Mittwoch, 21. April 2021

20. April 2021 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Mainz/Wiesbaden bei Maria


Vorspeise:
Lachs . Gelbe Bete . Kaviar
Hauptgang: Reh . Topinambur - Pilze
Nachtisch: Banoffee, Eis


Maria, deinen Gästen schmeckt es!

Die Recruiterin bei einem großen Finanzdienstleister möchte irgendwann in 10 oder 20 Jahren eine Selbstversorgerin auf einem eigenen Bauernhof sein.

Heute muss sie allerdings Hilfsmittel rekrutieren, damit am Ende dieses sagenhafte Punkte-Ergebnis herauskommt. Manchmal ist es derart einfach, beim Dinner zu punkten, dass sich selbst Kinder vor dem Bildschirm denken: Mensch, das kann ich auch!

An sich selber und ihr Menü stellt Maria jedoch (zumindest verbal) hohe Anforderungen: sie bevorzugt die schwierige Variante der Dinner-Herstellung.

Das sind allerdings lose Worthülsen ... die sie stets mit einem unmotivierten Gegacker an unpassenden Stellen begleitet.


Das Menü

Für die Nachspeise erhitzt sie gesüßte Kondensmilch über 2 Stunden, um Karamell zu gewinnen. Damit u. a. daraus Törtchen werden, zerkleinert sie gekaufte Kekse, vermischt sie ... und schon ist die Bodenhaftung des Banoffees gegeben. Toffee drauf, noch ein paar Bananen in Scheiben schneiden, Sahne drüber stülpen ...

nichts daran entspricht einem auch nur mittlerem Schwierigkeitsgrad, aber zumindest dürfte es den Gästen am Ende dabei helfen, nach Hause zu  r o l l e n. 

Das Eis besteht aus zwei Zutaten, den Rest erledigt die Eismaschine.

Die vielen Rehfilets für den Hauptgang müssen sich im Swimmingpool (sous-vide) gelingsicher auf den Verzehr vorbereiten. Dass sie alle Filets am Ende ihrer Schwimmrunden noch einmal nach dem Rückwärtsprinzip in der Pfanne brät ... so what, ist kein Hexenwerk.

Die Vorspeise besteht aus einem Lachsfilet, das sie in Stücke schneidet und am Ende abflämmt. Ich habe tatsächlich vor dem Bildschirm gehofft, dass der Bunsenbrenner den Dienst versagt ...

Ein paar gelbe Bete vervollständigen die Chose, machen sie allerdings nicht besser.

Das Brot zur Vorspeise hatte sie bereits gebacken, als die TV-Crew eintrifft ... also kann ich darüber überhaupt nichts schreiben.


Fazit

Maria als Gastgeberin kann ich nicht einordnen. Allerdings wird sie schwierig, als Giovanna bemerkt, dass die Vorspeise schmeckt ... Maria möchte es genauer wissen: wie schmeckt sie, schmeckt sie gut oder interessant ... oder sonstwie.

Maria möchte eben ihren derzeitigen Stellenwert austesten.

Einen guten hat sie bei Kathrin, denn wie die Frau feststellt, schmeckt das Rehfilet zum Glück nicht nach Reh. Was genau Kathrin damit meint, bleibt mir ein Rätsel ... ich empfehle ihr einen Waldspaziergang ... vielleicht bekommt sie dort einmal ein Reh zu Gesicht. Bei einer Sichtung kann einem wirklich das Herz aufgehen (ich sehe manchmal welche, und ich bin froh, dass sie ausgesprochen scheu vor mir flüchten, obwohl ich ihnen nie im Leben etwas antun würde: auf Sicherheit gehen ist besser, nützt ihnen bei Jägern leider nicht viel).

Die Punkte: 8 gibt Giovanna, je 9 Marc und Markus und die volle Punktzahl zückt Kathrin.

Mit 36 Umdrehungen (mir wird schwindelig) ist Maria kaum noch zu schlagen. Immerhin zeigt Maria, wie man mit einfachsten Kochleistungen Begeisterung hervorrufen kann ...

und das bei einem Wettbewerb.


