Samstag, 30. November 2019

30. November 2019 - Trisomie 21, Bubu, Begegnungen


Trisomie 21, Bubu,
Begegnungen ...

Als Hundehalterin hat man vermutlich viel mehr Unterwegs-Begegnungen als andere Leute, und vor allem kommt man leicht mit anderen Menschen ins Gespräch. Sei es, weil die anderen selber einen Hund haben - oder mal eben eine Freundlichkeit über deinen Hund loswerden möchten. Jedenfalls sind dies zumeist Freundlichkeiten,

von eine paar verirrten Tierhassern mal abgesehen. Die überzeugt auch kein noch so süßer Hundeblick, die fühlen sich permanent gestört von Hunden auf Straßen. In Wäldern trifft man diese Typen üblicher Weise seltener, denn vermutlich mögen Hunde-Hasser auch keine Natur.

Aber hier und jetzt geht es gar nicht um Hunde, sondern um eine Begegnung (und die hätte es ohne meinen Hund Prinz nicht gegeben), an die ich mich noch heute erinnere, obwohl sie mindestens 17 Jahre zurückliegt, dafür aber häufiger stattfand.

Ausschlaggebend war natürlich "Prinz", der sich auf den ersten Blick in eine damals schon sehr alte Pudel-Mix-Hündin "Bubu" verknallte. Diese wurde öfter von ihrem Frauchen, das damals etwa 60 Jahre alt war, ausgeführt.

So kamen Bubus Frauchen und ich unweigerlich ins Gespräch. Und wir trafen uns häufig, rein zufällig, nie verabredet.

Prinz
war begeistert von Bubu, die, wie ich dann erfuhr, schon über 17 Jahre alt war - und ich war begeistert von Bubus Frauchen:

Sie und ihr Mann besaßen in unserer Stadt Bäckereien. Soviel weiß ich noch zu ihrem beruflichen Hintergrund.

Vor damals 27 Jahren dann waren sie Eltern eines Mädchens geworden. Das Mädchen hieß Carola.

Der Schock nach Carolas Geburt war groß, denn sie war mit Trisomie 21 belastet  (damals nannte man es allgemein noch das Down-Syndrom).

Es stellte die ganze Familie vor eine schwere Herausforderung. Einerseits konnte Carolas Mutter nicht mehr in vollem Umfang in den Bäckereien mitarbeiten, und andererseits musste die Familie sich völlig neu orientieren, denn alle wollten, dass Carola so viel wie möglich erlernen würde.


Sie ist das größte Geschenk meines Lebens

sagte Bubus Frauchen oft. Auch, wenn Carola anfangs nicht als ein wirkliches Geschenk betrachtet werden konnte. Wie sehr hatte man sich ein rundum gesundes Kind gewünscht! Das wünschen sich schließlich alle Eltern. Und am Ende müssen alle Eltern ihre Kinder  nehmen, wie sie  auf die Welt kommen, und es manchmal nicht  deshalb, sondern trotzdem lieben.

Carola erfuhr eine Rundum-Liebe und Versorgung und Förderung. Bubu gehörte zu ihrer Förderung dazu, und sie liebte den kleinen Hund heiß und innig.

Aber eine große Sorge hatte Carolas Mutter: Dass sie vor Carola diese Welt verlassen müsste. Ungern hätte sie sie mit einem ungewissen Schicksal zurückgelassen.

Ich habe Carola nie kennen gelernt, denn als ich ihre Mutter traf, war sie bereits seit mehr als 2 Jahren tot.

Sie war an einer Herzkrankheit gestorben. Nicht unüblich für Tri-Kinder.

Aber durch die vielen Geschichten ihrer Mutter war sie mir sehr vertraut, und es war beinahe, als hätte ich Carola gekannt.

Bubu ist übrigens 18 Jahre alt geworden.

Eine Geschichte, von der ich ohne meinen Hund nie etwas erfahren hätte.


Guten Tag, Gruß Silvia







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