Samstag, 29. März 2025

29. März 2025 - "Koch allein und bleib dabei, viele Köche verderben den Brei." - Deutsches Sprichwort


Koch allein und bleib dabei,
viele Köche verderben den Brei.

- Deutsches Sprichwort

Man könnte denken, dass das Schlafzimmer im Leben eines Paares der explosivste Ort ist, denn dort brodelt es vor Lust und Leidenschaft, und es fliegen Herzchen und Sternchen durch die Luft. Dann, nach ein paar Jahren vielleicht,

hat dieser Ort noch immer etwas Explosives, das aus vollkommen anderer Richtung kommen kann: Lust und Leidenschaft sind irgendwo zwischen dem Betreten des Raums und dem Versuch gestorben, einschlafen zu können, weil jeder den anderen im Schnarchen derart übertrumpfen will, dass an erholsame Ruhe nicht mehr zu denken ist. Den beiderseitigen Unmut trägt man am Morgen hinaus aus dem Schlafzimmer und mitten hinein ins gemeinsame Leben ... das geht nicht immer gut aus und kann böse enden.

Zwei Schlafzimmer wären die Lösung - aber nicht jeder hat das Privileg der räumlichen Unendlichkeit. Das

gilt auch für das Badezimmer, in das am frühen Morgen zwei verknittert und schlechtgelaunte Menschen gleichzeitig hineinstürmen: hier wird nicht gewürfelt oder eine zeitliche Absprache geführt, hier wird gekämpft. Ein 2. Badezimmer

würde hier ebenfalls Abhilfe schaffen können.

Der schlimmste und am nachhaltigsten jede Beziehung gefährdende Ort ist jedoch die Küche: und da spielt es überhaupt keine Rolle,

ob sie klein ist oder so groß wie ein Tanzsaal im Buckingham Palast. Hier!!!

ist niemals Platz für zwei Personen, niemals!

Unstimmigkeiten beginnen jedoch bereits beim gemeinsamen Einkauf, und ebenfalls anwesende Supermarkt-Kunden haben den Eindruck, das Geschäft liege auf einem in fünf Minuten ausbrechenden Vulkan: so fliegen die Fetzen des Paares in hohen Wellen über die Gemüseregale, während sich andere über ihr

harmonisches Leben mit ihren Partnern hämisch freuen dürfen. Aber vielleicht haben diese anderen auch noch nie miteinander gekocht.

So wie es unser Paar macht, obwohl vor den Nebenwirkungen gewarnt wird: sie sind besonders tapfer und glauben keinen Unkenrufen, und gewappnet in

unsichtbarer Montur, die einem Ritter große Freude machen würde, begeben sie sich in ihre Küche, unwissend, dass sie sich auf einen Kampf einlassen werden, den keiner gewinnen kann.

Beide haben Kochpläne im Kopf gespeichert, die ungefähr so weit voneinander entfernt sind wie ein Ozean zwischen zwei Kontinenten, wollen sich aber von ihrem Programm kein Stück weit abbringen lassen. Der eine

schnibbelt die Möhrchen in Streifen, während die andere lieber Scheibchen hätte. Der eine möchte dem Kartoffelpüree am liebsten

Leberwurst zusetzen, weil er es vor kurzem im TV bei einem hauseigenen prominenten Sender-Koch gesehen hatte. Die andere ist die strikte Anti-Freundin von diesem Koch - und seinen Gerichten.

Einigung ist auch bei anderen Zutaten nicht in Sicht, und es ist wahrscheinlicher, dass sie sich scheiden lassen, noch bevor sie die Küche verlassen.

In den Töpfen brodelt das Wasser, in der Pfanne zischt das Öl, der Mixer gibt seinen Geist auf, während die Küchenmaschine im Takt der

Streitigkeiten vollkommen durchdreht, was lauter als jedes nächtliche Schnarchen ist und schnell zum Hass führt, der wie ein loderndes Feuer geschürt wird. Sie

werden sich entscheiden müssen: gemeinsam weiter kochen und dabei jede Kleinigkeit, die der andere je verbockt hat, hochkochen zu lassen -

oder

von ihrer Ehe zu retten, was noch zu retten ist ...

Manche schaffen es, zu erkennen, dass Einsamkeit in der Küche doch besser ist als zweisame Geselligkeit, die genau dort zerbricht, wo es ums gemeinsame leibliche Wohl gehen soll.

Und wer möchte schon den Kampfmittelräumdienst anrücken sehen, um alle Zünder und Zündstoffe zu entfernen?


Mein Beitrag dient nur der Unterhaltung und ist nicht durch Statistiken bewiesen ... aber man hört hier und da dieses und jenes ...


Guten Tag, Gruß Silvia



28. März 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Spezial: "Auf hoher See" - Freitag bei Hüseyin


"Osmanische Einflüsse durch die Levante"
Vorspeise: Manti Pilz / Labneh
Hauptgang: Imam bayildi - Aubergine / Jerusalem-Artischocke frittiert / gefüllt / cremig
Nachtisch: Asüre | Früchte | Kaymak


Meinungen gibt es wie Sand am Meer.
Und das Meer geht darüber hinweg.

© Erhard Blanck (1942 - 2024)

... weil das Meer, geduldig und gleichgültig geworden, viel Kummer gewohnt ist: es schippern die riesigen Kähne auf ihm herum mit den nicht zu vermeidenden Hinterlassenschaften, sie verstopfen sämtliche Häfen, die sich wegen ihrer Lagen nicht wehren können, die Kreuzfahrer aufzunehmen, die dann wie

lästige, aber in ihrem Unheil freundlich Gesinnte in die Orte eindringen, die das Pech haben, direkt am Meer zu liegen.

Ich wähle nicht "Grün", aber der grüne Gedanke im besten Sinn liegt mir nahe. wenn jeder etwas fürs Klima opfert, ist schon viel gewonnen ... allerdings neigt der Mensch zum Egoismus, und das muss ich akzeptieren ... bin ja auch nicht frei davon.

In dieser Kreuzfahrer-Dinner-Woche habe ich keinerlei Mehrgewinn mitnehmen können, der mich erfreut hätte - Die Kandidaten: ähnliche wie meistens. Die Orte: andere, unnötig andere.

