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Dienstag, 23. Juni 2026

22. bis 26. Juni 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Wiederholungen aus Koblenz



Die nächsten Wiederholungen kommen aus Koblenz.

Am 22. Juli 2024 wurde Christinas Sendung ausgestrahlt.


Ihr Menü:

Vorspeise: Fake Fish / Avocado / Edamame
Hauptgang: Krasses Kalb / Spinat / Gnocchi
Nachtisch: Beschwipster Biskuit / Zitrone / Pistazie


Ihrem Auftritt habe ich den Titel

Der Architekt bedeckt seine Fehler mit Efeu, die Hausfrau mit Mayonnaise.
- Aus Griechenland

gegeben.


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Betrag:








Fabio war der 2. "Hobby-Koch" in dieser Koblenzer Woche.


Sein Menü:

Vorspeise: Jetzt mal Beize bei die Fische - Fisch / Kartoffel / Kräuter
Hauptgang: Von drauß‘ vom Walde komm ich her - Wild / Bock / Spatzen
Nachtisch: Käse schließt den Magen, oder so ähnlich. - „Klatschkäs“ / Beeren / Schokolade


Ihm habe ich den Titel

Selber kochen und selber denken,
statt TV-Fastfood vom Gedankenautomaten.
© Alfred Selacher (*1945)



Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:







Julias Kochtag wurde an einem Mittwoch ausgestrahlt.


Ihr Menü hat die Gäste begeistert:

Vorspeise: Wilde Ravioli - Ricotta / Kartoffel / Radieschen / Zitrone
Hauptgang: Turm von Gemüse & Rind
Nachtisch: Birne & Kaffee


Ihrem Auftritt habe ich den Titel

Menschen tun alles, um Stress während der Arbeitszeit zu vermeiden - und ihn in der Freizeit zu suchen.
© Prof. Querulix (*1946)

gegeben.


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:






Daniels Kochtag wurde am damaligen Donnerstag erstausgestrahlt.


Sein Menü:


Vorspeise: Bärlauch - Risotto / Cappuccino / Tarte
Hauptgang: Surf & Turf - Rinderfilet / Garnele / Kartoffel / Erbse / Minze / Jus
Nachtisch: Red Velvet - Pannacotta / weiße Schokolade / dunkle Schokolade / Himbeere / Kokos


Ihm habe ich den Titel

Learning by Doing

gegeben.


Kleine Überraschung am Rande: ein halbes Jahr später (am 10. Januar 2025) hat Daniels Mann Matze im TV gekocht.


Hier der Link zu meinem damaligen Beitrag über Daniel:






Den finalen Abend in Koblenz hat Serap bestritten.


Ihr Menü:

Vorspeise: Auberginentürmchen an Petersilien-Pesto mit hausgemachtem Fladenbrot
Hauptgang: Lammmedaillons an Honig-Karotten mit Stampfkartoffeln
Nachtisch: Baklava-Cheesecake mit Vanilleeis


Ihrer Show habe ich den Titel

Nadelstiche! Aua!

gegeben.


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:




Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute bei 15 Sonnenstunden 38!!! Grad. Viel Wasser ist kaltgestellt.


Guten Morgen, Gruß Silvia




Samstag, 11. Januar 2025

10. Januar 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Koblenz bei Maze



"Für jeden was dabei"
Vorspeise: Karotte / Lachs / Rind
Hauptgang: BQ mal anders - Rippchen / Süßkartoffel / Gurke / Radieschen
Nachtisch: Nichts für Diabetiker - Keks / Kokos / Passionsfrucht


Rückblick auf das Dinner seines Mannes Daniel:



Das perfekte Dinner: eine Familientradition

Es gab bereits einige Teilnehmer, die im Anschluss der Mitwirkung von Familienangehörigen in dieser Sendereihe "mitgespielt" haben. So ist es auch bei

Maze, der mit Daniel verheiratet ist: Daniels Dinner-Show wurde am 24. Juli 2024 ausgestrahlt, und Maze ist ihm beim Schnibbeln zur Hand gegangen. Daniel hat den 2. Platz erobert.

Heute tauschen beide die Rollen - und Daniel schnibbelt, was das Zeug hält. Allerdings kann er mit dem Tempo seines Mannes Maze nicht mithalten, der durch die

Vorbereitungen fegt als müsse er später noch wirklich Wichtiges wie zum Beispiel Schafe scheren erledigen. Der

attraktive 43jährige Maze mit dem schönen Lächeln hat keine Zeit (oder wird nicht danach gefragt), seine Berufszweige Berufsberatung und Fitness-Trainer näher zu erläutern, aber bei seinem flotten Stil ist es nicht verwunderlich, dass er gleich zwei Erwerbstätigkeiten abdeckt.