Guten Morgen, Gruß Silvia 


Dienstag, 20. April 2021

19. April 2021 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Mainz/Wiesbaden bei Giovanna


Lieblingszutaten feiern Hochzeit
Vorspeise: Der Antrag:  Dorade | Avocado | Rote Bete | Süßkartoffel
Hauptgang: Die Hochzeit: Rinderfilet | Maronen | bunte Kartoffeln | Romanesco | Rotweinjus
Nachtisch: Die Flitterwochen: Käsekuchen | Cannelloni | Vanille | Himbeeren


Ein schöner Wochenauftakt

und pünktlich zum "perfekten Dinner" bin ich (fast) fertig, und zwar mit den Nerven. Ein paar Stunden insgesamt habe ich heute mit dem Einrichten meines neuen Laptops verbracht, und wie sich kleine Fehler zu großen auswachsen können, weiß ich jetzt. Da ich so etwas schließlich nur alle paar Jahre mache, müsste ich einen Blog-Beitrag (für mich selber) darüber verfassen, damit mir die gleichen Fehler in einigen Jahren nicht passieren.

Zuerst habe ich mich um meine Fotos gekümmert, denn die sind mir wichtiger als alles andere. Nicht auszudenken, ich würde auch nur ein Foto von dem phantastischen Robin Hund und meinem Liebling Bienchen verlieren. Die sind zwar auf einer externen Festplatte gespeichert ... aber kann man diesen vertrauen?

Zum "Dinner" jedoch sitze ich vor dem Bildschirm und schlafe beinahe ein ... die Sendung zieht sich einfach zu sehr bis hinein in die gähnende Langeweile. Ich weiß, ich erwähne das öfter ... ist mein Ersatz für das dauerrausgehauene Wort "Tatsächlich" der Kandidaten ...

Giovanna ist Flugbegleiterin und lebt mit Marc zusammen, der auch ihr Kollege ist.

Will sie ihm nach oder noch während der Sendung einen Heiratsantrag machen? Könnte man denken, wenn man ihre Menü-Beschreibung liest. Ist aber nicht so ... eigentlich findet diese Hochzeit nur in Giovannas Phantasie statt ... und zwischen Rote Bete und Käsekuchen-Cannelloni.


Fazit

Nicht einmal Giovannas Tischdeko greift ihre Menü-Überschrift auf. Vielleicht liest sie einfach nur zu viele Liebesromane?

Zumindest freuen sich die Gäste, dass sie während der düsteren Corona-Zeit einmal fremde Menschen treffen dürfen, um mit ihnen eine Highlight-Woche zu feiern. Ob die noch kommenden Menüs Highlight sind, spielt dabei nur eine Nebenrolle -

denn das eigentliche Highlight ist natürlich das gesellige Zusammensein.

Ob es am Ende wirklich gesellig wird?

Kathrin meint im Vorfeld, sie würde eher milde bewerten ... am Ende bleibt davon "bewerten" übrig. Maria gefällt das Rinderfilet überhaupt nicht, obwohl sie keine Vegetarierin ist ... sie meint, es sei ohne Geschmack ...

Die Punkte: 9 gibt Marc (nicht Giovannas Freund, sondern ein Mitstreiter), 8 Zähler fügt Markus hinzu und je nur 7 hinterlassen Maria und Kathrin für Giovanna.

Sagt nicht gerade Kathrin, dieses Dinner sei nah am "perfekten"? Oder bin ich einfach nur zu müde und höre Wörter, die gar nicht ausgespuckt werden?

Mit 31 Umdrehungen geht Giovanna in die Wochen-Chose von Vox.


Guten Morgen, Gruß Silvia 




Samstag, 17. April 2021

17. April 2021 - Telefon-Interview mit Jutta Kammann

 
Foto: Mia Springer



Telefon-Interview mit Jutta Kammann vom 14. April 2021

"Rothaarig und wild entschlossen"

Den meisten Lesern dürfte Jutta Kammann aus der beliebten und erfolgreichen TV-Serie "In aller Freundschaft" bekannt sein, in der sie in 662 Folgen die Oberschwester Ingrid gespielt hat. Es war die Rolle, durch die sie "Straßenbekanntheit (Straßenpopularität)" (ein von ihr geprägtes Wort) erlangt hat, obwohl sie zuvor bereits in vielen Rollen sowohl im TV als auch im Theater zu sehen war.

