Samstag, 8. März 2025

8. März 2025 - Nächte ohne Schlaf ...


Nächte ohne Schlaf ...

Wenn Gedanken sich im Kreis drehen, Karussell fahren und mit Achterbahngetöse schlaflose Menschen wütend aus ihren Betten treiben, ist von guter Laune nicht mehr viel übrig - und am besten wird man von niemandem angesprochen, weil jedes Wort zur zumindest inneren Eskalation führen könnte - denn die meisten Menschen können sich schließlich noch benehmen und kehren ihr Inneres ungern nach Außen.

Schlaflosigkeit bei großer Müdigkeit ... aber ohne verursachende böse Erkrankungen ... kennen sicherlich viele Menschen. Sie drehen sich von links nach rechts, versuchen es erfolglos auf dem Rücken und landen schließlich verzweifelt schlafsuchend auf dem Bauch, was sich dann wie eine Kapitulation anfühlt, der man hilflos zustimmen muss. Und schon am

hellen nächsten Tag schleicht sich die Furcht vor einer weiteren schlaflosen Nacht wie ein Dolch in die Köpfe ... was unweigerlich zu einer sich selbst prophezeienden Erfüllung führen könnte ... oder zum Griff zur Schlaftablette,

die der Schlaflosigkeit den Stinkefinger zeigt, aber sie nicht ausradiert.

Fragt man hier und da Leute, wie es ihnen geht - bekommt man hin und wieder, wenn nicht die übliche Antwort "gut" ausreichend klingt, dass sie wieder eine

vollkommen schlaflose Nacht verbracht haben.

Die halbe Welt scheint müde, aber permanent schlaflos zu sein, so dass ich mich nur fürchten kann, denn womöglich ist es

völlig unnormal, gut schlafen zu können. Das kann ich nämlich. Gut, ich muss früh aufstehen, und zwar an jedem einzelnen Wochentag, und

vielleicht ist das der Grund, warum ich meine Nachtruhe vollends genießen kann. Schöne Träume - meistens - inklusive.


Im Schlaflabor

Neulich lief mir ein Artikel über den Weg, den ich leider nicht zum Nachlesen kopiert habe, aber in etwa ging es darum,

dass Dauer-Schlaflose in ein Schlaflabor gebeten worden sind.

Fragte man sie am nächsten Morgen nach ihrem Befinden, waren ihre Antworten stereotyp, denn warum sollen sie in einem

professionellen Bett auch besser schlafen als in ihrem eigenen?

Dann jedoch wurden sie mittels Überwachungsmechanismen, die auch den schlaflosesten Schlafenden überführen, eines anderen belehrt:

die Geräte zeigten an, dass niemand von ihnen eine ganze Nacht schlaflos verbracht hatte.


Schlaflosigkeit - ein subjektives Empfinden?

Hin und wieder, aber selten, würde auch ich fast glauben, eine schlaflose Nacht verbracht zu haben. Aber wie durch einen Schleier kann ich mich

plötzlich an Träume erinnern, die ich in der gefühlten schlaf-fernen Nacht gehabt habe.

Und wer träumt, der schläft auch!

Ist es also nur ein subjektives Empfinden, dauernd schlaflose Nächte zu verbringen?

Ich wünsche allen meinen Lesern einen schönen Abend und später eine nicht durchwachte, sondern zufrieden schlummernde Nacht mit ein paar erfreulichen REM-Phasen.

Wirkliche Schlaflosigkeit kann man manchmal auf Social-Media-Plattformen nachlesen ... sie äußern sich u. a. auch in

bitterbösen Kommentaren, zu welchem Thema auch immer: die Themen sind nämlich egal, Hauptsache, der Frust wird in die Welt

hinausgeschrien.


Guten Tag, Gruß Silvia


7. März 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Freiburg bei Max


"La Dolce Vita"
Vorspeise: Tatare caprese con vinaigrette al sale limone - Tomate / Avocado / Salz / Limone
Hauptgang: Tris di ravioli al tartufo con filetto di manzo - Kürbis-Salbei / Spinat-Ricotta / Birne-Walnuss-Gorgonzola-Trüffel / Rind
Nachtisch: Dolce italiano - Pistazie / Milch / Früchte


Der 2-Meter-Mann

Max, in der Runde auch "Küken" genannt, weil er mit 30 Jahren der Jüngste unter ihnen ist, sieht sich selber trotz seiner wuchtigen Gestalt eher als Kuschel-Teddy denn als Grizzly- Bär. Nicht nur seine beeindruckende Gestalt ist jedoch erwähnenswert, denn er war an den vergangenen

vier Tagen auch der größte Kritiker seiner Mit-Kandidaten, die seinen Besserwissereien nicht entkommen konnten.