Nun bin ich ein wenig seekrank oder auch seemüde: das Dinner ist doch am besten im eigenen Land oder in den direkten Nachbarländern aufgehoben ... und die Kulissen dort sind

authentischer als wenn man beim Kochen in der ewig selben Küche auf dem buntgrellen Schiff den Leuten zusieht, wie sie sich bemühen, ein gutes Essen auf den Tisch zu bringen.

In ihren eigenen Küchen, in ihren eigenen vier Wänden ... wäre die Sendung das, was man von ihr erwartet: nämlich keine

wirkliche Kochsendung, sondern ein Rundum-Paket.

Dort gibt es immer Einflüsse, die entstehende Bilder ein wenig vervollständigen.

Aber: ich überlebe diesen Ausflug nicht nur - er macht mir auch abseits des Umweltgedankens keine Probleme:

Es ist wie es ist, und Vox profitiert von dieser Dauerwerbesendung für eine Reederei.


"Für die Liebe einer Rose macht sich der Gärtner zum Sklaven von tausend Dornen."
- Sprichwort aus der Levante

Als letzter kreuzfahrender Kandidat kocht Hüseyin, der nicht immer die beste Laune hatte, wenn es um die Kritik an seinen Mitfahrern gegangen ist - obwohl Sonne,

Wind und Meer doch allein schon gnädig und rundum zufrieden stimmen sollten.

Beruflich ist der türkischstämmige 28jährige Archäologe.

In Ägypten haben ich einen einheimischen Archäologen kennengelernt, der nebenher als "Fremdenführer" tätig war. Wir beide haben uns sehr gemocht - und während unserer Nil-Kreuzfahrt fühlten wir uns einander über Kulturen hinweg ziemlich verbunden ...

ich gestehe zudem diese Kreuzfahrt auf einem Schiff. Aber die ist lange her, sie war nur auf einem Fluss - und ich habe nicht den Durst, sie auf einem Riesendampfer fortzusetzen.

Nach der Reise hatten wir eine Weile noch Briefkontakt. Ja, Briefe gab es noch vor über 25 Jahren ...

Wie viele Archäologen benötigt diese Welt? Ich habe keine Ahnung.


Felicitas Then

Früher, recht viel früher, gab es den Spruch für Hausfrauen, dass es ihnen nur um

Kinder, Kirche und Küche

gegangen ist. Die Köchin oder Influencerin oder was auch immer sie ist - ich höre erstmals in dieser Woche von ihr, sagt voller Inbrunst:

"Mein ganzes Leben dreht sich nur ums Kochen und Essen."

Meins nicht!


Das Menü

Zur Vorspeise reicht Hüseyin Teigtaschen mit Pilzfüllung. Labneh ist lediglich ein "fester" Joghurt.
Gerne gibt Frau Then auch wertvolle Tipps für den

Hobby-Koch, den ich lieber in seiner eigenen Küche in Berlin-Mitte gesehen hätte.

Der Hauptgang gipfelt in einer Auberginen-Komposition. - Ich bin überhaupt nicht mäkelig beim Essen, aber Auberginen ... sind ... sterbenslangweilig.

Die Jerusalem-Artischocke ist Topinambur.

Der Nachtisch enthält Bohnen - das bedeutet: zumindest gibt es kein superzuckersüßes Baklava.

Ich hätte lieber, wenn ich schon dort an Bord gewesen wäre, in einem der Restaurants gegessen ...


Fazit

Ich nehme einen letzten Blick auf Dubai, dieser in die Höhe geschossenen Wüstenregion, in der viele Menschen auf kleinem Raum leben - und: sie finden es erstrebenswert, dort zu leben,

wo kaum etwas anderes gedeihen kann als der Reichtum - und kaum andere Platz finden als ziemlich vermögende Leute.

Hochgezogene Plattenbauten eben. Nur völlig anders "verkauft".

Zurück zum Wettkampf, denn es gilt, Punkte zu verteilen:

10 geben Katharina und Bisrat, 8 Mario, 6 Stephen.

Somit gewinnt Hüseyin mit 34 Punkten diese Ausgabe einer Sendung, die nicht schlechter war als andere aus der Reihe, aber

bedenklicher für die Umwelt.

Mir ist der Gärtner aus dem Zwischentitel lieber, der mit aller Liebe die

Rosen zum Blühen bringt.

Und: mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute 8 Sonnenstunden und maximal 12 Grad. - Wer etwas auf sich hält und genug Geld hat, zieht vielleicht nach Dubai -

aber den wahren Wetter-Reichtum haben wir in unseren Breiten, die gemäßigt und maßvoll und abwechslungsreich sind.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 28. März 2025

27. März 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Spezial: "Auf hoher See" - Donnerstag mit Katharina



Vorspeise
: Veggierolls meet Pinky Heaven, Auberginenrolle gefüllt mit Frischkäse und Datteln auf Rote-Bete-Mousse

Hauptgang: Die goldene Mezzelune, Kichererbsentaschen gefüllt mit karamellisiertem Feigen-Hummus Safransauce / gegrillte Garnelen
Nachtisch: Sholeh zard und das Pistazieneis, Safran-Reispudding mit Mandeln und Rosenwasser, Pistazieneis


"Geh langsam. Du kommst doch immer wieder nur zu dir selbst."
- Aus dem Orient

Die früher entstandenen Märchen aus 1.001 Nacht sind vielschichtig und umfassen Komödien, Tragödien und zum Beispiel auch Burlesken. Oft hatten diese Märchen einen erotischen, einige sogar einen pornografischen Charakter.

Auch Dubai wirkt märchenhaft, besonders wenn es dunkel wird: das Beton-Gesicht, das die Stadt tagsüber von sich zeigt, wird dann in 1.001 Lichtermeer verwandelt: grell, kitschig oder auch schaurig schön, auf jeden Fall aufdringlich.

