Donnerstag, 6. Februar 2025

5. Februar 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in der Pfalz bei Patrick


"Die Pfalz küsst Italien"
Vorspeise: Nduja trifft Bratwurst
Hauptgang: Gemüse, Fläsch un ebbes vun de Grumbeer
Nachtisch: Roschdische Ridder mit Vanillesoße und Pflaumen


Bergfest

Es ist Mittwoch oder auch der 3. Tag einer 5 Tage langen Reise durch die Küchen verschiedener Kandidaten, die sich größtenteils darum bemühen, ihren Gästen und vor allem den Zuschauern eine entspannte Zeit zu bieten. Nun ja, das mit der Entspannung vor dem Bildschirm klappt oft nur halb so gut wie die prozentuale Entspannung der Gäste vor Ort.

Bergfeste werden besonders in temporär bestehenden Gemeinschaften begangen - und somit befinden wir uns am Mittag des 3. Tages auf genau dem höchsten Punkt des Berges dieser Veranstaltung.

Diesen Tag bestreitet der 34jährige Rettungssanitäter Patrick, der in Haßloch in einem Haus, aber in verschiedenen Wohnungen, mit seiner Mutter Petra lebt, die auch seine Schnibbelhilfe ist.

Vielleicht ist hier die Zeit für eine Anmerkung zu Rettungskräften im allgemeinen, zu denen natürlich auch die Polizei zählt: oft werden sie an der Ausübung ihrer wichtigen und lebensrettenden Arbeit gehindert. Dabei handelt es sich um unvorstellbare kriminelle Handlungen von Leuten, die man in keiner Weise entschuldigen kann: auch die Verbrecher selber könnten irgendwann wegen irgendeinem Problem eine Rettung benötigen. Und dann wird natürlich versucht, auch denen zu helfen, die zuvor der Hilfe nicht nur im Wege standen, sondern sie massiv bedroht haben, auch körperlich.

Aber nun geht es lockerer weiter bei Patrick.


Das Menü

Für "selbstgemachte" Nudeln hat er eine Nudelmaschine, in die er die wenigen Zutaten hineingibt: und wie durch ein Wunder spuckt sie fertige Nudeln aus. Als Soße verwendet er Pfälzer Bratwurst, die er in einer Pfanne anbrät - würzen ist offenbar nicht vonnöten - und als Kick kommt ein kleines Stück Nduja hinzu - eine sehr scharfe Paprika-Peperoni-Wurst aus Italien.

Eine ziemlich leichte Übung: der First-Kritiker Nermin hätte diese Schärfe nicht gebraucht, der Second-Kritiker Max findet die Schärfe passend. Die anderen zeigen sich begeistert. Wie oft wird eigentlich in dieser Sendung gelogen?

Zum Hauptgang bereitet Patrick Kartoffel-Püree vor, das im Kühlschrank an Festigkeit gewinnt, so dass er es in Scheiben geschnitten braten kann. Hier denke ich, dass das sehr trocken sein könnte. Und auch die Gäste sind im allgemeinen eher wenig von den Kartoffel-Schnitten begeistert.

Dazu gibt es Steaks vom Rind - das Küchengarn bleibt nach dem Servieren drumherum - und gemischtes italienisches Gemüse, das auf den Scheiben platziert ist.

Der Nachtisch besteht aus, wie man hier sagt, "Armen Rittern" mit selbst angerührter Vanille-Soße und einem Pflaumenkompott.

Um das Kompott mit Speisestärke anzudicken, fragt Patrick sich, ob der benötigte Teelöffel ein gehäufter oder gestrichener sein soll ... ist seine Frage an sich etwa schon eine philosophische oder nur eine von jemandem, der noch nicht wirklich lange kocht?


Kritiken und Horoskope haben etwa die gleiche Trefferquote.
© Erhard Blanck (1942 - 2024)

Das Menü ist insgesamt ein eher bescheidenes, ist meine Kritik.