Heute darf er zeigen, was er in der Küche auf der Pfanne hat.

Seine hingebungsvolle Hilfe ist Tamara, mit der er eine Beziehung über zwei Wohnungen hinweg führt. Meistens nicht die schlechteste Idee - aber er ist nicht abgeneigt, das bald zu ändern.

Beruflich ist er "Clinical Consultant" - ist ja sein Ding, anderen etwas zu vermitteln.


Das Menü

Max kann kochen, das ist keine Frage, sondern eine Feststellung, die wie ein Fels in einer Brandung steht - aber leider hinterlässt er bei mir nach besonders den vier vorangegangenen Tagen keinen guten Eindruck. Eher einen als Bär, der zu viel brummt ...

Zur Vorspeise gibt es Türmchen mit Avocado, Tomate, Salzzitronen und als Clou ein Topping aus Burrata-Espuma.

"Wahnsinns-Zusammenstellung", bemerkt Stefan, während Katjas Bemerkung gegen die Menge schießt: "... einen Tick zu viel."

Freunde von ihr, die künftig noch gewillt sind, sie zum Essen einzuladen, sollten sich einen Zollstock als Kochutensil anschaffen ...

Der Hauptgang erfährt Lob, während der

Nachtischteller aussieht als hätte hier jemand alles draufgeklatscht, was das Können hergibt.

Das ist allerdings keine negative Kritik gegenüber dem möglichen guten Geschmack des Desserts. Nur dem Auge missfällt das.

Katja, die keine Desserts mag, bekommt eine Käseplatte. Ein kluger Schachzug von Max. Aber: vielleicht schielt sie dennoch auf die anderen Teller ... wer weiß das schon?


Fazit

Auf einem Spruchband steht, dass Max seine Bolognese schon mal 8 bis 10 Stunden köcheln lässt. Meine habe ich auch nach dem Schlauerwerden via Internet auf etwa 2 Stunden erhöht - allerdings weiß ich bis heute nicht, was hier den Unterschied zu kurzer Garzeit macht ...

Vielleicht kann mich mal jemand schlau machen?

Zum heutigen Gastgeber Max bemerkt Stefan: "Toller Mensch mit großer Empathie." Es klingt wie das Spiel "Ich sehe was, was du nicht siehst", denn dieses Lob erschließt sich mir nicht, sondern rutscht meinen Magen runter und verursacht mir einen Schluckauf.

Aber: Stefan ist immer nur lieb und freundlich - kochen kann er übrigens auch. So gut, dass ich ihn gern als Sieger dieser Woche gesehen hätte.

Seine heutige Enttäuschung über den 3. Platz (wobei es keinen 4. und 5. Platz gibt) kann ich gut nachvollziehen. Er überspielt dies mit freundlichen Schlussworten ... die ich an seiner Stelle nicht gefunden hätte.

Max würde sich selber gegenüber den anderen Kandidaten nur 7 bis 8 Zähler geben - sein erstes bescheidenes, aber vermutlich unehrliches Wort der Woche zum Finale.

Seine Punkte: je 8 geben Andreas, Katja und Annika, 9 gibt Stefan.

Mit 33 Zählern kann er die Doppelsieger Stefan und Katja nicht schlagen.

Katja flippt aus vor Freude ... die sie vor allem der 14jährigen Theresia zu verdanken hat.

Menschen sind gut, Leute vor allem furchtbar ...

Manchmal wünscht sich bestimmt der eine oder andere Teilnehmer nach der Ausstrahlung dieser Sendung, dass er seine Punkte auf einen neueren Stand bringen könnte.

Stefan wünsche ich, dass er seine Herzensfrau findet, aber er ist beinahe zu gut für diese Welt - und wird es schwer haben, bei Kandidatinnen die ehrlichen von den anderen zu unterscheiden. Oder: vielleicht doch nicht, weil er ein gestandener Mann -

und dies nur eine TV-Sendung ohne jeden Belang fürs wirkliche Leben ist.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir starten heute mit 3 Grad plus und steigern uns mit Hilfe von 11 Sonnenstunden auf 18 Grad plus.