Eher ursprünglich schön ist es auf einem riesigen, wirklich traumhaften Gewürzmarkt, den die Kandidaten, die heute nicht kochen müssen, gemeinsam mit Kamerabegleitung besuchen. Stephen ist hin und weg und fühlt sich wie damals als Kind, wenn er einen Spielzeugmarkt besuchen durfte. Dieser Markt lässt ohne Frage keine Wünsche offen und ist verführerischer

als der gesamte Rest dieses "Dinner"-Ausfluges per Kreuzfahrtschiff - und jeder kann sich seinen Traum eines orientalischen Dinners nach Gusto selber zusammenstellen, wenn er nur mutig in die Schatzkisten dieser Gewürze greift.

Unterdessen bereitet die 39jährige Katharina, Inhaberin eines Modegeschäftes, in der Schulungs-Küche des Schiffes ihr Dinner vor - und gerät ganz schön in Hektik.


Das Menü

ist gut in der obigen Speisekarte abzulesen - und mit einem wenig Hilfe von einer Bord-Köchin, die Katharina mal annimmt, mal ablehnt,

ist sie am Abend bereit, ihre Gäste zu überraschen. Natürlich fällt diese Überraschung unterschiedlich aus, und sicherlich hat ihr auch ein Gang über den Markt gefehlt, auf dem ihr die Gewürze zugerufen hätten:

sei mutig!
"... ist nicht für jeden das Wahre und genau so wollte ich es", sagt Katharina am Ende ihres angeblich orientalischen Dinner. - Kaum zu glauben, dass sie wirklich wollte, dass es dem einen oder anderen am Geschmack gefehlt hat, aber sicherlich muss man in einer Küche, die an die original orientalische andocken möchte, mehr Erfahrung haben ...

Die Vorspeisenteller mit je drei Auberginenrollen quillen vor Überfüllung über und sehen kein bisschen zauberhaft aus (gibt es keine größeren Teller in dieser Küche?) - vor allem übertreffen sie mengenmäßig

den Hauptgang, der ein wenig ansprechender auf den Tellern platziert ist.

Pistazieneis und Safran-Reis-Pudding bilden den Abschluss: Pistazien befinden sich auch in der Dubai-Schokolade, die zur Drehzeit

noch gehypt wurde wie die neueste Offenbarung, um die Welt auf ein einheitliches Geschmacks-Level zu hieven.

Auf Facebook habe ich im letzten Jahr eine "Rezension" über die Original-Dubai-Schokolade (s. mein Foto) geschrieben, die in etwa den Preis eines der Gewänder von Bisrat hatte, die sie täglich ausführt - nein, ganz so teuer war die Schoko dann doch nicht, aber fast ... Fazit daraus: Dubai-Schoko ist den Preis nicht wert, auch, weil die Schokolade selber sehr, sehr billig und nicht rund schmeckt ... und alles andere unordentlich überdosiert ist.


Fazit

Dass man langsam gehen sollte, weil man doch immer wieder zu sich selbst findet, ist ein schöner und wahrer Spruch aus dem Orient:

bei Mario zum Beispiel bemerke ich, dass er sein Berliner Herz mühelos in den Orient transportiert hat und es dort offenlegt, als wäre er in seinem Kiez unterwegs. Beim sympathischen Stephen meine ich zu spüren, dass er seine karibische Heimat hier und da vermisst.

Weiteres lasse ich außen vor, denn ich muss die Punkte bekanntgeben: 9 gibt Hüseyin, 8 Mario, je 7 geben Stephen und Bisrat.

Mit 31 Wellengängen liegt Katharina auf dem bislang 2. Platz.

Und Hüseyin hat auf dem Gewürzmarkt ausgiebig eingekauft - mal sehen, ob sich das am letzten Abend in seinem Menü bemerkbar macht ... für die Gäste,

denn ich kann natürlich kein einziges Gericht probieren.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 27. März 2025

26. März 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Spezial: "Auf hoher See" - Mittwoch bei Stephen


"Pikanter karibischer Abend"
Vorspeise: Bake und Fisch / Mango-Chow
Hauptgang: Dhalpuri / Dhal / Hähnchen-Curry / Spicy Blumenkohl-Curry
Nachtisch: Kokosnuss-Eis / Caribbean Black Cake


Zentralmagnet – Gewohnheit.
© Manfred Hinrich (1926 - 2015)

Gewohnheit kann schließlich etwas Beruhigendes haben: stets dieselbe Küche, dieselbe ratgebende Unterstützerin (Felicitas Then), derselbe "Pausen-Veranstalter" (Franz Schned) - und immer das gefühlte Schaukeln auf dem Schiff - anstatt täglich neue Umgebungen und unterschiedliche Küchenbereiche mit immer anderen Helfern. Und wenn es in den üblichen "Dinner"-Ausgaben schon einmal Besuch von diesem oder jenem Familienmitglied oder gar Nachbarn gibt - kommt hier

der Kapitän des Schiffes kurz persönlich vorbei - vermutlich von der Reederei dazu aufgefordert, weil es Teil des Vertrages mit Vox ist, ob es ihm gefällt oder nicht ... sieht eher nach Nichtgefallen seinerseits aus - solche Aktionen stehen bestimmt nicht in der Berufsbeschreibung "Kapitän".

Die Familie des heutigen Kandidaten Stephen lernen wir Zuschauer jedoch ebenfalls kurz kennen: während er sich auf dem Weg nach Dubai befindet, drücken seine Frau Susanne und zwei Kinder ihm daheim die Daumen.

Der 57jährige klinisch forschende Biologe Stephen und seine 55jährige Frau Susanne haben sich vor über 20 Jahren in einem Flugzeug kennengelernt: er hat als Flugbegleiter gearbeitet, sie war Passagierin. Geheiratet haben sie

in seiner Heimat Trinidad/Tobago.

Ach ja, und da in der Karibik Tanzen großgeschrieben wird, darf Stephen den Mitkandidaten einen kleinen Tanzkurs geben, denn auf Klischees mag der Sender auch auf hoher See nicht verzichten, sonst würde man die Sendung schließlich kaum wiedererkennen

und die Macht der Gewohnheit verlorengehen ... man könnte beinahe glauben, Stephen hätte den Zuschlag als tanzender karibischer Kandidat bekommen, weil man diese riesige Küche locker mit einer Tanz-Bude verwechseln kann ... und weil man die Fläche bis zum Anschlag nutzen will, darf er auch ein paar Karate-Übungen vorführen.