Neben Daniel leben drei Hunde und 1 Katze im Haus, während im Garten jede Menge Hühner zu einem gackernden Haufen zusammengeschlossen worden sind  - und die beiden Schafe von damals gibt es auch noch. 


Das Menü

Zur Vorspeise bereitet Maze im Sauseschritt ein Tatar aus Karotten, ein anderes aus Lachs und ein drittes aus Rinderfilet zu. 

Die Karotten hat er ebenso sous-vide gegart wie die Süßkartoffeln fürs Püree. Bringt das irgendwelche Vorteile? Oder möchte Maze nur die Plastik-Industrie unterstützen?

Spareribs schmiegen sich auf einem See von Süßkartoffel-Püree (die Süßkartoffeln hat er im Thermomix püriert - mehr Kleister geht nicht, wie man sieht), und zahlenmäßig ins Hintertreffen geraten die wenigen Scheiben Radieschen.

Dass Simay Schweinefleisch isst, ist sicher vorher abgeklopft worden. Er trinkt ja auch sehr gern Alkohol - und isst besonders gern Rippchen.

Eyecatcher sind sowohl Vor- als auch Hauptspeise.

Nicht ganz so hübsch sieht der Nachtisch aus: ein Kokos-Eis, eine Passionsfrucht-Creme ... ich erkenne es nicht so genau ... und etwas, das aussieht wie eine Möhre mit zwei Pünktchen, damit es nicht so allein ist - und ein Keks zum Löffeln ist auch noch dabei. Akustisch ist Maze ebenso schnell unterwegs wie handwerklich

so dass ich zum Nachtisch ein paar Lücken habe. Und ich habe keine Lust, mich vorm TV mehr anzustrengen als nötig.


Fazit

Simay fühlt sich als Gewinner, da er die gesamte Woche phantastisch fand und vier interessante Menschen kennengelernt hat. Man möchte ihn knuddeln - sage ich, sagen nicht seine Konkurrenten. Er ist ein sehr angenehmer Mensch und meist ein ausgesprochen zufriedener Gast. Heute ist er nicht ganz zufrieden, da er rohen Fisch und rohes Fleisch nicht mag - und der Nachtisch ihm nicht zugesagt hat. - Schade, dass er

weder kochen noch - heute - neutral ohne eigene Befindlichkeiten bewerten kann. Vielleicht mögen sich die beiden Männer nicht?

Die Punkte für Maze: je 9 geben Linda, Claudia und Ann-Katrin, während Simay 7 gibt.

Mit 34 Punkten kann er nicht gewinnen, denn Linda hat

40 Zähler vorgelegt.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute maximal minus 1 Grad bei nur einer Sonnenstunde - inklusive Warnung vor rutschigen Straßenverhältnissen.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 26. Juli 2024

25. Juli 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Koblenz bei Daniel


Vorspeise: Bärlauch - Risotto / Cappuccino / Tarte
Hauptgang: Surf & Turf - Rinderfilet / Garnele / Kartoffel / Erbse / Minze / Jus
Nachtisch: Red Velvet - Pannacotta / weiße Schokolade / dunkle Schokolade / Himbeere / Kokos


Learning by Doing

scheint das Prinzip von Daniel zu sein, denn kaum ein Bestandteil seines Menüs will er jemals vorher zubereitet haben. Vermutlich fehlte ihm dazu die Zeit, denn der 37jährige Daniel ist beruflich sehr umtriebig: er ist Kosmetiker, Grafiker, Tätowierer und u. a. der persönliche Assistent einer Koblenzer Influencerin. Dann ist da natürlich noch sein

kleiner Zoo: zwei oder drei Hunde (auf eine genaue Anzahl kann Vox sich offenbar mit sich selber nicht einigen), 1 Katze, viele Hühner und

zwei Schafe, deren Namen jeder sofort an ihren Ohrmarkierungen erkennt: Nr. 56 und Nr. 61. Kann man machen, ist vielleicht auch einfallsreich einmal etwas völlig anderes - aber auch lieblos.

Ich frage mich, ob ein Tierarzt bei Bedarf zu Daniel und seinem Ehemann Matthias nach Hause kommt, oder ob sie die Schafe in eine Tierklinik bugsieren müssen. Ich war - leider - schon oft in einer Tierklinik und habe dort im Wartebereich noch nie andere Tiere als Hunde, Katzen und ein paar Kleintiere wie Hasen gesehen.

