Mittwoch, 25. Juli 2018

24. Juli 2018 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Dänemark/Tinglev bei Hella

Vorspeise: Lachsroulade und Krabbenbällchen auf Salat mit einem Dill-Dressing
Hauptspeise: Dansk Bof mit gebratenen Zwiebeln, brauner Soße, Hasselbagt kartofler und Bohnen in Speck, dazu Omas Sommersalat
Nachspeise: Selbstgemachtes Herzen-Eis mit Schokolade, mit Schokolade garnierte Erdbeeren und Kalte Schnauze


Das Ohnesorg-Theater

Hella ist Dänin und gehört in der dänischen Kleinstadt Tinglev dem Verein der deutschen Minderheit an. Ziemlich viele Menschen gehören jedoch zu ihrer nächsten Familie: Fünf Kinder, drei Schwiegerkinder und sieben Enkel. Die meisten wohnen in direkter Nähe und warten auf ein erfolgreiches  oder auch nur gut gelungenes Ende von Hellas Fernseh-Auftritt.

Ohne Sorgen und voller Fröhlichkeit und großem Glück präsentiert Hella sich und ihr Leben und lacht alle Bedenken weg. Ihr Leben ist hyggelig (gemütlich), ganz so, wie es die Dänen lt. Hella anscheinend  mögen. Ihre TV-Präsenz ist ungetrübt von Zweifeln oder Aufregung - und man spürt, dass ihr alle Zuschauer-Herzen im Nu zufliegen -

was diese (und auch ihre Gäste) insgesamt ein wenig unkritisch gegenüber der eigentlichen Challenge, dem Kochen, zurück lässt.

Nachdem es ein hochgelobtes Säftchen aus Trauben gab, dürfen die Gäste am Tisch Platz nehmen - und kommen nun in den Genuss des ureigenen

Hella-Ohnesorg-Theater:

Sie trällert ein Lied übers "perfekte Dinner", das nicht schön, aber laut ist. Man kann das niedlich finden, es gibt aber keine Verpflichtung dazu, es zu tun ...

Es wurden schon bessere Zwischen-Bespaßungen von Gästen oder Zuschauern abgelehnt.

Da dies alles noch nicht reicht, kommt es zwischen den Gängen zu einem Spielchen, in dem Hella und die blonde Anna einen Korken in den Mund nehmen -

und irgendeinen Text herunterrasseln, der die Lustigkeit dieser Korken-Aktion unterstreichen soll.

Tut er aber nicht. Ich fühle mich im falschen Film (obwohl ich nie angenommen habe, dass das Dinner eine Kochsendung ist).


Der Schönheitsfleck

... ist das Menü.

Weder bin ich eine hervorragende Köchin noch möchte ich gern ins Fernsehen. Dass ersteres nicht unbedingt nötig ist und man trotz minimaler Kochkünste gewinnen kann, wird immer wieder mal bewiesen. Zweiteres jedoch ist vonnöten:

Man muss gern seine 15 Berühmtheits-Minuten vor der Kamera haben wollen und diese so genießen ... wie es heute Hella macht.

Normaler Weise schreibe ich nie ausführlich über die Menüs, denn jeder Zuschauer sieht selber, was auf die Tische kommt. Und ich bin nicht in der Position, viel korrigieren zu dürfen.

Doch ...
heute mache ich eine Ausnahme.

Und schon kommt die dicke, fette Vorspeise auf den Tisch, die - am Abend aufgetragen - manch anderen bereits derart sättigen würde, dass für den Rest gar kein Platz mehr ist. Heute kann die dunkelhaarige Anna nicht meckern, dass das Entree zu gering ausfällt. Schon mal ein Pluspunkt in meinem Minus-Reigen für Hella.

Der Hauptgang ist ebenso unschön angerichtet wie die Vorspeise und die Frikadellen scheinen ziemlich trocken zu sein. Ein Sonntagessen nennen die Gäste dies - nun ja, selbst für einen Sonntag könnte das zu fad sein,

für ein nach "Perfektion" strebendes Dinner aber gleich dreimal.

Obendrein ist es einfallslos.

Was mir vielfach bei anderen Menüs am besten gefällt, ist heute am allerschlimmsten:

Kalte Schnauze als Nachtisch: Das ist in etwa das Härteste, was man dem Magen am späten Abend antun kann.

Hella bekommt 29 Punkte - obwohl sie selber sich auf der Höhe einer jeweiligen Neun sieht.

Frank zückt die Tafel mit der 6 -

und selbst, wenn er noch weniger gegeben hätte: Von mir überhaupt keine Schelte dafür.

Die vielen Punkte hat Hella ohnehin vermutlich mehr ihrer Beliebtheit bei den Mitstreitern zu verdanken als irgendetwas,

das sich Kochkunst nennt.


Guten Morgen, Gruß Silvia


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