Allen Frauen wünsche ich einen wunderbaren Weltfrauentag: warum es irgendwann nötig wurde, diesen einzuführen, zeigen zwei von endlos vielen Zitaten von zwei bekannten Männern:

"Geist macht Frauen alt."
- Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)

"Frauen sind Sphinxe ohne Rätsel."
- Oscar Wilde (1854 - 1900)



Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 7. März 2025

6. März 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Freiburg bei Andreas



"Zwischen Stadt und Land erschmecke den Breisgau"

Vorspeise: FISCH / FEUER / FENCHEL - Flammlachs / Mojo verde / Fenchel-Mango-Granatapfel-Salat
Hauptgang: HIRSCH / ROSENKOHL / KARTOFFEL
Nachtisch: PISTAZIE / HIMBEERE / VANILLE


Der Wein erfindet nichts, er schwatzts nur aus.
- Friedrich von Schiller (1759 - 1805)

Im Gegensatz zu vielen Winzern führt der 43jährige Andreas keinen Familienbetrieb in die nächste Generation, sondern hat sich sein Weingut - gemeinsam mit seiner Frau Olivia - selber aufgebaut. Ist er gelernter Winzer? Hatte er zuvor einen anderen Beruf? Obwohl ich vor vielen Jahren öfter Weingüter besucht habe - und durch meine Eltern einen alteingesessenen Mosel-Weinbauern kannte ... fehlt mir hier der Durchblick. Ich war eben niemals besonders neugierig und frage anderen niemals "Löcher in den Bauch".

Manchmal denke ich, dass Andreas durchaus ein gelernter Koch sein könnte.

Am Ende zählt, dass sich mein Zuschauerinnen-Auge heute insgesamt wohlfühlt, nicht vor Langeweile gähnend frühzeitig zufällt und die Chose gern bis zur Punktevergabe verfolgt.

Am liebsten wäre es mir allerdings gewesen, er hätte dieses Menü im Weinkeller präsentiert ... denn den dürfen die Gäste in der Zeit zwischen Vorspeise und Hauptgang nach Lust, Laune, Belieben und viel Durst entern.


Das Menü

ergibt sich größtenteils aus der obigen Speisekarte (die Großschreibung entstammt nicht meiner Idee, sondern wurde online von Andreas vorgegeben), wobei ich negativ anmerken möchte, dass Andreas zwar küchentechnisch super ausgestattet ist, dass jeder Technik-Affine blass vor Neid werden könnte, aber offenbar fehlen ihm

Probierlöffel, die man nach einmaligem Gebrauch ohne weitere Verwendung an die Seite legt.

Den Lachs räuchert er über offenem Feuer-Grill, und besonders Katja freut sich bereits im Vorfeld über das Feuer ... Vielleicht feuert dies endlich ihre feurige Leidenschaft fürs Kochen an?

Die Meinungen über den Lachs gehen auseinander: Stefan z. B. meint, dass der Fisch innen noch glasig ist, Katja hat wohl keinen glasigen Kern entdecken können. Ich

übrigens auch nicht. Das Stück, das ich sehe, sieht sehr trocken aus.

Vor dem wunderbar aussehenden Nachtisch gibt es Hirschrücken.

Das Dessert besteht zwar aus Pistazien-Himbeer-Törtchen, elegant in kleine Streifen geschnitten - und Kuchen ist für mich in der Regel kein wirkliches Dessert - aber hier würde ich eine Ausnahme machen. Der 3. Gang sieht alles in allem und auch mit dem Vanille-Eis einfach entzückend aus.


Fazit

Riesen-Küken Max ist ... kritisch wie immer.
Katja, die Kinderarbeit in ihrer Küche fördert, ist ... kritisch wie immer.

Stefan, Single mit Herzenswunsch, ist - wie immer lobend unterwegs.

So sind für zwei Gäste die Gläser stets halbleer - während Stefans Glas immer halbvoll ist.

Am Ende zählen nicht nur die Punkte: denn auch Katja und Max lassen sich nicht wirklich lumpen ... sie haben wohl im Hinterkopf, dass es bis

vor einiger Zeit verpönt war, weniger als 7 Zähler zu geben - und wollen darum nicht in diese Falle tappen. Inzwischen lese ich in den

Kommentarspalten bei Vox, dass selbst 8 Punkte bereits im No-Go-Negativ-Bereich liegen. Demnächst bringt ein Gast seine selbst gestaltete Bewertungs-Tafel mit, auf der mindestens eine 11 steht.

