Mittwoch, 7. Oktober 2020

6. Oktober 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Bayreuth bei Margot


Vorspeise: Zucchini-Carpaccio mit Gorgonzola-Creme, Basilikum-Pesto-Chips
Hauptgang: Schweinelendchen  . Kartoffel-Selleriepüree  . Karottengemüse  . Curryrahmsoße
Nachtisch: Beerenvariationen .  Eierlikörcreme  . Rote Grütze  . Vanille-Himbeer-Eis  .  Himbeerpüree .  Buttergebäck


"Irgendwann sitzen wir alle in Bayreuth zusammen und fragen uns, wie wir es nur irgendwo anders aushalten konnten." - Friedrich Nietzsche 

Aber das würde dann wohl doch ein bisschen zu voll in Margots geliebtem Bayreuth. Und welch ein unordentliches Bild das abgeben würde!

Ich beweise in der Menü-Beschreibung allerdings einmal Mut zur Unordnung, um mir keine wohlwollenden Reaktionen zum Dinner-Blog zu verbaseln.

Margot hingegen "zerstört" sich ihren Abend ein wenig auch durch ihre Scheu vor jeder Art von Unordnung. Kaum haben die Gäste den letzten Bissen im Mund, muss sie abräumen ... und vor dem Nachtisch sogar noch die ganze Küche aufräumen. Das macht den Abend recht ungemütlich.

Nachdem unter Michael I der Stuhl zusammengebrochen ist, wird sie gefragt, wie es ihr geht ... natürlich können hier ein paar ihrer Bemerkungen dem Schnitt anheim gefallen sein, denn es ist ja nicht die Frage wie es ihr geht, sondern wie es ihr damit geht, dass der Stuhl sang- und klanglos seinen Dienst verweigert hat. Margot antwortet - lt. Redaktion - es gehe ihr gut. Kein entschuldigendes Wort wird gesendet ... oder vielleicht auch nicht gesprochen. Wer weiß!


Dabei stand Michaels Stuhl auf festem Boden und nicht wie dieser auf einem Geländer.


Das Menü

Hauptsache Carpaccio, könnte Margot sich bei ihrer Vorspeise gedacht haben, das klingt modern. Die Gäste sind über den Geschmack zweigeteilt: Die Männer, die jeweils Michael heißen, zerreißen die Vorspeise,

während sie Angelika und Caroline schmeckt.

Der Hauptgang vereint dann wiederum die vier Gäste in ihrer Kritik. Von der reinen Ansicht her ist es auch eher ein schnelles - hier allerdings in der Vorbereitung lange dauerndes - Mittagessen. Besonders Curry-Pulver, von denen eines eine ihr längst unbekannte Herkunft aufweist, weil es bereits so lange in ihrem Schrank lagert - mag nicht jeder ihrer Gäste. Trotzdem ist Margot sicher, dass es ein ganz gutes und spezielles Curry-Pülverchen ist.

Zum Nachtisch verliere ich sowohl die Lust als auch die Geduld, länger aufmerksam zuzusehen. Allerdings frage ich mich, wie dieses Eis, das mit dem gezuckerten Milchmädchen-Produkt hergestellt ist, eigentlich schmeckt. Es gilt ja inzwischen für Dinner-Teilnehmer als Ersatz für eine nicht vorhandene

Eismaschine.


Die Punkte

Am Ende eines jeden Abends folgt ein Urteil: Angelika schenkt 8, Michael I und Caroline je 7 und Michael II 6 Zähler.

Mit insgesamt 28 Punkten liegt sie gleichauf mit Michael I.

Schicht im Schacht - lautet Margots Schlusswort - das sagt man hier in Bayreuth so.

Wenn man das dort so sagt, so ist das ein immigrierter Begriff aus Gegenden mit früherem Bergbau.