Das Menü

Stephen packt erst einmal seine aus Deutschland mitgebrachten "kulinarischen Schätze" aus, bei denen es sich vielfach um irgendwelche Fertigprodukte handelt, und

gleich in der Vorspeise verwendet er Sriracha, die Chili-Soße, mit

der er den Red Snapper "verfeinert", der in einem selbst herstellten Linsen-Brot samt einem Salatblatt dem Verzehr entgegensieht. Ein paar Mangoscheiben vervollständigen den 1. Gang, während

Bisrat wissen möchte, wie er die "Mangos gemacht hat". Es gibt sehr viele seltsame Fragen ... Mario und Hüseyin vermuten, dass die "Soße" nicht selber gemacht worden ist, obwohl sie

"manchmal so schmeckt".

Weiter im Pflichtprogramm geht es mit dem Hauptgang, der sich aus der obigen Speisekarte wie von selber ergibt: er benutzt viele Gewürze in jeweils großen Mengen, dass mir eher ein

Verwürzen in den Sinn kommt, aber zum Glück muss ich nicht selber testen, ob es stimmt - oder ob es einfach nur würzig schmeckt.


Fazit

Die 4 Gäste sind heute wie zwei einander feindlich gesinnte Fraktionen im Bundestag: während die beiden Frauen Bisrat und Katharina

alles gut, schmackhaft und kulinarisch auf hohem Level empfinden,

erheben die beiden Männer Mario und Hüseyin ihre Stimmen, die deutlich dagegen votieren.

Zum Beispiel schmecken die Männer aus dem Dessert-Eis keine Kokosnuss heraus - während die Frauen sehr wohl die Kokosnuss auf dem Gaumen bemerken ...

Besonders die zwei Männer wirken wenig neutral und eher wie persönliche "Feinde" des Gastgebers Stephen.

Wer hier den wahren Kern des Essengeschmacks trifft - keine Ahnung?

Die Punkte: je 9 geben Katharina und Bisrat, je 7 Mario und Hüseyin.

Mit 32 Zählern liegt Stephen gleichauf mit Mario auf dem bislang 1. Platz.

Und was die Gewohnheit betrifft: ich begrüße es, wenn diese Sendung in der nächsten Woche wieder in alte

Fahrwasser zurückfindet.

Dieser Ausflug mit einem Kreuzfahrtschiff ist ziemlich uninteressant und ökologisch bedenklich - wird aber sicherlich

bald durch eine "Nachhaltigkeitswoche" beim "Dinner" versucht, wieder gutzumachen. Besser als ein Wiedergutmachen wäre,

es überhaupt nicht erst zu einer Wiedergutmachung kommen lassen zu müssen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 26. März 2025

25. März 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Spezial "Auf hoher See" Dienstag mit Mario (Majo genannt)


"Aller guten Dinge sind „Thai“"
Vorspeise: Pad Thai / Tom Kha Gai
Hauptgang: Massaman-Curry
Nachtisch: Sticky Rice mit Mango


Humor? Wär‘ doch gelacht, wenn es nicht ohne ihn ginge!
© Wolfgang Mocker (1954 - 2009)

Und es wäre gelacht, wenn es nicht weitere Mankos gäbe, die in dieser Woche zum Tragen kommen: ich sehe Kandidaten, die in ihren Vorab-Spekulationen über das nächste Dinner an einem langweiligen Strand stehen und die Kameras uns Zuschauer keinen Blick auf einen interessanten Hintergrund geben, der wohl genau in der Gegend um den persischen Golf sowieso häufig fehlt. Nichts erinnert hier an 1.001 Nacht, denn nur das

Kreuzfahrtschiff wird von allen Seiten beworben, mal am Tag, mal in der Dunkelheit, wenn es bunt blinkend wie ein Protz-Wagen auf einem

Kölner Rosenmontagszug daherkommt.

Es gibt folglich keinen Mehrwert für die Leute, für die diese Sendungen gemacht werden: Zuschauer!

Die sollen nur träumend vor den Bildschirmen sitzen und natürlich wunschgemäß reagieren, indem sie der Verführung erliegen und schnell eine Kreuzfahrt buchen. Für Vox und die Reederei ist das eine

Win/Win-Situation.

Die drei Kandidaten und zwei Kandidatinnen in dieser Woche sollen vermutlich den Zuschauern verklickern, dass

auf diesem Schiff jeder willkommen ist: die exzentrische Frau ebenso wie der bodenständige Mann und der Mini-Paradiesvogel ebenso wie jeder, jeder andere, der sich mal etwas gönnen möchte.

Heute kocht der bodenständige, etwas derbe 53jährige Berliner Mario (Majo genannt, und ich denke sogleich an Kartoffelsalat ...). Den gibt es

allerdings nicht.


Das Menü

Der Reisende aus Köpenick - zumindest arbeitet Mario beim Sportamt der Stadt Köpenick - bittet seine Mitstreiter zum

Aperitif an den Strand, aber bei aller Freude über die kleine Bar, die dort aufgebaut ist, verliert die Kamera niemals

das Schiff aus den Augen. Die Augenmanipulation ist ungeschickt, aber unübersehbar.

Mir gefällt der Aperitif, weil Gin-Tonic in heißen Gegenden am besten schmeckt - ich habe den auf Reisen immer gern getrunken, zu Hause verzichte ich drauf, denn da fehlt mir der Reiz ...

Der essbare Rest ist thailändisch, oben aufgeführt, aber von mir aus nicht zu bewerten, da es vor allem darum geht, die richtige Würze hinzubekommen ... die ich natürlich nicht schmecken kann ...

Die voxsche Würze mittels der Kreuzfahrt-Kulissen ist ganz nett, aber täglich dieselbe Küche zu sehen, langweilt. Natürlich ist diese Küche perfekt ausgestattet, aber auch so

unpersönlich, wie es diese Sendung ansonsten eigentlich überhaupt nicht ist.


Fazit

Die Sendung plätschert vor sich hin, während ich auf ein wenig Seegang hoffe, innen oder außen, egal, nur etwas mehr Bewegung, ohne die immer ähnlichen Blicke auf Schiff und Küche.