Die Kritiken der Gäste sind ziemlich unterschiedlich, und während die einen von dem Nachtisch als "Kindheitserinnerung" schwärmen - ist der "Arme Ritter" für Nermin eben keine Kindheitserinnerung. Könnte logisch sein, denn offenbar hat er kroatische Wurzeln. Aber immer noch macht der

Ton die Musik, um erfolgreich zu werden. Nermins permanente Negativ-Anmerkungen zu beinahe allem werden folglich zu keinem Hit. Und damit meine ich nicht seine 7 Zähler (oft sind 7 Punkte gerechter als 10), die er bislang regelmäßig vergibt, sondern dass er, sobald er etwas Positives auf der einen Seite verlauten lässt, das Schöne im folgenden Satz radikal zerstört.

Verliert man durch ein "Magenband", wie er es hat, eigentlich seine Lebenslust?

Oder ist es am Ende doch wieder einmal nur der Sender, der seine Aussagen völlig falsch zusammenschnibbelt? Das kennt man immerhin! Das hat man oft von Kandidaten gehört!

Ganz anders ist Michaela: immer gut gelaunt, immer großzügig. Und sogar übers Pausen-Dart-Pfeil-Werfen verliert sie überschwängliche Worte:

"Das Dartspiel hat mich auf eine neue Lern-Ebene gebracht." - Oh-ha!

Nermin trifft zwar mit seinen Pfeilen in die Mitte der Scheibe, aber er würde privat niemals Darten. Doch Worte wie Pfeile sind ihm überhaupt nicht fremd.

Hoffentlich kann er an seinem eigenen Dinner-Tag endlich einmal eine Spur von Lebensfreude zeigen. Das wünsche ich ihm. - Und manchmal, eher selten, lüge ich auch.

Die Punkte für Patrick: 7 gibt Nermin, 8 Sabrina, je 9 Michaela und Max.

Mit 33 Zählern liegt er auf dem bislang 2. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 5. Februar 2025

4. Februar 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in der Pfalz bei Michaela


"Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist."
Vorspeise: Der schüchterne Kohl errötet bei der dominanten Begleitung des Gebäcks, zum Glück kann die Sahne ihn beruhigen. Kohl | Sahne | Brot | Speck
Hauptgang: Die glückliche Kuh freut sich über Grünzeug und legt Wert auf eine gesunde Prostata. Sie hüllt sich in Palatschinken und Tomaten und träumt von heller Creme aus Milch. Palatschinken | Hack | Tomaten | Paprika | Salat
Nachtisch: Die Orange ist die Nymphomanin im Spiel. Sie lässt sich von heller und dunkler Versuchung verführen. Sorbet | Schokolade | Honig | Orange | Trüffel



Die schlüpfrige Speisekarte

grenzt an Exhibitionismus. Für eine Frau, die sich, wie sie sagt, überwiegend vegan ernährt, eine seltsame Speisekarte. Aber es geht bei ihrer hauptsächlichen Ernährung schließlich um ihre Gesundheit und nicht darum, Tierleid zu vermeiden. Dennoch sollte man die Tiere, die fürs Essen gestorben sind, nicht derart verunglimpfen ... und sie in die Nähe von völlig überflüssigen Wörtern platzieren. Im übrigen hat eine

Kuh keine Prostata. Träumen und glücklich sein kann die Kuh bereits seit längerer Zeit nicht mehr ... sie ist bereits geschlachtet. Und eine Orange ist keine Nymphomanin, während Gebäck nicht dominant ist und die Sahne nur vielleicht eine beruhigende Wirkung hat, falls der Heißhunger auf Süßes überhand nimmt.

Ich denke, es gab schon viele Speisekarten, die völlig drüber waren, aber diese hier übertrifft alle.

Meine Meinung wird nicht von allen geteilt, denn Sabrina findet diese Speisekarte "lyrisch".


Ohne Selbstmitleid

erzählt Michaela von ihrer seit 10 Jahren sie begleitenden Schilddrüsen-Krebserkrankung. "Wir sind ein Team, der Krebs und ich", sagt sie. Und nach den Tätowierungen auf ihrem linken Arm angesprochen, sind dort Bilder versammelt, die einen Hinweis auf die Lieder geben, die sie sich - hoffentlich ist das noch sehr lange hin - für ihre Beerdigung wünscht. In Erinnerung ist mir "Rammstein" geblieben, aber nicht, welches Lied.

