Samstag, 7. Dezember 2024

7. Dezember 2024 - Die beste Freundin


Die beste Freundin

Jeder Mensch braucht Freunde, aber es gibt nur diese eine

beste Freundin. Und die kann in jedem Lebensabschnitt eine andere sein, weil das Leben ebenso wenig durchkalkulierbar ist wie die Wege, die wir zurücklegen.

In meinen jungen Jahren

habe ich in Edeltraud und Elzbieta das gefunden, was man beste Freundinnen nennt. In unbedarften Kindertagen hingegen waren es Angelika, Ilona und Erika. In langen Schuljahren

Mary (Marie Theres) und Gaby.

Für alle gab es eine Zeit, und dass diese Freundschaften der Vergangenheit angehören und nicht ein ganzes Leben gehalten haben: es hat sehr unterschiedliche Gründe.

Zum einen hat uns die Zeit oder die Entfernung voneinander getrennt, zum anderen gab es besondere Ereignisse, die uns einander entfremdet haben.

Angelika. Ilona und Erika aus Kindertagen habe ich trotzdem nie vergessen. Wir haben uns irgendwann aus den Augen verloren.

Mary aus meiner Schulzeit war eine sehr innige Freundin, aber sie hat etwas getan, über das ich zwar heute lache,

aber damals hat es mich ziemlich entsetzt und verletzt. Mit der hinzugewonnenen Prise Klugheit von heute weiß ich, dass wir uns hätten aussprechen sollen.

Edeltraud und Elzbieta waren gleichzeitig meine besten Freundinnen. Edeltraud, in deren Familie ich voll integriert war,  habe ich enttäuscht - und die Gemeinsamkeiten mit Elzbieta 

scheiterten an meinem damaligen Freund Reinhold. An ihrer Stelle und aus ihrer Sicht hätte ich mit ihm auch lieber nichts zu tun gehabt. - Meine Sicht war die der Liebe, die alles andere in den Schatten stellen kann.

Es war eine sehr komplexe Geschichte, aber leider fühle ich mich nicht in der Lage, diese Geschichte zu erzählen. Und nein, Reinhold war kein Verbrecher, er war und ist ein respektabler Mann, der es in seinem Leben weit gebracht hat.

Zum Abschied hat Elzbieta mir gesagt, dass sie mich nie vergessen wird. Auch ich habe sie nie vergessen.

Gaby und ich haben uns nicht selber entzweit, sondern sind entzweit worden. Leider ist Gaby ziemlich jung verstorben.


Vor über 20 Jahren habe ich Silke kennengelernt. Wir haben uns über unsere Hunde kennengelernt.

Ein wenig ist sie wie Edeltraud und Elzbieta in einer Person:

sie sorgt sich um mich und hört sich meine Kümmernisse an,

was jedoch auf Gegenseitigkeit beruht.

Edeltraud und Elzbieta waren beide um einige Jahre älter als ich, und waren wie Mütter zu mir, die ihrem Kind mal hier, mal da auf die Sprünge geholfen haben. 

Ich habe viel von beiden gelernt.

Wenn ich beide mit Silke vergleiche, ist sie mit ihnen auf Augenhöhe, obwohl sie sich überhaupt nicht kennen. Aber ich kenne ja jede von ihnen.

Silke ist wie ein Fels an meiner Seite - und sie kennt auch meine trüben oder aggressiven Gedanken, aber auch meine verwegenen und lustigen.

 Und ich bin wie ein Fels an Silkes Seite und kenne ihre

Kümmernisse, aber auch ihre große Klugheit und jede ihrer Freuden.


Im Traum

sehe ich Angelika, Erika, Mary, Gaby, Edeltraud und Elzbieta

zusammen mit mir: wir feiern das Fest des Am-Leben-Seins und powern die Musik auf Lautstärke und lachen Vergangenes, was nicht so glatt gelaufen ist, weg, während wir die überwiegend schönen Zeiten feiern.

