Freitag, 13. Februar 2015

13. Februar 2015 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Hamburg bei Marcel

Foto: M. R.


Aperitif: Blueberry Bossa
Vorspeise: Braunkäppchen-Ouvertüre (Pilz-Cappuccino)
Hauptspeise: Amerikanisches Terzett mit Schaf, Rind und Mango (Burger mit Schafskäse, Mango-Currysoße und Kresse)
Nachspeise: Vivaldis Schlittenfahrt nach Italien (Lebkuchen-Tiramisu mit Mandarine und Grand Marnier)


Sex, Drugs And Rock'n Roll

und nie dem Image untreu werden, das von Julio Iglesias und diversen schmalzigen Vorgängern aus den Fünfzigern vorgegeben wird. Die wollten auch alle Sex, und hatten ihn. Und Drogen, die fanden die meisten im Alkohol. Rockn'Roll - bekannt seit Elvis.

Till himself hat sich in den letzten Tagen bemüht, wechselweise den einsamen Wolf oder die versexte Katastrophe zu geben. Sein Erfolg beim Publiklum tendiert vielleicht gegen Null, doch ist seine tatsächliche Chance heute gekommen, die eine, die nicht jeder bekommt. Ein Maulheld von Montag bis Donnerstag zeigt sich eventuell,  ganz eventuell wohlgemerkt, authentisch.

In seinem Wohnzimmer ist ein Miniatur-Studio integriert und "bewegte Fotos" sind zu bewundern.  Zu Drehzeiten ist er seit vier Wochen Single und sucht bereits das nächste Glück für's schnelllebige Leben, was sowohl einige abschrecken mag wie es andere anziehend finden. Und Dritte wiederum zu poetischen Überschlägen inspiriert. Von hier aus werden Überschläge jeder Art gerne vermieden, aber der Realität und dem Realismus gefrönt.

Mehrfach in den USA gewesen und auch heimische McDonalds vom Ignorieren kennend, denn immer arrogant vorbei gegangen, weil es dem geheimen Schwur gilt, nix von diesen Anbietern zu konsumieren - habe ich mich bereits selber nicht so erfolgreich an Hamburgern versucht. Immer sind mir diese Brötchen durchweichend dahin geschmolzen. Hilfe!

Till schafft das mit seinen Kurkuma-Brötchen. Neid!

Neid kennt Linda auch. Der betrifft das gute Fleisch, denn sie bekommt den Räucher-Tofu für ihren Hamburger und offenbart die Tatsache, dass ihr der nicht schmeckt. Zwar gibt sie Till nicht die Schuld dafür, zieht aber gleich Punkte ab. Wie soll ein Mensch ahnen, dass ihr etwas anderes als eigene graue Pampe auch schmecken könnte?

Testosteron-Overkill wegen Linda? Das muss in einem anderen Leben passiert sein. Marcel, ein eitler Gockel, ist lediglich in sich selbst verliebt. Und vielleicht ein kleines bisschen in seine Freundin, die ihn anhimmelt. Thomas liebt den schnuten-kastrierten armen Mops, den er als Kindersatz ansieht und erzieherischen Maßnahmen unterzogen hat, denen er sich selbst erfolgreich verweigert. Und warum überhaupt legt er einem ungezogenen Mops-Welpen nicht mal selber seine Hände auf? Dominik ist der Marathon-Junkie, der in dieser Woche die wenigsten Worte seine eigenen nennen konnte. Was ihm zugute kommt.

Till bekommt neunundzwanzig Punkte, die selbstverständlich übertroffen werden von den Punkten, die Linda-Grau-in-Grau, Marcel-Selbstverliebt  und Dominik-Gekonnt abgreifen konnten. Kaufen können sich die drei nicht viel davon. Geld macht nicht glücklich, und so wenig erst recht nicht.

Guten Abend, Gruß Biene

5 Kommentare:

  1. Guten Morgen BB,

    ja was soll man da noch schreiben.
    Eine Woche mit uninteressanten Menschen , teilweise unterdurchschnittlichen
    Kochdarbietungen, (Ausnahme Dominik) ist vorbei.

    Der Teilsieg von Linda mit ihrem Matschdinner und zusätzlich die Frechheit, wie
    sie ihren Ausnahmehauptgang bewertete , macht mich wütend.

    Auch der negative Vergleich mit ihrem misslungenen Dessert........ach, was soll`s.
    Die vier Kerle reißen mich auch nicht zu Begeisterungsstürmen hin, aber diese Linda
    ist die Krönung.

    Dafür hält sich die Werkstudentin auch.
    Ein aufsteigender Stern der Hamburger Modebranche.
    Zumindest wird sie bei Guido ihren nächsten Fernsehauftritt haben.
    Da kann sie dann an den Kandidaten rummäkeln , die Ledersachen tragen.

    Linda hat eine Mission, ich mag sie nicht.

    Aber da ich euch mag wünsche ich ein schönes , sonniges Wochenende.
    Hier scheint sie schon von einem fast wolkenlosen Himmel.