Jutta Kammann mochte und mag die Figur der Ingrid Rischke-Simoni ausgesprochen gerne, denn sie durfte darin als Schauspielerin alle Facetten eines Lebens zeigen.

Vor etwa 10 Jahren, noch während sie für diese Serie drehte, begann sie, in Drehpausen oder abends im Hotelzimmer, ihre persönlichen Erinnerungen nieder zu schreiben.

Nach 70 bis 80 Seiten kamen ihr Zweifel:
interessiert das überhaupt jemanden?

So lagerten diese Buchseiten 10 Jahre in den Tiefen ihres Computers.


Wie es doch noch zu diesem Buch kam

Die Straßen-Zeitschrift "BISS" (Bürger in sozialen Schwierigkeiten) führte  Interviews mit drei Bewohnerinnen der Residenz Augustinum - unter anderem auch mit Juttas guter Freundin Emilie Springer und Frau Dr. Sieglinde Schmidt. Weil manchmal eines zum anderen führt,

kam aufgrund des Interviews der Kösel-Verlag auf Frau Kammann zu und fragte an, ob sie bereit wäre, eine Biografie über sich zu veröffentlichen ...

bzw. wollten die Verlags-Partner ihr zunächst einen Ghost-Writer an die Hand geben, dem sie ihr Leben erzählen sollte.

Das war für Jutta Kammann ausgeschlossen: sie wollte ihr eigenes Leben in ihren eigenen Worten beschreiben.

Allerdings fand sie die Idee, eine Co-Autorin einzubinden, ausgesprochen gut, weil man zu Zweit produktiver ist und dies die Aufmerksamkeiten und die Intensität fördert.

Jutta entschied sich für Frau Dr. Margit Roth, einer Germanistin,  als Co-Autorin.


Corona

Frau Kammann ist sehr dankbar für die Hilfe von Frau Dr. Roth. Allerdings macht Corona ihnen beiden  zunächst einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Niemand von außerhalb durfte ins Augustinum,

Das erschwerte zunächst die Arbeit, die nun nur per Telefon stattfinden konnte.

Im Augustinum lebt jeder Bewohner in seiner eigenen Wohnung und genießt viele Vorzüge, die das Leben angenehmer machen, zum Beispiel auch einen Theaterbereich, Restaurant, Schwimmbad  und vieles mehr.

Aber irgendwann durften die beiden Frauen sich wieder persönlich im Augustinum treffen und haben fast täglich an dem Buch gearbeitet.



Das Buch

"Rothaarig und wild entschlossen" erschien am 15. März 2021.

Die vielen positiven Rezensionen haben Jutta Kammann nicht nur hocherfreut, sondern ihrer Seele gut getan.


Wie reagiert man auf Ruhm?

Ich selber empfinde Frau Kammann als eine ausgesprochen sympathische Frau, und ihre Worte und unsere Unterhaltung am Telefon unterstreichen meinen Eindruck:

"Ich freue mich über den Hype, den mein Buch ausgelöst hat, aber vor allem darüber, dass er sich nicht negativ auf mich ausgewirkt hat."

Eben rothaarig und wild entschlossen, aber nicht abgehoben.


Die Zeit bei "In aller Freundschaft"

Auch in dieser Zeit hat sie sich nie als Star empfunden, sondern immer als einen Teil des Teams.

Mit allen Mitarbeitern hat sie sich stets als eine Kollegin auf Augenhöhe gesehen. Viele, besonders die Kindheitserlebnisse,  in ihrem schweren Leben haben sie demütig werden lassen.

"Und ein demütiger Mensch nimmt nichts als selbstverständlich hin, sondern erfreut sich an den Erfolgen, ohne durch sie zu einem anderen Menschen zu werden."