"Totenarm" nennt die 46jährige Erzieherin Michaela diesen Arm, ohne jedoch Todessehnsucht zu haben. Auf dem Weg zu ihrem Haus sehen wir angezündete Grablichter.

Ich bin zwiegespalten, wie ich dieses schwierige Thema "Krebs" für eine leichtfüßige Sendung einordnen soll: aber der

Krebs bestimmt ihre überwiegend vegane Ernährung. Ansonsten scheint sie ein lebenslustiger Mensch zu sein, der auch sehr nachdenklich sein kann. Es gibt Lebens-Situationen, die alles verändern ... aber ein wirklich relevantes Thema für eine "Kochsendung" ist es nicht.


Das Menü

Als Schnibbelhilfe ist Michaelas Schwester Andrea aus ihrer gemeinsamen Heimat Österreich angereist.

Und hier in aller Kürze die Beschreibung des Menüs, das unter vielen überflüssigen und oft derben Worten beinahe verloren geht.

Zur Vorspeise gibt es Rotkohlsuppe, dazu selbstgebackenes Fächerbrot mit Speck und Kräuterbutter.

Der Hauptgang ist eine steirische Lasagne, ein Pfannkuchen-Gericht. Das bedeutet, dass anstelle von Nudelplatten Pfannkuchen verwendet werden. Ansonsten: Hackfleisch usw.

Schokoküchlein und Orangensorbet bilden den Abschluss des Dinners.


Fazit

Es gibt reichlich Kritik an jedem der drei Gänge, und zwar nicht nur von den üblichen Verdächtigen Nermin und Max, die natürlich am kritischsten sind.

Nermin möchte offenbar aus dieser Sendung abgeholt werden ... denn seine Motivation, hieran teilzunehmen, ist keinen Deut erkennbar.

Max, 21 Jahre alt, mag es einfach nicht, wenn sein Geschmack nicht getroffen wird.

Geduldig und freundlich bis sogar liebevoll nimmt Michaela die Kritik an, die auch - zum Teil - am Esstisch geäußert wird. Das zeigt Größe!

Die Punkte: je 7 geben Nermin und Max, je 8 Sabrina und Patrick.

Mit 30 Zählern liegt Michaela am 2. Tag auf dem bislang 2. Platz.

Ich bin sicher, dass Michaela ohnehin nicht daran glaubt, gewinnen zu können. Ihr ist das Dabeisein bestimmt wichtiger.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 4. Februar 2025

3. Februar 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in der Pfalz bei Sabrina


"Mit Liebe kochen, mit Genuss essen!"
Vorspeise: Thunfisch / Avocado / Pomelo / Wasabi
Hauptgang: Kalb / Kürbis / Walnuss
Nachtisch: Tonkabohne / Holunderblüte / Mandeln / Zwetschgen


Die singende Tortenbäckerin

Die 34jährige Sabrina ist Ehefrau und Mutter in einer Patchworkfamilie mit drei Söhnen, einer ist ihrer, zwei sind die von ihrem Mann Martin. Beruflich ist sie

Assistentin in einer Personalabteilung, aber hobbymäßig backt sie - Vox zeigt Fotos - sehr schöne Motivtorten und singt mit ihrem Vater Schlager wie "Du hast mich tausend Mal belogen, wie oft hast du mich schon betrogen ..." Das ganze Lied kenne ich nicht, aber so wirklich passend ist das nicht für ein Vater-Tochter-Duo.

Aber passend wie so oft, weil man darauf warten kann, lobt auch Sabrina die Region, in der sie lebt, als eine voller Leichtigkeit, in der man schnell Freundschaften schließen kann. Von einem sehr guten Bekannten, der für einige Jahre nach Haßloch gezogen ist,

kenne ich das ein wenig anders. Und Haßloch ist immerhin das größte Dorf Deutschlands - aber vermutlich trotz der vielen Einwohner dörflich geblieben. Er ist später gerne zurück ins Ruhrgebiet gezogen, und vielleicht schließt man hier nicht so schnell Freundschaften - aber niemand braucht Hau-Ruck-Verbrüderungen, entstanden beim Weintrinken auf Festen und Singen pfälzischer Lieder.