Mein Warten vor dem Bildschirm wird am Ende belohnt, aber ganz anders, als es vermutlich gedacht ist: denn endlich ist es

20.15 und ich schalte schnell auf ONE, um keinen Moment von

"Sherlock"

zu verpassen, dem Benedict Cumberbatch ein interessantes, zeitgemäßes, aber auch selbstzerstörerisches Gesicht gibt. Ein hervorragender Schauspieler darf hier alle Facetten seiner Kunst zeigen - und obwohl Sherlock ein höchst unsympathischer Exzentriker ist, dem Menschen im allgemeinen weniger bedeuten als ihre Verbrechen, zieht

diese geniale Reihe und ihr "Sherlock" mich für den empathiefreien, egozentrischen Typen in ihren Bann - und die Vorfreude darauf lässt mich

auch die Sendung "Das perfekte Dinner" überstehen. Nur - "Sherlock" wird leider nicht an jedem Tag in dieser Woche gesendet ... Somit

wird es wieder schwieriger für mich.

Stets bin ich überrascht und enttäuscht, wie rasch 90 Minuten bei "Sherlock" zu Ende gehen, während die 75 Minuten des "perfekten Dinners" sich sehr oft wie Kaugummi ziehen - und die Sendung verkürzt werden sollte.

Ach ja: hier noch die Punkte für Mario: je 7 geben Bisrat und Stephen, je 9 Katharina und Hüseyin.

Mit 32 Wellen während einer Flaute geht Mario in die bisherige Führung.

An dem Kreuzfahrtschiff habe ich mich bereits sattgesehen, auch an der Küche ...


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 25. März 2025

24. März 2025 - Das perfekte Dinner - Spezial: "Auf hoher See" - Montag kocht Bisrat

Abu Dhabi: Flughafen - prachtvoller, pompöser und aufdringlicher geht es nicht.


"Orientalia"

Vorspeise: Schätze des Orients - Kichererbsen / Aubergine / Bulgur
Hauptgang: Bella Italia - Pesce del giorno / Polenta / Spinaci
Nachtisch: La dolce vita - Zitrus / Biskuit / Vanillecreme


Die Werbung als Wegelagerer
- Hans Ulrich Bänziger (1938), Psychologe

In der dieswöchigen Sendung sind nicht nur Produkte zum Zwecke der Werbung platziert, sondern rund um die 100%ige Werbung fürs Kreuzfahrtschiff gibt es fünf Menschen, die im Zweifelsfall voller Enthusiasmus für sich selber werben, falls es nichts anderes zu bewerben gibt.

"Eine Seefahrt, die ist lustig,
eine Seefahrt, die ist schön,
ja da kann man manche Leute
an der Reling spucken seh'n." - Lied, entstanden um 1900

Schnell werden Umwelt-Bedenken der Kreuzfahrerei weggedrückt bzw. nicht einmal erwähnt, um lediglich die schönen Seiten mit schönen Zeiten für viele Menschen hervorzuheben, denn man lebt schließlich nur einmal, und das soll Rechtfertigung genug sein. Auf Zigarettenschachteln sind Warnhinweise für die Gesundheit gedruckt - und wer eine Kreuzfahrt plant, sollte entsprechende Warnungen für den Globus in die Hand gedrückt bekommen, und zwar groß- und nicht kleingedruckt.

Aber es ist nicht meine Aufgabe, die Welt besser zu machen.

Die fünf Kandidaten und Kandidatinnen dieser Woche sind mit dem Flieger nach Abu Dhabi gereist, um dort auf einem Kreuzfahrtschiff in einer Schulungsküche die Kochlöffel zu schwingen - als hätten sie nicht allesamt

selber Küchen zu Hause.

Mich begeistert nicht einmal die Route des Schiffes, die von Abu Dhabi weiter bis Dubai geht ... womöglich gibt es noch eine andere, kurz angeschnittene Zwischenstationen ... niemals hatte ich den Wunsch, in Abu Dhabi oder Dubai Urlaub zu verbringen,

aber ich hatte vor vielen Jahren von einem schöneren Urlaubsziel aus eine mehrstündige Zwischenlandung in Abu Dhabi (s. mein Foto): ein Flughafen wie aus einem Märchen mit viel Luxus, Aufdringlichkeit für die Augen (kann man durchaus mal kurz genießen) - und vielen Geschäften, in denen gerne auch alles wirklich Gold sein durfte, was glänzte ... oder Edelsteine oder ein Geblendet-Sein, das die Augen erschreckt, als hätte sich Diamantenstaub in ihnen festgesetzt.


Show-Woman

Bisrat ist die 1. Hobby-Köchin in dieser Woche: laut, extrovertiert, immer in Bewegung und mit der Aussage über sich selber "die süßesten sind die verrückten Frauen" . Folglich darf man sie, falls sich die Gelegenheit bietet, wohl gerne "verrückt" nennen ...

Die 40jährige Zahnmedizinische Fachangestellte stammt ursprünglich aus Eritrea und ist mit 18 Jahren nach Deutschland gekommen. Verheiratet ist sie mit einem uns unbekannten Mann namens Michael. Interessant ist eher, was sie über die Heirat ihrer Eltern erzählt ... die war eine arrangierte Angelegenheit - und so hat sich das Ehepaar erst am Tage seiner Hochzeit kennengelernt. Und das kann gemessen am Alter von Bisrat noch gar nicht ewig lange zurückliegen ... Steinzeit! Aber vermutlich gab es das in der Steinzeit überhaupt nicht.


Das Menü

nimmt vor allen Dingen sehr, sehr viel Zeit in Anspruch. Zeit, in der sie hier rührt, dort rührt - und in der sehr großen Bordküche viel Unordnung um sich herum aufbläht, so dass selbst diese Küche am Ende der langen Veranstaltung gar nicht mehr so schick aussieht.

Hoffentlich muss sie die Unordnung selber wieder entfernen und alles säubern - und darf das nicht dem Schiffs-Personal zumuten ...

Die drei Gänge kann man im Prinzip der obigen Speisekarte entnehmen: Falafel, Taboulé und die unvermeidlichen Auberginen eines orientalischen Essens bilden die Vorspeise.