Ihr geliebter Willem (zu googlen unter Wilhelm Semmelroth) hat über die Eitelkeit vieler Schauspieler einmal (sinngemäß) gesagt:

"Sie spielen lieber einen Professor als einen Hausmeister (obwohl letzeres die wesentlich bessere Rolle sein kann.)"

Kleine Geschichte um die Geschichten bei "In aller Freundschaft":

Viele Ärzte aus ganz Deutschland schicken ihre selten vorkommenden Krankheits-Diagnosen an die Redaktion. Somit sind die Krankheiten authentisch, auch, wenn man sie nicht alle kennt (was es aber um so spannender macht) ... die Dramaturgie drum herum stammt dann natürlich von den Drehbuchautoren.


Abschließendes

Frau Kammanns Definition von ihrem Beruf:
Begabung,  Disziplin, Fleiß und Zuverlässigkeit und Glück.

Ihre Tage sind auch trotz Corona immer ausgefüllt, und sie nimmt vor allem jeden Tag, wie er kommt. Zwei beste Freundinnen sind ihr besonders wichtig:

Mia Springer und Gilla Schäfer. Im Buch durften beide nicht fehlen, weil sie sichtige Rollen im Leben von Jutta Kammann spielen.

Im Augustinum hat sie außerdem viele neue gute Bekanntschaften geschlossen.

Für den Umzug in die Senioren-Residenz Augustinum musste Jutta sich von etlichen Möbelstücken trennen, aber "soziale Kontakte sind hundertmal mehr wert als jedes Möbelstück."

Natürlich fehlt ihr im Moment das, was uns allen fehlt ... Theater, Cafes und all das, was uns durch Corona gerade verwehrt ist.


Ein Hinweis

Am 20. Juli 2021 ist Jutta Kammann in einer neuen Folge ihrer einstigen Stamm-Reihe "In aller Freundschaft" zu sehen.

Der Titel dieser Folge lautet: "Rettungsaktion".

Ich bedanke mich recht herzlich für dieses kurzweilige und interessante Interview und wünsche Ihnen, Frau Kammann,

alles Gute und Liebe. Und das von ganzem Herzen.

Zum Schluss

möchte ich meinen Lesern dieses lebenskluge und unterhaltsam zu lesende Buch "Jutta Kammann - Rothaarig und wild entschlossen" empfehlen. Natürlich empfehle ich niemals etwas, das ich nicht selber "verschlungen" habe.

Frau Kammann und ich haben am 16. April 2021 noch ein zweites Mal kurz telefoniert, und da hielt sie gerade sehr erstaunt, aber hocherfreut die 2. Auflage ihres Buches in Händen.

In einigen Wochen werden wir ein Interview über ein ganz anderes Thema führen.



Guten Tag, Gruß Silvia


16. April 2021 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Karlsruhe bei Adrian


Vorspeise:
Zander . Polenta . Lauch . Apfel
Hauptgang: Rind . Kartoffel . Karotte . Jus
Nachtisch: Käsekuchen . Schokolade . Himbeere


Ich denke – also bin ich.
Single!
- Liz Winslead (*1961), US-amerikanische Komikerin

Der Grafikdesigner Adrian lebt in einer großen Wohnung, die bis vor einiger Zeit eine Vierer-WG war. In den Räumen könnte er problemlos für "Let's Dance" proben und die Hüften kreisen lassen. Er räumt ein, dass er sehr ehrgeizig und ein Wettbewerb-Typ ist - da ist die Sendung "Das perfekte Dinner" wohl eher nur ein Sprungbrett für weitere TV-Events.

Und wenn es mit dem Beenden seines Single-Daseins durch die heutige Ausstrahlung nicht klappt, kann er sich sofort für "First Dates" registrieren lassen.

Falls er jedoch durch seinen Auftritt beim "Dinner" eine Partnerin findet ... ich möchte nicht wissen, wie viele im First-Date-Lokal sitzen, die auch keine Singles sind ... und nur mal "ins Fernsehen" möchten.