Aber wie es allgemein ist, sind auch die Menschen aus einer Region nicht alle gleich.

Zumindest verstehe ich den Dialekt und kann selbst dem mit voller Inbrunst geträllerten Trink-Lied folgen ... mögen muss ich das schließlich nicht.

Während Sabrina sich in ihrer Küche um das abendliche Essen kümmert, drehen die Kandidaten ihre Menükarte einmal auf links ...

Max mag nicht so gern Fisch. Nermin mag keinen rohen Fisch. Patrick mag Kürbis nicht wirklich. Undsoweiterundsoweiter ... Mensch, ihr Pfälzer,

so locker seid ihr aber nicht drauf. Es ist aber auch nicht jeder in dieser Gruppe ein gebürtiger Pfälzer, glaube ich. Na gut, das ist natürlich eine Entschuldigung für die gute Pfalz.


Das Menü

Die Vorspeise besteht aus Thunfisch-Tatar und kurz gebratenem Thunfisch: Sabrina meint, Thunfisch sei ein Wagnis, aber sie sei es eingegangen ...

Eigentlich ist besonders der Thunfisch (leider) eine sichere Bank und wird deshalb gern verwendet.

Nermin scheint die Vorspeise beinahe vollkommen zu ignorieren. Er sitzt am Tisch, als warte er an einer Haltestelle ungeduldig auf den Bus ...

Auch mit dem Kalb-Hauptgang (siehe obige Karte) kann man in der Regel "den Deckel schließen", denn die meisten mögen das sehr.

Nermin und Max meinen, dass der Nachtisch zu viele Bestandteile hat ... ja, weniger ist manchmal mehr.

Ich meine, dass es nicht appetitlich ist, wenn Sabrina ihre Finger ableckt - und sie daraufhin unverzüglich Speisen anfasst. Bei solchen Szenen schwankt meine Großzügigkeit, über Dinge hinwegsehen zu können, und ich werde ausgesprochen pingelig.


Fazit

Ich denke, das wird keine einfache Veranstaltung in der "lockeren" Pfalz.

Nermin erzählt, dass er bis vor einiger Zeit 180 kg gewogen - und nun ein Magenband hat. Damit könne er oft nicht einmal eine ganze Banane essen ...

Dann ist er in dieser Sendung fehl am Platze ... Gibt es da nicht ein anderes Format, in dem nur Löffelchen zum Probieren befüllt werden?

Zum anderen geht es auch nicht darum, es jedem Gast recht zu machen, denn es sind schließlich keine ausgesuchten geladenen Gäste, sondern zunächst unbekannte. Zu bewerten ist die Zubereitung - und nicht der eigene Geschmack. Das weiß Nermin wohl noch nicht ... und Max auch nicht.

Die Punkte: je 7 geben Nermin und Max, je 10 Michaela und Patrick.

Die weit auseinanderklaffende Bewertung kann ich leider nicht erklären. Mit 34 Zählern geht Sabrina ins Rennen.


Guten Morgen, Gruß Silvia




Samstag, 1. Februar 2025

1. Februar 2025 - Die jährlich wiederkehrende beliebte Kochsendung ...



Die jährlich wiederkehrende beliebte Kochsendung ...

Gibt es mehr Krimis oder mehr Kochsendungen in deutschen TV-Sendern zu sehen? Ich tendiere rein gefühlt dazu, dass es mehr Sendungen gibt, in denen gekocht wird ...

obwohl ich selber manchen Krimi bevorzuge. Aber eventuell ist Kochen einem Krimi gar nicht mal unähnlich,

und besonders in einer Sendung ist beides aufs Feinste vereint. Natürlich geht es darin nicht um Mord- und Totschlag, aber verbal ist das allemal immer eine runde, fiese Sache:

das beliebte, laute und lautstarke Dschungel-Camp bei RTL, bekannt auch als

"Ich bin ein Star, holt mich hier raus".