Und ich bin fest davon überzeugt, dass sich alle meine vorherigen besten Freundinnen

gut mit Silke verstehen würden.

"She is symply the best" -

wie alle vor ihr zu einer anderen Zeit.

Ich habe dich lieb, Silke. 💕


Guten Tag, Gruß Silvia



6. Dezember 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Berlin bei Matthias


"Wasser / Feuer / Erde"
Vorspeise: Vom Grunde daher geschwommen - Gerollter Fisch / Rote Bete / Quitten
Hauptgang: Im Rückwärtsgang befeuert - Rind / Obst / Käse / Möhre / Tagliatelle
Nachtisch: Poppig vernascht - Erdäpfel / Kino-Eis / Zitronen-Tarte / Beeren


Getanzte Namen waren gestern ...

denn heute tanzt Serkan in voller Bauchtänzer-Montur ins Finale. Matthias als Gastgeber schließt sich an und gemeinsam ergeben sie ein schickes Duo.

Claudia ist über den männlichen Bauchtanz erstaunt, weil sie noch nie Männer in diesem Bereich gesehen hat. Als ich in der Türkei war, habe ich einige Bauchtänze von Männern sehen dürfen. Sehr freiwillig.

Ob ein Bauchtanz-Spektakel zu einem besonderen Abendessen passt, ist dahingestellt. Zumindest möchte ich solche Event-Beigaben nicht jede Woche sehen ... die sind für die Kandidaten sicherlich lustiger als etwa für mich.

Durch einen schrill-grünen Eingangsbereich gelangt die Kamera und somit wir Zuschauer in Matthias' Haus: das Grün schreit an Matthias' Stelle: seid mir bitte grün ... Ansonsten sehe ich in dieser für den gesamten Bereich gebrauchten Farbe leider keinen Sinn. Zum Glück geht es nicht grün-in-grün weiter, aber zumindest in der Küche dominiert die Farbe orange.

Hingegen sind Matthias und seine Lebensgefährtin Andrea bei der Begrüßung in Rosa gekleidet - ob dieser Abend für den 55jährigen

Friseurmeister mit eigenem Salon auch rosa endet?

Andrea hilft ihm in der Küche und verrät: "Erst waren wir ein Tanzpaar, dann ein richtiges."

Sehr ambitioniert erzählt er von seiner Friseur-Kunst: "Waschen, Schneiden, Föhnen war gestern" - und es werden Fotos diverser Trend-Frisuren gezeigt.

Weniger schön vom Anblick her ist Sihems königsblauer Mantel mit den Extrem-Schulterpolstern: sind die wieder modern oder ist das ein Relikt aus der Kleiderkammer eines Grönemeyer-Konzerts (Dinner-Gucker wissen, was ich meine). Wenn irgendetwas Modisches aus

der Vergangenheit besonders schlimm war, dann diese Schulterpolster.


Das Menü

Matthias hat sich im Vorfeld zu diesem Dinner unheimlich viel Mühe gegeben, Gäste, Zuschauer und Sender zu erfreuen. Er ist nicht jemand, der sich bewirbt, obwohl er - wie Sihem - vom Kochen keinen grünen Schimmer hat.

Die Fischrolle in der Vorspeise ist nicht etwa ein Rollmops, wie Serkan orakelt und damit bei Denzel eine gewisse Stimmung erzeugen will,

sondern eine gefüllte Seezunge. - Wie schade, dass Fische Gräten haben. Serkan legt sein Besteck beiseite und verweigert eine weitere Grätensuche ...

nun hat er auch bei mir "verschissen". Vermutlich fehlt ihm einfach die innere Ruhe, nach Gräten zu fahnden.

Gestern noch habe ich zu ihm gehalten, weil ich die 8 Punkte für den Youngster ausreichend fand - und weil ich nicht vorschnell urteile ... doch kann ich heute nicht umhin,

System in seinen Befindlichkeiten zu finden.