Immerhin bekommen Nr. 56 und Nr. 61 heute Besuch vom Besuch ihres Halters: als Präsent finden Daniels Gäste je ein Tütchen mit Tierfutter vor ... und die Inhalte

dürfen/müssen sie an die beiden Schafe verfüttern, die dringend mal geschoren werden sollten. Diese Aufgabe bleibt heute allerdings außen vor.

Hier ein Entzückensschrei, dort auch einer - die Schafe nehmen nur das zusätzliche Leckerchen zur Kenntnis. Auch Serap füttert liebevoll und verrät nicht,

dass am letzten Dinner-Tag, den sie bestreiten darf, Lamm auf die Teller kommt.


Das Menü

Bärlauch im Überfluss gibt es zur Vorspeise: Bärlauch-Risotto, Bärlauch-Tarte, Bärlauch-Cappuccino. Manch ein Gast fühlt sich leicht überdosiert.

Ja, warum nicht einmal und schon wieder Rinder-Filet? Das Fleisch gehört schließlich zu den beliebtesten der Dinner-Kandidaten. Das heutige kommt aus den USA - dorthin würde Fabio gern fliegen, falls er gewinnt. Doch es ist bereits klar, dass er diese Reise vollständig selbst finanzieren muss, denn an der Spitze liegt auch nach dem heutigen Dinner immer noch Julia.

Schokokugeln zu fabrizieren, hätte Daniel wirklich besser zuvor geübt: bei den Teilnehmern, die diese zum Nachtisch reichen, sind die meist vorbereitet - aus gutem Grund,

denn Daniels wollen nicht aus ihren Plastikkugeln rutschen ... und landen als Bruchstücke auf den Tellern. Der Geschmack bleibt sicherlich gleich, denn auch noch Panna cotta und Himbeersahne vervollständigen den Nachtisch. Aber für ein möglichst perfektes Dinner

spielt auch hübsches Aussehen eine große Rolle.


Fazit

Das heutige Highlight "Schafefüttern" kann am letzten Tag in dieser Koblenzer Woche jedoch locker getoppt werden, denn die Vorschau zeigt,

dass Daniel Fabio ein Tattoo sticht: das Logo der Sendung "Das perfekte Dinner" muss auf seinen Knöchel. Hoffentlich rutscht Daniel bei dem Wort "perfekt" nicht mit den Nadeln aus ...

Die Punkte zeigen keinerlei Ausrutscher, denn sie sind wie gehabt hoch: je 9 geben Fabio, Christina und Serap, 8 gibt Julia.

Hätte Daniel einen Namen wie seine Schafe, würde er nun 35 heißen.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Freitag, 5. Januar 2024

5. Januar 2024 - Henry, Charlie und Momo - eine wahre Geschichte - 1. Teil


Teil 1:
Henry, Charlie und Momo

Sicherlich wären sie ein ausgewogenes Dreier-Team geworden, aber nur Henry kennt Charlie und Momo. Henry, der schwarze, körperlich etwas beeinträchtigte Cocker-Spaniel aus Rumänien hatte das Glück, beide kennenzulernen, denn er ist seit Mitte Januar 2021 bei meiner Freundin Silke in Deutschland. Sogar mein Bienchen hat er noch kennengelernt,

obwohl diese kurze Phase nicht zu einem wirklichen Kennen gereicht hat. Obendrein war sie etwas altersuninteressiert und nur noch auf mich allein bezogen. 9 Tage nach Henrys Ankunft ist Bienchen am 25. Januar 2021 über 17jährig verstorben, durch Mithilfe eines Arztes in der hiesigen Tierklinik.

So durfte ich Henry erst einmal allein und selber hundelos kennenlernen: erst am 18. Juli 2021 kam Charlie hinzu.


Verliebt in ein Foto

Falls man einen menschlichen Partner sucht, sollte man das besser vermeiden ... nicht  n u r  die Fotos könnten einen falschen Eindruck vermitteln.

Silke und Iris haben 2018 ihren Pudel "Joschi" verloren, und es schien ihnen an der Zeit, sich nach einem neuen hündischen Lebensgefährten umzusehen. Sie drehten das Internet einmal auf links und zurück, und zwischen all den vielen Hunden,

die ein neues Zuhause suchten, stießen sie irgendwann auf Henry. Der hieß damals "Bel Ami" und lebte in einem rumänischen Shelter. Wie wir ihn heute kennen, ist klar, dass Bel Ami der passende Name für ihn war: 

überaus charmant schmeißt er sich an alle Menschen ran und hält beinahe jeden für einzigartig.