Der "Fang des Tages" ist im Hauptgang enthalten,

und die sehr flüssige Creme Brulée ist bereit, mit dem Schiff um die Wette zu schwimmen, während dem Tiramisu die Kaffeenote fehlt, denn eher haben die Löffelbiskuits den Kaffee nur gesehen, als ihn zu verinnerlichen.


Fazit

Selbstbewusst erwähnt sie oft, zu oft, dass sie wirklich gut kochen kann ... immerhin hat sie bereits an der "Küchenschlacht" teilgenommen und noch an irgendeinem anderen TV-Event. Ich bin sicher,

es werden weitere folgen. Sie ist der Typ "Hoppla, jetzt komm ich" und liebt es ganz offensichtlich, im Mittelpunkt zu stehen.

Mit der den Kandidaten zur Seite gestellten Küchenchefin Felicitas Then geht sie sogleich auf direkte Tuchfühlung, und die Umarmungen müssen regelmäßig erneuert und untermauert werden. Einen Koch-Tipp der Köchin wehrt sie allerdings unverzüglich und zickig ab ... noch bevor sie weiß, wie dieser lautet.

Ich weiß nicht, ob ich in dieser Woche mit irgendeinem Teilnehmer "warm" werden kann oder ob ich doch eher das kalte Meer in 200 Metern Tiefe nicht aus dem Kopf bekomme.

Die Punkte für Bisrat: 8 gibt Katharina, je 7 Majo (vielleicht erfahre ich an einem anderen Tag, wie er wirklich mit Vornamen heißt) und Hüseyin, 6 gibt Stephen.

Das ergibt die Summe von 28 Zählern. Keine Punktzahl, die das Ego streichelt.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 22. März 2025

22. März 2025 - Flug 9525 am 24. März 2015 - Neuveröffentlichung aus März 2015


Am 24. März 2015 hat sich der First Officer (Co-Pilot) A. L. im Cockpit eingeschlossen, um die German-Wings-Maschine zum Absturz zu bringen - bei diesem erweiterten Suizid nahm er 149 für seine Probleme unverantwortliche Menschen mit in den Tod.

Das beinhaltet der Abschluss-Bericht der französischen Untersuchungsbehörde für Flugunfälle (BEA).

Das Flugzeug zerschellte an den Westalpen, und es gab keine Überlebende.

Den folgenden Beitrag habe ich kurz nach der Katastrophe geschrieben, als die Erkenntnisse über diese entsetzliche Katastrophe noch nicht endgültig waren.


10. Jahresgedächtnis
German-Wings-Flug 9525


Ausnahmsweise erzähle ich einmal etwas über mich: Mein Bruder starb bei einem ähnlich traumatischen Unglück wie jenes, das jetzt alle Passagiere und Besatzungsmitglieder des Germanwings-Fluges getroffen hat. Sein Tod war plötzlich, erschreckend und hat die ganze Familie in eine tiefe Trauer und auch Verzweiflung gestürzt. In dieser Zeit haben wir einen enormen Zuspruch von überall her erfahren - ohne dass es damals das Internet überhaupt gegeben hat (zum Glück!). Die tröstenden Worte kamen in persönlicher Form und in schriftlicher oder telefonischer, je nachdem, wo jemand wohnte. Zur Beerdigung hatten sich so viele Menschen eingefunden, dass man einerseits im Meer der Mit-Trauernden untergegangen ist, andererseits sicher und geborgen war.

Den ersten entsetzlichen Tagen folgten weitere furchtbare, ich möchte sagen: Jahre. Für meine Eltern wurde die Welt nie mehr, wie sie einmal war. Meine Mutter konnte ihrer Trauer zumindest Worte geben, während mein Vater alles stumm in sich hinein fraß. Vielleicht ist er deshalb nicht so alt geworden wie sie. Doch bis an ihr Lebensende mit 80 Jahren hat sie der Verlust nie mehr wirklich glücklich werden lassen.

Diese Trauerbewältigung haben die Angehörigen der Opfer von Flug 4U9525 noch vor sich, und für viele wird dieser Weg ein steiniger, einer mit vielen Hindernissen und mit dem unweigerlich kommenden Unverständnis vieler Leute: Irgendwann passiert es, dass die anderen den Trauernden nicht mehr zuhören möchten, können, wollen. Was aus der Sicht der nicht direkt Betroffenen allzu verständlich ist.

Die Eltern der Opfer einer Schule in Haltern am See sind somit bei all dem Unglück noch in einer Gemeinschaft geborgen. Eine direkte Selbsthilfegruppe bietet sich dringend an: Hier versteht einer den anderen, und es geht sogar um dasselbe Un-Glück - welches man ohnehin nie begreifen wird. Da kann man noch so viel im Kreis reden, hinterfragen und nach einem Sinn suchen: Es gibt keinen Sinn. Doch Reden hilft immer, und die betroffenen Eltern werden vielleicht auf immer jemanden zum Reden brauchen.

Andere werden allein sein in ihrer Trauer und in der langen Zeit nach dem Unglück. Ein jeder von ihnen muss einen Weg finden, damit weiter leben zu können - und wenn es gut läuft, eines Tages wieder lachen zu können.


Nur die Angehörigen und besonders die Eltern des bereits öffentlich schuldig gesprochenen Co-Piloten haben erfahren, dass es etwas gibt, das noch schlimmer ist als der Tod eines Kindes: Wenn ihr Kind der vermeintlich Schuldige am Geschehen ist.

Allen voran eine bestimmte Zeitung bildet da die Meinungen in äußerst aufdringlicher Art und Weise. Und ohne irgendwelche Rücksichten auf Unschuldige haben sie den Namen des First Officers veröffentlicht und seinen Wohnort bekannt gegeben. Damit die Hatz los gehen kann.

Und so verlieren viele den Rest von Anstand, z. B. auf Facebook, wenn sie Kommentare abgeben, die sie nie wieder zurück nehmen können, und die vermutlich so unterirdisch bösartig sind, dass es einem angst und bange wird. Ich lese nicht auf diesen Profilen, ich habe aber davon gehört.