Also eher aus meiner Ecke ... und die liegt weit weg von Bayern.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Dienstag, 6. Oktober 2020

5. Oktober 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Bayreuth bei Michael


Vorspeise:
Bayreuther Biersuppe mit Bayreuther Bierbrot

Hauptgang: Bayreuther Rindersenfbraten mit Burgundersoße, Apfelblaukraut und gebratenen Semmelknödeln

Nachtisch: Joghurtcreme auf Fruchtspiegel mit frischen Früchten, dazu „Mamas bester Kirschkuchen von Welt“


Verdachtsmomente

Als versierte Krimi-Guckerin und -Leserin bin ich heute schnell auf der Spurensuche. So kann man auch in einer Show mit Kochen (nicht umgekehrt) andere Interessen geweckt sehen:

Doch erst einmal zu etwas Erfreulichem: Michael ist Radiomoderator, und seine vielen Worte kommen flüssig rüber und ohne Hilfe von tatsächlich genau Überflüssigem. Das hört sich angenehm an, und seinen Dialekt verstehe ich ebenfalls.

Weiter ist es erfreulich, dass die dieswöchige Sendung vor allen Corona-Maßnahmen gedreht wurde (und trotzdem keine Wiederholung ist), weil es nie schaden kann, sich an diese Zeiten zu erinnern und vor allem zu hoffen, dass sie bald wieder kommen. Doch niemand hat einen Plan, wann das genau sein wird  ... es steht nur in den Sternen, und darin kann keiner lesen.


Das Menü

Die Bayreuther Biersuppe, die Michael wirklich vor Publikum zubereitet (oder ist mir da etwas durchgegangen?) bekommt Gäste-Bewertungen, die mittelprächtig sind. Auch bei Michaels Konkurrenten Michael II wird es Biersuppe geben,

und er lobt seine schon mal vorab über den grünen Klee, da sie immense Geschmackserlebnisse verspricht. Hoffentlich kommt ihm nicht das Schicksal dazwischen oder ein schlechter Tag oder die falsche Biersorte. Man weiß ja nie.

Für den Hauptgang hat Michael I ein immenses Stück Fleisch besorgt ("das teuerste, das ich je gekauft habe") und verhunzt es derart, dass es am Ende trocken ist und auseinander fällt. Gut, dass es trocken ist, muss ich den Gästen glauben - mache ich auch. Sieht auch trocken aus.

Was im folgenden geschieht, passiert mehr oder weniger von Zauberhand: Michael I kippt Soßenfond hinzu, den er angeblich selber im Vorfeld hergestellt hat. So weit könnte ich das noch glauben,

wenn nicht Weiteres einfach so ins Bild rutscht und keine Herkunftsangabe preisgibt. Vieles ist vorgeschnitten, selbst die Zwiebeln oder die Semmeln für die (seltsamen) Klöße. Hatte Michael I Sorge, das alles in den vielen Stunden nicht zu schaffen? Hatte er vielleicht ein paar Heinzelmännchen?

Der Bäcker, er heißt auch Michael, bringt Brot vorbei. Dass dieses nicht von Michael I selbst gebacken ist, muss er also zugeben ... denn zwei Sorten von vorbereitetem Brot hätte ihm vermutlich niemand abgenommen.

Dafür ist die Nachspeise komplett fertig, als gönne man den Zuschauern nicht das Zusehen beim Herstellen.

Als der Hauptverdächtige, nicht von ihm selber gebacken worden zu sein, gilt für mich "Mamas bester Kirschkuchen von Welt" -

man muss schon sehr gutgläubig sein, um hier an eine Eigenleistung seinerseits zu denken. Eigentlich steht es ja bereits in der Menübeschreibung, wer diesen Kuchen gebacken haben wird.

Vielleicht war es aber auch der Bäcker Michael ... so zur Sicherheit für viele Punkte.


Die Punkte

8 Punkte gibt Margot, je 7 Angelika und Caroline, und Michael II hat 6 Zähler für dieses Menü übrig (oder er braucht Geld und zielt auf den Jackpot - bei 8 Kindern, die er hat, nichts Ungewöhnliches).

Mit 28 Punkten kann Michael I durchaus zufrieden sein. Die Verdachtsmomente sind auch allzu brisant, dass hier Helfer am Werke waren, obwohl seine Konkurrenten davon natürlich nicht den Schimmer einer Ahnung haben ... und es erst bei der Ausstrahlung sehen dürfen.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Samstag, 3. Oktober 2020

3. Oktober 2020 - Omma war die Beste

 
Meine Oma


Omma war die Beste

Wer hat immer das genau richtige Pflaster in der richtigen Größe direkt zur Hand, wenn die Enkelkinder mit aufgeschrappten Knien heulend zu ihr rennen? Wer hat immer ein liebes Wort genau dann, wann es gebraucht wird? Wer hält stets das Bonus-Taschengeld bereit und legt am Ende gerne noch etwas drauf?