Genau dieses und viele zu bewerbende Leidenschaften sind in dieser Woche für einige Teilnehmer Grund genug gewesen, sich für die Sendung zu bewerben ...

Massimo möchte als Model durchstarten. Kevin bewirbt seinen Kochblog, Amelie ihren BDSM-Blog auf Instagram und sucht neue Kunden.

Lediglich bei Claudia finde ich keine anderen Motive, als sich einmal einem Wettbewerb zu stellen oder mal zu schauen, wie telegen sie ist.


Fazit

Ein denkbares Motiv in dieser Corona-Zeit könnte natürlich sein, dass man auf der Suche nach lang entbehrter Abwechslung bei einem TV-Sender landet,

der unter Corona-Bedingungen und damit sicheren Umständen Leute zusammenbringt. Endlich dürfen  sie einmal unbeschwert feiern ...

ja, wenn da nur nicht ein Massimo wäre (einen gibt es beinahe in jeder Woche, auch, wenn die Namen sich voneinander unterscheiden).

Es ist natürlich möglich, dass Massimos nörglerisches Wesen erst bei der Ausstrahlung enttarnt wird, ich weiß es nicht. Und er könnte sich damit rechtfertigen, dass man ausschließlich seine Kritiken sendet und jedes seiner freundlichen Worte unter den Regie-Tisch fallen lässt ... wir Zuschauer kennen das bereits und sind von solchen Äußerungen unbeeindruckt.

Auf jeden Fall wollen am Final-Abend  alle Kandidaten hübsch aussehen - und welch modischem Vorbild sie alle folgen, ist deutlich: sie tragen Karl-Lauterbach-Fliegen. So wirkt eine Überpräsenz des Politikers im TV bis hinein ins "perfekte Dinner". Man merkt nur die Beeinflussung selten ... Ich habe meine Fliege vorsichtshalber entsorgt, damit mir nicht Ähnliches passiert.

Ich muss zum Ende meines Beitrages kommen und nehme mir dafür Amelie noch einmal vor: sie spricht davon, dass Weniger Mehr ist ... und bemängelt damit die Tisch-Deko, die recht üppig, aber meiner Meinung nach schön ist.

Von Weniger kann bei ihr eigentlich keine Rede sein ... wenn ich an die etwa 300 Seile denke, die sie für ihre BDSM-Spiele benutzt. Von anderem Überfluss gar nicht zu reden.

Punkte bekommt Adrian auch: Je 8 von Claudia, Amelie und Kevin und (natürlich) 6 von Massimo.

Somit gewinnt Kevin die dieswöchige Show.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Und ein kleiner Wunsch an alle Single-Mädel: schreibt Adrian, wenn ihr ihn mögt.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Freitag, 16. April 2021

16. April 2021 - Über meinen Vater ...




Papa

Im Laufe der Zeit hat es sich ein wenig verändert, aber hätte man mich damals gefragt, ob meine Mutter oder mein Vater für mich wichtiger war, ob ich meine Mutter oder meinen Vater lieber gehabt habe ... wäre die Antwort eindeutig zu Gunsten meines Vaters ausgefallen.

Geändert hat sich jedoch das Verständnis, das ich spät für meine Mutter entwickelt habe ... und um zu diesem zu gelangen, musste ich selber erwachsener und verständiger werden und vielleicht auch mehr Mitgefühl entwickeln, und zwar abseits von dem mir selber gegenüber (woran es mir ohnehin mangelt).

Trotzdem, einen Herzschlag Vorsprung hat mein Papa bis heute.

Er war stets derjenige, der die Dinge in meinem Leben gerichtet hat.

Dabei wurde ihm selber nicht nur seine Jugend, sondern auch seine Kindheit gestohlen:

Am 27. September 1928 geboren, wurde er als 14jähriger zur "Rettung des Deutschen Reichs" abkommandiert. Auf die Allerjüngsten musste damals zum Schrecken ihrer (zumindest der meisten) Mütter zurückgegriffen werden,

weil man noch immer nicht begreifen wollte, dass die sogenannten "Politiker" das Land (und mit ihm die Welt) längst gegen die Wand gefahren hatten.

