Freitag, 20. Dezember 2019

20. Dezember 2019 - Adventskalender 2019 - Das kleine Kloster-Cafe - 20. Türchen


20. Teil der Geschichte rund um
"Das kleine Kloster-Cafe Marienwinkel"



Lars König

war hoch erfreut über die Einladung, die Sr. Immakulata aussprach. Die Nonne sprach die Einladung so beiläufig wie möglich aus, denn niemand sollte ahnen, dass alle Eingeladenen nicht wirklich zufällig ausgewählt wurden, sondern denken, es handele sich um eine Zusammenkunft lieb gewordener Stamm-Gäste. Immerhin war Lars kein Stammgast im eigentlichen Sinne, denn er kam erst seit kurzem regelmäßig ins Cafe.

Vielleicht werde ich auch dazu gebeten, weil ich evangelischer Pastor bin, dachte Lars, denn das hatte er Sr. Gilberta kürzlich erzählt.

Die Nonne hatte ihn erstaunt angesehen, als würde sie sich fragen, wie man in diesen Verein eintreten konnte, wenn man doch den Ursprungsclub bereichern könnte. Na ja, die Antwort wäre vielleicht gewesen, dass er evangelisch und nicht katholisch erzogen worden war. Aber Gilberta hatte jede Frage hinuntergeschluckt - doch die Neuigkeit sofort Immakulata mitgeteilt.

Die wiederum hatte bereits seine Zuneigung für Clara bemerkt, und sie war ausgesprochen froh darüber, dass er kein katholischer Pfarrer war - und es somit mehr Verwicklungen als nötig geben würde, wenn sie die beiden verkuppelte. Auch wäre sie bei der Verkupplung einer Novizin mit einem katholischen Geistlichen an ihre Grenzen gestoßen, und Grenzen überschritt sie nicht. Höchstens ein paar Hürden.


Weitere Einladungen

Beinahe war die von Immakulata vorgesehene Gesellschaft für Heiligabend vollständig. Doch es fehlte noch Christian.

Bevor sie jedoch die Möglichkeit hatte, Christian einzuladen, fiel ihr ein sehr wichtiger Mensch ihres Lebens ein:

Bernhard.

Sie empfand seine Freundschaft noch immer wichtig für ihr Leben, auch, wenn sie nie wieder ein Paar sein würden. Und sie sah ihn viel zu selten. Vermutlich hätte er auch an Heiligabend Besseres vor, als auf eine kleine Feier in ihr Cafe zu kommen, aber sie wollte den Versuch machen.

Zum Glück hatte Bonaventura die W-Lan-Verbindung gerade einmal nicht gekappt, so dass sie eine Mail mit der Einladung an Bernhard verschicken konnte.

Nun musste sie seine Antwort abwarten.

Aber als sei das Leben ein Wunschkonzert, und das besonders in der Weihnachtszeit, betrat auch Christian an diesem Tag noch das Cafe. Wieder ohne seine Freundin Vanessa. Und das war auch gut so, denn selbst, wenn sie bei jeder jungen Frau in ihrer Altersklasse an die eigene Tochter dachte - und ob diese oder jene es wohl sein könnte,

wäre Immakulata nicht unbedingt begeistert gewesen, wenn es Vanessa wäre. Ein unchristlicher Gedanke, dachte sie sofort und verbat sich jede Kritik an der jungen Frau.

Sie schickte Gilberta mit einem Stück Kuchen an Christians Tisch. An den Kuchen hatte sie eine Törtchenpappe geheftet, auf der stand:




Er lächelte, als er das Kärtchen sah und blickte in Richtung Küche. Dort stand Sr. Immakulata im Türrahmen und wartete auf eine Antwort.

Er musste nur ganz kurz überlegen, und dann nickte er. Warum nicht? Er hatte einen freien Tag, Vanessa wollte zu einer Party gehen, auf die er so überhaupt keine Lust hatte ... und er fand dieses Cafe auf seine eigene Art einfach verzaubernd. Das Wort kam ihm leicht in den Sinn, obwohl er ein Mann war  - und sonst durchaus seine nüchternen Gedanken überwogen.


Copyright Silvia Gehrmann
Fortsetzung folgt

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