Das sind die Omas.

Da ergeht es heutigen Kindern vermutlich nicht anders als uns damals. Wer Glück hat, besitzt sogar zwei Omas - und wer noch mehr Glück hat, der lebt in einer Patchwork-Familie mit mindestens drei Omas.

Ich hatte nur diese eine. Aber sie hat dafür Sorge getragen, dass ich meine andere Großmutter - so sehr das vielleicht auch meine Mutter erstaunt (oder gekränkt) hat,  nie vermisst habe. Ich glaube, ich habe an diese fremde Großmutter

keinen Gedanken verschwendet im Hinblick darauf, dass sie auch meine Omma hätte sein können. Eher war sie eine interessante Person in den Erzählungen meiner Mutter. Sie tauchte hin und wieder darin auf, verschwand dann aber wieder ...

während meine Omma immer da war. Sie war der vermutlich präsenteste Mensch in meinem ganzen Leben.

Dass ich schon gleich nach meiner Geburt die Stelle Nr. 1 bei ihr einnahm,

ist mir zwar nicht immer nur gut bekommen, aber es hat sich verdammt gut angefühlt. Hier wusste ich, dass an ihrer Liebe weder etwas Falsches noch etwas Berechnendes war.

Eine recht einfache Liebe von meiner Person aus gesehen - erworben durch meine

Geburt. Ich habe also erst einmal nichts dafür leisten müssen.

Diese Liebe, die auf inniger Gegenseitigkeit beruhte, hielt bis zu ihrem Tod.

Sie überstand schwierige Pubertäts-Zeiten - in denen niemand vor der Rebellion einer Teenagerin sicher ist. Sie überstand die Demenz-Erkrankung meiner Oma. Und sie hält

nicht nur eigentlich bis heute an. Es gibt keinen einzigen bösen Gedanken, den ich je für meine Oma gehabt hätte.

Natürlich war sie nicht nur meine Oma, sondern auch die Mutter meines Vaters und die Schwiegermutter meiner Mutter ...

da mag es zumindest von Seiten meiner Mutter gegenüber meiner Omma schon mal differenzierter ausgesehen haben.

Es gibt diese Geschichte, die mir am Rande und als sehr kleine irgendwann erzählt wurde: Meine Mutter, gebürtig aus Allenstein in Ostpreußen, war evangelisch.

Meine Oma und daher auch mein Vater waren katholisch. Vor der Eheschließung hat meine Oma - ganz im Stil alter Herrschaftshäuser

(was hier jedoch in keiner Weise zutraf) -

 von meiner Mutter erwartet, dass sie konvertiert. Sie hat es getan - später

sind meine Eltern beide aus der katholischen Kirche ausgetreten und haben es meiner Oma verschwiegen.

Dennoch verstanden sich auch Omma und Mamma leidlich gut, wenn sie sich vielleicht auch nicht gerade liebten.

Zumindest war Omma ihr dankbar für die beiden Enkelkinder.

Das eine, mein Bruder, lebt nicht mehr ... und sie musste seinen Tod leider miterleben. Er hat uns alle verändert ...

nur Ommas und meine Liebe zueinander blieb bis zu ihrem Ende immer die gleiche, eine feste Größe in unseren Leben.

Und ein oft gedachter Gedanke seitdem.

Ommas sind die Besten.


Guten Tag, Gruß Silvia 



2. Oktober 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Heilbronn bei Claudia



Vorspeise
: Aubergine in Form
Hauptgang: Verstecktes Lamm
Nachtisch: Beeren-Nest


Die First Lady

Da eine andere First Lady gerade in aller Munde ist, na ja, beinahe, denn ihr Ehemann geht schlagzeilenmäßig mal wieder durch die Decke und schlägt ihre Erwähnungen um Längen,

fällt mir auf, dass auch Claudia etwas von einer Ersten Dame hat. Bisweilen wirkt sie geradezu huldvoll, wenn sie das Publikum zutextet, und sie vergisst nie, die nötige Distanz zu wahren.