Zum Nachtisch geht es geschmacklich und visuell ins Kino: z. B. Popcorn-Eis, Kartoffel- anstatt Crepes Suzette und Weiteres.

Serkan weiß, wie man alles hätte besser machen können ... und auch Denzel ist schwer unter-begeistert.

Das vom Ansehen beste Dinner der Woche

erntet die aufschlussreichsten Kommentare der Gäste als Übersättigungs-Beilage.


Fazit

Matthias mag vielleicht an den vergangenen Tagen etwas "schleimig" rübergekommen zu sein, aber das entspricht vermutlich seinem Charakter, großzügig in allem das Beste und nicht

das Schlechteste zu sehen.

Nicht unbedingt meine Menschenkenntnis lässt mich hier im Stich, denn manch eine Kandidaten-Maske fällt nur bröckchenweise.

Ich "urteile" immer behutsam und taste mich langsam vor. Das lässt am Ende natürlich trotzdem kein endgültiges "Urteil" zu. Heute schon, in etwa jedenfalls.

Es wurde meiner Meinung nach am besten gekocht, honoriert wird das nicht, sondern besonders von Serkan und Denzel plattgeredet.

Die Punkte: 7 gibt Serkan, je 8 geben Denzel (der 20jährige gibt immer 8, weil ihm vermutlich jemand dazu geraten hat) Claudia und Sihem.

Mit 31 Zählern liegt Matthias vier Möglichkeiten von Serkan entfernt, der mit 35 Tanzschritten gewinnt. Somit gewinnt eines von drei Gulaschgerichten.

Die vier Möglichkeiten darf sich jeder selber erklären.

Und immer weiter und nun vor lauter Glück tanzt Serkan und "weint" Kinotränen, und kann immer noch nicht stillstehen ...

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute Regen bis zum Mittag bei einer Maximaltemperatur von 10 Grad plus und vier Sonnenstunden.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 6. Dezember 2024

6. Dezember 2024 - Kulinarische Geschichten aus dem Ruhrgebiet: "Im Pott bei Tisch" - aus dem Klartextverlag


Kulinarische Geschichten aus dem Ruhrgebiet:
"Im Pott bei Tisch"
- aus dem Klartextverlag

Das Buch ist bereits 2018 erschienen, und ich weiß gar nicht, warum ich darüber nicht schon eher etwas geschrieben habe, denn ich habe sogar einen Anteil daran: im Rahmen eines Rezeptes mit einer kleinen dazugehörigen Geschichte.

Damals hat der Klartextverlag zu Rezepten nebst Geschichten aufgerufen, und ich habe mich mit meiner beworben - die dann ins Buch aufgenommen wurde.

Auch alle anderen Rezepte in diesem Buch sind von kleinen persönlichen Geschichten begleitet, was es zu einem doppelt lesenswerten Erlebnis macht.

Wer sich fürs Buch interessiert, kann es noch käuflich erwerben. Damals hat es meiner Erinnerung nach etwa das Doppelte gekostet, aber natürlich habe ich ein Beleg-Exemplar bekommen: ein paar weitere Exemplare, die ich verschenkt habe, waren im Preis reduziert.


Das Buch ist in 5 Kapitel aufgeteilt:

1. Feste und Freizeit
2. Samstag und Sonntag
3. Weihnachten
4. Alltag und Feiertage
5. Ruhrpott-Klassiker

Meine Geschichte ist in dem Kapitel Weihnachten zu finden.


Zu diesem Kapitel hat der Verlag einen Auszug aus meinen Kindheits-Erinnerungen als Vorwort genommen.

Und ja, ich heiße Silvia Schäfer - auch, wenn ich hier und dort den Namen Gehrmann verwende. Gehrmann war der Mädchenname meiner Mutter.

