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Samstag, 19. März 2016



Darsteller:

Sarah Michelle Gellar
Jonathan Tucker
David Thewlis
Erika Christensen

Regie: Emily Young

Nach dem Bestseller von Paulo Coelho

Drehbuch: DerAutor des Romans

Entstehungsjahr: 2009


Veronika beschließt zu sterben (Veronika Decides To Die)

Veronika hat eine unheimliche Wut im Bauch und hasst die ganze Welt, insbesondere ihre tägliche Umgebung:

Die Kollegen, die sich für den Nabel der Welt halten. Die Eltern, die nie an sich und nur an ihre Tochter denken. Die Leute, die mit ihr in der New Yorker Metro fahren - und all ihre Träume längst vergessen haben. Später sogar die Krawatten ihres Psychiaters.

In solch einem Zustand befindet sie sich, als sie beschließt, sich das Leben zu nehmen ...

Sie wird gerettet und landet in einer Nobel-Psychiatrie.

Dr. Blake hat seine eigene Methode, mit ihr als verhinderter Selbstmörderin umzugehen: Er erläutert ihr (mit einer Lüge), dass sie durch die Einnahme der vielen Tabletten ihr Herz geschädigt habe und sich ein inoperables Aneurysma gebildet hat, an dem sie bald sterben wird.

Veronika ist noch immer entschlossen, vorzeitig zu sterben - und versucht, sich im Medikamenten-Schrank Pillen zu besorgen. Der zweite Versuch misslingt ebenfalls.

In der Klinik lernt sie Edward kennen, der dort schon jahrelang sitzt. Er spricht nicht, ansonsten ist seine Diagnose für den Aufenthalt in der Psychiatrie unklar.

Irgendwann beschließt Veronika, dass sie leben will ... zumindest so lange, wie es ihre tödliche Gefahr am Herzen zulässt.

Ein Film über den Wert des Lebens, aber gleichzeitig eine schwere Kost. Ist es so, dass Menschen erst ihr Leben zu schätzen wissen, wenn sie dem Tode nahe sind - wie es Paulo Coelho schreibt?

Viele an ihrem Selbstmord aus dem einen oder anderen Grund gehinderte Menschen versuchen es irgendwann wieder. Es ist natürlich im realen Leben völlig illegal von einem Arzt, einem Menschen durch eine anscheinend tödliche Bedrohung neuen Lebensmut geben zu wollen. Darum geht es bei all den Gedanken auch nicht, die sich dem einen oder anderen stellen werden.

Das Leben plätschert dahin, aber wer weiß, wie viele Träume die Leute in der New Yorker Metro noch insgeheim hegen - von denen Viktoria keine Ahnung hat, weil sie von sich auf andere schließt?

Auch eine überwundene fürs Weiterleben gefährliche Krankheit kann einen unbändigen neuen und bislang unbekannten Lebenswillen hervorbringen.

Wie lange hält das an? Was macht ein "Von-der-Schippe-springen" mit den Menschen? Und warum gehen die meisten irgendwann trotzdem zur Tagesordnung über und lassen sich weiterhin durch die routinierte Tretmühle treiben?

In dem Film fängt Edward Veronikas wegen wieder an zu sprechen. Und die beiden flüchten gemeinsam aus der Psychiatrie.

Natürlich ist der Film (und sicher auch das Buch) ein Statement dafür, jeden Tag zu genießen, weil er der letzte sein könnte.

In die Wirklichkeit ist das schwierig zu transportieren, weil der Mensch nicht ständig daran denkt, welch ein Glück er hat, noch am Leben zu sein und viele sich eher an den negativen Erlebnissen festkrallen als an den positiven.

Insofern hat der Autor einen kleinen Denkanstoß hinterlassen, den sich jeder auch selber schon mal gegeben hat:

Von einem Seelischen "Ganz Unten" kann es nur noch bergauf gehen!

Das Ende kommt früh genug, oft zu früh - auch ohne Eigeninitiative, dem Ganzen ein Ende setzen zu wollen.

Der Film bekommt von mir trotzdem leider nur drei von fünf möglichen Sternen.

Das Leben an und für sich bekommt jedoch von dieser Stelle immer und zu jeder Zeit fünf Sterne. Denn alles ist gesünder und schöner als der Tod - solange wir nicht eines Besseren belehrt werden. Und das dürfte bei aller Forschung über alles und jedes schwierig werden.

Guten Tag, Gruß Biene

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