Mir gefällt ihr kleiner persönlicher "Zoo", der u. a. aus der Airdale-Hündin Rosa und aus den beiden Schildkröten Hera und Herkules besteht. Natürlich sind ihre Schildies nur die kleinen Verwandten jener großen Seychellen-Kröten auf meinem Foto.

Nicht gefallen muss mir (kann mir aber auch egal sein), dass sie den Thermomix dorthin stellt, wo er ihres Berufes wegen wohl hingehört: in den Mittelpunkt. Claudia arbeitet im Vertrieb für Küchenmaschinen.

Ganz tv-unerfahren ist sie auch nicht, denn vor Jahren (es ist mir nicht bekannt, vor wie vielen Jahren) hat sie über den SWR einen Reisepartner gesucht ...

und Stefan gefunden, der nun ihr Ehemann ist.

Während Rosa sich an Stefan klammert, beginnt Claudia ihre Küchenarbeit. Auf das angebliche Experiment, ein asiatisches Menü anzubieten, verzichtet sie, weil sie der Ansicht ist, dass viele die hohe beinhaltete Gewürzfreudigkeit nicht verstehen könnten ... nicht mögen würden ... Oder nicht weltgewandt genug wären? Eben ganz

die First Lady.

Aber auch beim Lamm scheiden sich die Geister, denn der Geschmack ist unbeliebt, außer, das Lamm schmeckt gar nicht nach Lamm.

Was soll man dazu sagen? Immer das gleiche Gejammer um die armen Lämmer. Warum lasst ihr sie dann nicht einfach leben?


Fazit, Punkte

Die First Lady legt eine gekonnte Vorstellung hin, und die Punkte beweisen es:

7 (ihre übliche Bewertung anderer Dinner?) gibt Astrid, je 8 verteilen Benjamin und Marina, und Jessica ist sehr, sehr lieb und gibt ihr 9 Zähler.

Aber wie jene oben erwähnte First Lady ist auch Claudia nur die zweite Wahl im Auge der Betrachter. Mit 32 Punkten liegt sie auf dem 2. Platz

hinter Jessica und Marina, die sich den Jackpot teilen dürfen/müssen.

Mir bleibt, allen ein gutes und vor allem gesundes Wochenende zu wünschen, denn das Coronavirus kennt keine Klassenunterschiede und macht auch vor Verharmlosern nicht Halt.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Freitag, 2. Oktober 2020

2. Oktober 2020 - Dr. med. Wald - Ohne Risiken und Nebenwirkungen - Ihren Arzt oder Apotheker müssen Sie nicht fragen

 


Dr. med. Wald
Ohne Risiken und Nebenwirkungen - Ihren Arzt oder Apotheker müssen Sie nicht fragen



Der Wald ist der einzige Naturheilpraktiker, dem ich wirklich vertraue. Er verkauft keine sinn- und wirkungslosen Kügelchen oder verspricht fadenscheinige Heilungen, wo es keine mehr gibt. Seinen Doktor-Titel hat er sich redlich verdient, und er musste dafür nicht einmal nur geringfügig  schummeln.

Filialen hat er rund um den Globus, und zum Eintritt muss man keine Krankenkassen-Karte vorweisen noch sich zu Zusatzleistungen verdonnern lassen. Man betritt einfach

seine Praxis - und schon fühlt man sich mindestens einen kleinen Ticken wohler als vorher. Bei häufigem Betreten der Praxis erhöht sich die wohltuende Wirkung enorm.

Man atmet seine Luft ein und fühlt das Leben in den oft alten Bäumen. Wenn man Glück hat, huscht ein Reh vorbei oder ein Hirsch röhrt in der Ferne. Blätterrauschen und Tierlaute wie das Singen der Vögel - die im übrigen leider immer weniger werden -

haben eine beruhigende Wirkung auf die Seelen.

Ein lauschiges Plätzchen hat Dr. med. Wald auch für jeden, und sehr viel Platz, denn seine Praxen sind trotz der

gesunden Wirkungen nie überfüllt. Wo wir bei Wirkungen sind: Es gibt keinerlei

Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten.

Lediglich vor ein paar Pilzarten muss man sich hüten (aber auch sie gehören zu den Heilenden, den Heilern für die menschlichen Augen),



aber es ist ja allgemein bekannt, dass man nichts aus dem Boden reißt, was man nicht kennt (und was man kennt, kann man auch oft besser dort lassen, wo es hingehört).