Die Punkte für Andreas: je 10 geben Stefan und Annika, 9 gibt Katja, 8 Max.

Mit 37 Umdrehungen liegt er nun gleichauf mit Katja auf dem bislang 1. Platz. Sorry, ich meine nicht Katja, sondern die 14jährige Theresia ...

Als letzter Kandidat darf Max beweisen, dass er die meisten Zutaten nicht nur runterhandeln, sondern auch abliefern kann.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 6. März 2025

5. März 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Freiburg bei Katja


"Schlemmen im Dreiländereck"
Vorspeise: WASSER ODER ERDE - Fisch / Kürbis
Hauptgang: SCHWARZWÄLDER WEIDE - Bäckchen / Brezen / Wirsing / Sauce
Nachtisch: KIRSCHEN 2ERLEI 2.0 - Törtchen / Eis


10 Punkte für Theresia

... und Theresia ist nicht die eigentliche heutige Koch-Kandidatin, sondern die Tochter von Katjas Freundin, zudem erst 14 Jahre alt, aber es scheint nicht nur so, als halte sie alle wichtigen Fäden in der Hand, während

Katja ihre Aversion gegen Nachtische weiter kultiviert, als handele es sich um eine Besonderheit, die man in die Welt hinaustragen muss, die einem dafür auf die Schulter klopft. In

Wahrheit ist die 44jährige Kinderkrankenschwester Katja ausgesprochen unfair - und ihre Wettstreit-Mit-Kandidaten werden sich bei der

Ausstrahlung der Sendung schon sehr, sehr wundern ... und manch einer - wie z. B. Stefan - könnte sich über seine Blauäugigkeit ärgern. Aber: man kann allen erst einmal nur "vor den Kopf" gucken ...


Das Menü

In Katjas Haus gäbe es grundsätzlich keine Nachtische oder Kuchen, wie sie erzählt - was schon sehr verwunderlich ist, denn sie lebt schließlich nicht allein dort, sondern ist verheiratet und hat 2 Söhne. Es ist auch keine Rede davon, dass eventuell ihr Mann den Backofen anheizt und Süßspeisen in Angriff nimmt ...

Wer es nicht fertigbringt, drei Gänge auf den Weg zu bringen, ist in dieser Sendung fehl am Platz. Aber die Dreistigkeit sucht sich immer ihren Weg ... hier:

die Wegbegleiterin des Nachtisches ist die tüchtige Theresia.

Das 14jährige Mädchen macht das komplette Dessert fast allein: zu Beginn gibt Katja ihr einen Klumpen fertigen Mürbeteig in die Hände, und Theresia darf loslegen. Wie es aussieht, macht sie das sehr gern. Vermutlich "kennt" sie den Teig bereits, denn dass Katja den vorbereitet hat, kann ich nicht glauben.

Zur Vorspeise gibt es eine Suppe in Art der Bouillabaisse - und als sie dafür noch den Fisch einkaufen fährt,

schnibbelt Theresia schon einmal alle Zutaten für die Kürbissuppe, die Max, der keinen Fisch isst, als Alternative bekommt. Nebenbei räumt sie die Küche auf, besser kann ein Kind nicht arbeiten (Kinderarbeit).

Auch ein Schmorgericht hilft Katja enorm, denn Garpunkte muss sie hier nicht beachten - vor Fertigbrühe und Brühpulver schreckt sie ohnehin nicht zurück. Als Beilage zu den Kalbsbäckchen gibt es Wirsing, dessen natürliche Farbe sie in ein unappetitliches Braun verwandelt hat.


Fazit

Nicht einmal Katjas Dinner-Motto ist stimmig, denn die Schweiz hat keinerlei Anteil an diesem Menü: dass sie keine Schweizer Schokolade ohne Spuren von Nussanteilen - ein Kandidat hat eine Nussallergie - bekommen hat, ist ebenso keine

Entschuldigung wie die, dass sie grundsätzlich keine Desserts mag.

Dafür mag sie offenbar kindische Spiele, die sie ihren Gästen aufdrängt - und die sich auch noch darüber freuen und amüsieren. Oder möchten manche nur keine Spielverderber sein?

Katja ihrerseits spielt das Spiel wie eine Gedopte, die den 100-Meter-Lauf gewinnen will, denn ohne Theresias Hilfe, an deren Tropf sie hängt, kann sie keinen Blumentopf gewinnen.

