Mittwoch, 24. Februar 2016

23. Februar 2016 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Krefeld bei Elif



Aperitif: Laber-Rhababererschnaps
Vorspeise: Kizartma - ein Vulkan aus verführerisch gebratener Aubergine, Paprika und Zucchini mit verwunschenem Minze-Knoblauch-Joghurt-Dip und traumhaftem Fladenbrot
Hauptspeise: Icli Köfte - vollmundige Hackfleisch-Wallnussfüllung, ummantelt von orientalischem Bulgur
Vegetarisch: Su Böregi - Paradiesischer Wasser-Börek mit einer bezaubernden Füllung aus güldenem Käse
Beilage: Exotischer Salat aus Granatapfel, Feige und Pistazienglanz
Nachspeise: Baklava - Funkelnder Blätterteig gefüllt mit Pistazien in betörendem Zuckerwasser


A Very Extraordinary Kind of Woman

Die Speisekarte zeugt von einem Hang zum Kitschigen, denn wer hat schon mal gedacht, dass seine Hackfleischfüllung für zum Beispiel eine Paprika "bezaubernd" ist? Dass der Käse gülden und der Blätterteig funkelnd ist? Und gar Paradiesisches kommt bei Dinner-Teilnehmern wie auch im wahren Leben nicht so oft auf die Tische.

Elifs Wohnung sieht aus, als sitze sie auf gepackten Koffern, und über ihre berufliche Tätigkeiten ist nur von Plänen zu erfahren, die die Friseurmeisterin hat.

Ein erster könnte sein, Claudia die Haare zu verschönern - die schreien geradezu nach Schere und ein bisschen Farbe. Beides würde ihr die Strenge und Fahrigkeit etwas nehmen ...

Vieles an diesem Abend ist vorbereitet - den Rest erledigen der Helge-Schneider-Fan und Freundin Anna mit schnellen Handgriffen. Alles geschieht beinahe wie nebenbei.

Auch nebenbei erwähnt Elif - auf dringende Nachfrage eines Daniels, der den typisch voxschen Fragenkatalog abarbeitet - dass sie sich fünf Kinder wünscht. Und einen möglichst blonden und spießigen Mann, der

ihr nicht die Show stiehlt.

Heute stiehlt niemand ihr die Show.

Claudia freut sich im Vorfeld auf dieses Dinner, doch die Freude nimmt im Laufe des Abends leider ab, weil sie auch heute nicht viel mehr isst als an ihrem eigenen Dinner-Tag: Es trifft  meistens einfach nicht ihren Geschmack.

Hat sie etwa noch nie eine der im Menü ausführlich und überaus poetisch beschriebenen Speisen genossen? War denn nicht jeder schon mal in der Türkei? Hätte sie es also vorher nicht wissen können, dass es ihr nachher nicht schmeckt?

Während Elif keinen Fernseher besitzt  - sieht Claudia lustlos in die Kameras eines Fernseh-Senders. Vielleicht ist sie auch nur genervt von einem der Daniels, von sich selber oder von ihrer irrwitzigen Idee, sich für das Perfekte Dinner beworben zu haben ...

Niemand weiß das so genau.

Elifs Tisch ist bunt dekoriert, wirkt unruhig, aber authentisch. Die einzelnen Gerichte werden auf kleinen, bunten Tellern angerichtet und verweigern einen großzügigeren Überblick.

Trotzdem passt in diesem Fall auch das. Zu dem Gesamt-Ambiente würden keine riesigen Designer-Teller mit Häppchen-schnapp-und-weg passen.

Zum Dessert gibt es - selten zu sehen - Mokka. Die Zubereitung zeigt sie ihren Gästen, und das kleine Event am Rande des großen gefällt mir.

Elif streicht einunddreißig Punkte ein.

Die Dinner-Stunde ist kurzweilig anzusehen, aber dass ich Elif nun kennen gelernt habe, bezweifle ich. Ein perfektes Dinner war es nicht, aber ein authentisches.

An einem Dienstag will ich mich kein Stück weiter aus dem Fenster lehnen.

Guten Morgen, Gruß Biene

1 Kommentar:

  1. Moin @ zusammen.

    Elif erstellte ein türkisches Menü, aber ohne Klimbim und Bauchtanz.
    Ich muss zugeben, sie hat mich überrascht und ich sah eine routinierte Köchin.
    Ob es nun schwer oder leicht war, sei erst mal dahingestellt. Einiges war bereits vorbereitet und sie hatte eine Hilfe. Auch sah es nicht immer gut angerichtet aus, auf den zu kleinen Tellern.
    Dennoch kann ich sagen, es war mal was anderes und Elif machte ein gutes, wenn auch einfa-ches Menü. Auch erforderte es einiges an Mühe und Aufwand.
    Den größten Aufwand machte das Su Böregi, was aber bei den Gästen am wenigsten ankam und kaum gegessen wurde. Warum sie sagte, dass das Yufka-Fladenbrot mit Hefe gemacht wird, habe ich nicht verstanden, denn dazu benötigt man nur Mehl, Wasser und Salz.
    Auch war Elif eine gute GGin. So zeigte sie den Gästen z.B. wie türkischer Mokka gemacht wird.
    Von einem pD will ich aber nicht sprechen, denn diese einzelnen Gerichte sehe ich jedes Mal wenn ich an einem türkischen Laden vorbeigehe in der Auslage liegen.
    Wenn die türkische Küche nicht mehr zu bieten hat, verstehe ich nicht, was daran so Besonderes ist. Mir ist diese Küche einfach zu ölig und zu süß. Dass Elif beim DS nur die Hälfte des Zuckers nahm, war schon mal sehr gut.

    Sicherlich war es etwas besser als am Montag bei Claudia und die erhaltenen 31 Punkte waren im Vergleich dazu verdient. Daran änderte auch nichts die Trauermine von Claudia.
    Claudia ist für mich auch als Gast durchgefallen.

    LG rudi

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