Meine Story zum Pfefferpotthast habe ich

"Omma und die Kaninchen"

genannt. Und Omma heißt die Oma im Ruhrgebiet nun mal:



Für eventuell interessierte Blog-Leser und -Leserinnen hier das Rezept zum Pfefferpotthast. Der Name des Gerichts basiert nicht auf dem Gewürz Pfeffer:

Die Mengen sind natürlich variabel, je nachdem, für wie viele Personen es gekocht (ja, das Fleisch wird gekocht und nicht einmal angebraten) werden soll. - Dieses Rezept ist für 2 bis 3 Personen:

Zutaten:
500 g Gulaschfleisch vom Rind
500 g Zwiebeln
Salz & Pfeffer
1 Prise Nelkenpfeffer
8 verschiedene Gewürzkörner
2 Lorbeerblätter
2 Zitronenscheiben
evtl. etwas geriebener Zwieback

Zubereitung:

Die feingeschnittenen Zwiebeln in etwas Fett glasig dünsten. Das Fleisch - wichtig ist, dass Zwiebeln und Fleisch in der gleichen Menge genommen werden - hinzugeben.

Kurz durchschmoren lassen, aber nicht bräunen. Wasser und die Gewürze hinzugeben.

Etwa 90 Minuten schmoren lassen. Danach die Gewürze (gut in einem Gewürzsäckchen - evtl. Teebeutel - aufgehoben). Lorbeerblätter und Zitronenscheiben herausnehmen.

Pikant abschmecken. Ist die Soße nicht sämig genug, mit geriebenem Zwieback andicken. - Dazu gehören Salzkartoffeln und unbedingt Rote Bete (z. B. als Salat).



Mein Rezept könnte auch unter der Rubrik "Ruhrpott-Klassiker" stehen, aber meine Geschichte zu diesem Dortmunder Klassiker ist eine weihnachtliche.


Guten Tag, Gruß Silvia


5. Dezember 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Berlin bei Denzel



"East Meets West"

Vorspeise: Spicy Tiger-Prawn auf einer Mango-Avocado / Guacamole, gekrönt mit Ziegenkäsecreme-Praline
Hauptgang: Beef Rendang mit Pandan-Kokosnuss-Reis und Coleslaw
Nachtisch: Kokosnuss-Cheesecake unter einem Schokoladendom mit Beeren-Coulis und Kokosnuss-Kaviar


Meinungsänderung ist ein Umbau im Oberstübchen.
© Helga Schäferling (*1957)

Heute packe ich die Sendung von hinten an, und mit dem Titel meine ich die Zuschauer: am frühen Morgen habe ich auf Instagram einige Kommentare zum gestrigen Denzel-Dinner gelesen - und da bekommt es einer so richtig mit der Wut der Augenzeugen zu tun:

der am Dienstag hochgelobte Serkan erdreistet sich tatsächlich, in Denzels Menü Mängel festzustellen. Das geht ja gar nicht! Dafür ist ein Wettbewerb doch niemals gedacht! Kritisieren? Nicht erwünscht! Obwohl: gefordert!

Unpopulär schlage ich mich jetzt auf Serkans Seite: 8 Punkte gibt er Denzel, und diese Bewertung ist trotz seiner Kritik, die ich hier und da gut nachvollziehen kann, hoch.

Über den Ärger, den die Zuschauer mit Serkan haben, vergessen sie beinahe ihre Lieblingsfeindin in dieser Woche: Sihem, die 7 Punkte gibt.

Sowohl 7 wie auch 8 Punkte sind aber jetzt keiner wirklichen Niedertracht zuzuordnen.

Zum Vergleich: Denzel hat an jedem Tag 8 Punkte gegeben, auch am kulinarisch schlechtesten bei Sihem. Selbst die so beliebte Claudia hat von ihm nicht mehr als 8 Punkte bekommen.


Denzel

hat einen internationalen Background: in Malaysia wurde er als Sohn einer malaysischen Mutter und eines deutsch-amerikanischen Vaters geboren. In den USA hat er auch gelebt und wohnt nun seit 7 Jahren in Berlin (oder wieder in Berlin).