Stefan lobt sie noch, weil sie sich so tapfer ihrem Gegner "Nachtisch" gestellt hat ...

Aber auch die Selbsttäuschung ist grandios: sie würde sich 8 bis 9 Punkte geben. Dabei vergisst sie offenbar, dass die

Kameras alles gesehen haben, alles.

Die Punkte: je 10 geben Stefan und Andreas, 9 gibt Annika, 8 Max.

Diese 37 Zähler schreien nach einer Disqualifikation.

Stattdessen liegt sie mit Theresias umfangreicher Hilfe auf dem bislang 1. Platz.

Als Frauchen von Hündin "Emma" kennt Katja sicherlich dieses Wort: Pfui!


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 5. März 2025

4. März 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Freiburg bei Stefan


Vorspeise: Rote Bete / Ricotta / Lachs
Hauptgang: Kalb / Karotte / Mais / Sous vide / püriert / geschmort / gewürfelt
Nachtisch: Grieß / Birne / Safran


Let's Dance!

Nein, ich bin nicht in der falschen Sendung gelandet, und auch von einer Dating-Hotline bin ich weit entfernt. Aber für den

sehr angenehmen Dinner-Kandidaten Stefan möchte ich hier seinen eigenen Aufruf weitergeben, denn eines fehlt ihm zu seinem Glück, und das ist eine Partnerin:

Stefan ist 56 Jahre alt und gemeinsam mit seinem Neffen Besitzer einer Lack- und Farbenfabrik, geerbt von seinem Vater. Seit etwa 2012 hat er seine drei inzwischen erwachsenen Kinder allein erzogen.

Als Partnerin wünscht er sich eine humorvolle und unternehmenslustige Frau, die gerne tanzt - während seine 25jährige Tochter Saskia hinzufügt, dass diese nicht spießig sein sollte. Allein tanzen ist eben schwierig ... Kochen können muss seine künftige Partnerin nicht, denn das kann er selber ...

und das zeigt er heute in aller Unaufgeregtheit und mit seinem 21jährigen Sohn Rafael als Schnibbelhilfe. Ich denke, nach dieser Sendung

wird Stefan recht viele Mails potenzieller Tanz- und Lebenspartnerinnen sortieren müssen, die zuvor von Vox an ihn weitergeleitet werden. Aber findige

Detektivinnen finden sicherlich selber heraus, ob er z. B. einen Instagram-Account hat.


Das Menü

Ein bisschen "gastro-sexuell" ist Stefan, denn in seiner Küche befindet sich nicht nur das eine oder andere Gerät, und im raschen Überblick hat er alles, was das Herz eines Hobby-Kochs berührt und was sich wie zum Tanz und nach Wunsch bewegt. Sogar Wärmelampen fehlen nicht ...

aber besser würde er nicht erwähnen, dass er bereits 47 Kochkurse besucht hat: wobei er besonders einen Knödel-Kurs lobt und den Unterricht in der Volkshochschule. Von Sterneköchen ist keine Rede ... Stefan möchte eher bescheiden rüberkommen, aber seine Kochleidenschaft auch nicht wirklich verbergen.

Zur Vorspeise gibt es u. a. ein Rote Bete-Carpaccio mit Topping, selbst hergestellte Ravioli mit Ricotta und Rote Bete und eine Rose aus gekauftem kaltgeräuchertem Faröer- Lachs.

Lachs kann man selber räuchern, meint Andreas. Man kann aber auch die selbstgemachten Nudeln anerkennen, meine ich ...

Die Semmerrolle (Kalb) gart Stefan sous-vide, und am Ende sieht das Fleisch auf den Tellern, die ich im TV sehe, etwas rosiger als als auf dem 6. Teller, der stets fürs Vox-Team bereitgestellt wird und für "Chefkoch" fotografiert worden ist.

Der Nachtisch besteht aus einem Grießflammerie und einer Schokoladen-Ganache - plus einer halben Birne des Anstoßes ...

denn Katja ereifert sich über diese "ganze halbe Birne" als hätte man ihr eine Schwerarbeiter-Portion vorgesetzt. "Weiß inzwischen jeder, dass ich kein Nachtisch-Fan bin ..." fährt sie fort.

Interessiert mich dieses Bekenntnis? Nein!

Wer so offensichtlich Nachtische ablehnt, sollte diese besonders wohlwollend bewerten, weil Opposition allein keine gute Grundlage ist.


