Ein paar Halluzinationen in der Nacht, während das Bewusstsein schläft und mal lieber, mal nicht so gern in die nächtlichen Bilder eintaucht, auf die man nicht in jedem Fall einen Einfluss hat. Ich lege mich schließlich nicht zum Schlafen in ein gemütliches Bett, nehme eine Lieblings-Stellung ein und formuliere mit lautlosen Worten:
"Ich möchte gern vom "perfekten Dinner" träumen."
Hierzu fehlt mir jeglicher Wunsch und auch nur die entfernteste Idee, warum ich ausgerechnet von dieser Sendung träumen sollte. Lieber würde ich in einer REM-Phase über einen stillen Friedhof traumwandeln ... oder hoch oben vom Glockenturm einer Kirche springen. Oder Ähnliches, was auch nicht wirklich schön ist ...
Aber vor ein paar Tagen habe ich nach etwa 19 Jahren "Dinner"-Konsum in der Nacht von diesem Programm geträumt und fand mich inmitten vier anderer Kandidaten wieder,
die allesamt eher gesichtslos geblieben sind, was nicht gegen sie, sondern gegen meinen Traum-Regisseur spricht, der mich gnadenlos ins kalte Wasser geworfen hat, um mich zu einer Hobby-Köchin hochzustilisieren. Jetzt saß ich an einem
Tisch mit vier fremden Leuten, und einer von ihnen hatte uns allen ein Essen vor die Nasen gestellt, dass ich nicht identifizieren konnte, weil der Teller vor meinen Augen verschwamm als wollte das Gekochte nicht von mir erkannt werden.
Noch schlimmer war der Gedanke, der mir plötzlich kam, als von der rechten Seite auf meine Schulter geklopft wurde und eine Stimme
mir aufmunternd zurief: "Morgen musst du kochen, ich bin schon sehr gespannt ..."
Das war etwas, das ich am Anfang dieses Albtraums beinahe vergessen hatte: wer an dieser Sendung teilnimmt, ist nicht nur viermal Gast,
sondern muss einmal auch selber kochen.
Ich fühlte mich, als wäre ich einmal durch eine Mangel plattgekurbelt worden - und am Ende kam nur noch ein Häufchen Elend zum Vorschein. Hilfe! Erbarmen! Wenn ich schon solch
einen Unsinn träumen muss - will ich gern Gast, aber doch keine Gastgeberin sein!
Mir fiel ein, dass mir nichts einfiel:
ich wusste gar nicht, was ich kochen sollte, noch wusste ich, wo genau mein Haus stand: in diesem wolkenartigen Zustand des eigentlich tiefen Schlafs
war mir so einiges andere ebenfalls entglitten: wer waren diese Menschen, mit denen ich an einem Tisch saß und aß und warum saß ich zwischen ihnen,
obwohl ich nicht einmal
im Traum
eine Bewerbung für diese Sendung abgegeben hatte? - Das immerhin wusste ich sehr genau!
Mir fiel der Löffel aus der Hand und platschte quietschfidel in den Suppenteller, woraufhin sich die Flüssigkeit quer über den Tisch ergoss und
so manche Suppen-Nudel im Gesicht "meiner" Mit-Kandidaten hängenblieb. Der eine hatte nun ein Stücke Möhre in den Haaren hängen, die andere
fand ein Blumenkohlröschen in ihren Ausschnitt wieder - und noch jemand wischte sich Böhnchen von der Hose,
während ich im Erdboden versinken wollte - und das
war gleichbedeutend mit der Ansage an meinen Traum-Regisseur:
Lass mich wachwerden!
Und schon - na ja, lange genug hatte es gedauert - fand ich mich in meinem Bett wieder, halbwach, schwer gebeutelt, schlaftrunken (es hatte viel Wein gegeben) und mit einer
Dinner-Bewertungstafel,
auf der die Null stand.
Mit meinem Traum-Regisseur muss ich mal ein ernstes Wörtchen reden ...
Guten Tag, Gruß Silvia