    Gruß bis Montag, eure Anna

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich mag dich auch, Anna. Und schicke auch wolkenlose Grüße aus dem Pott. Ob die Sonne heute raus kommt, man wird sehen. Ich teile sie dann gerne mit allen, denen sie fehlt. Schönes Wochenende, Silvia

      Löschen
  2. Till gibt den Lebemann vom Schanzenviertel, den Musikproduzenten mit dem Balkon voller Leergut, den Dittsche im Hotel-Bademantel, denn da ist er näher dran, als an Udo - das sei mal klar gestellt.

    Nach dieser schmierenkomödiantischen Lässigkeitsshow folgt die Kochshow, pardon, erst kommt der Fernseheinsatz als Bäcker:

    Wo seit Jahrtausenden Mehl, Milch und Hefe bei geeigneter lauwarmer Temperatur eine Verbindung eingehen können, schafft Till es, die lebenden Hefebakterien in Sekunden mit kochend heisser Milch um zu bringen.

    Diese Pleite bekommt er noch nicht einmal mit, denn das Erhitzen der Milch entzieht sich, in der Microwelle, seiner Kontrolle, und dann kippt er dieselbe auf die arme zerbröckelte Hefe und sperrt alles in den Backautomaten ein, wirft später noch Mehl und - besonders stolz noch Kurkuma - drauf und Klappe zu Affe tot - Teig aber leider auch.

    Da war der Hauptgang schon mal durch. Altäghyptische Steinplatten mag niemand um seine Hamburger haben.
    Das Fleisch für die Burger, es wurde stolz demonstriert, wirklich edelste Ware, würg, da hätte er wenigstens bestes Steakfleisch per Hand schaben können und einen Premiumburger fabrizieren.
    Aber dieser Hackkloß mit etwas Rauchsalz gewürzt, so unendlich raffiniert, dass Till und TV-Team wieder und wieder daran riechen mussten.
    Und der Moment, als Till den großen Klumpen in der einen Hand hielt und versonnen sprach: "Sieht aus wie Hirn" Ja, Till, SO KANN DAS AUSSEHEN.

    Plötzlich fiel mir dann der Spruch ein, besser der Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Ich überlege immer noch, was ich damit wohl meine...irgendwas ist da aber dran gewesen, in diesem Moment!

    Jedenfalls, um mal etwas Gutes zu sagen, gefallen hat mir die Ziegenkäse-Majo, selbstgemacht, schnell und experimentell, so ein richtiges Männerküchen-Abfallprodukt der guten Sorte, auch der Cesarssalat war halbwegs akzeptabel.

    Aber wenn schon dieses klassische Fastfood, warum nicht noch ein paar schöne selbstgemachte Fritten oder eine Baked Potato mit Sour Creme? Nun ja, dafür müßte man schon ein wenig mehr vom Kochen verstehen, als unser begnadeter Komponist nach dem Bausatzprinzip es wohl beherrscht.

    Wenig bleibt deshalb auch zu sagen zu seiner Vorspeise, ausser dass es so viele bessere Möglichkeiten gegeben hätte, diese wunderbaren Pilze zuzubereiten, als sie in diese Stützstrumpffarbene (und bestimmt auch so schmeckende) Pampe zu überführen.

    Und der unselige Nachtisch - was hatten diese Schichten mit einem Tiramisu zu tun? Ach ja das Ziehen des Schlittens von Vivaldis ebensolcher Fahrt. Hätte aber auch "Susis Zahn Extration" heissen können, da wurde kürzlich auch was gezogen. War auch nicht so schön.
    Und damit ist alles zum Dessert gesagt.

    Der Aperitif, da hatte sich Till selbst etwas mit Blaubeeren ausgedacht und das irgendwie Caipimäßig kombiniert, warum nicht ? Das wurde aber auf eine ziemlich blöde Art von Marcel, dem Papst der Barkeeper, vor allen Gästen unangenehm klugschwätzerig gemassregelt.
    Till steckt sowas gleichmütig weg. Aber so benimmt man sich nicht als Gast.

    Ich hoffe, Till findet eine starke Frau, die seine guten Seiten hervorkitzelt, denn ich kann mir nicht helfen, ich glaube, er könnte ein ganz netter Kerl sein. Nur das Kochen, das gehört wirklich nicht zu seinen Kernkompetenzen.

    Hier in Hamburg blendet etwas gleissend helles, das ich so gar nicht kenne, ich glaube es ist die Sonne, die verfluchte Diva, sie gibt sich endlich mal wieder die Ehre, ich freu mich, liebe Grüße Susi

    AntwortenLöschen
  3. Till, für Dich habe ich heute leider kein Foto dabei!

    Träger, überforderter „Koch“ in schicker Wohnung. Das muss für heute reichen.
    Und Till, es heißt nicht schwarz-weiße, sondern Schwarzbunte. Das weiß man als Nordlicht einfach!

    Wir machen uns gleich auf den Weg in Richtung Starnberg und München, raus aus dem Hochnebel. Allen ein schönes Wochenende, liebe Grüße von Regine

    AntwortenLöschen
  4. Donnerstag hab ich nicht gesehen, da ein Telefonat spannender war. Na gut gesehen schon aber nichts gehört und wie ich den Berichten entnehmen konnte, hab ich auch nichts verpaßt.

    Gestern nun mit Burger, Geduld und Spucke zum perfekten Dinner ? Das konnte nichts werden. Also ganz schnell einen Haken an die Woche und ihre drei Sieger !

    ...und auf ein Neues :-)

    AntwortenLöschen