Bevor es jedoch ans Rausholen geht, dürfen die einem breiten Publikum meist unbekannten Camper an den Kochstellen ihr Können beweisen ... oder ihr Scheitern erklären. Manch ein Kandidat soll heimlich zuvor einen

exklusiven Bohnen-und-Reis-Kochkurs besucht haben, um dann an der Feuerstelle trotzdem zu versagen.

Die Zutatenliste ist klein, aber nicht fein. Es soll sogar an Salz fehlen,

das der eine oder die andere vor lauter Verzweiflung tränenreich in die Bohnen-Reis-Speise hineinheult.

Die Phantasten, Stars genannt, können nur von kulinarischen Highlights träumen, während sie in tiefster Sinnlosigkeit hungrig wegdösen.

Kochmäßig wirklich zur Sache geht es jedoch erst in den Prüfungen, für die ein unbekannter Spezialist, der sich keinesfalls outen will, Speisen kreiert, von denen man sich gar nicht ausmalen möchte, dass man sie auch essen kann.

Vor diesen Tellern fließen erst recht die Tränen.

Trotzdem handelt es sich hier um eine der beliebtesten Koch-Sendungen überhaupt.

Sogar Sterne gibt es: für den, der das Zubereitete herunterwürgt, nicht für den Undercover-Koch.

Wie bitte? Das soll gar keine Kochsendung sein?

Nun gut: es gibt ja auch keine Stars, die man hier herausholen kann.

Müssen die dann alle auf immer drin bleiben?


Guten Tag, Gruß Silvia


31. Januar 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Braunschweig bei Chris

Kunterbunt

Kunterbunt
Vorspeise: Suppen-Duo/ Bunte Tüte / Dip / Erbse / Kartoffel / Brot / Knoblauch
Hauptgang: Risotto /Crispy / Reis / Bete / Tofu
Nachtisch: Crème brûlée / Pesto / Eis / Kürbis / Schokolade / Erdbeere / Basilikum


Marathon: die Anstrengung, der täglichen Trägheit davonzulaufen.
© Hugo Ernst Käufer (1927 - 2014)

In gewisser Weise ist auch diese Sendung, in der es sich um ein möglichst perfektes Dinner mit allem Drum und Dran dreht, ein Marathon. Fünf Tage, fünf Adressen, fünf Menüs und für jeden Teilnehmer vier Bewertungen. Damit kann man es sich leicht, schwer oder gerecht machen ... in dieser

Woche war der Dinner-Marathon eher, als würde man in seichten Gewässern fischen ... aus denen man am Ende einen alten Schuh oder ein versehentlich weggeworfenes und nicht wiedergefundenes Hundespielzeug fischt. Einen wirklichen, aber eher hochgestapelten Höhepunkt erfuhren diese fünf Ausgaben nur in der

Punktebewertung. Ansonsten waren es fünf Ausgaben, die als Lehrstück für ausgehaltene Langeweile gelten könnten. Man muss sich eben hin und wieder selber auf den Prüfstand stellen.

So wie der letzte Teilnehmer dieser Runde, der 29jährige Chris: seit zwei Jahren lebt er nicht nur vegan, sondern verzichtet auch auf Alkohol. Auf Adrenalin ist er trotzdem: er

bereitet sich auf den nächsten Marathon vor. Und er erinnert sich an den 24-Stunden-Lauf von Atlanta, in dem er 50 Meilen zurückgelegt hat. Damit hat er seinen Körper sicherlich an Grenzen gebracht,

die in der Sendung "Das perfekte Dinner" natürlich weniger gefragt sind.

Der Unterschied zwischen einem Marathon und dem "perfekten Dinner": die Leistungen beim Lauf sind berechenbar, beim "Dinner" hat man das schleichende Gefühl, dass Pi mal Daumen bewertet wird.