Aber bevor aus Bel Ami ein toller Henry werden konnte, mussten Silke und Iris ein paar Hürden überwinden: sie mussten sich natürlich für den Cocker bewerben, und dann nahm die Bewerbung ihren Lauf:

Eine Kontaktperson des rumänischen Tierschutzvereins inspizierte Henrys mögliches und künftiges Zuhause. Das verlief natürlich zufriedenstellend,

bis auf eine winzige, nicht unerhebliche Kleinigkeit:

Henry hat nur dreieinhalb Beinchen, denn das linke hintere Bein ist nur ein halbes. Aber: Silke lebte in einem Haus ohne Aufzug im 3. Stockwerk,

und daher musste von dem Verein erst geprüft werden, ob er überhaupt in der Lage war, Treppen steigen zu können. Angegeben wurde etwas später, dass er treppensteigen kann ...

Ob das Treppensteigen auch gesund für ihn sein würde, wurde nicht geprüft oder in Erwägung gezogen.

Damit hier keine Missverständnisse aufkommen, mache ich kurz einen Ausflug in Henrys heutiges Lebn: Silke hat sich - und das war überhaupt nicht einfach - bereits eine neue Wohnung mit Aufzug gesucht und gefunden. Schon über ein Jahr lebt Silke mit Henry dort, Iris hat eine eigene Wohnung.


Abholung in Köln

Am 16. Januar 2021 landete Henry nach einer Höllen-Autofahrt von irgendwo in Rumänien in Köln und wurde von Mutter und Tochter dort in Empfang genommen.

Henry hat diese Fahrt zwar ohne bleibende Schäden, aber mit einem großen erlittenen Stress hinter sich gebracht: er hat gestunken, er war verunsichert, er musste sich langsam an ein nun wirklich gutes Leben gewöhnen, das er so vermutlich nie gekannt hatte. Er frisst auch heute noch gern tote im Wald erbeutete Mäuse, aber da er

- cockerbekannt - ziemlich verfressen ist, hat er schnell gemerkt, dass ein eigener Beutezug in seinem jetzigen Schlaraffenland für seinen Appetit nicht ausreichend sein kann. Und als extrem bestechlich hat der kleine Gauner sich ebenfalls erwiesen: für Leckerchen gibt er alles.

Und für die Liebe: die entdeckte er zuerst für Silke und Iris, dann auch für ein paar andere Menschen, so auch mich: aber Liebe kann ein

ehemaliger Bel Ami ja nie genug haben: auf den täglichen Waldspaziergängen treffen wir immer wieder hundefreundliche Leute, denen er sich regelrecht an die Beine schmeißt (man könnte auch sagen, er wirft sich ihnen an den Hals ... aber dazu ist er ein wenig zu klein). Ausgiebige Streicheleinheiten auch fremder Leute

genießt er, und er vermittelt diesen freundlichen Menschen das Gefühl einer Einzigartigkeit. Die so einzigartig gar nicht ist, denn 50 Meter weiter kommt schon der nächste Kuschelpartner ...


Er würde mit jedem mitgehen

hat Silke am Anfang gesagt - und ihren Henry trotzdem schnell über alle Maßen geliebt. Dass er evtl. und nur vermutet mit jedem mitgegangen wäre, hat sich

rasch geändert, denn er wollte nur eine gewisse "Dienstleistung" von den oft Fremden - und nicht mit ihnen mitgehen.

Natürlich findet Silke es nicht prickelnd, dass ihr Henry dies bis heute als Ritual versteht: abgewöhnen könnte man ihm das nur,

wenn die Leute ihn rigoros und durch die Bank ignorieren würden.  D a s   aber geschieht nicht. Viele bilden sich sogar ein, sie wären die einzigen, denen Henry es erlaubt, ihm Zuneigung zu schenken ...

Auch mir gefällt das nicht wirklich gut. Aber Henry ist Henry, und Henry ist als Henry nun einmal ein großer Herzensbrecher - und tief im Innern noch der Bel Ami.