Der 20jährige sucht noch seine Berufung und ist derzeit als Musik-Videograf tätig. Sehr angenehm

ruhig wirkt er in seiner Küche, als sein Wirbelwind von Mutter hineinschneit: Doreen. Doreen hat 2008 in dieser Sendung nicht nur mitgewirkt, sondern auch - wie die Ausschnitte zeigen - wie gewünscht gewonnen.

Offenbar ist Doreen als Malerin tätig, und zu ihren überall hängenden Bildern kann ich sagen: sie sind auf jeden Fall besser als das kürzlich für einen Wahnsinnspreis

versteigerte Werk, auf dem eine Banane zu sehen ist, die durch einen Klebestreifen auf der ansonsten unbemalten Fläche gehalten wird.


Das Menü

ergibt sich aus der oben geschriebenen Speisekarte: die Vorspeise sieht gut aus, während

der Hauptgang das dritte Gulasch in dieser Woche ist. Natürlich ist es eines, wie man es in Malaysia isst. Die Gewürze sind andere, die Schärfe wohl auch.

Das muss man nicht per se mögen, nur weil es exotischer als ein deutsches ist: in anderen Ländern habe ich schon viele exotische Gerichte gegessen - und mal haben sie mir geschmeckt, mal nicht.

Das dazugehörige Coleslaw mischt er mit Fertig-Majo und Ketchup aus der Flasche - auch mir würde das vermutlich nicht schmecken.

Allerdings ist Serkan offenbar verpflichtet, diese Zusammenstellung gut zu finden ...

Insgesamt kann Denzel kochen und benötigt keine umfangreiche Spick-Zettel-Sammlung.


Fazit

Es hört sich an wie ein Arroganzanfall, als Denzel sagt:

"Ich hätte Kacke auf den Tellern haben können - und die hätten das gehypt."

Offenbar meint er damit nur, dass sie ihn unterstützt hätten ... vielleicht hätte er die Mitmenschen nicht mit "die" bezeichnen und das Wort "K..." vermeiden können, aber er ist ja noch sehr jung.

Was die Punktevergabe in dieser Woche angeht, fällt mir eher Matthias ein wenig unangenehm auf: er verliert sich beinahe auf seiner durchgehenden Schleimspur ...

Die Punkte: 10 gibt Matthias, je 8 Claudia und Serkan, 7 gibt Sihem.

Mit 33 Punkten kann Denzel nicht gewinnen - und die Anschaffung eines neuen Fahrrades muss warten. So ist das Leben.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 5. Dezember 2024

4. Dezember 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Berlin bei Claudia


"CLAUDIAS TAFELFREUDEN"
Vorspeise: Mehr ist Meer - Dreierlei vom Lachs
Hauptgang: In Vino Veritas - Ein Rind im Rotweinfass / Kartoffelgratin / Möhren
Nachtisch: Sauer macht lustig - Dreierlei von der Zitrone


Bescheidenheit, bewährte Widerspruchsbeschwörung!
© Manfred Hinrich (1926 - 2015)

Zu einem Widerspruch kommt es heute jedoch nicht, da die Gastgeberin Claudia keinen Funken von Bescheidenheit an den Tag legt. Am Ende der drei Gänge sagt sie:

"Ich finde, ich habe das großartig gemacht: das war das perfekte Dinner."

Leider kann ich ihr in dem Punkt überhaupt nicht folgen, denn allein das Wort "großartig" ist ein Attribut, hinter dem auch Großartiges stehen sollte. Als Frau, die beruflich mit Wörtern zu tun hat, sollte sie das wissen.

Die 60jährige Claudia lebt in einem stilvollen Ambiente und ist Redakteurin für "Kultur und Garten" - und nebenher verfasst sie Restaurant-Kritiken: " ... Kritik hilft ja, sich zu verbessern ...", erklärt sie.

Na dann!