Fazit

Katjas "ganze halbe Birne" wird nur getoppt durch etwas, das ich vor vielen Jahren auf einem kleinen Werbeplakat einer ansonsten wirklich guten Buchhandlung gelesen habe:

"Ganze Bücher zum halben Preis."

Nachdem dieser literarische Unfall dort wochenlang zu sehen war, habe ich nachgefragt, ob man auch halbe Bücher zum ganzen Preis erwerben kann.

Beim "perfekten Dinner" gibt es noch andere "Unfälle", denn Stefan bekommt heute die gleichen Punkte wie gestern das

Hackfleisch-Highlight von Annika: 31!

Je 8 geben Annika, Katja und Andreas, 7 gibt Max.

Mehr oder weniger geht diese Sendung als Glücksspiel durch, in dem Ärger vorprogrammiert, aber nutz- und sinnlos ist.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 4. März 2025

3. März 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Freiburg bei Annika

Was man unterwegs alles entdecken kann ... ohne Worte

Vorspeise: Kürbissuppe mit Jakobsmuschel, dazu Croûtons und Kokos-Limettengras-Schaum
Hauptgang: Elsässer Hackfleischtopf mit Kartoffel- und Süßkartoffelpüree, dazu Tomaten
Nachtisch: Orangen-Crème-brûlée mit marinierten Orangenfilets und Beeren


Comeback

Nach 2 Wochen "Dinner"-Pause fühle ich mich schnell wieder im alten Trott, darf mich wundern oder freuen oder einfach die kleine höhepunktlose Show an mir vorbeirauschen lassen.

Die erste Köchin der Woche heißt Annika, und als ihr Freund Chris von ihrer Kochkunst schwärmt, erwarte ich zwar nicht, dass er völlig neutral, sondern mit den Augen der Liebe bewertet, aber am Ende frage ich mich: welcher der drei Gänge war denn nun eines als perfekt angedachten Dinners würdig?

Die 31jährige Annika hat beruflich zwei Standbeine: zum einen ist sie operationstechnische Assistentin, zum anderen Tierheilpraktikerin. Ersteres ist eine eigenständige Ausbildung - und zur

Tierheilpraktikerin habe ich eine ebenso eigenständige Meinung: warum sollte ich mit meiner Hündin "Momo" eine aufsuchen, wenn ich die bessere Wahl treffen kann, indem ich einen Tierarzt aufsuche?

Natürlich gehen viele Menschen gern zu Heilpraktikern, vielleicht, weil sie sich dort besser verstanden fühlen als bei manchen Ärzten. Mir ist selbst ein nicht ganz so sensibler Arzt lieber. Selbstverständlich entscheidet das jeder für sich.

Annika und Chris haben in der gemeinsamen Küchenarbeit einen sehr liebevollen Draht zueinander, und er folgt ihr sogar beim Pferdestall-Besuch des Teams, denn sie möchte den Zuschauern ihr 14jähriges Pferd "Crack" zeigen. Hoffentlich darf Crack in der Regel auf einer Koppel stehen.

Gemeinsam hat das Paar noch "Marley", den Schäferhundmischling, der sehr brav ist und überhaupt nicht bettelt. Zumindest sehe ich als Zuschauerin davon nichts.


Hausmannskost

Irgendwann könnten sich die immer mehr ausbreitenden Hüter eines gerechten Sprachgebrauchs auch auf dieses Wort stürzen, denn natürlich ist es auf den Mann und seinem kulinarischen Geschmack abgestimmt. Frauen wollten es ihren Männern recht machen, auch in der Küche. Aber die Alternative

Hausfrauenkost will vermutlich niemand. Es müsste also ein völlig neuer Begriff her, den ich dann auch nicht nutzen würde ...

Die Vorspeise besteht aus je Teller einer blassen Jacobsmuschel samt einem Kürbisbrei. Der Brei soll eigentlich eine Suppe sein, und diese hat sie mit gekauftem Fond aufgegossen. "Aus Zeitgründen", erklärt Annika. Eine Brühe macht sich fast von allein ... und gerade in dieser Sendung sollte man keine Zeitgründe vorschieben, sondern nur das bestmögliche servieren.

Der Hauptgang besteht aus angebratenem Hackfleisch, Sauerkraut, und obendrauf kommt Käse. Das einzig Interessante daran ist, dass sie es "Elsässer" nennt, denn der "Titel" macht viel mehr her als am Ende in diesem Gericht drin ist.

Orangen-Crème-brûlée soll das Dinner rund machen: mangels besserer Gänge würde ich diesen bevorzugen.