Einer langen Vorrede folgen ein paar Daten: Chris ist als Teamleiter im Gesundheitsdienst tätig und lebt in einem Einfamilienhaus mit seiner Frau Julia und dem Hund Yuri sowie den Katzen Thekla und Murmel.


Auftritte in kunterbunt

Die Gäste wurden am Vortag gebeten, sich möglichst dem "Motto" entsprechend zu kleiden: und so erscheint Doris mit pinker Perücke, grellgrüner Jacke und weiteren Bunt-Anteilen. Anja trägt regenbogenfarbene Hosenträger und Armstulpen.

Fines Outfit geht gerade eben als kunterbunt verblasst durch, während Savannah sich doch lieber bedeckter gibt.

Man muss sich schon selber ein bisschen auf den Arm nehmen können - wie Doris und Anja.


Das Menü

Chris ist versiert in der Küche und all der Arbeit, die dort auf ihn wartet: Fine Dining würde er es zwar nicht nennen, aber vielleicht in ein paar Jahren ...

Zur Vorspeise gibt es eine Erbsen- und eine Kartoffelsuppe. Savannah mit ihrem Hang zur Hausmannskost erwartet die Erbsensuppe deftig, aber es gibt auch völlig andere, feinere Suppe mit Erbsen. Zwar wurde ihre Bewerbung fürs Dinner angenommen, aber eine großartige Köchin will sie vielleicht noch werden ...

Das Kürbis-Brot sieht wesentlich besser aus als das, was Fine zusammengerührt und gebacken hat. Es macht "Geräusche" beim Anschnitt, wie man es von frischem Brot erwartet.

Rote Bete-Risotto trifft auf Tofu zum Hauptgang. Das ist mehr Arbeit, als ich es hier beschreibe. Bewerten kann ich den Geschmack trotzdem nicht: weder entsprechen Rote Bete noch Tofu meinen Vorlieben. Wie sollte mir dann wohl beides zusammen schmecken? Ist auch egal, es kommt überhaupt nicht auf meinen Geschmack an ...

Kürbis-Crème brûlée und Erdbeer-Basilikum-Eis runden den Abend ab. Der beste Gang?


Fazit

Einmal in der Woche, so erzählt Chris, "sündigt" er - und dann darf es auch ruhig mal Pommes mit Schnitzel geben.

Das kommt mir gerade recht, denn beinahe habe ich geglaubt, er hätte überhaupt keine Laster ...

Ich habe auch ein Laster, denn manchmal muss Lästern einfach sein: allzu liebreizende Leute - wie Fine z. B. - sind mir suspekt. Zu Fine im allgemeinen (Mode, Hauseinrichtung) schicke ich den Beatles-Hit "Yesterday" ins Rennen.

Chris hingegen ist sympathisch auf eine natürliche lockere Art, ebenso sehe ich Anja.

Die Punkte: 8 gibt Anja, je 9 Savannah und Doris, 10 Fine.

Mit 36 Umdrehungen unterliegt Chris knapp Fine, die mit Hackbraten, viel Kürbis und 37 Zählern gewinnt. Wenn schon so überdreht gewertet wird - hätte ich Chris den Gewinn gegönnt. Besser noch Anja.

Fine lässt sich feiern und meint: "Ich hatte ein ganz anderes Bauchgefühl."

Ich auch. Ich auch. Und mein Gefühl ist nicht nur aus dem Bauch heraus, sondern basiert auf ihren Koch"künsten".

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir starten heute mit 0 Grad und steigern uns mit Unterstützung von 9 Sonnenstunden auf 6 Grad plus.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Freitag, 31. Januar 2025

30. Januar 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Braunschweig bei Anja

Viel Platz für die Hühner

Vorspeise
: Ravioli im grünen Petersilienzauber mit Wurzelschaum

Hauptgang: Zartes Hähnchen mit schwarzem Reis auf einem Estragon-Weißwein-Spiegel dazu aromatisches Wurzelgemüse
Nachtisch: Zitronen / Kaffee / Fusion


18 Uhr 30 ab Lengede

... und leider ist die entzückende Beagle-Hündin "Miss Marple"

(mein heutiger Titel heißt im Original: 16 Uhr 50 ab Paddington)

überhaupt nicht anwesend oder nicht im Bild. Statt ihrer maunzt Kater "Scotty" den (scheinbar dementen) Sound des Tages:

Miau!

