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Donnerstag, 22. März 2018

21. März 2018 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Bonn bei Timo

Vorspeise: Feldsalat mit Speck , Walnüssen und Rotweinbirnen
Hauptspeise: Rheinischer Pferdesauerbraten mit Rotkohl und Semmelknödel
Nachspeise: Apfel-Walnusskuchen mit einer Wattleseed-Crème-Brûlée


Ein Mann sieht Rot

... und das ganz wunschgemäß, denn drei seiner Konkurrentinnen erscheinen in roter Kleidung, während nur Poschi sich für schwarz entschieden hat. Dahinter steckt sein Gedanke, dass es einen fließenden Übergang zur recht unschönen roten Deko gibt, während er sich mit strahlend weißem Hemd und roter Fliege von diesem Bild absetzt.

Ein herrliches "Gemälde", denn nun sieht es aus, als würden die letzten SPD-Mitglieder einen Parteitag abhalten, streng unterwandert von schwarzen Gedanken.

An frühere Zeiten anknüpfen würde die rote Partei auch liebend gern, doch heute übernimmt der 28jährige Timo diesen Part,

der gerne nach alten Rezepten kocht und altes Gemüse großzieht, weil ihm neue Sorten einfach nicht schmecken. Hoffentlich ist sein Rotkohl alt genug.

Anfangs ist es fraglich, ob allen sein Pferdesauerbraten in den Geschmack passen wird. Immerhin fühlt Anna sich "auf einem Pferderücken wohler als auf einem Stuhl". So ganz unwohl fühlt sie sich dann auf einem seiner Stühle auch nicht und spachtelt selbst den Pferdebraten weg, als gäbe es keinen nächsten Ritt auf einem Pferderücken. Nebenher wirft die derbe Anna noch ein paar grobschlächtige Pferdewitze in die Runde, und damit geht jede Sentimentalität flöten.

An zwei Tagen zuvor gab es jeweils Lämmchen, heute also Pferd. Was ist der Unterschied? Lämmer sind süße Tierchen -

und das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.

Pferde haben jedoch Namen: Sie heißen vielleicht "Stella" oder "Tunichtgut" - und aus Timos Bratentopf auf die Teller drapiert, stellen sie heute niemanden so recht zufrieden:

Nach einer simplen Vorspeise, sieht das angeschnittene Pferdefleisch - Aua - dröge aus.

Wann Timo den Nachtisch zubereitet hat - keine Ahnung. Der kommt als mächtige Bombe zu drei rot- und einer schwarz-gekleideten Frau auf den Tisch, so dass am Ende alle reichlich abgefüllt sind.

"Erst kommt das Fressen, dann die Moral" (Brecht) ist vorbei. Und was kommt, wenn alle satt sind?

Die Punkte!

Timo selber würde sich 9 geben, so sehr ist er von seinem Können am Herd überzeugt,

doch es hagelt keine einzige Neun.

Insgesamt bekommt er 29 Punkte.

Ich denke an viele Jahre, die ich in der Nähe von Pferden verbracht habe - und mir hätte sich beim Hauptgang schlicht und ergreifend der

Magen rumgedreht.

Lamm esse ich übrigens auch nicht. Ist allein meine Sache. Denn wie man es dreht und wendet, heute kann man sich nur an die Köppe kriegen:

 Der eine verteidigt Pferd auf dem Teller, der andere lehnt es ab.

Gut möglich, dass Timo ausgewählt wurde, fürs "Dinner" zu kochen, weil sein Menü polarisiert.

 Ansonsten sehe ich in ihm wenig TV-Potenzial:

Er singt nicht, spielt nicht Blockflöte - möchte auch kein eigenes Mode-Label bewerben oder gar über große Schatten springen.



Guten Morgen, Gruß Silvia

1 Kommentar:

  1. Timo - wenn im Garten der Safran blüht!

    Papst Gregor III. erließ im Jahr 732 ein Verbot, Pferdefleisch zu essen, die Sage sagt, die Rheinländer hätten dieses Verbot ignoriert und an alten, überlieferten Bräuchen festgehalten! Nun, es gibt ja auch das alljährliche Gerücht, dass der Karneval etwas mit Humor zu tun haben könnte! Bei einem pro Kopfverbrauch von ca. 50 Gramm Pferdefleisch pro Person, dürften noch immer deutlich mehr Pferde im Hundefutter und im Leimtopf enden.

    Timo möchte an seinem Abend die traditionelle rheinische Küche auferstehen lassen. Wie zu dieser Aussage das Dessert und die Vorspeise passen? Ich verstehe den Zusammenhang nicht wirklich! Ist der gemeine Semmelknödel eine Beilage aus dem Rheinland?

    Ein großes Hobby des Gastgebers, ein gut gepflegter Gemüsegarten mit traditionellem Grünzeug. Eigentlich müsste doch jetzt der Tiefkühler und die Kellerregale überquellen mit den Schätzen des Sommers, doch der heutige Koch präsentiert nichts davon. Cool dafür, die Idee Safran selbst anzubauen! Bei der Ernte muss man halt ein wenig aufpassen, dass man nicht bei der Herbstzeitlosen landet!

    Zweites Hobby, scharfe, teure Messer! Mir bleibt das Herz stillstehen, möchte Achtung rufen, sehe Blut und bin beruhigt, der Finger ist noch dran. Bitte, bitte Timo, lass dir noch einmal erklären wie man die Klinge richtig führt! Es ist nämlich durchaus ein Gerücht, dass abgeschnittene Finger nachwachsen würden.

    Die Truppe naht, aufgefrischt mit Rot und Orange um damit ein stimmiges Bild zusammen mit der Deko abzugeben! Ich bin dann doch ein wenig irritiert, dass sich Gäste passend zu den Tischsets anziehen sollen.

    Apero: Schampus ist immer ein gelungener Einstieg! Die Zeit für die Parfümierung kann man sich sparen, der Geschmack wird dadurch nicht verbessert!

    VS: ein paar Blätter Feldsalat treffen auf ein paar Scheiben einer eingekochten Birne. Gekrümelter Käse ergibt die Deko und der Crunch wird von frischen Walnüssen nur rudimentär übernommen. Eine Gästin findet Sand und ist darüber nicht komplett begeistert!
    HG: egal woher der Sauerbraten stammt, er sieht trocken und faserig aus. Eigentlich genauso wie man sich schlecht gemachten Sauerbraten vorstellt! Vielleicht helfen ja Knödel und Rotkraut die Süße der Soße zu übertünchen! Das Rezept für die Soße gehört zwar ins Rheinland aber ist doch eine sehr spezielle Rezeptur.
    Dessert: Kuchen und Creme - nehme etwas Schlagsahne und einen doppelten Espresso!

    Die Erwartungen an den Abend bei Timo waren bei den Gästen und bei den Fernsehzuschauern deutlich höher angesiedelt! Timo schaffte es leider nicht seine Nervosität zu überwinden (vielleicht hätte ein anderes Fleisch dabei geholfen?) und wirkte manchmal einen Hauch verloren!

    Traditionelle Küche ist ja durchaus etwas Schönes, doch ein wenig dürfen auch diese Gerichte im Jahr 2018 ankommen!

    Die Gäste zücken 29 Punkte und haben den heutigen Gastgeber durchweg in ihre Herzen geschlossen!

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