Du hast Glück bei den Frau'n, Bel Ami,
soviel Glück bei den Frau’n, Bel Ami!
Bist nicht schön, doch charmant,
bist nicht klug, doch sehr galant,
bist kein Held,
nur ein Mann, der gefällt.
Du hast Glück bei den Frau’n, Bel Ami!
Du verliebst jeden Tag dich aufs Neu,
alle küsst du und bleibst keiner treu.
Doch die Frau, die dich liebt,
machst du glücklich wie noch nie,
Bel Ami! Bel Ami! Bel Ami!




Die Geschichte wird weitergehen. In der nächsten Folge erzähle ich u. v. a. von Henrys Prothese. Ich nenne sie immer "Henrys Beinchen".

Fortsetzung folgt bald.


Guten Tag, Gruß Silvia


Freitag, 17. Mai 2024

17. Mai 2024 - Mein damaliges Zweier-Rudel ... warum es passen musste.




Mein damaliges Zweier-Rudel ...

musste sich zunächst beweisen, ob es miteinander überhaupt rudelfähig ist. Auf mich allein kam es bei dieser Zusammenführung weniger an als darauf, wie die beiden aufeinander reagierten. Ich liebte beide, obwohl ich Bienchen erst kurz kannte - aber würden sie einander auch lieben? - Natürlich hatte Robin für mich Priorität, denn er war seit seiner 9. Lebenswoche bei mir  - und wenn er Bienchen nicht in sein Herz geschlossen hätte, hätte ich mich dem beugen müssen. Ich hätte - sehr traurig - für sie nach einem guten anderen Zuhause suchen müssen.

Dass ich Bienchen erst in 2010 kennenlernte, ist eine andere Geschichte, die hier keine Rolle spielt. Immerhin war die am 13. Oktober 2003 geborene Bienchen im Juni 2010 bereits beinahe 7 Jahre alt - Robin war genau drei Monate jünger (geboren am 13. Januar 2004). Somit waren beide in derselben Alters- und Gewichtsklasse zu Hause. Robin, der Yorkshire-Terrier und Bienchen, die Malteserin.

Selbst zwei Hunde, die sich kennen, müssen nicht unbedingt ein Klein-Rudel bilden. Zum Glück ist es zwischen meiner heutigen Hündin Momo und dem Cocker-Spaniel Henry meiner Freundin Silke gelungen: unangefochten von Henry ist die Pudelmixhündin Momo hier die Rudelführerin.

Hunde bilden nicht automatisch ein Rudel, nur, weil sich der Mensch das wünscht. In der Konstellation Momo : Henry kann es natürlich sein, dass die beiden Vierbeiner uns Menschen  ein wenig vertraut haben - und darum ruckzuck zueinander gefunden haben.

Bei mehreren Hunden sieht das allerdings häufig ganz anders aus ... Gruppen- oder Mehrhundehaltung entsprechen nicht unbedingt und eher selten einem Rudel. Ein Rudel muss sich finden - und nicht vom Menschen gebildet werden.

Jeder auch Einzelhundehalter kennt es, dass sich auf langen Spazierwegen leider spontan miteinander unverträgliche Hunde begegnen - und ihre gegenseitige Abneigung ausleben möchten, denen der Mensch dann schnell Einhalt gebieten muss. Ich bin keine Vertreterin der Fraktion "die regeln das unter sich".


Bienchen

Während meine Mutter im Krankenhaus lag, war Bienchen allein - und verloren - in ihrer großen Wohnung. Sie wurde versorgt, jemand ging mit ihr spazieren, aber sie war

- als ich sie zum ersten Mal sah

(sie hockte hinter der dicken durchsichtigen Glas-Eingangstür und wartete sehnsüchtig darauf, dass meine Mutter wiederkam ...)

- dem Augenschein nach das einsamste Wesen auf dieser Welt.

Für kurze Zeit änderte sich dies, als ich mit Robin die Wohnung betrat. Bienchen war sofort Feuer und Flamme für Robin, zeigte ihm alles, was für sie wichtig war - und hoffte sicherlich, dass er sofort bei ihr einziehen würde. Mich beachtete sie noch kaum

(was sich später sehr änderte, denn schon recht bald wollte sie keinen Schritt mehr ohne mich machen und Robin rückte an die 2. Stelle. Eine auch nur vorübergehende Hundebetreuung wäre undenkbar gewesen. Nicht einmal mit meinem Mann wollte sie mitgehen, wenn ich nicht dabei war. Sie stemmte ihre Füßchen dann in den Boden, bewegte sich keinen Millimeter und konnte sturer als ein Terrier sein.).

Ein paar Tage später nahm ich Bienchen mit zu mir nach Hause, und hier musste sich beweisen, wie die beiden Hunde zueinander standen.