Scotty ist bereits 17,5 Jahre - ein Alter, Fine, in dem eine Katze wirklich alt ist - und nicht bereits mit 3 Jahren. Eine Katze ist kein Huhn. und ein Papagei ist keine Eintagsfliege.

Die 48jährige Anja startet ihren Dinner-Tag mit einem Schnaps und ignoriert Scotty, der nicht mehr weiß, dass er bereits gefressen hat. Diese Vergesslichkeit ist mir sehr gut bekannt: auch mein Lucky hat im hohen Alter stets vergessen, dass er eigentlich mehr als satt gewesen sein musste. Man liebt sein Tier daher um so mehr, falls das überhaupt noch möglich ist, denn es benötigt viel Fürsorge, wenn seine Futter-Demenz einsetzt.

Mit ihrer besten Freundin und Schnibbelhilfe Iris macht Anja sich ans Werk, ihren Gästen ein präsentables Dinner vorzusetzen - ohne dass sie

mit einem Hackbraten auf Punktebeute geht.

Denn am Ende der Geschichte liegt noch immer der Hackbraten samt Kürbisschwemme von Fine auf dem bislang 1. Platz.

Manchmal bin ich baff erstaunt.


Das Menü

Um 18.30 Uhr empfängt Anja ihre Gäste.

Ravioli gibt es häufig in dieser Sendereihe, aber heute schwimmen sie in einem Petersilien-Sud samt Wurzelschaum. Gut, der Sud ist etwas zu üppig bemessen ... aber das ist eher ein Schönheitsfehler als ein großer Makel.

Die Hähnchenbrust-Filets bereitet Anja zu wie sie sie an der Côte d’Azur auf einem Bauern-Markt gern gegessen hat. - Am Rande sei erwähnt, dass es dort allerdings auch Supermärkte gibt. Anja scheint sie nur nicht bemerkt zu haben. Warum auch immer: niemand hat den perfekten Blick.

Zitronentörtchen im Nachtisch werden getoppt mit Kaffee-Gelee auf Kokos-Schaum.


Fazit

Der erst 29jährige Chris hat Sorge, dass er nach dem Kaffee-Gelee-Genuss nicht gut schlafen kann ... selbst wenn in diesem Alter ein paar Stunden Schlaf fehlen sollten,

so geht die Party doch erst richtig los!

Zumindest geschmacklich ist der 3. Gang der, den er am besten findet.

Die Punkte für Anja: 7 gibt Savannah, 8 Doris, je 9 Fine und Chris.

Das ergibt die Summe von 33 Zählern.

Noch immer liegt Fine mit satten 37 Umdrehungen auf dem bislang 1. Platz - mit einem sehr, sehr bescheidenen Menü. Womöglich war ihr Kalkül, dass man sie als authentische Person und nicht nur ihr Essen bewertet, genau richtig.

Ich selber hätte Anja auf dem bislang 1. Platz gesehen - auch finde ich sie nachvollziehbar authentisch.

Wenn auch ihr Menü nicht wirklich überragend ist, so sehe ich es als das bislang beste an.

Aber heute gibt es nur ein erfülltes Wunschkonzert:

das wunderbare Miauen von Scotty. Möge er noch viele Jahre große Töne spucken.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 30. Januar 2025

29. Januar 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Braunschweig bei Fine


"Harte Schale - kerngesund: Der Kürbis"

Vorspeise: flüssig / cremig / kross
Hauptgang: erdig / gehackt / gesund rund
Nachtisch: fruchtig bauchig / zweifarbig / schokoladig


Der perfekte Kürbis ...

hat vielerlei Gesichter - und besonders die ausgehöhlten und zu gruseligen Fratzen geschnitzten Kürbisse sind im Herbst sehr beliebt, während der Genuss von Kürbis am heutigen Tag die vermutete Siegesfahne bereits hinter sich herzieht.

