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Freitag, 4. Mai 2018

4. Mai 2018 - Rumpelstilzchen und die "Amtliche Märchenbehörde für die Wahrung der Märchen"



Rumpelstilzchen

Man kennt diese Eltern, die sich wünschen, ihre Tochter würde den Aufstieg zur Prinzessin schaffen. Auch Mädchen, die sich Prinzen krallen wollten, waren selten zimperlich - und ließen es nicht auf den Zufall ankommen,

sondern halfen dem Treffen besser selber auf die Sprünge.

So handelte ein Müller, der seine Tochter an den Prinzen des Landes bringen wollte. Dreist behauptete er dem König gegenüber, dass die hübsche junge Frau aus

Stroh Gold spinnen könnte.

Könige haben niemals genug Geld und Gold, und daher wurde das Mädchen ins Schloss gekarrt, in ein Kämmerchen mit Stroh eingesperrt,

damit sie den Worten ihres Vaters Taten folgen lassen konnte.

Leider verfügte sie nicht über das Talent, aus Stroh Gold spinnen zu können.

Da schlich sich ein kleines Männchen mit einem hämischen Gesichtsausdruck in ihr Kämmerlein und versprach, die Arbeit an ihrer Stelle zu verrichten.

Doch umsonst wollte der Böse das natürlich nicht tun: Gab er sich erst noch mit Kleinigkeiten zufrieden, verlangte er

nach der erwarteten Gier des Königs auf mehr und mehr Gold an einem der nächsten Abende

ihr ungeborenes Kind als Belohnung.


Ein Kind als Lohn

Zunächst zögerte sie  - doch die Aussicht, bald die Frau des Prinzen zu werden, war zu verlockend, als dass sie das Angebot des Männleins hätte ablehnen können.

Solche Mädchen gehören zwar eher in die erziehenden Hände von kundigen Menschen, aber stattdessen hoffen sie immer auf eine schnelle Lösung all ihrer Probleme - der gegenwärtigen und der künftigen.

Schließlich wurde das Mädchen die Frau des Prinzen. Und bald kam als Lohn der Mühe ein Kind zur Welt.

Prompt stand der kleine Mann auf der Matte. Er verlangte das Kind.

Völlig verzweifelt beichtete sie ihrem Mann, dem Prinzen, von ihrem Dilemma. Der recht einfach gestrickte Prinz jedoch war absolut perplex, dass seine

Ehefrau nicht in der Lage sein sollte, aus Stroh Gold zu spinnen. Schließlich war dies ein nicht zu unterschätzender Grund gewesen, sie zu heiraten.

Doch bevor der Prinz selber aktiv werden konnte, mischten sich die "Amtlichen Märchen-Behörden für die Wahrung der Märchen" ein. Sie sahen, dass Gefahr im Verzug war -

und nahmen das Kind in ihre Obhut.

Auf der Suche nach dem kleinen Männchen wurden die Behörden fündig und erfuhren, dass er sich Rumpelstilzchen nannte - obwohl sie noch lange nach seinem richtigen Namen fahndeten, denn Rumpelstilzchen konnte ja nur ein Avatar sein.

Immerhin saß der Unhold dann in einem Kerker und konnte sich vielleicht bemühen, aus harten Gitterstäben Stroh zu machen, um zu entkommen. Ob er es geschafft hat, ist nicht überliefert ...

Die Müllerstochter, die zur Prinzessin aufgestiegen war, erfuhr als Komplizin des Kinder-Händlers Rumpelstilzchen die ganze Härte der "Amtlichen Märchen-Behörde":

Es drohte ihr ein Bußgold der Behörde - und sie sollte fürs Märchen-Amt Stroh zu Gold spinnen.

Danach durfte sie zurück zu ihrem Vater, dem Müller, und ihm den Haushalt führen, während sie stets darauf bedacht sein sollte, dass er seine Lügen-Geschichten für sich behielt.

Mit viel Glück traf sie irgendwann Hans im Glück ...

Doch sie verriet niemals, was sie diesem Rumpelstilzchen für das Gold der Behörde versprochen hatte ... und ob ihr vielleicht Hans im Glück geholfen hatte.


Guten Tag, Gruß Silvia




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