Wer lange genug "Patient" in dieser Praxis

ist, der lernt hingegen viel hinzu ... und wird im besten Falle sogar schlauer, weil sein Kopf besser durchblutet ist.

Inzwischen wird der Medizin-Titel "Ehrenhalber" des Waldes auch von der Wissenschaft anerkannt.

Ich wünsche allen die gute Idee für einen schönen Waldspaziergang, und auf einen vorletzten Satz:

Wenn Dr. Wald am Ende nichts mehr für den Menschen tun kann, könnte der Mensch ein wenig für den Wald tun  ... und seine Asche an einem Friedwald-Baum bestatten lassen. Das ernährt den Baum. Und ist ein friedlicher und tröstlicher Gedanke für den Verstorbenen zu seinen Lebzeiten - und für seine Angehörigen nach seinem Tod.


Es ist im übrigen notwendig, bedrohte Wälder zu retten. Für die Seele der Natur und für die der Menschen. - Aber das ist wiederum ein anderes Thema und sehr schwierig ...

Guten Tag, Gruß Silvia 


1. Oktober 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Heilbronn bei Marina


Vorspeise
: Luo Bo Gao und Saté Gai an Erdnuss-Espuma und fruchtigem Glasnudelsalat
Hauptgang: Ossobuco mit Gnocchi an glasierten jungen Möhren und Ofentomaten
Nachtisch: Khao Niao Mamuang und Kokosnuss


Erinnerungen an 2019

... und endlich kann man mit Recht behaupten, dass früher alles besser war. Sonst wird diese Behauptung ja eher gefühlsmäßig aufgestellt, wenn Menschen an ganz frühere Zeiten denken, die in ihren Erinnerungen (und manchmal auch nur dort) die Gegenwart übertreffen.

Früher ... das war noch 2019. Nun leben wir in einer Pandemie-Zeit, und es ist nicht absehbar, wie sehr sich das noch hinziehen kann.

Aber jetzt schnell eine Brücke zu Marinas Dinner schlagen, denn sie selber versucht schließlich auch, Brücken zu schlagen, wenn auch kulinarische:

Ihr Menü ist eine Hommage an ihre Heirat in 2019: Sie hat kirchlich in Italien den Bund fürs Leben geschlossen - und die Hochzeitsreise bescherte ihr eine unvergessliche Zeit in Thailand.

Es ist immer ganz nett, wenn ein Menü als Basis eine persönliche Geschichte aufweisen kann ... aber passt das hier überhaupt? Vorspeise und Nachtisch sind thailändisch, während der Hauptgang italienische Wurzeln hat. In Blitzgeschwindigkeiten müssen die Gäste sich zweimal auf einen totalen Umschwung einstellen,

und dann gibt es auch noch zum Hauptgericht die unschlagbar oft präsentierten Möhren. Zumindest sind die überall beheimatet. Beinahe jeder mag sie und beinahe jeder mag sie kochen. Vielleicht auch wegen dem schönen Grün an ihren Enden, der schon mal farblich recht gut ankommt ... wenn man das Grün auch überhaupt nicht essen kann. Ich selber brauche nichts auf einem Teller, was man nicht essen kann,

aber das ist reine Ansichtssache.


Das Menü

Es gibt Lobreden für die Vorspeise, und es gibt Kritik für den Hauptgang. Ossobuco: nicht zart genug und aus dekorativen Gründen gibt es nur einen Strich (in der Landschaft) an Soße. Da wird schnell Nachschub gefordert, um das schöne Bild zugunsten des besseren Geschmacks zu zerstören.

Ich war schon mal in Thailand, kann aber über den Nachtisch überhaupt nichts sagen, weil ich es meistens gar nicht schaffe, meinen Magen bis zum Dessert auf Appetit zu stellen.

Apropos Magen: Hat Marina ihre Gluten-Unverträglichkeit selber diagnostiziert? Sie erzählt, dass sie aufgrund von Magenbeschwerden ihre Nahrung auf gluten-freie Kost umgestellt hat ... von einem Arztbesuch ist keine Rede.

Es gibt ja leider in dieser gerade nicht so guten Zeit jede Menge an Neu-Ärzten ... manche bezweifeln sogar die Existenz des Corona-Virus.


