nächste Woche, in der sie wieder die Oma besuchen muss, mit dem Wolf.

In der Zwischenzeit besorgt sie sich Rattengift aus einem gar nicht so geheimen Schränkchen ihrer Mutter.

Pünktlich ist der Wolf zur Stelle. Rotkäppchen verspricht ihm einen riesigen Happen Fleisch, und er schnalzt bereits mit der Zunge.

Die Großmutter liegt wie immer im Bett - doch was kümmert es Rotkäppchen schon, dass die Oma den Rücken voller Druck-Geschwüre hat und Höllenqualen leidet. Die Mutter hat nur davon gesprochen, der Oma Nahrungsmittel zu bringen. Nicht davon, ihr wirklich Gutes zu tun.

Sie löffelt die vergiftete Suppe in die alte Frau hinein, ohne ein Gefühl von Mitleid. Eine halbe Stunde später ist die Großmutter tot.

Rotkäppchen holt den Wolf ins Haus. Sie zeigt ihm den großen Fleisch-Batzen, der mal ihre Oma war.

Er sieht, dass sie tot ist - und weiß, dass er Hunger wie ein Wolf  hat. Also frisst er die Frau bis auf ein paar Knochenreste auf.


Der "Mörder"

Singend tritt Rotkäppchen den Heimweg an. Kurz vor dem Dorf stoppt sie ihren Gesang zugunsten schriller Hilfeschreie.

Schnell finden sich Dorfbewohner ein, die besorgt um das niedliche Mädchen sind.

"Der Wolf hat die Großmutter gefressen", jammert sie, "er hat sie einfach gefressen."

Unverzüglich machen sich 8 Jäger auf die Suche nach dem Wolf.

Zwei Tage später bringen sie ihn erlegt als Trophäe ins Dorf - und alle sind glücklich, dass der "Mörder" seine Strafe bekommen hat.

Wenn Rotkäppchen allein ist, singt sie noch immer voller Freude über ihre böse Tat.

Und obwohl sie längst gestorben ist, gibt es immer noch böse Taten.


Guten Tag, Gruß Silvia






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