Manchmal kann das Leben sooo einfach sein und das Ergebnis geringen Nachdenkens phänomenal. Und ein Roter Faden muss obendrein auch nicht krampfhaft gesucht werden, denn der schlängelt sich um jedes der hier verbrauchten Lebensmittel wie ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Die 29jährige Fine lebt in einem Eigenheim im dörflicher Umgebung, hat einen Ehemann, der Tobi heißt, und drei Kinder. Zum Haushalt gehört die Katze "Hermine", die lt. Fine nicht haaren soll. Es gibt keine Katzen, die nicht haaren, es gibt nur welche, die weniger haaren (was hoffentlich kein Qualzucht-Merkmal ist).

Bei einem Gang durch den offenbar großen Garten (ich schreibe "offenbar", denn im TV sieht vieles größer aus, als es eigentlich ist) liegt am Rande ein leider nur sehr kleiner Auslauf für die Hühner. Die Hühner seien 3 Jahre - und damit schon sehr alt, meint Fine. Sie würden, gibt sie obendrein preis, genau so schnell altern wie Katzen ...

Hühner in Privathänden können 5 bis 7 Jahre werden, manchmal auch älter.

Und Katzen? Die werden viel, viel älter und sind mit 3 Jahren jung. - Mein Kater Lucky ist über 20 Jahre alt geworden.

Am Rande habe ich eine Frage, die nicht wirklich etwas mit den Hühnern von Fine zu tun hat, sondern ganz allgemein für Hühnerhaltung gilt: wie sieht es mit der tierärztlichen Versorgung aus? Nehmen Hühnerhalter diese ernst?

Fine ist gelernte Hotelfachfrau, aber nun in der Anhängervermietung tätig. Drei kleine Kinder fordern ihren Tribut.


Das Menü

Es gibt Kürbis. Viel Kürbis. Und noch mehr Kürbis ...

Kürbissuppe, Kürbis-Hummus, Kürbis-Brot zur Vorspeise, das nicht kross aussieht. Zumindest ist die Suppe eine Suppe und kein Brei. Die jeweils einzelne Garnele auf den Tellern sieht verloren aus ...

Der Side-Kick im Hauptgang ist natürlich ... Kürbis. Der Hauptdarsteller ein Hackbraten mit wässriger Soße. Die Hackfleischstücke brät sie in der Pfanne nach. Nun nimmt die helle Fenchelschaufel mit den Kürbiskügelchen neben dem dunklen, an den Rändern angebrannten Hack auf den Tellern Platz.

Ein sehr unruhig wirkender Nachtischteller beinhaltet neben Cremes aus Kürbis und Schokolade auch Kleckse von ichweißnichtwas und jeweils eine Birnenhälfte.

Weitgehend passt sie das Menü - zur Arbeitserleichterung - den veganen Wünschen von Chris an, so dass auch die anderen Gäste Margarine und vegane Hafermilch in Kauf nehmen müssen. Machen sie offenbar gern und schmecken keinen Unterschied heraus.

Als Hack-Alternative bekommt Chris Klopse aus roten Bohnen.


Fazit

Ich muss die Bewertung nicht verstehen.

Ich kann die Bewertung auch nicht verstehen.

Je 9 Punkte geben Doris, Savannah und Anja, 10 zückt Chris. Summe: 37 Zähler.

Es ist schön, dass der vegan lebende Chris stetig Dankbarkeit für Alternativen zeigt - heute wäre die allerdings unnötig, denn Fine hat für ihn kaum Mehrarbeit gehabt. Sie hat es sich sehr einfach gemacht.

Preiswert sind die Zutaten obendrein.

Natürlich liegt Fine somit am dritten Tag auf dem bislang 1. Platz. Kürbis sei dank, obwohl der soviel Schmackes nun auch wieder nicht hat - und schon gar keine drei Gänge tragen kann.

Manchmal kann man sich nur wundern ...

Prädikat des heutigen Dinners: ausgesprochen langweilig.

Das spricht zum 578en Mal für eine Verkürzung der Sendung im allgemeinen.


Guten Morgen, Gruß Silvia