Fazit

Nach einem (unnötigen) Beruferaten am Tisch wird auch Annika nach ihrem gefragt, aber sie bittet die Gäste, ihre Profession ebenfalls zu erraten:

Das ist Quatsch. Man sieht niemandem an der Nasenspitze seinen Beruf an. Ja, wenn in Annikas Wohnung das Bild z. B. einer Katze und ihrer inneren Organe hängen würde ... aber dann hätten die Gäste sicher eher auf Tierärztin getippt.

Die Punkte sind sehr freundlich: je 8 geben Stefan, Andreas und Max, 7 gibt Katja.

Mit 31 Zählern trotz wenig Wareneinsatz-Kosten startet Chris' liebste Köchin in diese Woche.

Als Nächster kocht Stefan, der angibt, bereits 47 Kochkurse absolviert zu haben: das heutige Dinner kann er vermutlich nicht einmal am äußersten Rand dazuzählen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 1. März 2025

1. März 2025 - Kurzgeschichte: Aus dem Leben eines Bestatters



Eine fiktive Geschichte
Aus dem Leben eines Bestatters 

Er kennt sie alle und trifft sie in anderer Gestalt und mit anderen Namen immer wieder: diejenigen, die den Verstorbenen nicht loslassen wollen, aber auch jene, die den Verblichenen bereits Jahre vor dem Tod verlassen und losgelassen haben.

Er kennt die außergewöhnlichen Bestattungswünsche genau so wie die der Luxusklasse - aber auch die der Leute, die es so billig wie möglich und so schnell wie möglich erledigt haben möchten.

Er kennt Beerdigungen, die als Großveranstaltungen durchgehen - und die sehr kleinen mit wenig Anteilnehmenden ... oder auch die, für die keine Anteilnahme gewünscht wird.

Hin und wieder macht er auch Sozialbestattungen ... für die Vergessenen der Gesellschaft.


Der Bestatter

heißt Fritjof Ackermann - während der passende Nachname zum Beruf zufällig ist, ist der Vorname von seinem Vater mit Bedacht gewählt worden: denn seit

1898 gibt es in der Familie bereits dieses Bestattungsunternehmen - und für Fritjofs Vater war sein Beruf die beste Berufung, die er ausüben konnte.

In der Familie witzelte man, er hätte seinen Sohn gern "Friedhof" genannt - aber das ging natürlich überhaupt nicht, weil kein Standesamt den Namen zugelassen hätte. So hatte Fritjof noch Glück gehabt, aber weniger Glück hatte er, dass er das Traditions-Unternehmen als einziger Sohn zwangsläufig

geerbt hatte. Schon als Halbwüchsiger gewährte ihm sein Vater einen ausführlichen Einblick in sein künftiges Gewerbe: und damit tat Fritjof sich anfangs besonders schwer - und was ihm bis heute schwerfiel, waren die Bestattungen von Kindern ...

Schon zeitig nahm er sich vor, selber nie Kinder haben zu wollen ... die Angst, sie eines Tages in ihren jungen Jahren verlieren zu können, schwebte stetig über seinem Kopf. Wie gut, dass er mit

16 Jahren spürte, dass er schwul war - und somit nicht einmal ungewollter Nachwuchs für ihn in Frage kam.

Das war für Fritjofs Vater ein Rotes Tuch: dass sein Sohn schwul war, konnte er gerade eben noch akzeptieren - aber er bearbeitete ihn dahingehend, trotzdem eine Frau zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen.

Bis heute hat der 38jährige Fritjof sich dagegen zur Wehr gesetzt.

Mit ihm würde das Familien-Unternehmen also eines Tages sterben. Bis dahin hat er es mit

vielen Menschen zu tun, die ihn fragend zurücklassen oder menschlich erfreuen:


Fritjofs Kunden

... befinden sich natürlich in den Ausnahmezuständen ihres Lebens: ein geliebter oder auch nicht geliebter Mensch hat sie verlassen, und gleichgültig, wer zu Grabe getragen werden soll - es ist eine schwere Situation.


Die Witwe und ihr "alter Wolf"

Es ist keine Frage, dass Rosi ihren Mann geliebt hat, aber im Laufe von 38 Jahren Ehe hat er ihr mehr Kummer als Freude bereitet: "Nur gucken, nicht anfassen" und "Gegessen wird zu Hause" hat für ihn keine Gültigkeit gehabt. Selbst im fortgeschrittenen Alter frönte er, wie ein unheilbarer Spieler ständig auf den maximalen Gewinn schielt, seiner Leidenschaft, Frauen zu erobern. 