Nicht bessern muss sich ihre 14 Jahre alte Shi Tzu-Hündin "Emma": bescheiden liegt sie mal hier, mal da und niemals im Weg, und falls sie je in der Küche gebettelt haben sollte, so ist diese Zeit vorbei.

Claudia bittet ihrerseits um mehr Aufmerksamkeit für ihren Garten-Kanal auf Instagram: unumwunden gibt sie zu, dass sie Follower sucht. Das ist sehr ehrlich, denn zur Drehzeit hat sie (nur?) 629 Follower - und gern möchte sie die Anzahl toppen. Das gelingt ihr mit Sicherheit!

Es ist ohnehin die Zeit, in der Menschen in Form von Nummern sehr willkommen sind.

Aber Vorsicht: "Heute Star, morgen schnuppe." - Ringo Jünigk (* 1976)

Claudia hat überdies noch ein Anliegen, und das gleich dreimal (oder öfter, aber gesendet wird es dreimal): Vor zwei Jahren ist ihre Mutter verstorben, und sie ist sehr, sehr traurig darüber (natürlich), denn gerade heute wäre ihre Mutter sehr stolz auf sie.

Zuviel Drama für eine "Koch-Sendung", wir sind hier bei Vox und nicht bei deren Mutter RTL.


Das Menü

Zum Abendessen zieht sie sich ein schwarz-weißes Flimmer-Shirt an: offenbar weiß nicht jeder, dass solch ein Kleidungsstück im TV an den Augen der Zuschauer als Wimmelbild hängenbleibt. Die Vox-Crew hätte sie darauf aufmerksam machen müssen.

Die Vorspeise aus dreierlei Lachs-Varianten (gebeizt, in Panade gebraten, als Ceviche) sieht gelungen aus, aber von

da an geht es nicht etwa bergauf.

Der Hauptgang ist ein Gulasch. Das schmeckt sicher gut, ist aber keinesfalls großartig.

Der Nachtisch soll vollends alle Gäste lustig machen: denn Sauer hat schließlich diesen Ruf. Aber die Zitronentarte, das Zitronen-Parfait und die Limoncello-Creme

finden mindestens zwei ihrer Konkurrenten zu sauer.

Und: was hat Dosenmilch in einer Creme verloren?


Fazit

Serkan fällt das Stillsitzen offenbar schwer. So tanzt er sich hier und da frei. - Eine Auszeit in einem Kloster wäre sicher nichts, was er in Erwägung ziehen würde ...

Aber: er bringt diesen Abend auf den schnöden Punkt:

"Die eine - Claudia - will Influencerin werden, der andere - Denzel - will die Kohle."

Die Punkte für Claudia: je 8 geben Sihem und Denzel, je 9 Serkan und Matthias.

Matthias' Begeisterungsfähigkeit kennt heute keine Grenzen.

Mit 34 Zählern liegt sie auf dem bislang 2. Platz hinter Serkan.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 4. Dezember 2024

3. Dezember 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Berlin bei Serkan


"War Lecker? Kann weg?"
Vorspeise: „Nein, ich esse meine Suppe nicht“ sagte der Kartoffellauch zum Salm - Kartoffeln / Lachs / Lauch
Hauptgang: Herr Fasel erzählt von der Hirschmöhre - Rind / Möhre / Pastinake / Rote Bete
Nachtisch: Kaffeeklatsch bei Oma Pimpernuss - Pistazie / Mascarpone / Eis /Schokolade


Tanzen ist träumen mit den Beinen.
- Aus Finnland

... und Serkan nimmt zum Träumen noch seinen Bauch zu Hilfe, während er mit der vollen Dröhnung Adrenalin auf Sendung geht: entertainen kann Serkan, Zuschauer unterhalten ebenfalls. Seine gute Laune sprudelt, als gäbe es morgen keine mehr.

