Freitag, 29. November 2019

29. November 2019 - Der November

Beide Fotos aus November

Der November

Als eher ungeliebter Monat steht er im Schatten und in der Dunkelheit. Oft hat er Nebel und Regen im Gepäck, aber was wäre ein November, wenn er nicht auch ein wenig sich selber treu bliebe? Wie auf dem Foto oben zu sehen ist, war er - zumindest hier in meiner Region - manchmal völlig un-authentisch, denn es gab viele Sonnenstunden

und ausgesprochen freundliche Tage.



Trotzdem ist das vielen noch nicht hell genug. Derart süchtig nach mehr Licht, öffnete unser Weihnachtsmarkt bereits am 14. November, andere Städte zogen eine Woche später nach:

 Weihnachten und Advent bereits im November

ist allerdings nicht im Sinn des 11. Monats.

Der möchte nicht, dass jetzt bereits auf den Dezember vorgegriffen und er in den Dezember verkleidet wird.. Er möchte eigenständig bleiben,

mit allen Fehlern und Vorzügen.

Der November ist der Monat, in dem aller Toten gedacht wird.

Allerheiligen und der darauf folgende Allerseelen-Tag ist für die Katholiken gedacht, und an Totensonntag gedenken vorwiegend die  evangelischen Christen der Verstorbenen. Ich bin in keiner Kirche Mitglied - und schätze diese Tage trotzdem.

Natürlich denkt jeder nicht nur im November an seine eigenen Verstorbenen, aber diese Tage haben ihre übergeordnete Existenzberechtigung und sollen an alle Toten erinnern, auch an die Verstorbenen der beiden Weltkriege.

Was wären wir ohne unsere Traditionen, ob man sie nun mag oder nicht, ihnen folgt oder sie ablehnt, sie gehören zu einem vollständigen Jahr einfach dazu. Sie tun niemandem weh, aber vielen Menschen gut.

Aber bitte:

Wer Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag abschaffen möchte - kann dies auch gleich mit Weihnachten und allen weiteren Festtagen des Jahres tun, die nur einen Hinweis darauf geben, wer wir sind, woher wir kommen ... und wo wir vielleicht bleiben möchten.

Im November wird nicht mal dem Totensonntag Ruhe gegönnt, wie es der 11. Monat gerne hätte: Auf vielen Weihnachtsmärkten stehen die Leute bereits in den Startlöchern,

um ab 18.00 Uhr das Weihnachtsgedudel aus allen Lautsprechern zu hören.

Eigentlich ist der November ein Monat, der sich ein wenig in sich selbst zurück zieht und auf sich besinnt - und das möchte er auch den Menschen vermitteln,

die durch ihn hindurch gehen. Stattdessen simulieren sie schon mal die Advents-Zeit ... und verpassen die Chancen für tiefe Gedanken.

Heute ist der vorletzte November-Tag, und der Monat fühlt sich arg gebeutelt, missverstanden und völlig falsch interpretiert.

Denn der November ist ein stiller Monat.

Aber niemand sollte die relative "Traurigkeit" dieses Monats als bedrohlich empfinden, sondern als Rückzug zu sich selber nutzen.

Dann darf man getrost froh sein, wenn der November vorbei ist. Aber erst ab übermorgen.


Guten Tag, Gruß Silvia


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