Für meinen Vater endete sein unfreiwilliger "Rettungsversuch"  in französischer Kriegsgefangenschaft.


Ein väterlicher Freund

Kleine Zwischenerwähnung: vor etwa 20 Jahren lernte ich Ferdi kennen, der mein väterliche Freund wurde. Er war nur einen einzigen Tag älter als mein Vater, geboren am 26. September 1928 (er lebt noch und ist topfit).

Auch Ferdi wurde rekrutiert. Auch Ferdi landete in französischer Kriegsgefangenschaft. Auf dem Weg aus dem Krieg nach Hause

stoppten ihn französische Soldaten etwa einen Kilometer vor dem Ziel, seine Mutter wieder in die Arme schließen zu können ... und verschleppten ihn nach Frankreich.


Papa hat nie etwas erzählt

Durch Ferdi habe ich erfahren, was meinem Vater vielleicht passiert sein könnte. Mein Vater sprach nicht über diese Zeit. Es war, als hätte er ein Schweigegelübde abgelegt.

Ich weiß nur, dass meine Oma voller Sorgen um ihren Sohn war. Denn wie Ferdi hatte auch mein Vater lange Zeit keine Nachricht darüber schicken dürfen, dass er überhaupt noch lebt.

Aus dieser Zeit übrig geblieben ist ein altes, vergilbtes Stück Papier, auf dem er mit Bleistift eine Nachricht an seine Eltern und seinen jüngeren Bruder geschrieben hat. Der Brief ist vom 4. Februar 1945 (ein 4. Februar war übrigens der Geburtstag meiner Mutter, der Liebe seines Lebens).

Das Schreiben ist unlesbar, allenfalls kann man einzelne Worte entziffern.




Er war überhaupt nicht der Mann vieler Worte

... das sagt man uns Westfalen ja im allgemeinen nach (er und ich, Heimatort: Dortmund). Auf meinen Vater traf diese Wortkargkeit zu, auf mich eher weniger.

So weiß ich auch nicht, wann er endlich wieder nach Hause zurückkehren konnte. Aber  dieser Brief, der ein Lebenszeichen nach großer Hoffnungslosigkeit und zum Glück verfrühter Trauer war, wurde in unserer Familie wie ein Schatz gehütet.

Als letzte Überlebende meiner Familie besitze ich nun seit langer Zeit die unlesbaren Worte einer unbeschreiblich furchtbaren Zeit, den Brief eines damals 17jährigen, der viel später mein Vater wurde.

Und durch dessen Zwangsrekrutierung meine Geburt lange auf der Kippe stand und letzten Endes und ebenfalls durch die Erlebnisse meiner Mutter

ein viel größerer Zufall war, als der, welche Samenzelle nun mit welcher Eizelle verschmilzt.


Er war der beste Vater überhaupt

... und sein Bestreben galt überdies, dass meinem Bruder und mir ähnliches Leid wie es ihm widerfahren war,  erspart bleiben sollte.

Schon sein Vater Silverius Schäfer war Sozialdemokrat. *

Aber ich will hier nicht politisch, sondern persönlich schreiben:

Als Kind war ich ein "Spinnewibbchen" (ich bin nie dick geworden, aber damals war ich eben besonders dünn und sah zerbrechlich aus) - und mein Vater war es oft, der mich ermunterte, beim Essen herzhafter zuzugreifen. Manchmal auch mit Tricks.

Gut, dass er am Ende doch so viel gearbeitet hat, sonst wäre er der 1. Helicopter-Vater der Geschichte geworden.

Obwohl ich so gerne eine Eisprinzessin geworden wäre, hat er mir aus Angst, ich könnte mir die zarten Beinchen brechen,  Schlittschuhe verweigert.

Wenn ich mittags aus der Schule kam und einen Bus des öffentlichen Nahverkehrs nehmen musste, trichterte er mir ein, dass ich für keinen erwachsenen Menschen meinen Sitzplatz räumen müsste - denn nach vielen Stunden Schulunterricht hätte ich ein Anrecht darauf (obwohl natürlich für mich auch niemand aufstehen sollte).