Der 40jährige Serkan, mit türkischen Wurzeln in Berlin geboren, ist Tanzlehrer und mit einem Mann namens Stefan verheiratet. Sowohl für seine Mutter als auch für Stefan und nicht zuletzt für Stefans Oma Melitta findet er liebevolle Worte.

Da ich ihn in diesen bislang 2 Stunden in Aktion nicht wirklich kennengelernt habe und ohnehin nicht zu überschwänglichen Gefühlsausbrüchen neige, kann ich als höchstes Lob aussprechen:

die heutige Sendung ist nicht langweilig.

Falls Serkan jedoch regelmäßig bis zum Anschlag aufdreht - wäre mir das persönlich zu viel Hully-Gully. Aber ich sitze nur gemütlich vor dem Fernseher, und kann nicht anders, als mich über ihn amüsieren.


Das Menü

Vor lauter Entertainment fallen heute einige Koch-Schritte weg: so sehe ich nicht die Zubereitung der Kartoffel-Lauch-Suppe, zu der ihm der "Suppenkasper" eingefallen ist. Gut pariert kommt die Kritik an diesem Märchen - aber:

wir haben es alle überlebt und sind davon nicht trübsinnig geworden.

Eher denke ich, dass die Fisch-Gegnerin Sihem vom Lachs einen tiefen Schock bekommt. Doch am Ende des Genusses fühlt sie sich geläutert ...

Mal sehen, wie lange. Am Montag hat sie erzählt, dass Angeln ihr Hobby war oder noch ist: da wäre es ziemlich kontraproduktiv, wenn man selber gar keinen Fisch mag ... Außerdem gab es auch bei ihr Fisch.

Wer Herr Fasel sein soll, bekomme ich nicht mit: aber ob der mit Unbekannte überhaupt etwas mit einem Rindergulasch zu tun hat? Womöglich nennt Serkan sich selber "Herr Fasel", immerhin redet er von Herzen gern.

Nennen er und sein Mann Oma Melitta "Frau Pimpernuss"? Das ist eine Pflanze. Der nette Nachtisch wird auf Sammelteller und in Sammeltassen drapiert. Das zum

gesamten Menü gehörende goldene Besteck erklärt sich wie selbstverständlich.

Stefan und Erkan haben ihren sehr eigenen und altmodischen Wohnstil.


Fazit

Es wird erwähnt, dass an diesem Tag 35 Grad in Berlin herrschen: und die Stylistin Sihem trägt tagsüber dasselbe T-Shirt wie am

Abend. Vermutlich ist ihr die Aufschrift

"Who's afraid of a Dick?"

so wichtig, dass sie ihre Kleidung nicht wechselt.

Eine "Wer hat Angst vor einem Schwanz?"- Klamotte

würde ich eher den Trash-Reihen der RTL-Gruppe zuordnen. Aber vielleicht ist dieser Spruch ihre Bewerbung für die nächste TV-Katastrophe?

Die Punkte: je 9 geben Sihem, Claudia und Matthias, 8 gibt Denzel.

Obwohl er sicher 10 Mal besser gekocht hat als Sihem (was allerdings kein Kunststück ist), sind diese 35 Zähler völlig übertrieben.

Gefehlt hat mir der aufmerksame, aber unbeliebte Nachbar, der schellt, um Sihem zu bitten, den Elektroroller, den sie mitten auf dem Gehweg einfach stehengelassen hat, vernünftig zu parken.

Diese Dinger sind allerdings auch bei uns ein ständiges Ärgernis, da sie immer im Weg herumstehen und nie ordentlich abgestellt werden.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 3. Dezember 2024

2. Dezember 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Berlin bei Sihem


"Green Mile"

Vorspeise: CEVICHE VERDE - Two fish / One leche
Hauptgang: HERBERTS FATTO A MANO - Artischocken / Kalbfleischbällchen / Minze / Haydari
Nachtisch: EIN STÜCK SIHEM - Eis / Olivenöl / Salz


"Nicht jede Frau, welche das Feuer anbläst, will kochen."
- Ovid (43 v. Chr. - 17 n. Chr.)