Liebe Leute, die ihr meint, derart niederträchtig posten zu müssen, der Co-Pilot ist bereits verstorben. Ihm könnt ihr nichts mehr anhaben - umso mehr aber seinen Angehörigen. Die aber sind ebenfalls in Trauer, sind ebenfalls betroffen und werden ohnehin ihres Lebens nicht mehr froh.

Es wäre mal ein ganz neuer Akt, die bebilderte Zeitung zu ignorieren und eigene Wege zu beschreiten: Zum Beispiel den Eltern des A. L. zu kondolieren, und das aus ganzem Herzen, da ja nun mal bekannt ist, wer sie sind. Warum der Co-Pilot diese Tat begangen hat und ob es überhaupt eine Tat war, ist überdies noch nicht wirklich endgültig geklärt. Vielleicht bringt eine spätere Obduktion endgültige Erkenntnisse. Vielleicht klärt sich der wahre Sachverhalt auch niemals gänzlich auf.

Und den Medien sei das Taktgefühl zurück zu wünschen bzw. überhaupt zu wünschen: Lasst die Leute in Ruhe, postiert euch nicht vor Häusern von Trauernden, um der Sensationsgier Fraß zu geben.

Von hier aus wünsche ich allen Trauernden viel Kraft, Mut, Zuhörer und irgendwann, ganz viel später, viele schöne Erinnerungen an eure verstorbenen Lieblinge.

Guten Tag, Gruß Silvia




Freitag, 21. März 2025

21. März 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Ingolstadt bei Viktoria


"My taste of winter"
Vorspeise: Farbenfroher Winter - Gemüsepflanzerl / Rote Bete / Rübli / Champignon / Dip
Hauptgang: Alle Jahre wieder - Rind / Kartoffel / Böhnchen / Erbse
Nachtisch: S‘ Winterzuckerl - Törtchen / Crumble / Nougat-Nockerl / Kirsche / Gewürze


Viele studieren nach dem Abitur erst mal BAföG.
© Klaus Klages (1938 - 2022)

... denn das Bundesausbildungsförderungs-Gesetz hat seine Tücken und Fallstricke, die man auf dem Weg zur Akademikerin berücksichtigen und kennen muss. Und wie sieht es mit der Sendung "Das perfekte Dinner" aus?

Die kennt ebenfalls Tücken und Fallstricke, kann aber am Ende ein wenig an Selbsterkenntnis vermitteln - denn das Spektakel findet zwar im TV statt, ist aber trotzdem ein Abbild des wahren Lebens.

Die 18jährige Viktoria wird bald ihr Abitur ablegen - und vielleicht ist sie dann auf BAföG angewiesen und hat Anspruch darauf (was ich natürlich nicht weiß und sogar eher vermute, dass sie auf BAföG nicht angewiesen ist und somit auch keinen Anspruch darauf hat).

Es ist auch nicht verkehrt, Teil dieser Sendereihe zu sein,

denn die könnte Viktorias Altklugheit gegenüber allem Essbaren einen Dämpfer versetzen und zeigen, dass sie mit 18 Jahren noch lange nicht ausgelernt hat. Auch viel ältere Leute können kochtechnisch immer noch hinzu lernen.

Einem Reifeprozess kann diese Challenge nützlich sein, sofern jemand bereit ist, hinzuzulernen, nicht nur kochmäßig, sondern auch menschlich. Denn die menschlichen Tücken fallen in der Sendung stets ins Gewicht, so dass jeder am Ende und zur Ausstrahlung reflektieren kann, wie er sich dargestellt hat.

Abzüglich natürlich ein paar Verführungen, denen der eine oder die andere erlegen ist, weil das TV-Team ihn oder sie geschickt und vielleicht böse dort hingeleitet hat.

Die Schülersprecherin Viktoria möchte Innenarchitektin werden. Als "Überfliegerin" wird ihr das locker gelingen, falls sie sich nicht noch für ein anderes Studium entscheidet - denn sie ist nicht nur in der Küche

angesichts ihrer kurzen Lebenszeit ziemlich versiert,

sondern auch im Turn-Sport. Leider verstehe ich akustisch nicht genau, was sie in dem Bereich bereits erreicht hat ...


Das Menü

Als Schnibbelhilfe fungiert ihre 20jährige Schwester Elena - und Viktoria legt los, als gelte es, das beste Koch-Abitur der Woche hinzulegen.

Zu vielen zubereiteten Zutaten hätten ihre Gäste sich dieses und jenes anders gewünscht, wie es eben immer läuft. Keine Spur von "Küken"-Bonus - aber den hat Viktoria sich schließlich nicht gewünscht, und wenn, dann nur sehr heimlich.

Gemüse-Plätzchen, die Kandidat Phillip als eine Art von Knödeln ansieht, und Rote Bete, die der eine und die andere nicht gern mag, bilden den Beginn eines Dinners,

das dieses Wochenende einläutet. Man kann es Fremden oft nicht recht machen, aber Fremde könnten sich zusammenreißen und Mühe anerkennen.

Das Rinderfilet des Hauptganges lässt Nadine lustlos an diesem herumkauen - samt einem Gesichtsausdruck, der von so wenig Freude spricht, als ob ihr jemand die Butter vom Brot genommen hätte. Doch selbst Monika

empfindet das Fleisch als nicht wirklich gut gewürzt - und es wirkt zu sehr durchgebraten.

Warum brät sie das Filet mit Kokosfett und Butter an? Damit Röstaromen fehlen?

Böhnchen im Speckmantel können das nicht ausgleichen.

Der Nachtisch mit Schokoküchlein samt Tofu-Inhalt und Kirschsoße kommt besser, aber nicht hervorragend an.


Fazit

Als nicht so gute "Köchin" hätte ich jedes Menü dieser Woche locker aus dem Kopf-Archiv kochen können, ohne eine "Koch-Überfliegerin" zu sein -

nur die selbstgemachten Nudeln mit lediglich einem Nudelholz zubereitet von Monika hätten mir Probleme bereitet: noch nie ausprobiert, aber nicht undenkbar für die Zukunft. Die Nudeln von Nadine waren maschinengemacht und zählen überhaupt nicht. Und für die

Baumkuchen-Kartoffeln von Viktoria fehlen mir Lust und Ehrgeiz und Zeit, die ich lieber anders verbringe.