Dass sie ihn auf den ersten Blick mochte, hieß ja nicht, dass es bei ihm ebenso war. 

Zur ersten Fütterung stellte ich ihnen jeweils einen Teller hin und wahrte dabei einen gewissen Abstand der Schüsseln zueinander. Natürlich ließ ich sie dabei nicht aus den Augen. Sie wollten allerdings nicht gleichzeitig von zwei Tellern fressen, sondern ... wie ich nach einigen Testdurchläufen gemerkt habe - nacheinander von demselben.

Schon nach ein paar Tagen musste ich Bienchen in einer Tierklinik kastrieren lassen, denn meine Mutter hatte mir mit auf den Weg gegeben, dass Bienchen bald läufig würde. Das konnte ich (meinem intakten) Robin natürlich keinesfalls zumuten - und ihr selbstverständlich auch nicht. Es war traurig für sie, dass sie, nachdem sie aus ihrem Zuhause gerissen in Robins Zuhause kam ... und dann auch wieder fast sofort in fremde Hände in der Klinik gelangte.

Sie war aber eine taffe kleine Maus - und sichtbar froh, als ich sie nach einem halben Tag aus der Tierklinik abholte.


Robin

Schnell wurde Robin ihr großes Vorbild, und er übernahm die fehlende "Erziehung" Bienchens. Mehr oder weniger konnte ich mich zurücklehnen und ihm die Verantwortung überlassen. Er wusste, wie es ist, ein richtiger Hund zu sein ... und gab seine umfangreichen Kenntnisse an sie weiter. Robin zog sogar einen gewissen Stolz aus dieser Ausgabe. Es machte ihm Freude, den Lehrer zu spielen und der Lehrer zu sein.

Aber auch jeder Lehrer hat seine Macken, und auch die möchte er an die Schüler bringen. So war Bienchen ihm auch in seinen terriertypischen Unarten eine fleißige Nachahmerin. Seine blödesten Ideen waren Nullkommanix ihre eigenen. - Darin musste ich sie manchmal bremsen ... dass sie fortan auf Rüden- und nicht mehr auf Hündinnen-Art pinkelte, war allerdings kein Problem.


Robin und Bienchen

Nach etwa ein bis zwei Wochen konnte ich sagen: sie werden noch weiter zu einem Rudel zusammenwachsen, aber die Anfänge sind gemacht. Vielleicht liebte Bienchen Robin mehr als es umgekehrt der Fall war, aber auch er schloss sie in sein großes Terrier-Herz.

Auch am Futternapf, dessen Inhalt nacheinander weggeschlabbert wurde, gab es keine Probleme: mal war Robin der erste, der fressen durfte, mal Bienchen. Sie schienen ihren eigenen Rhythmus gefunden zu haben.

Was zusätzlich für mich sehr beruhigend war, war, dass sie gleichaltrig waren. Einen sehr jungen und einen sehr alten Hund hätte ich nicht gern miteinander vergesellschaftet. Das wäre zu Lasten des alten Hundes gegangen.

Auch, wenn Bienchen noch eine Weile offensichtlich nach meiner Mutter suchte, konnte ich sie nach 2 Wochen zum ersten Mal ableinen. Noch war es Robin, der sie an der unsichtbaren Leine gehalten und abgehalten hat, davonzulaufen.

Nach ein paar Monaten war ihr Schmerz über den Verlust verklungen, sie lebte sichtlich auf, wurde auch ein wenig schlanker und genoss jeden einzelnen Tag.

Am Ende ihres Lebens war sie länger bei mir als bei meiner Mutter, die im Juli 2010 verstorben ist.

Leider musste sie im hohen Alter noch Robins Tod überwinden, der am 6. September 2019 über den Regenbogen gehen musste. Doch inzwischen war sie selber alt und weise geworden, wie viele alte Hunde - und sie schaffte es.

Sie überlebte ihn um viele Monate und starb am 25. Januar 2021.

Wie schön, dass beide mir den Traum von einem Zweier-Rudel problemlos erfüllt haben. Es hat allerdings nicht gepasst, weil ich mir das so sehr gewünscht habe - sondern weil es einfach zwischen ihnen beiden gepasst hat.

Meine Mutter hatte mir 2010 ihren größten Schatz, die Malteserin Bienchen, anvertraut: und ich denke, Robin und ich haben ihren letzten Wunsch zu einem Erfolg gemacht.


Guten Tag, Gruß Silvia