Im Bett seiner - natürlich - letzten Affäre hat ihn ein Herzinfarkt tödlich getroffen.

Das sei typisch für ihren Mann - selbst im finalen Kapitel seines Lebens noch einmal zusätzliches Leid für sie bereitzuhalten ...

Sie wählt eine Feuerbestattung, um damit auch all seine, aber auch ihre niederträchtigen Gedanken zu verbrennen - und an seiner Grabstelle möchte sie das

Hildegard Knef-Lied "Der alte Wolf" gespielt haben.

"Der alte Wolf wird langsam grau - nun will er friedlich sein und lieb zu seiner Frau ...
Dem alten Wolf wird langsam klar, heut' sind die jungen Wölfe das, was er mal war"

So viele Jahre hatte Rosi sich aufs Alter mit ihm gefreut ... aber er konnte auch im Alter nicht akzeptieren, dass er ein alter Kerl war.


Die Asche von Marys Hund

Mary ist mit 81 Jahren verstorben, und ihre Nichte Celina hält Fridjof eine kleine Urne entgegen, in der sich Marys sehnlichster "Wunsch" befindet - in der Urne ist die Asche ihrer vor 10 Jahren verstorbenen Hündin "Bonny". Mary hatte sich immer gewünscht, dass diese mit ihrer eigenen vermischt wird.

Eigentlich illegal, mein Fritjof und schlägt Celina vor, die Asche des Hundes später der Erde des Urnengrabes beizumischen. Das ist zwar auch nicht erlaubt, aber eben auch nicht von

Celina erwünscht.

Manchmal drückt Fritjof beide Augen zu. Nun ruhen die Überreste von Mensch und Tier in einer gemeinsamen Urne.


Das Schönheits-Ideal

Johnny, der eigentlich Hans heißt, muss mit Fritjof Gärtner über die Bestattung seiner Frau Peggy, die eigentlich Margaret geheißen hat, sprechen. Johnny erzählt, dass Peggy sich stets ein Lifting und das Aufspritzen ihrer Lippen gewünscht hat,

aber sie zeitlebens zu viel Angst vor Spritzen und Narkosen gehabt hätte. Fritjof

versteht, dass Johnny seiner Peggy diesen Wunsch nun erfüllen möchte und weiß Rat:

sein Lebensgefährte Boris ist Kosmetiker, und er zieht ihn regelmäßig hinzu, um die Verstorbenen ein wenig bis sehr ausgiebig zu verschönern. Für Peggy

holt Boris nun das volle Besteck heraus und verschafft ihr posthum das glatte Aussehen und die Aufdringlichkeit eines großes Mundes. Ihren großen Auftritt wird sie haben, wenn sie vor der Bestattung aufgebahrt wird.

Johnny ist von dem Ergebnis sichtlich gerührt.


Fritjof 

ist stets bemüht, Kundenwünsche zu erfüllen, wenn es ihm auch nicht immer möglich ist. Manches ist nicht durchführbar, während anderes nicht nur gegen das Gesetz, sondern auch gegen seine Prinzipien verstößt. Menschen

in Trauer oder Menschen, die einen anderen Menschen verloren haben - und eben nicht in der üblichen Weise trauern - haben oft die

seltsamsten Einfälle, um nicht zu sagen, dass Ideen auch haarsträubend sein können und sich von selber verbieten.

Er hat mit Menschen zu tun, die die billigsten Bestattungen wünschen, obwohl sie geradezu in Geld schwimmen und fehlendes Geld gar kein Hinderungsgrund für eine gute Beerdigung wäre - und er weiß von Menschen, die all ihr Erspartes zusammenkratzen, um dem Verstorbenen einen würdigen Abschied zu schenken.

Und Fritjof weiß, dass kein Mensch wie der andere ist ... und dass einer nicht die Motive eines anderen verstehen muss und manchmal auch gar nicht kann.

Mit bedächtiger Miene erledigt er, was er erledigen kann - und lehnt ab, was er auf keinen Fall erlauben darf. Manchmal steht er wortinsolvent den Wünschen

gegenüber, manchmal findet er eine Alternative zu den tollkühnsten Kunden-Vorstellungen, um sie abzufedern und abzumildern.


Guten Tag, Gruß Silvia