Die Punkte

Die Gäste rappeln so lange in den Punktetafeln, bis Marina gemeinsam mit Jessica und 33 Zählern auf dem bislang 1. Platz landet:

Je 8 geben Astrid, Rebecca und Claudia, 9 ist Benjamin die Chose wert.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Donnerstag, 1. Oktober 2020

30. September 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Heilbronn bei Benjamin


Vorspeise
: Petersilienwurzel-Schaumsuppe mit Baconstreifen
Hauptgang: Zwiebelrostbraten mit frittierten Zwiebeln (rot/weiß), dazu Schwammerlsoße und in Petersilienbutter gebratene Brezenknödel-Tranchen
Nachtisch: Bayerisch Crème mit Mangofruchtspiegel und Waldfrüchten


Die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Benjamin gewährt dem Urbayern in sich Freilauf und lädt zu einem bayrischen Abend in die von Vox angemietete Koch-Schule ein. Da ich nicht gänzlich ohne Vorurteile bin oder mich zumindest hier und da an frühere erinnere,

schmeckt mir schon mal sein Ausspruch über seinen 10jährigen Sohn aus einer anderen Beziehung als der jetzigen überhaupt nicht: 

"Ich bin besonders stolz auf meinen Sohn, weil er mein Erstgeborener ist." (Ob es solche verbriefte Äußerungen von z. B. Prinz Charles zur Geburt seines Erstgeborenen gab?  Glaube ich eher nicht.)

Mit seiner jetzigen Lebensgefährtin hat er eine Tochter, und im Zuge der Geburt der Kleinen beweihräuchert Benjamin seine ureigenen Charaktereigenschaften aufs Feinste, die sich seitdem noch vertieft haben wollen. Solch einen edlen Charakter kann beileibe nicht jeder vorweisen!

Man möchte sich glatt die Ohren zuhalten!

Daher schweife ich lieber ab und erzähle, dass Benjamin Hotelfachmann ist und jetzt im Service arbeitet. Nebenbei betreibt er einen Youtube-Kanal ... mit welchem Inhalt bekomme ich nicht mit, aber vermutlich geht es ums Kochen.

Möchte man sich bezüglich dieses Kanals nun die Augen zuhalten?


Das Menü

Benjamin ist ein großer Fan von Jamie Oliver. Allerdings hat er sich von diesem nicht mal einen Hauch seiner Geschwindigkeit angeeignet

und wurschtelt recht bedächtig vor sich hin.

Von dem äußeren Erscheinungsbild seines Dinners hat er vermutlich sowieso mehr Plan als von dem gekochten Teil:

Seine vier Gästinnen kommen nämlich wunschgemäß in Dirndln, er selber trägt eine Lederbuxe in entsprechender Männer-Lange, damit er sich am Ende auf die nackten Schenkel klopfen kann.

Es geht rasch bergab, als die Vorspeise auf den Tisch kommt. Die Damen bemerken, dass das Süppchen überhaupt nicht schaumig ist ... und ich kann leider den Geschmack, der ja trotzdem vorhanden und gut sein kann, nicht bewerten.

Zur Hauptspeise finde ich selber einen Kritik-Punkt: Das Rinderroastbeef stammt aus Südamerika und hat mehr Flugmeilen hinter sich

als die letztjährigen Vielflieger in diesem Jahr aufweisen können.

Vom schönen Telleranrichten ... hält er nichts ... oder es ist ihm egal ... oder er schafft es einfach nicht, dass auch noch ein paar Augenpaare zumindest ein bisschen zufrieden sind.

Der Nachtisch ... ist ein Nachtisch.


Die Punkte

Manchmal ist die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit ein bitterer Graben. Selber würde Benjamin sich 8 Punkte geben - und räumt ein, dass nicht alles gelungen war.

Den Punkten nach zu urteilen war allerdings gar nichts wirklich gelungen, was wiederum schwer zu glauben ist - aber ich bin in der glücklichen Lage, hier nicht mitbewerten zu müssen.

7 Zähler schenkt ihm Jessica, je 6 bekommt er von Astrid und Marina und 5 von Claudia um die Ohren gehauen.

Das ergibt die Summe von 24 Umdrehungen.
Eine harte Nummer!


Guten Morgen, Gruß Silvia