Die 36jährige aus Tunesien stammende Sihem spielt beim "perfekten Dinner" mit, weil sie "neue Leute" kennenlernen möchte ... und mein Begriff "spielt" ist nicht versehentlich gewählt ...

Gleichzeitig erzählt sie, dass sie Herbert Grönemeyer als Tour-Stylistin begleitet hat ... bei dieser Gelegenheit hat sie sicher jede Menge neuer Leute kennengelernt. Aber vielleicht meint sie mit dem Kennenlernen weniger die anderen Dinner-Kandidaten,

sondern vielmehr die Leute vom Fernsehen ...

Sihem über Sihem: "Ich kann gut kochen, bin geistreich, humorvoll, kreativ und für jeden Spaß zu haben."

Kaum jedoch hat sie mit den Vorbereitungen für ihr Essen angefangen, fühlt sie sich bereits gelangweilt. Es ist aber auch zu dumm,

dass es einem nicht erspart bleibt, für diese Sendung ein bisschen zu kochen ...

Beinahe sehne ich mich nach der schrillen Dagy aus der letzten Woche zurück, die sich immerhin nicht gelangweilt hat, weil sie kochen musste.


Green Mile

Bei diesem Titel denke ich an den traurigen Justiz-Irrtum-Film. Und die Grüne Meile bedeutete den Gang vom Gefängnis zum Elektrischen Stuhl.

Möglicherweise hat Sihem den Titel jedoch in aller Unschuld gewählt, weil sie diesen Film gar nicht kennt. Ihr ist eher Herbert Grönemeyer bekannt, der ihr

ein Kochbuch geschenkt hat, damit sie endlich einen Mann findet, den sie per "Liebe geht durch den Magen" überzeugen kann. Sie besitzt nun ein Kochbuch, und das dürfte Anlass genug gewesen sein, sich für diese Sendung zu bewerben.

Ich wusste gar nicht, dass Grönemeyer ein Kochbuch geschrieben hat. Immerhin wird er in einem schriftlich niedergelegten Ausdruck eher zu

verstehen sein - seine gesanglich dargebrachten Texte ... verstehe ich akustisch überhaupt nicht.

Niemand nuschelt so erfolgreich wie Grönemeyer.


Die Wohnung

Mehr und mehr habe ich den Verdacht, dass Sihem überhaupt nicht in der Wohnung lebt, in der gedreht wird: Kahle Wände, ihre selbstgemalten Bilder stehen auf dem Boden als wären sie rasch für die Sendung hertransportiert worden - und in der Küche, der auch Hängeschränke fehlen,

hat sie nicht einmal einen Dosenöffner parat. Und das, obwohl ich denke, dass sie ansonsten eher Dosen öffnet, wenn sie nicht gerade auswärts essen geht.

Mit einem großen Messer bearbeitet sie eine Dose ... ich weiß nicht einmal, was sich darin befindet. Aber ich höre wie sie zu diesem Öffnungsspektakel sagt: "Mein Entertainment-Faktor endet nie."


Fazit

Das Essen selber ist nicht der Rede wert. Warum also sollte ich es in den Mittelpunkt stellen, wenn Sihem selber alles andere sowieso wichtiger ist als das Kochen und es sie nur langweilt? Ja, auch

ich fühle mich heute gelangweilt anstatt "entertaint". Von ihr gelangweilt.

Und dann bezeichnet Serkan Corona als einen Schnupfen: das wird die Menschen vor den Bildschirmen traurig machen, die durch Corona einen Angehörigen verloren haben ...

Punkte gibt es auch noch, weil die zum Pflichtprogramm gehören: je 7 geben Claudia und Denzel, je 8 Serkan und Matthias.

Es kommen für dieses "Dinner" also unglaubliche 30 Zähler zusammen.

Halleluja!

Guten Morgen, Gruß Silvia