Als ich unbedingt in ein Internat wollte, und er nach einigem Zögern zustimmte, fuhr er mit mir durchs Land und guckte sich gemeinsam mit mir vier Einrichtungen an, bevor ihm eine einigermaßen passend erschien.

So könnte ich unsere Geschichten noch bis mindestens morgen früh fortsetzen, denn seine Fürsorge und Sorge endete niemals ... und kannte nur den einen einzigen Schlussstrich:

Er starb nach vielen Krankheiten am 18. März 1993, noch nicht einmal 65 Jahre alt.

Zu seinen Lebzeiten hätte er es gehasst, dass ich ihn mit so vielen Worten derart in den Mittelpunkt stelle.


* nicht mit der Sozialdemokratie oder der SPD von heute vergleichbar


Guten Tag, Gruß Silvia 

15. April 2021 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Karlsruhe bei Amelie


Vorspeise:
Thunfisch kurz gebraten mit Granatapfel-Guacamole und Pane Pugliese
Hauptgang: Lammrücken mit Kräuterkruste an Tagliatelle mit Zucchini-Zitronen-Gemüse
Nachtisch: Dreierlei Schokoladen-Variationen an Orangensoße und Physalis



Der Schmerz ist der große Lehrer der Menschen.
Unter seinem Hauche entfalten sich die Seelen.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Ich weiß nicht, an welche Art von Schmerz Marie von Ebner-Eschenbach gedacht hat, aber Amelies große Lust liegt im körperlichen Leid. Lustvoll hängt sie oft an einem Bambusrohr in 10 Seilen ... und wie in allen Seilen hängend fühle ich mich auch vor dem Bildschirm.

Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden, und ich habe auch mit BDSM keine Probleme. Mich selber langweilen nur Fotos, die Amelie (oder ihre Kolleginnen) in voller Action zeigen. Schmerz ist für mich ... ein unerträglicher Zustand.

Leider wird am heutigen Tag viel zu viel über Amelies Fetisch-Model-Job (da steckt sicher noch viel mehr dahinter) geplaudert, als säße man bei einem Käffchen beieinander und tausche Strickmuster aus,

und zu wenig über ihre Arbeit als Sozialpädagogin in einem Kinderheim.

Oder hat Vox entsprechende Unterhaltungen aus der Sendung herausgeschnitten, weil sie Zuschauer-Seelen zu traurig machen könnten?

Im Endeffekt stellt sich Amelie nur an den Herd, um weitere Kunden für ihren Instagram-Blog zu gewinnen. Eine bessere und effektivere Werbung kann sie kaum sonst irgendwo kostenlos erhalten.


Das Menü

Wieder einmal muss es der bis zum Aussterben gequälte Thunfisch richten. Wenn die Natur es gut mit ihm gemeint hätte, hätte sie dem Thunfisch im Laufe der Evolution giftige Stacheln verpasst und damit sein Fleisch ungenießbar gemacht. Träume!

Das Lämmchen brät Amelie bis es so grau ist wie meine Gedanken über die Hauptanteile ihres Menüs.


Fazit

Vox muss es nötig haben, diese Sendung mit einem Schnell-Kurs über BDSM aufzupolieren. Zwar war "das perfekte Dinner" noch nie eine wirkliche Kochsendung, aber manchmal (doch eher selten) auf einem kleinen Seitenweg dorthin.

Persönlich denke ich über Menschen wie Amelie, dass sie in ihren eigenen Grenzen absolut gefangen sind ... denn ohne ihre Fetische können sie sich kein Dasein vorstellen.

Gefangen in einem eng begrenzten Gedanken-Karussel scheint auch Massimo zu sein, der mich mehr und mehr amüsiert, ohne dass ich ihn als reizend ansehe:

Er findet heute in den (selbstgemachten) Nudeln den Teig nicht.

Da verstehe ich doch eher die Leidenschaft für BDSM als diese Aussage.

Die Punkte: Je 8 geben Claudia, Massimo und Kevin, 7 gibt Adrian.

Mit 31 Zählern liegt Amelie auf dem bislang 2. Platz.