Knödel habe ich öfter selbst hergestellt, aber nur die mit Kartoffeln ... weil wir hier im Ruhrgebiet nicht so wirklich firm in Puncto Semmelknödeln sein dürften.

Die Punkte für Viktoria passen ins Gesamt-Bild dieser Woche: je 7 geben Monika, Katja, Nadine und Phillip.

In diesen 28 Zählern ist wirklich kein "Küken-Bonus" enthalten, denn so großzügig sind die Gäste nicht.

Obwohl: Monika hat mir gut gefallen - und wenn sie etwas auszusetzen hat und hatte, vertraue ich ihr mehr als allen anderen aus dieser Woche, Viktoria eingeschlossen ... sie konnte ebenfalls gut, gerne und oft negative Kritik äußern.

Es gewinnt Phillip, der Kühlschrank-Schreck. Würde Stephen King den Typ kennen, er könnte glatt eine Horrorstory rund um ihn herum und seiner kalten Begeisterung

schreiben.

Ich schreibe und meine allerdings: wenn ich es je einem Gewinner nicht gegönnt habe, dann Phillip: er ist mir so fern, als hätte ich anstatt 9 Tage

im All

9 Monate dort verbringen müssen. Oder ... 9 Tage mit Phillip, die sich wie 9 Monate im All anfühlen würden.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


20. März 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Ingolstadt bei Katja


Vorspeise: Wintersalat mit Ziegenkäse und Scampi
Hauptgang: Putenbraten mit zweierlei Knödel und Bohnen
Nachtisch: Topfenpalatschinke


"Lassts nur net aus, so lang no a Knödel im Hafn is!"
- Redensart aus den bayrischen Alpen, Altbayern und Tirol

Heute erreicht eine insgesamt nicht sehr erbauliche Woche einen Tiefpunkt: nur die Knödel, die sehen recht gelungen aus. Knödel gut, alles gut? Nein!

Katja gibt an, in ihrem Leben mindestens 5.000 Knödel geformt zu haben, so dass wir hier von einer wahren Knödel-Expertin ausgehen können. So viel mir bekannt ist,

müssen Kandidaten drei verschiedene Menü-Vorschläge einreichen - und Vox wählt aus. Es ist also nicht Katjas Verantwortung, dass es heute zum vierten Mal in dieser Woche knödelt, ohne dass die heutige Show richtig rund ist.

Möglicherweise hat sie jedoch in allen drei Menüs die Knödel nicht vergessen.

Höre ich noch einmal den Begriff "Knödel", weiß ich gar nicht mehr, was das eigentlich ist ...

Die 54jährige gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte Katja wird bei der Begrüßung des Teams glatt von ihrem Labrador-Mischling "Willi" an die

Wand gespielt, denn der bejubelt die Ankunft der vielen voxschen Leute, als wären sie König Charles samt Gefolge. Katja

schiebt Willi, der drauf und dran ist, ihr die Show zu stehlen, recht unsanft ab, und somit ist der schönste Moment dieser Sendung schnell vorbei ...

Später sieht man "Willi", der im Garten ausgesperrt ist und sooo gern zurück ins Haus möchte - das darf er dann auch, aber nur, weil Katjas Sohn Lukas den freundlichen Hund abholt. Und fort geht der

einzige zauberhafte Moment ... der Lichtblick.


Das Menü

Ein Durcheinander von Salat, den Katja den Gästen schönredet, bildet den Auftakt und erwartet samt Ziegenkäse und Scampi großes Lob ... das ausfällt. Nadine ist sogar eine Ziegenkäse-Gegnerin, und der verwendete schmeckt für sie zu sehr nach "Stall". Dazu klimpert sie mit den Wimpern, die ihrem Blick das nötige "Drama" verleihen.

Putenbraten als Hauptgang mit einem gespenstisch durchscheinenden Sößchen, das eigentlich kaum vorhanden ist, soll den Gästen die Punkte aus den Ärmeln leiern. Warum sind die Bohnen noch mit Garn umwickelt, als sie auf die Teller gelangen? Warum sehen sie so aus, als fehle es ihnen völlig an Geschmack?

Allein die Knödel sehen gut aus, sind sie immerhin auch Katjas Königs-Disziplin.

Topfenpalatschinke runden den Abend ab - oder beschließen eher ein sehr einfaches Abendessen, dem es an vielem fehlt,

nur nicht an den in dieser Woche obligaten Knödeln.


Fazit

Eigentlich wird die Gabel, der Löffel zum Mund geführt und nicht umgekehrt: aber für Nadine ist vermutlich ein kurzer Weg vom Mund zum Teller so entscheidend und wichtig wie es ihre

sehr kurzen Röcke in dieser Woche sind. Überhaupt verschwendet sie ungern viel Stoff ... obwohl ihr Busen heute bedeckt ist - aber den haben wir bereits am Montag und Dienstag in aller Größe und Deutlichkeit vor Augen geführt bekommen ...

Phillip beweist sich erneut als Kühlschrank- oder auch Kontroll-Freak: dass er unbewusst Kühlschränke inspiziert, wie er erklärt - kann nicht zutreffen: er geht zielgerecht, hellwach, ohne eine Spur von Schlafwandeln oder sonstiger geistiger Abwesenheit direkt auf die

Objekte seiner Begierde (Fetisch) zu. Er ist erst 24 Jahre alt, redet wie ein ganz Großer, und vermutlich findet er lustig, was andere nur als höchst peinlich und völlig unangemessen empfinden.

Die Punkte für Katja: 9 gibt Monika (das kann eigentlich nur unehrlich oder übertrieben freundlich sein), 8 Viktoria, je 7 geben Nadine und Phillip.

Mit insgesamt 31 Zählern liegt sie auf dem bislang 2. Platz, während Phillip (noch) auf dem 1. wandelt - wenn er gewinnen sollte,

kann er sich einen Übungskühlschrank anschaffen ... seine Freunde und Bekannten sollten jedoch darüber nachdenken, ihre Kühlschränke durch Schlösser zu sichern ...

oder ihn einfach nicht mehr einladen.


Guten Morgen, Gruß Silvia