Und ganz ehrlich wünsche ich ihr auch viele neue Kunden für ihren Insta-Blog. Im Grunde finde ich sie sympathisch.


Guten Morgen, Gruß Silvia 


Donnerstag, 15. April 2021

14. April 2021 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Karlsruhe bei Kevin


Vorspeise:
Rote Bete-Mousse mit selbstgeräuchertem Forellenfilet auf Meerrettichspiegel
Hauptgang: Geschmortes Schwarzfederhuhn in Rotweinjus, verfeinert mit einem Süßkartoffel-Pastinaken-Stampf, Honig-Möhrchen und Speckschaum
Nachtisch: Modern interpretiertes Tiramisu mit Birnenvariation


Alpha-Kevin

Trotz 8. Schwangerschaftsmonat seiner Frau Nina hat Kevin, der Erzieher, genug Zeit, an dem Wettbewerb um ein perfektes Dinner teilzunehmen. Allerdings wüsste ich jetzt auch nicht wirklich, warum ihn die weit fortgeschrittene Schwangerschaft daran hindern sollte ...

Man schreibt eben manchmal, damit man Geschriebenes stehen sieht ... und manche reden, weil sie sich gerne reden hören. Kevin bewirbt ausführlich seinen Instagram-Koch-Blog. Zur Sicherheit steht der Name auch auf Kevins T-Shirt.

Aber ich vermute trotzdem, dass der Blog TATSÄCHLICH heißen muss. Es ist Kevins Lieblingswort, mit dem er andere Wörter zusammenklebt, weil sonst vermutlich ganze Sätze auseinanderfallen, bis sie sinnlos sind.

Seine Konkurrenten sind ebenfalls mit diesem Wort infiziert, aber niemand treibt es derart auf die Spitze wie Kevin.

Ich empfehle das Googlen ... nein, nicht zu Kevins Blog, sondern zu dem Wort Kevinismus. Die Wortschöpfung

Alpha-Kevin

lag 2015 bei der Abstimmung zum Jugend-Wort des Jahres lange Zeit vorn.

Schade, dass es über meinen Vornamen keine entsprechenden Erkenntnisse gibt. Doch nein, ich bin eher froh darüber ... denn besonders Lehrer sollen über den Vornamen Kevin ihre Vorurteile pflegen. Obwohl man inzwischen auch von positiven Beispielen mit dem Namen Kevin spricht ... z. B. gibt es den SPD-Politiker Kevin Kühnert. Uuups, falsches Beispiel.


Fazit

Natürlich kocht Kevin heute auch, obwohl ich nach den ersten zwei Karlsruhe-Tagen langsam sehr, sehr unaufmerksam werde. Viel Eigenlob über seine Essgewohnheiten fehlt jedenfalls nicht, wie ich am Rande mitbekomme ...

so haben er und seine Eltern ein Rind gekauft, das bald geschlachtet wird. Es wird nicht sein erstes selbst geschlachtetes Rind sein. Kevin, ein Hobby-Schlächter? Wo gibt es denn so was?!

Das Schwarzfederhuhn hat Kevin allerdings nicht selbst erlegt, denn er findet diese Hühnerrasse derart hässlich, dass er glatt die Straßenseite wechseln würde, falls ihm eines begegnet ... Es gibt keine hässlichen Tiere! Punkt!

Aber es ist gut möglich, dass Kevin diesen hübschen Australian Shepherd-Hund besitzt, weil er so wunderschön ist ... hoffentlich hat er auch an die Bedürfnisse dieser Art von Hunden gedacht, denn die sind enorm.

Zum Essen habe ich nichts hinzuzufügen, außer, dass er natürlich am 3. Karlsruhe-Tag zu Recht vorne liegt ... was aber nicht von großartiger Bedeutung ist.

Je 9 Punkte geben Amelie und Adrian, 8 Claudia und 7 Massimo. Mit 33 Zählern geht er in ein aussichtsreiches Rennen um die Dinner-Krone und 3.000 Euro Siegprämie.


Guten Morgen, Gruß Silvia